Skip to main content

Full text of "Ausgewählte Dialoge;"

See other formats


8 08LELZ 


80 L9/L € 


BT 


4 


NW. O\ 


\ \ x >‘ 1, I ΔΑῪ 


᾿ ΟΝ 
Y he 


Dun nn IT 
« — ” en 


Ber. * 


nn 
es 
»" 


ἐξ τ ρα: 


ψὩνὦ ὦ Δ λα. tn 


Pe 


= 4 


2, 


en 
u 


er 
x Te 


Bi ie 
w 


Ὁ] 


I LGr “35 τ 

᾿ Ῥ͵ιθϑοὴ | | 
PLATOS 

AUSGEWÄHLTE DIALOGE, 


ERKLÄRT 


VON 


οἷ SCHMELZER, 


GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN. 
[ἂν]. | 
PHÄDRUS. 
% ὃ 
BERLIN ἃ 


WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG, 
1882. 


/ 


VORWORT. 


Im folgenden will ich keine gelehrt-philologische, son- 
dern eine pädagogische Arbeit, keinen Kommentar für Lehrer 
und Schüler, sondern einen solchen nur für Schüler liefern 
d. ἢ. den Plato so zu erklären versuchen, wie er- meiner An- 
sicht nach in der Prima erklärt werden und zunächst auch 
von den Studierenden gelesen werden muls. Was sich der 
Schüler aus Lexikon und Grammatik selber holen kann, habe 
ich nicht angedeutet; eine lange Einleitung, wie sie in un- 
seren Tagen den Ausgaben der Schriftsteller vorangeschickt zu 
werden pflegt, habe ich zu geben unterlassen, weil ich glaube, 
der Schüler mufs über das, was sie enthalten könnte, während 
der Lektüre aufgeklärt werden. Mein Ziel ist gewesen, durch 
eine in der Hauptsache populär-ästhetische Erklärung propä- 
deutisch für ein tieferes Studium der Platonischen Philosophie 
zu wirken, ein schnelleres Lesen in der Klasse und eine ver- 
nünftige Privatlektüre zu ermöglichen, der Jugend den Plato 
lieb zu machen. Die Arbeit soll kein Muster bieten, sie ist 
vielmehr ein Versuch: möge er mir einigermalsen gelungen 
sein | 

Hamm i.W. im Mai 1882. 

C. Schmelzer. 


1* 


-Ξοααασαιχεο.. "αν. nn un  — .. u 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ 


[ἢ περὶ καλοῦ: ϑικός.] 


TA ΤΟΥ͂ AIAAOTOY ΠΡΟΣΩΠᾺ 
ΣΩΚΡΑΤῊΣ ΚΑΙ ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 


1. Ὦ φίλε Φαῖδρε, ποῖ δὴ χαὶ πόϑεν; 

ΦΑ͂Ι. Παρὰ Avolov, ὦ Σώχρατες, τοῦ Κεφάλου" 
πορξύομαι δὲ πιρὸς περίπατον ἔξω τείχους. συχνὸν γὰρ 
ἐχεῖ διέτριψψα χρόνον χαϑήμενος ἐξ ἑωϑινοῦ" τῷ δὲ σῷ 


cap. 1. Die ersten fünf Kapitel 
bilden den Prolog des in der Weise 
eines Dramas gegliederten Dialogs. 
Die Frage nach der Persönlichkeit 
des Phädrus ist für das Verständ- 
nis des Dialogs gleichgiltig. Plato 
schildert in ihm einen jugendlich 
unreifen Mann, der sich vom glän- 
zenden Scheine so sehr bestechen 
lälst, dafs er darüber Logik und 
Sitte vergifst, dessen Kern aber von 
der Sophistik noch nicht vergiftet 
ist; denn er läfst sich von Sokra- 
tes bald gewinnen. Wenn Plato in 
unserem Phädrus, der mit dem des 
Symposion identisch ist, eine be- 
stimmte Person im Auge gehabt 
hat, so hat er von ihr scherzend 
eine Art Karikatur gegeben, aber 
eine harmlose, die nicht verletzt. 
Die satirische Schärfe des Dialogs 
richtet sich vielmehr gegen den 
Redner Lysias, der eine Zeit lang 
in Athen die hohle Rhetorik des 
Sikelioten Tisias lehrte: die Ver- 
achtung, welche Plato gegen diesen 
Mann und seine Rhetorik empfin- 


det, spricht sich schon in dem Um- 
stande aus, dafs Plato den Lysias 
nicht, wie den Protagoras, Gorgias 
u. v. a., selbst redend einführt, son- 
dern am Phädrus als an einem Bei- 
spiele das Verderbende der hohlen 
Phrase zeigt. Dafs man den Mals- 
stab, mit welchem Plato den Leh- 
rer der sikeliotischen Rhetorik milst, 
nicht an den Redner Lysias legen 
darf, beweisen die Reden, welche 
uns von ihm überliefert sind, — 
Plato läfst den Sokrates den jungen 
Phädrus auf einer Strafse Athens 
treffen, wie er würdevoll einher- 
schreitet. Plato sagt uns das nicht 
direkt; aber er lälst es uns empfin- 
den; denn der junge Mann nimmt 
den Mund gewaltig voll, als er auf. 
die kurze Frage des alten Herrn 
artwortet. Er erwidert nicht ‚ein 
einfaches: περιπατεῖν μέλλω ἔξω 
τείχους, um dann eine neue Frage 
abzuwarten; nein, er antw τοὶ mit 
Phrasen: πορεύομαι πρὸς περίέ- 
πάτον --- ποιοῦμαι τοὺς περιπά- 
τους --- συχνόν διέτριψα χρόνον 


ΠΛΑΤΩΝΟΣ ΦΑΙΔΡΟΣ.. 5 


- > » 
χαὶ ἐμῷ ἑταίρῳ τιειϑόμενος Αχουμενῷ χατὰ τὰς ὅδοὺς 
- , > 3 
ποιοῦμαι τοὺς σπιεριπάτους᾽ φησὶ γὰρ ἀχοπωτέρους εἶναι 


τῶν ἐν τοῖς δρόμοις. 


39: Καλῶς γάρ, ὦ ἑταῖρε, λέγει. ἀτὰρ “Τυσίας ἦν, 


ὡς ἔοικεν, ἐν ἄστει. 
Φ 41. 


Ναί, ag Ἐπικράτει, ἕν τῇδε τῇ πλησίον τοῦ 
᾿Ολυμπίου οἰκίᾳ τῇ Mogvyig. 


32. Tic ovv δὴ ἡ ἣν ἡ διατριβή; ἢ δῆλον ὅτι τῶν. λό- 


γων ὑμᾶς AIvoiag εἱστία; 


DAI. Hevoeı, εἴ σοι σχολὴ προϊόντι ἀχούειν. 
ΣΩ. Τί δέ; οὐκ ἂν οἴει με κατὰ Πίνδαρον καὶ ἀσχο-- 
Alag ὑπέρτερον τερᾶγμα ποιήσασϑαι τὸ σήν τε χαὶ Avolov 


διατριβὴν ἀκοῦσαι; 
®AI. Πρόαγε δή. 
ΣΩ. «Ζέγοις av. 


- 


DAI. Καὶ μὴν, ὦ Σώκχρατες, τπιροσήχουσά γέ σοι ἢ 


> ΄ 
ἀχοή. 
[4 ,ὔ 
ὄγτινα τρόπον ἐρωτιχός. 


ὃ γάρ τοι λόγος ἣν, περὶ ὃν διετρίβομεν, οὐχ οἶδ᾽ 
γέγραφε γὰρ δὴ ὃ Avotag Wwer- 


ρώμενόν τινα τῶν χαλῶν, οὐχ Urt ἐραστοῦ δέ, ἀλλ᾽ αὐτὸ 


δὴ τοῦτο χαὶ κεχόμψευται" 
ἐρῶντε μᾶλλον ἢ ἐρῶντι. 


λέγει γὰρ ὡς χαριστέον μὴ 


32. Ὦ γενναῖος, εἴϑε γράψειεν ὡς χρὴ πένητι μᾶλ- 


ἐξ ξωϑινοῦ. Er erzählt von seiner 
werten Person: Stunden lang hat 
er zu Fülsen seines Lehrers gesessen 
und nun sorgt er für die liebe Ge- 
sundheit und folgt dem Rate des 
Doktors, wenn er spazieren geht. 
Dabei entschuldigt er sich unbe- 
wulst, wenn er dem τῷ ἐμῷ £Eral- 
00 das τῷ σῷ voranstellt: „Aku- 
menos ist ja auch dein Freund und 
du wirst deshalb anerkennen, dafs 
man ihm folgen muls, wirst es na- 
türlich finden, dafs ich ihm folge. 

Epikrates soll ein Demagoge ge- 
wöhnlichen Schlages gewesen sein. 
Dafs Plato den Lysias bei ihm ein- 
kehren läfst, empfiehlt diesen auch 
nicht. 

Den Hohn, der in den Worten 


δῆλον — εἱστία; liegt, versteht 
Phädrus nicht; er würde sonst auf 
die Redensart „jemanden mit Reden 
füttern“ nicht mit einer Aufforde- 
rung, ihn zu ‘begleiten, antworten. 

Scherzhaft ist auch das χατὰ 
Πίνδαρον; denn es läfst einen ge- 
wichtigen Ausspruch erwarten, ohne 
ihn zu geben. Wie sehr aber das 
ironische σὴν in σήν τε zul Av- 
σίου den Phädrus kitzelt, verrät 
er in dem Plural διετρίβομεν sei- 
ner Antwort. 

Sobald. Phädrus das thörichte 
Thema seines Meisters Lysias ver- 
raten, unterbricht ihn Sokrates mit 
einem Ausrufe lustigen Staunens 
»ὦ γενναῖος, ὁ die edle Seele!* 
und neckt ihn sodann damit, dafs 


6 | ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


λον ἢ τελουσίῳ, χαὶ πρεσβυτέρῳ ἢ γεωτέρῳ, καὶ ὅσα ἄλλα 
ἐμοί τὲ τιρόσεστι χαὶ τοῖς πολλοῖς ἡ ἡμῶν" ἡ γὰρ ἂν ἀστεῖοι 
χαὶ δημωφελεῖς. εἶεν οἱ λόγοι. ἔγωγ᾽ οὖν οὕτως ἐπιτεϑύ- 
μηχα ἀκοῦσαι, ὥστ᾽ ἐὰν βαδίζων τιοιῇ τὸν seegiscarov ME- 
γαράδε, χαὶ χατὰ Ἡρόδιχον προσβὰς τῷ τείχει στάλιν 
ἀπίης, οὐ μή σου ἀπολειφϑῶ. 

ΦΑ͂Ι. Πῶς λέγεις, ὦ βέλτιστε Σώχρατες; οἴει με, ἃ 
“σίας Ev roll χρόνῳ κατὰ σχολὴν συνέϑηχε, δεινότα- 
τος ὧν τῶν γῦν γράφειν, ταῦτα ἰδιώτην ὄντα ἀπομνημο- 
γεύσειν ἀξίως ἐχείνου; πολλοῦ γε δέω" χαί τοι ἐβουλόμην 
γ᾽ ἂν μᾶλλον ἤ μοι πολὺ χρυσίον γενέσϑαι. 

2. ΣΩ. Ὦ Φαῖδρε, εἶ ἐγὼ Φαῖδρον ἀγνοῶ, καὶ 
ἐμαυτοῦ ἐπιλέλησμαι. ἀλλὰ γὰρ οὐδέτερά ἐστι τούτωγ" 
εὖ οἶδα ὅτι “υσίου λόγον ἀχούων ἐχεῖνος οὐ μόνον ἅπαξ 
ἤχουσεν, ἀλλὰ πολλάχις ἐπαναλαμβάνων ἐχέλευέν οἱ λέ- 
γειν᾽ ὃ δὲ ἐπείϑετο προϑύμως. τῷ δὲ οὐδὲ ταῦτα ἦν 
ἱχανά, ἀλλὰ τελευτῶν παραλαβὼν τὸ βιβλίον ἃ μάλιστα 
ἐχπιεϑύμει ἐπεσγχότσει, Kal τοῦτο δρῶν, ἐξ ἑωϑινοῦ χαϑή- 
μενος, ἀτιξιττὼν εἰς zreginarov ἤει, ὡς μὲν ἐγὼ οἶμαι, νὴ 
τὸν χύνα, ἐξεττιστάμενος τὸν λόγον. εἰ μὴ πάνυ τις ἦν 
μαχρός. ἐπορεύετο δ᾽ ἐχτὸς τείχους, ἵνα μελετῴη. ἄπαν- 
τήσας δὲ τῷ νοσοῦντι sregl λόγων ἄχοήν, ἰδὼν μὲν [ἰδὼν] 


er seine volle Phrase σποιεῖσϑαι 
τὸν περίπατον wiederholt und den 
mit ihr ausgedrückten Gedanken 
übertreibt. Wie ein Knabe aber 
verrät sich Phädrus in dem Worte 
ἀπομνημονεύειν — hat doch So- 
krates von ihm gar nicht verlangt, 
dals er die Rede des Lysias aus 
dem Gedächtnis hersagen solle. 


cap. 2. Die lange Antwort des 
Sokrates läfst den Phädrus um so 
länger empfinden, wie tief er 
durchschaut worden ist. Er muls 
die ironische Art, in welcher So- 
krates von ihm in der dritten Per- 
son redet, langsam aufkosten bis 
zu der Bitte, die er aufgefordert 
wird an sich selbst zu richten, die 


Bitte, sich nicht zu verstellen. Als 
ironisches Beiwerk hilft dann das 
rhetorische Gewand, in welches S. 
seine Gedanken kleidet: εἰ Φαῖ- 
δρον ἀγνοῶ τ ἐμαυτοῦ ἐπιλέλη- 
σμαι, λόγον ἄχούων --- οὐ μόνον 
anas ‚NxovgEr, ἃ μάλιστα ἐπεϑύ- 
μει, ἐπεσχόπει U. 8. W.; dann die 
kurzen Sätze; endlich die lachenden 
Worte: „da hält er mich nun für 
so einen, der versessen (vooelr) 
darauf ist, eine Rede zu hören“ 
und: „da hat er nun gefunden, mit 
dem er schwärmen kann“ (ovyxo- 

υβαντιᾷ»ν). Auch das doppelte 
ἰδὼν zu 7099 dürfte sich als Scherz 
erklären a, 


Ph. will trotz der derben Ironie 


ΦΑΙΔΡΟΣ. ᾿ 7 


ἥσϑη, ὅτι ἕξοι τὸν συγχορυβαντιῶντα, Kal τιροάγειν ἐχέ- 
λευε᾽ δεομένου δὲ λέγειν τοῦ τῶν λόγων ἐραστοῦ, ἐϑρύ- 
πτετο ὡς δὴ οὐχ ἐπιϑυμῶν λέγειν" {τελευτῶν δὲ ἔμελλε, 
χαὶ εἰ μή τις ἑχὼν ἀκούοι, βίᾳ ἐρεῖν. σὺ οὺν, ὦ Φαῖ- 
dos, αὐτοῦ δεήϑητι, ὅπερ τάχα πάντως ποιήσει, νῦν ἤδη 
στοιεῖν. : | 

DAI. Ἐμοὶ ὡς ἀληϑῶς τιολὺ χράτιστόν ἐστιν οὕτως 
ὅπως δύναμαι λέγειν" ὥς μοι δοχεῖς σὺ οὐδαμῶς μὲ ἀφή- 
σειν, πρὶν ἂν εἴπω ἁμῶς γέ πως. 

ΣΩ. Πάνυ γάρ σοι ἀληϑῆ δοχώ. 

8. ΦΑ͂Ι. Οὑτωσὶ τοίνυν ποιήσω. τῷ ὄντι γάρ, ὦ 
Σώχρατες, παντὸς μᾶλλον τά γε ῥήματα οὐχ ἐξέμαϑον" 
τὴν μέντοι διάνοιαν σχεδὸν ἁπάντων, οἷς ἔφη διαφέρειν 
τὰ τοῦ ἐρῶντος ἢ τὰ τοῦ μὴ, ἐν κεφαλαίοις ἐφεξῆς δίειμι, 
ἀρξάμενος ἀττὸ τοῦ πρώτου | 

ΣΩ. ΖΔείξας γε πρῶτον, ὦ φιλότης, Ti ἄρα ἐν τῇ 
ἀριστερᾷ ἔχεις ὑπὸ τῷ ἱματίῳ. τοπτάζω γάρ σε ἔχειν τὸν 
λόγον αὐτόν. εἰ δὲ τοῦτό ἐστιν, αὑτωσὶ διανοοῦ zregi 
ἐμοῦ, ὡς ἐγώ σε ττάνυ μὲν φιλῶ, τταρόντος δὲ χαὶ Avciov 
ἐμαυτόν σοι ἐμμελετᾷν τταρέχειν οὐ ττάγυ δέδοχται. ἀλλ᾽ 


ἴϑι, δείχγυε. 


des 8., trotz der Worte τελευτῶν 
δέ — βία ἐρεῖν immer noch nicht 
mit der Wahrheit heraus; er gesteht 
noch nicht, dafs er die Rede seines 
Meisters auswendig gelernt hat. Er 
verrät sich aber wieder dadurch, 
dafs er das οὕτως ὕπως δύναμαι 
in überflüssiger Weise wiederholt 
in dem ἁμῶς γέ πως; er beteuert 
am unrechten Orte, und 8. läfst die 
Beteuerung vorläufig gelten, um ihn 
späfer um so derber schlagen zu 
können, 

cap. 3. In übertreibender Weise 
versichert Ph. in seinen ersten Wor- 
ten noch einmal, dafs er die Rede 
nicht auswendig wisse, und diese 
doppelte Versicherung — τῷ ὄντι 
und παντὸς μᾶλλον — klingt um 
80 lächerlicher dem folgenden σχε- 


δόν gegenüber. Nach dem ἀρξά- 
μενος ἀπὸ τοῦ πρώτου will er 
nun offenbar anfangen seine Rede 
herzusagen, da fällt ihm S. ins Wort 
und zwar so, dafs das δείξας γε 
πρῶτον die Schlulsworte des Ph. 
gewissermalsen korrigiert: „erst 
zeigen, willst du sagen (γέ), mein 
Herz“. Weiterhin entspricht in den 
Worten des 8. dem πάνυ μὲν φιλῶ 
das οὐ πάνυ δέδοκται, wobei das 
Perfektum dem Satze einen energi- 
schen Abschlufs giebt, der zu dem 
entschieden ausgedrückten Gedan- 
ken wohl palst. 

Die Antwort des Ph. zeigt, wie 
ihn der Schlag getroffen: er gesteht 
ein, dafs es ihm um ein γυμνάζε- 
σϑαι zu thun gewesen, und erklärt 
sich ohne weitere Umschweife be- 


u: HAATQNOZ 


AI. Παῦε. ἐχχέχρουχας μὲ Eireldog, ὦ Σώχρατες, 
ἣν εἶχον ἐν σοὶ ὡς ἐγγυμνασόμενος. ἀλλὰ στοῦ δὴ βούλει 


4 2.9 - 
καϑιζόμενοι ἀναγνῶμεν ; 


- 2 \ \ > 
22. Δ εῦρ ‚Exroarcousvor χατὰ τὸν Ἰλισσὸν ἴωμεν, 
$ [4 PT ὔ, 3 ς ᾽ὔ [4 
εἶτα ὁπου av δόξῃ ἐν ἡσυχίᾳ καϑιξησόμεϑα. 
΄, δ) 
AI. Εἰς καιρόν, ὡς ἔοικεν, „ ἀνυπόδητος ὧν Erv- 
χον᾽ σὺ μὲν γὰρ δὴ ἀεί. δᾷστον οὖν ἡμῖν χατὰ τὸ ὑδά- 
τιον βρέχουσι τοὺς πόδας ἰέναι, καὶ οὐχ ἀηδές, ἄλλως τε 
χαὶ τήνδε τὴν ὥραν τοῦ ἔτους τε χαὶ τῆς ἡμέρας. 
,ὔ , C , 
ΣΩ. Πρόαγε δή, xal σκότει ἅμα ὅπου χαϑιζησό- 


μεϑα. 


DAI. Ὁρᾷς οὖν ἐχείνην τὴν ὑψηλοτάτην scharavov ; 


ΣΩ. Τί um; 


3 ὩΣ 2 - , 
DAI. Exei σκιά τ ἐστὶ χαὶ πνεῦμα μέτριον, καὶ τεόα 
ὶ ἂν αὶ = 
χαϑίζεσϑαι ἢ av βουλώμεϑα χαταχλιϑῆγαι. 


ΣΩ. Προάγοις ἄν. 


, > I 
®AI. Eine μοι, ὦ Σώχρατες, οὐχ ἐνθένδε μέντοι 
γποϑὲν ἀπὸ τοῦ Ἰλισσσῦ λέγεται ὃ Βορέας τὴν Ὡρείϑυιαν 


ἁρπάσαι; 
ΣΩ. «“Ζέγεται γάρ. 


“- 


> 2 a ’ ᾽, -» 
ΦΑ͂Ι. Ao οὖν ἐνθένδε; χαρίεντα γοῦν χαὶ χαϑαρὰ 
xal διαφανῆ τὰ ὑδάτια φαίνεται, χαὶ ἐπιτήδεια χόραις 


is 3 I 
σαίζειν παρ αὑτά. 


, \ , , δ). N 2 
ΣΩ. Οὔκ, ἀλλὰ χάτωϑεν ὅσον δύ᾽ ἢ τρία στάδια, 
ἡ πρὸς τὸ τῆς Aygag διαβαίνομεν" χαὶ πού τίς ἔστι βωμὸς 


αὐτόϑι Βορέου. 


reit, zu lesen oder, wie er in 
lächerlicher Weise sagt, sich zu 
setzen und zu lesen. 8. wiederholt 
in seiner Antwort nur das χαϑί- 


σϑαι 
se Der Schlufs des Kapitels von εἰς 
χαιρὸν an charakterisiert wohl die 
Verlegenheit des entlarvten Ph. Er 
redet von der Jahres- und der Tages- 
zeit; er zeigt auf die Platane, unter 
deren Laubdach sie sich in das 
Gras setzen oder, wie ihn doch 


wohl nur die Verlegenheit sagen 
lassen kann, sich legen können. 
Und wie schön benutzt Plato diese 
Verlegenheit des jungen Mannes, 
um uns die Stätte, an die er ja 
auch uns führt, zu schildern ὕψη 
λοτατη πλάτανος, σχιὰ und πνεῦ- 
μᾳ μέτριον, χαρίεντα zul χαϑα- 
ρὰ χαὶ διαφανῆ ὑδάτια Ἰλίσσου 
u. Ss. w.! Ist es nicht eine Schil- 
derung, wie aus einem Theokriti- 
schen ldyll? Und als Schluls dieser 


@AIAPOR. - 9 


DAI. Οὐ πάνυ νενόηκα" ἀλλ᾽ eine πρὸς Διός, ὦ 
Σώκχρατες" σὺ τοῦτο τὸ μυϑολόγημα elFeı ἀληϑὲς εἶναι; 

4. ΣΩ. ᾿Αλλ εἰ ἀπιστοίην, ὥσσιερ οἱ σοφοί, οὐχ 
ἂν ἄτοπος εἴην" εἶτα σοφιζόμενος φαίην αὐτὴν σπινεῦμα 
Βορέου κατὰ τῶν chmoiov zrergwv σὺν Φαρμακείᾳ τσιαί- 
ζουσαν ὦσαι, χαὶ οὕτω δὴ τελευτήσασαν λεχϑῆναι ὑπὸ 
τοῦ Βορέου ἀγάρπαστον 7εγονέναι n ἐξ “Τρείου πάγου" 
λέγεται γὰρ αὖ καὶ οὗτος ὃ λόγος, ὡς ἐχεῖϑεν ἀλλ᾽ οὐχ ἐν- 
ϑένδε ἡρπάσϑη. ἐγὼ δέ, ὦ Φαῖδρε, ἄλλως μὲν τὰ τοι- 
avra χαρίεντα ἡγοῦμαι, λίαν δὲ δεινοῦ καὶ ἐπειπόνου καὶ 
οὗ πάνυ εὐτυχοῦς ἀνδρός, κατ᾽ ἄλλο μὲν οὐδέν, ὅτι δ᾽ 
αὐτῷ ἀνάγχη μετὰ τοῦτο τὸ τῶν Ἱπποχενταύρων εἶδος 
ἐπτανορϑοῦσϑαι, χαὶ αὖϑις τὸ τῆς Χιμαίρας, καὶ ἐπιρρεῖ 
δὲ ὄχλος τοιούτων Γοργόνων χαὶ Πηγάσων χαὶ ἄλλων 
ἀμηχάνων τιλήϑη TE nal ἀτοττίαι τερατολόγων τινῶν φύ- 
σεων᾽ αἷς εἴ τις ἀπειστῶν τεροσβιβᾷ κατὰ τὸ εἰχὸς ἕχαστον, 
ἅτε ἀγροίχῳ τινὲ σοφίᾳ χρώμενος, “τολλῆς αὐτῷ σχολῆς 
δεήσει. ἐμοὶ δὲ πρὸς αὐτὰ οὐδαμῶς ἐστὶ σχολή᾽ τὸ δὲ αἴ- 
τιον, ὦ φίλε, τούτου τόδε" οὐ δύναμαί πω χατὰ τὸ Aeh- 


Poesie die höchst prosaische Frage 
des Ph.: wie denkst du über die 
Wahrheit der Mythen? — 

cap. 4. In Bezug auf die Lesart 
ὀλμνε.ς ich Stallbaum bei, welcher 
zu den Worten ἢ ἐξ Ἀρείου πάγου 

ἡρπάσθη sagt: Quae cur eji- 
ER censeamus, caussam idoneam 
nullam intelligimus. 

Den ersten Satz des Kap. geben 
Schleiermacher und Hier. Müller 
nicht richtig wieder. „Nicht selt- 
sam würde ich erscheinen, wenn 
ich, wie unsere Weisen, nicht daran 
glaubte“ übersetzt Müller die Worte, 
Das, würde aber griechisch heifsen: 
εἰ ἠπίστουν, οὐχ ἄν ἄτοπος ἦν. 
Die W Worte des Sokrates sind feiner, 
neckischer gesprochen. 8. sagt: 

„ Wenn ich mit unseren Weisen (und 
also auch mit dir, ihrem Schüler,) 
nicht daran glaube, so werde ich 
bei ihnen, wie bei dir, nicht für 


einen ἄτοπος gelten; ich kann dann 
als weiser Mann 'sagen“ u. 8. w. 
S. tadelt mit einiger Derbheit die 
flache Erklärungsweise der Mythen, 
wie sie die Sophisten gaben, deren 
mythologische Kniffe hier aus der 
plastischen Gestalt des Boreas ein 
πνεῦμα Βορέου machen würden. 
Auch manchen Mythologieen unse- 
rer Tage sollte man dieses Kapitel 
vordrucken, Die W. des S. zeigen, 
wie er mit Ph. spielt: der Anfang 
seines Urteils klingt wie ein be- 
ginnendes Lob — ἄλλως μὲν τὰ 
τοιαῦτα χαρίεντα ἡγοῦμαι ---, ἀπο 
die zwei ‚lolgenden Adjectiva δεινὸς 
und ἐπίπονος haben noch guten 
Klang, dann aber kommt mit dem 
οὐ πάνυ εὐτυχής für Ph. der schrille 
Mifston, der sich steigert bis zu der 
ἄγροικος σοφία und der πολλὴ 
σχολή, der Bauernweisheit von 
Mähiegängeizn In den Schluls- 


u‘ HAATQNOLE 


φιχὸν γράμμα γνῶγαι ἐμαυτόν" γελοῖον δή μοι φαίνεται, 
τοῦτο ἔτι ἀγνοοῦντα τὰ ἀλλότρια σκοττεῖν. ὅϑεν δὴ χαί- 
ρειν ἐάσας ταῦτα, σιειϑόμενος δὲ τῷ νομιζομένῳ τειερὶ αὖ- 
τῶν, ὃ νῦν δὴ ἔλεγον, σχοττῶ οὐ ταῦτα ἀλλὰ ἐμαυτόν, εἴτε 
τι ϑηρίον τυγχάνω Τυφῶνος τολυτελοχώτερον χαὶ μᾶλ- 
λον ἐπιτεϑυμμένον, εἴτε ἡμερώτερόν TE χαὶ ἁπλούστερον 
ζῶον, ϑείας τινὸς χαὶ ἀτύφου μοίρας φύσει μετέχον. ἀτάρ, 
ὠ ἑταῖρε, μεταξὺ τῶν λόγων, ag οὐ τόδε ἣν τὸ δένδρον, 
ἐφ᾽ ὅττερ ἦγες ἡμᾶς; 

DAI. Τοῦτο μὲν οὖν αὐτό. 

5. ΣΩ. Νὴ τὴν Ἥραν, χαλή γε ἡ καταγωγή. N τε 
γὰρ σιλάτανος αὕτη μάλ᾽ ἀμφιλαφής ve καὶ ὑψηλή, τοῦ re 
ἄγνου τὸ ὕψος χαὶ τὸ σύσχιον τεάγχαλον, χαὶ ὡς ἀχμὴν 
ἔχει τῆς ἄνϑης, ὡς ἂν εὐωδέστατον παρέχοι τὸν τόπον" 7) 
TE αὖ zEnyn χαριεστάτη ὑπὸ τῆς scharavov δεῖ μάλα ψυ- 
χροῦ ὕδατος, ὥστε γε τῷ ποδὶ τεχμήρασϑαι" Νυμφῶν 
τέ τινων χαὶ ᾿χελῴου ἱερὸν ἀπὸ τῶν χορῶν τὲ καὶ ἀγαλ- 
μάτων ἔοιχεν εἶναι. εἰ δ᾽ αὖ βούλει, τὸ εὔπνουν τοῦ τό- 
σου ὡς ἀγαπητὸν χαὶ σφόδρα ἡδύ" ϑερινόν ve καὶ λιγυ- 
009 ὑπηχεῖ τῷ τῶν τεττίγων χορῷ. πάντων δὲ χομψότα- 
τον τὸ τῆς πόας, ὅτι ἐν ἠρέμα τεροσάντει ἱχανὴ ττέφυχε 
χαταχλινέντι τὴν “κεφαλὴν γπαγχάλως ἔχειν. ὥστε ἄριστά 
σοι ἐξενάγηται, ὦ φίλε Φαῖδρε. 

ΦΑ͂Ι. Σὺ δέ͵) γε, ὦ ϑαυμάσιε, ἀτοπώτατός τις φαί- 


> 
γει. ἀτεχνῶς γάρ, ὃ λέγεις, ξεναγουμένῳ τινὶ καὶ οὐχ. 


ἐσπειχωρίῳ ἔοιχας" οὕτως ἐχ τοῦ ἄστεος οὔτ᾽ εἰς τὴν ὑπτερ- 
ορίαν ἀποδημεῖς, οὔτ᾽ ἔξω τείχους ἔμοιγε δοχεῖς τὸ πταρά- 
σαν ξξιέγαι. 

IQ. Συγγίγνωσχέ μοι, ὦ ἄριστε. φιλομαϑὴς γάρ 


worten, in denen S. mit Τυφῶνος dich einer solchen ἄγροιχος σοφία 
— ἐπιτεϑυμμένον — ἀτύφον auf  hingiebst. 


ein anderes Kunststück der Sophis- 
ten, mylthologische Namen mit unzu- 
reichenden etymologischen Kennt- 
nissen erklären zu wollen, hindeu- 
tet, liegt zugleich für Ph. eine Lehre 
versteckt: γνῶϑι σεαυτόν, ehe du 


cap. ὃ. Zu εἰ δ᾽ αὖ βούλει sagt 
Stallb.: Formulam interpretari licet: 
adde et hoc. Der Deutsche sagt 
ganz wie der Grieche: „wenn du 
willst“ oder „wenn du gestattest®, 
Die Worte sind eine Formel der 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. . 11 


εἶμι" τὰ μὲν οὖν χωρία χαὶ τὰ δένδρα οὐδέν μ᾽ ἐϑέλει dı- 
δάσχειν, οἱ δ᾽ ἐν τῷ ἄστει ἄνϑρωτιοι. σὺ μέντοι δοχεῖς 
μοι τῆς ἐξόδου τὸ φάρμαχον εὑρηχέναι. ὥστσιερ γὰρ οἱ τὰ 
πεινῶντα ϑρέμματα θαλλὸν ἢ τινὰ καρττὸν τυροσείοντες 
ἄγουσι, σὺ ἐμοὶ λόγους οὕτω LBS γον ἐν βιβλίοις τήν 
τὲ -“Αττιχὴν φαίνει περιάξειν arcacav καὶ Orcoı ἂν ἄλλοσε 
βούλῃ. νῦν οὖν ἕν τῷ παρόντι δεῦρ᾽ ἀφιχόμενος ἐγὼ μέν 
μοι δοχῶ καταχεῖσϑαι, σὺ δ᾽ ἐν ὁποίῳ σχήματι οἴει ῥᾷστα 


ἀναγνώσεσϑαι, τοῦϑ᾽ Ehousvog avayiyvwore. 


ΦΑ͂Ι. ἄκουε δή. 


6. Περὶ μὲν τῶν ἐμῶν πραγμάτων ἐπίστασαι, καὶ 


Höflichkeit. Auch für das ἐϑέλει 
in τὰ δένδρα οὐδὲν μ᾽ ἐϑέλει δι- 
δάσχειν haben wir den entspre- 
chenden Ausdruck in unserem: „was 
will das sagen?“ In Bezug, auf 
den Inhalt des Kap. ist zu bemerken, 
dafs uns Plato den δ. zuerst als 
einen Mann schildert, der für die 
Schönheit der Natur tief empfäng- 
lich ist; denn die Schilderung der 
herrlichen Stätte wird durch keine 
satirische oder ironische Bemerkung 
unterbrochen. Die satirische Be- 
merkung folgt erst am Schlufs der 
Schilderung in den Worten σιάν- 
τῶν δὲ κομψότατον κ. τ. ἑ. 5. 
spricht sie wohl, indem er den Blick 
von der herrlichen Umgebung auf 
seinen prosaischen ξεγαγός fallen 
läfst, der ihn an den ihm bevor- 
stehenden Genufs erinnert. Wie 
wenig Ph. von der Schönheit des 
Platzes bezaubert ist, zeigt nur zu 
deutlich seine Antwort, die mit 
keiner Silbe auf S. begeisterte Schil- 
derung eingeht, sondern an einen 
Wortklang anknüpfend den 8. ta- 
delt, dals er so selten die Stadt 
verlasse. 

Die Gegenrede des S. halte ich, 
wie mir das συγγίγνωσχέ μοι 
„nimm es nicht übel* anzudeuten 
scheint, für scherzend und würde 
sie deshalb nur mit Vorsicht zu 
einer Charakteristik des Platoni- 


schen S. verwenden. Wahrhaft 
schalkhaft ist die Schmeichelei, die 
S. mit den W. σὺ μέντοι 
x. τ. &. dem Ph. sagt: „Du ver- 
stehst’s mich hinauszubringen; wie 
der Schäfer die Schafe mit einem 
Zweige lockt, den er ihnen vorhält, 
so hältst du mir deine Rede vor 
und lockst mich durch ganz Attika 
und wohin sonst immer du willst“, 
Einen leisen Hohn aber enthalten 
die Schlufsworte: „Ich werde es 
mir jetzt bequem machen und mich 
legen: du halte es, wie du willst — 
lies nur!“ 

cap. 6. Nachdem uns so Plato 
in dem Prologos über Ort und Zeit 
und über die Personen, die vor uns 
auftreten, unterrichtet hat, läfst er 
den Ph. seine Rede halten, ge- 
wissermafsen die Parodos des Dra- 
mas. Das Urteil über die Rede 
giebt S. im zehnten Kapitel selbst 
in seiner satirischen Weise: δεῖ τὸν 
λόγον ἐπαινεϑῆναι ἐχείνῃ μόνον, 
ὅτι σαφῆ καὶ στρογγύλα, καὶ ἀκρι: 
Pos, ἕχαστα τῶν ὀνομάτων ἀπο- 
τετόρνηυται und ἔδοξέν μοι ὃὶς 
χαὶ τρὶς τὰ αὐτὰ εἰρηκέναι ὡς 
οὐ πάνυ εὐπορῶν τοῦ πολλὰ λέ- 
Br περὶ τοῦ αὐτοῦ. Mit Bitter- 
eit ausgesprochen lautet das Urteil: 
„wässerige Gedanken in abgerun- 
deter Form zwei- und dreimal wie- 
derholt“*. Man darf aber die Rede 


mm nn u 


Zar 


m τ ὩΦΤ 


Ἐν. 
en 


᾿ 


2 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ὡς νομίζω συμφέρειν ἡμῖν γενομένων τούτων ἀχήχοας" 
ἀξιῶ δὲ μὴ διὰ τοῦτο ἀτυχῆσαι ὧν δέομαι, ὅτε οὐχ ἐρα- 
eig ὧν σου τυγχάνω. ὡς ἐκείνοις μὲν τότε μεταμέλει ὧν 
ἂν eu ποιήσωσιν, ἐπειδὰν τῆς ἐπιϑυμίας “πταὐσωνται" τοῖς 
δὲ οὐχ ἔστι χρόνος, ἐν ᾧ μεταγνῶναι προσήκει. οὐ γὰρ 
Dre avayıng ἀλλ᾽ ἑκόντες, ὡς ἂν ἄριστα περὶ τῶν οἰκείων 
βουλεύσαιντο, πρὸς τὴν δύναμιν τὴν αὐτῶν εὖ ποιοῦσιν. 
ἔτι δὲ οἱ μὲν ἐρῶντες σχοτιοῦσιν & τὲ χαχῶς διέϑεντο τῶν 
αὑτῶν διὰ τὸν ἔρωτα χαὶ ἃ πεποιήχασιν εὖ, καὶ ὃν εἶχον 
πόνον προστιϑέντες ἡγοῦνται τιάλαι τὴν ἀξίαν ἀποδεδω- 
χέναι χάριν τοῖς ἐρωμένοις" τοῖς δὲ μὴ ἐρῶσιν οὔτε τὴν 
τῶν οἰχείων ἀμέλειαν διὰ τοῦτο ἔστι τιροφασίζεσϑαι, οὔτε 
τοὺς παρεληλυϑότας πόνους ὑτιολογίζεσϑαι, οὔτε τὰς 
πρὸς τοὺς προσήχοντας διαφορὰς αἰτιάσασθαι" ὥστε 
περιῃρημένων τοσούτων καχῶν οὐδὲν ὑπολείσεεται ἀλλ᾽ ἢ 
ποιεῖν ττροϑύμως, ὅ τι ἂν αὐτοῖς οἴωνται τιράξαντες χαρι- 


εἴσϑαι. ἔτι δὲ εἰ διὰ τοῦτο ἄξιον τοὺς ἐρῶντας τεερὶ πολ- 
a -» a ᾽ DB ’ εν T RN 
λοῦ ποιξῖσθϑαι, OTı τούτους ualıora φασι φιλεῖν Wv ἂν 


ja nicht ernst auffassen: Plato 
muls sich bewufst sein, dals er 
hier selbst den flachsten Rhetoriker 
noch karikiert. Der „kalte, selbst- 
süchtig berechnende, bei seinem 
Jagen nach möglichst leidenschafts- 
losem Sinnesgenuls noch den heuch- 
lerischen Schein sittlicher Selbst- 
beherrschung annehmende Ver- 
standesmensch“ (Steinhart) 
steckt wohl schon deshalb nicht in 
der Rede, weil sie so wenig Ver- 
stand enthält. Ich würde sagen: 
Die Rede zeigt, wie die Hingabe an 
die blofse Form den logischen und 
den sittlichen Inhalt vergessen lälst 
und wie das Fehlen des sittlichen 
und des logischen Gedankens die 
klare und abgerundete Form hohl 
erscheinen lälfst. 

Die Schwierigkeit der Rede liegt 
für den, welcher sie zum ersten 
Male liest, in der Flachheit, ihrer 
logisch nicht geordneten Gedanken, 


welche rhetorischer Schmuck ver- 
decken soll. Wie gleich der An- 
fang die Logik vermissen läfst, lehrt 
S. ὃς 14 selber: περὲ παντὸς μία 
ἀρχὴ τοῖς μέλλουσι καλῶς βου- 
λεύεσϑαι" εἰδέναι δεῖ περὲ οὐ ἂν 

ουλή, ἢ παντὸς ἁμαρτάνειν 
AH νν γι Anfang ne Rede 
ist illkür, ein Hinweis in das 
Blaue: περὲ — ἐπίστασαι und dient 
nur, die nicht zu beweisende Voraus- 
setzung zu verstecken (ὡς νομίζω 
συμφέρειν ἡμῖν γεν. τουτ.). Platos 
künstlerischer Takt läfst sodann den 
Lysias das Thema seiner Rede nicht 
so schroff aussprechen, als Ph. es 
uns mitgeteilt hat. Des Ph. Worte: 
χαριστέον μὴ ἐρῶντι μᾶλλον ἢ 
ἐρῶντι suchen wir vergeblich. Es 
heilst satt ihrer: ἀξιῶ μὴ διὰ τοῦ- 
το ἀτυχῆσαι ὧν δέομαι x. τ. ἑ, 
Lysias schiebt dann statt des χαρί- 
ζεσϑαι das mildere περὲ πολλοῦ 
ποιεῖσθαι ein und gebraucht weiter- 


en EEE 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. ᾿ 18 


ἐρῶσι, καὶ ἕτοιμοί εἰσι καὶ Ex τῶν λόγων χαὶ ἔχ τῶν ἔργων 
τοῖς ἄλλοις ἀπιεχϑανόμενοι τοῖς ἐρωμένοις χαρίζεσϑαι, 
ö@dıov γνῶναι, εἰ ἀληϑῆ λέγουσιν, οἵ γ᾽ ὅσων ἂν ὕστερον 
ἐρασϑῶσιν, Eneivoug αὐτῶν τιερὶ 7rhelovog ποιήσονται, 
καὶ δῆλον ὅτι, ἐὰν ἐκείνοις δοχῇ, καὶ τούτους χαχῶς ποιή- 


σουσι. 


χαὶ τοι χῶς εἶχός ἔστι τοιοῦτον πρᾶγμα προέσϑαι 


τοιαύτην ἔχοντι συμφοράν, ἣν οὐδ᾽ ἂν ἐπιχειρήσειεν οὐ- 
δεὶς ἔμπειρος ὧν ἀποτρέπειν; καὶ γὰρ αὐτοί ὁμολογοῦσι 
γοσεῖν μᾶλλον ἢ σωφρονεῖν, καὶ εἰδέναι ὅτι χαχῶς φρο- 


hin das χαρίζεσθαι, wenn er von 
dem Liebhaber, nicht, wenn er von 
dem Nichtliebenden spricht. So 
läfst er sein Thema aus dem Gegen- 
satze ahnen, stellt es aber nicht 
‘mit klaren Worten auf. 


Seinen Beweis beginnt Lysias in- 
folge der mangelnden Definition des 
Hauptbegriffes seines Themas will- 
kürlich mit der μεταμέλεια τῶν 


ἐρώντων. Er giebt uns dann in 
den beiden ersten Beweissätzen ὡς 
ἐχείνοις — εὐ ποιοῦσιν und ἔτι 
δὲ zul — πράξαντες χαριεῖσϑαι 


nichts als eine Tautologie, deren 
Armut er durch eine Fülle rheto- 
rischen Schmuckes zu verdecken 
sucht. Dahin gehört schon der 
Wechsel in den Verben des ersten 
Satzes: ἐπίστασαι und ἀχήχοας, 
ferner der i in den Ausdrücken τότε 
und οὐχ ἔστι χρόνος, μεταμέλει 
und μεταγνῶναι. Er bietet ferner 
äulserlich, scharfe Gegensätze, wie 
οὐχ ὑπ᾽ ἀνάγκης, ἀλλ᾽ ἑχόντες -- 
α TE χαχῶς. διέϑεντο und & πε- 
ποιήχασιν εὐ; endlich volltönende 
Worte, wie die Media προφασίζε- 
σϑαι, ὑπολογίζεσθαι, αἰτιάσασϑαι 
und πράξαντες χαριεῖσθαι. Die 
Gegenüberstellung des ἐρῶν und 
des un ἐρῶν aber gie ihm die 
beste Gelegenheit, dasselbe mit 
anderen Worten dig χαὶ τρὶς zu 
sagen. 

Die folgenden Worte von ἔτι δὲ 
εἰ διὰ τοῦτο x. τ. &. bieten einige 


grammatische Schwierigkeiten. Es 
fragt sich zunächst, was zu φασὶ 
und zu λέγουσι (in εἰ ἀληϑῆ λέγου- 
σι) Subjekt ist, und die Heraus- 
geber streiten, ob zu beiden Verben 
οἱ ἐρῶντες (Stallbaum und Hier. 
Müller) oder οἱ ἄνϑρωποι (Hein- 
dorf) zu ergänzen ist. Ich meine, 
zu φασὶ als Subjekt οἱ ἐρῶντες 
zu nehmen, verbietet das vorher- 
gehende τούτους d. i. τούτους τοὺς 


ἐρῶντας; τὰ λέγουσιν aber muls 


aus dem folgenden οἱ, wie mit C. 
F. Hermann (οἵ γε) statt ὅτι zu 
lesen ist, als Subjekt οὗτοι genom- 
men werden. Der Satzheifst deutsch: 

„Verdienen deshalb die Liebenden, 
dals man sie hoch schätze, weil, 
wie es heilst, sie die besten Freunde 
derer sind, die sie lieben, und bereit, 
mit Wort und That den Hals anderer 
sich zuzuziehen, um ihren Geliebten 
gefällig zu sein, so läfst sich leicht 
erkennen, ob (dies nur eine Behaup- 
tung der Liebenden ist und ob) die- 
jenigen die Wahrheit sagen, welche 
u. 8. w.“ Aber auch wenn man die 
Lesart ὅτε beibehält, ändert das die 
Übersetzung des Vordersatzes nicht; 
der Nachsatz würde dann nur heifsen: 

„so läfst sich leicht erkennen, ob 
man (οἱ ἀνϑρωποι) die Wahrheit 
hiermit sagt (oder nicht), weil sie 
(ἐκείνους Sc. τοὺς ἐρῶντας), wen 
sie später lieb gewinnen, immer 
höher schätzen u. s. w.“ 


Schwieriger ist die Erklärung der 


14 TAATQONOZ 


γοῦσιν, ἀλλ᾽ οὐ δύνασϑαι αὑτῶν χρατεῖν" ὥστε πῶς ἂν 
εὐ φρονήσαντες ταῦτα χαλῶς ἔχειν ἡγήσαιντο περὶ ὧν 
οὕτω διαχείμενοι βούλονται; χαὶ μὲν δὴ εἶ μὲν ἐχ τῶν 
ἐρώντων τὸν βέλτιστον αἵροῖο, ἐξ ὀλίγων ἄν σοι ἡ ἔχλεξις 
εἴη" εἰ δ᾽ Ex τῶν ἄλλων τὸν σαυτῷ ἐπιτηδειότατον, ἐκχ 
χπολλῶν᾽ ὥστε πολὺ πλείων ἐλπὶς ἐν τοῖς πολλοῖς ὄντα 
τυχεῖν τὸν ἄξιον τῆς σῆς φιλίας. 

ἡ. Εἰ τοίνυν τὸν νόμον τὸν χαϑεστηχότα δέδοικας, 
μὴ τευϑομένων τῶν ἀνθρώπων ὄνειδός σοι γένηται, εἶχός 
ἐστι τοὺς μὲν ἐρῶντας, οὕτως ἂν οἰομένους χαὶ ὑπὸ τῶν 
ἄλλων ζηλοῦσϑαι ὥσττερ αὐτοὺς bp αὑτῶν, ἐπαρϑῆναι 
τὸ λέγειν καὶ φιλοτιμουμένους ἐπιδείχνυσϑαι πρὸς ἄπταν- 
τας, ὅτι οὐχ ἄλλως αὐτοῖς τιεπτόνηται᾽" τοὺς δὲ μὴ ἐρῶν- 
τας, χρείττους αὑτῶν ὄντας, τὸ βέλτιστον ἀντὶ τῆς δό- 


- \ - 3 ΄ ind 4 
Ins τῆς παρὰ τῶν ἀνϑρώττων αἱρεῖσϑαι. ἔτι δὲ τοὺς μὲν 


Worte ὥστε πῶς ἀν — διαχεί- 
μενοι βούλονται. Der Satz ist einer 
von denen, welche schwierig zu ver- 
stehen sind, weil sie eine grolse 
Flachheit enthalten, die niemand 
vermutet. Der Redner hat mit gro- 
[sem Wortschwall gesagt: aus einem 
Liebhaber kann ein Mann werden, 
der schliefslich dem ersten Gelieb- 
ten UÜbles zufügt. Er fährt dann 
mit derselben Breite fort: man soll 
sich nicht mit jemand in ein Liebes- 
verhältnis einlassen, der seinem 
eigenen Geständnisse nach ein Kran- 
ker ist und der weils, dals er sich 
nicht selbst beherrschen kann. Die- 
sem an sich so flachen Satze sucht 
er nur mit den Worten ὥστε πῶς 
— βούλονται Nachdruck zu geben. 
Wie, sagt er, kann man nur, wenn 
man zu Verstande gekommen ist, 
glauben, ταῦτα χαλῶς ἔχειν, es 
verhalte sich dasjenige wohl, in 
Bezug worauf man, wenn man in 
dieser Lage ἃ. i. bei Verstande ist, 
sich wohl zu befinden wünscht? 
d. h. wie kann ein verständiger 
Mensch glauben, dals ein Krank- 
heitszustand etwas Gutes sei? Das 


οὕτως διαχείμενοι weist also auf 
εὺ φρονήσαντες (Stallb.) zurück 
und ist ein anderer Ausdruck für 
εὖ φρονοῦντες, Objekt aber zu 


Re ist χαλῶς ἔχειν. Die 


orte würden, deutlicher gespro- 
chen, heilsen: περὲ ὧν (ἀνϑρωποὺ) 
οὕτω διακείμενοι χαλῶς ἔχειν 
βούλονται. 

cap. 7. Die Hohlheit der Beweis- 
führung zeigt sich genügend durch 
die Übersetzung, und die Flachheit 
der rhetorischen Form mit ihren 


Gegensätzen und Gleichklängen und 


dem Wortschwall fällt auch von 
selbst in die Augen. Will man aber 
die ganze Seichtheit der Rede in 
das rechte Licht stellen, so hat 
man nur nötig, die überflüssigen 
Worte zu streichen. cap. 7 sieht 
dann ungefähr so aus: Ei τοίνυν 
τὸν νόμον δέδοιχας, μὴ ὄνειδός 
σοι γένηται, εἰχός ἐστι τοὺς μὲν 
ἐρῶντας ἐπαρϑῆναι τῷ λέγειν 
πρὸς ἅπαντας, ὅτι οὐχ ἄλλως 
αὐτοῖς πεπόνηται" τοὺς δὲ μὴ 
ἐρῶντας, χρείττους αὑτῶν ὅν τας, 
τὸ βέλτιστον ἀντὲ τῆς δόξης «i- 
ρεῖσϑαι. ἔτι δὲ τοὺς μὲν ἐρῶντας 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. x 15 


ἐρῶντας πολλοὺς avayın πυϑέσϑαι καὶ ἰδεῖν, ἀχολου- 
ϑοῦντας τοῖς ἐρωμένοις Aal ἔργον τοῦτο στοιουμένους, 
ὥστε ὅταν ὀφϑῶσι διαλεγόμενοι ἀλλήλοις, τότε αὐτοὺς 
οἴονται ἢ γεγενημένης ἢ μελλούσης ἔσεσϑαι τῆς ἐπειϑυ- 
wiag συνεῖναι" τοὺς δὲ μὴ ἐρῶντας οὐδ᾽ αἰτιᾶσϑαι διὰ 
τὴν συνουσίαν ἐπιχειροῦσιν, εἰδότες ὅτι ἀναγχαῖόν ἐστιν 
ἢ διὰ φιλίαν τῳ διαλέγεσϑαι ἢ δι᾿ ἄλλην τινὰ ἡδονήν. χαὶ 
μὲν δὴ εἰ σοι δέος παρέστηχεν ἡγουμένῳ χαλεπὸν εἶναι 
φιλίαν συμμένειν, χαὶ ἄλλῳ μὲν τρόπῳ διαφορᾶς γενομέ- 
γης χοιγὴν ἀμφοτέροις χαταστῆναι τὴν συμφοράν, τέροε- 
μένου δέ σου ἃ περὶ πλείστου ποιεῖ μεγάλην av σοι βλά- 
βην γενέσϑαι, εἰχότως ἂν τοὺς ἐρῶντας μᾶλλον ἂν φοβοῖο" 
πολλὰ γὰρ αὐτούς ἐστι τὰ λυττοῦντα, καὶ save ἐπὶ τῇ 
αὑτῶν βλάβη νομίζουσι γίγνεσϑαι. διόττερ χαὶ τὰς πρὸς 
τοὺς ἄλλους τῶν ἐρωμένων συνουσίας ἀποτρέπουσι, φο- 
βούμενοι τοὺς μὲν οὐσίαν χεχτημένους, μὴ χρήμασιν αὐ- 
τοὺς ὑπερβάλωνται, τοὺς δὲ πετιαιδευμένους, μὴ συνέσει 
χρείττους γένωνται᾽ τῶν δ᾽ ἄλλο τι χεχτημένων ἀγαϑόν͵ 


τὴν δύναμιν ἑχάστου φυλάττονται. πείσαντες μὲν οὖν 
2 7 N ß - \ 
ἀτεέχϑεσϑαί σε τούτοις εἰς ἐρημίαν φίλων χαϑιστᾶσιν, ἐὰν 

> 


x = 7 2 a 

δὲ TO σεαυτοῦ σχοττῶν ἄμεινον ἐχείνων φρονῆς, ἥξεις av- 
- > AR 9 4 \ 45... m ΕΣ 3 \ 2 

τοῖς εἰς διαφοράν" ὁσοι δὲ μὴ ἐρῶντες ἔτυχον, ἀλλὰ δὲ 

2 x ) BY Ἂς z 

ἀρετὴν ἔπραξαν ὧν ἐδέοντο, οὐχ ἂν τοῖς συνοῦσι φϑο- 
- 2 \ , u ’ > 

γοῖεν, ἀλλὰ τοὺς μὴ ἐθέλοντας μισοῖεν, ἡγούμενοι ὑπ’ 


πολλοὺς ἀνάγκη πυϑέσϑαι, ἀχο- πάντα γὰρ ἐπὶ τῇ αὑτῶν βλάβῃ 


λουϑοῦντας τοῖς ἐρωμένοις, VOTE 
Ὅταν ὀφϑῶσι διαλεγόμ EvoL ἀλλή- 
λοις, αὐτοὺς οἴονται ἢ γεγενημέ- 
vnsn μελλούσης ἔσεσϑαι τῆς ἐπιϑυ- 
μίας συνεῖναι" τοὺς δὲ μὴ ἐρῶντας 
οὐδ᾽ αἰτιᾶσθαι διὰ τὴν συνουσίαν 
ἐπιχειροῦσιν, εἰδότες ὅτι avay- 
χαῖόν ἐστι διαλέγεσϑαί τῳ. καὶ 

μὲν δὴ εἴ σοι δέος παρέστηκεν 
ἡγουμένῳ χαλεπὸν εἶναι φιλίαν 
συμμένειν καὶ διαφορᾶς γενομέ- 
νης χφιγὴν ἀμφοτέροις χαταστῆ- 
va τὴν συμφοράν, εἰχότως ἂν 
τοὺς ἐρῶντας μᾶλλον ἂν φοβοῖο" 


νομίζουσι γενέσθαι" x. τ. ἕ. 

Die flachen Gedanken der Rede 
sind oft ganz unvermittelt an ein- 
ander geknüpft, oft bietet ein an 
sich gleichgiltiges Wort die Brücke 
zwischen zweien von ihnen. So 
das Wort φιλία in dem Satze: εἰς 
δότες, ὅτι ἀναγκαῖόν ἐστιν ἢ διὰ 
φιλίαν x. τ. &., das den folgenden 
Gedanken veranlafst: el σοι “δέος 
χαλεπὸν εἶναι φιλίαν συμμένειν, 
oder die Worte 1 ὄνον ἐσομένης, 
die in dem ἐσχυρᾶν (ὡς οὐχ οἷόν 
τε ἰσχυρὰν φιλίαν γενέσθαι) des 


16 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ἐχείνων μὲν ὑτιερορᾶσϑαι, ὑπὸ τῶν συνόντων δὲ ὠφελεῖ- 
σϑαι, ὥστε τιολὺ τελείων ἐλτεὶς φιλίαν αὐτοῖς ἐκ τοῦ τεράγ- 
ματος ἢ ἔχϑραν γενήσεσϑαι. 

8, Kal μὲν δὴ τῶν μὲν ἐρώντων πολλοὶ πρότερον 
τοῦ σώματος ἐτιεϑύμησαν ἢ τὸν τρόπτον ἔγνωσαν καὶ τῶν 
ἄλλων οἰχείων ἔμπειροι ἐγένοντο, ὥστε ἄδηλον [αὐτοῖς] 
ei ἔτι τότε βουλήσονται φέλοι εἶναι, ἐπειδὰν τῆς ἐπιϑυ- 
μέας παύσωνται" τοῖς δὲ μὴ ἐρῶσιν, οἱ καὶ πιρότερον 
ἀλλήλοις φίλοι ὄντες ταῦτα ἔπραξαν, οὐκ ἐξ ὧν ἂν εὖ 
πάϑωσι ταῦτα εἰχὸς ἐλάττω τὴν φιλέαν αὐτοῖς ποιῆσαι, 
ἀλλὰ ταῦτα μνημεῖα καταλειφϑῆναι τῶν μελλόντων ἔσε- 
σϑαι. χαὶ μὲν δὴ βελτίονέ σοι πιρροσήχει γενέσϑαι ἐμοὶ 
γιδιϑομένῳ ἢ ἐραστῇ. ἐνεῖνοι μὲν γὰρ χαὶ παρὰ τὸ βέλ- 
τιστον va τὰ λεγόμενα χαὶ τὰ τιραττόμεγα ἐπαινοῦσι, τὰ 
μὲν δεδιότες μὴ ἀττέχϑωνται, τὰ δὲ καὶ αὐτοὶ χεῖρον διὰ 
τὴν ἐπιϑυμίαν γιγνώσχοντες. τοιαῦτα γὰρ ὃ ἔρως ἐπι- 
δείχνυται" δυστυχοῦντας μέν, ἃ μὴ λύπην τοῖς ἄλλοις παρ- 
ἔχει, ἀνιαρὰ ποιεῖ νομίζειν" εὐτυχοῦντας δὲ Kal τὰ μὴ 
ἡδονῆς ἄξια παρ᾽ ἐχείνων ἐπαίνου ἀναγχάζει τυγχάνειν" 
ὥστε πολὺ μᾶλλον ἐλεεῖν τοῖς ἐρωμένοις ἢ ζηλοῦν αὐτοῦς 
γιροσήχει. ἐὰν δ᾽ ἐμοὶ τεείϑῃ, ττρῶτον μὲν οὐ τὴν πεαροῦσαν 
ἡδονὴν ϑερατιεύων συνέσομαί σοι, ἀλλὰ καὶ τὴν μέλλουσαν 
ὠφέλειαν ἔσεσϑαι, οὐχ Ur ἔρωτος ἡττώμενος, ἀλλ᾽ ἐμαυ- 
τοῦ χρατῶν, οὐδὲ διὰ σμιχρὰ ἰσχυρὰν ἔχϑραν ἀναιρούμενος, 
ἀλλὰ διὰ μεγάλα βραδέως ὀλίγην ὀργὴν ποιούμενος, τῶν 
μὲν ἀχουσίων συγγνώμην. ἔχων, τὰ δὲ ἑχούσια πειρώμε- 
γος ἀτιοτρέσιδιν" ταῦτα γάρ ἐστι φιλίας σεολὺν χρόνον ἐσο- 
μένης τεχμήρια. εἰ δ᾽ ἄρα σοι τοῦτο πιαρέστηχεν, WS οὐχ 


folgenden Satzes wiederklingendden geben durch die allgemeine oder 
Gedanken dieses letzteren Satzes verallgemeinernde Form, dieerihnen 
hervorriefen, giebt. So in den W. ταῦτα γὰρ 

cap. 8. In diesem Kapitel sucht ὁ ἔρως δείκνυται" δυςτυχοῦντας 
der Redner nach Art grolser Redner, μὲν x. τ. ὃ. Oder in den W, rav- 


die eine Beweisführung mit einer 
Sentenz beginnen oder schlielsen, 
(so häufig Thukydides und Demo- 
sthenes) seinem Beweise Kraft zu 


τὰ γάρ ἐστι φιλίας πολὺν χρόνον 
ἐσομένης τεχμήρια. Er führt dabei 
selbst, um nur die Antithese zu 
gewinnen, einen Satz an — weyi- 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 17 


οἷόν TE ἰσχυρὰν φιλίαν γενέσϑαι, ἐὰν μή τις ἐρῶν τυγχά- 
vn, ἐνθυμεῖσϑαι χρή: ὅτι οὔτ᾽ ἂν τοὺς υἱεῖς τιερὶ 1 πολλοῦ 
ἐποιούμεϑα οὔτ᾽ ἂν τοὺς zrar£gag χαὶ τὰς μητέρας, οὔτ᾽ 
ἂν πιστοὺς φίλους ἐκεχτήμεϑα, οἱ οὐκ ἐξ ἐπιϑυμίας τοι- 
αύτης γεγόνασιν ἀλλ᾽ ἐξ ἑτέρων ἐπιτηδευμάτων. 

9. Ἔτι δὲ εἰ χρὴ τοῖς δεομένοις μάλιστα χαρίζε- 
σϑαι, “προσήχει χαὶ τοῖς ἄλλοις μὴ τοὺς βελτίστους ἀλλὰ 
τοὺς ἀπορωτάτους Ev ποιεῖν" μεγίστων γὰρ ἀτταλλαγέν- 
τες χαχῶν scheiornvy χάριν αὐτοῖς εἴσονται. καὶ μὲν δὴ χαὶ 
ἐν ταῖς ἰδίαις δαττάναις οὐ τοὺς φίλους ἄξιον παρακαλεῖν, 
ἀλλὰ τοὺς προσαιτοῦντας χαὶ τοὺς δεομένους ττλησμονῆς" 
ἐχεῖνοι γὰρ χαὶ ἀγαπήσουσι χαὶ ἀχολουϑήσουσι καὶ Erel 
τὰς ϑύρας ἥξουσι καὶ μάλιστα ἡσϑήσονται καὶ οὐκ ἐλαχί- 
στην χάριν εἴσονται χαὶ πολλὰ ἀγαϑὰ αὐτοῖς εὔξονται. 
ἀλλ᾽ ἴσως προσήκχει οὐ τοῖς σφόδρα δεομένοις χαρίζεσϑαι, 
ἀλλὰ τοῖς μάλιστα ἀποδοῦναι χάριν δυναμένοις οὐδὲ τοῖς 
70000170001 μόνον, ἀλλὰ τοῖς τοῦ πράγματος ἀξίοις" 
οὐδὲ ὅσοι τῆς σῆς ὥρας ἀπολαύσονται, ἀλλ᾽ οἵ τινες περε- 
σβυτέρῳ γενομένῳ τῶν σφετέρων ἀγαϑῶν μεταδώσουσιν᾽ 
οὐδὲ οἱ διατεραξάμενοι τερὸς τοὺς ἄλλους φιλοτιμήσονται, 
ἀλλ᾽ οἵ τινὲς αἰσχυνόμενοι τιρὸς Arcavrag σιωττήσονται" 
οὐδὲ τοῖς ὀλίγον χρόνον σπουδάζουσιν, ἀλλὰ τοῖς δμοίως 
διὰ παντὸς τοῦ βίου φίλοις ἐσομένοις" οὐδὲ οἵ τινες πταυ- 
όμενοι τῆς ἐπιιϑυμίας ἔχϑρας πρόφασιν ζητήσουσιν, ἀλλ᾽ 
οἱ πταυσαμένοις τῆς ὥρας τότε τὴν αὑτῶν ἀρετὴν ἐτιιδεί- 
ξονται. σὺ οὖν τῶν τε εἰρημένων μέμνησο, χαὶ ἐκεῖνο ἐν- 
ϑυμοῦ, ὅτι τοὺς μὲν ἐρῶντας οἱ φίλοι νουϑετοῦσιν ὡς ὄν- 
τος χαχοῦ τοῦ ἐπιτηδεύματος, τοῖς δὲ μὴ ἐρῶσιν. οὐδεὶς 
χτώττοτε τῶν οἰχείων ἐμέμψατο ὡς διὰ τοῦτο κακῶς βου- 
λευομένοις τυερὶ ἑαυτῶν. ἴσως μὲν οὖν ἂν ἔροιό με, εἰ 


στων γὰρ ἀπαλλαγέντας χαχῶν 


rag 2 χάριν αὐτοῖς εἴσονται---, 

dessen Wahrheit er bald selbst an- 

zufechten scheint, wenn er sagt: 

ἀλλ᾽ ἴσως προσήκει οὐ τοῖς σφό- 

ὅρα δεομένοις x. τ. &. (cap. 9). 
Plato, Phädrus, 


cap. 9. In ihrem Ausgange wird 
die Rede auch in der Form am 
flachsten; denn sie bewegt sich in 
dem immer wiederholten οὐχ — 
ἀλλά, οὐδὲ — ἀλλά in geradezu 
ermüdenden Gegensätzen, die da- 


2 


- 


18 HAATSNOZ 


arcaoi σοι agawo τοῖς un ἐρῶσι χαρίζεσθαι" ἐγὼ δὲ ol- 
uar οὐδ᾽ ἂν τὸν ἐρῶντα τιρὸς ἅτιαντάς σὲ κελεύειν τοὺς 
ἐρῶντας ταύτην ἔχειν τὴν διάνοιαν. οὔτε γὰρ τῷ λόγῳ 
λαμβάνοντι χάριτος ἴσης ἄξιον, οὔτε σοὶ βουλομένῳ τοὺς 
ἄλλους λανϑάνειν ὁμοίως δυνατόν" δεῖ δὲ βλάβην μὲν 
are αὐτοῦ μηδεμίαν, ὠφέλειαν δὲ ἀμφοῖν γίγνεσϑαι. ἐγὼ 
μὲν οὖν ἱχανά μοι γομέζω τὰ εἰρημένα" εἰ δέ τε σὺ σπο- 


᾿- c ’ χὰ , 
ϑεῖς, ἡγούμενος ππαραλελεῖφϑαι, ἐρώτα. 
10 Τί σ , 5 - ς λ , τ > ς . 
. Τί σοι φαίνεται, ὦ Σώχρατες, ὃ λόγος ; οὐχ ὑὕττερ 
- , 2 er > ’ - 
φυῶς τὰ τὲ ἄλλα χαὶ τοῖς ὀνόμασιν εἰρῆσϑαι; 
; 5 5 Ex [4 
ΣΩ. δαιμονίως μὲν οὖν, ὦ ἑταῖρε, WOTE uE ἔχτελα- 
γῆναι. χαὶ τοῦτο ἐγὼ ἔπαϑον διὰ σέ, ὦ Φαῖδρε, πρὸς σὲ 
2 ,ὔ cr [4 [4 x nz [2 
ἀπτοβλέπτων, ὅτε ἐμοὶ ἐδόχεις γάνυσϑαι ὑττὸ τοῦ λόγου 


\ 3 ’ 
μεταξὺ ἀναγιγνώσχων. 


ἡγούμενος γὰρ σὲ μαλλον ἢ ἐμὲ 


ἐχταΐειν ττερὶ τῶν τοιούτων σοὶ εἱπόμην, χαὶ ἑπόμενος 
συνεβάχχευσα μετὰ σοῦ τῆς ϑείας χεφαλῆς. 

®AI. Εἶεν" οὕτω δὴ δοχεῖ τταίζειν; 

ΣΩ. 4Δοχῶ γάρ σοι παίζειν χαὶ οὐχὲ ἐστιουδαχέναι; 

®AI. ηδαμῶς, ὦ Σώχρατες, ἀλλ᾽ ὡς ἀληϑῶς εἰπὲ 
χερὸς Διὸς φιλίου, οἴει av τινα ἔχειν εἰχεεῖν ἄλλον τῶν 


durch langweilen, dafs sie, wie eine 
schlechte Predigt, den Schlufs zu 
langeahnen lassen, ehe sieihn geben. 
Wie charakteristisch aber für die 
Moral des Redners der Schlufsge- 
danke der eigentlichen Rede (der δὲ 
βλάβην — ylyvsodaı) ist, braucht 
wohl kaum angedeutet zu werden. 

eap. 10. Als Ph. seine Rede 
beendet hat, wendet er sich mit 
einer triumphierenden Frage an S.: 
οὐχ ὑπερφυῶς x. τ. &. und cha- 
rakterisiert sich dabei selber mit 
dem τοῖς ὀνόμασιν, verrät, dals 
ihm die ὀνόματα das Wichtigste 
an der Rede sind. S. überbietet 
das jubelnde ὑπερφυῶς sehr gut 
mit dem δαιμονίως, schwächt aber 
dann sein Urteil ab oder hebt es 
vielmehr auf damit, dals er sagt, 
nicht die Rede, sondern Ph. mit 


seinem Vortrage habe ihn bezaubert. 
Dabei ist zu achten auf die wirkungs- 
volle Stellung der W. μεταξὺ ave- 
γιγνώσχων, Welche das mit dem 
γάνυσϑαι ὑπὸ τοῦ λόγου dem Ph. 


scheinbar gespendeteLobrecht derb, . 


wie in einem Lustspiel wieder auf- 
heben: „und du hast doch nur etwas 
vorgelesen!“ Die übertreibenden 
Ausdrücke συμβαχχεύειν und ϑεία 
χεφαλή rufen dann selbst in Ph. 
Zweifel wach. Er lälst sich aber 
leicht beruhigen und wiederholt 
seine Frage in einer immer noch 
zuversichtlichen, aber doch nicht 
mehr so triumphierenden Form. S. 
simuliert darauf Staunen mit der 
Frage: τί δέ; und dem folgenden. 
S. peinigt den Ph. dadurch, dafs 
er sein Erstaunen, so zu sagen, 
brockenweise zu erkennen giebt. 


DAIAPON. 19 


Ἑλλήνων ἕτερα τούτων μείζω χαὶ τιλείω “τερὶ τοῦ αὐτοῦ 
πράγματος; 

ΣΩ. Τί δέ; χαὶ ταύτῃ δεῖ ὑτε᾽ ἐμοῦ TE xal σοῦ τὸν 
λόγον ἐπαινεθῆναι, ὡς τὰ δέοντα εἰρηκότος τοῦ ποιητοῦ, 
ἀλλ᾽ οὐχ ἐκδίνῃ μόνον, ὅτι σαφὴ χαὶ στρογγύλα, χαὶ ἄχρι-. 
βῶς ἕχαστα τῶν ὀνομάτων ἀποτετόρνευται; ; εἰ γὰρ δεῖ, 
συγχωρητέον χάριν σήν, ἐπεὶ ἐμέ γε ἔλαϑεν ὑπὸ τῆς ἐμῆς 
οὐδενίας. τῷ γὰρ δητοριχῷ αὐτοῦ μόνῳ τὸν γοῦν πέροσ- 
εἴχον, τοῦτο δὲ οὐδὲ αὐτὸν ᾧμην Avolavy οἴεσϑαι ἱχαγὸν 
εἶναι. χαὶ οὖν μοι ἔδοξεν, ὦ Φαῖδρε, εἰ μή τι σὺ ἄλλο λέ- 
γεις, δὶς καὶ τρὶς τὰ αὐτὰ εἰρηκέναι, ὡς οὐ πάνυ εὐπορῶν 
τοῦ πολλὰ λέγειν περὶ τοῦ αὐτοῦ, ἢ ἴσως οὐδὲν αὐτῷ 
μέλον τοῦ τοιούτου" χαὶ ἐφαίνετο δή μοι νεανιεύεσϑαι 
ἐπειδειχνύμενος, ὡς οἷός TE ὧν ταῦτα ἑτέρως TE χαὶ ἑτέρως 
λέγων ἀμφοτέρως εἰπεῖν ἄριστα. 

DAI. Οὐδὲν λέγεις, ὠ “Σώχρατερ᾽ αὐτὸ γὰρ τοῦτο 
χαὶ μάλιστα ὃ λόγος ἔχει. τῶν γὰρ ἐνόντων ἀξίως δηϑῆ- 


Zuerst geht er auf das μείζω 468 Ph. 
(ἕτερα τούτων μείζω καὶ πλείω) 
ein und trennt es gewissermalsen 
in τὰ δέοντα und τὰ ἀχριβῶς 
ἀποτετορνευμένα. Τὰ δέοντα geht 
auf den Inhalt und bedeutet sowohl 
das Erschöpfende als auch das sich 
Gebührende, die richtige und die 
vollständige Angabe der Gründe. 
Dies, was er dem Lysias absprechen 
mufs, falst S. in ein kurzes Wort 
und stellt dies voran, als ob es da 
keinen Widerspruch dulde. Was 
er ihm zugestehen will, drückt er 
mit drei Worten aus, von denen 
das σαφῆ in seiner Verbindung mit 
στρογγύλα von dem Begriff des 
„Leichtfafslichen“, wie oben schon 
angedeutet (ef. cap. 6), in den des 
Öberflächlichen hinüber schielt. Ei- 
nen solchen Doppeisinn haben auch 
die Ausdrücke στρογγύλα und ἄχρι- 
βῶς ἀποτετορνευμένα; sie können 
das Lob der Redekunst ausdrücken 
und den Tadel der Redekünstelei, 
des Handwerksmäflsigen, wie es das 


Verbum ausdrückt. In den W. & 
γὰρ δεῖ — οὐδενίας nimmt dann 
S. eine Einrede dem Ph. scherzend 
vorweg, die Einrede: „Davon ver- 
stehst du nichts, lieber Sokrates!“ 
und zwar dadurch, dafs er scherzend 
dies selbst eingesteht. Weiterhin 
ist: aufmerksam zu machen auf die 
Feinheit des Vorwurfs, und der Iro- 
nie; S. sagt οὐ πάνυ εὐπορῶν 5 statt 
ἀπορῶν "und ironisiert: ἢ ἴσως 
οὐδὲν ἀυτῷ μέλον „oder er hat es 
in seiner Rede auf den Gedanken 
gar nicht abgesehen gehabt“. Ein 
solcher hübscher Sarkasmus liegt 
auch in dem Verbum νεανιεύεσθαι 
(νεανίας der junge Mann) und in 
der Infinitivform: das Partieipium 
zu ἐφαίνετο gesetzt würde dem 
Gedanken entsprochen haben in grö- 
berer Form. 

„ Die Antwort des Ph. zeigt seine 
Überraschung: οὐδὲν λέγεις ist 
deutsch: „Schwatze doch nicht, So- 
krates*. Dann wiederholt er nur 
mit vielen W, das schon Behaup- 


)# 


20° ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


var ἐν τῷ πράγματι οὐδὲν τταραλέλοιτιεν, ὥστε παρὰ τὰ 
ἐχείνῳ εἰρημένα μηδένα wort δύνασϑαι εἰπεῖν ἄλλα πλείω 
χαὶ τιλείονος ἄξια. 

22. Τοῦτο ἐγώ 001 οὐχέτι οἷός τε ἔσομαι πιϑέσϑαι 
“παλαιοὶ γὰρ xal σοφοὶ ἄνδρες τε καὶ γυναῖχες περὶ αὐτῶν 
εἰρηχότες χαὶ γεγραφότες ἐξελέγξουσί με, ἐάν σοι χαριζό- 
LLEVOS συγχωρῶ. 

ΦΑ͂Ι. Τίνες οὗτοι; καὶ ποῦ σὺ βελτίω τούτων ἀχήχοας; 

11. ΣΩ. Νὺν μὲν οὕτως οὐκ ἔχω εἰπεῖν" δῆλον δὲ 
ὅτι τινῶν ἀχήχοα, N που Σαπφοῦς τῆς χαλῆς ἢ Ava- 
χρέοντος τοῦ σοφοῦ ἢ καὶ συγγραφέων τινῶν. στόϑεν δὴ 
τεχμαιρόμενος λέγω; ττλῆρές τως, ὦ δαιμόνιε, τὸ στῆϑος 
ἔχων αἰσθάνομαι apa ταῦτα ἂν ἔχειν εἰτεεῖν ἕτερα μὴ 
χείρω. ὅτι μὲν οὖν παρά γε ἐμαυτοῦ οὐδὲν αὐτῶν ἔἐννε- 
γόηχα, εὖ οἶδα, συνειδὼς ἐμαυτῷ ἀμαϑίαν" λείτεεται δή, 
οἶμαι, ἐξ ἀλλοτρίων τεοϑὲν ναμάτων διὰ τῆς ἀχοῆς werchn- 


ΜῈΝ ΄ / 2 7 , > > 
ρῶσϑαί μὲ δίκην ἀγγείου" ὑπὸ δὲ νωϑείας av καὶ αὐτὸ 
en , c τ 
τοῦτο ἐπιλέλησμαι, ὅτίως TE χαὶ ὧν τινων ἤχουσα. 
> 2 3 ΄ , 
ΦΑ͂Ι. All, ὦ γενναιότατε, χάλλιστα εἴρηχας. σὺ 


tete, dafs niemand ἄλλα πλείω über 
das Thema verlangen könne. Des 
S. Gegenrede läfst diesen auch, den 
Ph. überbietend, den Mund vollneh- 
men. Statt eines ἀλλ᾽ οὐ neloo- 
μαι erwidert er mit den vielen W. 
τοῦτο — πιϑέσϑαι und fährt dann 
lachend fort: „Schon vor tausend 
Jahren (παλαιοῦ hat das die Weis- 
heit von Mann und Weib bewie- 
sen!* So leitet er den Ph. auf die 
folgende Bahn und zwingt ihn, sich 
in die Kleider des 5. der ersten 
Scene des Dialogs zu werfen. Und 
Ph. folgt, und wir erhalten so eine 
Scene, die dem besten Lustspiel 
Ehre machen würde. 

cap. 11. In seiner ersten Ant- 
wort spielt S. zuerst den Verle- 
genen: νῦν μὲν οὕτως x. τ. &. d.i. 
„so im Augenblick kann ich dir 
nicht Rede stehen“. Diese seine 
scheinbare Verlegenheit wird durch 


das folgende 7 — ἢ — ἢ noch 
weiter hervorgehoben; 8. sucht 
scheinbar einige Namen und giebt 
dann, in das Unbestimmte über- 
gehend, ein ganzes Genus von 
Schriftstellern an. Dann nimmt er, 
wie Ph. in der Einleitung, den Mund 
voll und sagt mit einer grolsen 
Wortfülle das, wofür wenige Worte 
genügt haben würden. Die schein- 
bare Verlegenheit des S. läfst nun 
Ph. in dem Wunsche, seinem Geg- 
ner mit gleicher Münze zurückzu- 
zahlen, die Rolle desselben aus den 
ersten Kapiteln nachspielen. Aber 
Ph. fällt aus der feinen Ironie des 
S., den er kopieren will, in das 
Plumpe. Ἐν übertreibt. Schon in 
der Anrede giebt er das ὦ γενναῖος, 
den Ausruf des S. aus dem cap. 1, 
mit einem superlativen Vokativ 
wieder: ὦ γενναιότατε; vor allem 
aber übertreibt er die Worte des 


ΦΑΙΔΡΟΣ. ἢ 21 


\ 2 \ 2 \ KGA 2 „3 x v 
γὰρ ἐμοὶ ὧν τινων μὲν Kal ὁσίως ἤχουσας, und av χελεύω 
ΕΣ - \ DrFi zer , ΕἸ nd 2 - N 
elrıng, τοῦτο δὲ αὑτὸ 0 λέγεις zcoinoov' τῶν ἐν τῷ βιβλίῳ 

Ψ ς ει ’ : 
βελτίω τε xal un ἐλάττω ἕτερα ὑπόσχες εἰπεῖν, τούτων 
7 ’ co , ῇ 
ἀτιεχόμενος. χαί σοι ἐχώ, ὥστεερ οἱ ἐννέα ἄρχοντες, ὑτει- 
-“" -“" ,’ὔἢ > 
᾿σχγοῦμαι χρυσῆν εἰχόνα ἰσομέτρητον εἰς Aelyous ava- 
A} ’ 5 
ϑήσειν, οὐ μόνον ἐμαυτοῦ ἀλλὰ χαὶ σήν. 
6' 2 - - 3 = 
ΣΩ. Φίλτατος εἶ καὶ ὡς ἀληϑῶς χρυσοῦς, ὦ Φαῖδρε, 
εἰ μὲ οἴει λέγειν ὡς “υσίας τοῦ παντὸς ἡμάρτηχε, καὶ 
Η £ Fi Y γι . 25 er 
οἷόν τε δὴ παρὰ πάντα ταῦτα ἄλλα εἰτεεῖν" τοῦτο δὲ οἶμαι 
ἣν ἫΝ ΄, =; 2 
οὐδ᾽ ἂν τὸν φαυλότατον παϑεῖν συγγραφέα. avtixa zregl 
= 7 x “«- eg ΒλῚ 
οὗ ὃ λόγος, τίνα οἴει λέγοντα ὡς χρὴ μὴ ἐρῶντι μᾶλλον ἢ 
ἐρῶντι χαρίζεσθαι, παρέντα τοῦ μὲν τὸ φρόνιμον ἐγχω- 
’ -»" ’ ,ὕ 2 2 » 
μιάζειν, τοῦ δὲ τὸ ἄφρον ψέγειν, ἀναγκαῖα γοῦν ὄντα, 
ἀρῶν » 3.) ; Cr 7 ὃς > 4 \ \ - 
εἶτ ἀλλ ἄττα ἕξειν λέγειν; ἀλλ᾽, οἶμαι, τὰ μὲν τοιαῦτα 
; ΄ὔ ΄, ΕΞ ns 2 | 
ἐατέα xal συγγνωστέα λέγοντι" χαὶ τῶν μὲν τοιούτων οὐ 
\ [42 2 \ \ ΄ 2 ’ nm \ \ 
τὴν evgeoıw ἀλλὰ τὴν διάϑεσιν ἐπαινετέον, τῶν δὲ μὴ 
ἄναγχα ὧν τὲ χαὶ χαλετῶν εὑρεῖν πρὸς τῇ διαϑέσει χαὶ 
“ 
τὴν ευρεσιν. | 
12. D®AI. Συγχωρῶ 9 λέγεις" μετρίως γάρ μοι do- 
ΜᾺ 7 Σ c \ 
χεῖς εἰρηχέναι. ποιήσω οὖν Kal ἐγὼ οὕτως" TO μὲν τὸν 
ἐρῶντα τοῦ μὴ ἐρῶντος μᾶλλον νοσεῖν δώσω σοι ὑποτέ- 
ϑεσθϑαι, τῶν δὲ λοιχτιῶν ἕτερα τιλείω χαὶ τιλείονος ἄξια 
-» , m 2 , ᾽, 
εἰπτὼν τῶν Avclov παρὰ τὸ Κυψελιδῶν ἀνάϑημα σφυρή- 
y N] ’ 
λατος Ev Olvurig στάϑητι. 


S. ἐὰν βαδίζων ποιῇ τὸν περί- 
πατον εγαγάδε κ. τ. δ. mit seinem 
Versprechen der in Delphi aufzu- 
stellenden goldenen Statue. 

Zu den W. ὥσπερ οἱ ἐννέα 
ἄρχοντες führt Stallb. an Muret. 
Varr. Leitt. VII, 18: „Novem ar- 
chontes, quum magistratum inirent, 
publice jurabant se observaturos 
esse leges neque passuros fidem 
suam donis muneribusve corrumpi: 
si quis ipsorum secus fecisset, eum 
multae nomine auream statuam suam 
pensurum esse“, z 

S. giebt dem Ph. seine goldene 
Statue zurück, wenn er ihn in 


seiner Antwort ὡς ἀληθῶς χρυ- 
σοῦς, einen Goldjungen nennt; er 
macht dann scheinbar Einwendun- 
gen gegen des Ph, Verlangen, dafs 
er reden solle, und veranlafst die- 
sen dadurch, sich um so mehr auf 
das hohe Pferd zu setzen. 

cap. 12. Ph. wiederholt mit den 
W. τῶν δὲ λοιπῶν — στάϑητι 
den eben gemachten Witz, wie ein 
unreifer Mensch, der eine ihm, wie 
er glaubt, gelungene Bemerkung 
öfter macht. 

S. stellt sich, als bringe ihn Ph. 
Art immer mehr in Verlegenheit. 


Er habe Ph, nur necken wollen, 


ἡ 
" 
"4 
i 
ἡ 
᾿ 


᾿ 
ἶ 
᾿ 
| 
| 
| 
I 


Tre hs mn > Zune 


22 TAATQNOX 


ΣΩ. Ἐσπούδαχας, ὦ Φαῖδρε, ὅτι σου τῶν audırzav 
ἐτιελαβόμην ἐρεσχηλῶν σε, καὶ οἴει δή με ὡς ἀληϑῶς ἔτει- 
χειρήσειν εἰτίεῖν τιαρὰ τὴν ἐχείνου σοφίαν ἕτερόν τι 7τοι- 
χιλώτερον; 

DAI. Περὶ μιὲν τούτου, ὦ φίλε, εἰς τὰς ὁμοίας λα- 
βὰς ἐλήλυϑας. δητέον μὲν γάρ σοι eavrog μᾶλλον οὕτως 
ϑηίως οἷός ve εἰ. ἵνα δὲ μὴ τὸ τῶν χωμῳδῶν φορτιχὸν 
rgayuc ἀγαγχαξώμεϑα χιοιεῖν ἀντατιοδιδόντες ἀλλήλοις, 
δὐλαβήϑητι χαὶ μὴ βούλου we ἀναγχάσαι λέγειν ἐχεῖγο 
τὸ εἰ ἐγώ, ὠ Σώκχρατερ, Σωκράτην ἀγνοῶ, χαὶ ἐμαυτοῦ 
ἐειλέλησμαι, καὶ ὅτι ἐπεϑύμει μὲν λέγειν, ἐϑρύτσιτετο δέ" 
ἀλλὰ διανοήϑητι ὅτι ἐντεῦϑεν οὐχ ἄπιμεν, τιρὴὲν ἂν σὺ εἴ- 
uns ἃ ἔφησϑα ἐν τῷ στήϑει ἔχειν. ἐσμὲν δὲ μόνῳ ἐν ἐρη- 
μίᾳ, ἰσχυρότερος δὲ ἐγὼ χαὶ νεώτερος, ἐχ δ᾽ ἁτιάντων τού- 
των- ξύνες ὃ σοι λέγω, χαὶ μηδαμῶς τιρὸς βίας βουληϑῆς 
μᾶλλον ἢ ἑχὼν λέγειν. 

ΣΩ. A, ὦ μαχάριε Φαῖδρε, γελοῖος ἔσομαι παρ᾽ 
ἀγαϑὸν τιοιητὴν ἰδιώτης αὐτοσχεδιάζων τιερὶ τῶν αὐτῶν. 

DAI. Οἶσϑ᾽ ὡς ἔχει; τεαῦσαι τιρός μὲ καλλωτειζόμιε- 
vos‘ σχεδὸν γὰρ ἔχω 6 εἰσπτὼν ἀναγχάσω σὲ λέγειν. 

ΣΩ. Mydauog τοίνυν εἴπης. 

Φ.41. Οὔκ, ἀλλὰ χαὶ δὴ λέγω" ὃ δέ μοι λόγος ὅρχος 
ἔσται. ὄμνυμι γάρ σοι --- τίνα μέντοι, τίνα ϑεῶν; ἢ βού- 
λει τὴν τιλάταγνον ταυτηνί; ἢ μήν, ἐάν μοι μὴ εἴτεῃς τὸν 
λόγον ἐναντίον αὐτῆς ταύτης, μηδέτεοτέ σοι ἕτερον λόγον 
μηδένα μηδενὸς ἐγεεδείξξιν μηδ᾽ ἐξαγγελεῖν. 

18. 20. Βαβαί w μιαρέ, ὡς EV ἀνεῦρες τὴν ἀνάγ- 
χὴν ἀνδρὶ φιλολόγῳ τιοιεῖν ὃ av χελεύῃς. 

ΠΦ}.Α1. Τί δῆτα ἔχων στρέφει; 


sagt er. Seine Worte haben aber giebt, zeigen die W, ἐσμὲν δὲ vor 
dabei doch die ironische Färbung ἐν ἐρημέᾳ x. τ. &., denn wenn auc 


nicht verloren; die Ironie liegt in 
dem Worte ποιχιλώτερον (eig. 
bunter, buntscheckiger), das er statt 
einer βέλτερον oder πλείονος ἄξιον 
bietet. Wie ἀγροικῶς Ph.die Stelle 
des $S. aus der Einleitung wieder- 


natürlich nicht ernst gemeint, blei- 
ben sie doch auch als Witz plump. 

cap. 13. Sehr belustigend ist der 
a des S., sein Haupt zu ver- 
hüllen, angeblich, um seine Rede 
möglichst schnell zu durchlaufen, 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. . 29 


ΣΩ. Οὐδὲν ἔτι, ἐττειδὴ σύ γε ταῦτα ὁμώμοχας. πῶς 
γὰρ ἂν οἷός τ᾽ εἴην τοιαύτης ϑοίνης ἀττέχεσϑαι; 

Φ ΑΙ. ““ἐγε δή. 

ΣΩ. Οἶσϑ'᾽ οὖν ὡς ποιήσω; 

ΦΑ͂Ι. Τοῦ πέρι; 

ΣΩ. Ἐγκαλυψάμενος ἐρῶ, ἵν᾿ ὃ τι τάχεστα διαδρά- 
uw τὸν λόγον, καὶ μὴ βλέπττων πρὸς σὲ Ur αἰσχύνης δια- 
σπορῶμαι. | 

DAI. Atys μόνον, τὰ δ᾽ ἄλλα ὅπως βούλει ποίει. 

ΣΩ. Ayere δή, ὦ Μοῦσαι, εἴτε di’ wong εἶδος λί- 
γειαι, εἴτε διὰ γένος μουσιχὸν τὸ “ιγύων ταύτην ἔσχετε 
τὴν ἐπωνυμίαν, ξύμ μοι λάβεσϑε τοῦ μύϑου, ὅν μὲ avay- 
χάζει ὃ βέλτιστος οὑτοσὶ λέγειν, iv" ὃ ἑταῖρος αὐτοῦ, καὶ 
πρότερον δοχῶν τούτῳ σοφὸς εἶναι, νῦν ἔτι μᾶλλον δοξη. 
— Ἦν οὕτω δὴ παῖς, μᾶλλον δὲ μειραχίσχος, μάλα κα- 
λός᾽ τούτῳ δὲ ἦσαν ἐρασταὶ ττάνυ ττολλοί. εἷς δέ τις αὖ- 
τῶν αἱμύλος ἦν, ὃς οὐδενὸς ἧττον ἐρῶν ἐττεπείχει τὸν 
παῖδα ὡς οὐκ down‘ καί more αὐτὸν αἰτῶν ἔπειϑε τοῦτ᾽ 
αὐτό, ὡς μὴ ἐρῶντι πρὸ τοῦ ἐρῶντος δέοι χαρίζεσϑαι, 


ἔλεγέ τε ὧδε" 


14. Περὶ παντός, ὦ παῖ, μία ἀρχὴ τοῖς μέλλουσι 


χαλῶς βουλεύεσθαι" 
παντὸς ἁμαρτάνειν ἀνάγχη. 


ohne vor dem gestrengen Ph. er- 
röten zu müssen: in Wahrheit spielt 
bei dieser Situation aber Ph. den 
Lächerlichen; denn er hört jemand 
zu, der hinter einem Vorhange sitzt 
und aus dessen Zügen er nicht lesen 
kann, ob er Ernst oder Scherz treibt. 

S. beginnt denn auch seine Rede 
zunächst mit der die Schule des 
Ph. und des Lysias neckenden Er- 
klärung der λίγειαι Movocı und 
leitet sodann seine Rede, ich möchte 
sagen, mit gesuchter Einfachheit i in 
der Darstellung ein — ἡ» οὕτω δὴ 
παῖς κ. τ. &.—, ein prächtiges Ge- 
re zu dem faden Eingange der 

de des Ph. περὶ μὲν τῶν ἐμῶν 


7 T τα: 5 7 δι 
εἰδέναι δεῖ περὶ οὗ ἂν ἢ ἡ βουλή, ἢ 
x N ’ σι 
τοὺς δὲ πολλοὺς λέληϑεν ὅτι 


ἐπίστασαι χ. τ. ξ. Er nimmt dann 
seinem ganzen Vortrage, seinem 
Thema das Absurde, wenn er sagt, 
sein Redner habe, trotzdem auch er 
ei Liebhaber des Knaben gewesen 
‚ diesen nur zu beschwatzen ge- 
ik. er sei ein οὐχ ἐρῶν. 
eap. 14. Der nun folgenden 
Rede darf man, glaube ich, ebenso 
wenig, wie der des Lysias-Phädrus, 
einen ernsten Gedanken zu Grunde 
legen, wie dies die gelehrten phi- 
losophischen Erklärer thun. Die 
Rede des Ph. hatte etwas Abgerun- 
detes, Gedrechseltes in den Wort- 
formen und in der Satzform, sie 
war aber unklar im Gedanken. Die 


24 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


οὐχ ἴσασι τὴν οὐσίαν ἑχάστου. ὡς οὖν εἰδότες οὐ διομο- 
λογοῦνται ἐν ἀρχῇ τῆς σκέψεως, τροελϑόντες δὲ τὸ εἰχὸς 
ἀτιοδιδόασιν᾽" οὔτε γὰρ ἑαυτοῖς οὔτε ἀλλήλοις ὁμολογοῦ- 
σιν. ἐγὼ οὖν καὶ σὺ μὴ σπάϑωμεν ὃ ἄλλοις ἐπιτιμῶμεν, 
ἀλλ᾽ ἐπειδὴ σοὶ καὶ ἐμοὶ ὃ λόγος πρόχειται, ἐρῶντι ἢ μὴ 
μᾶλλον εἰς φιλίαν ἱτέον, πιερὶ ἔρωτος, οἷόν τὲ ἔστι Kal ἣν 
ἔχει δύναμιν, ὁμολογίᾳ ϑέμενοι ὅρον, εἰς τοῦτο ἀττοβλέ- 
ποντὲς χαὶ ἀναφέροντες τὴν σκέψιν ποιώμεϑα, εἴτε ὠφέ- 
λειαν εἴτε βλάβην παρέχει. ὅτι μὲν οὐν δὴ ἐπιϑυμία τις ὃ 
ἔρως, ἅπαντι δῆλον" οτι δ᾽ αὐ χαὶ μὴ ἐρῶντες ἐπιϑυ- 
μοῦσι τῶν χαλῶν, ἴσμεν. τῷ δὴ τὸν ἐρῶντά τὲ χαὶ μὴ 
κρεγοῦμεν; δεῖ av γοῆσαι , ὅτι ἡμῶν ἐν ἑκάστῳ δύο τινέ 
ἐστον ἰδέα ἄρχοντε χαὶ ἄγοντε. οἷν ἑπόμεϑα ἧ ἂν ἄγητον, 
ἡ μὲν ἔμφυτος οὖσα ἐσιϑυμία ἡδονῶν, ἄλλη δὲ ἐ δπέχτητος 
δόξα, ἐφιεμένη τοῦ ἀρίστου. τούτω δὲ ἐν ἡμῖν τοτὲ μὲν 
ὁμονοεῖτον, ἔστι δὲ ὅτε στασιάζετον᾽ χαὶ τοτὲ μὲν ἡ ἑτέρα, 
ἄλλοτε δὲ ἢ ἑτέρα χρατεῖ. δόξης μὲν οὖν ἐπὶ τὸ ἄριστον 
λόγῳ ἀγούσης χαὶ χρατούσης τῷ χράτει σωφροσύνη ὄνο- 
μα΄ ἐπιϑυμίας δὲ ἀλόγως ἑλκούσης ἐπὶ ἡδονὰς καὶ ἀρξά- 
σης ἐν ἡμῖν τῇ ἀρχῇ ὕβρις ἐπτωνομάσϑη. ὕβρις δὲ δὴ πο- 


vorliegende erste Rede des 5. be- 
hält das Abgerundete der Wort- 
formen und des Satzbaues bei, giebt 
ihm aber einen Inhalt, dadurch dafs 
sie einen falschen Gedanken in eine 
logische Form bringt. Dafs aber 
kein ernster Gedanke in der Rede 
steckt, scheint mir die Disposition 
zu beweisen. S. disponiert: 
Definition. Die Liebe ist eine 
ἐπιϑυμία πρὸς ἡδονὴν ἀχϑεῖσα 
κάλλους. 
Die ἐπιϑυμία ἡδονῆς ist eine 
ὕβρις, folglich ist der Ἰούδα 
1) ein βλαβερός 
a. κατὰ τὴν διάνοιαν 
b. κατὰ τὴν τοῦ σώματος ἕξιν 
ὁ. περὲ τὴν κτῆσιν. 
2) ein ἀηδής 
3) ein ἄπιστος. 
Folglich soll man den Nichtlieb- 
haber dem Liebhaber vorziehen, 


S. kommt zu der Definition des 
ἔρως in der lustigsten Weise, und 
nur ein Ph., den selbst des Lysias 
Rede gewonnen hatte, kann sich 
von ihm bethören lassen. Er stellt 
die Behauptung auf, die Liebe sei 
ἐπιϑυμία τις, schiebt dann unver-, 
mittelt die Ausdrücke ἡδονή und 
ἄλογον ein, ohne dafs Ph. dies 
merkt, setzt der so gewonnenen 
ἄλογος ἐπιϑυμία τῆς ἡδονῆς die 
δόξα ἐφιεμένη τοῦ ἀρίστου ent- 
gegen, identificiert mit letzterer die 
σωφροσύνη und mit ersterer die 
ὕβρις und ordnet nun neben der 
γαστριμαργία und der μεέϑη auch 
den ἔρως dem Begriffe ὕβρις unter. 
Wie man hinter einer so urkomi- 
schen Begriflserklärung einen ern- 
sten Gedanken suchen kann, ver- 
verstehe ich nicht; nein, $. hatte 
nötig, sein Antlitz zu verhüllen, 


@AIAPOR. ᾿ 25 


Avovvuov‘ rolvueltg γὰρ καὶ ττολυξιδές" καὶ τούτων τῶν 
-» \ [4 pP} , \ Ἐς ἂν > 
ἰδεῶν Erregerseng ἢ ἂν τύχῃ γενομένη, τὴν αὐτῆς Ercw- 

’ὔ ’, , A 
γυμίαν ὀνομαζόμενον τὸν ἔχοντα παρέχεται, οὔτε τινὰ 


, -» Ν Ἶ 2 
χαλὴν οὔτε ἐπταξίαν χεχτῆσϑαι. περὶ μὲν γὰρ ἐδωδὴν 
» m ’ m 3 » 2 
χρατοῦσα τοῦ λόγου τοῦ ἀρίστου χαὶ τῶν ἀλλων ἐπιϑυ- 


μιῶν ἐπιϑυμία γαστριμαργία TE καὶ τὸν ἔχοντα ταὐτὸν 
τοῦτο χεχλημένον σταρέξεται" περὶ δ᾽ αὖ μέϑας τυραννεύ- 
σασα, τὸν χεχτημένον ταύτῃ ἄγουσα, δῆλον οὗ τεύξεται 
προσρήματος" καὶ τἄλλα δὴ τὰ τούτων ἀδελφὰ καὶ ἀδελ- 
φῶν ἐπιϑυμιῶν ὀνόματα τῆς ἀεὶ δυναστευούσης ἧ σπιροσ- 
ήχει καλεῖσθαι πρόδηλον. ἧς δ᾽ ἕνεχα πάντα τὰ πρόσϑεν 
εἴρηται, σχεδὸν μὲν ἤδη φανερόν, λεχϑὲν δὲ ἢ μὴ λεχϑὲν 
γᾶν πως σαφέστερον᾽ ἡ γὰρ ἄνευ λόγου δόξης ἐπὶ τὸ 00- 
ϑὸν ὁρμώσης κρατήσασα ἐπιϑυμία πρὸς ἡδονὴν ἀχϑεῖσα 
κάλλους, χαὶ ὑπὸ αὖ τῶν Eavang συγγενῶν ἐπειϑυμιῶν 
ἐπὶ σωμάτων κάλλος € ἐρρωμένως ῥωσϑεῖσα γικήσασα ἀγωγή, 
are’ αὐτῆς τῆς ῥώμης ἐπωνυμίαν λαβοῦσα ᾿ ἔρως ἐκλήϑη. 

Arag, ὠ φίλε Φαῖδρε, δοχῶ τι σοί, ὥσπερ ἐμαυτῷ, 
ϑεῖον τιάϑος τιεπογϑέγαι; 

®AI. Πάνυ μὲν οὖν, ὦ Σώκρατες, παρὰ τὸ εἰωϑὸς 
εὔροιά τίς 08 εἴληφεν. 

ΣΩ. Σιγῇ τοίνυν μου ἄχουε" τῷ ὄντι γὰρ ϑεῖος ἔοι- 
χὲν ὅ τόπος εἶναι ὥστε ἐὰν ἄρα “τολλάχις νυμφόλητιτος 
zeooiovrog τοῦ λόγου γένωμαι, μὴ ϑαυμάσῃς" τὰ νῦν γὰρ 
οὐχέτι 776000 διϑυράμβων φϑέγγομαι. 

DAI. Almslorara λέγεις. 

32. Τούτων μέντοι σὺ αἴτιος" ἀλλὰ va λοιπὰ Grove’ 
ἴσως γὰρ κἂν ἀποτράποιτο τὸ ἐττιόν. ταῦτα μὲν οὖν ϑεῷ 
μελήσει, ἡμῖν δὲ zcoög τὸν παῖδα πάλιν τῷ λόγῳ ἰτέον. 


wenn er ernst bleiben wollte. Ph. 


geführt, dafs sich S. nach dieser 
sieht nicht auf den Gedanken: ihn 


krampfhaft gewonnenen Definition 


besticht die neckische, falsche phi- 
lologische Erklärung, die das Wort 
ἔρως in den Ausdrücken ἐῤῥω- 
μένως, ῥωσθϑεῖσα und 5} wie- 
derklingen läfst. 

Das Scherzhafte der Rede wird 
uns dadurch lebhaft vor Augen 


selbst unterbricht und seinen jungen 
Freund aus dem gröfsten Staunen 
mit einer launigen Frage heraus- 
reilst. Dessen Antwort giebt uns 
in den Worten παρὰ τὸ εἰωϑὸς 
εὔροιά τίς σε εἴληφεν den Beweis, 
dafs S. mit seinen obigen Worten 


26 ἨΛΑΤΏΝΟΣ 


15. Εἶεν, ὦ φέριστε" ὃ μὲν δὴ τυγχάνει ὃν ττερὶ οὗ 
βουλευτέον, εἴρηταί τε χαὶ ὥρισται, βλέτεοντες δὲ δὴ πρὸς 
αὐτὸ τὰ λοιτιὰ λέγωμεν, τίς ὠφέλεια ἢ βλάβη ἀπό τε ἐρῶν- 
τος χαὶ μὴ τῷ χαριζομένῳ ἐξ εἰχότος συμβήσεται. τῷ δὴ 
ὑχεὸ ἐπιϑυμίας ἀρχομένῳ δουλεύοντέ τε ἡδονῇ ἀνάγχη 
σίου τὸ ἐρώμενον ὡς ἥδιστον ἑαυτῷ :ταρασχευάζειν" vo- 
σοῦντι δὲ σεἂν ἡδὺ τὸ μὴ ἀντιτεῖνον, χρεῖττον δὲ χαὶ ἴσον 
ἐχϑρόν. οὔτε δὴ χρείττω οὔτε ἰσούμενον ἑχὼν ἐραστὴς 
σπαιδιχὰ ἀνέξεται, ἥττω δὲ καὶ ὑποδεέστερον ἀεὶ ἀτεεργάζε- 
ται ἥττων δὲ ἀμαϑὴς σοφοῦ, δειλὸς ἀνδρείου, ἀδύνατος 
εἰχεεῖν δητοριχοῦ, βραδὺς ἀγχίνου. τοσούτων χαχῶν χαὶ 
ἔτι τελειόνων χατὰ τὴν διάνοιαν ἐραστὴν ἐρωμένῳ ἀνάγχη 
γιγνομένων TE χαὶ φύσει ἐνόντων, τῶν μὲν ἥδεσθαι, τὰ 
δὲ “ταρασχευάζειν, ἢ στέρεσθαι τοῦ παραυτίχα ἡδέος. 
φϑονερὸν δὴ avayın εἶναι, καὶ ττολλῶν μὲν ἄλλων συνου- 
σιῶν ἀτιξίργοντα χαὶ ὠφελίμων, ὅϑεν ἂν μάλιστ᾽ ἀνὴρ 
γίγνοιτο, μεγάλης αἴτιον εἶναι βλάβης, μεγίστης δὲ τῆς 
ὅϑεν ἂν φρονιμώτατος εἴη. τοῦτο δὲ ἡ ϑεία φιλοσοφία 
τυγχάνει ὄν, ἧς ἐραστὴν “ταιδικὰ ἀνάγχη τιόρρωϑεν εἴρ- 
γειν, τεερίφοβον ὄντα τοῦ χαταφρονηϑῆναι" τά τὲ ἄλλα 
μηχανᾶσϑαι, ὅττως ἂν ἢ πιάντ᾽ ἀγνοῶν χαὶ τεάντ᾽ ἀτιοβλέ- 
cwv εἰς τὸν ἐραστήν, οἷος ὧν τῷ μὲν ἥδιστος, ἑαυτῷ δὲ 
βλαβερώτατος ἂν εἴη. τὰ μὲν οὖν κατὰ διάνοιαν ἐπίτρο- 
γιός τε χαὶ χοινωνὸς οὐδαμῇ λυσιτελὴς ἀνὴρ ἔχων ἔρωτα. 

16. Τὴν δὲ τοῦ σώματος ἕξιν re χαὶ ϑερατιξίαν 


ἵνα ὅτι τάχιστα διαδράμω τὸν 
λόγον Ernst gemacht hat. 

eap. 15. In Bezug auf die Form 
der Beweisführung ist zu bemer- 
ken, dals S. gleich den dialektisch 
schwachen Rhetoren die mangelnde 
Logik versteckt hinter einem den 
Widerspruch untersagenden Worte. 
Er führt seine Behauptungen allein 
in diesem Kapitel viermal mit einem 
ἀνάγκη ein; er giebt seinen vagen 
oder seinen flachen Gedanken die 
Form von Gemeinplätzen, von all- 
gemein giltigen Sätzen: νοσοῦντι 


πᾶν ἡδὺ τὸ μὴ ἀντιτεῖνον, χρεῖτ- 
τον δὲ zul ἴσον ἐχϑρὸν sagt er 
in einer falschen Behauptung, und 
ἥττων δὲ ἀμαϑὴς σοφοῦ x. τ. 
in einem falschen Gedanken. Der 
scherzhaften Wendungen aber sind 
hier, wie in der ganzen Rede, viele, 
so der Sprung vom νοσῶν zum 
ἐραστής, das plötzliche Auftauchen 
der Worte χατὰ τὴν διάνοιαν, der 
an seiner Stelle scherzhalte Satz 
τοῦτο ἡ ϑεία φιλοσοφίᾳ τυγχάνει 
ὃν χ. τ. 


eap. 16. Absprechend schlielst 


PAIAPOZ. : 27 


οἵαν ve καὶ wg ϑερατιεύσει οὗ ἂν γένηται κύριος, ὃς ἡδὺ 
7.00 ἀγαϑοῦ ἠνάγχασται διώχειν, δεῖ μετὰ ταῦτα ἰδεῖν. 
ὀφϑήσεται δὲ μαλϑαχόν τινα χαὶ οὐ στερεὸν διώχων, οὐδ᾽ 
ἐν ἡλίῳ χαϑαρῷ τεϑραμμένον ἀλλ᾽ ὑπὸ συμμιγεῖ σχιᾷ, 
zeovwv μὲν ἀνδρείων χαὶ ἱδρώτων ξηρῶν ἄτιξιρον, ἔμτεξι- 
ρον δὲ ἁπαλῆς χαὶ ἀνάνδρου διαίτης, ἀλλοτρίοις χρώμασι 
χαὶ χόσμοις χήτει οἰχείων χοσμούμεγον, ὅσα τε ἄλλα τού- 
τοις ἕτεδεαι τὐάντα ἐτειτηδεύοντα, ἃ δῆλα χαὶ οὐχ ἄξιον τιε- 
ραιτέρω προβαίνειν, ἀλλ᾽ ἕν χεφάλαιον δρισαμένους ἐτε᾽ 
ἄλλο ἰέναι" τὸ γὰρ τοιοῦτον σῶμα ἐν πολέμῳ TE χαὶ Gi, 
haus χρείαις ὅσαι μεγάλαι οἱ μὲν ἐχϑροὶ θαρροῦσιν, οἱ δὲ 
φίλοι χαὶ αὐτοὶ οἱ ἐρασταὶ φοβοῦνται. τοῦτο μὲν 00V ὡς 
δῆλον ἐατέον, τὸ δ᾽ ἐφεξῆς ὁ ῥητέον, τίνα ἡμῖν ὠφέλειαν ἡ ἢ 
τίνα βλάβην περὶ τὴν χτῆσιν ἡ τοῦ ἐρῶντος ὁμιλία τε χαὶ 
ἐχειτροτιξέα τεαρέξεται. σαφὲς δὴ τοῦτό γε τιαντὶ μέν, μά- 
λιστα δὲ τῷ ἐραστῇ, ὅτι τῶν φιλτάτων TE χαὶ εὐνουστά- 
τῶν χαί ϑειοτάτων χτημάτων ὀρφανὸν 7100 παντός εὔ- 
Eat’ ἂν εἶναι τὸν ἐρώμενον" ττατρὸς γὰρ χαὶ μητρὸς χαὶ 
ξυγγενῶν χαὶ φίλων στέρεσϑαι ἂν αὐτὸν δέξαιτο, διαχω- 
λυτὰς χαὶ ἐπιτιμητὰς ἡγούμενος τῆς ἡδίστης πρὸς αὐτὸν 
ὁμιλίας. ἀλλὰ μὴν οὐσίαν γ᾽ ἔχοντα χρυσοῦ ἢ τινος ἄλλης 
χτήσεως οὔτ᾽ εὐάλωτον ὁμοίως οὔτε ἁλόντα εὐμιεταχεί- 
ριστον ἡγήσεται" ἐξ ὧν τιᾶσ᾽ ἀνάγχη ἐραστὴν παιδιχοῖς. 
φϑονεῖν μὲν οὐσίαν χεχτημένοις, ἀττολλυμένης δὲ χαίρειν. 
ἔτι τοίνυν ἄγαμον, ἄτιαιδα, ἄοιχον ὃ τι τιλεῖστον χρόνον 


S. auch in diesem Kapitel: ἃ δῆλα 
χαὶ οὐχ ἄξιον περαιτέρω προβαί- 
νειν — τοῦτο μὲν ὡς δῆλον ἐατέον 
— σαφὲς δὴ τοῦτό γε παντί -- 
ἐξ ὧν πᾶσ᾽ ἀνάγχη κ. τ. &. 

Von komischer Wirkung aber sind 
einmal wieder die Gegensätze: Bad 
ϑαχὸν καὶ οὐ στερεόν, οὐδ᾽ 

ἡλίῳ καϑαρῷ, τεϑραμμένον, rg 
ὑπὸ συμμιγεῖ σκιᾷ, πόνων ἀν- 
ὁρείων χαὶ ἱδρώτων en ἄπει- 
ρον, ἔμπειρον δέ χ. τ. £., in denen 
er des Ph, Leistungen überbietet, 
und sodann das kolossal Übertrei- 


bendeinden W. πατρὸς χαὶ μητρὸς 
καὶ. ξυγγενῶν καὶ φίλων %. τ. ἑ,, 
ferner in ἄγαμον, ἄπαιδα, ἄοικον, 
Mafslosigkeiten, wie sie nur ein 
ganz unachtsamer Mensch hin- 
nehmen kann. Dabei ist auf den 
Wechsel selbst in den Partikeln zu 
achten; so in den erwähnten Gegen- 
überstellungen μαλϑακχόν υ. 8. νυ 
wo er die ersten Glieder mit καὶ 
οὐ gegenüberstellt, die zweiten mit 
οὐχ — ἀλλὰ, die dritten mit μὲν 
— δέ; so wechselt er ferner mit 
dem Polysyndeton und dem Asyn- 


N 28 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


scaudıra ἐραστὴς εὔξαιτ᾽ ἂν γενέσϑαι, τὸ αὑτοὺ γλυχὺ ὡς 
scheiotov χρόνον χαρτοῦσϑαι ἐπιϑυμῶν. 
! 17. Ἔστι μὲν δὴ χαὶ ἄλλα nana, ἀλλά τις δαίμων 
| ἔμιξε τοῖς τιλείστοις ἐν τῷ sragavrixa ἡδονήν, οἷον κόλακι, 
δεινῷ ϑηρίῳ καὶ βλάβῃ μεγάλῃ, ὅμως ἐπέμιξεν ἢ φύσις 
\ ς ΄ 2 BJ} , 2 Τ' ς \ 
ἡδονήν zıva οὔκ ἄμουσον, καί τις ἐταίραν ὡς βλαβερὸν 
| ψέξειεν av, καὶ ἄλλα πολλὰ τῶν τοιουτοτρότεων ϑρεμμά- 
των τὲ nal ἐπιτηδευμάτων, οἷς τό γε καϑ' ἡμέραν ἡδί- 
| στοισιν εἶναι ὑτιάρχει" τταιδιχοῖς δὲ ἐραστὴς πρὸς τῷ βλα- 
| βερῷ καὶ εἰς τὸ συνημερεύειν ττάντων ἀηδέστατον. ἥλιχα 
| γὰρ καὶ ὃ παλαιὸς λόγος τέρπειν τὸν ἥλικα" ἡ γάρ, οἶμαι, 
| χρόνου ἰσότης ἐπ ἴσας ἡδονὰς ἄγουσα δι΄ ὁμοιότητα φι- 
| λίαν ταρέχεται᾽" ἀλλ᾽ ὅμως χόρον γε χαὶ ἣ ταύτων συνου- 
σία ἔχει. καὶ μὴν τό γε ἀναγχαῖον αὖ βαρὺ τιαντὶ τεερὶ σεᾶν 
| λέγεται; ὃ δὴ πιρὸς τῇ ἀνομοιότητι μάλιστ᾽ ἐραστὴς πρὸς 
παιδικὰ ἔχει. “γεωτέρῳ γὰρ πρεσβύτερος συνὼν οὔϑ' ἡμέ- 
| gas Bee νυχτὸς ὅχωὼν ERS λ ΘΟ ΕΝ ἀλλ᾿ Urt ul τε 
| χαὶ οἴστρου ἐλαύνεται, ὃς ἐχείνῳ μιὲν ἡδονὰς ἀεὶ διδοὺς 
᾿ ἄγει δρῶντι, ἀχούοντι, ἁτπιτομένῳ, χαὶ πᾶσαν αἴσϑησιν 
αἰσϑανομένῳ τοῦ ἐρωμένου, ὥστε μεϑ'᾽ ἡδονῆς ἀραρότως 


deton in πατρὸς χαὶ μητρὸς καὶ 
x. τ. &. und in ἄγαμον, ἄπαιδα, 
ἄοικον u. 8. W. 

eap. 17. Das Kapitel giebt das 
Muster eines feinen sophistischen 
Beweises. S. beginnt mit einem 
richtigen Satze: δαίμων τις τοῖς 
πλείστοις χακοῖς ἐν τῷ παραυτίχα 
ἡδονὴν ἔμιξεν. Er giebt dann das 
richtige Beispiel in dem Schmeich- 
ler. An dieses knüpft er aber dann 
den neckischen Satz χαί τις ἑταίραν 
ὡς βλαβερὸν ψέξαιεν &v,neckisch, 
weil wir ein Beispiel erwarten gleich 
dem vom Schmeichler, der neben 
vielem Unangenehmen auch etwas 
Angenehmes hat, aber das von der 
ἑταίρα erhalten, die nach S. ironi- 
schem Ausdruck neben vielem An- 
genehmen auch eine Dosis des Schäd- 
lichen haben dürfte. Dies Beispiel 
führt dann über auf den ἐραστής, 


der nun, echt sophistisch, nicht, wie 
der richtige Schlufs lauten mülste, 
ein wenig des Angenehmen aufzu- 
weisen hat, sondern nicht nur ein 
βλαβερόν, sondern sogar ein πών- 
τον ἀηδέστατον ist. Den sophisti- 
schen Schlußs versteckt nun die Rede 
zuletzt wieder hintereinen allgemei- 
nen Satz, einen παλαιὸς λόγος: 
ἡλιξ γὰρ τέρπει τὸν ἡλικὰ und ἡ 
χρόνου ἰσότης --- φιλίαν παρέχε- 
ται. Dann lälst er sich in malsloser 
Weise über das ἀηδέστατον des 
ἐραστής aus, indem er wieder in so- 
phistischer Weise aus dem πρεσβύ- 
τερὸς ἐραστής einen πρεσβύτατος, 
einen abgelebten Greis, macht und 
dann wieder mit einem Gemeinplatze 
schliefst: „Unverdienter Tadel von 
Seiten eines Nüchternen ist schon 
schwer zu ertragen, ekelhaft aber 
von Seiten eines, der trunken ist“, 


-- u nn nn 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. . 29 


αὐτῷ ὑπηρετεῖν" τῷ δὲ δὴ ἐρωμένῳ zroiov σταραμύϑιον ἢ 
τίνας ἧδονάς διδοὺς ποιήσει τὸν ἴσον χρόνον συνόντα μὴ 
οὐχὶ ἐγε ἔσχατον ἐλϑεῖν ἀηδίας; δρῶντι μὲν ὄψιν πιρεσβυ- 
τέραν χαὶ οὐκ ἐν ὥρᾳ, ἑπομένων δὲ τῶν ἄλλων ταύτῃ, 
ἃ καὶ λόγῳ ἐστὶν ἀχούειν οὐκ ἐπιιτερπές, μὴ ὅτι δὴ ἔργῳ 
ἀγάγχης ἀεὶ τιροσχειμένης μεταχειρίζεσθαι" φυλαχάς τε δὴ 
χαχυπιοτότεους φυλαττομένῳ διὰ παντὸς Kal πρὸς ἅπαν- 
τας, ἀχαίρους τε χαὶ ἐπαίνους χαὶ ὑπερβάλλοντας ἀχού- 
οντι, ὡς δ᾽ αὕτως ψόγους γήφοντος μὲν οὐχ ἀνεχτούς, εἷς 
δὲ μέϑην ἰόντος πρὸς τῷ μὴ ἀνεχτῷ ἐπ᾽ αἴσχει τταρρησίᾳ 
χαταχορεῖ χαὶ ἀνατιετιταμένῃ χρωμένου. 

18. Kai ἐρῶν μὲν βλαβερός τε καὶ ἀηδής, λήξας 
δὲ τοῦ ἔρωτος εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον ἄπιστος, εἰς ὃν πολλὰ 
χαὶ μετὰ πολλῶν ὅρχων TE χαὶ δεήσεων ὑπισχνούμεγος 
μόγις χατεῖχε τὴν ἐν τῷ τότε ξυνουσίαν Ercircovov φέρειν 
δι᾿ ἐλπίδα ἀγαϑῶν. τότε δὴ δέον ἐχτίνειν, μεταβαλὼν ἄλ- 
λον ἄρχοντα ἐν αὑτῷ καὶ προστάτην, νοῦν χαὶ σωφρο- 
σύγην ἀντ᾽ ἔρωτος χαὶ μαγίας, ἄλλος γεγονὼς λέληϑε τὰ 
παιδιχά. χαὶ ὃ μὲν αὑτὸν χάριν ἀπταιτεῖ. τῶν τότε, ὑστο- 
μιμνήσχων τὰ πιραχϑέντα χαὶ λεχϑέντα, ὡς τῷ αὐτῷ δια- 
λεγόμενος" ὃ δὲ Dr αἰσχύνης οὔτε εἰτεεῖν τολμᾷ ὅτι ἄλλος 
γέγονεν, οὐϑ᾽ ὅπως τὰ τῆς προτέρας ἀνοήτου ἀρχῆς ὃρ- 
χωμόσιά τε χαὶ ὑποσχέσεις ἐμτιεδώσει ἔχει, νοῦν ἤδη ἐσχη- 
χὼς χαὶ σεσωφρονηχώς, ἵνα μὴ σπιράττων ταὐτὰ τῷ 7700- 
σϑεν ὅμοιός τε ἐχείνῳ χαὶ ὃ αὐτὸς πάλιν γένηται. φυγὰς 
δὴ γίγνεται ἐκ τούτων, χαὶ ἀτπιεστερηχὼς ὑπ ἀνάγχης ὃ 
γιρὶν ἐραστής, ὀστράχου μετατιεσόντος, ἵεται φυγῇ μετα- 
βαλών" ὃ δὲ ἀναγχάζεται διώκειν ἀγαναχτῶν καὶ ἐπιϑειά- 
ζων, ἠἡγνοηχὼς τὸ ἅπαν ἐξ ἀρχῆς, ὅτι οὐχ ἄρα ἔδει ποτὲ 

cap. 18. Das Sophistische der 


Rede ‚liegt hier in der Identificierung 
des ἔρως mit der μανία, und des 


Yela τιμιώτερον οὔτε ἔστιν οὔτε 
ποτὲ ἔσται, den falschen Schlufs. 
Aber noch nicht genug: die per- 


μὴ ἐρῶν mit dem νοῦν ἔχων. 
iederum verbirgt eine Fülle von 
leeren Worten: anlory, 600x200, 
φϑονερῶ, ἀηδεῖ, βλαβερῶ μὲν 
πρὸς οὐσίαν x. τ. &. und ἧς οὔτε 
ἀνθρώποις οὔτε ϑεοῖς τῇ ἀλη- 


oratio mufs mit einem Knalleffekt, 
mit einem Verse schliefsen, der 
einen ganz faden Gedanken enthält 
und schon deshalb nicht aus einer 
Reminiscenz an Hom. Iliad. XXII, 
262 u. 63 entsprungen sein kann. 


Eu ΟΝ 


Zn ne Ze ς ὌΨΙΝ 


ER 


— 


30 IIAATQNOL 


> - \ c > ) ! ) 1 N > x “Δ 
ἐρῶγτε χαὶ vr avayang ἀγοήτῳ χαρίζεσϑαι, ἀλλὰ πολὺ 
μᾶλλον μὴ ἐρῶντι χαὶ νοῦν ἔχοντι" εἰ δὲ μή, ἀναγχαῖον 
’ m \ > ’ , m = 
ein ἐνδοῦναι αὑτὸν ἀπίστῳ, δυσχόλῳ, φϑονερῷ, ἀηδεῖ, 
” - \ > N m > x - [4 
βλαβερῷ μὲν τιρὸς οὐσίαν, βλαβερῷ δὲ πρὸς τὴν τοῦ σώ- 
c \ \ ͵ \ \ - - 
ματος ἕξιν, “τολὺ δὲ βλαβερωτάτῳ πρὸς τὴν τῆς Wuyns 
σιαίδευσιν, ἧς οὔτε ἀνϑρώπιοις οὔτε ϑεοῖς τῇ ἀληϑείᾳ 
τιμεώτερον οὔτε ἔστιν οὔτε σπτοτὲ ἔσται. ταῦτά TE οὖν χρή, 
-“" ς. 
ὦ τα, ξυννοεῖν, χαὶ εἰδέναι τὴν ἐραστοῦ φιλέαν, ὅτι οὐ 
> 2 ’ N 2 ἡ \ N ,ὔ 
uer Evvolag γίγνεται, ἀλλὰ σιτίου τρόττον, χάριεν τιλη- 
- ς 7, 0 2 wo } \ τῶ mn 
σμονῆς, ὡς λύχοι ἂρν ἀγαπῶσ᾽, ὡς παῖδα φιλοῦσιν 
ἐρασταί. 
λς 2 “ὦ 5 & 2 2 N x N 
19. Τοῦτ ἐχεῖνο, ὦ Φαῖδρε. οὐχέτ᾽ ἂν τὸ πέρα 
3 , 2 - ͵ ΕΣ Au DE , Re ς , 
ἀχοῦσαις Euov λέγοντος, ἀλλ᾽ ἤδη σοι τέλος ἐχέτω 6 λόγος. 
DAI. Καίτοι ᾧμην σὲ μεσοῦν αὑτοῦ, καὶ ἐρεῖν τὰ 
ἴσα σπιερὶ τοῦ μὴ ἐρῶντος, ὡς δεῖ ἐχείνῳ χαρίζεσθαι μᾶλ- 
” N πῆ ἄν νυ ἢ ) Du n \ N = π 
λον, λέγων 00 av ἔχει ἀγαϑα᾽ νῦν δὲ δή, ὦ Σώχρατες, 


BARS 
τί anomaveı; 


30. Οὐχ ἤσϑου, ὦ μαχάριε, ὅτι ἤδη ἔπη φϑέγγο- 
μαι, ἀλλ᾽ οὐχέτι διϑυράμβους, χαὶ ταῦτα ψέγων; ἐὰν δ᾽ 
ἑσταινεῖν τὸν ἕτερον ἄρξωμαι, τί μὲ οἴει ποιήσειν; ἀρ 
οἶσϑ᾽ ὅτι ὑπὸ τῶν Νυμφῶν, αἷς ue σὺ προὔβαλες € ἔκ 00- 


γοίας, σαφῶς ἐνϑουσιάσω; 


τὸν ἕτερον λελοιδορήχαμεν, 


> ,ὔ , 
ἀγαϑὰα ττροσεστι. 


cap. 19. Aus den ersten W. des 
S. merkt man gewissermafsen, wie 
der Redner der Hülle, die sein Ant- 
litz barg, sich entledigend aufatmet. 
Das ἀν ἀχούσαις würde unsere 
Sprache hier kräftiger geben, da 
es dem folgenden Imperativ ἐχέτω 
parallel steht: „Du sollst hören“, 
Wie wenig Ph. sich. um den Ge- 
danken der Rede bekümmert hat, 
zeigt seine naive Antwort, er habe 
gehofft, S. werde τὰ ἴσα über den 
Nichtliebenden reden, nach der 
Weise des Lysias. Der Gedanke 
der ironischen Antwort des 8. ist: 
„Mit Dithyramben , deren vielfach 


λέγω οὖν ἑνὶ λόγῳ, ὅτι ὅσα 

τῷ ἑτέρῳ ταἀναντία τούτων 
7 - es ΄ \ > 

χαὶ τί δεῖ μαχροὺ λόγου; zregl γὰρ au- 


wechselndes Metrum der begeister- 
ten Sprache der Prosa nahe kommt, 
habe ich begonnen und bin am 
Ende mit dem schönen Verse ὡς 
λύκοι x. τ. δ. in ein fest bestimmtes, 
in das epische Versmals hineinge- 
raten. Dabei habe ich immer nur 
getadelt. Wenn ich nun erst lobe 
und das Gute preise, was für ein 
Dichter soll da noch aus mir wer- 
den?“ Denn ποιήσειν bedeutet hier 
im Rückblick auf ἔπη φϑέγγομιαι 
und διϑυράμβους „dichten“, 

Ἢ δὴ καλουμένη σταϑερά würde 
ich Biobt mit ὦ. FE. Hermann be- 
seitigen: es ist das wohl nicht die 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 91 


- ς “ ΡΣ \ [4 RL) wo “ ’ 
poiv ἱκανῶς εἴρηται. καὶ ovrw δὴ ὁ μῦϑος, ὁ τι zraoysıy 
> - - 
χιροσήχει αὑτῷ, τοῦτο “εἰσεται" 

I ,ὕ c \ m ns > 
τον διαβὰς ἀτιέρχομαι, 7rolv ὑπὸ σοῦ τι μεῖζον avayaa- 
σϑῆγαι. 
’ 5 a N - 
ΦΑ͂Ι. ήπω γε, ὦ Σώχρατες, zolv av τὸ χαῦμα 
ya » ΡΒ > c m c do "ὃ N a 
χεαρέλϑῃ" ἢ οὐχ ὁρᾷς ὡς 0XE00v ἤθη μεσημβρία ἵσταται 
ς \ , 7, 3 \ N a 
ἢ δὴ χαλουμένη σταϑερά, ἀλλὰ ττεριμείναντες, χαὶ ἀμαὰ 
- , , ’ > > 
zegl τῶν εἰρημένων διαλεχϑέντες, τάχα ἐπειδὰν ἄτιο- 
ψυχῇ ἴμεν. 
ΤΆ 2 = \ 5, = 
22. Oeiog y ei περὶ τοὺς λόγους, ὦ Φαῖδρε, καὶ 
οἶμαι γὰρ ἐγὼ τῶν Ezet τοῦ σοῦ βίου 


P} x \ \ » 
καγὼ τὸν 7οόταμον του- 


ἀτεχνῶς ϑαυμάσιος. 


γεγονότων μηδένα πλείους ἢ σὲ πεδυθεηκέναι γεγενγῆσϑαι 


ἤτοι αὐτὸν λέγοντα ἢ ἄλλους Evi γέ τῳ τρόπῳ ζροσαγναγ- 
χάζοντα. Σιμμίαν Θηβαῖον ξξαιρῶ Aöyonr τῶν δὲ ἄλλων 
eaurcokv χρατεῖς᾽ χαὶ νῦν αὖ δοχεῖς αἴτιός μοι γεγενῆ- 
σϑαι λόγῳ τινὶ ῥηϑῆγαι. 

ΦΑ͂Ι. Οὐ πόλεμόν γε ἀγγέλλεις 
τίνι τούτῳ: 

20. ΣΩ. Hoin ἔμελλον, ὦ ᾿γαϑέ, τὸν ποταμὸν 
διαβαίνειν, τὸ δαιμόνιόν τε καὶ [τὸ] εἰωϑὸς σημεῖόν μοι 
γέγνεσϑαι ἐγένετο --- ἀεὶ δέ με ἐπίσχει, 6 ἂν μέλλω σπιράτ- 
τειν — χαί vıva φωνὴν ἔδοξα αὐτόϑεν ἀχοῦσαι, ἡ ψιὲ οὐχ 
ἐᾷ ἀπτιέναι τιρὶν ἂν ἀφοσιώσωμαι, ὥς τι ἡμαρτηχότα εἰς 


RN » x 
ἀλλὰ πῶς δὴ χαὶ 


“- 


τὸ ϑεῖον. 


Glosse eines Abschreibers, der wohl 
kaum das dr hinzugesetzt haben 
würde, sondern die W. sehen einem 
etwas billigen Witze ähnlich: 7 με- 
σημβρία ἵσταται und das ist die 
Zeit, ruhig sitzen zu bleiben. 
Simmias und sein Freund Kebes 
waren zwei Thebaner, die, wie aus 
Platos Phädon hervorgeht, dem S. 
sehr nahe standen. Beide liefsen 
sich, wie S. dort sagt, nicht leicht 
überzeugen. cf. Phaedon. cap. 35 u. f. 
cap. 20. In Bezug auf das δαι- 
μόνιον ist Plat. Euth. c. 2, apol. 
Soer. 6. 19 u. 21, sympos ὁ. 3 nach- 
zuschlagen und dann nachzulesen, 


ER \ 3 , , 2 , \ 3 
εἰμὶ δὴ οὖν μάντις μέν, οὐ σιάνυ δὲ σπουδαῖος, 


was die Philosophen in den Ge- 
schichten der Philosophie darüber 
sagen. Die innere Stimme treibt 
den S. nie zu etwas an, sondern 
hält ihn nur, wie hier, zurück. Ich 
glaube, man darf, wenn man das 
Dämonion philosophisch erklären, 
seinen Begriff formulieren will, nach 
dem Vorgange von Fraguier und a. 
doch nicht vergessen, sich mit der 
Ironie des S. abzufinden. Hier führt 
er dasselbe scherzend an, wieweit 
in der Apologie und im Euthyphron 
mit Ironie, dürfte hier nieht zu 
untersuchen sein. Im folgenden ist 
auf die W. μάντις, μανϑάνω, μαν- 


32 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ἀλλ᾽ ὥστιερ οἱ τὰ γράμματα φαῦλοι, ὅσον μὲν ἐμαυτῷ 
μόνον ἱκανός" σαφὼς οὖν ἤδη μανϑάνω τὸ ἁμάρτημα. 
ὡς δή τοι, ὦ ἑταῖρε, μαντιχόν γέ τι καὶ ἡ ψυχή" ἐμὲ γὰρ 
ἔϑραξε μέν τι χαὶ πάλαι λέγοντα τὸν λόγον, nal πως 
ἐδυσωτιούμην xar Ἴβυχον, μή τι παρὰ ϑεοῖς ἀμβλαχὼν 
τιμὰν 008 ἀνϑρώττων ἀμείψω" νῦν δ᾽ ἤσϑημαι τὸ ἁμάρ- 
τημα. 

DAI. “έγεις δὲ δὴ τί; 

ΣΩ. Δεινόν, ὦ Φαῖδρε, δεινὸν λόγον αὐτός τε ἐχό- 
μισας ἐμέ τε ἠνάγχασας εἰτιεῖν. 

ΦΑ͂Ι. Πῶς δή; 

ΣΩ. Εὐήϑη καὶ ὑτιό τι ἀσεβῆ" 
γότερος; 

DAI, Οὐδείς, εἴ γε σὺ ἀληϑὴ λέγεις. 

ΣΩ. Τίοὐν; τὸν Ἔρωτα οὐχ Agpoodiemg χαὶ ϑεόν 
τινα ἡγεῖ; 

DAI. Atysval γε δή. 

ΣΩ. Οὗ τι ὑπό γε Avolov, οὐδὲ ὑπὸ τοῦ σοῦ λόγου, 
ὃς διὰ τοῦ ἐμοῦ στόματος καταφαρμαχευϑέντος ὑπὸ σοῦ 
ἐλέχϑη. εἰ δ᾽ ἔστιν, ὥσπερ οὖν ἔστι, ϑεὸς ἢ τι ϑεῖον ὃ 
Ἔρως, οὐδὲν ἂν χαχὸν εἴη" τὼ δὲ λόγω τὼ γῦν δὴ eg! 
αὐτοῦ eirernv ὡς τοιούτου ὄντος. ταύτῃ τὲ οὖν ἡμαρτα- 
γέτην ττερὶ τὸν Ἔρωτα, ἔτι TE ἡ εὐήϑεια αὐτοῖν πάνυ 
ἀστεία, τὸ μηδὲν ὑγιὲς λέγοντε μηδὲ ἀληϑὲς σεμνύνεσθαι 
ὡς τὶ ὄντε, εἰ ἄρα ἀνϑρωπίσχους τινὰς ἐξαπατήσαντε 
εὐδοχιμήσετον ἐν αὐτοῖς. ἐμοὶ μὲν οὖν, ὦ φίλε, χαϑήρα- 


- a 
οὗ τίς av εἴη der- 


giebt sodann den Beweis für die 


τιχὸς zu achten: S. will spalsend 
Gottlosigkeit der Rede in ‚einem 


μάντις und μαντιχὸς mit μανϑάνω 


zusammenstellen, wie oben ἔρως 
mit δώννυμι. 

S. steigert sich nun in seinem 
Urteil über die gehaltenen Reden, 
oder vielmehr über Lysias und Ph. 
selbst, von δεινὸν durch das εὔηϑες 
zum ἀσεβές, vom Sehen. zum 
Einfältigen — denn diese scharfe 
Bedeutung liegt hier in dem εὐήϑη 
— und zum Gotteslästerlichen. Er 


kurzen, ‚schlagenden Satze: εἰ ἔστιν 
ϑεὸς ὁ Ἔρως, οὐδὲν ἃ ἂν χαχὸν εἴη 
und läfst nun seinem bittersten Hohn 
in den folg. W. freien Lauf, in denen 
er den ἀνϑρώπισχοι, den 'Männlein 
Lysias und Phädrus ihre spafshafte 
Einfalt vorhält und ihren Reden alle 
Gesundheit und Wahrheit abspricht. 
Zum Schlufs weist er in derbster 
Weise auf den Schlufs des cap. 13: 


@AIAPOR. 35 


εσϑαι avayın“ ἔστι δὲ τοῖς ἁμαρτάνουσι πιερὶ μυϑολογίαν 
χαϑαρμὸς ἀρχαῖος, ὃν Ὅμηρος μὲν οὐχ ἤσϑετο, Στησί- 
χορος δέ. τῶν γὰρ ὀμμάτων στερηϑεὶς διὰ τὴν Ἑλένης 
χαχηγορίαν οὐχ ἠγνόησεν ὥστιερ Ὅμηρος, ἀλλ᾽ ἅτε μου- 
σιχὸς ὧν ἔγνω τὴν αἰτίαν, καὶ ποιεῖ εὐϑὺς 

οὐχ ἔστ᾽ ἔτυμος λόγος οὗτος, 

οὐδ᾽ ἔβας ἐν νηυσὶν εὐσέλμοις, οὐδ᾽ ἵκεο Πέργαμα 

Τροίαρ᾽ 
χαὶ ποιήσας δὴ πᾶσαν τὴν χαλουμένην παλινῳδέαν 710- 
ραχρῆμα ἀγέβλεψεν.. ἐγὼ οὖν σοφώτερος ἐχείνων γενή- 
σομαι Kar αὐτό γε τοῦτο πρὶν γάρ τι παϑεῖν διὰ τὴν τοῦ 
Ἔρωτος καχηγορίαν “πειράσομαι αὐτῷ ἀττοδοῦναι τὴν πα- 
λινῳδίαν, γυμνῇ τῇ κεφαλῇ, καὶ οὐχ ὥσττερ τότε ὑπ᾽ 
αἰσχύνης ἐγχδχαλυμμένος. 

DAI. Τουτωνί, ὦ Σώχρατες, οὐχ ἔστιν ἅττ᾽ ἂν ἐμοὶ 
εἶσχτες ἡδίω. 

21. ΣΩ. Καὶ γάρ, ὦ ᾿᾽γαθὲ Φαῖδρε, ἐννοεῖς ὡς 
ἀναιδῶς εἴρησϑον τὼ λόγω, οὗτός τε καὶ ὃ ἐκ τοῦ βιβλίου 
ῥηϑείς. εἰ γὰρ ἀχούων τις τύχοι ἡμῶν γεννάδας καὶ 710009 
τὸ ἦϑος, ἑτέρου δὲ τοιούτου ἐρῶν ἢ καὶ πρότερόν τοτὲ 
ἐρασϑείς, λεγόντων ὡς διὰ σμιχρὰ μεγάλας ἔχϑρας οἱ 
ἐρασταὶ ἀναιροῦνται χαὶ ἔχουσι πρὸς τὰ παιδικὰ φϑονε- 
ρῶς τε καὶ βλαβερώς, OS οὐχ ἂν οἴει αὐτὸν ἡγεῖσθαι 
ἀχούειν ἐν γαύταις σου τεϑραμμένων χαὶ οὐδένα ἐλεύ- 
ϑέερον. ἔρωτα ἑωραχότων, πολλοῦ δ᾽ ἂν δεῖν ἡμῖν ὅμολο- 
γεῖν ἃ ψέγομεν τὸν Ἔρωτα; 


ἐγγαληναμενος χ. τ. ξ. zurück: die 
ὑπ ἀισχυγης ἐγχεκαλυμμένος 
klingen hier‘ nach dem Gesagten 
schroff, während sie dort durch den 
Zusatz. un βλέπων πρὸς σὲ einen 
scherzhaften Beigeschmack hatten. 

cap. 21. Ph. hat das Ernste in 
den W. des S. nicht ‚verstanden, 
wie seine Antwort οὐχ ἂν ἐμοὶ 
εἶπες ἡδίω zeigt. Daher wird 5. noch 
deutlicher mit ἀναιδῶς, d. i. ohne 
Scheu vor sich oder anderen, etwa 
„frech“. Mit ὃ 2x τοῦ βιβλίου ön- 


Plato, Phädrus. 


ϑεὶς nennt. den Lysias einen Rede- 
schreiber, wie er auch weiterhin das 
γράφειν desselben hervorhebt. τὸ 
7905 gehört zu den beiden Adjec- 
tivis, zu γεννάδας und πρᾶος „ein 
edler Charakter und ein milder, 
dem das Freche als Mafsloses fremd 
ist“. Dem γεννάδας stehen im f. 
die W. οὐδένα ἐλεύϑερον ἔρωτα 
ἑωρακότων, dem πρᾶος die W 
ἐν ναύταις που τεθραμμένων ent- 
gegen. Die ΝΥ. πῶς --- δωραχότων 
enthalten das schär fste, das Schlufs- 


3 


34 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


"AI. Ἴσως νὴ N, ὦ Σώχρατες. 

ΣΩ, Τοῦτόν ye τοίνυν ἔγωγε αἰσχυνόμενος, χαὶ αὖ- 
τὸν τὸν Ἔρωτα δεδιώς, ἐπιϑυμῶ ποτίμῳ λόγῳ οἷον ἄλμυ- 
ρὰν ἀχοὴν ἀποχλύσασϑαι" συμβουλεύω δὲ καὶ “υσίᾳ ὅ τι 
τάχιστα γράψαι, ὡς χρὴ ἐραστῇ μᾶλλον ἢ μὴ ἐρῶντι ἐχ τῶν 
ὁμοέων χαρίζεσϑαι. 

DAI. ᾿41λλ᾽ εὖ ἴσϑε ὅτι ἕξει τοῦϑ'᾽ οὕτως" σοῦ γὰρ 
εἰχεόντος τὸν τοῦ ἐραστοῦ ἔτεαινον, zuaoa ἀνάγχη Avciav 
ὑτε ἐμοῦ ἀναγχασϑῆναι γράψαι αὖ περὶ τοῦ αὐτοῦ λόγον. 

>22. Τοῦτο μὲν “ιιστεύω, ἕωστιερ ἂν ἧς ὃς εἶ. 

®AI. ““ἐγε τοίνυν ϑαρρῶν. 

ΣΩ. Ποῦ δή μοι ὃ παῖς πρὸς ὃν ἔλεγον; ἵνα zei 
τοῦτο ἀκούση, χαὶ μὴ ἀνήχοος ὧν φϑάσῃ χαρισάμενος τῷ 


Ἃ > nz 
un ἔρωντι. 


DAI. Οὗτος παρά 004 μάλα τιλησίον ἀεὶ «ττἄρεστιν. 


a \ 7 
ὁταν σὺ βουλῃ. 


22. ΣΩ. Οὑτωσὶ τοίνυν, ὦ παῖ χαλέ, ἐννόησον, 
ὡς ὃ μὲν πρότερος ἦν λόγος Φαίδρου τοῦ μοϑδμλέους, 
ἸΠυρρινουσίου ἀνδρός" ὃν δὲ μέλλω λέγειν, Στησιχόρου 

- 2 7, ς , , \ “Ὁ “ > Ir 3 
τοῦ Εὐφήμου, ᾿Ιμεραίου. λεχτέος δὲ WdE, oTı οὐχ ἔστ 


urteil des S, über die Rede des 
Lysias, und dies Urteil zwingt er 
dem Ph. mit dem πῶς οὐχ οἴξι — 
du mulst glauben — gewissermalsen 
auf. Ph. antwortet verlegen, zuerst 
seine Zustimmung beschränkend mit 
ἴσως und dann gleich die Beschrän- 
kung durch den "Schwur aufhebend. 
Das τοῦτόν γε in den folg. W. des 
S. aber geht wohl auf Zeus, welchen 
Ph. eben angerufen hat: „Zeus eben 
ist's, den ich scheue, und Eros selbst, 
den ich fürchte“, nicht aber auf 
γεννάδας und πρᾶος τὸ ἦϑος, wie 
die Erklärer wohl sonst annehmen ; 
Zeus ist Ja der Gott der Philosophen. 
In ἁλμυρὰν ἀκοὴν aber ist ἀχοὴ 
„das Gehörte“: „das, was ich Sal- 
ziges zu hören bekommen habe, 
will ich mit einem reinen Rede- 
trunke hinunterspülen“. Mit den 
W. συμβουλεύω — Οχαρίζεσϑαι 


(ἐχ τῶν ὁμοίων Si cetera paria 
sunt. Heind.) hilft dann S. dem Ph. 
wieder zu Worten. Eine neue Rede 
soll er hören, und da verspricht Ph. 
mit, grölster Bestimmtheit (πᾶσα 
avayan — ἀναγχασϑῆνας), was 
S. nur als guten Rat aufstellte. 
Nun ist er wieder im Fluls und so 
erwidert er denn die letzte, scher- 
zende Frage des 8. ποῦ δὴ uoı ὃ. 
παῖς; mit fünf Ausdrücken: οὗτος 
Ξ: παρά ε σοι --- μάλα πλησίον — 
ἀεί --- πάρεστι, deren erster fast 
schon genügt hätte. 

cap. 22. Die folgende Rede des 
S. ist das Meisterwerk einer Lob- 
rede. „Ihr Gegenstand — sagt Stein- 
hart — ist die Schilderung des ersten 
Erwarhens eines höheren und edle- 
ren Seelenlebens durch begeisterte 
Liebe zur idealen Schönheit.“ S. 
giebt wohl sein Thema selbst mit 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 35 


’ c ὃν [4 and w -“" » 
ἔτυμος λόγος, ὃς ἂν πιαρόντος ἐραστοῦ τῷ μὴ ἐρῶντι μᾶλ- 
- Pr ,ὔ 4 c N 
λον φῆ δεῖν χαρίζεσθαι, διότι δὴ ὃ μὲν μαίνεται, ὃ δὲ σω- 

‘ ? ? 
φρονεῖ. εἰ μὲν γὰρ nv ἁτιλοῦν τὸ μανίαν χαχὸν εἶναι, ἀα- 
= ᾽ν Ἢ Be - > n ud 
λῶς av ἐλέγετο νῦν δὲ τὰ μέγιστα τῶν ἀγαϑῶν ἡμῖν 
,ὔ ’ὔ ’ [4 ᾽, co 
γίγνεται διὰ μανίας, ϑείᾳ μέντοι δόσει διδομένης. N τὲ 
\ ae) a4 (FE Me | ΄ Cr ᾿ 
γὰρ δὴ Ev “Ιελφοῖς προφῆτις αἵ τ ἐν “ΪΙωδώγῃ ἱέρειαι μα- 
2 ἊΝ \ c 
γεῖσαι μὲν ττολλὰ δὴ χαὶ χαλὰ ἰδίᾳ τε καὶ δημοσίᾳ τὴν Ei- 
- ὟΝ > γι-. ἐδ 
λάδα εἰργάσαντο, σωφρονοῦσαι δὲ βραχέα ἡ οὐδέν". καὶ 
\ ΄, , Ὶ 14 ἂν 
ἐὰν δὴ λέγωμεν͵ Σίβυλλὰν TE χαὶ ἄλλους, 0001 μαντιχῇ 
) ἐγϑέῳ πολλὰ δὴ λλοῖς προλέγοντες εἰς τὸ 
χρώμενοι ἐνθέῳ πολλὰ δὴ πολλοῖς προλέγοντες εἰς 
Ρ Υ 2 δ) m , ,ὕ = 
μέλλον ὠρϑωσαν, μηχύνοιμεν av δῆλα παντέ λέγοντες 
i 7, [4 » m 
τόδε μὴν ἄξιον ἐπειμαρτύρασϑαι, ὅτι χαὶ τῶν ταλαιῶν οἱ 
> ’ ’ > » 2 
τὰ ὀνόματα τιϑέμενοι οὐκ αἰσχρὸν ἡγοῦντο οὐδὲ ὄνειδος 
ὔὕ δ) ἘΞ ὔ Φ , ΄ὔ 
uaviav. οὐ γὰρ ἂν τῇ καλλίστῃ τέχνῃ, ὑ τὸ μέλλον χρίνε- 
> - 7) 7 
ται, αὐτὸ τοῦτο τοὔνομα ἐμηιλέχοντες μανικὴν ἐχάλεσαν" 
and: € 7, a 5 ; r a 
ἀλλ᾽ ὡς καλοῦ ὄντος, ταν ϑείᾳ μοίρᾳ γίγνηται, 0UTW γο- 
f r m ’ \ ae , 
μίσαντες ἔϑεντο, οἱ δὲ νῦν ατιξιροχάλως τὸ ταῦ ἐπεμβαλ- 
λοντες μαντιχὴν ἐχάλεσαν. ἐπεὶ καὶ τήν γε τῶν ἐμφρόνων 
ζήτησιν τοῦ μέλλοντος διά τε ὀρνέϑων ποιουμένων καὶ 
AR ’ Ὁ] N , > 
τῶν ἄλλων σημείων, ar ἐχ διανοίας ττοριζομένων ἀνϑρω- 


den einfachen Worten: ὅ ἔρως ἐπ᾿ 
εὐτυχίᾳ τῇ μεγίστῃ παρὰ ϑεῶν 
τοῖς ἀνθρώποις δέδοται. Die Rede 
ist so wunderbar schön, weil ihre 
Form durchweg dem Gedanken ent- 
spricht, sich durch diesen bedingen 
läfst, weil S. in ihr dem rechten 
Gedanken die richtige Form giebt. 

S. beginnt mit einem harmlosen 
Scherze, den Ast richtig erklärt: 
„Oratio prior dieitur Phaedri esse, 
cujus nomine signifieatur is, qui 
vana obluctatur specie; isque filius 
vocatur Pythoclis, quo homo famae 
et gloriae cupidus designatur;; prae- 
terea Myrrhinusius vocatur, quasi 
in toris myrteis cubans, quod moris 
est delicatorum et otiosorum. Alte- 
rius contra orationis ingenium neve 
musicum ac religiosum egregie hoc 
indicatur, quod Stesichori fingitur 
esse, Stesichorus videlicet a choris 


instituendis nomen invenit ; porro 
filius fuit Euphemi, quo vir pius 
significatur, et Himera oriundus, 
quo vir amore (ἡμέρῳ) quasi ini- 
tiatus designatur“. 

Im. scherzenden Tone ist das Ka- 
pitel auch weiterhin gehalten. Schon 
das Thema, welches er bespricht, 
ist ein Spals; er will beweisen, dafs 
der ἔρως eine μανία ist. Sein 
Hauptsatz ist das in Wahrheit nicht: 
er schiebt sehr bald (cap. 23) dem 
Begriffe μαίνεσθαι den des χινεῖ- 
σϑαι und später (cap. 29) diesem 
wieder den des ἐνθουσιάζειν unter. 
Der Hauptsatz des S. heifst also 
nicht: ὃ ἔρως μανία τίς ἐστι, son- 
dern: ὃ ἔρως ἐστὶν ἐνθουσιασμός 
oder ἐνθουσίασίς τις, wie er cap. 30 
auch sagt: αὕτη πασῶν τῶν ἐν- 
ϑουσιάσεων ἀρίστη κ. τ. δ. Solcher 
ἐνθουσιάσεις, βασὶ er, giebt esaulser 


3 Ὲ 


36 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


zeivn οἰήσει νοῦν ve καὶ ἱστορίαν, οἱονοϊστικὴν ἐτεωνόμα- 
σαν, ἣν νῦν οἰωνιστιχὴν τῷ ὦ σεμνύνοντες οἱ νέοι καλοῦ- 


a \ 5 ͵ 
σιν" 00% δὴ οὖν τελεώτερον χαὶ ἐντιμότερον μαντιχὴ 


οἰωνιστιχῆς, τό TE ὄνομα τοῦ ὀνόματος ἔργον τ᾽ ἔργου, 
τόσῳ χάλλιον μαρτυροῦσιν οἱ “αλαιοὶ μανίαν σωφροσύ- 
γης τὴν ἐχ ϑεοῦ τῆς παρ᾽ ἀνϑρώτιων γιγνομένης. ἀλλὰ 
μὴν νόσων γε χαὶ πόνων τῶν μεγίστων, ἃ δὴ παλαιῶν ἐκ 
μηνιμάτων ποϑὲν ἔν τισι τῶν γενῶν ἣν, μανία ἐγγενο- 
μένῃ καὶ τιροφητεύσασα οἷς ἔδει ἀταλλαγὴν εὕρετο, κατα- 
φυγοῖσα πρὸς ϑεῶν εὐχάς τε nal λατρείας, ὅϑεν δὴ χα- 
ϑαρμῶν τε χαὶ τελετῶν τυχοῦσα ἐξάντη ἐποίησε τὸν ἕαυ- 
τῆς ἔχοντα τιρός TE τὸν παρόντα χαὶ τὸν ἔπειτα χρόνον, 
λύσιν τῷ ὀρϑῶς μανέντι TE χαὶ χατασχομένῳ τῶν σιαρόν- 


e , ’ > - 
τῶν χαχῶν εὑρομένῃ. τρίτη δὲ ἀπὸ Movowv κατοχωχή τὲ 
χαὶ μανία, λαβοῦσα ἁπαλὴν χαὶ ἄβατον ψυχήν, ἐγείρουσα 


Δ [4 ͵ 2 Nr \ \ \ » r 
χαὶ ἐχβαχχεύουσα zara Te ῳδὰς χαὶ χατὰ τὴν ἄλλὴν τιοίη- 


σιν, μυρία τῶν παλαιῶν ἔργα κοσμοῦσα τοὺς Erriyıyvoue- 


’ ar EN ΝΥ » N - 2 \ 
vovg παιδεύει" ὃς δ᾽ ἂν avev μανίας Movoov Evi romrtı- 
΄ > N 
zus ϑύρας ἀφίχηται, τιεισϑεὶς ὡς ἄρα Ex τέχνης ἱχανὸς 


2 \ , N x m 
σπιοιητὴς ἐσόμενος, ἀτελὴς αὐτός τὲ χαὶ ἡ ποίησις ὑπὸ τῆς 


-" , > -. 2 , 
τῶν μαινομένων ἢ τοῦ σωφρονοῦντος ἡφανίσϑη. 
23. Τοσαῦτα μέντοι χαὶ ἔτι σπιλείω ἔχω μανίας γι- 


dem Eros mehrere, wie die μαντεχή, Die ersten W. der Rede: Οὐχ ἔστ᾽ 
die er scherzend und die sophisti- ἔτυμος λόγος zeigen zurück auf 
sche Philologie, wie öfter, neckend das im 20. Kapitel Gesagte. Es 
mit der μανική (μανία) identifieiert wiederholen sich dann die Satz- 


und ihr eine Unterabteilung der 
σωφροσύνη, des Gegensatzes der 
μανία, die οἰωνιστιχή entgegen- 
stellt, die τῶν ἐ μφρόνων ζήτη; 
σις τοῦ μέλλοντος: die τελεστικχή, 
den begeisterten Mysteriendienst; 
und die wovoıxn, worunter selbst- 
verständlich nicht blofs die Poesie 
zu verstehen ist. 

Ton und Form der Rede in die- 
sem und dem folg. Kapitel sind die 
der praktischen Darlegung, wie sie 
die Aufführung der verschiedenen 
Arten der μανία, die eine Art de- 
monstratio per exempla ist, verlangt. 


formen im wesentlichen: ε ἐ — 7», 
ἂν ἐλέγετο, vor δὲ — διδομέ- 
ve ἢ τε γὰρ κ. τ. ἕ. und dieser 
Form entsprechend: ἐὰν δὴ λέγω- 
μεν, μηκύνοιμεν ἄν" τόδε — μα- 
γίαν᾽ οὐ γὰρ x. τ. ὃ. Die Dar- 
stellung ist durchaus nicht knapp, 
beschränkt sich nicht auf das Not- 
wendige, wie das mit ἐπεὶ καὶ ein- 
geleitete Beispiel der ‚lomıorıen 
und der mit ὃς δ᾽ ἂν ἄνευ μανίας 
eingeführte Gegensatz der wovaux 
u.a. darthun, aber er ist auch durch 
aus nicht breit u. s. w. 

cap. 23. Scherzend ist wohl 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 37 


ER Ἢ vy ur N. 

γγομένης αὐτὸ ϑεῶν λέγειν καλὰ ἔργα" WOTE τοῦτό Ye 

9 \ N 4 [4 ς Ἂ» ΄ / 
αὐτὸ μὴ φοβώμεϑα, μηδέ τις ἡμᾶς λόγος ϑορυβείτω de- 
διττόμενος, ὡς πρὸ τοῦ χεκινημένου τὸν σώφρονα δεῖ 

᾿.- N > \ ’ \ 2 ,ὔ , 
σπροαιρεῖσϑαι φίλον" ἀλλὰ τόδε πρὸς ἐχείνῳ δείξας φε- 
, 2 τ 8 3 Ἂν 
θέσϑω τὰ γικητήρια, ὡς οὐχ ἐπ ὠφελείᾳ ὃ ἔρως τῷ 
ἐρῶντι χαὶ τῷ ἐρωμένῳ ἐκ ϑεῶν ἐτειπεέμτνεται. ἡμῖν δὲ 
ἀτιοδεικτέον αὖ τοὐναντίον, ὡς ἐπε εὐτυχίᾳ τῇ μεγίστῃ 
παρὰ ϑεῶν ἢ τοιαύτη μανία δίδοται" ἡ δὲ δὴ ἀπόδειξις 
ἔσται δεινοῖς μὲν ἄπιστος, σοφοῖς δὲ πιστή, δεῖ οὖν σπερῶ- 
τον ψυχῆς φύσεως πέρι ϑείας τὲ καὶ ἀνϑρωπίνης ἰδόντα 
πάϑη τε χαὶ ἔργα τἀλῃϑὲς νοῆσαι" ἀρχή δὲ ἀποδείξεως ἥδε. 
» ,ὔ > N > ‚ 
24. Ψυχὴ πᾶσα ἀϑάνατος. τὸ γὰρ ἀειχένητον ἀϑά- 
᾿ \ 27 m WE: Ψ΄. .; ’ - 

varov' τὸ ὃ ἀλλο χινοῦν χαὶ use ἀλλου χινούμεγον, scaühav 
ἔχον χινήσεως, πιαῦλαν ἔχει ζωῆς" μόνον δὴ τὸ αὑτὸ χι- 

» u > > a ,ὔ ! ’ 
γοῦν, ἅτε οὐχ aroheiscov ἑαυτό, οὔ score λήγει χινούμεγον, 
>A . 2 n co ἊΣ a 2 \ 
ἀλλὰ zul τοῖς ἄλλοις ὅσα χιγεῖται τοῦτο “τηγὴ χαὶ ἀρχὴ 
΄, 2 \ % > , 2 2 - \ > ,ὔ » 
χιγήσεως. ἀρχὴ δὲ ἀγένητον. ἐξ ἀρχῆς γὰρ ἀνάγχη τιᾶν 
\ , ; \ \ Iwein δὸς 2 \ 
τὸ γιγνόμενον γίγνεσϑαι, αὑτὴν δὲ und ἐξ ἑνός" εἰ γὰρ 


yr > \ N 2 N 2 2 -» , 2 \ 
ἔχ του ἀρχὴ γίγνοιτο, οὐκ ἂν ἐξ ἀρχῆς γίγνοιτο. ἐτιξιδὴ 


die Häufung der Ausdrücke der 
Furcht: φοβώμεϑα, ϑορυβείτω, δε- 
διττόμενος. Der Ausdruck zexı- 
pnu£vog für das νοσών der vorigen 
Rede oder das μαινόμενος der jetzi- 
gen wird dann, wie gesagt, wie zu- 
fällig untergeschoben, erhält aber, 
um in dem Geiste des Zuhörers zu 
haften, eine prononcierte Stellung. 
Zu δείξας φε ἐμ ist natürlich 
ὁ λόγος Subjekt. Die W. οὐχ ἐπ᾿ 

ὠφελείᾳ χ. τ. &. weisen auf ähn- 
liche Ausdrücke der vorhergegange- 
nen Rede zurück, nur liegt in ihnen 
wegen des ἐκ ϑεῶν ἐχπέμπεται eine 
andere Färbung, als i in dem früheren 
εἶτε ὠφέλειαν εἴτε βλάβην παρ- 

ἔχει, Auffällig kann es erscheinen, 
dafs ernun in seinem enger gefafsten 
Thema — ἐπ᾽ «εὐτυχίᾳ τῇ μεγίστῃ 
παρὰ ϑεῶν ἡ τοιαύτη μανία δέ- 
ὅοται, Worte, bei denen auch auf 
die Stellung der Satzteile zu achten 


ist — ein Objekt, wie ἀνθρώπῳ 
oder ἡμῖν, vermeidet. Er thut dies, 
um bald statt eines δεῖ οὖν πρῶ- 
τον περὲ ἀνθρώπου φύσεως ἰδεῖν 
das schönere ψυχῆς φύσεως πέρι 
ϑείας τε καὶ ἀνθρωπίνης einflech- 
ten zu können, W mit denen er 
die ganze Betrachtung zu edlerer 
Höhe erhebt. Dafs er unter den 
δεινοῖς in δεινοῖς μὲν ἄπιστος die 
„starken Geister“ der Sophisten ver- 
steht, haben Heindorf und Stallb. 
nachgewiesen. 

cap. 24. Das Kapitel giebt das 
Muster einer dialektischen Beweis- 
führung und wird deshalb vor- 
trefflich durch die praktische Dar- 
legung der vorigen Kapitel ein- 
geleitet. Die Hauptsätze sind in 
schärfster Kürze, selbst ohne Co- 
pula, hingestellt: ψυχὴ πᾶσᾳ ἀϑά- 
νατος "τὸ γὰρ ἀεικίνητον ἀϑάγα- 
τον. Ἀρχὴ δὲ ἀγένητον. Οὕτω 


38 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


3 y , 3 ‚ 3 \ ΄ 5 
δὲ ἀγένητόν ἐστι, χαὶ ἀδιάφϑορον αὐτὸ avayın εἶναι. 
> m \ ἊΝ > ΄ w ἊΝ , r 
ἀρχῆς γὰρ δὴ ἀπολομένης οὔτε αὐτή core ἔχ του οὔτε 
»” , , 2 - "τὰ ΄ 
ἄλλο ἐξ ἐχείνης γενήσεται, εἴττιερ ἐξ ἀρχῆς δεῖ τὰ πάντα 
N cr \ ! > \ x \ x 
yiyveodaı. οὕτω δὴ χινήσεως μὲν ἀρχὴ τὸ αὐτὸ αὑτὸ 
-» » \ > ΜΡ] Do@ir 2} , 
χκιγοῦν. τοῦτο δὲ οὐτ ἀττόλλυσϑαι οὔτε γίγνεσϑαι δυνα- 
’ BI ‚ > ζ δ -" 7, N -“ 
τὸν, N στίανγτα τὲ οὐραγὸν πᾶσάν τὲ γένεσιν συμττεσοῦσαν 
- ͵ 3 r Ὁ ,’ 
στῆναι χαὶ μήποτε αὖϑις ἔχειν οϑὲν κινηϑέντα γενήσεται. 
> ’ , - > - , 
ἀϑανάτου δὲ πεφασμένου τοῦ ὑφ᾽ ἕαυτοῦ κινουμένου; 
- > ͵ [4 - > > 
Woyns οὐσίαν τὲ χαὶ λόγον τοῦτον αὑτόν τις λέγων οὐχ 
αἰσχυνεῖται. πᾶν γὰρ σῶμα, ᾧ μὲν ἔξωϑεν τὸ χινεῖσϑαι, 
> € ar DE 4 LEN ς ἕως v5 ς , 
ἄψυχον, ᾧ δὲ ἔνδοϑεν αὐτῷ ES αὑτοῦ, ἔμιψυχον, ὡς ταύτης 
Υ̓ ΄ὔ -" 2 , - C \ 
οὔσης φύσεως ψυχῆς" εἰ δ᾽ ἔστι τοῦτο οὕτως ἔχον, μὴ 
’ 5 \ BERN x m δ) ΄, ’ 
ἄλλο τι εἶναι τὸ αὐτὸ ἑαυτὸ κιγοῦν ἢ ψυχήν, ἐξ ἀνάγχης 


ἀγένητόν τε χαὶ ἀϑάνατον ψυχὴ ἂν εἴη. 


25. Περὶ μιὲν οὖν ἀϑανασίας αὐτῆς ἱχανῶς" 
δὲ τῆς ἰδέας αὐτῆς ὧδε λεχτέον" 


δὴ κινήσεως μὲν ἀρχὴ τὸ αὐτὸ 
ξαυτὸ χινοῦν. Nur einmal, wo 8. 
nicht beweisend, sondern beteuernd 
spricht, giebt er einen volleren Satz: 
τοῦτο δὲ οὔτ᾽ ἀπόλλυσϑαι --- χι- 
γηϑέντα γενήσεται. Die Beweis- 
führung ist dabei sehr klar und 
durchsichtig; denn sie beschränkt 
sich nicht, nur die positiven Haupt- 
sätze zu geben, die ja eigentlich 
genügen würden, sondern sie stellt 
diese in ein helleres Licht, dadurch 
dafs sie auch die Negative zeigt: 
τὸ δὲ ἄλλο — παῦλαν ἔχει ζωῆς. 
— αὐτὴν δὲ μηδ᾽ ἐξ ξνός᾽ εἰ γὰρ 
ἔχ τοῦ κ. τ. ὃ, α. 8. ἵ, 

In Bezug auf die Übersetzung ist 
zu bemerken, dals man deutsch ge- 
nau die W. τὸ δ᾽ ἄλλο χινοῦν καὶ 
ὑπ᾽ ἄλλου κινούμενον wiedergeben 
muls, dadurch dafs man das χαὶ 
durch „und dabei“ übersetzt: „was 
anderes bewegt und dabei von an- 
derem bewegt wird“. Der Schüler 
übersieht es zu leicht, dals der 
griechische Artikel die beiden Be- 
grifle ἀλλο κινοῦν und ὑπ᾽ ἄλλου 


χερὶ 


οἷον μέν ἔστι, τιάντῃ 


χινούμενον zu einem zusammen- 
falst. 

Schliefslich ist wieder auf eine 
Schalkhaftigkeit aufmerksam zu 
machen. S. hat mit dem χεχινὴ- 
μένος des vorigen Kapitels. das χι- 
νεῖν dieses Kapitels gewisserma- 
[sen vorher angekündigt: der in dem 
χεχινημένος, das ja dem διάφρων 
entgegengestellt wird, liegende "Be- 
griff ist aber ein wesentlich an- 
derer, als der, mit welchem wir es 
hier zu thun hatten. 

cap. 25. Auch die fernere Aus- 
einandersetzung erinnert mit den 
mehrfach wiederkehrenden kurzen 
Sätzen ohne Copula, welche ein- 
gestreut sind, an die Form des vo- 
rigen Kapitels. Zu wortreicherer 
Darstellung steigt S. auf in dem 
Verhältnisse, als er in die Er 
sche Schilderung übergeht. Diese 
führt er ein im Anfange dieses Ka- 
pitels mit den ΝΥ. οἷον μὲν — ἐλ- 
λάττον ος, "welche auf das obige deu- 
γοῖς μὲν ἄπιστος, σοφοῖς δὲ πιστὴ 
hinweisen. „Die Natur der Seele 


®AIAPOZ. 39 


γάντως ϑείας εἶναι xal μαχρᾶς διηγησέως, ᾧ δὲ ἔοικεν, 
ἀνϑρωπίνης τὲ καὶ ἐλάττονος" ταύτῃ οὖν λέγωμεν. ἐοιχέ- 
τω δὴ ξυμφύτῳ δυνάμει ὑποτετέρου ζεύγους TE καὶ ἡνιό- 
χου. ϑεῶν μὲν οὖν Tresor TE χαὶ ἡνίοχοι γτάγτες αὑτοί Te 
ἀγαϑοὶ χαὶ ἐξ ἀγαϑῶν, τὸ δὲ τῶν ἄλλων μέμιχται" nal 
χερῶτον μὲν ἡμῶν ὃ ἄρχων ξυνωρίδος ἡγνιοχεῖ, εἶτα τῶν 
γυίων ὃ μὲν αὐτῷ χαλός τε καὶ ἀγαϑὸς καὶ Ex τοιούτων, 
ὁ δὲ ἐξ ἐναντίων τε καὶ ἐναντίος" χαλεπὴ δὴ καὶ δύσχολος 
ἐξ ἀνάγχης ἡ περὶ ἡμᾶς ἡνιόχησις. zen δὴ οὖν ϑνητὸν καὶ 
ἀϑάνατον ζῶον ἐχλήϑη, πειρατέον eilrceiv. «“τᾶσα ἢ ψυχὴ 
zcavrog ἐπιμελεῖται τοῦ ἀψύχου, στάντα δὲ οὐρανὸν σπίερι- 
πολεῖ, ἄλλοτ᾽ ἐν ἄλλοις εἴδεσι γιγνομένη" τελέα μὲν οὖν 
οὖσα χαὶ ἔπτε ἐρωμένη μετεωροτίορεῖ τὲ χαὶ wavra τὸν χό- 
σμον διοικεῖ" ἡ δὲ πττερορρυήσασα φέρεται, ἕως ἂν 0TEQE00 
τινὸς ἀγντιλάβηται, οὗ χατοιχισϑεῖσα, σῶμα γήϊνον λα- 


als eines Unendlichen will ich hier 
nicht darlegen, in aller Kürze aber, 
sowie ein einfacher Mensch dies 
vermag, mich eines Bildes bedie- 
nen.“ Weil er nun im Bilde spricht, 
kann er den Glauben an seine Worte 
niemandem aufdringen; das konnte 
nur ein strenger Beweis. Die deı- 
vol werden dem blofsen Bilde nicht 
Glauben schenken. 

Hat S. im vorigen Kapitel über 
die φύσις der Seele gesprochen 
und als das Wesen jeder Seele, 
alles dessen, was. Seele ist, die 
Eigenschaft der Unsterblichkeit, die 
aus dem αὐτὸ ἑαυτὸ κινεῖν her- 
vorgeht, hingestellt, so will er jetzt 
die Gestaltung, die sie als Götter- 
seele oder als Menschenseele an- 
nimmt, die ἐδέα derselben, uns in 
einem Bilde zeigen. Die Gestalt 
der Götterseele nun, sagt er, kön- 
nen wir, da wir sie weder sehen 
noch ‚genau, zu erkennen vermögen 
— οὔτε ἰδόντες οὔτε ἱχανῶς γοή- 
σαντες --- nicht beschreiben, son- 
dern wir stellen sie uns plastisch 
dar (πλάττομεν) nach der Gestalt, 
die wir der menschlichen Seele 


geben. So sagen wir: Götter und 
Menschen bestehen aus Leib und 
Seele. Diese sind bei den Göttern 
für alle Ewigkeit vereint; der Leib 
der Götter unterscheidet sich also 
von dem der Menschen dadurch, 
dals er die Unsterblichkeit der Seele 
teilt und unvergänglich ist. Die 
Seele des Menschen aber ist ver- 
schieden insofern von der der Götter, 
als sie der Möglichkeit verfallen 
ist, zeitweilig an einen vergäng- 
lichen Körper gebunden zu sein. 
Als das eigentlich Wesentliche der 
Seele giebt er nun in dem Bilde 
des von einem Wagenlenker regier- 
ten Gespannes das πτεροῦσϑαι, die 
Schwungkraft, die dem χινεῖσϑαι 
des obigen dialektischen Beweises 
entspricht, an. Diese Schwungkraft 
bleibt sich bei den Göttern immer 
gleich, bei der Menschenseele nimmt 
sie zu und ab, ihre Abnahme aber 
bindet sie eben an einen sterblichen 
Leib. Wie oben den Begriff χι- 
γνεῖσθαι, 50 führt auch hier 5, den 
Begriff ᾿πτεροῦσϑαι zuerst in un- 
tergeordneter, attributiver Stellung 
ein: ἐοικέτω ξυμφύτῳ δυνάμει 


m ντὦ--- -ἡ 


40 TAATQNOZ 


βοῦσα, αὐτὸ αὑτὸ δοχοῦν κινεῖν διὰ τὴν ἐκείνης δύναμιν, 
ζῶον τὸ ξύμπαν ἐχλήϑη, ψυχὴ καὶ σῶμα παγέν, ϑνητόν 
τ᾽ ἔσχεν ἐπωνυμίαν" ἀϑάνατον δὲ οὐδ᾽ ἐξ ἑνὸς λόγου λε- 
λογισμένου, ἀλλὰ πλάττομεν οὔτε ἰδόντες οὔτε ἱχανῶς 
γοήσαντες ϑεόν, ἀϑάνατόν τι ζῶον, ἔχον μὲν ψυχήν, ἔχον 
δὲ σῶμα, τὸν ἀεὶ δὲ χρόνον ταῦτα ξυμτιεφρυχότα. ἀλλὰ 
ταῦτα μὲν δή, ὅπῃ τῷ ϑεῷ φίλον, ταύτῃ ἐχέτω re καὶ λε- 
γέσϑω" τὴν δ᾽ αἰτίαν τῆς τῶν “ιτερῶν ἀπττοβολῆς, δι᾿ ἣν 
ψυχῆς arroggei, λάβωμεν. ἔστι δέ τις τοιάδε. 

26. Πέφυχεν ἡ πτεροῦ δύναμις τὸ ἐμβριϑὲς ἄγειν 
ἄνω μετεωρίζουσα, ἡ τὸ τῶν ϑεῶν γένος οἶχεῖ" χεχοι- 
γώνηχε δέ πῇ μάλιστα τῶν περὶ τὸ σῶμα τοῦ ϑείου 
[ψυχή]. τὸ δὲ ϑεῖον χαλόν, σοφόν, ἀγαϑόν, καὶ πᾶν ὅ τι 
τοιοῦτον" τούτοις δὴ τρέφεταέ τε καὶ αὔξεται μάλιστά γε 
τὸ τῆς Ψυχῆς πτέρωμα, αἰσχρῷ δὲ καὶ καχῷ καὶ τοῖς ἐναν- 
τίοις φϑίνει τὲ χαὶ διόλλυται. ὁ μὲν δὴ μέγας ἡγεμὼν ἐν 
οὐρανῷ Ζεύς, ἐλαύνων τιτηνὸν AQUA, πρῶτος πορεύεται, 
διακοσμῶν πάντα χαὶ ἐπιμελούμενος" τῷ δ᾽ ἕπεται στρα- 
τιὰ ϑεῶν TE χαὶ δαιμόνων, χατὰ ἕνδεχα μέρη χεχοσμὴη- 
μένη" μένει γὰρ Ἑστία ἐν ϑεῶν οἴχῳ μόνη" τῶν δὲ ἄλλων 
ὅσοι ἐν τῷ τῶν δώδεχα ἀριϑμῷ τεταγμένοι ϑεοὶ ἄρχοντες 
ἡγοῦνται χατὰ τάξιν ἣν ἕχαστος ἐτάχϑη. πολλαὶ μὲν οὖν 
χαὶ μαχάριαι ϑέαι τε καὶ διέξοδοι ἐντὸς οὐρανοῦ, ἃς ϑεῶν 
ὑποπτέρου ζεύγους χαὶ ἡνιόχου. lam vero inter corporea ala (τὸ πτέ- 


Terz μὲν οὐσα καὶ ἐπτερωμένη μα) maxime particeps est rerum 
ΧΘῈΣ δι ivinarum. Quidquid autem divi- 

In Bezug auf die Übersetzung, ist num est, id in pulchro, honesto, 
das εἷς in ἀϑάνατον δὲ οὐδ᾽ ἐξ bono cernitur etc. Der Gedanke 
ἑνὸς λόγου λελογισμένου hervor- der ersten Worte πέφυχεν --- οἰχεῖ 
zuheben. Wie oben cap. 24 (αὐ- und der der späteren τὸ δὲ ϑεῖον 
τὴν δὲ μηδ᾽ ἐξ δγὸς), so trennt — διόλλυται verlangt als Gedanken 
Plato hier auch das ἑνὸς von seiner des vermittelnden Satzes unbedingt 


Negation durch ‚die Prapöskion und 
sagt οὐδ᾽ ἐξ ἑνὸς statt ἐξ οὐδενός. 

cap. 26. Der erste Satz ist 
nach Stallb. mit Streichung des 
sinnentstellenden W. wvyn zu er- 
klären: Alae vis ita comparata est, 
ut gravia sursum evehat in ea loca, 
in quibus deorum genus habitat, 


den angegebenen, verlangt als Sub- 
jekt zu χεχοινώνηκε den Begriff 
τὸ πτέρωμᾳ. 

Ἐντὸς οὐρανοῦ ist unser „un- 
terhalb des ‚Himmelsgewölbes“ und 
daher τὰ ἔξω τοῦ οὐρανοῦ die 
Welt, welche über dem Himmels- 
gewölbe, jenseits desselben gedacht 


®AIAPOR. 41 


γένος εὐδαιμόνων Erriorgäperar, “τράττων ἕχαστος αὐτῶν 
τὸ αὑτοῦ, ἕπεται δὲ ὃ ἀεὶ ἐϑέλων TE καὶ δυνάμενος" φϑό- 
vos γὰρ ἔξω ϑείου χοροῦ ἵσταται" ὅταν δὲ δὴ σπιρὸς δαῖτα 
χαὶ ἐπὶ ϑοίνην ἴωσιν, ἄχραν ὑπὸ τὴν ὑτιουράνιον ἁψῖδα 
πορεύονται τιρὸς ἄναντες ἤδη" τὰ μὲν ϑεῶν ὀχήματα 
ἰσορρόπεως εὐήνια ὄντα ῥᾳδίως πορεύεται, τὰ δὲ ἄλλα μό- 
a Botser γὰρ ὁ τῆς κάχης ἵππος μετέχων, ἐστὶ τὴν γῆν 
ῥέπων τὲ χαὶ βαρύνων, ᾧ μὴ καλῶς ῇ τεϑραμμένος τῶν 
ἡνιόχων" ἔνϑα δὴ πόνος TE χαὶ ἀγὼν ἔσχατος ψυχῇ τιρό- 
χειται. αἱ μὲν γὰρ ἀϑάνατοι χαλούμεναι, ἡνίκ᾽ av πρὸς 
ἄχρῳ γένωνται, ἔξω στορευϑεῖσαι ἔστησαν Errl τῷ τοῦ οὐ- 
ρανοῦ νώτῳ, στάσας δὲ αὐτὰς περιάγει N) cegıpoga, αἱ δὲ 
ϑεωροῦσι τὰ ἔξω τοῦ οὐρανοῦ. 

2. Τὸν δὲ ὑπερουράνιον τόσον οὔτε τις ὑμνησέ 
zw τῶν τῇδε ποιητὴς οὔτε σοϑ' ὑμνήσει κατ᾽ ἀξίαν, 
ἔχει δὲ ὧδε. TOhENTEON γὰρ οὖν τό γε ἀληϑὲς εἰπεῖν, ἄλ- 
λως TE χαὶ σιερὶ ἀληϑείας λέγοντα. N γὰρ ἀχρώματός τὲ 
χαὶ ἀσχημάτιστος χαὶ ἀγαφὴς οὐσία ὄντως ψυχῆς οὖσα 
κυβερνήτῃ μόνῳ ϑεατὴ vo regt nv vo τῆς ἀληϑοῦς ἐπι- 
στήμης γένος τοῦτον ἔχει τὸν τόπον. ἅτ᾽ οὖν ϑεοῦ διάνοια 
vo τὲ χαὶ ἐπιστήμῃ ἀχηράτῳ τρεφομένη (χαὶ ἁπτάσης ψυ- 

= u ἊΝ N 2 “ IE \ , 
χῆς, ὁση ἂν μέλλῃ τὸ τεροσῆχον δέξεσϑαι), ἰδοῦσα διὰ χρό- 
vov τὸ ὃν ayand τε καὶ ϑεωροῦσα τἀληϑῆ τρέφεται καὶ 
εὐπαϑεῖ, ἕως ὧν κύχλῳ ἡἣ περιφορὰ εἰς ταὐτὸν περιενέγ- 


wird. Mit dem καλούμεναι in αἱ ἐπεῤῥώσαντο ἄνακτος χρατὸς 


μὲν γὰρ ἀϑάνατοι χαλούμεναι 
weist S. auf das zurück , was er 
cap. 25 mit οὐδ᾽ ἱχανῶς vonsav- 
τες κ. τ. δ. über die Unsterblichen 
gesagt hat. Ἢ περιφορὰ ist „das 
Himmelsgewölbe ın seiner Um- 
drehung“. 

Schliefslich ist auf die Form der 
Darstellung aufmerksam zu machen: 
S. schildert hier das Gewaltigste und 
Erhabenste, das jemals menschliche 
Phantasie erdacht hat, mit wirklich 
Homerischer Einfachheit: Ἦ, καὶ 
χυανέῃσιν en’ ὀφρύσι νεῦσε Κρο- 
νίων᾽ ἀμβρόσιαι δ᾽ ἄρα χαῖται 


ἀπ ἀϑανάτοιο᾽ μέγαν δ᾽ ἐλέλιξεν 
Ὄλυμπον. 

cap. 27. Dies Kapitel ist das 
schwierigste der Rede. Um es zu 
verstehen, mufs man vor allem fest- 
halten, dafs S. hier nur von den 
Göttern redet, wie er ja seine Dar- 
stellung schliefst mit den W. χαὶ 
οὗτος μὲν ϑεῶν Blog, Die schwie- 
rigen W. nun sind: ἅτ᾽ οὖν ϑεοῦ 
— περιενέγχῃ. Ich halte nun die 
Lesart Imm. Beckers und C. F. Her- 
manns für die richtige, schliefse 
aber die W. καὶ ἁπάσης ψυχῆς --- 
δέξεσθαι in Parenthese und erkläre 


42 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


un‘ ἐν δὲ τῇ σπτεριόδῳ χαϑορᾷ μὲν αὐτὴν δικαιοσύνην, χαϑ- 
ορᾷ δὲ σωφροσύνην, χαϑορᾷ δὲ ἐσιστήμην, οὐχ ἡ γένε- 
σις σιρόσεστιν, οὐδ᾽ m ἐστί που ἑτέρα ἐν ἑτέρῳ οὐσα ὧν 
ἡμεῖς νῦν ὄντων καλοῦμεν, ἀλλὰ τὴν ἐν τῷ ὅ ἐστιν ὃν ὃν- 
τως ἐγιιστήμην οὐσαν᾿ χαὶ τἀάλλα ὡσαύτως τὰ ὄντα ὄντως 
ϑεασαμένη χαὶ ἑστιαϑεῖσα, δῦσα στάλιν εἰς τὸ εἴσω τοῦ 
οὐρανοῦ, οἴχαδε ἤλϑεν, ἐλϑούσης δὲ αὐτῆς ὃ ἡνίοχος πρὸς 
τὴν φάτνην τοὺς ἵσίπους στήσας παρέβαλεν ἀμβροσίαν τὲ 
χαὶ ἐπι αὐτῇ νέκταρ ἐπότισε. 

28. Kal οὗτος μὲν ϑεῶν βίος" αἱ δὲ ἄλλαι ψυ- 
χαί, ἡ μὲν ἄριστα ϑεῷ ἑπομένη χαὶ εἰχασμένῃ ὑπιερῆρεν 
eis τὸν ἔξω τόπον τὴν τοῦ ἡγιόχου χεφαλήν, χαὶ συμ- 
χιδριηνέχϑη τὴν zregıpogav, ϑορυβουμένη ὑπὸ τῶν ἵπτεων 
χαὶ μόγις χκαϑορῶσα τὰ ὄντα᾽ ἡ δὲ τοτὲ μὲν ἦρε, τοτὲ δὲ 


dann: „Da nun göttliches Denken 
sich durch reine Gedanken und rei- 
nes Wissen nährt — und ebenso 
das jeder Seele, die das Gute in 
sich aufnehmen soll — so sieht es 
nach längerer Zeit das Seiende gern 
(einmal wieder) und stärkt sich im 
Anschauen der Wahrheit und ist 
(bleibt nun) glücklich, bis der Um- 
schwung es wieder an dieselbe 
Stätte bringt“; d. h.: Während 
der göttliche Leib sich mit Nektar 
und Ambrosia nährt, hat der gött- 
liche Geist als Nahrung das An- 
schauen der Ideale nötig. Diese 
schaut er nicht während der gan- 
zen Fahrt durch das Himmelsge- 
wölbe; sondern nur von Zeit zu 
Zeit erhebt sich das göttliche We- 
sen über den Himmel hinaus; dann 
stärkt sich der Geist durch den 
Anblick der Ideale, und nun setzen 
die Götter in seligem Glück ihre 
Fahrt fort u. s. w. 

Ist der Gedanke dieses Satzes 
klar gelegt, so bietet das Kapitel 
für das Verständnis kaum noch 
Schwierigkeiten. Einen eigenen 
Reiz aber hat es, wenn ὃ. mitten 
in diese erhabenen Vorstellungen 
und hohen Gedanken eine schel- 


mische Bemerkung wirft. Solcher 
Art sind die ersten Worte: „Kein 
Dichter hat das würdig gepriesen 
und keiner wird es würdig preisen: 
es steht aber so damit d. h. ich 
aber werde es dir auseinander- 
setzen“. Und solcher Art ist wohl 
auch der Schluls des Kapitels, in 
dem die Darstellung plötzlich aus 
dem Präsens in den Aorist fällt. 
cap. 28. In diesem und dem 
folg. Kapitel schildert S., dem ewig- 
gleichen, glücklichen Leben der 
Götter gegenüber, die, wann sie 
wollen, sich durch den Anblick der 
Ideale neu beleben, das wandel- 
bare Seelenleben der Sterblichen. 
Deren Seelen erreichen nicht mit 
dem ganzen Gespann den ὑπερ- 
ουράνιος τόπος, sondern erheben 
sich höchstens so weit, dals das 
Haupt. des Wagenlenkers in den Him- 
mel hineinschaut und nur mit Mühe 
einen Blick auf das Seiende wirft. 
Aber auch er sieht dasselbe nicht 
dauernd, sondern τότε μὲν ἦρε, 
τότε δὲ ἔδυ. Die Seelen, deren 
ἡνίοχος nun gar nicht in den Him- 
mmel hineingeschaut hat, gewin- 
nen deshalb auch kein Wissen, son- 
dern nähren sich, wie es mit einem 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 43 


ἔδυ, βιαζομένων δὲ τῶν ἵππων τὰ μὲν εἶδε, τὰ δ᾽ οὔ" αἱ δὲ 
δὴ ἄλλαι γλιχόμεναι μὲν ἅπασαι τοῦ ἄνω ἕπονται, ἀδὺυ- 
γατοῦσαι δὲ ὑποβρύχιαι ξυμττεριφέρονται, ττατοῦσαι ἀλ- 
λήλας καὶ ἐπιβάλλουσαι, ἑτέρα τιρὸ τῆς ἑτέρας πειρωμένη 
γενέσϑαι. ϑόρυβος οὖν καὶ ἅμιλλα καὶ ἱδρὼς ἔσχατος γί- 
γνδται, οὗ δὴ χαχία ἡνιόχων πολλαὶ μὲν χωλεύονται, 1coh- 
λαὶ δὲ πολλὰ πτερὰ ϑραύονται᾽ πᾶσαι δὲ πολὺν ἔχουσαι 
zeovov ἀτελεῖς τῆς τοῦ ὄντος ϑέας ἀπέρχονται, καὶ ἀττελ- 
ϑοῦσαι τροφῇ δοξαστῇ χρῶνται. οὗ δ᾽ ἕνεχ᾽ ἡ ττολλὴ σττου- 
δή, τὸ ἀληϑείας ἰδεῖν “τεδίον οὗ ἐστίν, 7 τὸ δὴ προσ- 
ἤχουσα ψυχῆς τῷ ἀρίστῳ vom ἐχ τοῦ ἐχεῖ λειμῶγος 
τυγχάνει οὖσα, N TE τοῦ πιτεροῦ φύσις, ᾧ ψυχὴ κουφίζε- 
ται, τούτῳ τρέφεται ϑεσμός τε Yöokoreias ὅδε, ἥτις ἂν 
ψυχὴ ϑεῷ ξυνοτεαδὸς γενομένη κατίδῃ τι τῶν ἀληθῶν, 
μέχρι τὲ τῆς ἑτέρας περιόδου εἶναι ἀπήμονα, χὰν ἀεὶ 
τοῦτο δύνηται ποιεῖν, ἀεὶ ἀβλαβῆ εἶναι" ὅταν δὲ ἀδυνα- 
τήσασα ἐπισπέσϑαι μὴ ἴδη., καί τινι συντυχίᾳ χρησαμένη 
λήϑης τε χαὶ vorlag ττλησϑεῖσα βαρυνϑῇ, βαρυνϑεῖσα δὲ 
σιτερορρυήσῃ τε χαὶ ἐπὶ τὴν γὴν ττέσῃ, τότε νόμος ταύτην 
μὴ φυτεῦσαι εἰς μηδεμίαν ϑηρείαν φύσιν ἐν τῇ πρώτῃ 
γενέσει, ἀλλὰ τὴν μὲν τιλεῖστα ἰδοῦσαν εἰς γονὴν ἀνδρὸς 
γενησομένου φιλοσόφου ἢ φιλοχάλου ἢ μουσιχοῦ τινὸς 
χαὶ ἐρωτιχοῦ, τὴν δὲ δευτέραν εἰς βασιλέως ἐννόμου ῇ 
πολεμικοῦ χαὶ ἀρχιχοῦ, τρίτην εἰς πολιτικοῦ ἢ τινος οἶχο- 
γομιχοῦ ἢ “χρηματιστικοῦ, τετάρτην εἰς φιλοπόνου γυ- 
μναστιχοῦ ἢ zvegi σώματος ἴασίν τινος ἐσομένου, euren? 
μαντιχὸν βίον ἢ τινα τελεστιχὸν ἕξουσαν" ἕχτῃ ποιητιχὸς 


Seitenhieb auf die Sophisten heilst, dentia.... Quoecirca χαὶ expli- 
von dem Meinen, dem Schein. care licet id est, hoc est. D. H. 
In der Aufzählung der neun Stu- Die Begriffe ἐρωτιχὸς und ἄρχι- 


fen menschlicher Seelen ist zu ach- 
ten auf das zei in φιλοσόφου ἢ 
φιλοχάλου ἡ μουσιχοῦ τινος καὶ 
ἐρωτικοῦ und Evvouov ἢ πολεμι- 
χοῦ χαὶ ἀρχιχκοῦ. Von diesem καὶ 
gilt, was Stallbaum über das χαὶ 
in zal τινι ovvruyla sagt: haec 
adduntur ad interpretenda praece- 


xög umfassen hier ‚als generelle 
ihre einzelnen mit ἢ — ἢ einan- 
der gegenübergestellten Einzelbe- 
griffe. Dafs aber S. die Seele des 
Dichters so tief stellt, erklären an- 
dere Dialoge, in denen Plato sagt, 
aus dem Dichter rede nicht er selbst, 
sondern ein Gott. 


44 ITAATQNOE 


ἢ τῶν χερὶ μέμησίν τις ἄλλος ἁρμόσει, ἑβδόμῃ δημιουργι- 
χὸς ἢ γεωργικός, ὀγδόῃ σοφιστιχὸς ἢ δημοτιχός, ἐννάτῃ 
τυρανγγιχός. 

29. Ἔν δὴ τούτοις ἅπιασιν ὃς μὲν ἂν δικαίως δια- 
γάγῃ, ἀμείνονος μοίρας μεταλαμβάνει, ὃς δ᾽ ἂν ἀδίκως, 
χείρονος. εἰς μὲν γὰρ τὸ αὐτὸ ὅϑεν ἤχει ἡ ψυχὴ Exaorn 
οὐκ ἀφιχνεῖται ἐτῶν μυρίων" οὐ γὰρ πτεροῦται πρὸ 
τοσούτου χρόνου, zuhmv N) τοῦ φιλοσοφήσαντος ἀδόλως ἢ 
γαιδεραστήσαντος μετὰ φιλοσοφίας" αὗται δὲ τρίτῃ zregı- 
όδῳ τῇ χιλιετεῖ, ἐὰν ἕλωνται τρὶς ἐφεξῆς τὸν βίον τοῦ- 
τον, οὕτω τιτερωϑεῖσαι τρισχιλιοστῷ ἔτει ἀττέρχονται" 
αἵ δὲ ἄλλαι, ὅταν τὸν πιρῶτον βίον τελευτήσωσι, χρίσεως 
ἔτυχον, χριϑεῖσαι δὲ ai μὲν εἰς τὰ ὑττὸ γῆς δικαιωτήρια 
ἐλϑοῦσαι δίχην ἐχείνουσιν, αἱ δ᾽ εἰς τοὐρανοῦ τινὰ τόττον 
ὑχεὸ τῆς δίχης χουφισϑεῖσαι διάγουσιν ἀξίως οὗ ἐν av- 
ϑρώπου εἴδει ἐβίωσαν βίου. τῷ δὲ χιλιοστῷ ἀμφότεραι 
ἀφιχνούίμεναι Errt χλήρωσίν τε χαὶ αἵρεσιν τοῦ δευτέρου 
βίου αἱροῦνται ὃν ἂν ἐθέλῃ ἑχάστη" ἕνϑα καὶ εἰς “ϑηρίου 
βίον ἀνϑρωχείνη Wogn ἀφικνεῖται, χαὶ ἐχ ϑηρίου, ὅς orte 
ἄνϑρωσος ἣν, πάλιν εἰς ἄνϑρωπον. οὐ γὰρ ἢ γε μή ποτὲ 
ἰδοῦσα τὴν ἀλήϑειαν εἰς τόδε ἥξει τὸ σχῆμα. δεῖ γὰρ ἄν- 
ϑρωσίον ξυνιέναι χατ᾽ εἶδος λεγόμενον, ἐχ πολλῶν ἰὸν 
αἰσϑήσεων εἰς ἕν λογισμῷ ξυναιρούμενον" τοῦτο δέ ἐστιν 
ἀνάμνησις ἐχείνων. & scor' εἶδεν ἡμῶν ἡ ψυχὴ συμττορευ- 
ϑεῖσα Fer) χαὶ ὑπεριδοῦσα ἃ νῦν εἶναέ φαμεν, καὶ ἀναχύ- 
ψασα εἰς τὸ ὃν ὄντως. διὸ δὴ δικαίως μόνη πτεροῦται N) 
τοῦ φιλοσόφου διάνοια" πρὸς γὰρ Exelvorg ἀεί ἐστε μνήμῃ 


cap. 29. Scherz ist es, wenn tificiert er auch den φιλοσοφῶν 


S., was er in der Republik bei 
Erörterung derselben Frage nicht 
thut,: von einer bestimmten Zahl 
von Jahren, von zehntausend, tau- 
send und dreitausend Jahren spricht, 
und wenn er das Wort εἶδος wie- 
der in der bekannten sophistisch- 
philologischen Weise erklärt: τοῦ- 
To δέ ἐστιν ἀνάμνησις ἐκείνων, 
& ποτ᾽ εἶδεν. Spalsend iden- 


ἀδόλως, und den παιδεραστῶν με- 
τὰ φιλοσοφίας. 
Γι den W. πρὸς γὰρ ἐχείνοις 
ἔστι μνήμῃ κατὰ δύναμιν 
δ. re &. erklärt Stallbaum die Re- 
densart πρός τινὶ εἶναι vel γέγνε- 
σϑαι 1. 6. in aliqua re esse de- 
fixum, totum in aliqua re esse. Sub- 
jekt zu πρὸς ἐχείνοις ἐστίν ist 
natürlich ἡ διώνοια; πρός τοῦ 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 45 


χατὰ δύναμιν, τιρὸς οἵσττερ ϑεὸς ὧν ϑεῖός ἐστι. τοῖς δὲ δὴ 
τοιούτοις ἀνὴρ ὑπομνήμασιν ὀρϑῶς χρώμενος, τελέους 
ἀεὶ τελετὰς τελούμενος, τέλεος ὄντως μόνος γίγνεται" 
ἐξιστάμενος δὲ τῶν ἀνϑρωπιένων σπουδασμάτων Aal τιρὸς 
τῷ ϑείῳ γιγνόμενος νουϑετεῖται μὲν ὑπὸ τῶν πολλῶν ὡς 
“αραχινῶν, ἐνθουσιάζων δὲ λέληϑε τοὺς πτολλούς. 

30. Ἔστι δὴ οὖν δεῦρο ὃ πᾶς ἥκων λόγος περὶ τῆς 
τετάρτης μανίας, ἣν ὅταν τὸ τῆδέ τις ὁρῶν κάλλος, τοῦ 
ἀληϑοῦς ἀναμιμνησχόμενος, στιτερῶταί TE καὶ ἀναπτερού- 
μενος πιροϑυμούμεγνος ἀνατιτέσϑαι, ἀδυνατῶν δέ, ὄρνι- 
ϑὸς δίκην βλέπων ἄνω, τῶν χάτω δὲ ἀμελῶν, αἰτίαν ἔχει 
ὡς μανιχῶς διαχείμενος " ὡς ἄρα αὕτη σπιασῶν τῶν ἐνϑου- 
σιάσεων ἀρίστη τε καὶ ἐξ ἀρίστων τῷ τε ἔχοντι καὶ τῷ κοι- 
γωνοῦντι αὐτῆς γίγνεται, καὶ ὅτι ταύτης μετέχων τῆς μα- 


γίγνεσϑαι heilst nun oft „sich eif- 
rig mit etwas beschäftigen“; legen 
wir denselben Begriff in den Aus- 
druck πρός τινι εἶναι, so erhal- 
ten wir als passenden Gedanken: 
„Der Geist des Philosophen treibt 
immer vermöge der Erinnerung nach 
Kräften dasjenige, dessen Betrieb 
die göttliche Natur ausmacht“, d.h. 
wie S. weiterhin sagt: N φιλοσό- 
φοῦυ διάνοια ἀεὶ γίγνεται πρὸς τῷ 
ϑείῳ. 

cap. 30. Den hier beginnen- 
den neuen Abschnitt führt S. im 
Gegensatze zu dem vorigen Ab- 
schnitte mit einem langen, vollen 
Satze ein und kennzeichnet damit 
gleich die Art der nun folgenden 
Redeweise, die durchgängig ent- 
gegen der Einfachheit der früheren 
Kapitel grofse Fülle und poetischen 
Schwung zeigt. Die W. ἣν ὅταν 
τὸ τῇδέ τις δρῶν --- ἐραστὴς χα- 
λεῖται hat wohl auch Stallbaum 
nieht richtig erklärt. Er sieht in 
ἣν scil. μανίαν einen Akkusativ 
der Beziehung und verbindet za 
nv μανίαν --- ἀιτίαν ἔχει ὡς μα- 
γιχῶς διαχείμενος. Ich glaube, 
man muls bei der Erklärung dieser 
schwierigen Stellen ausgehen von 


den W. ὡς ἄρα αὕτη πασῶν τῶν 
ἐνθουσιάσεων ἀρίστη κ. τ. λ..) wel- 
che den eigentlichen Gedanken des 
Satzes enthalten. Mit ὡς ἄρα nun 
nimmt Plato einen Gedanken, den 
er hat fallen lassen, wieder auf. 
Diesen Gedanken hat er erst mit nv 
einleiten und, im Hinblick auf das 
im Beginn‘ der Rede Gesagte, etwa 
fortfahren wollen: ἣν ἐλέγομεν 
ϑείᾳ τινὶ δόσει τοῖς ἀνϑρώποις 
δίδοσϑαι (ef. cap. 22). Nun wird 
der Satz schwierig, weil auch, wie 
Stallbaum richtig erklärt, der Zwi- 
schensatz eine Anakoluthie enthält; 

denn an πτερῶται wird mit τε καὶ 
kein Konjunktiv angeknüpft, son- 
dern der Vordersatz verläuft mit 
Participien, die vielen vorhergehen- 
den Partieipien lassen den Redner 
dieKonstruktion vergessen und statt 
eines βλέπῃ und ἀμελῇ ein βλέπων 
und ἀμελῶν setzen. Richtig kon- 
struiert mulste der Satz also lauten: 

nv —orTav τὸ τῇδέ Tıc δρῶν κάλλος 
πτερῶταί τε καὶ βλέπῃ, ἄνω, τῶν 
δὲ χάτω ἀμελῇ; αἰτίαν ἔχει ὡς μα- 
νικῶς διακείμενος — πασῶν τῶν 
ἐνθουσιάσεων ἀρίστην εἶναι ἐλέ- 
γομεν d. i. und diese μανία --- 
wenn einer im Anblick der irdi- 


46 IIAATQANOE 


vias ὃ ἐρῶν τῶν καλῶν ἐραστὴς καλεῖται. χαϑάπερ γὰρ 
εἴρηται, ττἄσα μὲν ἀνϑρώπου ψυχὴ φύσει τεϑέαται τὰ ὄντα, 
ἢ οὐχ ἂν ἦλϑεν εἰς τόδε τὸ ζῶον, ἀναμιμνήσχεσϑαι δ᾽ ἐχ 
τῶνδε ἐχεῖνα οὐ δάδιον ἁπάσῃ, οὔτε ὅσαι βραχέως εἶδον 
τότε ταχεῖ, οὔτε αἱ δεῦρο πεσοῦσαι ἐδυστύχησαν, ὥστε 
ὑσιό τινων ὁμιλιῶν ἐπὶ τὸ ἄδιχον τραπόμεναι λήϑην ὧν 
τότε εἶδον ἱερῶν ἔχειν. ὀλίγαι δὴ λείπονται, αἷς τὸ τῆς 
μνήμης ἱχανῶς πιἀρεστιν" αὗται ÖL, ὅταν τι τῶν ἐχεῖ 
ὁμοίωμα ἴδωσιν, ἐχτελήττονται χαὶ οὐχέϑ᾽ αὑτῶν γίγνον- 
ται, ὃ δ᾽ ἔστι τὸ πάϑος ἀγνοοῦσι διὰ τὸ μὴ ἱχανῶς δεαι- 
σϑάνεσϑαι. δικαιοσύνης μὲν οὖν χαὶ σωφροσύνης, καὶ 
ὅσα ἄλλα τίμια ψυχαῖς, οὐχ Eveorı φέγγος οὐδὲν ἐν τοῖς 
τῇδε δὁμοιώμασιν, ἀλλὰ δι ἀμυδρῶν ὀργάνων μόγις αὐ- 
τῶν χαὶ ὀλίγοι ἐπὶ τὰς εἰχόνας ἰόντες ϑεῶνται τὸ τοῦ 
εἰχκασϑέντος γένος" κάλλος δὲ τότ᾽ mv ἰδεῖν λαμτερόν, 
σὺν εὐδαίμονι χορῷ μαχαρίαν ὄψιν τὲ καὶ ϑέαν, ἑπόμενοι 
μετὰ μὲν Διὸς ἡμεῖς, ἄλλοι δὲ μετ᾽ ἄλλου ϑεῶν, εἶδόν τε 
χαὶ ἐτελοῦντο τῶν τελετῶν ἣν ϑέμις λέγειν μαχαριωτά- 
τὴν, ἣν ὠργιάζομεν δλόχληροι μὲν αὐτοὶ ὄντες xal ἀπτα- 
ϑεῖς χαχῶν, ὅσα ἡμᾶς ἐν ὑστέρῳ χρόνῳ ὑπέμενεν, δλό- 
χληρα δὲ καὶ ἁπλᾷ καὶ ἀτρεμῆ χαὶ εὐδαέμονα φάσματα 
μυούμενοί Te nal ἐττοτετεύοντες ἐν αὐγῇ χαϑαρᾷ, καϑαροὶ 
ὄντες χαὶ ἀσήμαντοι τούτου, ὃ νῦν σῶμα ττιερεφέροντες 
ὀνομάζομεν, ὀστρέου τρότιον δεδεσμευμένοι. 

81. Ταῦτα μὲν οὖν μνήμῃ χεχαρίσϑω, δε ἣν πόϑῳ 


schen Schönheit Flügel bekommt 
und wie ein Vogel nach oben 
schaut und sich nicht um das da 
unten kümmert, heifst er ja ein 
μανικῶς διαχείμενος — ist, wie 
wir im Eingange unserer Rede sag- 
ten; von allen Begeisterungen die 
beste u. 5. w. 

Weiterhin ist darauf aufmerksam 
zu machen, dafs das αὐτῶν in den 
W. δι᾿ ἀμυδρῶν ὀργάνων μόγις 
αὐτῶν zu dem folgenden εἰχόνας 
zu ziehen ist „die Abbilder von 
ihnen“ d. h. von den kurz zuvor 


erwähnten δικαιοσύνη und ow- 
φροσύνη. Die Stellung der W. in 
diesem und dem folg. Kapitel er- 
innert eben vielfach an den Dichter; 
die zusammengehörigen W. sind oft 
getrennt, wie gleich im Anf. des 
Kap.: τὸ τῇδέ τις ὀρῶν κάλλος 
u. a. Einen Anflug von Scherz 
enthält aber wohl das ἡμεῖς in 
ἑπόμενοι μετὰ τοῦ Διὸς ἡμεῖς, 
mit welchem S. auch dem Ph. die 
Seele eines Philosophen zuspricht. 

eap. 31. In diesem und dem 
folg. Tan erklärt S, das Entstehen 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 47 


τῶν τότε νῦν μαχρότερα εἴρηται" ττερὶ δὲ κάλλους, ὥστιερ 
εἴχεομεν, μετ᾿ ἐχείνων re ἔλαμττεεν ὄν, δεῦρό τε ἐλϑόντες 
χατειλήφαμεν αὐτὸ διὰ τῆς ἐναργεστάτης αἰσϑήσεως τῶν 
ἡμετέρων στίλβον ἐναργέστατα. διμις γὰρ ἡμῖν ὀξυτάτῃ 
τῶν διὰ τοῦ σώματος ἔρχεται αἰσϑήσεων, ἡ φρόνησις οὐχ 
δρᾶται" δεινοὺς γὰρ ἂν παρεῖχεν ἔρωτας, εἴ τι τοιοῦτον 
ἑαυτῆς ἐναργὲς εἴδωλον παρείχετο εἰς ὄψιν ἰὸν καὶ τἀλλα 
ὅσα ἐραστά" γῦν δὲ χάλλος μόνον ταύτην᾽ ἔσχε μοῖραν, 
ὥστ᾽ ἐχφανέστατον εἶναι χαὶ ἐρασμιώτατον. ὃ μὲν οὖν 
μὴ νεοτελὴς ἢ διεφϑαρμένος οὐκ ὀξέως ἐνθένδε ἐχεῖσε 
φέρεται τιρὸς αὐτὸ τὸ χάλλος, ϑεώμενος αὐτοῦ τὴν τῇδε 
ἐχεωνυμίαν, ὥστε οὐ σέβεται προσορῶν, ἀλλ᾽ ἡδονῇ τεαρα- 
δοὺς τετράποδος νόμον βαίνειν ἐπειχειρεῖ καὶ στεαιδοστιορεῖν, 
χαὶ ὕβρει προσομιλῶν οὐ δέδοιχεν οὐδ᾽ αἰσχύνεται πιαρὰ 
φύσιν ἡδονὴν διώχων᾽ ὃ δὲ ἀρτιτελής, ὃ τῶν τότε πτολυ- 
ϑεάμων, ὅταν ϑεοειδὲς πρόσωττον ἴδῃ κάλλος εὖ μεμιμη- 
μένον ἢ τινα σώματος ἰδέαν, πιρῶτον μὲν ἔφριξε χαί τι 
τῶν τότε ὑτεῆλϑεν αὐτὸν δειμάτων, εἶτα προσορῶν ὡς 
ϑεὸν σέβεται, χαὶ εἰ μὴ dedıein τὴν τῆς σφόδρα μανίας 
δόξαν, ϑύοι ἂν ὡς ἀγάλματι χαὶ ϑεῷ τοῖς τταιδικοῖς. ἰδόν- 
τα δὲ αὐτὸν οἷον ἐχ τῆς φρίχῃς μεταβολή τε χαὶ ἱδρὼς χαὶ 
ϑερμότης ἀήϑης λαμβάνει" δεξάμενος γὰρ τοῦ χάλλους 
τὴν ἀττορροὴν διὰ τῶν ὀμμάτων ἐθερμάνϑη, ἡ ἡ τοῦ 
χεν --- εἰς ὄψιν ἐὸν schliefst Ὁ, F. 


Hermann mit Unrecht in Paren- 
these; die folg. W. zul τάλλα 


der Liebe: sie entsteht, indem der 
Liebende im Geliebten einen Ab- 
glanz der während der Präexistenz 


der Seele geschauten Schönheit 
wahrnimmt; den Eindruck dieser 
Schönheit nimmt er auf mittels 
des Auges, des Gesichtssinnes, und, 
aufgenommen, wirkt er in ihm auf 
seine Seele und auf deren Befähi- 
gung, Schwingen zu treiben; er 
weckt gewissermalsen die schlum- 
mernde Natur, den schlummernden 
Keim der Schwingen; er beginnt 
zu schwellen und versetzt nun den 
Liebenden in jene bekannte Unruhe, 
die man μανία nennt. 

Die W. δεινοὺς γὰρ ἂν παρεῖ- 


ὅσα ἐραστὰ schweben alsdann in 
der Luft und verlieren jede Bedeu- 
tung. Denn das χαὲ in diesen W. 
korrespondiert mit dem vorherge- 
henden τοιοῦτον und entspricht 
dem lateinischen atque nach Aus- 
drücken der Ähnlichkeit. Der Ge- 
danke ist: Mittels der sinnlichen 
Wahrnehmung gewinnen wir nur 
eine Wiedererinnerung an das Ideal 
der Schönheit, das wir während der 
Präexistenz unserer Seele einmal 
geschaut haben, nicht aber an das 
Ideal der φρόνησις: denn dies würde 


nn — —_ ὁ 


48 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


πτεροῦ φύσις ἄρδεται, ϑερμανϑέντος δὲ ἐτάχη τὰ πιερὶ 
τὴν ἔχφυσιν, ἃ στιάλαι VO σχληρότητος συμμεμυχότα εἶργε 
μὴ βλαστάνειν, ἐπιρρυείσης δὲ τῆς τροφῆς ᾧδησέ τε χαὶ 
ὥρμησε φύεσθαι ἀτιὸ τῆς ῥίζης ὁ τοῦ πτεροῦ χαυλὸς ὑττὸ 
σἂν τὸ τῆς ψυχῆς εἶδος" 700 γὰρ ἢν. τὸ aha πεερωτή.- 

32. Zei οὖν ἐν τούτῳ ὅλη χαὶ ἀγαχηχκίει, καὶ ὅ7ιερ 
τὸ τῶν ὁδοντοφυούντων τιάϑος zregl τοὺς ὀδόντας γίγνεται, 
ὅταν ἄρτι φυῶσι, χνῆσίς τὲ καὶ ἀγανάχτησις περὶ τὰ 
οὖλα, ταὐτὸν δὴ πέπονϑεν ἢ τοῦ πτεροφυεῖν ἀρχομένου 
ψυχή" ζεῖ τὲ χαὶ ἀγαναχτεῖ χαὶ γαργαλίξεται φύουσα τὰ 
χύτερᾶ. ὅταν μὲν οὺν βλέπουσα πρὸς τὸ τοῦ παιδὸς χάλλος 
ἐχεῖϑεν μέρη ἐπιόντα καὶ δέοντα, ἃ δὴ διὰ ταῦτα ἵμερος 
χαλεῖται, δεχομένη τὸν ἵμερον ἄρδηταί τὲ χαὶ ϑερμαίνη- 
ται, λωφᾷ τὲ τῆς ὀδύνης χαὶ γέγηϑεν" ὅταν δὲ χωρὶς 
γένηται χαὶ αὐχμήση, τὰ τῶν διεξόδων στόματα, ἡ τὸ 
γτερὸν ὁρμᾷ, Ovvavamvousva μύσαντα ἀπτοχλείει τὴν βλά- 
στὴν τοῦ σιτεροῦ, ἡ δ᾽ ἐντὸς μετὰ τοῦ ἱμέρου ἀποχεχλῃ- 
μένη, πηδῶσα οἷον τὰ σφύζοντα, τῇ διεξόδῳ ἐγχρίει 
ἑχάστῃ τῇ χαϑ' αὑτήν, ὥστε πᾶσα χεντουμένη χύχλῳ ἡ 
ψυχὴ οἰστρᾷ καὶ ὀδυνᾶται" μνήμην δ᾽ αὖ ἔχουσα τοῦ χα- 
λοῦ γέγηϑεν. ἐχ δ᾽ ἀμφοτέρων μεμιγμένων ἀδημονεῖ τε 
τῇ ἁτοττίᾳ τοῦ wadovs χαὶ ἀποροῦσα λυττᾷ καὶ ἐμμανής 
οὖσα οὔτε νυχτὸς δύναται χαϑεύδειν οὔτε ueF ἡμέραν 


eine ganz gewaltige Liebe verur- Eber vergleicht, so sprudelt dies 
sachen, wenn es ein Abbild von Kapitel von lustigem Humor über. 


sich durch den Gesichtssinn auf- 
nehmen lielse, wie dies das übrige 
der Liebe Würdige thut. 

Τὴν τῇδε ἐπωνυμίαν erklärt 
Stallbaum richtig: id quod ab ipsa 
pulchritudinis specie nomen acce- 
pit suum, sive res pulchras. Ἢ 
ἐπωγυμία ist gesagt worden für 
τὸ ὀνομαζόμενον. 

cap. 32. Hat S. schon im vor. 
Kapitel gespalst, z. B. wenn er in 
den W. ἀλλ᾽ ἡδονῇ παραδοὺς 
τετράποδος νόμον x. τ. 4. den 
Menschen den brutis animantibus 
(St.), etwa dem Hengste oder dem 


Schon der ganze Vergleich an sich 
hat ja viel des Komischen, die An- 
schaulichkeitaber, mit derS. spricht, 
der Vergleich desLiebenden mit dem 
Zahnenden, die grolse Fülle des Aus- 
drucks — ζεῖ χαὲ ἀναχηκέει, χρὴ- 
σις καὶ ἀγανάκτησις, ζεῖ χαὶ ‚ey α- 
ναχτεῖ χαὶ γαργαλίξεται, οἰστρᾷ 
χαὶ ὀδυνᾶται, ἀδημονεῖ καὶ ἀπο- 
οοῦσα λυττᾷ ὃ. 8. w. reizt immer 
mehr zum Lachen, bis man schliels- 
lich bei der Zusammenstellung des 
δουλεύειν ἑτοίμη καὶ χοιμᾶσϑαι 
ὅπου ἂν ἐᾷ τις ἐγγυτάτω τοῦ 
πόϑου und endlich gar bei den 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 49 


οὗ ἂν ἢ μένειν, ϑεῖ δὲ ποϑοῦσα, ὅτιου ἂν οἴηται ὄψεσθαι 
τὸν ἔχοντα τὸ χάλλος" ἰδοῦσα δὲ καὶ ἐτιοχετευσαμένη ἵμε- 
ρον ἔλυσε μὲν τὰ τότε συμτύεφραγμένα, ἀνατιγοὴν δὲ λα- 
βοῦσα χέντρων τε χαὶ ὠδένων ἔληξεν, ἡδονὴν δ᾽ αὖ ταύ- 
τὴν γλυχυτάτην ἐν τῷ παρόντι καρποῦται. ὅϑεν δὴ ἑχοῦσα 
εἶναι οὐχ ἀπτολεδίτεεται, οὐδέ τινα τοῦ καλοῦ περὶ zehelovog 
ποιεῖται, ἀλλὰ μητέρων τε καὶ ἀδελφῶν καὶ ἑταίρων σπτάν- 
τῶν λέλησται, χαὶ οὐσίας δι᾿ ἀμέλειαν ἀττολλυμένης rag 
οὐδὲν τίϑεται, νομίμων δὲ χαὶ εὐσχημόνων, οἷς 7700 τοῦ 
ἐχαλλωσίέζετο, πάντων καταφρονήσασα δουλεύειν ἑτοίμη 
χαὶ χοιμᾶσϑαι ὅπου ἂν ἐᾷ τις ἐγγυτάτω τοῦ πόϑου" πρὸς 
γὰρ τῷ σέβεσϑαι τὸν τὸ κάλλος ἔχοντα ἰατρὸν εὕρηχε μό- 
γον τῶν μεγίστων πόνων. τοῦτο δὲ τὸ πιάϑος, ὦ ai καλέ, 
πρὸς ὃν δή μοι ὃ λόγος, ἄνϑρωποι μὲν Ἔρωτα ὀνομά- 
ζουσι, ϑεοὶ δὲ ὃ καλοῦσιν ἀχούσας εἰχότως διὰ νεότητα 
γελάσει. λέγουσι δέ, οἶμαι, τινὲς Ὁμηριδῶν ἐχ τῶν ἀπο- 
ϑέτων ἐπῶν δύο ἔπη εἰς τὸν Ἔρωτα, ὧν τὸ ἕτερον ὑβρι- 
στιχὸν στάνυ χαὶ οὐ σφόδρα τι ἔμμετρον" ὑμνοῦσι δὲ ὧδε" 
τὸν δ᾽ ἤτοι ϑνητοὶ μὲν Ἔρωτα χαλοῦσι ποτηγόν, 
ἀϑάνατοι δὲ Πτέρωτα, διὰ πτερόφοιτον ἀνάγχην. 
τούτοις δὴ ἔξεστι μὲν τεείϑεσθαι, ἔξεστι δὲ μή" ὅμως den 
γε αἰτία χαὶ τὸ πάϑος τῶν ἐρώντων τοῦτο ἐχεῖνο τυγχά- 
γει ὃν. 

33. Τῶν μὲν οὖν Διὸς ὀπαδῶν ὃ ληφϑεὶς ἐμβρι- 
ϑέστερον δύναται φέρειν τὸ τοῦ πτερωνύμου ἄχϑος" ὅσοι 
δὲ Aoswg τε ϑερατιδυταὶ καὶ μετ᾽ ἐχείνου τυξριξτεόλουν, 
ὅταν ὑπ Ἔρωτος ἁλῶσι χαί τι οἰηϑῶσιν ἀδιχεῖσϑαι ὑπὸ 
τοῦ ἐρωμένου, φονιχοὶ χαὶ ἕτοιμοι χαϑιερεύειν αὑτούς TE 


\ / 7 ou > x 
χαὶ τὰ παιδιχά zal οὕτω χαϑ ἕχαστον ϑεόν, οὗ ἕχα- 


einem verlorenen Gedichte der Ho- 
meriden entnommenen Versen laut 
auflachen möchte. Plato weils auch, 
dafs er hier übermütig scherzt und 
verrät es mit den W. ἀχούσας εἰ- 
χότως διὰ νεότητα γελάσει, die 
in den W. διὰ νεότητα aber auch 
wieder einen Scherz bergen. Sonst 


Plato, Phädrus. 


ist wohl nur aufmerksam zu ma- 
chen auf den Anklang in den W. 
ἐχεῖϑεν μέρη ἐπιόντα καὶ ÖE- 
οντα, ἃ δὴ διὰ ταῦτα ἵμερος 
καλεῖται. 

cap. 88. 5. schildert die Wir- 
kungen des Eros, die Art, wie sich 
der Liebende gegen den Geliebten 


4 


| 


50 IIAATQNOZ 


0708 ἦν χορευτής, ἐχεῖνον τιμῶν τὲ χαὶ μιμούμενος εἰς 
τὸ δυνατὸν ζῇ, ἕως ἂν ἡ ἀδιάφϑορος, καὶ τὴν τῇδε πρώ- 
τὴν γένεσιν βιοτεύει, χαὶ τούτῳ τῷ τρόπῳ πρός TE τοὺς 
ἐρωμένους χαὶ πρὸς τοὺς ἄλλουξ ὁμιλεῖ τὲ καὶ προσφέρε- 
ται. τόν τὲ οὐν Ἔρωτα τῶν χαλῶν πρὸς τρόπου ἐκλέγεται 
ἕχαστος, χαὶ ὡς ϑεὸν αὐτὸν ἐχεῖνον ὄντα ἑαυτῷ οἷον 
ἄγαλμα τεχταίνεταί τὲ χαὶ χαταχοσμεῖ, ὡς τιμήσων τὲ 
χαὶ ὀργιάσων. οἱ μὲν δὴ οὖν Aıög Atov τινα εἶναι ζητοῦσι 
τὴν ψυχὴν τὸν ὑφ᾽ αὑτῶν ἐρώμενον" σχοττοῦσιν οὖν, el 
φιλόσοφός TE χαὶ ἡγεμονιχὸς τὴν φύσιν, καὶ ὅταν αὑτὸν 
εὑρόντες ἐρασϑῶσι, πᾶν ποιοῦσιν ὅπτως τοιοῦτος ἔσται. 
ἐὰν οὖν μὴ πρότερον ἐμβεβῶσι τῷ ἐπιτηδεύματι, τότε 
ἐπιχειρήσαντες μανϑάγνουσί τὲ ὅϑεν ἄν τι δύνωνται καὶ 
αὐτοὶ μετέρχονται, ἰχνεύοντες δὲ παρ᾽ ἑαυτῶν ἀνευρί- 
σχειν τὴν τοῦ σφετέρου ϑεοῦ φύσιν εὐποροῦσι διὰ τὸ 
συντόγως ἠναγχάσϑαι πρὸς τὸν ϑεὸν βλέπειν, χαὶ ἐφα- 
σιτόμενοι αὐτοῦ τῇ μνήμῃ ἐνθουσιῶντες ἐξ ἐχείνου λαμ- 
Bavovoı τὰ ἔϑη χαὶ τὰ ἐπιτηδεύματα, καϑ' ὅσον δυνατὸν 
ϑεοῦ ἀνϑρώτιῳ μετασχεῖν" χαὶ τούτων δὴ τὸν ἐρώμενον 
αἰτιώμενοι ἔτι τὲ μᾶλλον ἀγαπιῶσι, χὰν ἐχ “ιὸς ἀρύτω- 
σιν. ὥσπερ αἱ βάχχαι, ἐπὶ τὴν τοῦ ἐρωμένου ψυχὴν ἔσταν- 
τλοῦντες ποιοῦσιν ὡς δυνατὸν ὁμοιότατον τῷ σφετέρῳ 
ϑεῷ. ὅσοι δ᾽ αὖ μεϑ' Ἥρας εἵποντο, βασιλικὸν ζητοῦσι, καὶ 


geriert. Der Hauptton ist auf die zug auf den Liebenden, dann auch 


W. διὰ τὸ συντόνως ἠναγκάσϑαι 
πρὸς τὸν ϑεὸν βλέπειν zu legen. 
Die wahre Liebe zwingt den Lie- 
benden beständig und ohne Unter- 
lafs seinen Gott, dem er vor der 
Menschwerdung folgte, im Auge 
zu haben. Ihrem Ansturm erliegt 
schliefslich jeder, aber nicht jeder 
gleich schnell. Der Philosoph, der 
aus dem Gefolge des Zeus stammt, 
„vermag der Wucht des πτερώ- 
νυμὸς in gesetzterer Weise zu wi- 
derstehen (ἐμβριϑέστερον); aber 
auch er giebt sich ihm schliefslich 
hin und zeigt sich dann thätig im 
Sinne seines Gottes, zuerst in Be- 


in "Bezug auf andere Menschen“ 
(zei τούτῳ τῷ τρόπῳ --- καὶ πρὸς 
τοὺς ἄλλους owdsel). Es wird also 
die wahre Liebe den Charakter des 
einzelnen offenbaren und entwik- 
keln; er wird handeln je nach 
dem Gotte, der einst sein Führer 
war. Im Gegensatze zu dem Lie- 
benden, wie ihn die früheren Re- 
den schilder ten, sucht der wahr- 
haft Liebende dem Geliebten sowie 
sich selbst zu nützen. Er nützt 
sich selbst dadurch, dals er die 
Bestrebungen seines Gottes zu den 
seinigen macht und in Bezug hier- 
auf von andern zu lernen sucht 


@AIAPOR. 5l 


, m ’ m \ > , > ’ 
εὑρόντες τιερὶ τοῦτον zcavra δρῶσι τὰ αὐτά" οἱ δὲ Anoh- 
” ’ m m co \ \ ’ 
λωγός TE χαὶ ἑχάστου τῶν ϑεῶν οὕτω χατὰ τὸν ϑεὸν ἰόντες 

» \ , Pr , co 7 
ζητοῦσι τὸν σφέτερον παῖδα πεφυχέναι, χαὶ ὁταν χτήσων- 
ται, μιμούμενοι αὐτοί τὲ καὶ τὰ παιδικὰ τιείϑοντες χαὶ 
ς 2 δ 2 N: 2 ὃ \ [ὃ ΥΥ̓͂ 
ῥυϑμίζοντες εἰς τὸ ἐχείνου ἐπιτήδευμα χαὶ ἰδέαν ἀγουσιν, 
«“ c 7 ,ὔ 2 3 > x) 3 N 
von ἑχάστῳ δύναμις, οὐ φϑόνῳ οὐδ᾽ ἀνελευϑέρῳ δυσμε- 

΄, \ \ ‚ 2 2 3 ς ’ ς 

γείᾳ χρώμενοι τιρὸς τὰ παιδικά, ἀλλ᾽ εἰς ὁμοιότητα αὖ- 
Δι ee m « Pi} m » ’ « oO I 

τοῖς τῷ FEW, ὃν av τιμῶσι, πᾶσαν πάντως ὁ τι μάλιστα 

΄ - 5 - 

χεειρώμεγοι ἄγειν οὕτω ποιοῦσι. προϑυμία μὲν οὖν τῶν 

ἐΝ -"Ἢ 4 ν , ’ ,ὔ c 
ὡς ἀληϑῶς ἐρώντων καὶ τελετή, ἐάν γε διατιράξωγται ὃ 

» a fi Ὁ 7 \ > N 
προϑυμοῦνται, ἣν λέγω, οὕτω χαλή τὲ χαὶ εὐδαιμονικὴ 
- 2» [2 / ες 7, , 
ὑπὸ τοῦ δι ἔρωτα μανέντος φίλου τῷ φιληϑέντι γίγνεται, 
ἐὰν αἵρεϑῆ᾽ ἁλίσχεται δὲ δὴ ὃ αἱρεϑεὶς τοιῷδε τρόπῳ. 

’, 2 -» -“ »-»"ἭἪ x - 

94, Kasarıeg ἐν ἀρχῇ τοῦδε τοῦ μύϑου τριχῆ διει- 
λόμην ψυχὴν ἕχάστην, ἱτυπτομόρφω μὲν δύο τινὲ εἴδη, 
ἡνιοχιχὸν δὲ εἶδος τρίτον, χαὶ νῦν Erı ἡμῖν ταῦτα μενέτω. 

τ Y x ΚΓ ς ΄, ὔ 2 ’ 4 2 ΩΝ 2 \ 
τῶν δὲ δὴ Inııwv ὃ μέν, φαμέν, ἀγαϑός, ὁ δ᾽ οὐ" ἀρετὴ 

, u n N - , I h - 
δὲ τίς τοῦ ἀγαϑοῦ ἢ χαχοῦ χαχία, οὐ διείπομεν, νῦν δὲ 
” , E y > Li -» N 7, ὃν N 
λεχτέον. ὃ μὲν τοίνυν αὑτοῖν Ev τῇ χαλλίονι στάσει ὧν TO 

΄' > \ \ ᾽ ς ’ 2 ,ὔ 
re εἶδος ὀρϑὸς χαὶ διηρϑρωμένος, ὑψαύχην, ἐπέγρυττος, 
λευχὸς ἰδεῖν, μελανόμματος, τιμῆς ἐραστὴς μετὰ σωφρο- 

4 \ 2 - \ I - 7 ς εἰ 2 
σύνης TE χαὶ αἰδοῦς, καὶ ἀληϑινῆς δόξης ἑταῖρος, ἀτελη- 
χτος, χελεύματι μόνον χαὶ λόγῳ ἡγιοχεῖται" ὃ δ᾽ αὖ σχοΞ 
ΡΨ ’ 2 γενεν ,ὔ ’ h 
λιός, πολύς, εἰχῇ συμπτεφορημένος, χρατεραύχην, βρα- 

7 ’ ’ 
χυτράχηλος, σιμοτιρόσωττος, μελάγχρως, γλαυχόμματος, 
“ “ Ὁ 5 “ ᾿ 4: 3 Ν, 
vpaıuog, υβρεως χαὶ ἀλαζονείας ἑταῖρος, 7τερὶ ὦτα λάσιος, 
χωφός, μάστιγι μετὰ χέντρων μόγις ὑπείχων. ὅταν δ᾽ 
οὖν ὃ ἡνίοχος ἰδὼν τὸ ἐρωτιχὸν ὄμμα, πᾶσαν αἰσϑήσει 


(denn ὅϑεν ἄν τι δύνωνται ist 
im Hinblick auf das folgende αὐ- 
τοί = παρὰ τῶν ἄλλων) als auch 
selber forscht; er nützt dem Ge- 
liebten dadurch, dafs er dessen Na- 
turanlage ebenfalls im Geiste ihres 
gemeinsamen Gottes zu entwickeln 
sucht. 

cap. 34. Die Art, wie der ein- 
zelne von der Liebe ergriffen wird, 


leitet S. aus der Natur seiner Seele 
ab, ausder Art, wie der ἡ νέοχος seine 
beiden Rosse zu zügeln imstande ist. 
S. beschreibt zu dem Zwecke die Ge- 
stalt und den Charakter der beiden 
Rosse und die Menge der Epitheta 
wirkt insofern komisch, als sie das 
eine derselben karikiert, als sie 
den Gegensatz beider bis zur äu- 
[sersten Schärfe hervorhebt. Spals- 


4* 


52 HAATQNOZ 


διαϑερμήνας τὴν ψυχήν, γαργαλισμοῦ τὲ χαὶ πόϑου χέν- 
τρῶν ὑποπλησϑῆ, ὁ μὲν εὐπειϑὴς τῷ ἡνιόχῳ τῶν Troy, 
ἀεί τὲ χαὶ τότε αἰδοῖ βιαζόμενος, ἑαυτὸν χατέχει μὴ ἐπίι- 
σπηδᾷν τῷ ἐρωμένῳ" ὃ δὲ οὔτε χέντρων ἡγνιοχικῶν οὔτε 
μάστιγος ἔτι ἐντρέπεται, σχιρτῶν δὲ βίᾳ φέρεται, καὶ 
πάντα πράγματα τταρέχων τῷ σύζυγί τε καὶ ἡνεόχῳ avay- 
χάζει ἰέναι TE πρὸς τὰ παιδικὰ καὶ μνείαν σιοιεῖσϑαι τῆς 
τῶν ἀφροδισίων χάριτος. τῶ δὲ κατ᾽ ἀρχὰς μὲν ἀντιτεί- 
γετον ἀγαγαχτοῦντε, ὡς δεινὰ καὶ παράνομα ἀναγχαζο- 
μένω" τελευτῶντες δέ, ὅταν μηδὲν ἢ πέρας χαχοῦ, πο- 
ρεύεσϑον ἀγομένω, εἴξαντε χαὶ ὁμολογήσαντε ποιήσειν 
τὸ χελευόμενον. χαὶ πρὸς αὐτῷ τ᾽ ἐγένοντο χαὶ εἶδον 
τὴν ὄψιν τὴν τῶν τταιδιχῶν ἀστράπτουσαν. 

35. ἸΙἰδόντος δὲ τοῦ ἡνιόχου ἣ μνήμῃ πρὸς τὴν τοῦ 
χάλλους φύσιν ἠνέχϑη, χαὶ πάλιν εἶδεν αὐτὴν μετὰ σω- 
φροσύνης ἐν ἁγνῷ βάϑρῳ βεβῶσαν᾽ ἰδοῦσα δὲ ἔδεισέ 
τε χαὶ σεφϑεῖσα ἀνέπεσεν ὑπτία, χαὶ ἅμα ἠἡναγχάσϑη εἰς 
τοὐπίσω ἑλχύσαι τὰς ἡνίας οὕτω σφόδρα, ὥστε ἐπὶ τὰ 
ἰσχία ἄμφω χαϑίσαι τὼ ἵππω, τὸν μὲν ἑχόντα διὰ τὸ μὴ 
ἀντιτείνειν, τὸν δὲ ὑβριστὴν μάλα ἄχοντα. ἀτπεελϑόντε 
δὲ ἀπωτέρω, ὃ μὲν Un αἰσχύνης τε χαὶ ϑάμβους ἱδρῶτι 
πᾶσαν ἔβρεξε τὴν ψυχήν, ὁ δὲ λήξας τῆς ὀδύνης, ἣν ὑπὸ 


τοῦ χαλινοῦ τε ἔσχε χαὶ τοῦ πτώματος, μόγις ἐξανατενεύ- 
, u -» x ᾽ 4 ,͵ 
σας ἐλοιδόρησεν δργῆ, πολλὰ χαχίζων τόν τὲ ἡνίοχον χαὶ 


τὸν ὁμόζυγα ὡς δειλίᾳ τὲ χαὶ ἀνανδρίᾳ λιπόντας τὴν τά- 
Ev χαὶ ὁμολογίαν" χαὶ πάλιν οὐχ ἐϑέλοντας προσιέναι 
ἀναγχάζων μόγις συνεχώρησε δεομένων εἰσαῦϑις ὑπεερ- 
βαλλέσϑαι. ἐλθόντος δὲ τοῦ συντεϑέντος χρόνου, [οὗ] 


haft ist sodann auch die derbe Sinn- cap. 35. Ἰδοῦσα δὲ ἔδεισε χ. τ. ὃ. 


lichkeit der Sprache, Ausdrücke wie 
γαργαλισμοῦ καὶ πόϑου κέντρων 
ὑποπλησϑῇ — μὴ ᾿ἐπιπηδᾶν τῷ 
ἐρωμένῳ --- σχιρτῶν δὲ βίᾳ φε- 
θεται U. ἃ. ὅταν μηδὲν ἡ πέρας 
χαχοῦ „da der Not kein Ende ist“ 
(M.) „wenn des Ungemaches kein 
Ende ist“ (Sch!.). 


Subjekt ist ἢ μνήμη τοῦ ἡνιόχου 
1. 6. ὃ ἡνίοχος. Amövres τὴν 
τάξιν χαὶ δμολογίαν ist gleich 
τὴν ὡμολογὴμ μένην ν τάξιν oder τὴν 
τεταγμέν ογίαν, das fest- 
gesetzte U selon nach wel- 
chem sie sich dem Geliebten nähern 
sollten. Ὑπερβαλλεσϑαι im folg. 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 53 


ΉΡ σεροστιοιουμένω ἀγαμιμνήσχων, βιαζόμενος, 
χρεμετίζων, ἕλκων ἡνάγχασεν au τροσελϑεῖν; τοῖς πύαυ- 
διχοῖς det τοὺς αὐτοὺς λόγους, χαὶ ἐγειδὴ ἐγγὺς ἦσαν, 
ἐγκύψας καὶ ἐχτείνας τὴν χέρχον, ἐνδαχὼν τὸν χαλινόν, 
μετ᾿ ἀγαιδείας ἕλχει" ὃ δ᾽ ἡνίοχος ἔτι μᾶλλον ταὐτὸν σπιά- 
ϑὸς παϑών, ὥστιερ ἀττὸ ὕστύληγος ἀναπεσών, ἔτι μᾶλλον 
τοῦ ὑβριστοῦ ἵσεπου ἐχ τῶν ὀδόντων βίᾳ ὀτείσω στιάσας 
τὸν χαλινόν, τήν TE καχηγόρον γλῶτταν χαὶ τὰς γγάϑους 
χκαϑήμαξε χαὶ τὰ σχέλη τε χαὶ τὰ ἰσχία τερὸς τὴν γῆν ἐρεί- 
σας ὀδύναις ἔδωχεν. ὅταν δὲ ταὐτὸν πολλάκις πτάσχων ὃ 
πονηρὸς τῆς ὕβρεως λήξῃ, ταπεινωϑεὶς Erreraı ἤδη τῇ 
τοῦ ἡνιόχου προνοίᾳ, καὶ ὅταν ἴδῃ τὸν χαλόν, φόβῳ διόλ- 
Aura" ὥστε ξυμβαίνει τότ᾽ ἤδη τὴν τοῦ ἐραστοῦ ψυχὴν 
τοῖς zraudınoig αἰδουμένην τε χαὶ δεδοιχυῖαν ἕσεεσϑαι. 
96. Are οὖν σπιᾶσαν ϑερατίείαν ὡς ἰσόϑεος ϑερα- 
γεευόμεγος οὐχ ὑπὸ σχηματιζομένου τοῦ ἐρῶντος, ἀλὴὶ 
ἀληϑῶς τοῦτο “τετονϑότος, χαὶ αὐτὸς ὧν φύσει φίλος τῷ 
ϑερατιεύοντι, ἐὰν ἄρα χαὶ ἐν τῷ τιρόσϑεν Uno ξυμφοιτη- 
τῶν ἢ τινων ἄλλων διαβεβλημένος ἢ, λεγόντων ὡς αἷ- 
σχρὸν ἐρῶντι πλησιάζειν, χαὶ διὰ τοῦτο ἀτεωϑῇ τὸν ἐρῶν- 


τὰ, τιροϊόντος δὲ ἤδη τοῦ χρόνου 7 τε ἡλικία χαὶ τὸ χρεὼν 


hat die seltenere. Bedeutung „auf- 
schieben“. Sonst bietet das Ver- 
ständnis keine Schwierigkeit. Die 
sinnlichen Ausdrücke wiederholen 
sich auch in diesem Kap. in Hülle und 
Fülle: χφεμετίζων, ἕλκων ἡνάγ- 
χασεν KT. ἑ. -- ἐγκύψας καὶ 
ἐχτείνας τὸν χέρχον, ἐνδαχὼν τὸν 
χαλινόν --- τὰς γνάϑους χαϑη;- 
μαξε ἃ. 8. Ww, 

θᾶ. 36. Die W. εἰς ταὐτὸν 
ἄγει τὴν φιλίαν (zei αὐτὸς ὧν 
φύσει φίλος εἰς ταὐτὸν ἄγει τὴν 

ιλίαν) sind mit Stallb. nach den 

esten Handschriften zu streichen. 
Denn der Ausdruck φύσει φίλος 
verlangt, richtig aufgefalst, ein Ob- 
jekt, wie es in zo ϑεραπεύοντι 
gegeben ist. Die haben näm- 
lich sicherlich nicht die Bedeutung, 


welche ihnen auch Schleiermacher 
unterschiebt, wenn er übersetzt: 
„und er auch selbst von Natur zur 
Freundschaft geneigt ist“; denn so 
würden die ganzen W. χαὶ αὐτὸς 
— φίλος ein sehr müfsiger Zusatz 
sein; sondern sie sind mit St. da- 
hin zu erklären, dafs der Geliebte 
deshalb dem Liebenden φύσει pl- 
λος ist, weil sie beide vor dem 
Eintritt in das Menschenleben dem- 
selben Gotte gefolgt waren — nam 
utergue eidem deo est quasi de- 
dicatus. Das δὲ in προϊόντος δὲ 
ist das δὲ des Nachsatzes, der mit 
προϊόντος beginnt. Die Konstruk- 
tion des Satzes ist also: Are ϑε- 
ραπευόμενος καὶ φύσει φίλος ἐὰν 
χαὶ δια βεβλημένος ἡ καὶ ἀποϑῇ, 
ἥ ΤῊΝ χαὶ τὸ χρεὼν ἤγαγεν 


-- > 
Er στα πα 


54 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


” 


ἤγαγεν εἰς τὸ πιροσέσϑαι αὐτὸν εἰς ὁμιλίαν. οὐ γὰρ δή 
score εἵμαρται χαχὸν χαχῷ φίλον οὐδ᾽ ἀγαϑὸν μὴ φίλον 
ἀγαϑῷ εἶναι. προσεμένου δὲ χαὶ λόγον χαὶ ὁμιλίαν δεξα- 
μένου, ἐγγύϑεν ἡ εὔνοια γιγνομένη τοῦ ἐρῶντος ἐχητλήτ- 
reı τὸν ἐρώμενον διαισϑανόμεγον, ὅτι οὐδ᾽ οἱ ξύμπαντες 
ἄλλοι φίλοι τε χαὶ οἰχεῖοι μοῖραν φιλίας οὐδεμίαν ζεαρ- 
ἔχονται πρὸς τὸν ἔνϑεον φίλον. ὅταν δὲ χρονέζῃ τοῦτο 
δρῶν χαὶ τιλησιάζῃ μετὰ τοῦ ἄπτεσϑαι ἔν τὲ γυμνασίοις 
χαὶ ἐν ταῖς ἄλλαις ὁμιλίαις, Tor ἤδη ἡ τοῦ δεύματος 
ἐχείνου senyn, ὃν ἵμερον Ζεὺς Γανυμήδους ἐρῶν ὠνό- 
μασε, τιολλὴ φερομένη πρὸς τὸν ἐραστὴν, ἡ μὲν εἰς αὐ- 
τὸν ἔδυ, ἢ δ᾽ ἀπομεστουμένου ἔξω ἀπτορρεῖ" χαὶ οἷον 
σινεῦμα ἢ τις ἠχὼ ἀπὸ λείων τὲ καὶ στερεῶν ἁλλομένη 
πάλιν ὅϑεν ὡρμήϑη φέρεται, οὕτω τὸ τοῦ κάλλους δεῦμα 
σάλιν εἰς τὸν χαλὸν διὰ τῶν ὀμμάτων ἰόν, ἡ πέφυχεν ἐπεὶ 
τὴν ψυχὴν ἰέναι ἀφιχόμενον, καὶ ἀνατιτερῶσαν τὰς διό- 
δους τῶν πτερῶν, ἄρδει τὲ χαὶ ὥρμησε πτεροφυεῖν τὲ 
χαὶ τὴν τοῦ ἐρωμένου αὖ ψυχὴν ἔρωτος ἐνέπλησεν. ἐρᾷ 
μὲν οὖν, ὅτου δέ, ἀπορεῖ᾽ χαὶ οὐδ᾽ ὅ τι πέπονθεν οἶδεν 
οὐδ᾽ ἔχει φράσαι, ἀλλ᾽ οἷον dr ἄλλου ὀφϑαλμίας ἄττολε- 
λαυχὼς πρόφασιν εἰτιεῖν οὐχ ἔχει, ὥσττερ δὲ ἐν χκατότιτρῳ 
ἐν τῷ ἐρῶντι ἑαυτὸν δρῶν λέληϑε. χαὶ ὅταν μὲν ἐχεῖνος 
σαρῖ, λήγει χατὰ ταὐτὰ ἐχείνῳ τῆς ὀδύνης" ὅταν δὲ ἀττῆ, 
χατὰ ταὐτὰ αὖ ποϑεῖ χαὶ πτοϑεῖται, εἴδωλον ἔρωτος ἀντέ- 
ρωτα ἔχων" χαλεῖ δὲ αὐτὸν χαὶ οἴεται οὐχ ἔρωτα ἀλλὰ φι- 
λέαν εἶναι. ἐτειϑυμεῖ δὲ ἐχείνῳ “ταραπλησίως μέν, ἀσϑενε- 
στέρως δέ, ὁρᾷν, ἅπτεσϑαι, φιλεῖν, συγχαταχεῖσθαι" χαὶ 
δή, οἷον εἶχός, ποιεῖ τὸ μετὰ τοῦτο ταχὺ ταῦτα. ἐν οὖν 
Τῇ συγχοιμήσει τοῦ μὲν ἐραστοῦ ὃ ἀχόλαστος ἵσιπος ἔχει 


αὐτὸν.χ. τ. Δ. Der langen Periode Scherze ein: ἡ μὲν εἰς αὐτὸν ἔδυ, 


folgt, wie der gute Stil es ver- 
langt, ein Kurzer Satz, der Redner 
und Zuhörer aufatmen lälst (so oft 
Demosthenes), die W. οὐ γὰρ δὴ 
— εἶναι, welche das τὸ χρεὼν 
des vorhergehenden Satzes erklären. 

Weiterhin flicht S. wieder kleine 


ἡ δ᾽ ἀπομεστουμένου ἔξω ἀποῤῥεῖ 
— οἷϑον πνεῦμα καί τις ἠχὼ κ. τ. ἕ. 
— und endlich mit dem lachenden 
οἷον an’ ἄλλου ὀφϑαλμίας ἀπο- 
λελαυχώς. Diese scherzenden Ver- 
gleiche bewirken, dafs die sinnliche 
Darstellung nicht sinnlich erregt. 


PAIAPOR. 55 


0 τι λέγει τιρὸς τὸν ἡνίοχον, καὶ ἀξιοῖ ἀντὶ τολλῶν τόνων 
σμιχρὰ ἀπολαῦσαι" ὃ δὲ τῶν :ταιδιχῶν ἔχει μὲν οὐδὲν ei- 
zeeiv, στιαργῶν δὲ χαὶ ἀπορῶν περιβάλλει τὸν ἐραστὴν 
χαὶ φιλεῖ, ὡς σφόδρ᾽ εὔνουν ἀσπαζόμενος" ὅταν τὲ συγ- 
χαταχέωνται, οἷός ἐστι μὴ ἀπταρνηϑῆναι τὸ αὑτοῦ μέρος 
χαρίσασϑαι τῷ ἐρῶντι, εἰ δεηϑείη τυχεῖν" ὁ δὲ ὁμόζυξ 
αὖ μετὰ τοῦ ἡνιόχου πρὸς ταῦτα μετ᾽ αἰδοῦς καὶ λόγου 
ἀντιτείνει. 

87. Ἐὰν μὲν δὴ οὖν εἰς τεταγμένην τὲ δίαιταν καὶ 
φιλοσοφίαν vıryon τὰ βελτίω τῆς διανοίας ἀγαγόντα, 
μαχάριον μὲν χαὶ ὁμογνοητιχὸν τὸν ἐνθάδε βίον διάγου- 
σιν, ἐγχρατεῖς αὑτῶν χαὶ χόσμιοι ὄντες, δουλωσάμενοι 
μὲν ᾧ χαχία ψυχῆς Eveyiyvero, ἐλευϑερώσαντες δὲ ᾧ ἂἀρε- 
τή τελευτήσαντες δὲ δὴ ὑπόπτεροι χαὶ ἐλαφροὶ γεγονό- 
τες τῶν τριῶν παλαισμάτων τῶν ὡς ἀληϑῶς ᾿Ολυμτειαχῶν 
ἕν γεγιχήχασιν, οὗ μεῖζον ἀγαϑὸν οὔτε σωφῥοσύνη ἂν- 
ϑρωτείνη οὔτε ϑεία μανία δυνατὴ τιορίσαι ἀνθρώπῳ. ἐὰν 
δὲ δὴ διαίτῃ φορτιχωτέρᾳ ve καὶ ἀφιλοσόφῳ, φιλοτίμῳ δὲ 
χρήσωνται, τάχ᾽ ἂν που ἐν μέϑαις ἢ τινι ἄλλῃ ἀμελείᾳ τὼ 
ἀχολάστω αὐτοῖν ὑττοζυγίω λαβόντε τὰς ψυχὰς ἀφρού- 
ρους, ξυναγαγόντε εἰς ταὐτόν, τὴν ὑττὸ τῶν “τολλῶν μα- 
χαριστὴν αἵρεσιν εἱλέτην τε χαὶ διετιράξαντο᾽ χαὶ δια- 
τραξαμένω τὸ λοιπὸν ἤδη χρῶνται μὲν αὐτῇ, orcavia δέ, 
ἅτε οὐ πάσῃ δεδογμένα τῇ διανοίᾳ τιράττοντες. φίλω μὲν 
οὖν χαὶ τούτω, ἧττον δὲ ἐχείνων, ἀλλήλοιν διά TE τοῦ 
ἔρωτος χαὶ ἔξω γενομένω διάγουσι, πίστεις τὰς μεγίστας 
ἡγουμένω ἀλλήλοιν δεδωχέναι τε χαὶ δεδέχϑαι, ἃς οὐ 
ϑεμιτὸν εἶναι λύσαντας εἰς ἔχϑραν ττοτὲ ἐλϑεῖν. ἐν δὲ τὴ 


cap. 37, Mit den W. τῶν τριῶν 
παλαισμάτων — ἕν νενιχήχασιν 
weist 5, zurück auf das oben cap. 29 
Gesagte: woran δὲ τρίτῃ περιόδῳ 
τῇ χιλιετεῖ κχ. τ. δ., nachdem der Phi- 
losoph erst durch ein dreimaliges Le- 
ben, einen dreimal glücklich bestan- 
denen Kampf zum Olympos sich zu 
erheben vermag. Auch in den Olym- 
pischen Spielen mulste der Ringer 


den Gegner dreimal geworfen haben 

S. stelit in diesem Kap. die edle, 
wahre Freundschaft denkender Män- 
ner der flacheren gegenüber. Die 
erste ist das gröfste Gut, das mensch- 
liche Weisheit und göttliche Begei- 
sterung gewähren kann. Eine δίαιτα 
ἀφιλόσοφος hat aber nur dann Wert, 
wenn die φιλοτιμία den ἀφιλόσο- 
φος leitet, 


56 IIAATQNOZ 


τελευτῇ ἄπτεροι μέν, ὡρμηκότες δὲ πδροῦσϑαι ἐχβαί- 
γουσι τοῦ σώματος, ὥστε οὐ σμικρὸν ἀϑλον τῆς ἐρωτιχῆς 
μανέας φέρονται" εἰς γὰρ σκότον καὶ τὴν ὑττὸ γῆς ττορείαν 
οὐ νόμος ἐστὶν ἔτι ἐλϑεῖν τοῖς χκατηργμένοις ἤδη τῆς ἐτεόυ- 
ρανίου πορείας, ἀλλὰ φανὸν βίον διάγοντας εὐδαιμονεῖν 
μετ᾿ «ἀλλήλων σεορδυομένους, καὶ δμοτττέρους ἔρωτος χά- 
ριν, ὅταν γένωνται, γενέσϑαι. 

38. Ταῦτα τοσαῦτα, (ὐ 7ταῖ, χαὶ ϑεῖα οὕτω σοι δω- 
ρήσεται ἡ παρ᾽ ἐραστοῦ φιλία ἡ δὲ ἀπὸ τοῦ μὴ ἐρῶν- 
τος οἰχειότης, σωφροσύνῃ ϑνητῇ χεχραμένη, ϑνητά τὲ 
χαὶ φειδωλὰ οἰχονομοῦσα. ἀνελευϑερίαν ὑτεὸ πλήϑους 
ἐπαινουμένην ὡς ἀρετὴν τῇ φίλῃ ψυχῇ ἐντεχοῦσα, ἐννέα 
χιλιάδας ἐτῶν περὶ γὴν κυλινδουμένην αὐτὴν χαὶ ὑπὸ γῆς 
ἄνουν σπιαρέξει. αὕτη co; ὦ φίλε Ἔρως, εἰς ἡμετέραν 
δύναμιν ὅ τι καλλίστη καὶ ἀρίστη δέδοταί τὲ χαὶ ἐχτέτισται 
παλινῳδία, τά τὲ ἄλλα καὶ τοῖς ὀνόμασιν ἠναγχασμένη 
ποιητιχοῖς τισὶ διὰ Φαῖδρον εἰρῆσϑαι. ἀλλὰ τῶν περοτέ- 
ρων TE “συγγνώμην καὶ τῶνδε χάριν ἔχων, εὐμενὴς χαὶ 
ἵλεως τὴν ἐρωτιχήν μοι τέχνην. ἣν ἔδωχας. μήτε ἀφέλῃ 
μήτε σττηρώσῃς δι᾽ ὀργήν, δέδου δ᾽ ἔτι μᾶλλον ἢ) νῦν παρὰ 
τοῖς χαλοῖς τίμιον εἶναι. τῷ πρόσϑεν δ᾽ εἴ τι λόγῳ σοι 
arınves εἴσυομεν Φαῖδρός re καὶ ἐγώ, “υσίαν τὸν τοῦ λό- 
γου πατέρα αἰτιώμενος παῦε τῶν τοιούτων λόγων, Ezel φι- 
λοσοφίαν δέ, ὥσπερ ὁ ἀδελφὸς αὐτοῦ Πολέμαρχος τέτρα- 
σται, τρέψον, ἵνα καὶ ὃ ἐραστὴς Ode αὐτοῦ μηχέτε ἔτταμι- 


cap. 38. Am Schlufs spicht 8. 
zunächst sein Endurteil aus über 
die Liebe des der Begeisterung Un- 
fähigen und über diesen selbst. Das 
ist keine φιλέα und kein ἔρως, die 
ihn bewegen, sondern nur eine οὐ- 
κειότης, eine Vertraulichkeit, wie 
Schleiermacher zart übersetzt. Diese 
istim Gegensatz zu der ϑεία μανία 
eine σωφροσύνη ϑνητή ; Sie schafft 
nur Vergängliches und Unvollkom- 
menes; sie bietet nur das, was der 
grolse Haufen ἀρετὴ nennt, was 
aber in Wahrheit nwürdigkeit ist, 


und bewirkt so, dafs, der sich ihr 
hingiebt, eine unendlich lange Zeit, 
ein ἄνους, dem Schattenleben an- 
heimfällt. 

In dem schönen Gebet an Eros end- 
lich weist S. auf die einleitenden W. 
der Rede zurück. Dals er eigentlich 
ein Gedicht gegeben, bittet er den 
Gott zu verzeihen; die Rücksicht 
auf Ph. habe das geboten, dessen 
Gemüt gerade einer solchen Dar- 
stellung zugänglich sei. Es ist das 
ein palsendes Kompliment für Ph., 
mit welchem ὅδ. seiner Widerlegung 


@AIAPOR. 57 


φοτερίζη καϑάγιερ νῦν, ἀλλ᾽ ἁπλῶς πρὸς Ἔρωτα μετὰ 
φιλοσόφων λόγων τὸν βίον ποιῆται. : 

39. ΦΑ͂Ι. Συνεύχομαί σοι, ὦ Σώκρατες, εἴσιερ 
ἄμεινον ταῦϑ' ἡμῖν εἶναι, ταῦτα γίγνεσθαι. τὸν λόγον 
δέ σου πάλαι ϑαυμάσας ἔχω, ὅσῳ καλλίω τοῦ τιροτέρου 
ἀτξιργάσω" ὥστε ὀχνῶ μή μοι ὃ Avolag ταπεινὸς φανῇ, 
ἐὰν ἄρα χαὶ ἐθελήσῃ τιρὸς αὐτὸν ἄλλον avrıragarsivaı. 
χαὶ γάρ τις αὐτόν, ὦ ϑαυμάσιε, ἔναγχος τῶν πτολιτιχῶν 
τοῦτ᾽ αὐτὸ λοιδορῶν ὠνείδιζε, zal διὰ sraong τῆς λοιδορίας 
ἐχάλει λογογράφον᾽ τάχ᾽ οὖν ἂν ὑπὸ φιλοτιμίας ἐγίσχοι 
ἡμῖν ἂν τοῦ γράφειν. 

ΣΩ. ΓΕελοῖόν γ᾽, ὦ νεανία, τὸ δόγμα λέγεις, καὶ τοῦ 
ἑταίρου συχνὸν διαμαρτάνεις, εἰ αὐτὸν οὕτως ἡγεῖ τινὰ 
ψοφοδεᾶ. ἴσως δὲ καὶ τὸν λοιδορούμενον αὐτῷ οἴει νομέ- 
ζοντα λέγειν ἃ ἔλεγεν. 

DAI. Ἐφαίνετο γάρ, ὦ Σώχρατες᾽ χαὶ σύνοισϑά 
σίου χαὶ αὐτὸς ὅτι οἱ μέγιστον δυνάμενοί τε χαὶ σεμγνότα- 
τοι ἐν ταῖς πόλεσιν αἰσχύνονται λόγους τε γράφειν χαὶ 


der knabenhaften Ansichten des- denn λόγον τείνειν heifst auch bei 
selben die Bitterkeit nimmt. Eben- Plato, sich mit einer Rede abmühen, 


so wirkt S. versöhnend, wenn er 
in den letzten W. den Gott bittet, 
auch den Lysias, wie schon dessen 
Bruder Polemarchos, πρὸς ἔρωτα 
μετὰ φιλοσόφων λόγων zu führen. 

cap. 39. Aus der edlen Sprache 
des S. fällt Ph. vollständig in die 
Prosa zurück, wenn er dem ovvev- 
χομαί σοι ταῦτα γενέσθαι das 
philiströse εἴπερ ἄμεινον ταῦτ 
ἡμῖν εἶναι binzufügt, und wenn 
er im folgenden statt des εἰπεῖν 
λόγον das handwerksmälsige ἀπερ- 
γάζεσϑαι einschiebt. Das χαὲ vor 
ἐϑελήσῃ verrät, wie es dem 8. voll- 
ständig gelungen ist, Ph. an seinem 
Lehrer irre zu machen: „wenn er 
sich auch (wie ich nicht zweifle) 
entschliefsen wird, gegen sie eine 
andere auszuarbeiten“. In avrınaoe- 
τεῖναι liegt aber nicht blofs ein op- 
ponere certaminis gratia (Stallb.); 


eine lange Rede halten“ (Gorgias 
519, E). Diesen Begriff verlangt aber 
auch der Gedanke des folgenden 
mit zei γὰρ eingeleiteten Satzes: 
„denn einen Redeschreiber 
schimpft man ihn ἃ. i. einen Mann, 
der seine Rede mühselig ausarbei- 
tet“. 

In un σοφισταὶ χαλῶνται würde 
ich σοφισταὶ mit „Schulmeister“ 
übersetzen ; denn der Gedanke ist: 
„sie fürchten, für Leute gehalten 
zu werden, welche, gleich dem So- 
phisten Lysias, Rhetorenschulen 
hielten und in diesen für ihre Schü- 
ler Reden ausarbeiteten. 

Die Erwähnung der δυνάμενοί 
TE zul σεμνότατοι ἐν ταῖς πόλεσιν 
giebt S.Gelegenheit zu einem scher- 
zenden Excurs über die Staatsmän- 
ner, welche in ihren Gesetzesan- 
trägen sich auch als Redeschreiber 


58 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


χαταλείτιειν συγγράμματα ἑαυτῶν, δόξαν φοβούμενοι τοῦ 
ἔγιειτα χρόνου, μὴ σοφισταὶ καλῶνται. 

ΣΩ. Γλυχὺς ἀγκών, ὦ Φαῖδρε, λέληϑέ σε ὅτι Arco 
τοῦ μαχροῦ ἀγχιῶνος τοῦ χατὰ Νεῖλον ἐχλήϑη" χαὶ πρὸς 
τῷ ἀγχῶνι λανϑάνει ὅε, ὅτι οἱ μέγιστον φρονοῦντες τῶν 
γπολιτιχῶν μάλιστα ἐρῶσι λογογραφίας τε χαὶ χαταλεέψεως 
συγγραμμάτων, οἵ γε καὶ Erreidav τινα γράφωσι λόγον, 
οὕτως ἀγαττῶσι τοὺς ἐπιαινέτας, ὥστε τιροστταραγράφουσι 
πρώτους, οἱ ἂν ἑχασταχοῦ ἐπαινῶσιν αὐτούς. 

Φ.1. Πῶς λέγεις τοῦτο; οὐ γὰρ μανϑάνω. 

ΣΩ. Οὐ μανϑάνεις ὅτι ἐν ἀρχῇ ἀνδρὸς ττολιτιχοῦ 
συγγράμματι τιρῶτος ὃ ἐπαινέτης γέγραπται; 

®AI. Πῶς; 

ΣΩ. Ἔδοξέ τού φησι τῇ βουλῇ ἢ τῷ δήμῳ ἢ ἀμφο- 
τέροις, χαὶ ὃς else, τὸν αὑτὸν δὴ λέγων μάλα σεμνῶς καὶ 
ἐγκωμιάζων ὃ συγγραφεύς, ἔπειτα λέγει δὴ μετὰ τοῦτο, 
ἐσειδεικγύμενος τοῖς ἐπαινέταις τὴν ἑαυτοῦ σοφίαν, ἐνέοτε 
γάνυ μαχρὸν σποιησάμενος σύγγραμμα" ἢ σοι ἄλλο τι φαί- 
vera τὸ τοιοῦτον ἢ λόγος συγγεγραμμένος; 

DAI. Οὐχ ἔμοιγε. 

IR. Οὐχοῦν ἐὰν μὲν οὗτος ἐμμένῃ, γεγηθὼς ἀτπιέρ- 
χεται Ex τοῦ ϑεάτρου ὃ σιοιητής᾽" ἐὰν δὲ ἐξαλιφῇ καὶ ἄμοι- 


und zwar als sehr eitle zeigen. Die 
W. γλυχὺς ἀγχών -ὀἰχλήϑη machen 
für das Verständnis einige Schwie- 
rigkeit. Der Gedanke, den sie ent- 
halten, ist zwar klar: „du übersiehst 
bei deiner Bemerkung einen Haupt- 
punkt“, die Worte aber sind nicht 
leicht zu erklären; denn sie sind 
offenbar (was den Erklärern ent- 
gangen zu sein scheint) ein Citat 
aus dem Werke eines Dichters, wel- 
ches wir nicht kennen. TAvxvc 
ἄγκων ist der Schlufs eines Hexa- 
meters und zum folgenden Hexa- 
meter fehlt nur die erste Länge: 


Ich glaube, man muls bei derlei 
Stellen einfach bekennen: sie sind 
für uns nicht zu erklären; wir 
müssen uns mit Klarstellung des 
Gedankens zufrieden geben. Und 
der ist ja klar. Am gefälligsten, 
aber doch auch gewagt, erklärt 
Hier. Müller: „Zu den für die Schif- 
fahrt beschwerlichsten und gefähr- 
lichsten Stellen gehört des Nils west- 
lichster Bug oder Arm (& yon), 
der deshalb nur bei sehr en 
Wasserstande befahren, sonst aber 
durch Beschiflung des Kanals ver- 


Ir χὺς ἀγχὼν 


(ἀλλ ἀπὸ τοῦ μαχροῦ ἀγχῶνος τοῦ χατὰ Νεῖλον 


ἐχλήϑη κ. τ. λ. 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 59 


ρος γένηται hoyoygapiag re καὶ τοῦ ἄξιος εἶναι συγγρά- 
φειν, πιενϑεῖ αὐτὸς τε καὶ οἱ ἑταῖροι. 
®AI. Καὶ μάλα. 

ΣΩ. 47λόν γε ὅτι οὐχ ὡς ὑπιερφρονοῦντες τοῦ ἐπίι- 
τηδεύματος, ἀλλ᾽ ὡς τεϑαυμαχότες. 

ΦΑ͂Ι. Πάνυ μὲν οὖν. 

ΣΩ. Τί δέ; ὅταν inavög γένηται ῥήτωρ ἢ βασιλεὺς 
ὥστε λαβὼν τὴν Avroveyov ἢ Σόλωνος ἢ 4;αρείου δύνα- 
μιν ἀϑάνατος γενέσϑαι λογογράφος ἐν πόλει, ag” οὐχ 
ἰσόϑεον ἡγεῖται αὐτός τε αὑτὸν Erı ζῶν, καὶ οἱ ἔπειτα γι- 
γγόμενοι ταὐτὰ ταῦτα περὶ αὐτοῦ νομίζουσι, ϑεώμενοι 
αὐτοῦ τὰ συγγράμματα; 

ΦΑ͂Ι. Καὶ μάλα. 

ΣΩ. Οἴει τινὰ οὖν τῶν τοιούτων, ὅστις καὶ ὅττωσ- 
τιοῦν δύσνους Avoig, ὀνειδίζειν αὐτὸ τοῦτο ὅτι συγγράφει; 

ΦΑ͂Ι. Οὔκουν einog γε ἐξ ὧν σὺ λέγεις" καὶ γὰρ ἂν 
τῇ ἑαυτοῦ ἐπιϑυμίᾳ, ὡς ἔοικεν, ὀνειδίζοι. 

40. ΣΩ. Τοῦτο μὲν ἄρα παντὶ δῆλον, ὅτι οὐχ al- 
σχρὸν αὐτό γε τὸ γράφειν λόγους. 

ΦΑ͂Ι. Τί γαρ; 

ΣΩ. AU ἐκεῖνο οἶμαι αἰσχρὸν ἤδη, τὸ μὴ καλῶς 
λέγειν TE χαὶ γράφειν, ἀλλ᾽ αἰσχρῶς τε Kal χαχῶς. 

ΦΑ͂Ι. Ζῆλον δή. 

ΣΩ. . Τίς οὖν ὃ τρόπος τοῦ καλῶς τε καὶ μὴ γράφειν; 
δεόμεϑά τι, ὦ Φαῖδρε, “υσίαν τε περὶ τούτων ἐξετάσαι 
χαὶ ἄλλον, ὅστις τεώττοτέ τι γέγραφεν ἢ γράψει, εἴτε στολι- 


mieden wurde. Ein auch sonst mit Schneider die Lesart ändern 
häufig vorkommender Volks- oder und πικροῦ satt μαχροῦ lesen. 
Matrosenwitz hannte nun diesen von Mit οἱ ἑταῖροι in πενϑεῖ αὐτὸς 


den Schiffern gefürchteten, ihnen 
also herben Bug den sülsen, 
geradeso wie man den klippen- 
vollen stürmischen und sonach un- 
wirtlichen (ἄξεινος) Pontos den wirt- 
lichen (εὔξεινος) nannte u. 8. w.* 
Wie gesagt: mir will es gewagt 
scheinen, zur Erklärung den Ma- 
trosenwitz heranzuziehen. Müller 
mufs dann zu seiner Erklärung auch 


τε χαὶ οἱ Er. hat 8. die Hetärie, 
die politische Genossenschaft, wel- 
che damals jeder Staatsmann um 
sich versammelte, im Auge. 

cap. 40. Das Thema der folgen 
den Betrachtung bietet die Frage: 
τίς ὃ τρόπος τοῦ καλῶς τε καὶ 
μὴ γράφειν; Mit den folg. W. δεό- 
μεϑα bis ἰδιώτης persifliert S. noch 
einmal den Lysias und seine Sprech- 


60 ΠΆΛΤΩ͂ΝΟΣ 


τιχὺν σύγγραμμα εἴτε ldıwrınov, ἐν μέτρῳ ὡς στοιητής, 1 
ἄνευ μέτρου ὡς ἰδιώτης; 

DAI. Ἐρωτᾷς εἰ δεόμεϑα; τίνος μὲν οὖν ἕνεχα κἂν 
τις ὡς εἰτεεῖν ζῴη, ἀλλ᾽ ἢ τῶν τοιούτων ἡδονῶν ἕνεκα; 
οὐ γάρ που ἐχείνων γε ὧν τιρολυτηϑῆναι δεῖ ἢ μηδὲ 
ἡσθῆναι, ὃ δὴ ὀλίγου πᾶσαι ai περὶ τὸ σῶμα ἡδοναὶ ἔχου- 
σι" διὸ χαὶ δικαίως ἀνδραποδώδεις χέχληνται. 

ΣΩ. χολὴ μὲν δή, ὡς ἔοικε" χαὶ ἅμα μοι δοχοῦσιν 
ὡς ἐν τῷ πνίγει ὑτιὲρ χεφαλῆς ἡμῶν οἵ τέττιγες ἄδοντες. 
χαὶ ἀλλήλοις διαλεγόμενοι χαϑορᾷν. εἰ οὖν ἴδοιεν χαὶ νῷ 
χαϑάτεερ τοὺς “τολλοὺς ἐν μεσημβρίᾳ μὴ διαλεγομένους, 
ἀλλὰ νυστάζοντας nal χηλουμένους ὕφ᾽ αὑτῶν δι᾽ ἀργέαν 
τῆς διανοίας, δικαίως ἂν καταγελῷεν, ἡγούμενοι ἀνδρά- 
scoda ἄττα σφίσιν ἐλϑόντα εἰς τὸ καταγώγιον ὥστστερ τερο- 
βάτια μεσημβριάζοντα “περὶ τὴν χρήνην εὐδειν" ἐὰν δὲ 
δρῶσι διαλεγομένους καὶ τ.αραπλέοντάς σφας ὥσπερ Σει- 


ρῆνας ἀχηλήτους, ὃ γέρας παρὰ ϑεῶν ἔχουσιν ἀνθϑρώττοις 
, , N - ’ 

διδόναι, τάχ᾽ ἂν δοῖεν ἀγασϑέντες. 
41. Φ.11. Ἔχουσι δὲ δὴ τί τοῦτο; ἀνήχοος γάρ, ὡς 


2 4 
ἔοικε, τυγχάνω ὧν. 


weise, wozu ihm die Erwähnung 
des Rhetors Gelegenheit bietet. Denn 
die W. ὅστις — ἰδιώτης sind mit 
ihren flachen Gegensätzen γέγρα- 

εν ἢ γράψει, εἴτε πολιτικὸν εἴτε 
ἰδιωτικόν, ἐν μέτρω und ἄνευ μέ- 
τρου, nahen und ἰδιώτης ganz 
im Tone der Rede des Lysias ge- 
halten. Den Ph. haben sie natür- 
lich angeheimelt; er greift das deo- 
μεϑὰα des 5. auf und ergeht sich 
nun ebenfalls im Stile des Lysias 
in einer Deklamation über den fla- 
chen Gedanken, dafs geistige Lust 
über weltliche Lust, über leibliche 
Lust gehe. Durch solche kleine 
Episoden flegt Plato das Interesse 
an seinem Thema aufzufrischen. S. 
antwortet auf die Deklamation des 
Ph., wie ein gescheiter Alter ant- 
worten mufs, mit einem Scherze. 


„Wir haben also Zeit — sagte er 
— und weiter wollte ich nichts 
wissen. Wenn du aber von leib- 
lichen Freuden redest, so kannst 
du unter unseren jetzigen Verhält- 
nissen an nichts denken, als an 
eine Mittagsruhe. Die Hitze drückt 
dich wohl etwas. Du hast aber 
ganz recht, wenn du die leibliche 
Lust des Mittagsschlafes verach- 
test; denn die Cieaden über uns 
würden uns, wollten wir schlafen, 
für keine ἐλεύϑεροι halten, sondern 
für Sklaven, die unedler Weise ge- 
wöhnt sind, wo sie können, dem 
Leibe zu frönen. Nur, wenn wir 
uns von ihnen nicht einschläfern 
lassen, werden sie uns ihr Götter- 
geschenk mitteilen.“ 

‚eap. 41. Die Erwähnung des 
γέρας παρὰ τῶν ϑεῶν eiweckt 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 61 


Z2.. Οὐ μὲν δὴ zrg&mei γὲ φιλόμουσον ἄνδρα τῶν 
τοιούτων ἀνήχοον εἶναι" λέγεται δ᾽ WG or’ σαν οὗτοι 
ἄνθρωποι τῶν πρὶν Movoag γεγονέναι, γενομένων δὲ 
ἸΠουσῶν χαὶ φανείσης φδῆς οὕτως ἄρα τινὲς τῶν τότε 
ἐξεχιλάγησαν ὑφ᾽ ἡδονῆς, ὥστε ἄδοντες ἡμέλησαν σίτων 
TE Kal ποτῶν, χαὶ ἔλαϑον τελευτήσαντες αὑτούς" ἐξ ὧν 
τὸ τεττίγων γένος μετ᾽ ἐχεῖνο: φύεται, γέρας τοῦτο παρὰ 
Πουσῶν λαβόν, μηδὲν τροφῆς δεῖσθαι γενόμενον, ἀλλ᾽ 
ἄσιτόν τε καὶ ἄποτον εὐθὺς ἄδειν, ἕως ἂν τελευτήσῃ, καὶ 
μετὰ ταῦτα ἐλϑὸν παρὰ Movoas ἀπαγγέλλειν, τίς τένα αὖ- 
τῶν τιμᾷ τῶν ἐνθάδε. Τερψιχόρᾳ μὲν οὖν τοὺς ἐν τοῖς 
χοροῖς τετιμηχότας αὑτὴν ἀτταγγέλλοντες ποιοῦσι προσφι- 
λεστέρους, τῇ δὲ Ἔρατοῖ τοὺς ἐν τοῖς ἐρωτιχοῖς, χαὶ ταῖς 
ἄλλαις οὕτω, χατὰ τὸ εἶδος ἑχάστης τιμῆς" τῇ δὲ πρεσβυ- 
τάτῃ Kalkıorın χαὶ τῇ μετ᾽ αὐτὴν Ovgavig τοὺς ἐν φιλο- 
σοφίᾳ διάγοντάς Te χαὶ τιμῶντας τὴν ἐχείνων μουσικὴν 
ἀγγέλλουσιν, αἵ δὴ μάλιστα τῶν Πουσῶν περί τε οὐρα- 
γὸν χαὶ λόγους οὖσαι ϑείους τε χαὶ ἀνθρωπίνους ἱᾶσι καλ- 
λίστην φωνήν. πολλῶν δὴ οὖν ἕνεχεν λεχτέον τι χαὶ οὐ 
χαϑευδητέον ἐν τῇ μεσημβρίᾳ. 

ο ΦΑ͂Ι. «“Ζεκτέον γὰρ οὖν. 

4%. ΣΩ, Οὐκοῦν, ὅπερ νῦν πρροὐϑέμεϑα σχέψασϑαι, 
τὸν λόγον ὅπῃ καλῶς ἔχει λέγειν τε χαὶ γράφειν καὶ oem 
un, σχεττέον. 

®AI. Anlov. 


die folg. Frage des neugierigen Ph. 
5. erwidert mit einer ebenso sinni- 
‚gen, wie launigen Erzählung von den 
Cicaden, in welcher er mit den W. 
τιμᾷ, τετιμηχότες τιμῆς, τι- 
uovras ganz nach seiner Art auf die 
Etymologie des Namens τέττεγξ 
anspielt. Seine Erzählung gipfelt 
in den lustigen W. ἄσιτόν τε καὶ 

ἄποτον -- τελευτήσῃ. „Du sag- 
test — heilst das — leibliche Lust 
tauge nichts, - Die Cicaden aber wer- 
den uns auf die höchste Stufe geisti- 
ger Lust führen, so dafs wir Hunger 


und Durst nicht mehr empfinden und 
vor lauter geistiger Freude unser 
Ende finden. Dafür werden sie uns 
aber der Kalliope und der Urania 
empfehlen und „deshalb — οὐ κα- 
ϑευδητέον ἐν τῇ μεσημβοίᾳ." Sieht 
68 Richt nach bin W. Ba als ob 
Ph., gewöhnt an einen Mittags- 
schlaf, ein Gähnen zu unterdrücken 
versucht habe? 

cap. 42, Die nächsten drei Kap. 
bilden zusammen einen Absehnitt, 
in welchem S. den Ph. zwingt ein- 


zugestehen, dals, wer ein guter 


62 HAATONOZ E 


20. He’ οὖν οὐχ ὑτιάρχειν δεῖ τοῖς εὖ γε χαὶ καλῶς 
ῥηϑησομένοις τὴν τοῦ λέγοντος διάνοιαν εἰδυῖαν τὸ ἀλη- 
Hs ὧν ἂν ἐρεῖν σιέρι μέλλῃ; 

DAI. Οὑτωσὶ zregl τούτου ἀκήκοα, © φίλε Σώκχρα- 
τὲς, οὐκ εἶναι ἀνάγχην τῷ μέλλοντι ῥήτορι ἔσεσϑαι τὰ τῷ 
ὄντι δίκαια μανϑάνειν, ER τὰ δόξαντα ὁ ἂν συλήϑει, οἵπερ 
δικάσουσιν, οὐδὲ τὰ ὄντως ἀγαϑὰ ἢ καλά, ἀλλ᾽ ὅσα δό- 
ξεε" ἐκ γὰρ τούτων εἶναι τὸ πιείϑειν, ἀλλ᾽ οὐχ ἐκ τῆς ἀλη- 
ϑείας. 

ΣΩ. Οὔτοι ἀπόβλητον ἔπος εἶνει δεῖ, ὦ Φαῖδρε, ὃ ὃ 
ἂν εἴσεωσι σοφοί, ἀλλὰ oxrosveiv μή τι λέγωσι" χαὶ δὴ χαὶ 
τὸ νῦν λεχϑὲν οὐχ ἀφετέον. 

DAI. Ὀρϑῶς λέγεις. 

ΣΩ. ὭὩδε δὴ στιοπῶμεν αὐτό. 

®AI. Πῶς; 

22. Εἴ σε πείϑοιμι ἐγὼ :τολεμίους ἀμύνειν χτησά- 
μενον ἵχύστον, ἄμφω δὲ ἵγυσεον ἀγνοοῖμεν, τοσόνδε μέντοι 
τυγχάνοιμι εἰδὼς τιερὶ σοῦ, ὅτι Φαῖδρος ὕ Lrercov ἡγεῖται τὸ 
τῶν ἡμέρων ζώων μέγιστα ἔχον ὦτα -- 

DAI. ΓΕελοῖόν γ᾽ ἄν, ὦ Σώχρατες, εἴη. 

ΣΩ. Οὔπω γε" ἀλλ᾽ ὅτε σπουδῇ σὲ γείϑοιμι, συν- 
τιϑεὶς λόγον ἔπαινον χατὰ τοῦ ὄνου, ἵτεστον ἐττονομάζων 
χαὶ λέγων ὡς παντὸς ἄξιον τὸ ϑρέμμα οἴχοι τε χεχτῆσϑαι 
χαὶ ἐγεὶ στρατείας, ἀτιοτιολεμεῖν τὲ χρήσιμον χαὶ 770008- 
γεγχεῖν δυνατὸν σχεύη χαὶ ἄλλα volle ὠφέλιμον. 


Redner werden will, vor allem die οὐ τοι arg et ἔπος er? 
Wahrheit der Dinge kennen mufs. und mit de σοφοί, mit wel- 


Sobald S. diesen Satz als Frage 
aufwirft — do’ οὖν οὐχ ὑπάρχειν 
det x. τ. A. — kramt der Schüler 
der Sophisten seine Gelehrsamkeit 
aus und antwortet mit dem sophi- 
stischen Hauptdogma, der Schein 
sei die Hauptsache und nicht das 
Sein, die Wahrheit. Dies Dogma 
wollte S. haben, und er legt des- 
halb in seine Antwort einen kleinen 
Hohn mit der formula Homerica (ll. 
II, 361), den Worten des Nestor: 


chem er die Sophisten oft bezeich- 
net. Auch die Wendung oxoneiv 
un τι λέγωσι charakterisiert viel- 
leicht die W. des 5. Der abge- 
droschene, flache Satz der Sophistik 
erhält sodann eine derbe Wider- 
legung in dem Beispiel vom Esel, 
welchen der Rhetor zum Schlacht- 
rosse stempelt. Dabei neckt S. den 
Ph. trefflic mit den W.: Φαῖδρος 
ἵππον ἡγεῖται — ὦτα, ein Satz, 
den wir uns nur recht langsam ge- 


@AIAPOZ. 63 


®AI. Παγγέλοιόν γ᾽ ἂν ἤδη εἴη. 

ΣΩ. Ho’ οὖν οὐ κρεῖττον γελοῖον ἢ δεινόν τὲ nal 
ἐχϑρὸν εἶναι φέλον; 

®AI. Φαίνεται. 

ΣΩ. Ὅταν οὖν ὃ ῥητορικὸς ἀγνοῶν ἀγαϑὸν χαὶ χα- 
χόν, λαβὼν πόλιν ὡσαύτως ἔχουσαν zreidn, μὴ περὶ ὄνου 
σκιᾶς ὡς ἵππου τὸν ἔπαινον ποιούμενος, ἀλλὰ περὶ κακοῦ 
ὡς ἀγαϑοῦ, δόξας δὲ πλήϑους μεμελετηχὼς πείση κακὰ 
χιράττειν ἄντ᾽ ἀγαϑῶν, ποῖόν τινα οἴει μετὰ ταῦτα τὴν 
ῥητορικὴν καρττὸν ὧν ἔσπειρε ϑερίζειν; 

DAI. Οὐ πάνυ γε ἐπιειχῆ. 

48. ΣΩ. Ao’ οὖν, ὦ γαϑέ, ἀγροικότερον τοῦ δέον- 
τος λελοιδορήχαμεν τὴν τῶν λόγων τέχνην; ἡ δ᾽ ἴσως ἂν 
εἴποι" τί ποτ᾽, ὦ ϑαυμάσιοι, ληρεῖτε; ἐγὼ γὰρ οὐδέν 
ἀγνοοῦντα τἀληϑὲς ἀναγχάζω μανϑάνειν λέγειν, ἀλλ᾽, εἴ 
τις ἐμῇ ξυμβουλῇ κτησάμενος ἐκεῖνο οὕτως ἐμὲ λαμβάνει, 
τόδε δ᾽ οὖν μέγα λέγω, ὡς ἄνευ ἐμοῦ τῷ τὰ ὄντα εἰδότι 


> n » ,ὔ 7 
οὐδέν τι μᾶλλον ἔσται σπιείϑειν τέχνῃ. 


sprochen denken müssen, um das 
Schlagende des letzten Wortes recht 
zu empfinden. Ph. antwortet dann 
auch auf das Schlagwort mit einem 
Ausrufe des Unwillens, der den 
$S. aber nicht hindert fortzufahren 
in seiner Auseinandersetzung. Nach- 
dem dann, die Nutzanwendung des 
Beispiels nicht ahnend, Ph. seinem 
ελοῖον ein παγγέλοιον hat folgen 
assen, trifft ihn die folg. Wendung 
um so derber: sobald S. statt des 
ἵππος und des ὄνος die abstrakten 
Begriffe τὸ ἀγαϑὸν und τὸ zuxov 
einsetzt, muls Ph. klein beigeben. 

Der Ausdruck περὶ ὄνου σχιᾶς 
wird vom Scholiasten und nach ihm 
von den Erklärern für eine sprüch- 
wörtliche Redensart erklärt, wie 
denn das Grautier vielfach beim 
Griechen wie bei uns auch zu scher- 
zenden Sprüchwörtern verwendet 
wird. Hier haben wir aber diese 
Erklärung wohl kaum nötig. Der 
Rhetor erhebt ja den Esel über 


dessen Wert hinaus; er spricht also 
eigentlich nicht von ihm selber, 
sondern von seinem Schattenbilde; 
das, was er greift, ist nichts Wirk- 
liches, sondern nur Schattenbild. 
cap. 43. Der Ausdruck Aoıdo- 
εἴν im Anf. ἃ. Kap. heilst „ver- 
ächtlich. von etwas reden“. Warum 
Stallb. und C. F. Hermann an dem 
Dativ ἐμῇ ξυμβουλῆ Anstols neh- 
men, sehe ich nicht recht ein. Ich 
behalte den Dativ bei, lese mit Stallb. 
und C. F. Hermann λαμβάνει statt 
der Vulgata λαμβάνειν, interpun- 
giere aber so, dals ich nach Aau- 
βάνει nur ein Komma und nicht 
ein Semikolon setze und übertrage 
dann: „sondern wenn jemand nach 
meinem Rate sich das erworben 
hat und so an mich herantritt, so 
behaupte ich zu meinem Ruhme, 
dafs ohne mich der, welcher das 
Wesen kennt, um nichts mehr im- 
stande sein wird zu überzeugen in 
kunstgerechter Form“. Dagegen 


64 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


@®Al. Οὐχοῦν δίκαια ἐρεῖ, λέγουσα ταῦτα; * 

22. Φημί, ἐὰν οἵ γε ἐπτιόντες αὑτῇ λόγοι μαρτυρῶ- 
σιν εἶναι τέχνῃ. ὥστπιερ γὰρ ἀχούειν δοχῶ τινῶν 7r00010V- 
τῶν χαὶ διαμαρτυρομένων λόγων, ὅτι ψεύδεται χαὶ οὐχ 
ἔστι τέχνη ἀλλ᾽ ἄτεχνος τριβή" τοῦ δὲ λέγειν, φησὶν. ὃ Aa- 
χων, ἔτυμος τέχνη (ἄνευ τοῦ ἀληϑείας ἧφϑαι) οὔτ᾽ ἔστιν 
οὔτε μή ποϑ' ὑστέρον γένηται. 

ΦΑ͂Ι. Τούτων δεῖ τῶν λόγων, ὦ Σώχρατες" ἀλλὰ 
δεῦρο αὐτοὺς “ταράγων ἐξέταζε, τί καὶ πῶς λέγουσιν. 

ΣΩ. Παάριτε δή, ϑρέμματα γενναῖα, χαλλίπαιδά τε 
Φαῖδρον χείϑετε, ὡς ἐὰν μὴ ἱχανγῶς φιλοσοφήσῃ, οὐδὲ 
ἱκανός ποτε λέγειν ἔσται περὶ οὐδενός. ἀποχρινέσϑω δὴ 
0 Φαῖδρος. 

AI. Ἐρωτᾶτε. 

ΣΩ, Ag οὖν οὐ τὸ μὲν ὅλον ἡ ῥητορικὴ ἂν εἴη τέχνη 
ψυχαγωγία τις διὰ λόγων, οὐ μόνον ἐν δικαστηρίοις χαὶ 
ὅσοι ἄλλοι δημόσιοι σύλλογοι, ἀλλὰ καὶ ἐν ἰδίοις, ἡ αὐτὴ 
σμιχρῶν τὲ χαὶ μεγάλων “πέρι , χαὶ οὐδέν ἐντιμότερον τό 
γε ὀρϑὸν περὶ σπουδαῖα ἢ πιερὶ φαῦλα γιγνόμενον; ἢ πῶς 


σὺ ταῦτ᾽ ἀχήχοας; ; 


verteile ich die folg. W. οὐχοῦν 
δίχαια — φημί mit St. an 5. und 
Ph.; denn die W, οὐχοῦν — ταῦτα 
kennzeichnen besser die gespannte 
Aufmerksamkeit des Ph., während 
das blolse φημί, wie es ihm Schleier- 
macher zuweist, nach den kurzen 
vorhergehenden "Antworten φαίνε- 
ταιυπὰ οὐ πάνυ γε ἐπιεικῆ zu matt 
klingt. Die W. ἐὰν — μαρτυρῶ- 
σιν εἶναι τέχνῃ weisen dann brachy- 
logisch auf die letzten W. des 5. 
zurück und sind zu vervollständi- 
gen: μαρτυρῶσιν οὐδέν τε μᾶλλον 
ἄνευ αὐτῆς εἶναι πείϑειν τέχνῃ. 
„Ich gebe es zu, wenn eben die 
folgenden Sätze zeugen, dafs ohne 
sie eine kunstgerechte Überzeugung 
nicht möglich ist.“ Die folg. W. 
τοῦ δὲ λέγειν — γένηται scheinen 
mir in dem Ausdrucke ἄνευ τοῦ 


ἀληϑείας ἧφϑαι die Randglosse 
eines Abschreibers zu enthalten. 
Ohne diese W, ist die Stelle klar 
und weist hin auf die Sitte der Lake- 
dämonier, sich möglichst kurz aus- 
zudrücken: „Eine wirkliche Rede- 
kunst, heilst esin Lakedämon, giebt 
es nicht und soll es nimmermehr 
geben!“ 

Mit dem παράγων in δεῦρο αὐ- 
τοὺς παράγων deutet Ph. ein Bild 
an; denn das Verbum ist der tech- 
nische Ausdruck für „vorbei mar- 
schieren lassen“. S. " erwidert in 
dem Bilde: πάριτε d. h. „so mar- 
schiert denn auf“, 

Spafshaft klingt im folg. die starke 
Verneinung des Ph., mit welcher 
er des Sokrates Definition der, ör- 
τοριχὴ τέχνη zurückweist: οὐ μὰ 
τὸν 4 οὐ παντάπασιν οὕτως. 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 65 


\ \ " > ΄ ca 3 \ 

DAI. Οὐ μὰ τὸν Ai’ οὐ τταντάτιασιν οὕτως, ἀλλὰ 
μάλιστα μέν τέως τιερὶ τὰς δίκας λέγεταί ve nal γράφεται 
, ’ Ἀ 7, 3 
τέχνῃ, λέγεται δὲ χαὶ περὶ δημηγορίας" ἐπὶ sch£ov δὲ οὐχ 


> ’ 
ἀχῆχοα. 


ἘΠῚ “41λ᾽ n τὰς Νέστορος χαὶ Ὀδυσσέως τέχνας 
μόνον τιδρὶ λόγων ἀχήχοας, ἃς ἐν ᾿Ιλίῳ σχολάζοντες συν- 
ἐγραψάτην, τῶν δὲ Παλαμήδους ἀνήκοος γέγονας; 

®AI. Καὶ ναὶ μὰ Ai’ ἔγωγε τῶν Νέστορος, εἰ μὴ 
Γοργίαν Νέστορά τινα χατασχευάζεις, ἢ τινα Θρασύμα- 
χόν τε χαὶ Θεόϑωρον Ὀδυσσέα. 

44, 20. Ἴσως. ἀλλὰ γὰρ τούτους ἐῶμεν" σὺ δ᾽ 
εἰστέ, ἐν δικαστηρίοις οἱ ἀντίδιχοι τί δρῶσιν; οὐχ ἀντι- 
λέγουσι μέντοι, ἢ τί φήσομεν; 


®AI. Τοῦτ᾽ αὐτό. 


4 , 9 98, 
ΣΩ. Περὶ τοῦ δικαίου τε χαὶ ἀδίχου; 


Φ “4:1. Ναί. 


2 -» ς , “» » ’ » 
ΣΩ. Οὐχοῦν ὁ τέχνῃ τοῦτο δρῶν ποιήσει φανῆναι 
2 \ > > Pr N C G 
τὸ αὐτὸ τοῖς αὑτοῖς τοτὲ μὲν δίκαιον, ὅταν δὲ βούληται, 


ἄδιχον; 
DAI. Τί μήν; 


ΣΩ. Καὶ ἐν δημηγορίᾳ δὴ τῇ πόλει δοχεῖν τὰ αὑτὰ 


Y \ 2 ΄ \ ‚2 3 
τοτὲ μὲν ἀγαϑά, τοτὲ ὃ αὖ 


cap. 44. Das Kapitel ist ein 
Muster Sokratischer Beweisführung ; 
der Beweis schreitet so sicher und 
klar vorwärts, dals er jeden Wider- 
spruch unmöglich macht. Aufmerk- 
sam zu machen ist auf die äulfserst 
prägnante Wortstellung, die unsere 
Übersetzer fast niemals beachten, 
obwohl ja auch der Deutsche zumal 
im Dialog die grammatische Wort- 
stellung gar nicht liebt. So über- 
setzt Müller gleich den Anfang des 
Kap. nicht gut, wenn er sagt: „Du 
aber sage mir, was thun vor den 
Gerichtshöfen die Gegenanwalte?“ 
Eine solche grammatische Überset- 
zung nimmt der Platonischen Rede- 
weise ihren ganzen Zauber, ja ihre 
ganze Eigentümlichkeit. Die ein- 


Plato, Phädrus. 


2 ΄ὔ 
ταναγτία; 


fache Stelle heilst: „Du aber sage 
mir, vor Gericht die Gegenanwalte, 
was thun sie?“ Auf eine solche 
Wiedergabe der natürlichen 
Wortstellung sollte man aulser bei 
Plato hauptsächlich bei den beiden 
gröfsten griechischen Rednern, dem 
Thukydides und dem Demosthenes 
halten. Es ist das um so weniger 
schwierig, als diese drei grölsten 
Stilisten der Attiker eine geradezu 
naive Wortstellung lieben, gleich 
unserem Göthe; eine Thukydidei- 
sche Rede lälst sich, ohne dafs man 
unserer Sprache Gewalt anthut, mit 
fast vollständiger Beibehaltung der 
Wortstellung deutsch wiedergeben. 

Unter dem eleatischen Palame- 
des soll Plato nach dem Scholiasten 


Ὁ 


| 
| 


66 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


@®AI. Οὕτως. 

ΣΩ. Τὸν οὖν Ἐλεατιχὺν Παλαμήδην λέγοντα οὐχ 
ἴσμεν τέχνῃ, ὥστε φαίνεσϑαι τοῖς ἀχούουσι τὰ αὐτὰ ὅμοια 
χαὶ ἀνόμοια, χαὶ ἕν nal πολλά, μένοντά τὲ αὖ καὶ φε- 
ρόμεγα; 

®AI. ἥϊάλα γε. 

ΣΩ. Οὐκ ἄρα μόνον περὶ δικαστήριά τέ ἐστιν ἡ ἂν- 
τιλογικὴ καὶ περὶ δημηγορίαν, ἀλλ᾽, ὡς ἔοικε, περὶ τιάντα 
τὰ λεγόμενα μία τις τέχνη, εἴτεερ ἔστιν, αὕτη ἂν εἴη, ἡ 
τις οἷός τ᾽ ἔσται πᾶν παντὶ ὁμοιοῦν τῶν δυνατῶν χαὶ οἷς 
δυνατόν, χαὶ ἄλλου ὁμοιοῦντος καὶ ἀποχρυτιτομένου εἰς 
φῶς ἄγειν. 

®AI. Πῶς δὴ τὸ τοιοῦτον λέγεις ; 

ΣΩ. Tide δοχῶ ζητοῦσι φανεῖσϑαι. ἀττάτη σιότερον 
ἐν πολὺ διαφέρουσι γίγνεται μᾶλλον ἢ ὀλίγον; 

AI. Ἔν τοῖς ὀλίγον. 

ΣΩ, Alla 7ε δὴ χατὰ σμικρὸν μεταβαίνων μᾶλλον 
λήσεις ἐλϑὼν ἐπὶ τὸ ἐναντίον ἢ κατὰ μέγα. 

®AI. Πῶς δ᾽ οἵ; 

ΣΩ. Hei ἄρα τὸν μέλλοντα ἀπατήσειν. μὲν ἄλλον, 
αὐτὸν δὲ μὴ ἀπιατήσεσϑαι, τὴν ὁμοιότητα τῶν ὄντων χαὶ 
ἀνομοιότητα ἀχριβῶς διειδέναι. 

DAI. Avayın μὲν οὖν. 

ΣΩ. Ἦ οὖν οἷός τε ἔσται, ἀλήϑειαν ἀγνοῶν ἔχά- 
στου, τὴν τοῦ ἀγνοουμένου ὁμοιότητα σμιχράν TE χαὶ 
μεγάλην ἐν τοῖς ἄλλοις διαγιγνώσχειν; 

ΦΑ͂Ι, ᾿Αδύνατον. 

ΣΩ, Οὐχοῦν τοῖς τεαρὰ τὰ ὄντα δοξάζουσι καὶ ἄττα- 
τωμένοις δῆλον ὡς τὸ πάϑος τοῦτο δι᾿ ὁμοιοτήτων τινῶν 
εἰσερρύη. 

Ὁ.411. Γίγνεται γοῦν οὕτως. ἡ 
der Eleaten Zeno verstehen. Mit eap. 45. Auf die Frage des S., ob 
den W. τῇδε δοχῷ ζητοῦσι φανεῖ-  eran desLysiasRede darlegen solle, 
σϑαι eitiert S. wieder, was den Er-- was Kunst und was nicht Kunst sei, 
klärern entgangen zu sein scheint, antwortet Ph. zustimmend, begrün- 
einen Vers. det aber seine Zustimmung nicht 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 67 


32. Ἔστιν οὖν ὅγτως τεχνιχὸς ἔσται μεταβιβάξειν 
χατὰ σμιχρὸν dıa τῶν ὃ ὁμοιοτήτων ἀπὸ τοῦ ὄντος ἑκάστοτε 
ἐπεὶ τοὐναντίον ἀπάγων, ἢ αὐτὸς τοῦτο διαφεύγειν, ὃ μὴ 
ἐγνωριχὼς ὃ ἔστιν ἕχαστον τῶν Ὄντων; 

AI. Οὐ μή ποτε. 

ΣΩ. “Ἤόγων ἄρα τέχνην, ὠ ἑταῖρε, ὃ τὴν ἀλήϑειαν 
μὴ εἰδώς, δόξας δὲ τεϑηρευχώς, γελοίαν τινά, ὡς ἔοιχε, 
χαὶ ἄτεχνον σιαρέξεται. 

DAI. Κινδυνεύει. 

45. ΣΩ. Βούλει οὖν ἐν τῷ Avolov λόγῳ, ὃν φέρεις, 
χαὶ ἐν οἷς ἡμεῖς εἴπτομεν ἰδεῖν τε ὧν φαμὲν ἀτέχνων τε 
χαὶ ἐνγτέχνων εἶναι; 

Φ.71. Πάντων γέ που μάλιστα, ὡς νῦν γε ψιλῶς 
πως λέγομεν, οὐχ ἔχοντες ἱχανὰ τταραδείγματα. 

ΣΩ. Καὶ μὴν χατὰ τύχην γέ τινα, ὡς ἔοικεν, ἐρρη- 
ϑήτην τὼ λόγω ἔχοντέ τι παράδειγμα, ὡς ἂν ὃ εἰδὼς τὸ 
ἀληϑὲς τεροστιαίζων ἐν λόγοις σπταράγοι τοὺς ἀχούοντας. 
χαὶ ἔγωγε, ὦ Φαῖδρε. αἰτιῶμαι τοὺς ἐντοπίους ϑεούς" 
ἔσως δὲ χαὶ οἱ τῶν ουσῶν προφῆται οἱ ὑπὲρ χεφαλῆς 
ᾧδοὶ ἐτχειτιετινευχότες ἂν ἡμῖν εἶεν τοῦτο τὸ γέρας" οὐ γάρ 


σου ἔγωγε τέχνης τινὸς τοῦ λέγειν μέτοχος. 
®AI. Ἔστω ὡς λέγεις" μόνον δήλωσον ὃ φῇς. 
ΣΩ. Ἴϑι δή μοι ἀνάγνωθι τὴν τοῦ Avotov λόγου 


ἀρχήν. 


AI. Περὶ μὲν τῶν ἐμῶν zegayuarwv Erriotaoaı, καὶ 
γ / - 2 ’ 
ὡς νομίζω συμφέρειν ἡμῖν τούτων γενομένων, AANAOAS. 


richtig mit dem ὡς νῦν γε --- παρα- 
δείγματα, in welchen Worten das 
ψιλῶς durch οὐκ ἔχοντες ἱκανὰ 
παραδείγματα erklärt wird. Ph. 
hält eben nur die aufgeschriebene 
Rede für eine solche, an der sich ein 
παράδειγμα statuieren läfst. Da- 
her erinnert ihn S. an seine beiden 
Reden (das zei in χαὶ μὴν κατὰ 
τύχην heifst deshalb „auch“) und 
giebt dabei den Zweck seiner bei- 
den Reden mit den W. ὡς ἂν — 
ἀχούοντας an. Das προσπαίζων 


in diesen W. beweist, dals, wenn 
man die Reden verstehen will, man 
dem in ihnen liegenden Humor nach- 
forschen. mufs. Da die W. in ö 
εἰδὼς τὸ ἀληϑὲς eine Art Selbst- 
lob either, so schränkt durch 
die Erwähnung der Götter der Um- 
gebung und der Cicaden S. dies 
Lob wieder ein, scherzend hinzu- 
fügend, dafs er der Redekunst gar 
nicht teilhaftig sei. Ph. läfst diese 
Bescheidenheit auch gelten; denn 
er wünscht, über den Wert der Rede 


5*+ 


68 IIAATQNOZ 


ἀξιῶ δὲ μὴ διὰ τοῦτο ἀτυχῆσαι ὧν δέομαι, ὃ ὅτι οὐχ ἐρα- 


στὴς ὧν σοῦ τυγχάγω. 
ΣΩ, Παῦσαι. 


AI. Net. 


ὡς ἐκείνοις μὲν τότε μεταμέλει -- 


τί δὴ οὖν οὗτος ἁμαρτάνει χαὶ ἄτε- 
xvov σιοιεῖ, λεχτέον. ἢ γάρ 


3 2) 3 2 - ΄ ΄ 
46. ΣΩ. Ho οὖν οὐ παντὶ δῆλον τό γε τοιόνδε, 
ὡς περὶ μὲν ἔνια τῶν τοιούτων ὁμονοητιχῶς ἔχομεν, περὶ 


δ᾽ ἔγεα στασιωτιχῶώς; 


DAI. ΖΔοχῶ μὲν ὃ λέγεις μανϑάνειν, ἔτι δ᾽ εἰπὲ σα- 


φέστερον. 


ΣΩ. Ὅταν τις ὄνομα εἴπῃ σιδήρου ἢ ἀργύρου, ag’ 
οὐ τὸ αὐτὸ πάντες διενοήϑημεν; 


ΦΑ͂Ι. Καὶ μάλα. 


ΣΩ. Τί δ᾽ ὅταν δικαίου ἢ ἀγαϑοῦ; οὐκ ἄλλος ἄλλῃ 
φέρεται, καὶ ἀμφισβητοῦμεν ἀλλήλοις τε χαὶ ἡμῖν αὐτοῖς; 


®AI. Πάνυ μὲν οὖν. 


>, , N - - f 
22. "Ev μὲν ἄρα τοῖς συμφωνοῦμεν, ἐν δὲ τοῖς οὔ. 


ΦΑ͂Ι. Οὕτως. 


ΣΩ. Ποτέρωϑιε οὖν εὐαπατητότεροί ἐσμεν, χαὶ N 
ῥητοριχὴ ἐν ποτέροις μεῖζον δύναται; 

ΦΑ͂Ι. Ankov ὅτι ἐν οἷς πλανώμεϑα. 

ΣΩ, Οὐκοῦν τὸν μέλλοντα τέχνην ῥητορικὴν μιδτιέ- 
γαι σπιρῶτον μὲν δεῖ ταῦτα ὁδῷ διῃρῆσϑαι, χαὶ εἰληφέναι 
τινὰ χαραχτῆρα ἑκατέρου τοῦ εἴδους, ἐν ᾧ τὲ ἀνάγχη τὸ 


σχίλῆϑος τιλανᾶσϑαι χαὶ ἐν ᾧ 


seines Meisters genauer belehrt zu 
werden und geht deshalb auf S. 
Aufforderung, die Rede zu verlesen, 
schnell ein. ὅδ. unterbricht aber 
sehr schnell und etwas derb; denn 
er redet nur von ἁμαρτάνειν und 
ἄτεχνον ποιεῖν, schliefst also das 
ἔντεχνον seiner früheren Worte 
von vornherein aus. 

cap. 46. S. beginnt seine Be- 
weisführung mit einem allgemeinen 
Satze: περὶ μὲν ἔνια δμονοητι- 
κῶς ἔχομεν, περὶ δ᾽ ἔνια στασιω- 
τιχῶς. Dieser Satz hat in dem 


un. 


τῶν τοιούτων etwas Unklares und 
zwingt Ph. zu dem Geständnis, dafs 
er ihn nicht verstanden habe oder, 
wie er sich behutsam ausdrückt, 
dafs er ihn nur beinahe begreife. 
S. teilt nun die Begrifle in zwei 
Arten, in sinnlich wahrnehmbare, 
über die ein Zweifel nicht statt- 
findet, und in geistig begreifbare, 
in Bezug auf welche die Menschen 
nicht übereinstimmen. Die Frage 
des S., welcher von beiden Arten 
der Eros nun zuzuzählen sei, be- 
antwortet Ph. wieder mit vollem 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 69 


DAI. Καλὸν γοῦν ἄν, ὦ Σώχρατες, εἶδος εἴη zara- 
γεγοηχὼς ὃ τοῦτο λαβών. ; 

ΣΩ. Ἔπειτά γε οἶμαι πρὸς ἑχάστῳ γιγνόμεγον μὴ 
λανϑάνειν, ἀλλ᾽ ὀξέως αἰσϑάνεσθϑαι, :τερὶ οὗ ἂν μέλλῃ 
ἐρεῖν, τιοτέρου ὃν τυγχάνει Tod γένους. 

®AI. Τί μήν; 

ΣΩ. Τί οὖν; τὸν Ἔρωτα πότερον φῶμεν εἶναι τῶν 
ἀμφισβητησίμων ἢ τῶν μή; 

DAI. Τῶν ἀμφισβητησίμων δή που" ἢ οἴει ἂν σοι 
συγχωρῆσαι εἰπεῖν ἃ νῦν δὴ εἶχεες πιερὶ αὐτοῦ, ὡς βλάβη 
τέ ἐστι τῷ ἐρωμένῳ χαὶ ἐρῶντι, χαὶ αὖϑις ὡς μέγιστον 
τῶν ἀγαϑῶν τυγχάνει; 

ΣΩ. ζριστα λέγεις" ἀλλ᾽ εἰτιὰ καὶ τόδε --- ἐγὼ γάρ 
τοι διὰ τὸ ἐνθουσιαστιχὸν οὐ τεάνυ μέμνημαι — εἰ ὠρι- 
σάμην ἔρωτα ἀρχόμεγος τοῦ λόγου. 

DAI. Νὴ Ai’ ἀμηχάνως γε ὡς σφόδρα. 

ΣΩ. Φεῦ, ὅσῳ λέγεις τεχνικωτέρας Νύμφας τὰς 
Ayskıyov χαὶ Πᾶνα τὸν Eouov Avciov τοῦ Κεφάλου πρὸς 
λόγους εἶναι. ἢ οὐδὲν λέγω, ἀλλὰ καὶ 6 Avolag ἀρχόμε- 
γος τοῦ ἐρωτιχοῦ ἠνάγχασεν ἡμᾶς ὑπολαβεῖν τὸν Ἔρωτα 
ἕν τι τῶν ὄντων, ὃ αὐτὸς ἐβουλήϑη, καὶ τερὸς τοῦτο ἤδη 
συνταξάμενος πάντα τὸν ὕστερον λόγον dıescegavaro; βούλει 
πάλιν ἀναγγῶμεν τὴν ἀρχὴν αὐτοῦ; 

DAI. Ei σοί γε δοχεῖ" 6 μέντοι ζητεῖς, οὐχ ἔστ᾽ 
αὐτόϑι. 

Zn. “έγε, ἵν᾿ ἀχούσω αὐτοῦ ἐκείνου. 


Munde: 7 οἴει ἄν σοι συγχωρῆσαι 
εἰπεῖν ἃ νῦν δὴ εἶπες περὶ αὐτοῦ 
— eine breite Phrase für ein kurzes 
Wort. 5. erwidert ihm dann auch 
mit dem übertriebenen: ἄριστα λέ- 
ysız und mit dem schelmischen διὰ 
TO ἐνθουσιαστικὸν οὐπάνυ μέμνη- 
μαι, dem dann die Hauptfrage folgt, 
ob in den beiden Reden des 5. (τὼ 
λόγω ἔχοντέ τι παράδειγμα) mit 
einer Definition des Eros begonnen 
sei. Ph. erinnert sich der Definition 
der ersten Rede mit ihren wunder- 


lichen Etymologieen und verrät sein 
Gefallen an ihr durch die allzu starke 
Versicherung: νὴ Ai’ ἀμηχάνως γε 
ὡς σφόδρα. Nun fällt 8. klar zurück 
in seinen ironischen Ton, in wel- 
chem er den Lysias, den Sohn des 
Kephalos, den Nymphen, den Töch- 
tern des Goltes Achelous, und gar 
dem Gott Pan, dem Sohn des Hermes, 
gegenüberstellt oder, was die Ironie 
noch schärfer macht, dem Ph. eine 
solche Gegenüberstellung mit dem 
ὅσῳ λέγεις unterschiebt. Die Ant- 


70 ΠΑΛΤΏΝΟΣ 


41. ΦΑ͂Ι. Περὶ μὲν τῶν ἐμῶν πραγμάτων ἐτπιί- 
στασαι, χαὶ ὡς EI συμφέρειν ἡμῖν τούτων γενομέ- 
vo, ἀχήχοας. ἀξιῶ δὲ μὴ διὰ τοῦτο ἀτυχῆσαι ὧν δέομαι, 
ὅτι οὐχ ἐραστὴς ὧν σοῦ τυγχάνω. ὡς ἐχείνοις μὲν τότε 
μεταμέλει (ὧν ἂν εὖ ποιήσωσιν, ἐπειδὰν τῆς ἐπιϑυμίας 
ζιαύσωνται. 

ΣΩ. Ἢ πολλοῦ δεῖν ἔοιχε ποιεῖν ὅδε γε ὃ ζητοῦμεν, 
ὃς οὐδὲ ἀπ᾽ ἀρχῆς ἀλλ᾽ ἀπὸ τελευτῆς ἐξ ὑπτίας ἀνάτταλιν 
διανεῖν ἐτειχειρεῖ τὸν λόγον, καὶ ἄρχεται ἀφ᾽ ὧν ττεπαυμέ- 
γος ἂν ἤδη ὃ ἐραστὴς λέγοι τιρὸς τὰ παιδικά. ἢ οὐδὲν 
eircov, Φαῖδρε, φίλη κεφαλή; 

ΦΑ͂Ι. Ἔστι γέ τοι δή, ὦ Σώκρατες, τελευτή, περὶ 
οὗ τὸν λόγον ποιεῖται. 

ΣΩ. Τί δὲ τἀλλα; οὐ χύδην δοχεῖ βεβλῆσϑαι τὰ τοῦ 
λόγου; ἢ φαίνεται τὸ δεύτερον εἰρημένον ἔχ τινος ἀνάγ- 
χης δεύτερον δεῖν τεϑῆναι, ἢ τι ἄλλο τῶν δηϑέντων; ἐμοὶ 
μὲν γὰρ ἔδοξεν, ὡς μηδὲν εἰδότι, οὐχ ἀγεννῶς τὸ ἐπιὸν 
εἰρῆσϑαι τῷ γράφοντι" σὺ δ᾽ ἔχεις τινὰ ἀγάγκην λογο- 
γραφιχήν, ἧ ταῦτα ἐχεῖνος οὕτως ἐφεξῆς rag’ ἄλληλα 
ἔϑηχεν; 

DAI. Χρηστὸς εἶ, ὅτι μὲ ἡγεῖ inavor εἶναι τὰ ἐχεί- 
γου οὕτως ἀχριβῶς διιδεῖν. 

ΣΩ. Alla τόδε γε olual σε φάναι av, δεῖν στάντα 
λόγον ὥσπερ ζῶον συνεστάναι σῶμά τι ἔχοντα αὐτὸν αὗ- 


τοῦ, ὥστε μήτε ἀχέφαλον εἶναι μήτε ἄγεουν, ἀλλὰ μέσα 
τε ἔχειν χαὶ ἄχρα, πρέποντ᾽ ἀλλήλοις χαὶ τῷ ὅλῳ yeyoau- 
μένα. 

Φ.1. Πῶς γὰρ οὔ; 


wort des Ph. ist dann auch klein- I Ka mit welchem W. er 


laut und erst auf die zweite Auf- 
forderung hin liest er noch einmal 
den Eingang der Rede des Lysias. 

cap. 47. 5. giebt sein Urteil 
über des Lysias Rede mit Schärfe 
ab, wie sie in dem Ausdrucke δια- 
γεῖν in der Häufung ἀπὸ re) ευτῆς 
ἐξ ὑπτίας πάλιν, in dem χύδην 
δοχεῖ βεβλῆσϑαι, in dem avayan 


erwähnten Worte εἰρημέ- 
vov ἔχ τινος avayans zurückweist, 
dem logischen Zwange eine Art 
Zwang der Logographen, der Rede- 
schreiver, entgegenstellend. Die 
Schleiermachersche und die Müller- 
sche Übersetzung geben den Aus- 
druck nicht klar wieder. S. Urteil 
steigt dann zum bittersten Hohne 


®AIAPOR. 71 


22. Σκχέψαι τοίνυν τὸν τοῦ ἑταίρου σου λόγον, εἴτε 
οὕτως εἴτε ἄλλως ἔχει" καὶ εὑρήσεις τοῦ ἐπιγράμματος 
οὐδὲν διαφέροντα, ὃ Πίδᾳ τῷ Φρυγέ φασί τινες ἐπι- 
γεγράφϑαι. 

®Al. Ποῖον τοῦτο, καὶ τί τυξττονϑός; 

ΣΩ. Ἔστι μὲν τοῦτο τόδε" 

χαλχῆ τταρϑένος εἰμί, Mida δ᾽ ἐπὶ σήματι κεῖμαι. 
ὄφρ᾽ ἂν ὕδωρ τὲ van nal δένδρεα μαχρὰ τεϑήλῃ, 
αὐτοῦ τῆδε μένουσα πολυχλαύτου ἐπὶ τύμβου, 
ἀγγελέω παριοῦσι Midas ὅτι τῇδε τέϑατται. 
orı δὲ οὐδὲν διαφέρει αὐτοῦ πιρῶτον ἢ ὕστατόν τι λέγε- 
σϑαι, ἐννοεῖς που, ὡς ἐγῴμαι. 

DAI. Σχώπτεις τὸν λόγον ἡμῶν, ὦ Σώχρατες. 

48. ΣΩ. Τοῦτον μὲν τοίνυν, ἵνα μὴ σὺ ἄχϑηῃ, ξάσω- 
μὲν" χαί τοι συχνά γε ἔχειν μοι δοχεῖ τταραδείγματα, τιρὸς 
a τις βλέπων ὀνίναιτ᾽ ἄν, μιμεῖσϑαι αὐτὰ ἐπιχειρῶν μὴ 
πάνυ τι᾿ εἷς δὲ τοὺς ἑτέρους λόγους ἴωμεν. ἣν γάρ τι ἐν 
αὑτοῖς, ὡς δοχῶ, τιροσῖχον ἰδεῖν τοῖς βουλομένοις rregl 
λόγων σχοπεῖνγ. 

ΦΑ͂Ι. To ποῖον δὴ λέγεις; 

ΣΩ. ’Evavriw που ἔστην" ὃ μὲν γάρ, ὡς τῷ ἐρῶντι, 
ὃ δ᾽ ὡς τῷ μὴ δεῖ χαρίζεσϑαι, ἐλεγέτην. 

DAI. Καὶ μάλ᾽ ἀνδριχώῶς. 

ΣΩ. Ὥιμην 08 τἀληϑὲς ἐρεῖν, ὅτι μανιχῶς" ὃ μέντοι 
ἐζήτουν, ἐστὴν αὐτὸ τοῦτο. μανίαν γάρ. τινα ἐφήσαμεν 
εἶναι τὸν ἔρωτα. ἢ γάρ; 

®AI. Ναί. 

ΣΩ. ’ Maviag δέ γε εἴδη δύο, τὴν μὲν ὑπὸ νοσημά- 


in den Versen auf Midas, die er Anfange des folg. Kap. darthun. 
anführt, vier Verse, denen man, cap. 48. S. falst sein Urteil über 
ohne dem Sinn zu schaden, jede des Lysias Rede in aller Schärfe 
beliebige Reihenfolge geben kann. noch einmal zusammen in den W. 
Ph. wird dann auch verdriefslich πρὸς ἅ τις βλέπων — μὴ πάνυ 
in seiner Antwort (σχώπτεις τὸν τι und giebt dann die Disposition 
λόγον ἡμῶν d.i. „Du ziehst unsere seiner zweiten Rede. Im letzten 
Unterhaltung ins Lächerliche*), wie Abschnitte des Kap. würde ich nicht 
dies die W. ἵγα μὴ σὺ ἀἄχϑῃ im mit Stallbaum, der Imm. Becker 


| 
| 


72 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


τῶν ἀνϑρωσίνων, τὴν δὲ ὑπὸ ϑείας ἐξαλλαγῆς τῶν εἰω- 
ϑότων γνομέμων γιγνομένην. 

®AI. Ilavv γε. 

22. Τῆς δὲ ϑείας τευτάρων ϑεῶν τέτταρα μέρη 
διελόμενοι, μαντιχὴν μὲν ἐτείσινοιαν ᾿Απόλλωνος ϑέντες, 
“ΦΙ΄ονύσου δὲ τελεστικήν, Movoo» δ᾽ αὐ ποιητικήν, τετάρ- 
τὴν δὲ “Ἀφροδίτης χαὶ Ἔρωτος ἐρωτικὴν μαγίαν ἐφήσα- 
μέν τε ἀρίστην εἶναι, χαὶ οὐχ οἶδ᾽ ὅπῃ τὸ ἐρωτικὸν πάϑος 
ἀτιειχάζοντες, ἴσως μὲν ἀληϑοῦς τινὸς ἐφατιτόμενοι, τάχα 
δ᾽ ἂν χαὶ ἄλλοσε παραφερόμενοι, χεράσαντες οὐ παντά- 
σασιν ἀπιίϑανον λόγον, μυϑιχόν τινα ὕμνον τιροσεπαίσα- 
uev μετρίως τὲ χαὶ εὐφήμως τὸν ἐμόν TE χαὶ σὸν δεσττό- 
τὴν Ἔρωτα, ὦ Φαῖδρε, χαλῶν παίδων | ἔφορον. 

DAI. Καὶ μάλα ἔμοιγε οὐκ ἀηδῶς ἀχοῦσαι. 

49. ΣΩ. Tode τοίνυν αὐτόϑεν λάβωμεν, ὡς ἀπὸ 
τοῦ ψέγειν πρὸς τὸ ἐπαινεῖν ἔσχεν ὃ λόγος μεταβῆγαι. 

®AI. Πῶς δὴ οὖν αὐτὸ λέγεις; 

ΣΩ. Ἐμοὶ μὲν φαίνεται τὰ μὲν ἄλλα τῷ ὄντι παιδιᾷ 
σεπαῖσϑθαι᾽" τούτων δέ τινων ἕχ τύχης ῥδηϑέντων δυοῖν 
eidoiv, εἰ αὐτοῖν τὴν δύναμιν τέχνῃ λαβεῖν δύναιτό τις, 
οὐχ ἄχαρι. 


®AI. Τίνων δή; 


und Buttmann folgt, μυϑικόν τινὰ 
ὕμνον προσεπαίσαμεν ϑεὸν νοῖ- 
binden, so dals ϑεὸν Objekt zu 
ὕμνον" προσεπαίσαμεν wäre, auch 
nicht mit Schleiermacher den Aceu- 
sativ ἀπέϑανον λόγον in den Dativ 
verwandeln. Mir scheint vielmehr 
nach Heindorf und Ast μυϑικόν 
τινὰ ὕμνον explicativ zu οὐ παν- 
τάπασιν ἀπίϑανον λόγον zu stehen 
und zwar, wie mir παντάπασιν an- 
zudeuten scheint, für ὡς μυϑικόν 
τινὰ ὕμνον. Denn wenn 8. nicht 
von vorn herein durch das beschrän- 
kende παντάπασιν hätte hindeuten 
wollen auf μυϑικὸν ὕμνον, würde 
er wohl einfach οὐχ ἀπίϑανον λό- 
γον gesagt haben. 


cap. 49. In den Worten rov- 
τῶν δέ τινων — οὐχ ἄχαρι ist 
δυοῖν εἰδοῖν nicht zu τούτων ge- 
höriger Genetiv, sondern Dativ, wie 
das folgende αὐτοῖν zu beweisen 
scheint; denn so sehr auch Plato 
seinen Sokrates die freiere Um- 
gangssprache gebrauchen lälst, er 
würde ihn doch wohl kaum das nur 
durch das tonlose εἰ von εὐδοῖν ge- 
trennte αὐτοῖν haben gebrauchen 
lassen, wenn er mit dem αὐτοῖν 
nicht einen anderen (asus, den 
hier notwendigen Genetiv, hätte an- 
deuten wollen. Die W, sind zu er- 
klären: „Da dies zufällig in zwei 
Formen gesprochen worden ist“ 
u. s. w. Die beiden Formen, Ge- 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 73 


22. Eis μίαν τε ἰδέαν συνορῶντα ἄγεεν τὰ τιολλαχῇ 
διεσπαρμένα — ἵν᾽ ἕκαστον δριζόμενος δῆλον τιοιῇ, τιξερὶ 
οὗ ἂν ἀεὶ διδάσκειν ἐθέλῃ. ὥσπερ τὰ νῦν δὴ περὶ Ἔρω- 
τος, ὃ ἔστιν δρισϑέν, εἴτ᾽ εὖ εἴτε χαχῶς ἐλέχϑη. τὸ γοῦν 
σαφὲς χαὶ τὸ αὐτὸ αὑτῷ ὁμολογούμενον διὰ ταῦτ᾽ ἔσχεν 
εἰγιεῖν ὃ λόγος. 

®_AI. Τὸ δ᾽ ἕτερον δὴ εἶδος τί λέγεις,. ὦ Σώχρατες; ; 

ΣΩ. Τὸ πάλιν κατ᾽ εἴδη δύνασθαι τέμνειν, xar 
ἄρϑρα ἡ πέφυχε, χαὶ μὴ ἐπιχειρεῖν καταγνύναι μέρος 
μηδέν, χαχοῦ μαγείρου τρότεῳ χρώμενον" ἀλλ᾽ ὥσπερ 
ἄρτι τὼ λόγω τὸ μὲν ἄφρον τῆς διανοίας ἕν τι κοινῇ εἶδος 
ἐλαβέτην, ὥστιερ δὲ σώματος ἐξ ἑνὸς dıscha καὶ ὁμώνυμα 
γέφυχε, σχαιά, τὰ δὲ δεξιὰ κληϑέντα, οὕτω χαὶ τὸ τῆς στα- 
oavoiag ὡς ἕν ἐν ἡμῖν πιεφυχὸς εἶδος ἡγησαμένω τὼ λόγω, 
ὃ μὲν τὸ E77 ἀριστερὰ τεμγόμεγος μέρος, πάλιν τοῦτο 
τέμνων οὐχ ἐπτανῆχε, zugiv ἐν αὐτοῖς ἐφευρὼν ὀνομαζό- 
μενον σχαιόν τινὰ ἔρωτα ἐλοιδόρησε μάλ᾽ ἐν δίκῃ, ὃ δ᾽ εἰς 
τὰ ἐν δεξιᾷ τῆς “μανίας ἀγαγὼν ἡμᾶς, ὁμώνυμον μὲν ἐχεί- 


, ϑεῖον δ᾽ αὖ τιν᾽ 


ἔρωτα ἐφευρὼν χαὶ χυροτεινάμεγος 


, Ἂς 3 m 
Se ὡς μεγίστων αἴτιον ἡμῖν ἀγαϑῶν. 


staltungen führt dann S. an in den W. 
εἰς μίαν τε ἰδέαν συνορῶντα ἄγειν 
τὰ πολλαχῇ διεσπαρμένα und τὸ 
πάλιν χατ εἰδὴ δύνασϑαι τέμνειν 
κατ᾽ ἄρϑρα, in welchen W. das τὲ 
auf das olgende πάλιν hinweist 
oder vielmehr das πάλιν auf das 
τὲ zurückzeigt. S. hat offenbar 
auf die Frage τίνων δή; antworten 
wollen: εἰς μίαν τε ἰδέαν συνο- 
ρῶντα ἄχειν. τὰ πολλ. διεσπαρμένα 
zul zur εἴδη δύνασϑαι τέμνειν, 
hat aber durch seinen Zusatz zum 
ersten Gliede und durch die Frage 
des Ph. verleitet das dem r& logisch 
entsprechende ‚al fallen lassen. 

Die W. 6 ἔστιν δρισϑὲν sind 
absolut gesagt „nachdem, was sie 
ist, bestimmt war“. 

In den W. ἕν τι χοινῇ εἶδος ist 
χοινῇ Verstärkung des Hesrißien,5 ἕν. 


Die Periode τὸ πάλιν κατ᾽ εἰδὴ 
δύνασϑαι τέμνειν — ἧς μέγε- 
στων αἴτιον ἡμῖν ἀγαϑῶν bietet 
ein vorzügliches Beispiel echt So- 
kratischer, populärer Redeweise. 
In streng grammatischer Ordnung 
würden die W, laufen: To πάλιν 
κατ ᾿ εἰδη, δύνασϑαι τέμνειν, κατ᾽ 
ἄρϑρα ἢ πέφυχε, καὶ μὴ ἐπι- 
χειρεῖν καταγνύναι μέρος μηδέν, 
καχοῦ μαγείρου τρόπῳ χρωμε- 
γον, ἀλλ οὕτω ποιεῖν ὥσπερ 
ἄρτι τῷ λόγω, οἱ τὸ μὲν ἄφρον 
τῆς διανοίας ἕν τι χοινῇ εἰδος 
ἐλᾳβέτην χαὶ, ὥσπερ σώματος ἐξ 
ἑνὸς διπλᾶ zal ὁμώνυμα TLE- 
PURE, τὰ μὲν σχαιά, τὰ δὲ δεξιὰ 
κλ᾽ ϑέντα, οὕτω καὶ τὸ τῆς παρα- 
γοίας ὡς ἕν ἐν ἡμῖν πεφυκὸς 
εἶδος ἡγήσαντο (oder ἡγησάσϑην), 
Ὁ μὲν x. τ, ἃ, 


74 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


Φ.1. ᾿ληϑέστατα λέγεις. 

50. ΣΩ. Τούτων δὴ ἔγωγε αὐτός ve ἐραστής, ὦ Φαῖ- 
ὃρε, τῶν διαιρέσεων nal συναγωγῶν, ἵν᾿ οἷός τὲ ὦ λέ- 
yeır TE χαὶ φρονεῖν" ἐάν τέ τιν᾽ ἄλλον ἡγήσωμαι δυνατὸν 
εἰς ἕν χαὶ Erct ττολλὰ τιεφυχὸς ὁρᾷν, τοῦτον διώκω κατότει- 
σϑε μετ᾽ ἴχνιον ὥστε ϑεοῖο. καὶ μέντοι χαὶ τοὺς δυναμένους 
αὐτὸ δρᾷν εἰ μὲν ὀρϑῶς ἢ μὴ πιροσαγορεύω, ϑεὸς οἶδε, χα- 
λῶ δὲ οὖν μέχρι τοῦδε διαλεχτιχούς. τὰ δὲ νῦν σπταρὰ σοῦ 
τε χαὶ Avoiov μαϑόντας εἰπὲ τί χρὴ καλεῖν" ἢ τοῦτο ἐκεῖνό 
ἐστιν ἡ λόγων τέχνη, ἡ Θρασύμαχός τε χαὶ οἱ ἄλλοι χρώ- 
μενοι. σοφοὶ μὲν αὐτοὶ λέγειν γεγόνασιν, ἄλλους Te ττοιοῦ- 
σιν, οἱ ἂν δωροφορεῖν αὐτοῖς ὡς βασιλεῦσιν ἐϑέλωσιν; 

®AI. Βασιλιχοὶ μὲν ἄνδρες, οὐ μὲν δὴ ἐσειστήμονές 
γε ὧν ἐρωτᾷς. ἀλλὰ τοῦτο μὲν τὸ εἶδος ὀρϑῶς ἔμοιγε δο- 
χεῖς χαλεῖν, διαλεχτιχὸν χαλῶν" τὸ δὲ δητοριχὸν δοχεῖ 
μοι διαφεύγειν EI ἡμᾶς. 

ΣΩ. Πῶς φής; καλόν πού τι ἂν εἴη, ὃ τούτων ἄτιο- 
λειφϑὲν ὅμως τέχνῃ λαμβάνεται; πάντως δ᾽ οὐχ ἀτιμα- 
στέον αὐτὸ σοί τε χαὶ ἐμοί, λεχτέον δὲ τί μέντοι χαὶ ἔστι 
τὸ λειπόμενον τῆς ῥδητοριχῆς. 

cap. 50. S. geht mit Scherz und ae statt δορυφορεῖν gesagt wor- 


Ironie über zur Betrachtung der en ist. Die Antwort des Ph. klingt 
Lehrbücher und der Lehrer der Rhe- etwas albern in dem Zugeständnis 


torik. Spafshaft ist es, zumal nach 
den vorhergegangenen Erörterungen 
über das Verhältnis des ἐραστὴς 
zu dem Geliebten, sich einen £o«- 
στὴς τῶν διαιρέσεων καὶ συναγω- 
γῶν zu nennen und die neckende 
Ironie der W. ἐάν τέ tw’ ἄλλον 
— διώκω verrät zur Genüge das 
folgende Bruchstück eines Homeri- 
schen Verses: κατόπισϑε μετ᾿ ἔχνι- 
ον ὠστεϑεοῖο.. Auch die Wendung 
εἰ μὲν ὀρϑῶς ἢ UN προσαγορεένω, 
ϑεὸς οἷδε ist scherzhaft. Im fol- 
genden wird dann die Ironie zum 
bitteren Sarkasmus in der Wendung 
σοφοὶ μὲν αὐτοὶ λέγειν γεγόνασιν, 
ἄλλους TE ποιοῦσιν und in dem 
Ausdruck δωροφορεῖν αὐτοῖς ὡς 
βασιλεῦσιν, in welchem δωροφο- 


βασιλικοὶ μέν, οὐ μὲν δὴ ἐπιστή- 
μονες, in der Art, wie er ganz πᾶς 

dem Wunsche des 85. das önro- 
0x0» dem διαλεχτικὸν entgegen- 
stellt und endlich in der kleinen Un- 
bescheidenheit, mit welcher er sagt 
διαφεύγειν ἔϑ᾽ ἡμᾶς, statt ἐμέ. 
Dies ἡμᾶς löst S. dann auch in 
seiner Antwort lächelnd in seine 
Faktoren σοί re χαὲ ἐμοὶ auf, wäh- 
rend das Sarkastische in dieser Ant- 
wort, die von Schleiermacher und 
von Hier. Müller nicht gut übersetzt 
ist, vornehmlich in dem τούτων 
ἀπολειφϑὲν und dem τὸ Asıno- 
μενον τῆς ῥητορικῆς liegt. „Wie 
meinst du? Es giebt irgendwo ein 
Schönes, das, hiervon verlassen, 
dennoch auf dem Wege der Kunst 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 75 


DAI. Καὶ μάλα που συχνά, ὦ Σώχρατες, τά γ᾽ ἐν 
τοῖς βιβλίοις τοῖς τιερὶ λόγων τέχνης γεγραμμένοις. 

51. 22. Kai καλῶς γε ὑπέμνησας. προοίμιον μὲν 
οἶμαι τιρῶτον ὡς δεῖ τοῦ λόγου λέγεσϑαι ἐν ἀρχῇ" 
λέγεις -- ἢ γάρ; -- τὰ χομψὰ τῆς τέχνης; 

®AI. Ναί. 

ΣΩ. Ζεύτερον δὲ δὴ διήγησίν τινα μαρτυρίας τ᾽ ἐπ᾽ 
αὐτῇ, τρίτον τεχμήρια, τέταρτον εἰχότα᾽ καὶ τειίστωσιν οἷ- 
μαι χαὶ Errırciorwoıw λέγειν τόν γε βέλτιστον λογοδαίδα- 
λον Βυζάντιον ἄνδρα. 

ΦΑ͂Ι. Τὸν χρηστὸν λέγεις Θεόδωρον; 

ΣΩ. Τί μήν; καὶ ἔλεγχόν γε nal ἐπεξέλεγχον ὡς 
γσεοιητέον ἐν χατηγορίᾳ τὲ καὶ ἀπολογίᾳ. τὸν δὲ κάλλιστον 
Πάριον Εὐηνὸν εἰς μέσον οὐχ ἄγομεν, ὃς ὑποδύλωσίν τὲ 
πρῶτος εὗρε καὶ τταρετταίνους" οἱ δ᾽ αὐτὸν χαὶ σπταραψό- 


ταῦτα 


γους φασὶν ἐν μέτρῳ λέγειν μνήμης χάριν᾽ 


sich gewinnen läfst? Gewils, wir 
dürfen nicht stolz darüber hinweg- 
sehen, du und ich, müssen erklären, 
was es trotzdem noch ist, das da 
bleibt von der Rhetorik.“ Ph. hat 
die Bitterkeit dieser W. nicht ver- 
standen. „Eine ganze Menge bleibt!“ 
sagt er und giebt dann in den W. 
τὰ ἐν τοῖς βιβλίοις — γεγραμ- 
μένοις dem 5. gewissermalsen die 
Überschrift für die folgende Be- 
trachtung. 

cap. 51. Das Kapitel verdient es, 
als Vorwort auch unseren Rhetori- 
ken beigegeben zu werden, die auch 
heute noch mit grolsem Ernste vor- 
tragen, was verständigen Männern 
schon zu Platos Zeiten lächerlich vor- 
kam. Augenscheinlich hätte Ph. gern 
selbst ein Referat aus den Werken 
des Theodoros u. a. gegeben; 8. 
aber kommt ihm zuvor und läfst ihn 
eine ganze Weile nicht zu Worte 
kommen. Er beginnt mit dem spals- 
haften Anklange der Worte προυί- 
zıov μὲν οἶμαι und mit dem lustigen 
Gedanken, dafs das Proömium im 


σοφὸς γὰρ 


Anfange der Rede stehen müsse. 
Er giebt dann für seine weiteren 
Aufzählungen den Gesamtbegriff in 
τὰ κομψὰ τῆς τέχνης, ein Begriff, 
der dem Ernste der Kunst entgegen- 
steht, wie dem Wesentlichen das 
Un wesentliche, das Nebensächliche. 
Ph. ist offenbar überrascht; denn 
er antwortet nur mit dem kurzen 
ναί. Und nun überstürzt ihn 5. 
mit Aufzählung all dieser χομψά, 
der "διήγησις, "der τεκμήρια, der 
εἰχότα, der πίστωσις und Enıni- 
στωσις u. 5. W. u. S. w.- Die Auf- 
zählung wird aber nicht langweilig, 
weil sie des Spottes sehr viel ent- 
hält, spottende Beiwörter, wie βέλ- 
τιστος λογοδαίδαλος, οοἰλλώσφος 
u. 5. w. und höhnende Gedanken, 
wie das kostbare οἱ δ᾽ αὐτὸν καὶ 
παραψόγους φασὶν ἐν μέτρῳ λέ- 
γειν μνήμης χάριν, wobei man 
glaubt, S. werde dem vorhergehen- 
den εὑρε entsprechend nach φασὶν 
fortfahren mit εὑρεῖν, aber über- 
rascht wird durch das ἐν ΜΡ 
λέγειν und das μνήμης χάριν, 


HAATQNOZ 


I] 
© 


ἀνήρ. Τισίαν δὲ Γοργίαν τε ἐάσομεν εὕδειν, οἱ τιρὸ τῶν 
ἀληϑῶν τὰ εἰχότα εἶδον ὡς τιμητέα μᾶλλον, τά τε αὖ σμι- 
χρὰ μεγάλα χαὶ τὰ μεγάλα σμιχρὰ φαίνεσϑαι τιοιοῦσι διὰ 
ῥώμην λόγου, χαινά τὲ ἀρχαίως τά τ᾽ ἐναντία χαινῶς, 
συντομίαν τε λόγων χαὶ ἄτεειρα μήχη τιερὶ τεάντων ἀνεῦ- 
ρον. ταῦτα δὲ ἀχούων ποτέ μου Πρόδικος ἐγέλασε, xal 
μόνος αὐτὸς εὑρηχέναι ἔφη ὧν δεῖ λόγων τέχνην" δεῖν δὲ 


οὔτε μαχρῶν οὔτε βραχέων, ἀλλὰ μετρίων. 

DAI. Σοφώτατά 7, ὠ Πρόδικε. 

ΣΩ. Ἱππίαν δὲ οὐ λέγομεν; οἶμαι γὰρ ἂν σύμψηφον 
αὐτῷ καὶ τὸν Ἠλεῖον ξένον γεγέσϑαι. 


DAI. Τί δ᾽ οὔ 


IR. .,Taıde Πώλου σῶς φράσομεν αὖ μουσεῖα λό- 
γων, ὃς διπελασιολογίαν καὶ γνωμολογίέαν χαὶ εἰχονολογίαν, 
3 G ’ ΄ / 
ὀνομάτων τὲ Aırvuveiwv ἃ ἐχείνῳ ἐδωρήσατο 77008 ττοίη- 


2 , 
σιν EVErteiag; 


, , 3 , 2 3 , 
DAI. Πρωταγόρεια δέ, ὦ Σώχρατες, οὐκ ἣν μέντοι 


“. | ! 
τοιαῦτ ἄττα; 


ΣΩ, ᾿ὈὈρϑοέπειά γέ τις, ὦ παῖ, καὶ ἄλλα πολλὰ χαὶ 
καλά. τῶν γε μὴν οἰχτρογόων ἑπὶ γῆρας χαὶ πενίαν ἕλχο- 
μένων λόγων κεχρατηχέναι τέχνῃ μοι φαίνεται τὸ τοὺ 
Χαλχηδονίου σϑένος, ὀργίσαι τε αὖ πολλοὺς ἅμα δεινὸς 


die Windigkeit des Euenos so recht 
ins Licht stellt. Ebenso überrascht 
das nicht erwartete εὕδειν nach 
ἐάσομεν. Unter den andern Flach- 
heiten der Sophisten ist dann von 
S. die des Prodikos besonders her- 
vorgehoben. Den lälst er auf den 
klugen Gedanken kommen, der σὺν- 
τομίᾳ λόγων und der « ἄπειρα μήκη 
das οὔτε μαχρὸν οὔτε βοαχὺ ent- 
gegenzustellen, das μέτριον. Den 
Hohn, welcher in dem überaus fla- 
chen Gedanken liegt, erkennt Ph. 
nicht ; denn sein Einwurf σοφώτατά 
γε ist wohl ernstlich gemeint und 
er versteht unter dem μέτριον wohl 
nicht das Sokratische οὔτε μακρὸν 
οὔτε βραχύ, sondern etwa ein οὐχ 


ἄγαν. Weiterhin ist auch in dem 
Ausdrucke uovosle λόγων gewils 
nicht die Überschrift, der Titel eines 
Werkes des Polos zu suchen, son- 
dern hinter diesem „Musentempel 
von Ausdrücken“ steckt auch nichts 
als bitterer Hohn. Aber Ph. will 
doch wenigstens andeuten, dalsauch 
er all diese Dinge kenne. Wie er 
oben schnell verriet, dals er den Ao- 
yodaldakog Βυζάντιος wohl kenne, 
so glaubt er hier an Protagoras er- 
innern zu müssen, und sofort fällt 
S. wieder mit einer langen Litanei 
ein. Darin bekommt das höchste 
Lob d. i, den bittersten Hohn der 
Chalkedonier Thrasymachos, τὸ τοῦ 
Naixndoviov σϑένος, wie S. mit 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 77 


ἀνὴρ γέγονε, χαὶ zcahım ὠργισμένοις Eradwv κηλεῖν, ὡς 
ἔφη᾽ διαβάλλειν τε nat ἀπολύσασϑαι διαβολὰς ὁϑενδὴ 
χράτιστος. τὸ δὲ δὴ τέλος τῶν λόγων κοινῇ πᾶσιν ἔοιχε 
συνδεδογμένον εἶναι, ᾧ τινὲς μὲν ἐπάνοδον, ἄλλοι δὲ ἀλλο 
τίϑενται ὄνομα. 

ΦΑ͂Ι. Τὸ ἐν κεφαλαίῳ ἕκαστα λέγεις ὑττομνῆσαι Erel 
τελευτῆς τοὺς ἀχούοντας περὶ τῶν εἰρημένων; 

ER. Ταῦτα λέγω, καὶ εἴ τι σὺ ἄλλο ἔχεις elmeiv λό- 
γων τέχνης πέρι. 

ΦΑ͂Ι. Σμιχρά γε χαὶ οὖχ ἄξια λέγειν. 

ΣΩ. Ἐῶμεν δὴ τά γε σμιχρά" ταῦτα δὲ Urt αὐγὰς 
μᾶλλον ἴδωμεν, τίνα καί ποτ᾽ ἔχει τὴν τῆς τέχνης δύναμιν. 

ΦΑ͂Ι. Καὶ μάλα ἐρρωμένην, ὦ Σώχρατες, ἔν γε δὴ 
σλήϑους συνόδοις. 

ΣΩ. Ἔχει γάρ᾽ ἀλλ᾽, ὦ δαιμόνιε, ἰδὲ καὶ σύ, εἰ ἄρα 
χαὶ σοὶ φαίνεται διεστηχὸς αὐτῶν τὸ ἡτρίον ὥσττερ ἐμοί. 

®AI. Ζείχνυε μόνον. 

52. ΣΩ. Εἰπὲ δή μοι εἴ τις προσελϑὼν τῷ Erai- 

3 ͵ a +: er Se ah or 

0m σου Ἐρυξιμάχῳ ἢ τῷ πατρὶ αὑτοῦ Axovuevo εἴτπτοι ὅτι 
ἐγὼ ἐπίσταμαι. τοιαῦτ᾽ ἄττα σώμασι. προσφέρειν ; ὥστε 
ϑερμαίνειν τ᾽ ἐὰν βούλωμαι χαὶ ψύχειν, χαὶ ἐὰν μὲν δόξῃ 
μοι, ἐμεῖν ττοιεῖν, ἐὰν δ᾽ αὖ, κάτω I aa er vor ἄλλα 
rraurcohhe τοιαῦτα" χαὶ ἐπιστάμενος αὐτὰ ἀξιῶ ἰατριχὸς 
εἶναι χαὶ ἄλλον ποιεῖν, ᾧ ἂν τὴν τούτων ἐττιστήμην ττα- 
ραδῶ; τί ἂν οἴει ἀχούσαντας εἰτχτεῖν; 


spöttischem Anklang an Homer ihn 
nennt. Aus dem ἐπάδων leuchtet 
die ἐπῳδὴ hervor, derZauberspruch, 
und er χηλεῖν ist gleich ϑέλγειν. 
Ph. hat dann schliefslich auch, nach- 
dem 5. vom Proömium bis zur ἐπά- 
vodog gelangt ist, nichts mehr vor- 
zubringen, was er etwasungeschickt 
einer Einschränkung zugesteht: 
Pay® γε χαὶ οὐχ ἄξια λέγειν, 
= ugeständnis, das 5. mit den 
W. ἐῶμεν τά γε σμικρὰ auf seinen 
richtigen Wert zurückführt. 
Zu dem Ausdrucke ὀνομάτων 


“ιχυμναίων bemerkt Stallb. nach 
Aristoteles: Lieymnius, qui fuit Poli 
magister, imprimis de fingendis apte 
suaviterque vocabulis elaborasse 
narratur. 

cap. 52. S. zeigt an drei klaren 
Beispielen den Unterschied zwischen 
dem Handwerk und der Kunst, zwi- 
schen der Kunst und den technischen 
Kunstgriffen (τεχνήματα). Zuerst 
giebt er ein etwas derbes Beispiel 
aus einem Kreise, in welchem Ph. 
zu Hause ist; denn Akumenos und 
Eryximachos sind seine Freunde, 


- ΘΟ. χει ΠΡ BES Fu 


78 ITAATQNOZ 


@®AI. Ti γε ἄλλο ἢ ἐρέσϑαι, εἰ προσεπίσταται καὶ 
οὕστινας δεῖ καὶ διιότε ἕκαστα τούτων σιοιεῖν, καὶ μέχρι 
ἈΝ 
07000V; 

SQ. Ei οὖν εἴποι ὅτι οὐδαμῶς" ἀλλ᾽ ἀξιῶ τὸν 
ταῦτα ag ἐμοῦ μαϑόντα αὐτὸν οἷόν τ᾽ εἶναι στοιεῖν ἃ 
ἐρωτᾷς; 

Φ.11. Εἴποιεν ἄν, οἶμαι, ὅτε μαίνεται ἄνϑρωτστος, καὶ 
ἐχ βιβλίου τεοϑὲν ἀκούσας ἢ περιτυχὼν φαρμαχίοις ἰατρὸς 
οἴεται γεγονέναι, οὐδὲν ἐπεαΐων τῆς τέχνης. 

ΣΩ. ΤΙί δ᾽ εἰ Σοφοχλεῖ av προσελϑὼν χαὶ Εὐριπίδῃ 
τις λέγοι, ὡς ἐπίσταται περὶ σμικροῦ πράγματος ῥήσεις 
παμμήκεις ποιεῖν χαὶ περὶ μεγάλου σεάνυ σμικράς, ὅταν 
te βούληται οἰκτράς, χαὶ τοὐναντίον αὖ φοβερὰς καὶ 
ἀτιξιλητιχάς, ὅσα T ἄλλα τοιαῦτα, χαὶ διδάσχων αὐτὰ 
τραγῳδίας ποίησεν οἴεται παραδιδόναι; 

Φ.1. Καὶ οὗτοι av, ὦ Σώχρατες, οἶμαι, καταγε- 
λῷεν. εἴ τις οἴεται τραγῳδίαν ἄλλο τι εἶναι ἢ τὴν τούτων 
σύστασιν πρέπουσαν, ἀλλήλοις τε χαὶ τῷ ὅλῳ συνιστα- 
μένην. 

ER. AAN οὐκ ἂν ἀγροίκως γε, οἶμαι, λοιδορήσειαν, 
ἀλλ᾽ ὥσπερ ἂν μουσιχὸς ἐντυχὼν ἀνδρὲ οἰομένῳ ἄρμο- 
γιχῷ εἶναι, ὅτι δὴ τυγχάνει ἐπιστάμενος ὡς οἷόν re ὀξυ- 
τάτην χαὶ βαρυτάτην χορδὴν ποιεῖν, οὐκ ἀγρίως εἴποι 


und aus dem 1. Kapitel scheint πράγματος πάνυ σμικραί, deuten 


hervorzugehen, dafs ihm mediei- 
nische Fragen nicht ganz fern lie- 
gen. Daher denn auch zuerst die 
verständige Antwort: τί γε ἄλλο 
ἢ ἐρέσϑαι x. τ. δ. und sodann nach 
er nächsten Frage des S. die grobe 
Abfertigung der in Frage stehen- 
den Leute mit dem μαΐνετρα ὃ 
ἄνϑρωπος x. r.&. Mit dem Bei- 
spiele des Sophokles und des Eu- 
ripides rückt ihm dann ὅδ. näher, 
die δήσεις παμμήχεις περὶ σμι- 
χροῦ πράγματος, die gar langen 
Deklamationen über einen unwich- 
tigen Gegenstand, und ihr Gegen- 
satz, die ῥήσεις περὶ μεγάλου 


ziemlich klar auf einige im vori- 
gen Kapitel erwähnte Kunststück- 
chen der Rhetoren. Ph. wagt dem 
Sophokles nicht so grobe Worte 
unterzuschieben, wie dem Akume- 
nos; er antwortet nur mit einem 
χαταγελῷεν ἂν und giebt dann 
eine etwas nach der Schule schmek- 
kende Erklärung des Begriffes Tra- 
gödie. Die Antwort des S. ist sehr 
schön: sie straft vom ersten bis 
zum letzten Worte den Ph. wegen 
seines bäurischen μαίνεται ὸ ἄν- 
ϑρωπὸς mit dem οὐχ ἂν aygol- 
χως λοιδορήσειαν. dem das ue«i- 
νεται ὃ ἄνϑρωπος persiflierenden 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 79 


ἄν" ὦ «μοχϑηρέ, μελαγχολᾷς, ἀλλ᾽ ἅτε μουσικὸς ὧν γιραό- 
τερον ὅτι, ὦ ἄριστε, ἀνάγκη μὲν χαὶ ταῦτ᾽ ἐπίστασϑαι 
τὸν μέλλοντα ἁρμονιχὸν ἔσεσϑαι, οὐδὲν μὴν χωλύει μηδὲ 
σμικρὸν ἁρμονίας ἐπαΐειν τὸν τὴν σὴν ἕξιν ἔχοντα" τὰ 
γὰρ πρὸ ἁρμονίας ἀναγχαῖα μαϑήματα ἐπίστασαι, ἀλλ᾽ 
οὐ τὰ ἁρμονικά. 

®AI. Ὀρϑότατά 78: 

ΣΩ. Οὐχοῦν καὶ ὃ Σοφοχλῆς τόν σφισιν ἀν ϑδιρλνον 
μενον τὸ πρὸ τραγῳδίας ἂν φαίη ἀλλ᾽ οὐ τὰ τραγικά, χαὶ 
ὃ Axovusvos τὰ τιρὸ ἰατρικῆς ἀλλ᾽ οὐ τὰ ἰατριχά. 

®AI. Παντάπασιν μὲν οὖν. 

53. ΣΩ. Ti δέ; τὸν μελίγηρυν “Ἄδραστον οἰόμε- 
ϑα ἢ καὶ Περιχλέα, εἶ ἀχούσειαν ὧν νῦν δὴ ἡ ἡμεῖς διῇμεν 
τῶν τιαγχάλων τεχνημάτων, βραχυλογιῶν TE χαὶ εἴχονο- 
λογιῶν καὶ ὅσα ἄλλα διελϑόντες Un αὐγὰς ἔφαμεν εἶναι 
σχεχτέα, 76008009 χαλεπῶς ἂν αὐτούς, ὥστιερ ἐγώ τε χαὶ 
σύ, ὕπο ἀγροικίας δῆμά τι elsceiv ἀπαίδευτον εἰς τοὺς 
ταῦτα γεγραφότας τε χαὶ διδάσχοντας ὡς ῥητορικὴν τέ- 
vun, ἢ ἅτε ἡμῶν ὄντας σοφωτέρους κἂν γῷν ἐτιιτιλῆξαι 
εἰσιόντας" ὦ Φαῖδρέ τε καὶ Σώχρατες, οὐ χρὴ χαλεπαίνειν 


nicht empfunden zu haben scheint, 


© ee μελαγχολᾷς und end- 
nicht so_ grob ὠσπέρ ἐγώ TE καὶ 


lich mit er, urbanen Wendung ω 


ἄριστε, ἀνάγχη μὲν κ. τ. ἕ.; 
ihm zugleich die Gelegenheit bietet, 
in drastischer Weise dem wovor- 
χκὸς den Gedanken in den Mund 
zu legen, auf welchen S. selbst 
hinaus will, den Gedanken, dals 
die Kenntnis der Vorbegriffe nicht 
den Künstler mache. 

cap. 53. Wie der Arzt,derDichter, 
der Musiker es mit dem machen, der 
nur die Vorschule der Medicin, der 
Diehtkunst, der Musik besucht hat, 
so würden es auch künftige Redner, 
wie Antiphon, auf welchen Plato 
mit dem μελίγηρυς Ἄδραστος hin- 
deuten soll, und Perikles mit den 
sophistischen Rhetorikern machen; 
aber, und da wird der Hieb aus 
dem vorigen Kapitel mit vollerer 
Wucht wiederholt, weil Ph. ihn 


” die σύ, wo 8. das σὺ betont, das ἐγὼ 


aber hinzugefügt und sich selbst 
vor dem Vorwurfe der ἀργοιχία 
sichert. Sehr deutlich spricht er 
dann im folgenden zu Ph.; er ge- 
braucht das Verbum des starken 
Tadels ἐπιπλήσσειν ἃ. i. auf den 
Mund klopfen, schliefst aber wie- 
der seine Person in den Tadel des 
Perikles ein, freilich so, dals er 
den Ton auf das ὦ Φαῖδρε legt; 
denn in der Anrede liegt der Ton 
wohl stets auf dem Namen des zu- 
erst Genannten, weshalb der Grieche 
oft den zunächst Genannten in den 
vokativischen Ausdruck gar nicht 
mit einschlielst, sondern sagt ὦ 
“ακεδαιμόνιοι 'χαὶ οἱ σύμμαχοι. 
Der Tadel der Sophisten hat trotz 
der mafsvollen Ausdrücke des Pe- 


80 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ἀλλὰ συγγιγνώσχειν, εἴ τινὲς μὴ ἐνιστάμενοι διαλέγεσϑαι 
ἀδύνατοι ἐγένοντο ὁρίσασϑαι, τί ποτ᾽ ἔστι δητοριχή, ἐχ 
δὲ τούτου τοῦ ττάϑους τὰ τιρὸ τῆς τέχνης ἀναγχαῖα μαϑή- 
ματα ἔχοντες δητοριχὴν ὠήϑησαν εὑρηχέναι, χαὶ ταῦτα 
δὴ διδάσχοντες ἄλλους ἡγοῦνταί σφισι τελέως ῥητορικὴν 
δεδιδάχϑαι, τὸ δ᾽ ἕκαστα τούτων τιιϑανῶς λέγειν τὲ χαὶ 
τὸ ὅλον συνίστασϑαι, οὐδὲν ἔργον, αὐτοὺς δεῖν rag’ ἕαυ- 
τον τοὺς μαϑητάς σφων πορίζεσϑαι ἐν τοῖς λόγοις. 

DAI ᾿Τλλὰ μήν, ὦ Σώχρατες, χινδυνεύει τοιοῦτόν 
τι εἶναι τὸ τῆς τέχνης, ἣν οὗτοι οἱ ἄνδρες ὡς ῥητορικὴν 
διδασχουσί TE χαὶ γράφουσι" καὶ ἔμοιγε δοχεῖς ἀληϑὴ 
εἰρηχέναι" ἀλλὰ δὴ τὴν τοῦ τῷ ὄντι δητοριχοῦ τε καὶ στι- 
ϑανοῦ τέχνην πῶς χαὶ ττόϑεν ἂν τις δύναιτο ττορίσασϑαι; 

ΣΩ. Τὸ μὲν δύνασϑαι, ὦ Φαῖδρε, ὥστε ἀγωνιστὴν 
τέλεον γενέσϑαι, εἰχός, ἴσως δὲ nal ἀναγχαῖον, ἔχειν ὥστεερ 
τάἀλλα. εἶ μέν σοι ὑττάρχει φύσει δητοριχῷ εἶναι, ἔσει δή- 
zwo ἐλλόγιμος, τιροσλαβὼν Erruomunv ve χαὶ μελέτην" 
ὅτου δ᾽ ἂν ἐλλίπης τούτων, ταύτῃ ἀτελὴς ἔσει. ὅσον δὲ 
αὐτοῦ τέχνη, οὐχ ἡ Τισίας τε χαὶ Θρασύμαχος πορεύεται, 
δοχεῖ μοι φαίνεσθαι ἢ μέϑοδος. 

DAI Alla zen δή; 

ΣΩ. Κινδυνεύει, ὦ ἄριστε, εἰχότως ὃ MegızÄng τεάν- 


τῶν τελεώτατος εἰς τὴν δητοριχὴν γενέσϑαι. 


®AI. Ti 9; 


rikles doch etwas sehr Stechendes, 
wie es in den W. el τινὲς — ῥη- 
τοριχή, „von Leuten, die keine Lo- 
gik haben, darf man "keine richtige 
Definition verlangen“, in τὰ πρὸ 
τῆς τέχνης ἀναγχαῖα μαϑήματα 
ἔχοντες „mil den notdürftigen 

enntnissen eines Vorschülers“, in 
den W. πάϑος, in der Wieder- 
aufnahme des Schulausdruckes τὸ 
ὅλον συνίστασϑαι ausgedrückt ist. 
Mit diesem, dem allgemein unter 
seinen Zeitgenossen für den besten 
Redner geltenden Manne in den 
Mund gelegten Urteile ist dann auch 
eigentlich das endgiltige Wort ge- 


sprochen. Ph. widerspricht nicht 
mehr, sondern fragt nun nach dem 
Wesen der wahren Redekunst. Und 
da giebt S. dreierlei an, was, wie 
jeden Künstler, so auch den Redner 
ausmacht, die φύσις vor allem, 
und sodann die ἐπιστήμη und die 
“Die. 
Die ὅσον δὲ αὐτοῦ τέχνη — 
ἡ μέϑοδος übersetzt Stallb.: quan- 
tum autem in ea re ars sit, ejus 
rei ratio non videtur emergere ea 
via, qua Tisias et Thrasymachus 
ingressi sunt. 

eap. 54. Den Anfang des Ka- 
pitels übersetzt Schleiermacher: 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 81 


54. ΣΩ. Πᾶσαι ὅσαι μεγάλαι τῶν τεχνῶν, Eu 
δέονται ἀδολεσχίας χαὶ uerewgohoyias φύσεως πέρι" τ 
γὰρ ὑψηλόνουν τοῦτο χαὶ πάντῃ τελεσιουργὸν ἔοικεν ἐν- 


τευϑέν σποϑεν εἰσιέναι. 
εἶναι ἐχτήσατο᾽" 


“Ἀναξαγόρᾳ, 


ὃ χαὶ Περικλῆς 7008 τῷ εὐφυὴς 
γεροσττεσὼν 
μετεωρολογίας ἐμτυλησϑεὶς χαὶ ἐπὶ φύσιν 


γάρ, οἶμαι, τοιούτῳ ὄντι 


᾿γοῦ TE χαὶ ἀνοίας ἀφιχόμενος, ὧν δὴ πέρι τὸν πολὺν λό- 
γον ἐποιεῖτο “Τναξαγόρας, ἐντεῦϑεν εἵλκυσεν. ἐπὶ τὴν τῶν 
λόγων τέχνην τὸ πρόσφορον αὐτῇ. 

®AI. Πῶς τοῦτο λέγεις; 

IR. Ὃ αὐτός που τρόπος τέχνης ἰατριχῖς, 007089 


χαὶ ῥητοριχῆς. 
ΦΑ͂Ι. Πῶς δή; 


„Alle gröfseren Künste bedürfen 
doch etwas von spitzfindigem und 
hochfliegendem Geschwätz über 
die Natur. Denn nur hieraus kann 
jene Würde und Zuversichtlichkeit 
im Erfolg entstehen, welche Peri- 
kles u. s. w.“ Hier. Müller sagt: 
„Alle Künste, welche zu den gro- 
[sen gehören, bedürfen nebenbei 
des Geredes und der Grübeleien 
über die Natur; denn von daher 
wohl scheint ihnen das Hochsin- 
nige und in jeder Beziehung Voll- 
endete zu kommen“. Beide Über- 
setzer weichen also wenig dem 
Sinne nach von einander ab, Auch 
Stallb. falst die beiden Ausdrücke 
ἀδολεσχία und μετεωρολογία in 
ihrer tadelnden Bedeutung auf. Nun 
frage ich mich zuerst: Ist ein Ge- 
danke, wie ihn die Übersetzungen 
bieten, des Sokrates und des Plato 


würdig? Ist das ein Sokratischer 


Gedanke, der eines Mannes, dem 
alles auf das Wesen der Dinge 
ankommt? Ich mufs mir dann ant- 
worten: 5. könnte höchstens im 
Scherze so gesprochen haben. Nun 
verkenne ich nicht, dafs auch im 
folgenden die Ausdrücke προσπε- 
σὼν Ἀναξαγόρᾳ, μετεωρολογίας 
ἐμπλησϑεὶς und’ ἐπὶ φύσιν. γοῦ τε 
zul ἀνοίας ἀφικόμενος, εἵλκυσεν 
Plato, Phädrus. 


eine scherzhafte Deutung zu ver- 
langen scheinen. Dennoch schei- 
nen die angeführten Erklärer den 
Sinn zu derb wiederzugeben, wie 
der doch wohl ernst gemeinte Aus- 
druck τὸ ὑψηλόνουν χαὶ πάντῃ 
τελεσιουργὸν beweisen dürfte, so- 
wie die Erwähnung des Perikles, 
von welchem Plato doch gewils 
in vollem Ernste redet. Ich würde 
die Stelle übersetzen: „Alle grölse- 
ren Künste (wie neben der Bered- 
samkeit die lyrische, die dramati- 
sche Dichtkunst) haben als Beiwerk 
(προσδέονται) Fülle des Ausdrucks 
und schwungvolle Auffassung in 
Bezug auf die Natur, das Wesen, 
nötig; denn jenes Hochsinnige und 
allseitig Vollendete scheint hierher 
zu kommen. Und das hatte auch 
Perikles zu seiner trefflichen Anlage 
erworben. Er stiels ja, meine 
ich, auf einen solchen Mann in Ana- 
xagoras, füllte sich, sättigte sich 
mit Schwung und trat der Natur 
des Verstandes und Unverstandes 
näher, worüber ja Anaxagoras den 
langen Vortrag hielt, und zog von 
da zur Redekunst herbei, was ihr 
nützte“*. Der Ausdruck bleibt da- 
bei etwas geschraubt; aber das soll 
er, glaube ich, auch sein; denn Ph. 
verstehtihn janicht; und das Scherz- 


6 


En 
82 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


ΣΩ, Ἐν ἀμφοτέραις δεῖ διελέσϑαι φύσιν, σώματος Ι 
μὲν ἐν τῇ ἑτέρᾳ, ψυχῆς δὲ ἐν τῇ ἑτέρᾳι, εἰ μέλλεις μὴ τριβῆ 
μόνον καὶ ἐμπειρίᾳ, ἀλλὰ τέχνῃ, τῷ μὲν φάρμαχα χαὶ 
τροφὴν προσφέρων ὑγίειαν χαὶ ῥώμην ἐμττοιήσειν, τῇ δὲ 
λόγους τε χαὶ ἐπιτηδεύσεις vouluovg πειϑὼ ἣν ἂν βούλῃ 
χαὶ ἀρετὴν παραδώσειν. 

Φ.41. Τὸ γοῦν εἰχός, ὦ Σώχρατες, οὕτως. 

ΣΩ. Ψυχῆς οὖν φύσιν ἀξίως λόγου κατανοῆσαι οἴει 
δυνατὸν εἶναι ἄνευ τῆς τοῦ ὅλου φύσεως; 

Φ.41. Εἰ μὲν Ἱπητοχράτει γε τῷ τῶν Aorımruadov δεῖ 
τι πειϑέσϑαι, οὐδὲ περὶ σώματος ἄνευ τῆς μεϑόδου ταύτης. 

ΣΩ. Καλῶς γάρ, ὦ ἑταῖρε, λέγει" χρὴ μέντοι πρὸς τῷ 
Ἱπποχράτει τὸν λόγον ἐξετάζοντα σχοπεῖν, εἰ συμφωγεῖ. 

DAI. Φημί. 

55. 22. Τὸ τοίνυν περὶ φύσεως σχότιει τί ποτε 
λέγει Ἱπποχράτης τὲ καὶ ὃ ἀληϑὴς λόγος. ag οὐχ ὧδε δεῖ 
διανοεῖσθαι περὶ ὁτουοῦν φύσεως" πρῶτον μέν, ἁτελοῦν 
ἢ πολυειδές ἔστιν, οὗ πέρι βουλησόμεϑα εἶναι αὐτοὶ τε- 
χνιχοὶ χαὶ ἄλλον δυνατοὶ ποιεῖν, ἔσχιξδιτα δέ, ἂν μὲν ἁπλοῦν 
ἢ» Oxorcelv τὴν δύναμιν αὐτοῦ, τίνα πρὸς τί πέφυχεν εἰς 
τὸ δρᾷν ἢ ἔχον ἢ tiva εἰς τὸ παϑεῖν ὑπὸ τοῦ, ἐὰν δὲ πλείω 
εἴδη ἔχῃ, ταῦτα ἀριϑμησαμένους, 07189 ἐφ᾽ ἑνός, τοῦτ᾽ 
ἰδεῖν ἐφ᾿ ἑκάστου, τῷ τί ποιεῖν αὐτὸ πέφυχεν ἢ τῷ τί 
παϑεῖν ὑπὸ τοῦ; 


hafteliegt wohl eben nur in dieser Ge- eap. ὅθ. Neckend identifieiert 
schraubtheit. S. giebt sodann den S. den Hippokrates, den Mann des 
Gedanken, auf welchen esihm an- Vertrauens des Ph,, mit dem ἀλη- 
kommt, in aller Klarheit, insoferner #ng λόγος i. 6. ἀλήϑεια und be- 
den Redner Psychologie studieren lehrt sodann seinen Freund, dafs 
heifst. Der Ausdruck τῆς τοῦ ὅλου die φύσις, welche der Redner ken- 
φύσεως istvielleicht dem Werke des nen lernen müsse, wenn er seine 
Hippokratesentnommen; wenigstens gute Naturanlage verwerten, wenn 
scheintdies Ph. ‚der Freund der Ärzte, er ‚aufser einem εὐφυὴς ein ἐπι- 
mitseinem εἰμὲν Ἱπποχράτει x.T.E. στήμων werden wolle, die φύσις 
anzudeuten und auch des S. scherz- τῆς ψυχῆς sei, dals also das Stu- 
haftes πρὸς τῷ Ἱπποκράτει τὸν dium, welches den begabten Mann 
λόγον ἐξετάζοντα σχοπεῖν deutet zum Redner ausbilde, das der Psy- 
vielleicht darauf hin, dafs er den chologie sei. Dabei lälst es S. an 
Ph. nur zu einer Aufserung seiner Seitenhieben auf die Rhetorik nicht 
Belesenheit verleiten wollte, fehlen: wer unter dem τυφλὸς χαὶ 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ... 83 


DAI. Κινδυνεύει, ὦ Σώκρατες. 

ΣΩ. ἫἪ γοῦν ἄνευ τούτων μέϑοδος ἐοίχοι ἂν ὥστιεῤ 
τυφλοῦ πορείᾳ" ἀλλ᾽ οὐ μὴν ἀπειχαστέον τόν γε τέχγῃ 
μετιόντα ὁτιοῦν τυφλῷ οὐδὲ κωφῷ, ἀλλὰ δῆλον ὡς, ἂν 
τῴ τις τέχνῃ λόγους διδῷ, τὴν οὐσίαν δείξει ἀχριβῶς τῆς 
φύσεως τούτου, πρὸς ὃ τοὺς λόγους προσοίσει" ἔσται δέ 
που ψυχὴ τοῦτο. 

®AIl. Ti μήν; 

ΣΩ. Οὐκοῦν ἡ ἅμιλλα αὐτῷ τέταται πρὸς τοῦτο 
πᾶσα πειϑὼ γὰρ ἐν τούτῳ ποιεῖν ἐπιχειρεῖ" ἢ γάρ; 

®AI. Ναί. 

ΣΩ. “ῆλον ὁ ἄρα ὅτι ὃ Θρασύμαχός TE nal ὃς ἂν ἄλ- 
λος σπουδῇ τέχνην ῥητορικὴν διδῷ, πρῶτον χάσῃ angı- 
βείᾳ γράψει τε καὶ ποιήσει Woynv ἰδεῖν, πότερον ἕν καὶ 
ὅμοιον πέφυχεν ἢ κατὰ σώματος μορφὴν Aa A τοῦτο 
γάρ φαμεν φύσιν εἶναι δειχνύναι. 

®AI. Παντάπασι μὲν οὖν. 

ΣΩ. Δεύτερον δέ γε, ὅτῳ τέ ποιεῖν ἢ παϑεῖν Uno 
τοῦ πέφυχεν. 

®AI. Τί μήν; 

22. Τρίτον δὲ δὴ διαταξάμενος τὰ λόγων TE καὶ 
ψυχῆς γένη χαὶ τὰ τούτων παϑήματα δίεισι τὰς αἰτίας, 
προσαρμόττων ἕχαστον ἑχάστῳ χαὶ διδάσχων, οἵα οὖσα 
ὑφ᾽ οἵων λόγων δι᾿ ἣν αἰτίαν ἐξ ἀνάγχης ἡ μὲν πιείϑεται, 
ἡ δὲ ἀτπεειϑεῖ. 

DAI. Κάλλιστα γοῦν ἄν, ὡς ἔοιχ᾽, ἔχοι οὕτως. 

ΣΩ. Οὔτοι μὲν οὖν, ὦ φίλε, ἄλλως ἐνδειχνύμενον 
ἢ λεγόμενον τέχνῃ ποτὲ λεχϑήσεται ἢ γραφήσεται οὔτε 
τι ἄλλο οὔτε τοῦτο" ἀλλ᾽ οἱ νῦν γράφοντες, ὧν σὺ ἀχύ- 
χοας, τέχνας λόγων παγνοῦργοί εἰσι καὶ ἀποχρύπτονται, 


κωφὸς zu verstehen sei, liegt auf scher: von einem χινδυνεύει und 


der Hand, wird aber auch in den 
W. δῆλον ἄρᾳ, ὅτι ὁ Θρασύμα- 
χός τε καὶ ὃς ἂν ἄλλος σπουδῇ 
τ νην ῥητοριχὴν διδῷ dem Ph. 

das eutlichste gesagt. Dessen 
Zobtiintung wird immer energi- 


ναὶ steigerte er sich zu dem παν- 


᾿ τάπασι und dem χάλλιστα ἂν ἔχοι 


οὕτως, auf die sarkastischen W. 
aber οἱ νῦν γράφοντες --- παγ- 

Α « 
χάλος, auf den „Tausendsassa 
(πανοῦργοι) und auf „die kleinen 


ΘῈ 


| 84 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


εἰδότες ψυχῆς τιέρι τιαγχάλως" πρὶν ἂν οὖν τὸν τρόττον 
τοῦτον λέγωσί τὲ χαὶ γράφωσι, μὴ πσιειϑώμεϑ᾽ αὐτοῖς 
τέχνῃ γράφειν. 
®AI. Τίνα τοῦτον; 
ΣΩ. Avra μὲν τὰ ῥήματα εἰσιεῖν οὐχ εὐτεετές" ὡς 
' δὲ dei γράφειν, εἰ μέλλει τεχνιχῶς ἔχειν χαϑ᾽ ὅσον ἐνδέ- 
| > 
| χεται, λέγειν ἐϑέλω. 
| AI. “γε δή. 
| 56. 202. Ἐπειδὴ λόγου δύναμις τυγχάνει ψυχαγω- 
γία οὖσα, τὸν μέλλοντα ῥητοριχὸν ἔσεσϑαι ἀνάγκη εἰδέναι 
ψυχὴ ὅσα εἴδη € ἔχει. ἔστιν οὖν τόσα χαὶ τόσα, χαὶ τοῖα χαὶ 
| τοῖα᾽ ὅϑεν οἱ μὲν τοῖοι, οἱ δὲ τοῖοι γίγνονται" τούτων δὲ 
ο δὴ διηρημένων, λόγων αὖ τόσα χαὶ τόσα ἔστιν εἴδη, 
| τοιόνδε ἕχαστον. οἱ μὲν οὖν τοιοίδε ὑπὸ τῶν τοιῶνδε λό- 
γων διὰ τήνδε τὴν αἰτίαν εἰς τὰ τοιάδε εὐτεειϑεῖς, οἱ δὲ 
᾿ τοιοίδε διὰ τάδε δυσπειϑεῖς" δεῖ δὴ ταῦτα ἱχανῶς νοή- 
σαντα, μετὰ ταῦτα ϑεώμενον αὐτὰ ἐν ταῖς πράξεσιν ὄντα 
Te χαὶ πραττόμενα, ὀξέως τῇ αἰσϑήσει δύνασϑαι Erraro- 
| λουϑεῖν, ἢ μηδὲν εἶναί co πλέον αὐτῷ ὧν τότε ἤχουε λό- 
i γων ξυνών. ὅταν δὲ εἰτιεῖν TE ἱχανῶς ἔχῃ, οἷος ὑφ᾽ οἵων 
; χεείϑεται; wagayıyvouevor Te δυνατὸς ἢ διαισϑανόμενος 
ξαυτῷ ἐνδείχνυσϑαι, ὅτι οὗτός ἐστι χαὶ αὕτη ἡ φύσις, 
regt ἧς τότε ἤσαν οἵ λόγοι, γῦν ἔργῳ παροῦσά οἱ, ἡ προσ- 
οἰστέον τούσδε ὧδε τοὺς λόγους ἐπὶ τὴν τῶνδε τεειϑώ, 
ταῦτα δὲ ἤδη πάντα ἔχοντι, προσλαβόντι χαιροὺς τοῦ 
i score λεχτέον χαὶ ἐπισχετέον, βραχυλογίας ve αὖ καὶ ἔλεει- 
| vohoyiag καὶ δεινώσεως ἑκάστων re ὅσ᾽ ἂν εἴδη μάϑῃ λό- 
γων, τούτων τὴν εὐχαιρίαν τὲ χαὶ ἀχαιρίαν διαγνόντι, 
χαλῶς τὲ nal τελέως ἐστὶν ἡ τέχνη ἀτεειργασμένη, τερότε- 


Heuchler“ (ἀναχρύπτον ται εἰδότες 
ψυχῆς πέρι παγχάλως, W., deren 

tellung auch malitiös ist) hat er 
nichts mehr zu erwidern. 

cap. 56. Der Gedanke des vo- 
rigen Kapitels wird in diesem er- 
gänzt oder vielmehr erweitert durch 
die W, ὀξέως τῇ αἰσϑήσει --- λό- 
yov ξυνών, in denen die letzten 


Worte auf die Schule hindeuten, 
quae audiverat, quam magistri in- 
stitulioni interesset (St.) und durch 
die W. προσλαβόντι καιροὺς τοῦ 
πότε λεχτέον — τουτων τὴν εὐ- 
χαιρίαν TE χαὶ ἀχαιρίαν διαγνόντι 
x.t.&. 65 Ph. Einwurf auf die zu- 
sammengefalsten Forderungen des 
S, klingt etwas einfältig: χαίτοι οὐ 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 85 


oO 


ρον δ᾽ οὗ" ἀλλ᾽ ὅ τι ἂν αὐτῶν τις ἐλλδέστῃ λέγων ἢ διδά- 
σχων ἢ γράφων, φῇ δὲ τέχνῃ λέγειν, ὃ μὴ πειϑόμενος 
χρατεῖ. τί δὴ οὖν; φήσει ἴσως ὃ συγγραφεύς, ὦ Φαῖδρέ τε 
nal Σώκχρατες, δοχεῖ οὕτως; ἢ Σ ἄλλως ττως ἀτιοδεχτέον λε- 
γομένης λόγων τέχνης; | 

DAI. Adivarov πτου, ὦ Σώκρατες, ἄλλως" 
οὐ σμιχρόν γε (φαίνεται ἔργον. 

ΣΩ. ᾿ληϑῆ λέγεις. τούτου τοι ἕνεχα ; χρὴ zravrag 
τοὺς λόγους ἄνω χαὶ χάτω μεταστρέφοντα ἐπεισκοτιεῖν, εἴ 
τίς πῃ δάων nal βραχυτέρα φαίνεται Err αὐτὴν ὅδός, ἵνα 
μὴ μάτην ττολλὴν αἱρῇ χαὶ τραχεῖαν, ἐξὸν ὀλίγην Te χαὶ 
λείαν. ἀλλ᾽ εἴ τινά sen βούήϑειαν ἔχεις ἐπταχηχοὼς Avciov 
n τινος ἄλλου, πειρῶ λέγειν ἀναμιμγησχόμεγος. 

DAI. Ἕνεχα μὲν πείρας ἔχοιμ᾽ ἄν, ἀλλ᾽ οὔτε γῦν 
γ᾽ οὕτως ἔχω. 

ΣΩ. Βούλει οὖν ἐγώ τιν᾽ εἴττω λόγον, ὃν τῶν σιερὶ 
ταῦτά τινων ἀχήχοα; 

Φ.21. Τί μήν; 

ΣΩ. Δ έγεται γοῦν, ὦ Φαῖδρε, δίκαιον εἶναι χαὶ τὸ 
τοῦ λύχου εἰπεῖν. 

DAI. Καὶ σύ γε οὕτω ποίει. 

57. ΣΩ. Φασὶ τοίνυν οὐδὲν οὕτω ταῦτα δεῖν σεμνύ--: 
γειν οὐδ᾽ ἀνάγειν ἄνω μαχρὰν περιβαλλομένους " “ταντά- 
zcagı γάρ, ὃ καὶ χατ᾽ ἀρχὰς Eircousv τοῦδε τοῦ λόγου, ὅτε 
οὐδὲν ἀληϑείας μετέχειν δέοι δικαίων r ἀγαϑῶν πέρι πιρα- 


καίτοι 


σμικρόν γε φαίνεται ἔργον, „das 
sieht aber gar nicht wie eine leichte 
Aufgabe aus“. Das ἀληϑῆ λέγεις des 
S. ist darauf in komischem Ernst 
gesprochen, und die folgende Frage 
neckt den Ph.: εἴ τινα βοήϑειαν 
ἔχεις κχ. τ. δ. ἃ. ἢ. „sieh zu, ob dir 
2is Freund Lysias unter die Arme 
greifen und dich einen ebeneren 
Weg führen kann“. Mit der Wen- 
dung ἔχοιμι ἄν, ἀλλ᾽ οὐχ ἔχω giebt 
sich dann Ph. vollends gefangen, 
und S. geht mit einem Scherze 
(δίκαιον καὶ τὸ τοῦ λύχου εἰπεῖν) 
zu seiner weiteren Darlegung über. 


cap. 57. Das Kapitel enthält 
zwei Beispiele jener Art des Plato 
zu reden, wie die lebendige Um- 
gangssprache es thut, der Rede- 
weise, welche den Platonischen 
Dialogen jene Frische giebt, die 
den Leser so anmutet, weil sie 
lebenswahr ist. Der Grammatiker 
drückt das aus: Plato fällt zwei- 
mal aus der Konstruktion, einmal, 
wenn er im Beginn des Kapitels 
sagt: παντάπασιν γάρ, ὃ εἴπομεν, 
ὅτι μετέχειν δέοι für οὐδὲν δεῖν 
μετέχειν χ. τ. &., zweitens, wenn 
er in der zweiten Hälfte des Kap. 


86 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


γμάτων, ἢ καὶ ἀνϑρώττων γε τοιούτων φύσει ὄντων ἢ τρο- 
φῆ, τὸν μέλλοντα inavog δητοριχὸν ἔσεσϑαι. τὸ τταράτιαν 
γὰρ οὐδὲν ἐν τοῖς διχαστηρίοις τούτων ἀληϑείας μέλειν 
οὐδενί, ἀλλὰ τοῦ πιϑανοῦ" τοῦτο δ᾽ εἶναι τὸ einog, ᾧ δεῖν 
προσέχειν τὸν μέλλοντα τέχνῃ ἐρεῖν. οὐδὲ γὰρ αὖ τὰ πρα- 
χϑέντα δεῖν λέγειν ἐνίοτε, ἐὰν μὴ εἰχότως ἢ τιετεραγμένα, 
ἀλλὰ τὰ εἰχότα, Ev TE χατηγορίᾳ καὶ ἀττολογέᾳ᾽ καὶ σιάν- 
τως λέγοντα τὸ δὴ εἰχὸς διωχτέον εἶναι, πολλὰ εἰπόντα 
χαίρειν τῷ ἀληϑεῖ" τοῦτο γὰρ διὰ παντὸς τοῦ λόγου γιγνό- 
uevov τὴν ἅπασαν τέχνην πορίζειν. 

DAI. Αὐτά γε, ὦ Σώχρατες, διελήλυϑας ἃ λέγουσιν 
οἵ zregi τοὺς λόγους τεχνιχοὶ τεροσττοιούμενοι εἶναι. ἀνε- 
μνήσϑην γὰρ ὅτι ἐν τῷ πιρόσϑεν βραχέως τοῦ τοιούτου ἐφη- 
ψάμεϑα, δοχεῖ δὲ τοῦτο srauueya εἶναι τοῖς περὶ ταῦτα. 

ΣΩ. Alla μὴν τόν γε Τισίαν αὐτὸν ττεπάτηχας 
ἀχριβῶς" εἰτιέτω τοίνυν χαὶ τόδε ἡμῖν ὃ Τισίας, μή τι 
ἄλλο λέγει τὸ εἰχὸς ἢ τὸ τῷ πιλήϑει δοχοῦν. 

ΦΑ͂Ι. Τί γὰρ ἄλλο; 

ΣΩ. Τοῦτο δή, ὡς ἔοιχε, σοφὸν εὑρὼν ἅμα χαὶ τε- 
χνιχὸν ἔγραψεν, ὡς ἐάν τις ἀσϑενὴς χαὶ ἀνδριχὸς ἰσχυρὸν 
χαὶ δειλὸν συγχόψας, ἱμάτιον ἢ τι ἄλλο ἀφελόμενος, εἰς 
δικαστήριον ἄγηται, dei δὴ τὰἀληϑὲς μηδέτερον λέγειν, 


aus der indirekten in die direkte 
Rede übergeht mit, der Wendung 
ὃ δ᾽ οὐχ «ἐρεῖ δὴ τὴν ξαυτοῦ χά- 
na t.&. Wir können die letztere 

endung sehr wohl nachahmen, 
dem Griechen war sie aber aus dem 
Homer schon geläufig. 

Im ersten Abschnitte des Kap. 
ahmtS. die Redeweise der Sophisten 
nach, die vom hohen Thron herab 
sprechen über die Philosophen, die 
soviel Aufhebens von der, Wahrheit 
machen (οὐδὲν δεῖν σεμν ὑνειν οὐδ᾽ 
N ἄνω een? περιβαλλο- 
μένους). Er sprie wie die So- 
phisten, verächtlich von der Wahr- 
heit: οὐδὲν ἀληϑείας μετέχειν 
δέοι --- τούτων ἀληϑείας μέλειν 
οὐδενί --- πολλὰ εἰπόντα χαίρειν 


τῷ ἀληϑεῖ, wo der Deutsche wohl 
derber sagen würde: „sie könne sich 
trollen, die ganze Wahrheit“. Ph.,ist 
bereits ein ganz anderer geworden: 
er schämt sich seiner Lehrer, nennt 
keines Namen, sondern spricht von 
οἱ TEZPAON ποιού uevoı Eivaı oder 
von οἱ περὶ ταῦτα. $. hat mit 
dem ersten W. des Kap., dem φασὶ, 
natürlich den Tisias schon im Auge 
gehabt; er führt ihn ein mit einer 
den Ph. neckenden Redensart: Tr- 
σίαν. πεπάτηχας ἄχρι ὥς, welche 
die Übersetzung Hier. Müllers nicht 
scharf genug wiedergiebt: „Du bist 
fürwahr ‘in dem Tisias wohlbe- 
wandert“. 

Auch die Gewohnheit des $., sich 
selbst, ehe man es erwartet, zu 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 87 


ἀλλὰ τὸν μὲν δειλὸν μὴ ὑττὸ μόνου φάναι τοῦ ἀνδρικοῦ 
συγχεχόφϑαι, τὸν δὲ τοῦτο μὲν ἐλέγχειν ὡς μόνω ἤστην, 
ἐχείνῳ δὲ χαταχρήσασϑαι τῷ πῶς δ᾽ ἂν ἐγὼ τοιόσδε 
τοιῷδε ἐπεχείρησα; ὃ δ᾽ οὐχ ἐρεῖ δὴ τὴν ἑαυτοῦ χάκην, 
EEWERETTP ψεύδεσϑαι ἐπιχειρῶν τάχ᾽ ἂν ἔλεγχόν πῃ 
παραδοίη τῷ ἀντιδίκῳ. χαὶ περὶ τἄλλα δὴ τοιαῦτ᾽ art’ 
ἐστὶ τὰ τέχνῃ λογόμονα. οὐ γάρ, ὦ Φαῖδρε; 

ΦΑ͂Ι. Τί μήν; 

ΣΩ. Φεῦ, δειγῶς γ᾽ ἔοικεν αττοχεκρυμμένην. τέχνην 
ἀνευρεῖν ὃ Τισίας ἢ ἄλλος ὅστις δή ποτ᾽ ὧν τυγχάνει καὶ 
δὅτεόϑεν χαέρει ὀνομαζόμενος. ἀτάρ, W ἑταῖρε, τούτῳ ἡμεῖς 
σότερον λέγωμεν ἢ μὴ — 

ΦΑ͂Ι. To ποῖον; 

Breit. Ὅτι, ὦ Τισία, πάλαι ἡμεῖς, πρὶν χαὶ σὲ 
χεαρελϑεῖν, τυγχάνομεν λέγοντες, ὡς ἄρα τοῦτο τὸ εἰχὸς 
τοῖς πολλοῖς δι᾿ ὁμοιότητα τοῦ ἀληϑοῦς τυγχάνει ἐγγε- 
γγόμεγον" τὰς δὲ ὁμοιότητας ἄρτι διήλϑομεν ὅτι σπίαντα- 
χοῦ ὃ τὴν ἀλήϑειαν εἰδὼς κάλλιστα ἐπίσταται εὑρίσκειν. 
ὥστ᾽ εἰ μὲν ἄλλο τι τεερὶ τέχνης λόγων λέγεις, ἀχούοιμεν 
av’ εἶ δὲ μή, οἷς νῦν διήλθομεν χιδισόμεϑα, ὡς ἐὰν μή 
τις τῶν τε ἀχουσομένων τὰς φύσεις διαριϑμήσηται, χαὶ 
χατ᾽ εἴδη τε διαιρεῖσϑαι τὰ ὄντα χαὶ μιᾷ ἰδέᾳ δυνατὸς 7 


unterbrechen und innerhalb seiner 
eigenen Beweisführung ein kleines 
Intermezzo zu bieten, macht seine 
Redeweise so lebhaft. So giebt er 
nach dem aus Tisias angeführten 
Beispiele nicht sofort die Wider- 
legung, sondern unterbricht sich 
mit dem οὐ γάρ, ὦ Φαῖδρε; und 
flicht dann erst einen Scherz ein, 
eine sarkastische Wendung, wie sie 
das δεινῶς, die ‚anoxexgvuun£vn 
τέχνη, die W. ὅπόϑεν χαίρει ovo- 
μαζόμενος (wes Vaters Sohn er 
auch sein mag) kennzeichnen, ehe 
er die Widerlegung giebt. So ver- 
steht es Plato, einer logisch trok- 
kenen Auseinandersetzung lebens- 
frische Farbe zu geben. 

cap. 58. Dem Abschlufs seiner 


Betrachtungen, welchen dies Kap. 
enthält, giebt S. etwas Drastisches 
dadurch, dafs er den Tisias selbst 
anredet. Er widerlegt dessen eben 
angeführten Satz mit wenigen W, 
schlagend und ironisiert dabei in 
feiner Weise schon mit dem ersten 
W. πάλαι, dem später ein ἄρτι 
und sodann ein νῦν folgen, mit 
dem Ausdrucke παρελϑεῖν, der vom 
Auftreten eines Redners gebräuch- 
lich ist, mit dem wiederholten zvy- 
χάνειν in τυγχάνομεν λέγοντες 
und τυγχάνει ἀρ Ὁ, εἰμρόρ.ν eine 
Nüancierung der Rede, welche der 
Deutsche kaum wiedergeben kann, 
ferner mit der Wendung εἰ μὲν ἄλλο 
τι λέγεις, ἀχούοιμεν ἄν" εἰ δὲ 
μή, πεισόμεϑα. Mit attischem Salz 


88 IIAATQNOZ 


χαϑ'᾽ ἕν ἕχαστον sregıhaußaveıv, οὔ or ἔσται τεχνιχὸς λό- 
γων σπτέρι χαϑ' ὅσον δυνατὸν ἀνϑρώπῳ. ταῦτα δὲ οὐ μή 
“τοτὲ χτήσεται ἄνευ πολλῆς τιραγματείας" ἣν οὐχ ἕνεχα τοῦ 
λέγειν χαὶ τιράττειν πρὸς ἀνϑρώπους δεῖ διατιονεῖσϑαι 
τὸν σώφρονα, ἀλλὰ τοῦ ϑεοῖς κεχαρισμένα μὲν λέγειν δύ- 
γασϑαι, κεχαρισμένως δὲ πράττειν τὸ πᾶν εἰς δύναμιν. 
οὐ γὰρ δὴ ἄρα, ὦ Τισία, φασὶν οἵ σοφώτεροι ἡμῶν, ὅμο- 
δούλοις δεῖ χαρίζεσθαι μελετᾷν τὸν νοῦν ἔχοντα, 0 τι μὴ 
πάρεργον, ἀλλὰ δεσπόταις ἀγαϑοῖς τὲ καὶ ἐξ ἀγαϑῶν" 
ὥστ᾽ εἰ μαχρὰ ἡ περίοδος, μὴ ϑαυμάσῃς" μεγάλων γὰρ ἕνεχα 
πδριιτέον, οὐχ ὡς σὺ δοχεῖς. ἔσται μήν, ὡς ὃ λόγος φησίν, 
ἐάν τις ἐϑέλῃ, καὶ ταῦτα κάλλιστα ἐξ ἐχείνων γιγνόμενα. 

DAI. Παγχάλως ἔμοιγε δοχεῖ λέγεσϑαι, ὦ Σώχρα- 
τὲς, εἴπτερ οἷός τέ τις εἴη. 

ΣΩ. Alla χαὶ ἐπιχειροῦντέ τρι τοῖς χαλοῖς καλὸν 
χαὶ πάσχειν ὃ τι ἄν τῳ ξυμβῇ παϑεῖν. 

®AI. Καὶ μάλα. 

ΣΩ. Οὐκοῦν τὸ μὲν τέχνης τὲ καὶ ἀτεχνέας λόγων 
σεέρι ἱκανῶς ἐχέτω. 

®AI. Ti μήν; : 

ΣΩ. Τὸ δ᾽ εὐπρεπείας δὴ γραφῆς πέρι καὶ ἀτερε- 
χξίας, πῇ γιγνόμενον χαλῶς ἂν ἔχοι καὶ Om ἀτερετῶς, 
koıov. ἢ γάρ; 

®AI. Net. 

59. 22. Οἶσϑ᾽ οὖν ὅπῃ μάλιστα ϑεῷ χαριεῖ λό- 
γων ττέρι πράττων ἢ λέγων; 


zugleich und attischer Urbanität wohl noch auf den Ausdruck πε- 


bricht er sodann den Stab über das 
Unsittliche in der Behauptung der 
Rhetoren, dafs das εἰχός dem άλη- 
ϑὲς vorzuziehen sei, in den W. ἣν 
οὐχ ἕνεχα — τὸ πᾶν εἰς δύναμιν. 
Denn diese W. verurteilen die nie- 
drige Gesinnung der Sophisten, in 
welcher es ihnen nur darauf an- 
kommt, τοὺς πολλούς, die grolse 
Menge zu gewinnen, nicht aber 
das Gute durchzusetzen. Aufmerk- 
sam zu machen ist dann endlich 


glodog, welcher einmal von den 
nationalen Kampfspielen in Olym- 
pia u. s. w. gebraucht wurde, so- 
dann aber auch in den Rhethoriken 
und Grammatiken eine Rolle spielte 
(die Perioden). 

eap. 59. Der Schlufs des Dialogs 
handelt περὲ γραφῆς λόγων. Ph. 
spielt zuletzt die entgegengesetzte 
Rolle von dem Ph., welchen uns 
der Anfang des Dialogs zeigte; er 
ist gebessert und für δι. gewonnen. 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 89 


®AI. Οὐδαμῶς" σὺ δέ; 

ΣΩ. Aronv γ᾽ ἔχω λέγειν τῶν προτέρων, τὸ δ᾽ ἀλῃ- 
ϑὲς αὐτοὶ ἴσασιν. εἰ δὲ τοῦτο εὕροιμεν αὐτοί, ἀρά γ᾽ ἂν 
EI ἡμῖν μέλοι τι τῶν ἀνθρωπίνων δοξασμάτων; 

DAI. Γελοῖον ἤρου" ἀλλ᾿ ἃ φὴς ἀχηκοέναι, λέγε. 

ΣΩ. ἜἬνχουσα τοίνυν περὶ Ναύχρατιν τῆς Αἰγύπτου 
γεγέσϑαι τῶν ἐχεῖ παλαιῶν τινὰ ϑεῶν, οὗ καὶ τὸ ὄρνεον 
τὸ ἱερόν, ὃ δὴ χαλοῦσιν ἴβιν" αὐτῷ δὲ ὄνομα τῷ δαίμονι 
εἶναι Θεύϑ. τοῦτον. δὲ πρῶτον ἀριϑμόν τε χαὶ λογισμὸν 
εὑρεῖν καὶ γεωμετρίαν καὶ ἀστρονομίαν, ἔτι δὲ zrerreiag τὲ 
χαὶ χυβείας, καὶ δὴ καὶ γράμματα" βασιλέως δ᾽ αὖ τότε 
ὄντος «Αἰγύπτου ὅλης Θαμοῦ περὶ τὴν μεγάλην τεόλιν τοῦ 
ἄνω τόπου, ἣν οἱ Ἕλληνες «Αἰγυπτίας Θήβας καλοῦσι, καὶ 
τὸν ϑεὸν Auuwva, παρὰ τοῦτον ἐλϑὼν ὃ Θεὺϑ τὰς τέ- 
χνας ἐπέδειξε, nal ἔφη δεῖν διαδοϑῆναι τοῖς ἄλλοις Alyv- 
συτίοις. ὅ. δὲ ἤρετο, ἥντινα ἑκάστη ἔχοι ὠφέλειαν, διεξιόντος 
δέ, ὅ τι καλῶς ἢ μὴ καλῶς δοχοῖ λέγειν, τὸ μὲν ἔψεγε, τὸ 
δ᾽ ἐπήνει. πτολλὰ μὲν δὴ τεερὶ ἑκάστης τῆς τέχνης re au- 
porega Θαμοῦν τῷ Θεὺϑ' λέγεται ἀπτοφήνασϑαι, ἃ λόγος 
πολὺς ἂν εἴη διελϑεῖν᾽ ἐπειδὴ δὲ ἐπεὶ τοῖς γράμμασιν nv, 
τοῦτο δέ, ὦ βασιλεῦ, τὸ μάϑημα, ἔφη ὃ Θεύϑ, σοφωτέρους 
Aiyunriovg χαὶ μνημονικωτέρους παρέξει" μνήμης τὲ γὰρ 
χαὶ σοφίας φάρμακον εὑρέϑῃ. ὃ δ᾽ εἶστεν" ὦ τεχγιχώτατε 
Θεύϑ, ἄλλος μὲν τεχεῖν δυνατὸς τὰ τῆς τέχνης, ἄλλος δὲ 
χρῖγαι, τίν᾽ ἔχει μοῖραν βλάβης τε καὶ ὠφελείας τοῖς μέλ- 
λουσι χρῆσθαι" χαὶ νῦν σύ, πατὴρ ὧν γραμμάτων, δι᾽ 


γ N ὃν ’ a \ m 
εὔνοιαν τοὐναντίον εἶττες N δύναται. τοῦτο yao τῶν μα- 
Im Anfange des Dialogs würde ihm heilst: „Du fragst nicht ernsthaft, 


die erste Frage des 5. in diesem 


du fragst, um deinen Spals an mir 
Kapitel, wie auch die zweite, nicht 


zu haben“, 


unwillkommen gewesen sein; beide 
Fragen würden ihm Gelegenheit zu 
weit gehender Deklamation gegeben 
haben. Jetzt läfst er sich auf nichts 
ein, antwortet einmal ablehnend 
mit οὐδαμῶς und ‚sodann verstän- 
dig mit γελοῖον ἤρου, das nicht 
mit Hier. Müller zu übersetzen ist: 
„eine lächerliche Frage!“ sondern 


Die Erzählung von der Erfindung 
des Agypters Theuth ist in dem ein- 
fachsten Stile gehalten. Sie wird ge- 
geben wie ein Märchen. Eine Art ko- 
mischer Wirkung hat sie schon da- 
durch, dafs sie eine Sage aus uralter 
Zeit, von einem fabelhaften Könige, 
aus dem Wunderlande Ägypten an- 
führt. Sie enthält in den W. τοῦτο 


90 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ϑόντων λήϑην μὲν ἐν ψυχαῖς τιαρέξει μνήμης ἀμελετησίᾳ, 
ἅτε διὰ πίστιν γραφῆς ἔξωϑεν ὑγε ἀλλοτρίων τύτεων, οὐχ 
ἔνδοϑεν αὐτοὺς ὑφ᾽ αὑτῶν ἀγαμιμνησκομένους" οὔχουν 
μνήμης ἀλλ᾽ ὑπομνήσεως φάρμαχον εὗρες. σοφίας δὲ τοῖς 
μαϑηταῖς δόξαν, οὐχ ἀλήϑειαν wogileig' πολυήχοοι γάρ 
σοι γενόμενοι ἄνευ διδαχῆς σολυγνώμονες εἶναι δόξουσιν, 
ἀγνώμονες ὡς rei τὸ πιλῆϑος ὄντες χαὶ χαλετοὶ ξυνεῖγαι, 
δοξόσοφοι γεγονότες ἀντὶ σοφῶν. 

®AI °Q Σώχρατες, ῥᾳδίως σὺ .4ἰγυπτίους καὶ ὅπο- 
δαποὺς ἂν ἐϑέλῃς λόγους πτοιεῖς. 

ΣΩ. Οἱ δέ γ᾽, ὦ φίλε, ἐν τῷ τοῦ “"ὸς τοῦ Δ ωδω- 
γαίου ἱερῷ δρυὸς λό öyovs ἔφησαν μαντιχοὺς πρώτους γε- 
γέσϑαι. τοῖς μὲν οὖν τότε, ἅτε οὐχ οὖσι σοφοῖς ὥσπερ 
ὑμεῖς οἱ νέοι, ἀττέχρη δρυὸς χαὶ πέτρας ἀχούξιν br’ εὐη- 
ϑείας, el μόνον ἀληϑῆ λέγοιεν" σοὶ δ᾽ ἴσως διαφέρει τίς ὃ 
λέγων χαὶ ποδαπός. οὐ γὰρ ἐχεῖνο μόνον σχοπεεῖς, εἴτε οὐ- 
τως εἴτε ἄλλως ἔχει; 

DAI. Ὀρϑῶς ἐπέπληξας, καί μοι δοχεῖ ττερὶ γραμ- 
μάτων ἔχειν ἧττερ ὃ Θηβαῖος λέγει. 

60. ΣΩ. Οὐχοῦν ὃ τέχνην οἰόμενος ἐν γράμμασι 
χαταλιπιεῖν, καὶ αὖ ὃ παραδεχόμενος ὥς τε σαφὲς καὶ βέ- 
βαιον ἐχ γραμμάτων ἐσόμενον, πολλῆς ἂν εὐηϑείας γέμοι 
χαὶ τῷ ὄντι τὴν Auuwvog μαντείαν ἀγγοοῖ, χύλέον τι οἱό- 
μενος εἶναι λόγους γεγραμμένους τοῦ τὸν εἰδότα ὑπο- 
μνῆσαι πιερὶ ὧν ἂν ἢ τὰ γεγραμμένα. 

Φ.41. Ὀρϑότατα. 

ER. Δεινὸν γάρ που, ὦ Φαῖδρε, τοῦτ᾽ ἔχει γραφή, 


γὰρ τῶν μαϑόντων λήϑην x.T. ἢ, 
eine tiefe Wahrheit, die aus Göthes 
bekannten Worten wiederklingt: 
„Denn wasmanschwarz auf weils be- 
sitzt, kann man getrost nach Hause 
tragen“. Spafshaft sind einige ab- 
sichtlich ‚gewählte Anklänge: (0) 
τεχνικώτατα Θεῦϑ, ἄλλος μὲν 
τεχεῖν δυνατὸς τὰ τῆς τέχνης 
— und weiterhin σοφίας δόξαν, 
δόξουσι, δοξόσοφοι. 


cap. 60. Die W. τὴν Ἄμμωνος 
μαντείαν ἀγνοοῖ weisen auf den 
Ausspruch des Thamus d. i. Ammon 
im vorigen Kapitel zurück: τοῦτο 
τῶν μαϑόντων λήϑην μὲν ἔν ψυ- 
χαῖς παρέξει. 

Die Lebendigkeit der nächsten 
Auseinandersetzung liegt in der 
wiederholten Personifikation : τὰ 
ἐχείνης ἔχγονα σεμνῶς σιγᾷ, δό- 
Es ἂν ὡς τι φρονϑῦντας αὐτοὺς 


ΦΑΙΔΡΟΣ. 91 


χαὶ ὡς ἀληϑῶς ομοιον ζωγραφίᾳ. κχαὶ γὰρ τὰ ἐχείνης 
ἔχγονα ἕστηχε μὲν ὡς ζῶντα, ἐὰν δ᾽ ἀνέρῃ τι, σεμνῶς 
zcavv σιγᾷ. ταὐτὸν δὲ χαὶ οἱ λόγοι" δόξαις μὲν ἂν ὥς τι 
φρονοῦντας αὐτοὺς λέγειν, ἐὰν δέ τι ἔρῃ τῶν λεγομένων 
βουλόμενος μαϑεῖν, ἕν τι σημαίνει μόνον ταὐτὸν ael. 
ὅταν δὲ ἅπαξ γραφῇ, κυλινδεῖται μὲν sravrayod πᾶς λόγος 
ὁμοίως παρὰ τοῖς ἐτταΐουσιν, ὡς δ᾽ αὕτως παρ᾽ οἷς οὐδὲν 
χεροσήχει, χαὶ οὐχ ἐπίσταται λέγειν οἷς δεῖ γε καὶ μή" 
τελημμελούμενος δὲ καὶ οὐχ ἐν δίκῃ λοιδορηϑεὶς τοῦ ττα- 
τρὸς ἀεὶ δεῖται βοηϑοῦ" αὐτὸς γὰρ οὔτ᾽ ἀμύνασϑαι οὔτε 
βοηϑῆσαι δυνατὸς αὑτῷ. 

ΦΑ͂Ι. Καὶ ταῦτά σοι ὀρϑότατα εἴρηται. 

ΣΩ. τί δ᾽; ἄλλον δρῶμεν λόγον τούτου ἀδελφὸν 
γνήσιον, τῷ τρόπῳ τὲ γίγνεται, χαὶ ὅσῳ ἀμείνων χαὶ δυ- 
γατώτερος τούτου φύεται; 

®AI. Τίνα τοῦτον χαὶ πῶς λέγεις γιγνόμεγον; 

ΣΩ. Ὃς μετ᾽ ἐπιστήμης γράφεται ἐν τῇ τοῦ μανϑά- 
γοντος ψυχῆ, δυνατὸς μὲν ἀμῦναι ἑαυτῷ, ἐπιστήμων δὲ 
λέγειν TE χαὶ σιγᾷν 71008 οὺς δεῖ. 

®AI. Τὸν τοῦ εἰδότος λόγον λέγεις ζῶντα χαὶ ἔμψυ- 
χον, οὗ ὃ γεγραμμένος εἴδωλον av τι λέγοιτο δικαίως. 

61. 2302. Παντάπασι μὲν οὖν. τόδε δή μοι εἶχέ" 
ὃ γοῦν ἔχων γεωργός, ὧν σττερμάτων χήδοιτο καὶ ἔγκαρτια 
βούλοιτο γενέσϑαι, πότερα σπουδῇ ἂν ϑέρους εἰς «Ἵδώνιδος 
χήτεους ἀρῶν χαίροι ϑεωρῶν χαλοὺς ἔν ἡμέραισιν ὀχτὼ 
γιγνομένους, ἢ ταῦτα μὲν δὴ παιδιᾶς τε χαὶ ἑορτῆς χάριν 
δρῴη ἄν, ὅτε χαὶ σπιοιοῖ᾽ ἐφ᾽ οἷς δὲ ἐσπούδαχε, τῇ γεωρ- 
var χρώμενος τέχνῃ ἄν, σπείρας εἰς τὸ τεροσῆχον, ἀγαπῴη 
ἂν ἐν ὀγδόῳ μηνὴ ὅσα ἔσπειρε τέλος λαβόντα; 

ΦΑ͂Ι. Οὕτω που, ὦ Σώχρατες, τὰ μὲν σπουδῇ, τὰ 
δὲ ὡς ἑτέρως ἄν, ἧ λέγεις, πτοιοῖ. 

ΣΩ. Τὸν δὲ δικαίων τε χαὶ χαλῶν χαὶ ἀγαϑῶν ἔτπιι- 


λέγειν, οὐχ ἐπίσταται λέγειν, λοι- cap. 61. Das Adonisfest feierte 
δορηϑεὶς τοῦ πατρὸς δεῖται, οὔτ᾽ man zum Andenken an den Tod 
ἀμύνασϑαι οὔτε βοηϑῆσαι δυνα- und das Wiederaufleben des Ado- 
τος αὑτῶ. nis, eines Sinnbildes der verschwin- 


92 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


στήμας ἔχοντα τοῦ γεωργοῦ φῶμεν ἧττον γοῦν ἔχειν εἰς 
τὰ ἑαυτοῦ σπέρματα; 

AI. Ἥκχιστά γε. 

ΣΩ. Οὐκ ἄρα σπουδῇ αὐτὰ ἐν ὕδατι γράψει μέλανι 
σπείρων διὰ χαλάμου μετὰ λόγων ἀδυνάτων μὲν αὑτοῖς 
λόγῳ βοηϑεῖν, ἀδυνάτων δὲ ἱχανῶς τὰἀληϑῆ διδάξαι. 

DAI. Οὔκουν δὴ τό γ᾽ εἰχός. 

ΣΩ. Οὐ γάρ᾽ ἀλλὰ τοὺς μὲν ἐν γράμμασι χήπους, 
ὡς ἔοικε, πεαιδιᾶς χάριν σττερεῖ τε καὶ γράψει, ὅταν γράφῃ, 
ἑαυτῷ TE ὑπομνήματα ϑησαυριζόμενος, εἰς τὸ λήϑης γῆ- 
ρας ἐὰν ἵχηται, χαὶ παντὶ τῷ ταὐτὸν ἴχνος μετιόντι, ἡσϑή- 
σεταί TE αὐτοὺς ϑεωρῶν φυομένους ἁπιαλούς" ὅταν δὲ 
ἄλλοι παιδιαῖς ἄλλαις χρῶνται, συμποσίοις τὲ ἄρδοντες 
αὑτοὺς ἑτέροις τε ὅσα τούτων ἀδελφά, τότ᾽ ἐχεῖνος, ὡς 
ἔοιχεν, ἀντὶ τούτων οἷς λέγω παίζων διάξει. 

DAI. Παγχάλην λέγεις παρὰ φαύλην παιδιάν, ὦ 
Σώχρατες, τοῦ ἐν λόγοις δυναμένου “εαίζειν, δικαιοσύνης 
τὸ χαὶ ἄλλων ὧν λέγεις πέρι μυϑολογοῦντα. 

ΣΩ. Ἔστι γάρ, ὦ φίλε Φαῖδρε, οὕτω" πτολὺ δ᾽, οἶμαι, 
χαλλέων σπουδὴ zregl αὐτὰ γίγνεται, ὅταν τις τῇ διαλεχτι- 
χῇ τέχνῃ χρώμενος, λαβὼν ψυχὴν προσήχουσαν, φυτεύῃ 
τὲ χαὶ στεείρῃ μετ᾽ ἐπιστήμης λόγους, ol ἑαυτοῖς τῷ τὲ φυ- 
τεύσαντι βοηϑεῖν ἱχανοὶ χαὶ οὐχὶ ἄχαρπτοι ἀλλὰ ἔχοντες 
σπέρμα, ὅϑεν ἄλλοι ἐν ἄλλοις ἤϑεσι φυόμενοι τοῦτ᾽ ἀεὶ 
ἀϑάνατον σιαρέχειν ἱχαγοί, χαὶ τὸν ἔχοντα εὐδαιμογεῖν 
σποιοῦντες εἰς ὅσον ἀνϑρώτεῳ δυνατὸν μάλιστα. 

ΦΑΙ. Πολὺ γὰρ τοῦτ᾽ ἔτι κάλλιον λέγεις. 

62. ΣΩ. Νῦν δὴ ἐχεῖνα ἤδη, ὦ Φαῖδρε, δυνάμεϑα 
χρίνειν, τούτων ὡμολογημένων. 


denden und wiederkehrenden Sonne. 
Man legte Samen in Topferde und 
trieb ihn durch künstliche Wärme 
zu schnellem Keimen und nannte 
diese Gefälse, in denen das frische 
Grün hervorsprofste, Gärten des Ado- 
nis. S. vergleicht mit diesem Spiel 
nicht das Niederschreiben einer Rede 
überhaupt, sondern das Aufzeichnen 


der Reden eines Lysias und anderer 
Rhetoren, die mit ihren Reden ein 
eitles Spiel treiben, weil diese nach 
der Schablone gearbeiteten Reden 
hilfslos sind d. i. sich um die Lo- 
gik, die Dialektik nicht bekümmern, 
Man darf aus dem Kap. nicht heraus- 
lesen, dafs S, die geschriebene Rede 
ansich tadele; es wäre das ein wenig 


ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ. 99 


Ω ΑΙ. Τὰ ποῖα; 

ΣΩ. Ὧν δὴ πέρι βουληϑέντες ἰδεῖν ἀφιχόμεϑα εἰς 
τόδε, ὅπως τὸ “υσίου τε ὄνειδος ἐξετάσαιμεν τῆς τῶν λό- 
γων γραφῆς ττέρι, χαὶ αὐτοὺς τοὺς λόγους οἱ τέχνῃ καὶ 
ἄνευ τέχνης γράφοιντο. τὸ μὲν οὖν ἔντεχνον καὶ μὴ δοχεῖ 
uoı δεδηλῶσϑαι μετρίως. 

DAT: Ἔδοξέ ye δή" στάλιν δὲ ὑπόμνησόν με πῶς. 

ΣΩ. Πρὶν ἂν τις τό τε ἀληϑὲς ἑἕχάστων εἰδῇ ττέρι 
ὧν λέγει ἢ γράφει, κατ᾽ αὐτό τε πᾶν δρίζεσϑαι δυνατὸς 
γένηται, δρισάμενός τὲ στάλιν χατ᾿ εἴδη μέχρι τοῦ ἀτμή- 
τοῦ τέμνειν ἐπτιστηϑῇ᾽ περί τε ψυχῆς φύσεως διιδὼν κατὰ 
ταὐτά, τὸ πιροσαρμόττον ἑἕχάστῃ φύσει εἶδος ἀνευρίσκων, 
οὕτω τιϑῇ καὶ διαχοσμῇ τὸν λόγον, ττοιχέλῃ μὲν ττοικίλους 
ψυχῇ καὶ scavaguoviovg διδοὺς λόγους, ἁπλοῦς δὲ ἁτυλῇ" 
οὐ πρότερον δυνατὸν τέχνῃ ἔσεσθαι χαϑ᾽ ὅσον τιέφυχε 
μεταχειρισϑῆναι τὸ λόγων γένος, οὔτε τι πρὸς τὸ διδάξαι 
οὔτε τι 70008 τὸ σπιεῖσαι, ὡς ὃ ἔμπροσϑεν πᾶς μεμήνυχεν 
ἡμῖν λόγος. 

DAI. Παντάπασι μὲν οὖν τοῦτό γε οὕτω πῶς ἐφάνη. 

63. 22. Τί δ᾽ αὖ περὶ τοῦ καλὸν n αἰσχρὸν εἶναι 
τὸ λόγους λέγειν τε χαὶ γράφειν, χαὶ ὅστῃ γιγνόμενον ἐν 
dien λέγοιτ᾽ ἂν ὄνειδος ἢ μή, aga οὐ δεδήλωχε τὰ λε- 
ka ὀλίγον ἔμτεροσϑεν — 

ΦΑ͂Ι. Τὰ ποῖα; 

ΣΩ. Ὡς εἴτε “υσίας n τις ἄλλος πώτιοτε ἔγραψεν 
ἢ γράψει ἰδίᾳ ἢ δημοσίᾳ νόμους τιϑείς, σύγγραμμα ττολι- 
τιχὸν γράφων χαὶ μεγάλην τινὰ ἐν αὐτῷ βεβαιότητα 
ἡγούμενος “χαὶ σαφήνειαν, οὕτω μὲν ὄνειδος τῷ γράφοντι, 


verständiger Gedanke, des Sokrates 
wie des Plato wenig würdig. Das 

cap. 62 beweist aber auch, dafs 
dieser Gedanke dem 5. durchaus 
fern liegt. Er zieht hier die Nutz- 
anwendung aus dem, was er dar- 
gelegt hat, und wendet seine Sätze 
auf Lysias an, den der cap. 39 ge- 
machte Vorwurf des verächtlichen 
Redeschreibers mit Recht treffe, 


während er die mit wahrer Kunst 
d. i. mit dialektischer Klarheit auf- 
gezeichnete Rede durchaus nicht 
tadelt, wie das ἢ γράφει in den 
ἮΝ πρὶν ἐ ἄν τις τό τε “ἀληϑὲς ἑχά- 
στῶν εἰδῇ πέρι ὧν λέγει ἢ γράφει 
darthut. 

eap. 63. Nur wenn man den 
Gedanken fallen läfst, dafs 5. die 
geschriebene Rede überhaupt ver- 


% 


NAATQNOE 


94 


εἴτε τίς φησιν εἴτε μή" TO γὰρ ἀγνοεῖν ὕπαρ τὲ καὶ ὄναρ 
δικαίων τὲ χαὶ ἀδίχων σιέρι καὶ κακῶν καὶ ἀγαϑῶν οὐχ 
ἐχφεύγει τῇ ἀληϑείᾳ μὴ οὐχ ἐπονείδιστον εἶναι, οὐδὲ ἂν 
ὃ πᾶς ὄχλος αὐτὸ ἐπταινέσῃ. 

DAI. Οὐ γὰρ οὖν. 

ΣΩ. Ὁ δέ γε ἐν μὲν τῷ γεγραμμένῳ λόγῳ περὶ ἕχά- 
στου “ταιδιάν τε ἡγούμενος πτολλὴν ἀναγχαῖον εἶναι. καὶ 
οὐδένα “τώττοτε λόγον ἐν μέτρῳ οὐδ᾽ ἄνευ μέτρου μεγά- 
λης ἄξιον σπουδῆς γραφῆναι, οὐδὲ λεχϑῆναι ὡς οἵ ῥαψῳ- 
δούμενοι ἄνευ avargioews χαὶ διδαχῆς σεξιϑοῦς ἕνεχα 
ἐλέχϑησαν, ἀλλὰ τῷ ὄντι αὐτῶν τοὺς βελτίστους εἰδότων 
ὑπόμνησιν γεγονέναι, ἐν δὲ τοῖς διδασχομένοις χαὶ μα- 
ϑήσεως χάριν λεγομένοις χαὶ τῷ ὄντι γραφομένοις ἐν 
ψυχῇ στερὶ δικαίων τὲ καὶ χαλῶν χαὶ ἀγαϑῶν [ἐν] μόνοις 
τό τὲ ἐναργὲς εἶναι χαὶ τέλεον χαὶ ἄξιον σπουδῆς" δεῖν 
δὲ τοὺς τοιούτους λόγους αὑτοῦ λέγεσθαι οἷον υἱεῖς γνη- 
σίους εἶναι, πρῶτον μὲν τὸν ἐν ἑαυτῷ, ἐὰν εὑρεϑεὶς ἐνῇ, 
ἔπειτα εἴ τινες τούτου ἔχγονοί τε καὶ ἀδελφοὶ ἅμα ἐν 
ἄλλαισιν ἄλλων ψυχαῖς χατ᾽ ἀξίαν ἐνέφυσαν" τοὺς δὲ ἀλ- 
λους χαίρειν ἐῶν --- οὗτος δὲ ὃ τοιοῦτος ἀνὴρ κινδυγεύει, 
ὠ Φαῖδρε, εἶναι οἷον ἐγώ τε χαὶ σὺ εὐξαέμιεϑ᾽ ἂν σέ τε 
χαὶ ἐμὲ γενέσϑαι. 


ΦΑ͂Ι. Παντάπασι μὲν 
εὔχομαι ἃ λέγεις. 


ächtlich ‚ansehe, ‚ist der Schlufssatz 
des 5, ὁ δέ γε ἐν μὲν τῷ γεγραμ- 
μένῳ λόγῳ x. τ. & — für mich 
wenigstens — v erständlich. S. stellt 
hier nur der rhetorischen Rede den 
hohen Wert der dialektischen Rede 
entgegen, seine bisherige Auseinan- 
dersetzung also zusammenfassend. 
Es stehen einander entgegen, ὃ γε- 

α ἕνος λόγος περὶ ἑχάστου, 
hie über ein jegliches. ἃ. h. über 
ein beliebiges Thema in den Rhe- 
torenschulen aufgezeichnete Rede 
(wie die des Lysias), welche not- 
wendig παιδιὰν πολλήν, viel Spiel- 
werk enthalten mufs und die, mag 


5 yr ,η ’ \ 
ovv ἔγωγε βϑουλομαί TE καὶ 


sie in gebundener oder ungebun- 
dener Sprache geschrieben oder ge- 
sprochen sein, so wenig grolsen 
Eifers wert ist, wie die auswendig 
geieenian Vorträge der Rhapsoden, 
ie nur die Menge gewinnen wollen, 
ohne sich um ἀνάκχρισις oder δεδα- 
χή zu kümmern; diein Wahrheit nur 
eine Erinnerung an gelernte Schul- 
formeln (εἰδότα) ist — und οἱ δὲ- 
δασχόμενοι καὶ μαϑήσεως χάριν 
λεγόμενοι καὶ τῷ ὄντι ᾿θαφοιε- 
νοι ἐν woxN λόγοι περὲ δικαίων 
καὶ χαλῶν χαὶ ἀγαϑῶν ἀ. i. die 
Reden, welche, den ersteren ent- 
gegengesetzt, die διδαχὴ und nicht 


DAIAPO2. 95 


64. ΣΩ. Ovxoiv ἤδη neraiodw μετρίως ἡμῖν τὰ 
χερὶ λόγων" χαὶ σύ τε ἐλϑὼν φράζε Avoig, ὅτι γῷ κατα- 
βάντε εἰς τὸ Νυμφῶν νᾶμά τε καὶ μουσεῖον ἠχούσαμεν λό- 
γων, οὲ ἐπέστελλον λέγειν Avoig τε καὶ εἴ τις ἄλλος συντί- 
ϑησι λόγους, χαὶ Ὁμήρῳ χαὶ εἴ τις ἄλλος αὖ ποίησιν ψιλὴν 
ἢ ἐν φδῇ συντέϑειχε, τρίτον δὲ Σόλωνι χαὶ ὅστις ἐν πολιτι- 
χοῖς λόγοις νόμους ὀνομάζων συγγράμματα ἔγραψεν" εἰ μὲν 
εἰδὼς ἡ τὸ ἀληϑὲς ἔχει συνέϑηχε ταῦτα, καὶ ἔχων βοηϑεῖν, 
εἰς ἔλεγχον ἰὼν περὶ ὧν ἔγραψε, χαὶ λέγων αὐτὸς δυνατὸς 
τὰ γεγραμμένα φαῦλα ἀποδεῖξαι, οὔ τι τῶνδε ἐπτωνυμίαν 
᾿ἔχοντα δεῖ λέγεσθαι τὸν τοιοῦτον, ἀλλ᾽ ἐφ᾽ οἷς ἐσπούδαχεν 
ἐχείνων. ᾿ 

(41. Τίνας οὖν τὰς ἐπωνυμίας αὐτῷ γέμεις; 

ΣΩ;. To μὲν σοφὸν, ω Φαῖδρε, καλεῖν ? ἔμοιγε μέγα 
εἶναι δοχεῖ χαὶ ϑεῷ μόνῳ πρέπειν" τὸ δὲ ἢ φιλόσοφον 1 ῃ 
τοιοῦτόν τι ἀδλλᾶν τε ἂν αὐτῷ ἁρμόττοι χαὶ ἐμμελεστέ- 
ρως ἔχοι. 

DAI. Καὶ οὐδέν γε ἄττο τρόπου. 

ΣΩ. Οὐχοῦν av τὸν μὲ ἔχοντα τιμιώτερα ὧν συνέ- 
ϑηχεν ἢ ἔγραψεν ἄνω χάτω στρέφων ἐν χρόνῳ, πρὸς al- 
ληλα κολλῶν τε χαὶ ἀφαιρῶν, δίκῃ που ποιητὴν ἢ λόγων 
συγγραφέα ἢ νομογράφον χεροσερεῖς; 

ΦΑ͂Ι. Τί μήν; 

22. Ταῦτα τοίνυν τῷ ἑταίρῳ φράζε. 

ΦΑ͂Ι. Τί δέ; σὺ og ποιήσεις; οὐδὲ γὰρ οὐδὲ τὸν 
σὸν ἑταῖρον δεῖ τταρελϑεῖν. 

22. Τίνα τοῦτον; 


die εἰδότων ὑπόμνησις, sondern 
die μάϑησις im Auge haben, die 
nicht auf Papier, sondern in die 
Seele geschrieben werden, weil sie 
nicht ein ἕχαστον, sondern ein δὲς 
z0ı0v und χαλὸν und ἀγαϑὸν d. 
i, dialektische Wahrheit behandeln. 

eap. 64. Das πεπαίσϑω ist 
selbstverständlich gemeint, wie das 
frühere παιδίῳ παίζειν d.h. es be- 
deutet nicht : „wir haben gescherzt“, 
sondern wir haben genugsam das 
Reden besprochen und zwar παΐί- 


ζοντες, mit heiterer Miene. Dals 
aber S. den γεγραμμένος λόγος 
an sich nicht tadelt, spricht er hier 
mit den klarsten Wor ten aus, wenn 
er den, ὃς εἰδὼς ἡ τὸ ἀληϑὲς ἔχει 
συνέϑηχε ταῦτα, gleichgiltig, was 
er geschrieben, mit dem gemein- 
samen Ehrennamen φιλόσοφος cha- 
rakterisieren will. — In den W. 
δυνατὸς τὰ γεγραμμένα φαῦλα 
ἀποδεῖξαι ist φαῦλα appositionell 
zu γεγραμμένα — εἰ φαῦλά ἐστιν. 

In dem kurzen schönen Gebete, 


96 ΠΛΑΤΏΝΟΣ ΦΑΙΔΡΟΣ. 


DAI. ‚looxgarn τὸν χαλόν᾽" ᾧ τί ἀτιαγγελεῖς, ὦ Σώ- 
χρατες; τίν᾽ αὐτὸν φήσομεν εἶναι 

ΣΩ. Νέος ἐ ἔτι, ὠ Φαῖδρε, Te ὃ μέντοι μαν- 
τεύομαι xar αὐτοῦ, λέγειν ἐϑέλω. 

®AI. To ποῖον δή; 

ΣΩ. “οχεῖ μοι ἀμείνων ἢ χατὰ τοὺς περὶ Avciav 
εἶναι λόγους τὰ τῆς φύσεως, ἔτι τε ἤϑει γεννικωτέρῳ χε- 
χρᾶσϑαι᾽ ὥστε οὐδὲν ἂν γένοιτο ϑαυμαστὸν τεροϊούσης τῆς 
ἡλικίας εἰ zregl αὐτοὺς τε τοὺς λόγους, οἷς νῦν ἐτειχειρεῖ, 
χιλέον ἢ παίδων διενέγχοι τῶν ττώτπτοτε ἁψαμένων λό- 
γων, ἔτι τὲ εἰ αὐτῷ μὴ ἀποχρήσαι ταῦτα, ἐπεὶ μείζω 
δέ τις αὐτὸν ἄγοι ὁρμὴ ϑειοτέρα" φύσει γάρ, φίλε, 
ἔνεστί τις φιλοσοφία τῇ τοῦ ἀνδρὸς διανοίᾳ. ταῦτα δὴ 
οὖν ἐγὼ μὲν παρὰ τῶνδε τῶν ϑεῶν ὡς ἐμοῖς πταιδικοῖς 
᾿Ισοχράτει ἐξαγγελλῶ, σὺ δ᾽ ἐχεῖνα ὡς σοῖς «Ἰυσίᾳ. 

ΦΑ͂Ι. Ταῦτα ἔσται" ἀλλὰ ἴωμεν, ἐπειδὴ χαὶ τὸ πενῖ- 
γος ἠπιώτερον γέγονεν. 

ΣΩ. Οὐχοῦν εὐξαμένῳ σπιρέτιξι τοῖσδε γτορεύεσϑαι; 

DAI. Τί μήν; 

ER. Ὦ φίλε Πάν τε χαὶ ἄλλοι ὅσοι τῇδε ϑεοί, δοέητέ 
μοι χαλῷ γενέσϑαι τἄνδοϑεν" ἔξωϑεν δ᾽ ὅσα ἔχω, τοῖς 
ἔντος εἶναί μοι φίλια. γελούσιον δὲ γομέξοιμι τὸν σοφόν" 
τὸ δὲ χρυσοῦ σλῆϑος εἴη μοι ὅσον μήτε φέρειν μήτε ἄγειν 
δύναιτ᾽ ἄλλος 1 ἢ ὃ σώφρων. — Ἔτι ἄλλου του δεόμεϑα, ὦ 
Φαῖδρε; ἐμοὶ μὲν γὰρ μετρίως ηῦχται. 

DAI. Καὶ ἐμοὶ ταῦτα συνεύχου" χοινὰ γὰρ τὰ τῶν 
φίλων. 

ΣΩ. Ἴωμεν. 


dessen Anfang in gebundener rt ρυσοῦ πλῆϑος, nach welchem die 


sera Sophisten jagten. Der ironische $, 

REARtuchen ist — ὦ φίλε Πάν δὲ verrätsich noch einmal in der letzten 
RE λος .νὉ Wendung des Gebetes: ro δὲ χρυ- 

PN) | ἄλλοι Ser | at ϑεοί, σοῦ πλῆϑος ein μοι ὅσον μητε 
u Ka  πι γα φέρειν μήτε ἄγειν — δυναίμην 


δοίητέ uoı καλῷ γενέ σϑαι τἄν- würde der gewöhnliche Mensch be- 

ten, statt dessen fällt S. in die schöne 
dose» | — stellt S. den wahren Wendung: δύναιτ᾽ ἄλλος ἢ ὃ σώ- 
Reichtum des Weisengegenüberdem gowr. 


Druck von ὁ, B, Hirschfeld in Leipzig. 


PLATOS 
AUSGEWÄHLTE DIALOGE. 


ERKLÄRT 
VON 


C. SCHMELZER, 


GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN. 


ZWEITER BAND. 


GORGTAS. 


BERLIN 
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. 
1883. 


TOPTIA2 


[ἢ περὶ ῥητορικῆς ἀνατρεπτικός.] 


TA ΤΟΥ͂ ΔΙΑΛΟΓΟΥ͂ HPOZQLA 


KAAAIKAHZ, ΣΩΚΡΑΤΗΣ, 


ΧΑΙΡΕΦΩΝ, TOPTIAZ, ΠΩΛΟΣ. 


- 


1. Πολέμου xai μάχης φασὶ χρῆναι, ὦ Σώκρατες, 


οὕτω μεταλαγχάνειν. 


ΣΩ. AAN ἡ τὸ λεγόμενον χατόπιν ἑορτῆς ἥχομεν 


χαὶ ὑστεροῦμεν; 


Kap. 1. Gorgias von Leontini, 
ein Schüler des berümten Sikelio- 
ten Tisias, war als Redner und als 
Lehrer der Rhetorik berühmter als 
sein Lehrer. Er kam zuerst als Ge- 
sandter seiner Vaterstadtnach Athen, 
um die Hilfe der Athener gegen Sy- 
rakus zu erbitten, bestach die athe- 
nische Bürgerschaft durch den Zau- 
ber seiner Worte und erreichte, was 
er erstrebte. Er kehrte später, wie 
es scheint, öfter nach Athen zurück 
und trat dort als Lehrer der Rhe- 
torik auf: sein berühmtester Schüler 
ist Isokrates gewesen. Als Red- 
ner soll er sich vornehmlich durch 
seine Prunk- und Festreden ausge- 
zeichnet haben. In Athen wohnte 
er, wie wir aus unserem Dialoge 
erfahren, bei Kallikles, einem rei- 
chen Politiker, wie es scheint, mitt- 
leren Alters, der die Lehren des 
Gorgias praktisch zu verwerten 
suchte. Aufser ihm greift in den 
Dialog ein flacher Schüler des Gor- 
gias Polos ein, während dem So- 
krates in Chärephon einer seiner 
begeistertsten Verehrer zur Seite 
steht, jener Athener, welcher, wie 


wir aus der Apologie wissen, das 
Urteil des delphischen Orakels pro- 
vozierte, das den Sokrates den 
weisesten Menschen nannte. 

Über den Ort, an welchen Plato 
den Dialog verlegt, streiten die Er- 
klärer. Einige sagen, das Gespräch 
habe im Hause des Kallikles statt- 
gefunden; andere verlegen es in 
irgend eines der Gymnasien. Plato 
verlegt wohl, wie öfter, den Be- 
ginn des Dialogs auf die Stralse. 
Sokrates und Chärephon begegnen 
dem Gorgias, welcher mit vielen 
Begleitern auf dem Wege nach sei- 
ner Herberge, der Wohnung des 
Kallikles ist, nachdem er irgendwo 
eine Prunkrede gehalten oder eine 
Diskussion glanzvoll siegend zu 
Ende geführt hat. Seine Umge- 
bung ist von seiner Leistung be- 
geistert. Da ruft Kallikles dem So- 
krates in scherzendem Spott zu: „das 
ist die rechte Art, an einem Kampfe 
teilzunehmen : man kommt zu spät“, 
Sokrates pariert den Spott, macht 
aus dem χατόπιν πολέμου zul 
μάχης, das in des Kallikles Wor- 
ten steckt, ein ironisches χατόπιν 


1* 


| 1 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 

| KAA. Kai μάλα γε ἀστείας ἑορτῆς. πολλὰ γὰρ 
χαὶ καλὰ Γοργίας ἡμῖν ὀλίγον πρότερον ἐπεδείξατο. 

| >22. Τούτων μέντοι, ὦ Καλλίκλεις, αἴτιος Χαιρε- 
| φῶν ὅδε, ἐν ἀγορᾷ ἀναγκάσας ἡμᾶς διατρῖψαι. 

ΧΑ͂Ι. Οὐδὲν πρᾶγμα, ὦ Σώκρατες" ἐγὼ γὰρ zul 
ἰάσομαι. φίλος γάρ μοι Γοργίας, ὥστ᾽ ἐπτιδεέξεται ἡ μῖν. 
εἰ μὲν δοκεῖ, νῦν, ἐὰν δὲ βούλῃ, εἰσαῦϑις. 
| KAA. Ti δέ, ὦ Χαιρεφῶν; ἐπιϑυμεῖ Σωκράτης 
| ἀκοῦσαι Γοργίου; 
| ΧΑ]. En’ αὐτό γέ τοι τοῦτο ττάρεσμεν. 

KAA. Οὐκοῦν ὅταν βούλησϑε rag’ ἐμὲ ἥχειν οἴχα- 
de’ παρ᾽ ἐμοὶ γὰρ Γοργίας καταλύει χαὶ ἐπιδείξεται ὑ ὑμῖν. 

32. E λέγεις, ὦ Καλλίκλεις. ἀλλ᾽ ἀρα ἐϑελή- 
σειεν ἂν ἡμῖν διαλεχϑῆναι; βούλομαι γὰρ πυϑέσϑαι rag’ 
αὐτοῦ, τίς ἡ δύναμις τῆς τέχνης τοῦ ἀνδρός, καὶ τί ἐστιν 
ὃ ἐπαγγέλλεταί τε καὶ διδάσκει" τὴν δὲ ἄλλην ἐπίδειξιν 


εἰςραῦϑις, ὥστιερ σὺ λέγεις, τπττοιησάσϑω. 


&oorng. Kallikles wiederum, bei 
Sokrates und Chärephon stehen 
bleibend, nimmt den Ausdruck ξορ- 

τή an und steigert ihn noch durch 
das Beiwort ἀστεῖος; „Und ein gar 
feines Fest war’s! denn einen herr- 
lichen Vortrag hat uns Gorgias eben 
gehalten.“ Seinen Schüler reizend 
sagt Sokrates darauf: „An alle dem 
(τούτων pl.) ist Ghärephon schuld!“ 
und diese Wendung giebt dem Chä- 
rephon Gelegenheit, sarkastisch zu 
sagen: „erudeigereu ἡμῖν „Toe- 
ylas, εἰ μὲν doxel, νῦν, ἐὰν δὲ 
βούλῃ, εἰσαῦϑις, sarkastisch ; denn 
in den Worten liegt: „Gorgias wird 
jederzeit reden, weil er sich gar so 
gern reden hört.“ Diesen Hieb pariert 
nun Kallikles wieder mit der schein- 
bar verwunderten Frage: „Was? 
ein Sokrates begehrt einen Gorgias 
zu hören?“ Mit sehr feiner Wen- 
dung entgegnet Chärephon auf das 
Σωχράτης ἐπιϑυμεῖ mit der ersten 
Person Pluralis: „Gerade zu dem 
Zweck sind wir gekommen!* seil. 


denn wir hatten vernommen, dafs 
Gorgias sich hier wolle hören lassen 
(πάρεσμεν an Stelle des Perfekts 
eines Verbums des Kommens). Dar- 
auf folgt nun die Einladung in 
des Kallikles Wohnung, Worte in 
denen der Infinitiv ἥχειν pro im- 
perativo steht: „Wann ihr wollt, 
wann es euch genehm ist, kommt 
zu mir in meine Wohnung: dort 
soll euch Gorgias, der mein Gast 
ist, einen Vortrag halten“ (ἐπιδείς- 
Sera soll halten). Sokrates nimmt 
die Einladung an, und alle drei lol- 
gen nun dem Gorgias. Die Worte 
von ἀλλ᾽ «oa ἐθελήσειεν ἂν ἡμῖν 
διαλεχϑῆναι an sind als auf dem 
Gange zur nicht fernen Wohnung 
des Kallikles gesprochen zu denken. 
Sokrates sagt, wie er ‚Sich gern 
über das Wesen (εἰς ἡ δύναμις 
τῆς τέχνης) unterrichten möchte, 
weist aber eine ἐπέδειξες zunächst 
zurück, das εἰσαῦϑες des Chäre- 
phon, der mit dem σὺ in ὥσπερ 
σὺ λέγεις gemeint ist, wiederho- 


TOPTIAE. 5 


KAA. Οὐδὲν οἷον τὸ αὐτὸν ἐρωτᾶν, W Σώκρατες. 
χαὶ γὰρ αὐτῷ ἕν τοῦτ᾽ nv ἐπιδείξεως" ἐχέλευε γοῦν νῦν 
δὴ ἐρωτᾶν ὅ τι τις βούλοιτο τῶν ἔνδον ὄντων, καὶ πρὸς 


“ af x I m 
ἅπαντα δφη αἀττοχρινεῖσϑαι. 


“- 


ΣΩ, Ἢ καλῶς λέγεις. ὠ Χαιρεφῶν, ἐροῦ αὐτόν. 


XAl. Ti ἔρωμαι; 
22. "Oorıg ἐστίν. 
XAI. Πῶς λέγεις; 


ΣΩ. Ὥστιερ ἂν. εἰ ἐτύγχανεν ὧν ὑποδημάτων δημι- 
’ \ ’ Ξ 2 2, 
ουργός, ἀττεχρίνατο ἂν δή πού σοι ὅτι σχυτοτόμος" ἢ οὐ 


μανϑάνεις ὡς λέγω; 


2. ΧΑ͂Ι. ἹΠανϑάνω χαὶ ἐρήσομαι. eine μοι, ὦ Γορ- 

ὈΠῸΣ μ 6 
γία, ἀληϑῆ λέγει Καλλικλῆς ὅδε, ὅτε ἐπαγγέλλει ἀπο- 
κρένεσϑαι 6 τι av τίς σε ἐρωτᾷ; 


lend. Die Unterredung schliefst mit 
einem jener derben Scherze, wie 
Sokrates, zumal den Sophisten ge- 
genüber, sie liebt. Kallikles hat 
seinen Meister prahlend gepriesen: 
πρὸς ἅπαντα ἔφη ἀποχρινεῖσϑαι. 
Darauf greift Sokrates ihn nicht 
selbst an, sondern schickt ihm sei- 
nen Schüler zu Leibe. Der ver- 
steht seines Lehrers Ironie wohl, 
bittet aber doch mit dem πῶς AE- 
γεις um eine Erklärung des ὅστις, 
die dann Sokrates in dem derben 
Beispiel vom ὑποδημάτων δημι- 
ουργός, vom Meister Pfriem , wie 
wir wohl sagen würden, giebt. 
Der griechische Dichter — und 
als solcher tritt ja doch Plato hier 
zunächst auf — ist gewöhnt, an 
seine Leser ünd ihre Auffassung 
andere Forderungen zu stellen, als 
der moderne Dichter. Vieles, was 
unser Dichter seinem Dichterwort 
parenthetisch hinzufügt, wie „sie 
bleiben stehen“, „sie gehen wei- 
ter“, hält der Grieche für über- 
flüssig anzudeuten; die Lebendig- 
keit seines Lesers scheint das nicht 
nötig zu haben. Einmoderner Schrift- 
steller würde an den Schlufs in Pa- 
renthese die Worte gesetzt haben: 


„sie sind vor des Kallikles Hause 
angekommen und treten ein.“ 
Kap. 2. Gorgias soll ein nach 
hellenischen Begriffen durchaus ehr- 
bares Leben geführt und deshalb 
unter seinen Zeitgenossen in höhe- 
rer Achtung gestanden haben, als 
viele andere Sophisten. Dafs aber 
Plato in unserem Dialoge ihm mit 
einer besonderen Achtung begegne, 
kann ich nicht finden. Schon dafs 
Sokrates seinen Schüler Chärephon 
auffordert, in einen dialektischen 
Kampf mit Gorgias sich einzulassen, 
zeugt von einer gewissen Gering- 
schätzung des Rhetorikers. Was 
sollte denn auch Plato grofs an 
Gorgias achten? Dafs ein Mann ehr- 
bar lebt, verdient weder heute noch 
verdiente es früher eine besondere 
Hochachtung von seiten gebildeter 
und sittlich hochstehender Männer, 
wie Plato und Sokrates es waren. 
Die ganze Lehre des Gorgias aber, 
ihren philosophischen Inhalt, wie 
ihre technischen Vorschriften, ver- 
achteten Plato und Sokrates nicht 
allein sondern hielten sie geradezu 
für schädlich. In erster Linie führt 
Sokrates in der Apologie gerade den 
Gorgias an, wo erüber dasnaudsvsıw 


6 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


TOP. ᾿Δληϑῆ, ὦ Χαιρεφῶν" 


x - Ἁ 2 \ 
καὶ γὰρ νῦν δὴ αὑτὰ 


ταῦτα ἐπτηγγελλόμην, καὶ λέγω ὅτι οὐδείς μέ πω Br 
τηχὲ χαινὸν οὐδὲν πολλῶν ἐτῶν. 
XAlI. Ἦ που ἄρα ῥᾳδίως ἀποχρινεῖ, ὦ Toeyia. 
TOP. Iegsorı τούτου πεῖραν, ὦ Χαιρεφῶν, λαμι- 


βάνειν. 


ΠΩ 4. Νὴ Δία: ἂν δέ γε βούλῃ, ὦ Χαιρεφῶν, ἐμοῦ. 
Γοργίας μὲν γὰρ καὶ ἀπειρηχκέναι μοι δοχεῖ" πολλὰ γὰρ 


ἄρτι διελήλυϑεν. 


XAI. Τί δέ, ὦ Πῶλε; οἴει σὺ κάλλιον ἂν Γοργίου 


γ ΄, 
αποχρίνασϑαι; 


ΠΩ Δ. Ti δὲ τοῦτο, ἐὰν σοί γε ἱκανῶς; 
XAI. Οὐδέν" ἀλλ᾽ ἐπειδὴ σὺ βούλει, ἀττοχρίνου. 


ΠΩ 4. Ἐρώτα. 

Χ ΑΙ. Ἐρωτῶ δή. 
der Sophisten sich bitier sarkastisch 
äufsert und durchblicken lälst, dafs 
er diese Sophisten für die δια- 
φϑείροντας τοὺς νέους halte. So 
zeigt auch gleich das vorliegende 
Kapitel wenig von einer Hochach- 
tung vor der Person des Gorgias. 
Plato führt ihn ein mit einer alber- 
nen Prahlerei, wie sie in den Worten 
λέγω. ὅτι οὐδείς μέ πω ἠρώτηκχε 
καινὸν οὐδὲν πολλῶν ἐτῶν sogar 
recht derb ausgedrückt ist. Die 
Prahlerei reizt den Chärephon zum 
Spott, wie er hinter dem ῥαδίως 
steckt. 

Der Kampf mit Gorgias findet sein 
Vorspiel in dem Gespräche des CGhä- 
rephon und Polos. Steinhart sagt: 
„Gorgias vertritt dieKunst des Schei- 
nes als Theoretiker, Polos als Tech- 
niker, Kallikles als staatsmännischer 
Praktiker.“ Er thut dem Polos wohl 
zu viel Ehre an. Plato, dünkt mich, 
schildert an Polos, wie des Gor- 
gias Unterricht flache Denker heran- 
zieht und Schwätzer. Schon das 
erste Auftreten empfiehlt den Po- 
los wenig. Ohne ein Wort der 
Entschuldigung schneidet er seinem 
Lehrer das Wort ab, drängt sich 


2. ον [4 ’ > ΄ 
ei Ervyxave 1 ργίας ἐπιστήμων 


vor, Ironisch fragt ihn des Sokra- 
tes Schüler: olsı σὺ χάλλιον ἂν 
Γοργίου ἀποχρίνασϑαι; und bäu- 
risch grob antwortet er: τί τοῦτο, 
ἐὰν σοί γε ἱκανῶς; Der Sokra- 
tiker Chärephon fragt dann ganz 
in der Weise seines Lehrers, führt 
zwei Beispiele an auch mit der 
Breite des Sokrates, um dem Schü- 
ler des Sophisten den Sinn seiner 
Frage klar zu machen. Das derbe 
Beispiel des Sokrates von dem vno- 
δηματων δημιουργός oder ein ähn- 
liches wählt er nicht. Des Sokra- 
tes kräftiger Scherz war auf den 
feingebildeten Kallikles gemünzt: 
dem bäurischen Polos wird ein ἐὰ- 
τρός und ein berühmter ζωγράφος 
vorgehalten ἃ. h. Chärephon spielt 
der "Plumpheit des Polos gegenüber 
den feingebildeten Mann, während 
Sokrates eben dem formgebildeten 
Kallikles gegenüber Derbheit simu- 
liert. Polos macht sich dann schliels- 
lich lächerlich damit, dals er, statt 
auf ‚les Chärephon sehr deutlich 
gebotene Frage logisch richtig zu 
antworten, wie ein unreifer Mensch 
in eine fade Deklamation ausbricht. 
Die Manieriertheit in der Form der 


TOPTIAZ. ἢ 


᾽Ὰ - ΄, {4 ς > \ P} - € ΄ N 
ὧν τῆς τέχνης ἧσπερ ὁ ἀδελφὸς αὐτοῦ Hoodırog, τίνα 
> 2 ’ ,ὔ m 

ἂν αὐτὸν ὠνομάζομεν διχαίως ; οὐχ ὅπτερ ἐκεῖνον; : 


ΠΩ Δ. Πάνυ γε. 


ΧΑ͂Ι. Ἰατρὸν ἄρα φάσχοντες αὐτὸν εἶναι καλῶς ἂν 


ἐλέγομεν. 
ΠΩ. 3. Ναί. 


X4lI Εἰ δὲ γε ἧσπερ “Ἰριστοφῶν ö dykeopavros 
ἢ ὃ ἀδελφὸς αὐτοῦ Eureigog ἣν τέχνης, τίνα ἂν αὐτὸν 


ὀρϑῶς ἐκαλοῦμεν; 


ΠΩ Δ. 4]}ῆλον ὅτι ζωγράφον. 

ΧΑ͂Ι. Νῦν δ᾽ ἐπειδὴ τίνος τέχνης ἐπιστήμων ἐστί, 
τίνα ἂν χαλοῦντες αὐτὸν ὀρϑῶς καλοῖμεν; 

TI2A. Ὦ Χαιρεφῶν, πολλαὶ τέχναι ἐν ἀνϑρώτστοις 
εἰσὶν ἐχ τῶν ἐμττειριῶν ἐμπείρως εὑρημέναι" ἐμτεειρία 
μὲν γὰρ ποιεῖ τὸν αἰῶνα ἡμῶν πορεύεσϑαι χατὰ τέχνην, 


2 ΄, \ \ ΄ 
ἀπειρία δὲ χατὰ τύχην. 


ς , \ ’ 
EXAOTWV δὲ τούτων ueralau- 


βάνουσιν ἄλλοι ἄλλων ἄλλως, τῶν δὲ ἀρίστων οἱ ἄριστοι" 
€ \ ,ὕ N 7 - ’ 
ὧν χαὶ Γοργίας ἐστὶν ὅδε, καὶ μετέχει τῆς καλλίστης 


τῶν τεχνῶν. 
3. 202. Καλῶς γε, 


ὦ Γοργία, φαίνεται Πῶλος παρ- 


ἐσχευάσϑαι εἰς λόγους" ἀλλὰ γὰρ ὃ ὑπέσχετο Χαιρεφῶντι 


οὐ ποιεῖ. 
TOP. Ti μάλισξα, ὦ 


ΣΩ. Τὸ ἐρωτώμενον ο 


γεσϑαι. 


Σώχ κρατες; 
Urn 


ἄγυ uoı φαίνεται ἀποχρί- 


TOP. Alla σύ, εἰ βούλει, ἐροῦ αὐτόν. 


Antwort, das nichtssagende Spiel 
mit dem Stamm πειρ —, mit dem 
χατὰ τέ; γην und κατὰ τύχην, dem 
ἄλλοι ἄλλων ἄλλως u. 5. w. liegt 
auf der Hand. In Parenthese könnte 
nach dieser Leistung stehen: So- 
krates und Ghärephon sehen sich 
lächelnd an und zucken die Ach- 
seln, Polos blickt triumphierend im 
Kreise herum, als habe er dem Chä- 
rephon gehörig heimgeleuchtet. 
Kap. 3. Gorgias wird ungefähr 
charakterisiert wie ein älterer Bru- 


der des Polos: er begreift ebenso 
wenig, wie dieser, und übertrifft 
ihn an Selbstgefälligkeit und prah- 
lerischem Wesen. Des Sokrates 
Hohn, der in den Worten παρα- 
σχευάσϑαι εἰς λόγους „dressiert 
sein auf Worte“ liegt, versteht er 
offenbar nicht; die Frage, welche 
Chärephon dem Polos vorgelegt hat, 
hat auch er nicht verstanden, wie 
sein τί μάλιστα „warum, wie so 
in aller Welt?“ zeigt und die ver- 
legenen Worte ΦΩ͂Σ σύ, εἰ βούλει, 


8 IAATQNOZ 


2. Οὔκ, ei αὐτῷ γε σοὶ βουλομένῳ ἐστὶν ἄττοχρί- 
veodaı, ἀλλὰ πολὺ ἂν ἥδιον σέ. δῆλος γάρ μοι Πῶλος 
χαὶ ἐξ ὧν εἴρηχεν, ὅτι τὴν καλουμένην δητορικὴν μᾶλλον 
μεμελέτηχεν ἢ διαλέγεσϑαι. 

ΠΩ... Τί δή, ὦ Σώχρατες; 

ΣΩ, Ὅτι, ὦ Πῶλε, ἐρομένου Χαιρεφῶντος τίνος 
Γ οργίας ἐτειστήμων τέχνης, ἐγκωμιάζεις μὲν αὐτοῦ τὴν 
τέχνην WOTTEQ τινὸς ψέγοντος, ἥτις δέ ἐστιν οὐχ ἀττεχρίνω. 

TI2A. Οὐ γὰρ ἀπεκρινάμην ὅτι εἴη ἡ καλλίστη; 

ΣΩ,. Καὶ μάλα γε. ἀλλ᾽ οὐδεὶς ἠρώτα zcoia τις εἴη 
ἡ Γοργίου τέχνη, ἀλλὰ τίς καὶ ὅντινα δέοι χαλεῖν τὸν 
Γοργίαν: ὥστεερ τὰ ἔμπροσθέν σοι ὑπετείνατο Χαιρε- 
φῶν καὶ αὐτῷ χαλῶς χαὶ διὰ βραχέων ἀπεχρένω" καὶ 
γῦν οὕτως εἰττὲ τίς ἡ τέχνη καὶ τίνα Γοργίαν χαλεῖν χρὴ 
ἡμᾶς. μᾶλλον δέ, ὦ Γοργία, αὐτὸς ἡμῖν eine, τίνα σε 


χρὴ καλεῖν ὡς τίνος ἐπιστήμονα τέχνης. 

TOP. Τῆς δητορικῆς, ὦ Σώκρατες. 

ΣΩ, Ῥήτορα ἄρα χρή σε καλεῖν; 

TOP. ᾿ΑΙγαϑόν γε, ὦ Σώκρατες, εἰ δὴ ὅ γε εὔχομαι 
εἶναι, ὡς ἔφη Ὅμηρος, βούλει us καλεῖν. 


22. ᾿Αλλὰ βούλομαι. 


ἐροῦ αὐτόν, mit denen er auszu- 
weichen sucht, am besten beweisen. 
Die folgende Aufklärung über die 
Frage des Chärephon und die Ant- 
wort des Folos trifft mit um so 
feinerem Spott den Gorgias, wenn 
sie auch an die Adresse seines Schü- 
lers, der sich noch einmal vordrängt, 
gerichtet ist. Sokrates nennt die 
Kunst des Gorgias eine χαλουμένη 
ῥδητοριχή, eine sogenannte Rede- 
kunst, die es aber in Wahrheit nicht 
ist, und stellt ihr die διαλεχτική 
entgegen, die Kunst, auf eine Frage 
mit einer dialektischen, logischen, 
verständigen Antwort einzugehen. 
Aber selbst nach dem ἐγχωμιάζεις 
μὲν τὴν τέχνην, ἥτις δέ ἐστιν οὐχ 
απεχρίνω, womit doch das Mangel- 
hafte in des Polos Antwort so klar 


offenbart wird, begreifen die beiden 
sophistischen Helden noch nicht, 
worauf es ankommt; Sokrates muls 
dem Polos erst den Unterschied 
zwischen dem τίς und dem ποῖος 
vor die Augen halten, ehe es bei 
ihnen anfängt zu dämmern. Sokra- 
tes weist dann auch den Polos wie 
einen Schulknaben ab, wartet seine 
Antwort nicht ab, sondern zeigt 
ihm den Rücken und bittet den Gor- 
gias selbst zu antworten. Das ist 
des Polos gerechte Strafe. Den 
Gorgias schildert dann Plato zu- 
nächst als Gecken und Schwätzer. 
Eitelkeit läfstihn das Epitheton «ye«- 
$0» γε aussprechen und Schwatz- 
haftigkeit, die Neigung, viel Worte 
zu machen, diktiert ihm die Phrase 
εἰ δὴ ὃ γε εὔχομαι x. τ. δ. Schwatz- 


TOPTIAZ. 9 


TOP. Kakeı δή. 

ΣΩ. Οὐχοῦν καὶ ἄλλους σε φῶμεν δυνατὸν εἶναι 
χοιξῖν; 

TOP. Ἐπαγγέλλομαί γε δὴ ταῦτα οὐ μόνον ἐνθάδε 
ἀλλὰ χαὶ ἄλλοϑι. 

ΣΩ, ἾΑρ᾽ οὖν ἐθϑελήσαις ἄν, ὦ Γοργία, ὥσπερ νῦν 
διαλεγόμεϑα, διατελέσαι τὸ μὲν ἐρωτῶν, τὸ δ᾽ ἀποκρινό- 
μενος, τὸ δὲ μῆκος τῶν λόγων τοῦτο, οἷον καὶ Πῶλος 
ἤρξατο, εἰσαῦϑις ἀποθέσθαι; ἀλλ᾽ ὅττερ ὑπισχνεῖ, μὴ 
ψεύσῃ, ἀλλὰ ἐϑέλησον κατὰ βραχὺ τὸ ἐρωτώμενον ἄπο- 


χρίνεσϑαι. 


TOP. Εἰσὶ μέν, ὦ Σώχρατες, ἔνιαι τῶν ἀπτοχρίσεων 
ἀναγκαῖαι διὰ μαχρῶν τοὺς λόγους σοιεῖσϑαι" οὐ μὴν 
ἀλλὰ πειράσομαί γε ὡς διὰ βραχυτάτων. καὶ γὰρ αὖ 
χαὶ τοῦτο ἕν ἐστιν ὧν φημί, μηδένα ἂν ἐν βραχυτέροις 


2 - x P} x ΡῚ] -» 
ἑμοὺ τὰ αὐτὰ ELITE. 


ΣΩ. Τούτου μὴν δεῖ, ὦ Γοργία" καέ μοι ἐπίδειξιν 
αὐτοῦ τούτου ποίησαι, τῆς βραχυλογίας, μαχρολογέας δὲ 


εἰσαῦϑις. 


TOP. ᾿Αλλὰ ποιήσω, καὶ οὐδενὸς φήσεις βραχυλο- 


ωὠτέρου ἀχοῦσαι. 
> 


haft überflüssig ist ebenso der Zu- 
satz zu dem ἐπαγγέλλομαι δὴ ταῦ- 
τα, die Worte οὐ μόνον ἐνθάδε 
ἀλλὰ καὶ ἄλλοϑι. Sokrates sucht 
sich dann auch weitere Schwätze- 
reien fern zu halten mit der Auf- 
forderung τὸ μῆκος εἰσαῦϑις ἀπο- 
ϑέσθαι „die Langatmigkeit auf eine 
bessere Stunde’zu verschieben“, wie 
wir vielleicht sagen würden. Aber 
die Bitte, möglichst kurz zu ant- 
worten, weckt zunächst wieder ein 
Schwatzen bei Gorgias: den faden 
Gedanken, dafs einige Gegenstände 
einer langen Auseinandersetzung be- 
dürfen, andere sich mit kurzem Wort 
begnügen können, kleidet er in Phra- 
sen, wendet eine seltenere Aus- 
drucksweise an mit dem εἰσὲ μὲν 
ἔνιαι ἀναγκαῖαι ποιεῖσθαι, sagt 


ἔνιαι τῶν ἀποχρίσεων statt ἔνιαι 
ἀποκρίσεις und gebraucht statt 
eines einfachen Verbums die Phrase 
τοὺς λόγους ποιεῖσϑαι, wie etwa 
der nach ähnlicher Ausdrucksweise 
haschende Phädrus im Beginne des 
seinen Namen tragenden Dialogs 
τοὺς περιπάτους ποιεῖσθαι statt 
περιπατεῖν sagt. Der Schwätzerei 
folgt dann wieder die „geckenhafte 
Versicherung, μηδένα ἂν ἐν βραχυ- 
τέροις ἐμοῦτὰ αὐτὰ εἰπεῖν, diesich 
in noch stärkeren Farben in dem 
καὶ οὐδενὸς φήσεις βραχυλογω- 
τέρου ἀκοῦσαι wiederholt, weil 
Gorgias den Hohn in den Worten 
des Sokrates ἐπίδειξιν τούτου ποί- 
ησαι, τῆς βαραχυλογίας „zeige ein- 
mal deine Vortragskunst in der Bra- 
chylogie“ nicht verstanden hat. 


eu τὸν 


10 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


4. ΣΩ. Φέρε δή" δητορικῆς γὰρ φὴς ἐπιστήμων 
τέχνης εἶναι χαὶ ποιῆσαι ἂν χαὶ ἄλλον δήτορα᾽ ἡ δητο- 


ρεκὴ περὶ τί τῶν ὄντων τυγχάνει οὖσα; 
τικὴ τιερὶ τὴν τῶν ἱματίων ἐργασίαν" 


TOP. Ναί. 

ΧΡ 
ποίησιν ; 

TOP... Nat. 


a ς ς 
ὥσττερ ἢ Ὁφαν- 
ἢ γάρ; 


> - \ c \ \ x > - 
Οὐχοῦν χαὶ ἢ μουσιχὴ περὶ τὴν τῶν μελῶν 


ΣΩ. Νὴ τὴν Ἥραν, w Γοργία, ἄγαμαί γε τὰς ἀπο- 
χρίσεις, ὅτι ἀποκχρίνει ὡς οἷόν τὲ διὰ βραχυτάτων. 
TOP. Πάνυ γὰρ οἶμαι, ὦ Σώχρατες, ἐπιεικῶς τοῦτο 


zroLeiv. 


32. Ev λέγεις. 


yr ΄ 2 ’, «“ x 
ἴϑι δή μοι ἀπόχριναι οὕτω xal 


περὶ τῆς ῥητοριχῆς, περὶ τέ τῶν ὄντων ἐστὶν ἐτειστήμη; 


TOP. Περὶ λόγους. 
zn. 


Ποίους τούτους, ὦ Topyia; apa οἱ δηλοῦσι 


΄ ς , ’ 
τοὺς χάμνοντας, ὡς ἂν διαιτώμενοι ὑγιαίνοιεν; 


ΤΩΡ δ, 

22. 
gun ἔστιν. 

IFP. Οὐ δῆκα, 


Kap. 4. Im folgenden treibt So- 
krates, so zu sagen, ein dialekti- 
sches Spiel mit seinem Gegner und 
behandelt ihn stellenweis wie ei- 
nen unreifen und eitelen Knaben. 
Er giebt zunächst, wie Chärephon 
oben dem Polos, so auch des Po- 
los Meister zwei Beispiele, als 
müsse er ihn wie einen Anfänger 
in der Dialektik behandeln, das von 
der Webekunst und das von der 
μουσικὴ τέχνη, die es mit den μέλη; 
den Melodieen, den Sangesweisen 
zu thun habe. Gorgias” erwidert 
so kurz als möglich, zweimal nur 
mit einem γαί. Es kostet dem So- 
krates aber nur einen ironischen 
Scherz, wie ihn die Worte vn τὴν 
Hoav x. τ. ὃ. bieten — warum 80- 
krates hier die Hera gerade anruft, 
vermag ich nicht zu entscheiden —, 


Οὐχ ἄρα τιερὶ sravrag γε τοὺς λόγους ἣ δητο- 


und mit der komischen Brachylo- 
gie des Gorgias hat es ein Ende; 
er fällt mit dem πάνυ γὰρ οἶμαι, 
© D., ἐπιεικῶς τοῦτο ποιεῖν voll- 
ständig aus der Rolle; denn die 
Worte sind keine Brachylogie. Gor- 
gias läfst dann eine einfältige Ant- 
wort folgen, wenn er sagt: ἢ δη- 
τοριχὴ περὲ λόγους ἐστὲν ἐπι- 
στήμη, die aus dem kurzen, osten- 
tativen περὲ λόγους heraus noch 
einfältiger klingt, eine Einfalt, die 
sich mit der Kunst der Brachylogie 
brüstet. Noch lächerlicher klingen 
die folgenden kurzen Antworten 
οὔ, οὐ δῆτα, ναί ἃ. 8. W., weil 
Gorgias mit ihnen langsamen, aber 
sicheren Schrittes die Haltlosigkeit 
seiner Definition der Rhetorik be- 
stätigt und über der Freude an sei- 
nen kurzen und dabei doch, weil 


TOPTIAE. 11 


22. ᾿Αλλὰ μὴν λέγειν γε ποιεῖ δυνατούς. 


TOP. Ni. 


ΣΩ. Οὐκοῦν περὶ ὥνπερ λέγειν, καὶ φρονεῖν; 


TOP. Πῶς γὰρ οὔ; 


= 53 [5 - ͵ ς \ 
>32. Ao’ οὖν, ἣν νῦν δὴ ἐλέγομεν, ἡ ἰατρικὴ zreol 
τῶν χαμνόντων τιοιεῖ δυνατοὺς εἶναι φρονεῖν καὶ λέγειν; 


ΦΟΥ, Avayan. 


ZT. Καὶ ἡ ἰατρικὴ ἄρα, ὡς ἔοιχε, περὶ FERSERTE ἐστίν. 


ΓΟΡ. Ναί. 


ΣΩ. Τούς γε περὶ τὰ νοσήματα; 


TOP. Μάλιστα. 


> 


> - \ ς \ x [4 2 x 
ΣΩ. Οὐκοῦν χαὶ ἡ γυμναστιχὴ περὶ λόγους ἐστὶ 


τοὺς τιερὶ εὐεξίαν TE τῶν σωμάτων χαὶ χαχεξίαν; 


TOP. Ilavv γε. 


22. Kai μήν καὶ ai ἄλλαι τέχναι, ὦ Γοργία, οὕτως 
ἔχουσιν" ἑχάστη αὐτῶν περὶ λόγους ἐστὶ τούτους, οἱ τυγ- 
χάνουσιν ὄντες περὶ τὸ τορᾶγμα, οὗ ἑκάστη ἐστὶν ἡ τέχνη. 


TOP. Φαίνεται. 


ΣΩ. Τί οὖν δή ποτε τὰς ἄλλας τέχνας οὐ δητορι- 
χὰς καλεῖς, οὔσας περὶ λόγους, εἴπτερ ταύτην ῥητορικὴν 


= a 2 Ύ \ [4 
zaheig, n ἂν ἢ περὶ λόγους; 


sie nur bekräftigen, was der Geg- 
ner bekräftigt wissen will, über- 
flüssigen Antworten — ein Kopf- 
nicken würde dasselbe gesagt haben 
— gar nicht zu merken scheint, 
wohin sein Fahrzeug steuert. So- 
krates dagegen spielt wieder mit 
ihm, wie die Katze mit der Maus; 
er ist nicht zufrieden mit der er- 
sten, für den Gedankengang ‚voll- 
ständig genügenden Frage: do’ οὐν 
ἡ ἰαχτρικὴ — φρονεῖν zul λέγειν; 
sondern läfst den Gorgias seine bra- 
chylogische Kunst mehrfach zum 
besten geben, bis er schliefslich 
dem abschliefsenden Gedanken des 
Sokrates gegenüber (ἑχάστη αὐτῶν 
περὶ λόγους ἐστίν) in seiner bra- 
chylogischen Antwort, weil ihm 
nachgerade ein Licht aufgeht, doch 
etwas zaghafter wird und von dem 


ἀνάγκη, μάλιστα, πάνυ γε zu dem 
φαίνεται herabsteigt. Sobald dann 
Gorgias. mit mehr "als einem nur 
zustimmenden Worte erwidern soll, 
sobald die Antwort einen eigenen 
Gedanken erheischt, fällt die Bra- 
chylogie, deren er sich eben so laut 
rühmte, ins Wasser, zieht sich vor 
der Makrologie vollständig zurück. 
Die Breite der Antwort, welche Gor- 
gias auf des Sokrates letzte Frage 
erteilt, ist begründet in der Unklar- 
heit des Gedankens derselben, in 
der Unbestimmtheit des Gedankens, 
Dem Gorgias schwebt etwa der Ge- 
danke vor: die Rhetorik allein von 
allen τέχναι hat es nur mit den 
λόγοι zu thun. Aber ängstlich ge- 
macht durch die Art, wie er ad ab- 
surdum geführt ist, meidet er offen- 
bar anfangs die erste Antwort περὶ 


— ee ὦ, τσ --.-- 


12 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


TOP. Ὅτι, ὦ Σώχρατες, τῶν μὲν ἄλλων τεχνῶν 
σεερὶ χειρουργίας τε χαὶ τοιαύτας τιράξεις, ὡς ἔπος εἰπεῖν, 
rr&oa ἐστιν 9) ἐπιστήμη, τῆς δὲ ῥητορικῆς οὐδέν ἐστι 
τοιοῦτον χειρούργημα, ἀλλὰ πᾶσα ἡ πρᾶξις καὶ ἡ κύρωσις 


διὰ λόγων ἐστί. 


διὰ ταῦτ᾽ ἐγὼ τὴν ῥητορικὴν τέχνην 


2 - 5 \ [4 2 - ,ὕ ς 2 ΄ 
ἀξιῶ εἶναι περὶ λόγους, ὀρϑῶς λέγων, ὡς ἐγώ φημι. 

9. ΣΩ, ᾿Αρ᾽ οὖν μανϑάνω οἵαν αὐτὴν Bolkeı καλεῖν; 
τάχα δὲ εἴσομαι σαφέστερον. ἀλλ᾽ ἀπόκριναι" εἰσὶν ἡμῖν 


τέχναι. ἢ γάρ; 


TOP Net 


Z2. Πασῶν δέ, οἶμαι, τῶν τεχνῶν τῶν μὲν ἐργασία 

x ’ 2 \ ’ [4 [4 ΡῈ x 2 
τὸ πολύ ἔστι καὶ λόγου βραχέος δέονται, ἔνιαι δὲ οὐδε- 
γός, ἀλλὰ τὸ τῆς τέχνης περαίνοιτο ἂν χαὶ διὰ σιγῆς, 


λόγους und macht daraus eine πρᾶ- 
&c διὰ λόγων, diesen Ausdruck 
durch den Zusatz χαὲ ἡ χύρωσις 
unnötig erweiternd. Ebenso ist er 
augenscheinlich nicht imstande, den 
Unterschied der übrigen Künste von 
der Rhetorik scharf zu begrenzen, 
daher die breiten Zusätze, zu χει- 
oovoylag das χαὶ τοιαύτας πρᾶ- 
ἔεις und zu πᾶσα das ὡς ἔπος 
εἰπεῖν. Aus den Schlufsworten des 
Gorgias διὰ ταῦτ᾽ ἐγώ x.r.&. spricht 
wohl eine gewisse Empfindlichkeit, 
wie die letzten Worte ὀρϑῶς λέ- 
γων, ὡς ἐγώ φημι, zumal das ἐγώ 
anzudeuten scheinen. 

Kap. 5. Trotz seiner Empfind- 
lichkeit ist Gorgias dem Sokrates 
segenüber nicht vorwärts gekom- 
men: er ist zu seinem περὲ λόγους 
zurückgekehrt, hat nur eingestehen 
müssen, dals diese erste brachylo- 
gische Antwort ganz und gar nicht 
genügte, sondern wenigstens einer 
weiteren Erklärung bedurfte. Dals 
Sokrates diese Erklärung für un- 
genügend hält, deutet er mit der 
Frage an ἀρ᾽ οὖν μανϑάνω x.T. £., 
mit welcher er sich gewissermalsen 
die Erlaubnis zu ferneren Fragen 
erbittet: „habe ich begriffen, was 
du meinst? Ich will es gleich ge- 


wils erfahren, wenn du mir ant- 
worten willst.“ Das ist wohl der 
Sinn der ersten Worte des Sokra- 
tes. Nun scheint sich nach des 
Sokrates folgenden Reden dergrofse 
sieilische Rhetor in den Ausdrücken 
etwas vergriffen zu haben, wenn 
auch vielleicht nicht in der Weise, 
wie der Scholiast meint, der yeı- 
ρούργημα und χύρωσις für sicili- 
sche Provinzialismen erklärt. Die 
Ausdrücke χειρουργία und χει- 
ρούργημα sind wohl vielmehr, wie 
ja auch der Zusatz des ersteren χαὲ 
τοιαύτας πράξεις darthut, zu un- 
bestimmt, unklare Ausdrücke für 
den nicht genug klaren Gedanken, 
und darum setzt Sokrates das tref- 
fende ἐργασία für sie ein. In dem 
κύρωσις aber hat sich Gorgias in 
der That wohl vergriffen, gewöhnt, 
sich durch den Gleichklang: leiten 
zu lassen, dem πρᾶξεις zu Liebe 
das χύρωσις statt des χῦρος, wel- 
ches Sokrates an seine Stelle setzt, 
gebraucht. Sokrates korrigiert also 
seinem Gegner wieder, wie einem 
Schüler, den Ausdruck. In dem Ge- 
danken, welchen er entwickelt, spielt 
er wieder mit ihm. Er führt zu- 
erst einige Künste an, die des Wor- 
tes wenig bedürfen, um sich als 


TOPTIAZ. 13 


οἷον γραφικὴ καὶ ἀνδριαντοποιίέα χαὶ ἄλλαι πολλαί. τὰς 
τοιαύτας μοι δοχεῖς λέγειν, περὶ ἃς οὐ φὴς τὴν δητορῖ- 
κὴν εἶναι" ἢ οὔ; N 

TOP. Πάνυ μὲν οὖν χαλῶς ὑπολαμβάνεις, ὦ Σώ- 
κρατες. 

ΣΩ, Ἕτεραι δέ γέ εἰσι τῶν τεχνῶν αἵ διὰ λόγου 
πᾶν περαίνουσι, χαὶ ἔργου, ὡς ἔπος εἰττεῖν, ἢ οὐδενὸς 
προσδέονται. ἢ βραχέος πάνυ, οἷον ἀριϑμητιχὴ καὶ λογε- 
στικὴ χαὶ γεωμετρικὴ καὶ πιεττευτιχή γε καὶ ἄλλαι ττολ- 
λαὶ τέχναι, ὧν ἔνιαι σχεδόν τι ἴσους τοὺς λόγους ἔχουσι 
ταῖς πράξεσιν, αἱ δὲ τεολλαὶ πλείους χαὶ τὸ παράτταν 
πᾶσα ἢ πρᾶξις καὶ τὸ κῦρος αὐταῖς διὰ λόγων ἐστί. 
τῶν τοιούτων τινά μοι δοκεῖς λέγειν τὴν δητορικήν. 

TOP. Δ4ληϑῆ λέγεις. 

ΣΩ. AN οὔτοι τούτων γε οὐδεμίαν οἶμαί σε βού- 
λεσϑαι ῥητορικὴν καλεῖν, οὐχ ὅτι τῷ ῥήματι οὕτως εἶπες, 
ὅτι ἡ διὰ λόγου τὸ χῦρος ἔχουσα ῥητοριχή ἔστι, καὶ ὑπο- 
λάβοι ἄν τις, εἰ βούλοιτο δυσχεραίνειν τοῖς λόγοις, τὴν 
ἀριϑμητικὴν ἄρα δητορικήν, ὦ Γοργία, λέγεις; ἀλλ᾽ οὐκ 
οἶμαί σε οὔτε τὴν ἀριϑμητικὴν οὔτε τὴν γεωμετρίαν ῥη- 
τορικὴν λέγειν. 

TOP. Ὀρϑῶς γὰρ οἴει, ὦ Σώχρατες, χαὶ διχαίως 
ὑπολαμβάνεις. 


Künste zu dokumentieren, Künste sich ausspricht, versteht dann Gor- 
also, die dem Gorgias in seinen gias wieder nicht. S. sagt: „Deine 


Kram passen und zu denen er auch, 
in seiner Befriedigung die Brachy- 
logie wieder einmal vergessend, mit 
vollen Worten: „ja“ sagt. Dann 
folgt aber der Schlag nach. Statt 
der obigen zwei Künste, die neben 
den ἄλλαι πολλαί Sokrates auf- 
führte, zählt er jetzt in einem Atem 
vier auf, die es in hervorragendem 
Mafse mit den λόγοι zu thun ha- 
ben. Da wird denn die Zustim- 
mung des Gegners wieder knapper: 
ἀληϑῆ λέγεις. Den köstlichen Hu- 
mor, die eigentlich derbe Ironie, 
die in den letzten Worten des So- 
krates (ἀλλ᾽ οὔτοι τούτων κχ.τ. }.) 


Worte freilich passen auf jede der 
eben erwähnten Künste; aber du 
hast ja natürlich es nicht so ge- 
meint, wie du es ausgedrückt hast; 
nein, nein, du hälst gewils weder 
die Arithmetik noch die Geometrie 
für Rhetorik.“ (Οὐχ ὅτι τῷ ῥδή- 
ματι οὕτως εἶπες quamquam ver- 
bis ita dixisti, Heindorf). Gorgias 
nimmt, wie ein Knabe an, dafs So- 
krates’ Rede ihm günstig sei, und 
antwortet deshalb mit ‚zweifacher 
Zustimmung: 00905 οἴει und δι- 
καίως ὑπολαμβάνεις. Und gegen 
einen Mann, den Plato so schildert, 
soll er Hochachtung zeigen? — 


14 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


6b. ΣΩ, Ἴϑϑι νῦν χαὶ σὺ τὴν ἀπόχρισιν ἣν ἠρόμην 
διαπέρανον. ἐπεὶ γὰρ ἡ ῥητορικὴ τυγχάνει μὲν οὖσα 
τούτων τις τῶν τεχνῶν τῶν τὸ πολὺ λόγῳ χρωμένων, 
τυγχάνουσι δὲ χαὶ ἄλλαι τοιαῦται οὖσαι, χεξιροῦ εἰπεῖν, 
ἡ περὶ τί ἐν λόγοις τὸ κῦρος ἔχουσα ῥητοριχή ἔστιν. 
ὥσπερ ἂν εἴ τις μὲ ἔροιτο ὧν νῦν δὴ ἔλεγον περὶ ἥστι- 
νοσοῦν τῶν τεχνῶν" ὦ Σώχρατες, τίς ἐστιν ἡ ἀριϑμη- 
τικὴ τέχνη; εἴπιοιμ᾽ ἂν αὐτῷ, ὥσττερ σὺ ἄρτι, ὅτι τῶν 
διὰ λόγου τις τὸ χῦρος ἐχουσῶν" καὶ εἴ μὲ ἐπανέροιτο" 
τῶν περὶ τί; εἴποιμ᾽ ἂν ὅτι τῶν περὶ τὸ ἄρτιόν τε χαὶ 
περιττὸν ἰγνῶσις), ὅσα ἂν ἑκάτερα τυγχάνῃ ὄντα. εἰ ὃ 
av ἔροιτο" τὴν δὲ λογιστικὴν τίνα καλεῖς τέχνην; εἴποιμ᾽ 


” 
av ὅτι χαὶ αὕτη ἐστὶ τῶν λόγῳ TO ray χυρουμένων" καὶ 


εἰ ἐπανέροιτο" ἡ περὶ τί; 


» Ἂν; (ὦ τ - 
ξίποιμ. UVP WOTTEO Οἱ ἕν τῷ 


δήμω συγγραφόμενοι, ὅτι τὰ μὲν ἄλλα χαϑάπερ ἡ ἀριϑ- 
μητικὴ ἡ λογιστικὴ ἔχει" περὶ τὸ αὐτὸ γάρ ἔστι, τό Te 
ἄρτιον χαὶ τὸ περιττόν" διαφέρει δὲ τοσοῦτον, ὅτι xal 
πρὸς αὑτὰ καὶ πρὸς ἄλληλα :τῶς ἔχει πλήϑους ἐπισκοτεῖ 
τὸ περιττὸν χαὶ τὸ ἄρτιον ἡ λογιστιχή. xal εἴ τις τὴν 
ἀστρονομίαν ἀνέροιτο, ἐμοῦ λέγοντος ὅτε χαὶ αὕτη λόγῳ 
κυροῦται τὰ πάντα, οἱ δὲ λόγοι οἵ τῆς ἀστρονομίας, ei 
φαίη, περὶ τί εἰσιν, ὦ Σώκρατες; εἴποιμ᾽ ἂν ὅτι περὶ 
τὴν τῶν ἄστρων φορὰν καὶ ἡλίου χαὶ σελήνης, τεῶς πρὸς 


ἀλληλα τάχους ἔχει. 


Ich habe nach den meisten Hand- 
schriften δυσχεραίνειν τοῖς λόγοις 
statt ἐν τοῖς λόγοις geschrieben; 
denn die Bedeutung „Ärgernis neh- 
men an den Worten“ scheint mir 
hier recht gut am Platze zu sein. 

Kap. 6. Sokrates legt dem Gor- 
gias den Inhalt, den Gedanken sei- 
ner Frage mit gröfster Klarheit dar, 
so dals auch ein wenig geübter Dia- 
lektiker ihren Sinn fassen mülste. 
Er giebt drei Beispiele an drei nahe 
verwandten τέχναι, der agudunrien 
der λογιστιχή und der ἀστρονο- 
μία und definiert die drei so, dafs 
er sagt, die ἀριϑμητική sei die 


Kunst, ἢ διὰ λόγου τὸ κῦρος ἔχει 
περὲ τὸ ἄρτιόν TE καὶ περιττὸν, 
die λογιστική diejenige, 7 τὸ do- 
τιον χαὶ τὸ περιττὸν ἐπισχοπεῖ 
πῶς πλήϑους ἔχει χαὶ πρὸς αὑτὰ 
καὶ πρὸς ἄλληλα, die Astronomie 
endlich fasse in ihren Beziehungen 
zur Zahl ins ‚Auge, πῶς τάχους 
τὰ ἄστρα πρὸς ἄλληλα ἔχει. Und 
diese umständliche Klarstellung der 
Frage, was erzielt sie für eine Ant- 
wort seitens des Gorgias? Die Ant- 
wort des’Gorgias ist die Zwillings- 
schwester von der des Polos aus 
dem 2. Kapitel: χαὲ μετέχει τῆς 
χαλλίστης τῶν τεχνῶν, nur ist sie 


TOPTIAR. 15 


TOP. Ὀρϑῶς γε λέγων σύ, ὦ Σώχρατες. 

ER: I$ δὴ χαὶ σύ, ὦ Γοργία. τυγχάνει μὲν γὰρ 
δὴ ἡ ῥητορικὴ οὖσα τῶν λόγῳ τὰ πιάντα διαπραττομένων 
TE χαὶ κυρουμένων τις" ἡ γάρ; 


TOP. Ἔστι ταῦτα. 


ΣΩ. Atye δὴ τῶν περὶ — τέ ἐστι τοῦτο τῶν ὄντων, 
χἥ τ [4 T “ 
περὶ οὗ οὗτοι οἱ λόγοι εἰσίν, οἷς ἡ ῥητορικὴ χρῆται; 
TOP. Τὰ μέγιστα τῶν ἀνϑρωττείων πραγμάτων, ὦ 


τ [4 \ ” 
Σώχρατες, Kal ἀριστα. 


7. ΣΩ. AM), ὦ Γοργία, ἀμφισβητήσιμον χαὶ τοῦτο 


λέγεις χαὶ οὐδέν σττω σαφές. 


οἴομαι γὰρ σε ἀχηχοέναι 


- ’ 2 ΄ - 
ἐν τοῖς συμποσίοις ἀδόντων ἀνϑρώπων τοῦτο τὸ σχολιόν, 
᾿ 2 ’ 
ἐν ᾧ καταριϑμοῦνται ἄδοντες, ὅτι ὑγιαίνειν μὲν ἄριστόν 


nach dem, was die Kapitel 3—5 
gebracht haben, und nach dem, was 
Sokrates so eben dargeiegt hat, 
noch weniger zu verzeihen. 

Die Worte 29: νῦν χαὶ σὺ er- 
klärt Stallbaum: Age, quum ego 
tam mentem ac sentenliam meam 
declaraverim, nune tuquoque tuum 
fac et absolve id, quod interro- 
gavi. Das χαὶ σὺ ist hervorgerufen 
durch die letzten, in ihrem Urteile 
über Sokrates’ Darlegung einen ge- 
wissen Hochmut verratenden Worte 
des Gorgias: ὀρϑῶς οἴει χαὶ δι- 
χκαίως ὕπολ αμβαάνεις. Das ἴθι νῦν 
καὶ σύ ist zu vervollständigen durch 
ein 00905 ποίει oder 00405 καὶ 
δικαίως λέγε καὶ τὴν ἀπόχρισιν 
ἥν ἠρόμην διαπέρανον. Es be- 
weist das das 79 δ) χαὶ σύ, ὦ 
Γοργία, im letzten Teile des Ka- 
pitels, die Wiederholung unserer 
Worte. 

Unter den οἱ ἐν τῷ δήμῳ avy- 
γραφόμενοι sind diejenigen Red- 
ner in der Volksversammlung (ἐν 

τῷ δήμῳ vor dem Volke) zu ver- 
stehen, welche zu einem Antrage 
ein Amendement stellten, welches 
dann in der Weise zur Kenntnis 
des Demos gebracht wurde, dafs 
der Vorsitzende nicht Hauptantrag 
und Amendement vorlesen liels, 


sondern an den ersteren nur mit 
einem τὰ μὲν ἄλλα χαϑάπερ ὃ 
Θεμιστοχλῆς (oder wie der Antrag- 
steller hiefs) erinnerte. 

Die Konjektur Heindorfs λέγε δὴ 
τῶν περὶτί; τί ἔστι χ.τ. &., welchem 
alle späteren Herausgeber des Dia- 
logs, soviel mir bekannt, gefolgt 
sind, obwohl sie sich auf kein ein- 

zigesManuskript stützen kann, halte 

ich nicht für notwendig. Sokrates 
beginnt, als wolle er sagen: λέγε δὴ 
τῶν περὶ τί λόγῳ τὰ navra δια- 
πραττομένων ; er unterbricht sich 
aber nach dem τῶν περὶ und stellt 
seine Frage deutlicher mit den Wor- 
ten τί ἐστι τοῦτο τῶν ὄντων χ.τ. E. 
Ein Gedankenstrich zwischen περὲ 
und τί genügt, um die Lesart aller 
Bandschriften klar zu stellen. 

Kap. 7. Auf logischem Wege 
ist dem Gorgias nicht beizukom- 
men; mit der Ruhe des Weisen 
giebt Sokrates den Versuch auch 
auf und macht nun eine praktische 
Probe, geht auf die Antwort des 
Gorgias, die Rhetorik habe es mit 
den wichtigsten und besten Dingen 
auf der Welt zu thun, ein und 
schickt ihm nun drei δημιουργοί 
über den Hals, welche ihm bestrei- 
ten, dafs seine Kunst das μέγιστον 
und ἄριστον erziele, vielmehr dies 


16 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἐστι, τὸ δὲ δεύτερον χαλὸν γενέσϑαι, τρίτον δέ, ὥς φη- 
σιν ὃ ποιητὴς τοῦ σχολιοῦ, τὸ πλουτεῖν ἀδόλως. 

TOP. ᾿ΑἸκήχοα γάρ᾽ ἀλλὰ πρός τί τοῦτο λέγεις; 

ΣΩ, Ὅτι σοι αὐτίχ᾽ ἂν παρασταῖεν οἱ δημιουργοὶ 
τούτων ὧν ἐπήνεσεν ὃ τὸ σκολιὸν τιοιήσας, ἰατρός τε 
χαὶ παιδοτρίβης καὶ χρηματιστής, καὶ εἴπτοιε τερῶτον μὲν 
ὃ ἰατρὸς ὅτι ὦ Σώκρατες, ἐξαπατᾷ σε Γοργίας" οὐ γάρ 
ἐστιν ἡ τούτου τέχνη περὶ τὸ “μέγιστον ἀγαϑὸν τοῖς @v- 
ϑρώποις, ἀλλ᾽ ἡ ἐμή. εἰ οὖν αὐτὸν ἐγὼ ἐροίμην" σὺ 
δὲ τίς ὧν ταῦτα λέγεις; εἴποι ἂν ἴσως ὅτι ἰατρός. τί 
οὖν λέγεις; ἢ τὸ τῆς σῆς τέχνης ἔργον μέγιστόν ἐστιν 
ἀγαϑόν; πῶς γὰρ οὔ, φαίη ἂν ἴσως, ὦ Σώκρατες, ὑγίεια; 
τί δ᾽ ἐστὶ μεῖζον ἀγαϑὸν ἀνθρώποις ὑγιείας; εἰ δ᾽ av 
μετὰ τοῦτον ὃ παιδοτρίβης εἴποι ὅτι ϑαυμάζοιμί τἄν, ὦ 
Σώχρατες, χαὶ αὐτός, εἴ σοι ἔχοι Γοργίας μεῖζον ἀγαϑὸν 
ἐπιδεῖξαι τῆς αὑτοῦ τέχνης ἢ ἐγὼ τῆς ἐμῆς" εἴποιμ᾽ ἂν 
av χαὶ πρὸς τοῦτον" σὺ δὲ δὴ τίς δὲ, ὠ ἄνϑρωπε, χαὶ τί 
τὸ σὸν ἔργον; τιαιδοτρίβης, φαίη ἄν, τὸ δ᾽ ἔργον μού 
ἔστι χαλούς τε χαὶ ἰσχυροὺς πσιοιεῖν τοὺς ἀνϑρώπους τὰ 
σώματα. μετὰ δὲ τὸν παιδοτρίβην εἴποι ἂν ὃ χρημα- 
τιστής, ὡς ἐγῴμαι, ττάνυ καταφρονῶν ἁπάντων" σχότιει 
Ziel für sich in Anspruch nehmen. für die Schöpfer der ὑγέξια, der 


Er führt ihn zu dem Zwecke aus εὐεξία und des πλοῦτος halten, 
der Studierstube des Dialektikers, selbst in den Kampf führen und 


des Philosophen an den rosenbe- 
kränzten Tisch zechender Freunde 
und erinnert ihn an ein, wie es 
scheint, allbekanntes Skolion, das 
nach dem Scholiasten folgende Form 
hatte: 
Yyıalvew μὲν ἄριστον ἀνδρὶ 
ϑνατῷ, 
Δεύτερον δὲ φυὰν χαλὸν γενέ- 
σϑαι, 
Τὸ δὲ τρίτον πλουτεῖν ἀδόλως, 
Τέταρτον δὲ ἡβᾶν μετὰ τῶν 
φίλων. 

Aber Gorgias begreift nicht, 
wohinaus sein Gegner mit seinem 
Citate will; dieser muls die dnwu- 
ovoyol, die Meister, welche sich 


thut dies in sehr drastischer Weise, 
den Arzt, den Turnlehrer und den 
„Geldmann“ in kleinen Zügen cha- 
rakterisierend und dabei indirekt 
den Gorgias durch ironische Be- 
merkungen neckend. Charakteris- 
tisch für die drei Männer sind die 
ersten Worte, welche ihnen Sokra- 
tes in den Mund legt; der Arzt 
macht keine Umstände, sondern 
äufsert sich etwas grob: ὦ Σώ- 
χρᾶτες, ἐξαπατᾷ σε Τοργίας, 
der Turnlehrer, der Mann der εὐξ- 
Sie, spricht urbaner: ϑαυμάζοιμι 
ἄν, und aus der Rede des yonue«- 
τιστῆς Schaut das Selhbstbewulst- 
sein des Geldprotzentums hervor: 


TOPTIAE, 17 


δῆτα, ὦ Σώχρατες, ἐάν σοι πλούτου φανῇ τι μεῖζον ἀγα- 
ϑὸν ὃν ἢ παρὰ Τοργίᾳ ἢ παρ᾽ ἄλλῳ ὅτῳοῦν. φαῖμεν 
ἂν οὖν πρὸς αὐτόν" τί δὲ δή; ἡ σὺ τούτου δημιουργός; 
φαίη ἂν. τίς ὦν; χρηματιστής. τί οὖν; κρίνεις σύ μέ- 
γιστον ἀνϑρώποις ἀγαϑὸν εἶναι πλοῦτον; φήσομεν. ττῶς 
γὰρ οὔκ; ἐρεῖ. χαὶ μὴν ἀμφισβητεῖ ye Γοργίας ὅδε τὴν 
παρ᾽ αὐτῷ τέχνην μείζονος ἀγαϑοῦ αἰτίαν εἶναι ἢ τὴν 
σήν, φαῖμεν ἂν ἡμεῖς. δῆλον οὖν ὅτι τὸ μετὰ τοῦτο 
ἔροιτ᾽ &v' χαὶ τί ἔστι τοῦτο τὸ ἀγαϑόν; ἀποχρινάσϑω 
Γοργίας. ἔϑι οὖν νομίσας, ὦ Γοργία, ἐρωτᾶσϑαι καὶ ὑπ᾽ 
ἐχείνων χαὶ ὑπ᾽ ἐμοῦ, ἀπόκχριναι τί ἐστι τοῦτο ὃ φὴς σὺ 
μέγιστον ἀγαϑὸν εἶναι τοῖς ἀνθρώποις χαὶ σὲ δημιουρ- 


5 2 » 
γὸν εἶναι αὑτοῦ. 


TOP. Ὅπερ ἐστίν, ὦ Σώχρατες, τῇ ἀληϑείᾳ μέγε- 

Ὶ ,ὕ > - » 

στον ἀγαϑὸν χαὶ αἴτιον ἅμα μὲν ἐλευϑερίας αὑτοῖς τοῖς 
P} 7 [4 x FE, » > - ς -» , 

ἀνθρώποις, ἅμα δὲ τοῦ ἄλλων ἄρχειν ἐν τῇ αὑτοῦ ττόλει 


ἑκάστῳ. 


ΣΩ. Τί οὖν δὴ τοῦτο λέγεις; 


TOP. Τὸ πείϑειν ἔγωγ᾽ οἷόν τ 


„bedenke, überlege doch, o Sokra- 
tes u.s.w. Die ironischen Stiche, 
die aber des Gorgias Haut nicht 
empfindet, liegen in dem ἐξαπατᾷ 
σε Γοργίας — dieser so wenig 
geschickte Dialektiker soli listig zu 
täuschen versuchen! —, in dem 
zul αὐτός, dem Zusatze zu dem 
ϑαυμάζοιμι τὰν des Turnlehrers 
— über des Gorgias Definition der 
Rhetorik lacht selbst jeder Turn- 
lehrer . — und endlich in den W. 
N παρὰ Γοργίᾳ ἢ παρ᾽ ἄλλῳ ὅτῳ- 
oöv, die H. Müller wohl nicht rich- 
tig wiedergiebt: „bedenke doch, 
o Sokrates, ob ein gröfseres Gut 
als Reichtum Gorgias oder sonst 
jemand dir nachweist“, die viel- 
mehr mit Schleiermacher zu über- 
setzen sind: „Sieh doch zu, ob sich 
dir irgend ein Gut zeigt als der 
Reichtum beim Gorgias oder bei 
irgendwem sonst.“ Sokrates spielt 
Plato, Gorgias. 


mit den letzten Worten ja doch 
offenbar auf die Schätze an, welche 
dem Gorgias zuflossen und die er 
sehr wohl zu schätzen verstand. 
Aber selbst jetzt findet Gorgias 
keine genügende Definition; ge- 
wöhnt nicht an begriffsmäfsiges 
Denken, sondern an hohle Dekla- 
mation ergeht er sich wieder in 
Phrasen. Das Gut, von dem er 
rede, sei τῇ ἀληϑείᾳ μέγιστον 
ἀγαϑὸν zul αἴτιον 2.T.&.; er de- 
finiert also dies Gut nicht, sondern 
giebt ihm nur schmückende Bei- 
worte; er giebt keinen logisch festen 
Gedanken, sondern in den W. ἅμα 
μὲν, ἐλευθερίας αὐτοῖς τοῖς av- 
ϑρώποις, ἅμα δὲ τοῦ ἄλλων͵ ἄρ- 
χειν ἐν τῇ αὑτοῦ πόλει ἑχάστῳ 
einen phrasenhaften Gegensatz, des- 
sen erster Teil ganz überflüssig ist; 
denn wenn das μέγιστον ἀγαϑόν 
ein αἴτιον τοῦ ἄλλων ἄρχειν ist, 


2 


eivaı τοῖς λόγοις 


18 TIAATQNOE 


χαὶ ἐν δικαστηρίῳ διχαστὲς καὶ ἐν βουλευτηρίῳ Bovkev- 
τὰς καὶ ἐν ἐχχλησίᾳ ἐκκλησιαστὰς καὶ ἐν ἄλλῳ ξυλλόγῳ 
παντί, ὅστις ἂν τιολιτιχὸς ξύλλογος γίγνηται. καίτοι ἐν 
ταύτῃ τῇ δυνάμει δοῦλον μὲν ἕξεις τὸν ἰατρόν, δοῦλον 
δὲ τὸν παιδοτρίβην᾽ ὃ δὲ χρηματιστὴς οὗτος ἄλλῳ dva- 
φανήσεται χρηματιζόμενος καὶ οὐχ αὑτῷ, ἀλλὰ σοὶ τῷ 
δυναμένῳ λέγειν χαὶ τιείϑειν τὰ τλήϑη. 

8. ΣΩ, Νῦν μοι δοχεῖς δηλῶσαι, ὦ Γοργία, ἐγγύ- 
τατα τὴν ῥητοριχὴν ἥντινα τέχνην ἡγεῖ εἶναι, καὶ εἴ τι 
ἐγὼ συνίημι, λέγεις ὅτι τιειϑοῦς δημιουργός ἐστιν ἡ δητο- 
ρική, καὶ ἡ πραγματεία αὐτῆς ἅπασα καὶ τὸ κεφάλαιον 
εἰς τοῦτο τελευτᾷ" ἢ ἔχεις τι λέγειν ἐπὶ πλέον τὴν δη- 
τοριχὴν δύνασθαι ἢ πειϑὼ τοῖς ἀκούουσιν ἐν τῇ ψυχῇ 


στοιξῖν; 


TOP. Οὐδαμῶς, ὦ Σώχρατες, ἀλλά μοι δοχεῖς ἵχα- 
γῶς ὁρίζεσθαι" ἔστι γὰρ τοῦτο τὸ χεφάλαιον αὐτῆς. 


“Ὁ 


u τε 


᾿ἄχουσον δή, ὠ Γοργία. ἐγὼ γὰρ εὖ ἴσϑ᾽ ὅτι, 


ὡς ἐμαυτὸν τιείϑω, εἴπτερ τις ἄλλος ἄλλῳ διαλέγεται βου- 


dann ist es auch für die, welche es 
besitzen, ein αἴτιον ἐλευϑερίας. 
Auch die letzte Antwort des Kapi- 
tels ist nichts als Deklamation:: ἐν 
διχαστηρίῳ δικαστὰς καὶ ἐν Bov- 
λευτηρίῳ βουλευτὰς x. τ. &, δοῦ- 
λον μὲν ἕξεις τὸν ἰατρόν, δοῦλον 
δὲ τὸν παιδοτρίβην, ἄλλῳ χαὶ οὐχ 
ἑαυτῷ ἃ. S.W. 

Kap. 8. Es bleibt dem Sokrates 
nichts übrig, als selbst eine Defi- 
nition der Rhetorik zu geben, oder 
vielmehr das, was dem Gorgias un- 
klar vorschwebt, zum klaren Aus- 
druck zu bringen: πειϑοῦς δημι- 
ovoyos ἐστιν ἡ ῥητοριχή. Denn 
dals dem Sokrates diese Definition 
nicht irgendwie genügt, geht aus 
der allernächsten Verhandlung her- 
vor; ist sie doch vielmehr fast eben- 
so unbestimmt, wie das obige r« 
μέγιστα τῶν ἀνθρωπείων πραγ- 
μάτων χαὶ ἄριστα. Über seine ei- 
gene Ansicht weils aber Sokrates 
den Gorgias treffllich zu täuschen: 


das ἐγγύτατα und das εἴ τε ἐγὼ 
συνίημι verleitet diesen zu der An- 
nahme, die Definition genüge auch 
seinem Gegner, und dafs Sokrates 
in den letzten Worten, gleich einem 
Rhetor, den Mund recht voll nimmt 
und statt eines einfachen πείϑειν, 
als wolle er die Rhetorik preisen, 
die hochtönende Phrase gebraucht 
πειϑὼ ἐν τῇ ψυχῇ ποιεῖν, bekräf- 
tigt ihn in seinem Glauben, sodals 
er das, was Sokrates nur als Gor- 
. . ᾿ a 
gias’ Meinung hinstellte (ηντιραὰ 
τέχνην ἡγεῖ εἶναι), als eine ob- 
jektiv richtige Definition (doxeis 
ἱχανῶς δρίξζ εσϑ'αὸ gelten läfst 
und damit wieder seine Unklarheit 
dokumentiert. Sokrates umgarnt 
ihn nun zunächst erst mit einigen 
Phrasen: mit einer überflüssigen 
Fülle von Worten, unter denen die 
Wendung ὡς ἐμαυτὸν Kelde iro- 
nisch an das πειϑὼ τοῖς ἀχούου- 
σιν ἐν τῇ ψυχῇ ποιεῖν anklingt, 
giebt er den einfachen Gedanken, 


TOPTIAZ. 19 


λόμενος εἰδέναι αὐτὸ τοῦτο srepi ὅτου ὃ λόγος ἐστί, καὶ 
ἐμὲ εἶναι τούτων Eva’ ἀξιῶ δὲ καὶ σέ. : 

ΓΟΡ. Τί οὖν δή, ὦ Σώκρατες; 

ΣΩ. Ἐγὼ ἐρῶ νῦν. ἐγὼ τὴν ἀπὸ τῆς δητορικῆς πειϑώ, 
ἥ τίς ποτ᾽ ἐστὶν ἣν σὺ λέγεις καὶ ττερὶ ὧντινων τεραγμά- 
των ἐστὶ πεειϑώ, σαφῶς μὲν εὖ ἴσϑ᾽ ὅτι οὐκ οἶδα, οὐ μὴν 
ἀλλ᾽ ὑποπτεύω γε ἣν οἶμαί σε λέγειν χαὶ περὶ ὧν οὐδὲν 
μέντοι ἧττον ἐρήσομαί σε, τίνα σπτοτὲ λέγεις τὴν πειϑὼ 
τὴν ano τῆς δητοριχῆς χαὶ περὶ τίνων αὐτὴν εἶναι. τοῦ 
οὖν ἕνεχα δι αὐτὸς ὑπτοτιτεύων σὲ ἐρήσομαι, ἀλλ᾽ οὐκ 
αὐτὸς λέγω; οὐ σοῦ ἕνεχα, ἀλλὰ τοῦ λόγου, ἵνα οὕτω 
σεροΐῃ, ὡς μάλιστ᾽ ἂν ἡμῖν καταφανὲς ποιοῖ περὶ ὅτου 
λέγεται. σχόπει γὰρ εἴ σοι δοκῶ δικαίως ἀνερωτᾶν σε 
ὥσττερ ἂν εἶ ἐτύγχανόν σε ἐρωτῶν τίς ἐστι τῶν ζωγράφων 
Ζεῦξις, εἴ μοι εἶστες ὅτι ὃ τὰ ζῶα γράφων, ἀρ᾽ οὐχ ἂν 
διχαίως σὲ ἠρόμην ὃ τὰ ποῖα τῶν ζώων γράφων χαὶ ποῦ; 


dafs es ihm um Klarstellung der 
vorliegenden Frage zu thun ‚sei. 
(Der Aceus. cum Inf. zei ἐμὲ; εἶναι 
τούτων ἕνα abhängig von εὑ 109° 
ὅτι, wie öfter; in der Formel ist 
wie in δηλονότι die Bedeutung der 
Konjunktion geschwunden). Von 
trefflicher Ironie zeugen die folgen- 
den Worte des Sokrates: dreimal 
hebt er den Ausdruck, der den vol- 
len Beifall des Gorgias gefunden 
hat, und der sich doch alsobald als 
nichtssagend zeigen soll, hervor; 
er verstellt sich i in den Worten σα- 
φῶς μὲν εὖ ἰσϑ᾽ ὅτι οὐχ οἶδα, 
οὐ μὴν ἀλλ᾽ ὑποπτεύω, die wir 
etwa wiedergeben würden: „ich 
kann dir ganz genau sagen, dals 
ich’s nicht weils, wohl aber ahne 
ich’s“ d. ἢ. ich weils sehr wohl, dafs 
nichts dahinter steckt; er tritt ihm 
endlich mit ironischen Artigkeits- 
phrasen entgegen, um dann mit 
einer Frage zu kommen, welche 
ganz und gar den oben (Kap. 4) ge- 
stellten entspricht, die dem Gorgias 
so schöne Gelegenheit boten, seine 
Stärke in der Brachylogie zu zei- 


gen. In dieser Frage ist das ποῦ 
vielfach Gegenstand der Interpreta- 
tion gewesen. Man hat statt seiner 
πόσου, τοῦ (τουτέστι τίνος υἱός 
ἐστι ὃ ζωγράφος Ζεῦξις ;), ποῖ᾽ 
ov lesen wollen; man hat es er- 
klärt als: in guonam terrarum loco, 
oder: „welche Tiere malt er und 
von welcher Seite, was stellt er an 
ihnen dar?“ u. 5. w. Sollte das ποῦ 
nicht den Ort, den Gegenstand be- 
zeichnen, wohin Zeuxis seine ζῶα 
gemalt hat, fragen, ob er sie auf 
irgendeine Leinwand, ein Holz oder 
einen Giebel, eine Decke, eine Wand 
geworfen hat? — Zu dem Ausdruck 
ζῶα sagt Stallbaum: quod dieitur 
ζῶα γράψαι. tenendum est ζῶα 
diei solere eliam de simulacris et 
pieturis omnis generis ad vivum 
expressis, nec tantum animalium, 
sed eliam frugum, florum, herba- 
rum. 

Nachdem Gorgias auf die erste 
Frage des Gegners eingegangen ist, 
wird er in wenigen Zügen ınatt ge- 
setzt. Wie man, will man einen 
Maler charakterisieren, das ποῖα 


I* 


20 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


T'OP. Πανυ γε. 

ΣΩ, Aga διὰ τοῦτο, ὅτι χαὶ ἄλλοι εἰσὶ ζωγράφοι 
γράφοντες ἄλλα πολλὰ ζῶα; 

TOP. Ναί, 

ΣΩ. Εἰ δέ γε μηδεὶς ἄλλος ἢ Ζεῦξις ἔγραφε, καλῶς 
ze er, 
ἂν σοι ἀπεχέχριτο; 

TOP. Πῶς γὰρ οὔ; 

ΣΩ, Ἴϑι δὴ καὶ περὶ τῆς ῥητορικῆς εἶπέ" πότερόν 
σοι δοχεῖ πειϑαὰ ποιεῖν ἡ ῥητορικὴ μόνη ἢ καὶ ἄλλαι τέ- 
χναι; λέγω δὲ τὸ τοιόνδε" ὅστις διδάσκει ὁτιοῦν πρᾶγμα, 
χπιότερον ὃ διδάσχει τιείϑει ἢ οὔ; 

TOP. Οὐ δῆτα, ὦ Σώχρατες, ἀλλὰ πάντων μάλιστα 
χεείϑει. 

ΣΩ. Πάλιν δὴ ἐπὶ τῶν αὐτῶν τεχνῶν λέγωμεν ὧν- 
σπτερ νῦν δή" ἡ ἀριϑμητικὴ οὐ διδάσχει ἡμᾶς, ὅσα ἐστὶ 
τὰ τοῦ ἀριϑμοῦ, καὶ ὃ ἀριϑμητιχὸς ἄνϑρωπος; 

ΓΟΡ. Πανυ γε. 

ZN. Οὐκοῦν xal πείϑει; 

TOP. Nat. 

302. Πειϑοῦς ἄρα δημιουργός ἔστι zal ἡ ἀριϑ- 
μητική. 

TOP. Φαίνεται. 

IN. Οὐχοῦν ἐάν τις ἐρωτᾷ ἡμᾶς, ποίας πειϑοῦς καὶ 
σεερὶ τί, ἀττοχρινούμεϑά σπου αὐτῷ ὅτι τῆς διδασκαλιχῆς 
τῆς περὶ τὸ ἄρτιόν τε χαὶ τὸ περιττὸν ὅσον ἐστί" xai 
τὰς ἄλλας ἃς νῦν δὴ ἐλέγομεν τέχνας ἁπάσας ἕξομεν ἀπο- 
δεῖξαι τιειϑοῦς δημιουργοὺς οὔσας xal ἧστινος καὶ τιερὶ 


σ΄“ z > ” 
0 τι ἡ οὔ; 


ζῶα γράφει χαὶ ποῦ angeben, ihn 
also von andern Malern streng schei- 
den muls, so darf man auch, da 
jede andere τέχνη, ὅστις διδάσχει, 
χαὶ πείϑει, da also auch jede an- 
dere Kunst ein πειϑοῦς dnwovo- 
γός ist, es nicht für eine Bi un 

efinition der Rhetorik halten, wenn 
man wie Gorgias (δοχεῖς ἱχανῶς 
ορίζεσϑαι) sagt: sie ist πειϑοῦς 


δημιουργός. Der Sophist spielt 
Far seh Kapitel eine höchst 
klägliche Rolle: unempfindlich ge- 
gen die beilsende Ironie des So- 
krates, ohne Verständnis für die- 
selbe, läfst er sich im Beginn des 
Kapitels eine Definition oktroyieren, 
um am Schlufs zu gestehen, dals 
sie nicht genüge. Bin 

In den W. οὐ δῆτα, ὦ Σώχρα- 


TOPTIAZ. 21 


TOP. Ναί. 


ΣΩ. Οὐκ ἄρα ῥητοριχὴ μόνη πειϑοῦς ἐστὲ δημι- 


ουργός. _ 
TOP. .4ληϑῆ λέγεις. 


9. ΣΩ, Ἐπειδὴ τοίνυν οὐ μόνη ἄπεργάζεται τοῦ- 
Ἅ ὁ ὙΓ I \ Nr ,ὔ u \ - 
το τὸ ἔργον, ἀλλὰ καὶ ἄλλαι, διχαίως ὥσπερ περὶ τοῦ 


2 


ζωγράφου μετὰ τοῦτο ἐπτανεροίμεϑ'᾽ ἂν τὸν λέγοντα, ποίας 
δὴ πειϑοῦς χαὶ τῆς περὶ τί πειϑοῦς ἢ ῥητορικὴ ἐστὶ 
τέχνη; ἢ οὐ δοχεῖ σοι δίκαιον εἶναι ἐπανερέσϑαι; 


TOP. Ἔμοιγε. 


SQ. ᾿Απόκριναι δή, ὦ Γοργία, ἐπειδή γε καὶ σοὶ δο- 


u ει 
χεῖ οὕτως. 


ΓΟΡ. Ταύτης τοίνυν τῆς πειϑοῦς λέγω, ὦ Σώχρα- 
τες, τῆς ἐν τοῖς δικαστηρίοις καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις ὄχλοις, 
ὥσττερ rail ἄρτι ἔλεγον, χαὶ περὶ τούτων ἅ ἐστι δίκαιά 


x »„ 
τε χαὶ ἄδιχα. 


ΣΩ. Καὶ ἐγώ τοι ὑττώπτευον ταύτην σε λέγειν τὴν 


τες, ἀλλὰ πάντων μάλιστα πεί- 
ϑει leitet οὐ δῆτα ἀλλὰ gleich dem 
οὐ μὴν ἀλλὰ die starke Versiche- 
rung ein. 

Kap. 9. Der Gedanke dieses Ka- 
pitel ist besonders festzuhalten für 
die später folgende Betrachtung; 
er giebt das Wesentlichste,, die 
Hauptgrundlage für die späteren 
Ausführungen. Sokrates unterschei- 
det richtig” zwischen μάϑησις und 
πίστις, sagt, es gebe zwei Arten 
der πειϑώ, diejenige welche eine 
πίστις ohne ’ein εἰδέναι erwecke 
und die andere, welche zum εἰδέ- 
ναι, zur ἐπιστήμη führe, eine πει- 
90 πιστευτιχή und eine πειϑὼ 
διδασχαλιχὴ περὶ τὸ δίχαιόν τε 
χαὶ ἄδικον. Die ῥητοριχή — wir 
dürfen das Wort nicht mit „Rede- 
kunst“ übersetzen; denn diese ist 
etwas durchaus Gutes, nicht aber 
die Rhetorik des Gorgias und Po- 
los — die ῥητορική also habe es 
nur mit der ersten Art der πειϑώ 
zu thun, und der Rhetor sei des- 


halb kein διδασχαλικός, sondern 
nur ein πιστικός. Damit dafs Gor- 
gias diesem Gedankengange des So- 
krates zustimmt, hat er seine Sache 
verloren; denn damit gesteht er — 
natürlich ohne es zu merken — 
ein, dafs seine Kunst eine unlogi- 
sche und damit eine unsittliche 
Grundlage, ein unsittliches Ziel 
habe. 

Die Kunst der Darstellung liegt 
in dem ersten Teile des Kapitels, 
in welchem Sokrates, im Scherz 
die Kunst des Gorgias übend, als 
ein πείϑων auftritt, während der 
διδάσχων mit seiner logischen Ent- 
wickelung erst im zweiten Teile 
zur Geltung kommt ; sie liegt vor- 
nehmlich in den Worten des So- 
krates zul ἐγώ τοι ὑπώπτευον 
#.r.&. Mitdem: „Ich dachte mir’s 
wohl, dals du diese Erklärung ab- 
geben würdest“ läfst sich Gorgias 
irre machen; so wie er sich bisher 
gezeigt hat, sieht er in dieser Wen- 
dung eine Zustimmung des Sokra- 


a ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χεδιϑὼ Kal περὶ τούτων, ὠ Γοργία" ἀλλ᾽ ἵνα μὴ ϑαυμά- 
ζῃς; ἐὰν ὀλίγον ὕστερον τοιοῦτόν τί σὲ ἀνέρωμαι, ὃ δοχεῖ 
μὲν δῆλον εἶναι, ἐγὼ δ᾽ ἐπανερωτῶ" ὅγιερ γὰρ λέγω) τοῦ 
ἑξῆς ἕνεκα τιεραίνεσϑαι τὸν λόγον ἐρωτῶ, οὐ σοῦ ἕνεχα, 
ἀλλ᾽ ἵνα μὴ ἐϑιζώμεϑα ὑπονοοῦντες τιροαρτιάζειν ἀλλή- 
λων τὰ λεγόμενα, ἀλλὰ σὺ τὰ σαυτοῦ χατὰ τὴν ὑπόϑεσιν 


u Bi ΄ , 
πως ἂν βούλῃ ττεραίνῃς. 


TOP. Καὶ ὀρϑῶς γέ μοι δοκεῖς ποιεῖν, ὦ Σώχρατες. 
22.191 δὴ καὶ τόδε ἐπισκεψώμεϑα. καλεῖς τι με- 


μαϑηκέναι; 
TOP. Καλῶ. 


ΣΩ. Τί δέ; πεπιστευκέναι; 


TOP. Ἔγωγε. 


ΣΩ. Πότερον οὖν ταὐτὸν δοχεῖ σοι εἶναι μεμαϑη- 
κέναι χαὶ τιεπτιστευκέναι, καὶ μάϑησις χαὶ πίστις, ἢ 


ἄλλο τι; 


TOP. Οἴομαι μὲν ἔγωγε, ὦ Σώχρατες, ἄλλο. 

=Q. Καλῶς γὰρ οἴει" γνώσει δὲ ἐνθένδε. εἰ γαρ τίς 
σε ἔροιτο" ag ἔστι τις, ὦ Γ l'ogyia, πίστις ψευδὴς zal ἀλη- 
Ing; φαίης ἄν, ὡς ἐγὼ οἶμαι. 


tes. Dieser fällt dann in eine, so 
zu sagen, gehorsamste Ausdrucks- 
weise, hinter welcher natürlich die 
feinste Ironie steckt; er entschul- 
digt sich sehr umständlich, dafs er 
wieder und wieder frage, sagt, er 
thue das nur des Gorgias wegen, 
damit dieser seine Ansichten in lo- 
gischer Folge darlegen könne (τοῦ 
ξδξγς ἕνεχα περαίνεσϑαι τὸν λό- 
γον). Die Ironie liegt in dieser „lo- 
gischen Gedankenfolge“, eine Wen- 
dung, welche den Gorgias, der sich 
bisher nur als ein ganz unlogischer 
Kopf gezeigt hat, sicher macht; in 
dem ἵνα μὴ ἐθιζώμεϑα ὑ ὑπονοοῦν- 
τες προαρπάζειν, wo der Plural 
ἐϑιζώμεϑα besonders malitiös ist; 
denn orgias hat bisher von einem 
ὑπονοεῖν (ein feinerer Ausdruck 
als das obige ὑποπτεύει») oder gar 
einem προαρπάζειν τὰ λεγόμενα 


nicht das Geringste merken lassen 
und lälst sich eben jetzt auf ein 
Glatteis führen, vor dem ihn eine 
auch nur schwache Gabe der Ah- 
nung wohl hätte schützen können ; 
endlich in dem χατὰ τὴν ὑπόϑε- 
σιν; denn Gorgias hat bisher deut- 
lich bewiesen, dafs von einer ὑπό- 
ϑεσις bei ihm gar nicht die Rede 
ist. Ganz gewils also darf man 
aus diesen und ähnlichen Wendun- 
gen in den Reden des Sokrates 
nicht auf irgendweleheHoehachtung 
schlielsen, die er vor Gorgias ge- 
hegt habe: wo er ihm Artigkeiten 
sagt, spielt er mit ihm, wie der 
Fuchs mit dem Hasen. 

In Bezug auf die Worte ἀλλ᾽ 
ἵνα μὴ ϑαυμάζῃς, ἐὰν ὀλίγον vo- 
τερον x. τ΄ ὃ. sagt die Ausgabe von 
Deuschleund Cronrichtig: „Die Satz- 
form entspricht ganz der in der 


TOPTIAE. 23 


TOP. Ναί. 

32. Ti δέ; ἐπιστήμη ἐστὶ ψευδὴς καὶ ἀληϑής; 

ΓΟΡ. Οὐδαμῶς. 

ΣΩ, 4Δῆλου γὰρ αὖ ὅτι οὐ ταὐτόν ἐστιν. 

TOP. And λέγεις. 

ΣΩ. Alla μὴν οἵ τέ γε TERN ITETTELOLLEVOL 
εἰσὶ χαὶ οἱ ττεπιιστευχότες. 

TOP. Ἔστι ταῦτα. 

32. Βούλει οὖν δύο εἴδη ϑῶμεν πειϑοῦς, τὸ μὲν 
χείστιν πταρεχόμεγον ἄνευ τοῦ εἰδέναι, τὸ δ᾽ ἐτιιστήμην; 

TOP. Πανυ γε. 

ΣΩ, Ποτέραν οὖν ἡ δητορικὴ τιειϑὼ ποιεῖ ἐν δικα- 
στηρίοις τὲ χαὶ τοῖς ἄλλοις ὄχλοις περὶ τῶν δικαίων τὲ 
χαὶ ἀδίκων; ἐξ ἧς τὸ τειστεύειν γίγνεται ἄνευ τοῦ εἰδέναι 
ἢ ἐξ ἧς τὸ εἰδέναι; 

TOP. 4ῆλον δήπου, ὦ Σώχρατες, ὅτι ἐξ ἧς τὸ πι- 
στεύειν. 

22. Ἢ ῥδητοριχὴ ἄρα, ὡς ἔοιχε, ττειϑοῦς δημεουρ- 
γός ἔστι πιστευτιχῆς, ἀλλ᾽ οὐ διδασχαλικῆς περὶ τὸ δί- 
χαιόν τε χαὶ ἄδικον. 

TOP. Nai. 

22. Οὐδ᾽ ἄρα διδασχαλιχὸς ὁ δήτωρ ἐστὶ διχαστη- 
ρίων τε καὶ τῶν ἄλλων ὄχλων δικαίων τε ττέρι καὶ ἀδί- 
χων, ἀλλὰ πειστικὸς μόνον. οὐ γὰρ δήττου ὄχλον γ᾽ ἂν 
δύναιτο τοσοῦτον ἐν ὀλίγῳ χρόνῳ διδάξαι οὕτω μεγάλα 
zrgayuara. 

TOP. Οὐ δῆτα. 

10. ΣΩ, Φέρε δή, ἴδωμεν τί ποτε καὶ λέγομεν περὶ 


Unterhaltung des gewöhnlichen Le- 
bens vorkommenden Ausdrucks- 
weise“ und weist dabei treffend auf 
Homer hin: „Dafür bietet schon die 
Homerische Sprache viel Analo- 
gieen.“ Der Ton solcher Worte ist 
vertraulich. Wir sprechen im Um- 
gangston ebenso: „damit du dich 
nicht wunderst, wenn ich bald nach- 


her nach etwas Ähnlichem frage, 
was zwar klar zu sein scheint, ich 
frage aber doch danach; so thue 
ich, wiegesagt, meine Frage“ u.s.w. 

Kap. 10. Sokrates führt den 
Gegner zunächst Schritt für Schritt 
zu dem, diesem natürlich nicht be- 
wulsten, Geständnis, dafs die Rheto- 
ren sich ein unsittliches Ziel stecken 


= 


u τς 


94 TIAATONOS 


ς ῥητορικῆς" ἐγὼ μὲν γάρ τοι οὐδ᾽ αὐτός στω δύναμαι 
χαταγοῆῖσαι ὅ τι λέγω. ὅταν περὶ ἰατρῶν αἱρέσεως ἢ τῇ 
πόλει σύλλογος ἢ περὶ ναυττηγῶν ἢ περὶ ἄλλου τινὸς 
δημιουργικοῦ ἔϑγνους, ἄλλο τι ἢ τότε ὃ ῥητοριχὸς οὐ συμ- 
βουλεύίσει; δῆλον γὰρ ὅτι ἐν ἑκάστῃ αἱρέσει τὸν τεχνιχώ- 
τατον δεῖ αἱρεῖσϑαι. οὐδ᾽ ὅταν τειχῶν περὶ οἰχοδομή- 
σεως ἢ λιμένων κατασχευῆς ἢ νεωρίων, ἀλλ᾽ οἱ ἀρχιτέκχ- 
τογνες" οὐδ᾽ αὖ ὅταν στρατηγῶν αἱρέσεως πέρι ἢ τάξεώς 
τινος πρὸς σπιολεμίους ἢ χωρίων χαταλήψεως συμβουλὴ 
ἢ), ἀλλ᾽ οἱ στρατηγιχοὶ τότε συμβουλεύσουσιν, οἱ δητορι- 
χοὶ δὲ οὔ" ἢ πῶς λέγεις, ὦ Γοργία, τὰ τοιαῦτα; ἐπεειδὴ 
γὰρ αὐτός τε φὴς δήτωρ εἶναι καὶ ἄλλους ποιεῖν ῥδητο- 
ριχούς, εὖ ἔχει τὰ τῆς σῆς τέχνης παρὰ σοῦ πυνϑάνεσϑαι. 


damit, dals sie nicht das Beste derer, 
zu denen sie sprechen, nicht das 
Beste des Staates, sondern das, was 
ihnen selbst gefällt, raten, damit, 
dafs sie bei ihrer politischen Thä- 
tigkeit nur ihr eigenes Wohl im 
Auge haben. Die Ironie schreitet 
dabei fort bis zum Sarkasmus, hält 
sich aber auch hier in gewissen 
listig-urbanen Formen; denn So- 
krates hat es mit einem eitlen Manne 
zu thun und will dessen Eitelkeit 
immer deutlicher zeigen; aulserdem 
aber hat er auch auf Kallikles be- 
sonders und auf die übrigen An- 
hänger des Gorgias Rücksicht zu 
nehmen, da er immer gefafst sein 
mufs, diese werden, wie es ja spä- 
ter auch geschieht, um ihren Meister 
nicht gar zu sehr blofsstellen zu 
lassen, diesen beiseite schieben und 
für ihn in die Bresche treten. 
Die Rede beginnt ironisch mit 
dem ἰδωμεν τί ποτε χαὶ λέγομεν 
„lafs uns sehen, was wir eigentlich 
(za) behaupten“ nämlich mit dem 
Satze, dafs die Rhetorik nur ein 
πιστεύειν und nicht ein eidevaı er- 
wecken wolle. Sie steigert sich 
dann sofort zum Sarkasmus in den 
folgenden Worten, deren Sinn, derb 
ausgedrückt, ist: „denn mir schwin- 


delt der Kopf vor dieser Behaup- 
tung (οὐ δύναμαι κατανοῆσαι ὃ τι 
λέγω). Scharf sarkastisch ist dann 
die Wendung οὐ συμβουλεύσει; 
ich denke mir die Worte ἄλλο τι 
ἢ τότε ὃ ῥητοριχός langsam ge- 
sprochen; trägt doch das ἄλλο τι 
ἢ τότε zur Klarstellung des Ge- 
dankens nichts bei, sondern hält 
nur das Aussprechen des οὐ συμ- 
βουλεύσει auf; hinter δητορικός 
machi dann Sokrates eine Pause, 
um dann mit dem überraschenden 
οὐ συμβουλεύσει hervorzutreten, 
überraschend in seiner Negation, 
die man nicht erwartet hat. Die 
Begründung der in der Frage lie- 
genden Behauptung ist dann eine 
entschiedene, den Widerspruch zu- 
rückweisende: δῆλον γεν ἧς φ. ὃ. 
Ironisch stellt für einzelne Fälle So- 
krates die ἀρχιτέχτονες, die στρα- 
znyıxol den Rhetoren voran, um 
dann mit dem αὐτὸς φῇς ῥήτωρ 
εἶναι χαὶ ἄλλους ποιεῖν ῥητορι- 
χοὺς ἴῃ den Sarkasmus überzugehen. 
Die folgenden Worte scheinen mir 
dann nicht so sehr auf Gorgias ge- 
münzt zu sein, als vielmehr auf 
Kallikles und die übrigen Anhänger 
des Rhetors: Sokrates neckt diese, 
wenn er dem Gorgias sagt: „ich 


mn 


TOPTIAZ! 25 


χαὶ ἐμὲ νῦν νόμισον καὶ τὸ σὸν σπεύδειν" ἴσως γὰρ χαὶ 
τυγχάνει τις τῶν ἔνδον ὄντων μαϑητής σου βουλόμενος 
γενέσϑαι,. ὡς ἐγώ τινὰς σχεδὸν καὶ συχνοὺς αἰσϑάνομαι, 
oi ἴσως αἰσχύνοιντ᾽ ἄν σε ἀνερέσϑαι" ὑπο ἐμοῦ οὖν ἀνε- 
ρωτώμενος γόμισον καὶ ὑπ ἐχείνων ἀνερωτᾶσϑαι" τί 
ἡμῖν, ὦ Γοργία, ἔσται, ἐάν σοι συνῶμεν; περὶ τίνων τῇ 
πόλει συμβουλεύειν οἷοί τε ἐσόμεϑα; συότεῤον περὶ δι- 
χαίου μόνον χαὶ ἀδίκου ἢ καὶ περὶ ὧν νῦν δὴ Σωχράτης 
ἔλεγε; σπειρῶ οὖν αὐτοῖς ἀποχρίνεσϑαι. 

TOP. AN ἐγώ σοι πειράσομαι, ὦ Σώχρατες, σα- 
φῶς ἀποκαλύψαι τὴν τῆς δητοριχῆς δύναμιν ἅπασαν αὖ- 
τὸς γὰρ καλῶς ὑφηγήσω. οἶσϑα γὰρ δήπτου ὅτι τὰ νεώ- 
ρια ταῦτα χαὶ τὰ τείχη τὰ ᾿Αϑηναίων χαὶ ἡ τῶν λι- 
μένων χατασχευὴ ἐκ τῆς Θεμιστοχλέους συμβουλῆς γέγονε, 
τὰ δ᾽ ἐκ τῆς Περικλέους, ἀλλ᾽ οὐκ ἐκ τῶν δημιουργῶν. 

ΣΩ, Ζέγεται ταῦτα, ὦ Γοργία, περὶ Θεμιστοχλέους" 
Περιχλέους δὲ καὶ αὐτὸς ἤκουον ὅτε συνεβούλευεν ἡμῖν 
περὶ τοῦ διὰ μέσου τείχους. 

TOP. Καὶ ὅταν γέ τις αἵρεσις ἢ ὧν δὴ σὺ ἔλεγες, 
a Σώχρατες, ὅρᾷς ὅτι οἱ ῥήτορές εἶσιν οἱ συμβουλεύον- 
τες χαὶ οἱ νιχῶντες τὰς γνώμας περὶ τούτων. 

ΣΩ, Ταῦτα καὶ ϑαυμάζων, ὦ Γοργία, πάλαι ἐρωτῶ, 
ἥτις wort ἡ δύναμίς ἔστι τῆς δητορικῆς. δαιμονία γάρ 
τις ἔμοιγε χαταφαίνεται τὸ μέγεϑος οὕτω σκχοττοῦντι. 


Munde: πειράσομαι ἀποχαλύψαι 
τὴν δύναμιν ἅπασαν und wichtig, 
wie er sich vorkommt, mit Herab- 
lassung:: αὐτὸς γὰρ καλῶς vpn- 
γήσω, um dann in lächerlicher Ge- 
spreiztheit mit den gröfsten Staats- 
männern der Athener, mit einem 
T'hemistokles und einem Perikles, 
sich auf dieselbe Stufe zu stellen, 
Sokrates begegnet ihm zuerst wie- 
der mit Ironie: „ja, die Männer sind 


habe-auch dein Interesse im Auge 
(το σὸν σπεύδειν); denn ich sehe 
hier eine ganze Menge (τινὰς σχε- 
dov zul συχνούς. „Der Ausdruck 
ist in seiner Einheit zu fassen: wie 
ich etwelche fast sogar in grofer 
Zahl wahrnehme d.h. ziemlich viele“. 
Deusehle-Cron.), die deine Schüler 
werden wollen: sollen die nun vor 
dem ὄχλος nur περὶ δικαίου καὶ 
ἀδίχου reden lernen?“ Ein Sar- 


kasmus gegen Gorgias liegt natür- 
lich in diesen Worten ebenfalls, 
Dieser aber ist für Ironie und selbst 
für Hohn nicht empfänglich; er ant- 
wortet deshalb wieder mit vollem 


auch mir bekannt“ und dann wie- 
der mit schärfstem Sarkasmus: δαι- 
uovia γὰρ x. τ. δ. d.i. „dämonisch 
erscheint sie mir in ihrer Gröfse, 
wenn ich sie so ins Auge fasse“ 


En UT m > τ οὐ en > 


26 IAATQNOE 


11. TOP. Ei πάντα γε εἰδείης, ὦ Σώχρατες, ὅτι 
ὡς ἔπος εἰπεῖν ἁπάσας τὰς δυνάμεις συλλαβοῦσα ὑφ᾽ 
αὑτῇ ἔχει. μέγα δέ σοι τεχμήριον ἐρῶ" ᾽τολλάχις γὰρ ἤδη 
ἔγωγε μετὰ τοῦ ἀδελφοῦ χαὶ μετὰ τῶν ἄλλων ἰατρῶν εἰς- 
ἑλϑὼν παρά τινὰ τῶν χαμνόντων οὐχὶ ἐϑέλοντα ἢ φάρ- 
μαχον τσιιεῖν ἢ τεμεῖν ἢ καῦσαι τταρασχεῖν τῷ ἰατρῷ, οὐ 
δυναμένου τοῦ ἰατροῦ ττεἴσαι, ἐγὼ ἔπεισα, οὐκ ἄλλῃ τέ- 
χνῃ ἢ τῇ δητοριχῇ. φημὶ δὲ καὶ εἰς πόλιν ὅτιοι βούλει 
ἐλϑόντα ῥδητοριχὸν ἄνδρα χαὶ ἰατρόν, εἰ δέοι λόγῳ δια- 


ἃ. i. wenn ich dich einem Themi- 
stokles und einem Perikles zur Seite 
sehe. 

In Bezug auf τὰ τείχη τὰ A9n- 
ναίων sagt H. Kiepert: „Statt des 
älteren, der Stadt zunächst (35 Sta- 
dien — ”/s ἃ. M.) gelegenen Lan- 
dungsplatzes in der offenen phale- 
rischen Bucht wurde durch Themi- 
stokles die wenig weiter abliegende 
bergige :talbinsel, ursprünglich 
(durch Versumpfung der zwischen- 
liegenden Küstenebene, des „Salz- 
feldes“ Halipedon) eine Insel, wel- 
che von dieser „jenseitigen* Lage 
Peiraieus genannt wurde, mit ihrer 
alten Burgfeste Munychia zur Ha- 
fenstadt gemacht und mit Befesti- 
gungen umgeben. Diese sowohl, wie 
der Hafenort Phaleron wurden dann 
mit der Ummauerung der Stadt in 
Verbindung gesetzt durch die so- 
genannien langen oder Schenkel- 
Mauern (τὰ μακρὰ τείχη, τὰ σχέ- 
Am), welche nur gegen die offene 
Meerbucht zwischen Munychia und 
Phaleron nicht geschlossen waren, 
daher schon Perikles eine mit der 
peiräischen (τὸ βόρειον τεῖχος) pa- 
rallel. gehende Mauer bis Munychia 
hinzufügte* u. s. w. 

Kap. 11. Das Kapitel enthält 
eine Deklamation, eine Lobrede auf 
die Rhetorik (ἐπίδειξις), welche auf 
die Schüler des Gorgias berechnet 
ist, den Gedanken aber keinen Zoll 
weiter führt, Der Sophist knüpft 
an des Sokrates Worte, deren Sar- 
kasmus er nicht empfindet, an, an 


die δαιμονία δύναμις, welche So- 
krates mit lachender Ironie der Rhe- 
torik zusprach, und beginnt nun 
seine Prunkrede mit einem höchst 
komischen: „Wenn du wülstest“ 
u.s. w. Er geht dann sofort über 
alles vernünftige Mafs hinaus, wenn 
er die δύναμις seiner Kunst zur 
δύναμις δυνάμεων macht, ihr nicht 
grofse Kraft, sondern mit einem 
ganz entschiedenen Ausdruck (συλ- 
λαβοῦσα ὑφ᾽ αὑτῇ ἔχει) geradezu 
eine Art Allmacht zuspricht. Nach 
diesem Anfange klingt das klein- 
liche Beispiel lächerlich: die All- 
macht der Rhetorik soll es bewei- 
sen, dals es dem Gorgias gelungen 
ist, einige Kranke seines oben er- 
wähnten Bruders Herodikos oder 
der anderen Arzte seiner Bekannt- 
schaft (TE»v ἄλλων ἰατρῶν) füg- 
sam gegenüber einer bitteren Me- 
dizin oder einer notwendigen Ope- 
ration zu machen! Aus dem lächer- 
lichen Beispiel zieht er dann den 
noch lächerlicheren Schlufs, nach 
welchem der Rhetor es in seiner 
Hand haben soll, in jeder beliebi- 
gen Stadt sich zum städtischen Arzte 
wählen zu lassen, ohne doch Arzt 
zu sein, wenn ihm auch ein Fach- 
mann entgegentrete. Diesen mals- 
losen Gedanken giebt er in mals- 
loser Form: εἰς πόλιν ὅποι βού- 
λει ἐλθόντα, ἐν ἐχχλησίᾳ ἢ ἐν 
ἄλλῳ τινὲ συλλόγῳ, οὐδαμοῦ ἂν 
φανῆναι x. r.&. Die ἴῃ dem Satze 
φημὶ δὲ καὶ εἰς πόλιν x. τ. 8. ent- 
haltene hypothetische Periode dürfte 


TOPTIAZ. 27 


γωνίζεσϑαι ἐν ἐχχλησίᾳ ἢ ἐν ἄλλῳ τινὶ συλλόγῳ, ὁτπιότε- 
ρον δεῖ αἱρεϑῆναι ἰατρόν, οὐδαμοῦ ἂν φανῆναι τὸν ἰα- 
τρόν, ἀλλ᾽ αἱρεϑῆναι ἂν τὸν εἰττεῖν δυνατόν, εἰ βούλοιτο. 
χαὶ εἰ πρὸς ἄλλον γε δημιουργὸν ὄντιναοῦν ἀγωνίζοιτο, 
πείσειεν ἂν αὑτὸν ἑλέσϑαι ὃ δητοριχὸς μᾶλλον ἢ ἄλλος 
ὁστισοῦν" οὐ γὰρ ἔστι περὶ ὅτου οὐκ ἂν πιϑανώτερον 
εἴπτοι ὃ ῥητορικὸς 7 ἄλλος ὁστισοῦν τῶν δημιουργῶν ἐν 
πλήϑει. ἡ μὲν οὖν δύναμις τοσαύτη ἐστὶ χαὶ τοιαύτη 
τῆς τέχνης" δεῖ μέντοι, ὦ Σώκρατες, τῇ ῥητοριχῇ χρῆ- 
σϑαι ὥσπερ τῇ ἄλλῃ πάσῃ ἀγωνίᾳ. καὶ γὰρ τῇ ἄλλῃ 
ἀγωνίᾳ οὐ τούτου ἕνεχα δεῖ πρὸς ἅπαντας χρῆσϑαι ἂν- 
ϑρώπους, ὅτι ἔμαϑε πυχτεύειν τε χαὶ “παγκχρατιάζειν nal 


ἐν ὅπλοις μάχεσϑαι, 


als selbständige lauten: εἰ ἔδει δια- 
γωνίζεσϑαι, οὐδαμοῦ av ἐφάνη 
δεῖν (aus ὅπότερον δεῖ αἱρεϑῆ- 
ναι ἰατρὸν zu nehmen) τὸν ἐα- 
τρὸν αἱρεϑῆναι, ἀλλὰ τὸν εἰπεῖν 
δυνατόν. Der Gedanke wird dann 
noch zweimal hintereinander mit 
aller deklamatorischen Breite wie- 
derholt: χαὶ εἰ πρὸς ἄλλον γε δη- 
μιουργὸν x. τ. δ. und οὐ γὰρ ἔστι 
χ. τ. &. (ἐν πλήϑει vor einer Menge). 
Der nächste Gedanke folgt nun ohne 
jedes logischeBand, die Anknüpfung 
mit μέντοι ist eine rein äufserliche. 
Man fragt sich: wie kommt Gor- 
gias bei dieser Gelegenheit auf den 
Gedanken, man dürfe die Sünden 
der Schüler der Rhetoren nicht an 
ihren Lehrern heimsuchen? und man 
wird, wie mif scheint, nur einen 
psychologischen Grund anführen 
können, das böse Gewissen, das 
dem Redner schlägt, nachdem er 
seiner Kunst die Fähigkeit der vBgıs 
eines Tyrannen etwa zugesprochen 
hat, der gegenüber der Wille an- 
derer Menschen gar nichts gilt. Mit 
welcher langweiligen Denkbreite 
drückt nun Gorgias seinen Satz 
aus! Der Satz heifst, kurz und bün- 
dig gedacht: Der Lehrer der Rhe- 
torik ist nicht für den Mifsbrauch 


ὥστε χρείττων εἶναι χαὶ φίλων χαὶ 


verantwortlich, welchen seine Schü- 
ler mit der erlernten Kunst etwa 
treiben; denn er lehrt ἐπὶ τῷ δι- 
χαίως χρῆσϑαι αὐτῇ. Gorgias’ Ge- 
dankenfolge ist: Nicht weil man 
stark ist in irgendeiner Beziehung, 
soll man diese Stärke milsbrau- 
chen; man soll nicht seine Freunde 
mit der zu Gebote stehenden Kraft 
verletzen; wenn aber ein Starker 
Vater und Mutter verletzt, soll man 
nicht seine Lehrer verantwortlich 
machen ; denn diese lehren dierechte 
Anwendung; jene aber wenden die 
Lehren falsch an; darum sind nicht 
die Lehrer schlecht, noch die Kunst, 
sondern die einen falschen Gebrauch 
von ihr machen u. s.w. So wird 
durch die Lust an tönender Form 
die grölste Langweiligkeit des Ge- 
dankens hervorgerufen. Uber die 
Form sagt die Ausgabe von Deuschle- 
Gron: „Man beachte in dieser Rede 
des Gorgias die kunstgerechte Aus- 
drucksweise. Am meisten hervor 
tritt die Vorliebe für Fülle des Aus- 
drucks und Antithesen; daher auch 
die häufige Anwendung der Nega- 
tion, des ἄλλος, ἀλλά und 7, οὔτε 
— ovre u. dergl.“ Der Wert die- 
ser Fülle zeigt sich am besten, wenn 
man die überflüssigen Worte zu 


28 TIAAT2NOS \ 
} 
ἢ > μῶν τς 2 ΄ [4] εἶ " - ’ > or 
ἐχϑρῶν" οὐ τούτου Evexa τοὺς φίλους δεῖ τύπτειν οὐδὲ 
χεντεῖν TE χαὶ ἀποχτιννύναι. οὐδέ γε μὰ Δία ξάν τις 
, εἰς παλαίστραν φοιτήσας, εὖ ἔχων τὸ σῶμα καὶ πυχτι- 
χὸς γενόμενος, ἔπειτα τὸν πατέρα τύπτῃ Kal τὴν μητέρα 
Ὰ - N x - ͵Ἶ͵ 7 
ἡ ἄλλον τινὰ τῶν οἰχείων ἢ) τῶν φίλων, οὐ τούτου ἕνεκα 
dei τοὺς παιδοτρίβας καὶ τοὺς ἐν τοῖς ὅπλοις διδάσχον- 
Hl τας ιιάχεσϑαι μισεῖν τε nal ἐχβάλλειν ἐκ τῶν τεόλεων. 
ἢ ἐχεῖνοι μὲν γὰρ “ταρέδοσαν ἐπὶ τῷ δικαίως χρῆσϑαι τού- 
; τοις πρὸς τοὺς πολεμίους χαὶ τοὺς ἀδικοῦντας, ἀμυνο- 
ἡ μένους, μὴ ὑπάρχοντας" οἱ δὲ μεταστρέψαντες χρῶνται 
᾿ -» r > ΄, 2 - ΄ 
τῇ ἰσχύϊ χαὶ τῇ τέχνῃ οὐκ ὀρϑῶς. οὔχουν οἱ διδάξαν- 
τὲς πονηροί, οὐδὲ ἡ τέχνη οὔτε αἰτία οὔτε πονηρὰ τού- 
ca 4 2 I > c \ [4 zZ 2 “- ς 
του Evexa ἔστιν, ἀλλ᾽ οἱ μὴ χρώμενοι, οἶμαι, ὀρϑῶς. © 
αὐτὸς δὴ λόγος χαὶ περὶ τῆς ῥδητοριχῆς. δυνατὸς μὲν 
ἢ γὰρ πρὸς ἅπαντάς ἐστιν ὃ δήτωρ χαὶ περὶ παντὸς λέ- 
γειν, ὥστε πιϑανώτερος εἶναι ἐν τοῖς ττλήϑεσιν ἔμβραχυ 
ἂν" OR a , = 3 Ψ 2 , “- ’ὔ [4 
zregl του ἂν βούληται᾽ ἀλλ᾽ οὐδέν τι μᾶλλον τούτου ἕνεχα 
δεῖ οὔτε τοὺς ἰατροὺς τὴν δόξαν ἃ ἔσϑαι --- ori δύ- 
ς ροὺς τὴν δόξαν ἀφαιρεῖσϑαι --- ὅτε δύ 
\ » - ’ 7 
vaıro ἂν τοῦτο ττοιῆσαι --- οὔτε τοὺς ἄλλους δημιουργούς, 
ἀλλὰ δικαίως καὶ τῇ ῥδητοριχῇ χρῆσϑαι, ὥσπερ χαὶ τῇ 
ἀγωνίᾳ. ἐὰν δέ, οἶμαι, δητοριχκὸς γενόμενός τες κᾷτα 
ταύτῃ τῇ δυνάμει καὶ τῇ τέχνῃ ἀδικῇ, οὐ τὸν διδάξαντα δεῖ 
μισεῖν τε nal ἐχβάλλειν Ex τῶν τεόλεων. ἐχεῖνος μὲν γὰρ 
ἐπεὶ δικαίᾳ χρείᾳ πιαρέδωχεν, ὃ δ᾽ ἐναντίως χρῆται. τὸν 
ovv οὐκ ὀρϑῶς χρώμενον μισεῖν δέκαιον χαὲ ἐχβάλλειν 
NL > ’ > 9 > \ “ 
χαὶ ἀποχτιννύναι, ἀλλ᾽ οὐ τὸν διδάξαντα. 
12. ΣΩ, Οἶμαι, ὦ Γοργία, καὶ σὲ ἔμτσεειρον εἶναι 


streichen versucht: οὐ δεῖ τύπτειν 
οὐδὲ “κεντεῖν τε χαὶ ἀποχτιννύναι 
-- τὸν πατέρα καὶ “τὴν μητέρα 
ἢ ἄλλον τινὰ τῶν οἰχείων n τῶν 
φίλων --- ἀμυνομένους, μὴ ὑπάρ- 
χοντας (Subjekt Ζὰ χρήσϑαι)ν. 5ινν. 
Ja, ganze Sätze wiederholt der Rhe- 
tor fast mit denselben Worten: οὐ 
τούτου ἕνεχα δεῖ τοὺς παιδοτρί- 
Bas μισεῖν τε καὶ ἐχβάλλειν ἐκ 
τῶν πόλεων und οὐ τὸν διϑάξαν- 
ta δεῖ μισεῖν τε χαὶ ἐχβάλλειν Ex 


τῶν πόλεων - ἐχεῖνου παρέδο- 
σαν ἐπὶ τῷ δικαίως χθῆσϑαι und 
ἐχεῖνος ἐπὶ δικαίᾳ χρείᾳ παρέ- 
δωχεν ἃ. 85. W. 

In den W. ὥστε πιϑανώτερος 
εἶναι͵ ἐν τοῖς πλήϑεσιν ἔμβραχυ 

δ. heilst ἔμβραχυ „um es kurz 
με: a ’ 

Kap. 12. Des Sokrates Antwort 
ist das Gegenteil von der Dekla- 
mation des Gorgias, Wie Gorgias 
in seiner Rede sich selbst Weih- 


TOPTIAE. 29 


χεολλῶν λόγων χαὶ καϑεωραχκέναι ἐν αὐτοῖς τὸ τοιόνδε, 
ὅτι οὐ ῥᾳδίως δύνανται τιερὶ ὧν ἂν ἐπειχειρήσωσι διαλέγε- 
σϑαι ÖLopıoauevoı τιρὸς ἀλλήλους καὶ μαϑόντες χαὶ διδα- 
Eayres ἑαυτοὺς οὕτω διαλύεσϑαι τὰς συνουσίας, ἀλλ᾽ ἐὰν 
zeegi του ἀμφισβητήσωσι χαὶ μὴ φῇ ὁ ἕτερος τὸν ἕτερον 
ὀρϑῶς λέγειν ἢ μὴ σαφῶς, χαλεπαίνουσί τε χαὶ χατὰ 
φϑόνον οἴονται τὸν ἑαυτῶν λέγειν, φιλονεικοῦντας ἀλλ᾽ 
οὐ ζητοῦντας τὸ τιροχείμενον ἐν τῷ λόγῳ᾽ καὶ ἔνιοί γε 
τελευτῶντες αἴσχιστα ἀπταλλάττονται, λοιδορηϑέντες τε 
καὶ εἰπόντες Aal ἀχούσαντες τιερὶ σφῶν αὐτῶν τοιαῦτα, 


rauch streut, so spricht Sokrates 
von sich mit der kalten Nüchtern- 
heit des Weisen, mit aller Beschei- 
denheit, die sich gern bereit er- 
klärt, sich belehren zu lassen. Wie 
Gorgias über der Phrase die scharfe 
Gedankenfolge vergilst, so mar- 
kiert Sokrates seinen Gedanken- 
gang auf das genauste: τοῦ δὴ ἕγε- 
χα λέγω ταῦτα; (Anklang an des 
Gorgias τούτου ᾿ἕνεχαϑ) und ἐγὼ 
δὲ τίνων εἰμί; Wie aber des Gor- 
gias Worte nicht blofs auf Sokrates 
berechnet sind, sondern in hohem 
Mafse auch an die Adresse der übri- 
gen Anwesenden sich richten, so 
hat auch Sokrates den Kallikles, 
Polos u. s. w. ebenfalls im Auge 
und sucht einem Einspruch von 
ihrer Seite durch seine Auseinan- 
dersetzung vorzubeugen. Vielleicht 
dals Beifallsrufe, die der Rede des 
Gorgias folgten (Kap. 13: τοῦ μὲν 
ϑορύβου), eine Gereiztheit gegen 
Sokrates verrieten, wie sie Polos 
und später Kallikles zeigen. 
Sokrates beginnt mit neckenden 
Worten; denn die W. οἶμαι͵ χαὶ 
σὲ ἔμπειρον εἶναι πολλῶν λόγων 
muls Gorgias nach seiner rethori- 
schen Leistung für ein Lob halten, 
bis die folgende Darlegung ihn lehrt, 
dafs Sokrates nicht λόγοι im enge- 
ren Sinne, nicht Rede im Sinne hat, 
sondern das Wort von philosophi- 
scher Unterhaltung, für διάλογοι 
gebraucht. Die Wortstellung ist 


entgegen der des Gorgias schon im 
ersten Satze durchaus nicht künst- 
lerisch abgemesen, sondern eher 
etwas lässig, der Umgangssprache 
sich nähernd: so in dem τὸ τοι- 
ovds,: das vor dem folgenden ab- 
hängigen Satze eigentlich überflüs- 
sig ist; so in der Stellung des διο- 
οισάμενοι, Welches ohne weiteres 
Motiv die zusammengehörenden 
Worte διαλέγεσθαι πρὸς ἀλλη- 
λους trennt; so in dem den Parti- 
eipien μαϑόντες und διδάξαντες 
folgenden’ οὕτω, das allerdings aus 
der Umgangssprache bereits in die 
Schriftsprache übergegangen ist; so 
in der Ordnung der Worte xai μὴ 

ὀρϑῶς λέγειν un σαφῶς. 
De ist den ee Νέα 
chen es dem Sokrates ankommt, 
mit aller Kunst eingeleitet: wie zu- 
fällig ergeben sich aus dem Vor- 
hergehenden die Worte, die auf 
des Gorgias Deklamation gemünzt 
sind: οὐ ζητοῦντας τὸ προχείμε- 
γον ἐν τῷ λόγῳ. Dals am Schlusse 
der Rede des Gorgias gereizte Be- 
merkungen über Sokrates aus dem 
Kreise der Zuhörer sich haben hö- 
ren lassen, scheinen die folgen- 
den Worte anzudeuten: ἔνιοί γε 
τελευτῶντες αἴσχιστα ἀπαλλάτ- 
τονται x. τ. &., aus denen nicht 
undeutlich eine Zurechtweisung her- 
vorblickt. Im folgenden zwingt So- 
krates den Gegner ihm zuzustim- 
men: er sagt ihm zunächst, iro- 


80 ᾿ς ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


οἷα καὶ τοὺς παρόντας ἄχϑεσϑαι ὑπὲρ σφῶν αὐτῶν, ὅτι 
τοιούτων ἀνϑρώπων ἠξίωσαν ἀχροαταὶ γενέσϑαι. τοῦ 
δὴ ἕνεκα λέγω ταῦτα; ὅτι νῦν ἐμοὶ δοχεῖς σὺ οὐ πάνυ 
ἀχόλουϑα λέγειν οὐδὲ σύμφωνα οἷς τὸ πρῶτον ἔλεγες 
περὶ τῆς ῥητοριχῆς. φοβοῦμαι οὖν διελέγχειν σε, μὴ μὲ 
ὑπολάβῃς οὐ πρὸς τὸ πρᾶγμα φιλονειχοῦντα λέγειν τοῦ 
χαταφανὲς γενέσϑαι, ἀλλὰ πρὸς σέ. ἐγὼ οὖν, εἶ μὲν χαὶ 
σὺ εἰ τῶν ἀνθρώττων ὧνττερ nal ἐγώ, ἡδέως ἄν σε διε- 
ρωτῴην" εἰ δὲ un, ἐῴην ἄν. ἐγὼ δὲ τένων εἰμέ; τῶν 
ἡδέως μὲν ἂν ἐλεγχϑέντων, εἴ τε μὴ ἀληϑὲς λέγω, ἡδέως 
δ᾽ ἂν ἐλεγξάντων, εἴ τίς τε μὴ ἀληϑὲς λέγοι, οὐκ ἀηδέ- 
στερον μέντ᾽ ἂν ἐλεγχϑέντων ἢ ἐλεγξάντων" μεῖζον γὰρ 
αὐτὸ ἀγαϑὸν ἡγοῦμαι, ὅσῳτεερ μεῖζον ἀγαϑόν ἐστιν αὐ- 
τὸν ἀπαλλαγῆναι καχοῦ τοῦ μεγίστου ἢ ἄλλον ἀπαλλάξαι. 
οὐδὲν γὰρ οἶμαι τοσοῦτον xaxov εἶναι ἀνϑρώπῳ, ὅσον 
δόξα ψευδὴς περὶ ὧν τυγχάνει νῦν ἡμῖν ὃ λόγος ww. εἰ 
μὲν οὖν χαὶ σὺ φῇς τοιοῦτος εἶναι, διαλεγώμεϑα. εἰ δὲ 
χαὶ δοχεῖ χρῆναι ἐᾷν, ἐῶμεν ἤδη χαίρειν καὶ διαλύωμεν 
τὸν λόγον. 

TOP. ᾿Αλλὰ φημὶ μὲν ἔγωγε, ὦ Σώκρατες, καὶ αὐτὸς 
τοιοῦτος εἶναι οἷον σὺ ὑφηγεῖ᾽ ἴσως μέντοι χρῆν ἐννοεῖν 


nisch, dafs er οὐ πάνυ ἀχόλουϑα, gestimmt hätte. Eine feine Ironie 
nicht so ganz folgerichtig gespro- liegt in dem Übergange vom λέγω 


chen habe, thut sodann, als ob er 
sich fürchte (φοβοῦμαι διελέγχειν, 
wie αἰσχύνομαι ποιεῖν), von dem 
Rhetor falsch beurteilt zu werden, 
und drückt diese Furcht sehr gut 
— denn so spricht der Furchtsame 
— in etwas unbeholfener Wort- 
stellung und Wortverbindung aus: 
un με ὑπολάβῃς οὐ πρὸς τὸ πρὰγ- 
ua φιλονεικοῦντα λέγειν τοῦ χκα- 
ταφανὲς γενέσϑαι statt um ὑπο- 
λάβῃς “μὲ φιλονειχοῦντα λέγειν, 
οὐ τοῦ καταφανὲς τὸ πρᾶγμα 
γενέσϑαι; er greift ihn dann end- 
lich bei der Ehre an; würde sich 
doch Gorgias weit unter Sokrates 
gestellt haben, wenn er den ethi- 
schen Motiven desselben nicht bei- 


zum λέγοι in den hypothetischen 
Sätzen τῶν ἡδέως ἂν ἐλεγχϑέν- 
των x.r.&.: wo Sokrates von sich 
redet, giebt er die Möglichkeit eines 
Irrtums mit dem λέγω zu; wo er 
von Gorgias spricht, den er mit 
dem zug in εἴ τις τι μὴ ἀληϑὲς 
λέγοι im Auge hat, wendet er den 
dem Optativ mit ἄν entsprechenden 
Optativ im Vordersatze der hypo- 
thetischen Periode an, den urbane- 
ren, artigeren Ausdruck. 

Die Antwort des Gorgias hat be- 
reits der Scholiast richtig charak- 
terisiert: Addowev ὃ Γοργίας καὶ 
φεύγει τὴν διάλεξιν, αἰτιᾶται δὲ 
τοὺς “παρόντας πανούργως ὡς 
οὐχ ἀνεξομένους. 


TOPTIAE. 91 


ἣ 
χαὶ τὸ τῶν τταρόντων. πάλαι γάρ τοι, τιρὶν χαὶ ὑμᾶς ἐλ- 
ϑεῖν, ἐγὼ τοῖς τταροῦσι πολλὰ ἐπεδειξάμην, καὶ νῦν ἴσως 
πόρρω ἀποτενοῦμεν, ἢν διαλεγώμεϑα. ORostelv οὖν χρὴ 
καὶ τὸ τούτων, μὴ τινας αὐτῶν χατέχομεν βουλομένους 
τι χαὶ ἄλλο πράττειν. x 

13. ΧΑ]. Τοῦ μὲν ϑορύβου, ὦ Γοργία τε καὶ Σώ- 
χρατες, αὐτοὶ ἀχούετε τούτων τῶν ἀνδρῶν, βουλομένων 
ἀχούειν, ἐάν τι λέγητε" ἐμοὶ δ᾽ οὖν χαὶ αὐτῷ μὴ γένοιτο 
τοσαύτη ἀσχολία, ὥστε τοιούτων λόγων χαὶ οὕτω λεγο- 
μένων ἀφεμένῳ τεροὐργιαίτερόν τι γενέσϑαι ἄλλο τεράττειν. 

KAA. Νὴ τοὺς ϑεούς, ὦ Χαιρεφῶν, χαὶ μὲν δὴ καὶ 
αὐτὸς πολλοῖς ἤδη λόγοις πταραγενόμενος οὐχ οἶδ᾽ εἰ ττώ- 
ποτὲ ἴσϑην οὕτως ὥσπερ νυνέ᾽ ὥστ᾽ ἔμοιγε, χἂν τὴν 


ἡμέραν ὅλην ἐϑέλητε διαλέγεσϑαι, χαριεῖσϑε. 
ΣΩ, ᾿Αλλὰ μήν, ὦ Καλλίχλεις, τό γ᾽ ἐμὸν οὐδὲν χω- 


λύει, εἴσχτερ ἐϑέλει Γοργίας. 


" 


2 


TOP. Αἰσχρὸν δὴ τὸ λοιττόν, ὦ Σώχρατες, γίγνεται 
ἐμέ γε μὴ ἐθέλειν, αὐτὸν ἐπαγγειλάμενον ἐρωτᾶν ὅ τι τις 


βούλεται. 
ὅ τι βούλει. 


ἀλλ᾽ εἰ δοχεῖ τουτοισί, διαλέγου τε χαὶ ἐρώτα 


ΣΩ. άχουε δή, ὦ Γοργία, ἃ ϑαυμάζω ἐν τοῖς λεγο- 


Kap.13. Die Absicht des Chä- 
rephon ist, den Gorgias, der fliehen 
will, festzuhalten. Mit ironischer 
Artigkeit stellt er in seiner Anrede 
den Gorgias vor den Sokrates, spricht 
ironisch zu beiden gewendet, ob- 
wohl ja Sokrates selbst für Fort- 
setzung der Unterredung ist; iro- 
nisch zeigt er auf die Schüler des 
Gorgias, deren Wunsche dieser sich 
nicht gut entziehen kann (βουλο- 
μένων ἀκούειν, ἐάν τι λέγητε „die 
wünschen zuzuhören, wenn ihr ir- 
gendwie reden werdet“, nicht mit. Η, 
Müller zu übersetzen: „die, wenn 
ihr etwas zu sagen habt, es zu hö- 
ren wünschen“); ironisch drückt er 
sich in der Wunschform aus: ἐμοὶ 
μὴ γένοιτο τοσαύτη ἀσχολία, und 
mit Ironie weist er in dem Ausrufe 


καὶ οὕτω λεγομένων auf die mit 
Beifall aufgenommene Rede desGor- 
gias hin. "Gorgias scheint mit sei- 
ner Zustimmung immer noch zu 
zaudern. Deshalb erwidert Kalli- 
kles, dem Gorgias das Wort vor- 
weg nehmend, dem Ghärephon und 
nötigt durch seine Rede den Rhe- 
tor zum Ausharren. Während So- 
krates nun kurz zustimmt, muls 
Gorgias wieder viel Worte machen, 
um seine Zustimmung auszudrücken: 
aus seiner Rede könnte ohne Scha- 
den wegfallen: τὸ λοιπόν, αὐτὸν 
ἐπαγγειλάμενον ἐρωτᾶν ὅτι τις 


βούλεται, διαλέγου und ὁτι βού- 


λει. Sokrates beginnt nun den Dia- 
log mit einer Ironie, die in dem 
ϑαυμάζω liegt. Gorgias antwortet 
in der Art, die er oben Brachylo- 


32 ΠΛΑΤΏΝΟΣ Ι 


‚ ς - U G - > - , 

μένοις vo σοῦ" ἴσως γάρ τοι σοῦ ὀρϑῶς λέγοντος ἐγὼ 
᾽ > > c 4 x x - 
οὐκ ὀρϑῶς ὑπολαμβάνω. ῥητορικὸν φὴς ποιεῖν οἷός T’ 
εἰναι, ἐάν τις βούληται τταρὰ σοῦ μανϑάνειν; 

TOP. Ναί. 

ΣΩ, Οὐκοῦν περὶ πάντων wor ὃν ὄχλῳ τιιϑανὸν 

0 AKAD 

εἶναι οὐ διδάσχοντα ἀλλὰ πείϑοντα; 

TOP. Πάνυ μὲν οὖν. 

ΣΩ. Ἔλεγές τοι νῦν δὴ ὅτι καὶ πιερὶ τοῦ ὑγιεινοῦ 
τοῦ ἰατροῦ πιϑανώτερος ἔσται ὃ δήτωρ. 

\ \ 0 r >] 
TOP. Kai γὰρ ἔλεγον, Ev γε ὄχλῳ. 
ΣΩ, Οὐκοῦν τὸ ἐν ὄχλῳ τοῦτό ἔστιν, ἐν τοῖς μὴ εἰ- 
Di 2 ‘ 

δόσιν; οὐ γὰρ δήτιου ἔν γε τοῖς εἰδόσι τοῦ ἰατροῦ πιϑα- 
γώτερος ἔσται. 

TOP. ᾿4ληϑῆ λέγεις. 

ΣΩ, Οὐχοῦν εἴττερ τοῦ ἰατροῦ πιϑανώτερος ἔσται 

? 

τοῦ εἰδότος πιϑανώτερος γίγνεται; 

TOP. Πανυ γε. 

ΣΩ,. Οὐκ ἰατρός γε ὦν" ἢ γάρ; 

TOP. Ni. 

2. Ὃ δὲ μὴ ἰατρός γε δήττου ἀνεπιστήμων ἐν ὃ 
ἰατρὸς ἐτειιστήμιων. 

TOP. Arkov ὅτι. 

. I 

2. Ὁ οὐχ εἰδὼς ἄρα τοῦ εἰδότος ἐν οὐχ εἰδόσι πι- 

΄ , ς ’ - - 
ϑανώτερος ἔσται, ὅταν ὃ δήτωρ τοῦ ἰατροῦ πιϑανώτερο 
Ν ’ / 
> -μ N Pi ” 
ἢ. τοῦτο συμβαίνει 7 ἄλλο τι; 

TOP. Τοῦτο ἐνταῦϑα γε συμβαίνει. 

ΣΩ, Οὐκοῦν χαὶ περὶ τὰς ἄλλας ἁπάσας τέχνας ὡς- 
αὐτως ἔχει ὃ δήτωρ καὶ 1 δητοριχύ" αὐτὰ μὲν τὰ πραγ- 
ματα οὐδὲν δεῖ αὐτὴν εἰδέναι ὅτεως ἔχει, μηχανὴν δέ τινὰ 


gie Rande: sowie er aber mit ‚einem logischen Zwange, der nicht rechts 
Worte nur aus dem ναί, πάνυ γε und nicht links auszuweichen ge- 
u.$s. w. sich herauswagt, giebt er stattet, führt ihn dann sein über- 
dem Sokrates Wasser auf seine legener Gegner bis zu der schmach- 
Mühle: das ἔν γε ὄχλῳ, das ängst- vollsten Definition seiner Kunst: 
lich beschränkende Wort, definiert μηχανήν τινα πειϑοῦς εὑρηχέναι, 
er sofort: Ö ὄχλος = οἱ οὐχ ες ὥστε φαίένεσϑαι τοῖς οὐχ εἰδόσι 
δότες. Schritt für Schritt, miteinem μᾶλλον εἰδέναι τῶν εἰδότων. Die 


fee ee ie. ae. el ee ἀν πὰ, Eu u 


TOPTIAZ. | 33 


πειϑοῦς εὑρηκέναι, ὥστε φαίνεσϑαι τοῖς οὐχ εἰδόσι μᾶλ- 
λον εἰδέναι τῶν εἰδότων. 
14, TOP. Οὐκοῦν πολλὴ δᾳστώνη, ὦ Σώχρατες, γί- 
\ [4 \ ΒΩ ΄ 3 \ , Γ 
γνεται, un μαϑόντα τὰς ἄλλας τέχνας, ἀλλὰ μίαν ταῦύ- 
την, μηδὲν ἐλαττοῦσϑαι τῶν δημιουργῶν; 
- 3 — - 
ΣΩ. Ei μὲν ἐλαττοῦται ἢ μὴ ἐλαττοῦται ὃ δήτωρ τῶν 
ΒΩ \ x [4 27 2 πε 2 [4 Ἅ ΑΔ 5 
ἄλλων διὰ τὸ οὕτως ἔχειν, αὐτίχα ἐπισχεψόμεϑα, ἕαν τι 
ἡμῖν πρὸς λόγον ἢ νῦν δὲ τόδε πρότερον σκεψώμεϑα, 
ἄρα τυγχάνει περὶ TO δίχαιον χαὶ τὸ ἄδιχον χαὶ τὸ αἷσ- 
χρὸν χαὶ τὸ χαλὸν χαὶ ἀγαϑὸν χαὶ χαχὸν οὕτως ἔχων ὃ 
ῥητοριχὸς εἷς περὶ τὸ ὑγιεινὸν χαὶ περὶ τὰ ἄλλα ὧν αἱ 
” / I. τὰ Ν \ I 2 ΄ ΄ὔ 2 x I ΄ 
ἄλλαι τέχναι, αὐτὰ μὲν οὐκ εἰδώς, TI ἀγαϑὸν ἢ τί χα- 
, 2 a R \ by F ᾽ \ 3 F N ἢ 
χόν ἐστιν ἢ Ti καλὸν ἢ τί αἰσχρὸν ἢ δίκαιον ἢ ἄδιχον, 


Definition kann als die des moder- 
nen Bauernfangs gelten und pafst 
vorzüglich auf die Kunst unserer 
antisemitischen Redner und unserer 
orthodoxen Feinde der Wissenschaft. 
Man mulfs diese Definition, um ihre 
vernichtende Kraft zu empfinden, 
langsam lesen. Da erscheint nicht 
mehr die τέχνη πειϑοῦς, sondern 
ihre verwachsene Schwester, die 
μηχανή. Das Ziel, das sie sich 
steckt, ist ein hohles φαένεσϑαι 
und zwar ein eitler Schein vor οὐχ 
εἰδόσι, vor Dummen, und zuletzt 
ein Schein μᾶλλον εἰδέναι τῶν 
εἰδότων, die sittlich schlechte An- 
malsung eines Wertes, den man 
nicht besitzt und das Eingeständ- 
nis, das nicht zu besitzen, was den 
Menschen zum Menschen macht, 
das εἰδέναι. Plato hat anderen So- 
phisten derber mitgespielt; schär- 
fer, wie dem Gorgias, hat er kei- 
nem zugesetzt. 

Kap. 14. Die ersten Worte des 
Gorgias verraten nicht blofs Schwä- 
che des Denkens, sondern Roheit 
des Herzens; er hat nicht allein den 
Gedankengang des Gegners nicht 
begriffen ; denn sonst würde er nicht 
wieder in deklamatorische Phrasen 
ausbrechen; er fühlt sich nicht ein- 

Plato, Gorgias, 


mal durch das so verächtlich ab- 
sprechende Urteil des Sokrates in 
seiner Ehre, in seiner sittlichen Em- 
pfindung verletzt. Die Ehre ist eben 
für diesen flachen Kopf und für 
dies flache Herz nur etwas rein 
Aufserliches: oben sprach er von 
einem αἰσχρὸν γίγνεται, als er be- 
fürchtete, sich mit sich selbst und 
seinen Prahlereien in Widerspruch 
zu setzen: hier steht er mit eher- 
ner Stirn dem Manne gegenüber, 
der ihn mit aller wünschenswerten 
Deutlichkeit einen infamen Heuch- 
ler und Betrüger nennt; ja, seine 
Eitelkeit läfst ihn auf die vernich- 
tende Rede des Gegners mit einer 
Prahlerei antworten: „ich bin aber 
doch bei alledem ein einfluflsreichrer 
Mann als alle anderen δημιουργοί 
und habe dazu nicht einmal nötig, 
mich zur Erklärung ihrer Künste 
anzustrengen. Die Antwort des So- 
krates ist die des Lehrers, welcher 
eine alberne Bemerkung eines un- 
reifen Schülers korrigiert. Er weist 
die Albernheit mit Entschiedenheit 
zurück als etwas, das nicht am 
Platze ist: ἐπισχεψόμεϑα, ἐάν τι 
ἡμῖν πρὺς λόγον 7. Er stellt dann 
die sich aus dem bisher Gesagten 
ergebende Folgerung mit der Breite 


εν 


34 ΠΑΑΤΏΝΟΣ 


πειϑὼ δὲ ππερὶ αὐτῶν μεμηχανημένος, ὥστε δοκεῖν εἰδέναι 
οὐχ εἰδὼς ἐν οὐχ εἰδόσι μᾶλλον τοῦ εἰδότος; ἢ ἀνάγχη 
εἰδέναι, καὶ δεῖ προεϊιισεάμενον ταῦτα ἀφιχέσϑαι παρὰ 
σὲ τὸν μέλλοντα μαϑήσεσϑαι τὴν ῥητορικήν; εἰ δὲ μή, 
σὺ ὃ τῆς ῥητορικῆς διδάσκαλος τούτων μὲν οὐδὲν διδά- 
ξεις τὸν ἀφιχνούμενον --- οὐ γὰρ σὸν ἔργον --- ποιήσεις 
δ᾽ ἐν τοῖς πολλοῖς δοχεῖν εἰδέναι αὐτὸν τὰ τοιαῦτα 00% 
εἰδότα καὶ δοκεῖν ἀγαϑὸν εἶναι οὐκ ὄντα; ἢ τὸ παρά- 
παν οὐχ οἷός τε ἔσει διδάξαι αὐτὸν τὴν ῥητορικήν, ἐὰν 
μὴ προειδῇ χεδρὶ τούτων τὴν ὀλήϑειαν; ἢ πῶς τὰ τοι- 
αὕὗτα ἔχει, ὦ Γοργία; χαὶ πρὸς Διός, ὥστεερ ἄρτι εἶπες, 
ἀποχαλύψας τῆς δητοριχῆς εἰττὲ τές ττοϑ᾽ ἡ δύναμίς ἔστιν. 

TOP. ᾿Αλλ ἐγὼ μὲν οἶμαι, ὦ Σώκρατες, ἐὰν τύχῃ 
μὴ εἰδώς, καὶ ταῦτα τταρ᾽ ἐμοῦ μαϑήσεται. 

IQ. Ἔχε δή" χαλῶς γὰρ λέγεις, ἐάνττερ δητοριχὸν 
σύ τινὰ ποιήσῃς, ἀνάγκη αὐτὸν εἰδέναι τὰ δίκαια χαὶ τὰ 
ἄδικα ἤτοι πρότερόν γε ἢ ὕστερον μαϑόντα παρὰ σοῦ. 

TOP. Πανὺ γε. 


> 5 € 
ΣΩ. Ti οὖν; ὃ τὰ τεχτονιχὰ μεμαϑηκὼς τεχτονι- 
, PL 
κός, ἢ οὔ; 
TOP. Ναί. 


ΣΩ. Οὐκοῦν καὶ ὃ τὰ μουσικὰ μουσικός; 


hin, die einungeschulterundunreifer keit: „ich hoffe, er soll von mir 
Denker verlangt. Er behandelt den auch, wenn er’s nicht kennt, über 
Gorgias endlich ironisch strafend das Gerechte und Ungerechte u.s. w. 
hauptsächlich mitden Worten πειϑὼ belehrt werden!* Die logisch pas- 
περὲ αὐτῶν μεμηχανημένος und sende Antwort muls Sokrates selbst 
ἀποχαλύψας͵ um ῥητορικῆς εἰπὲ herauszwingen aus dieser Andeu- 
τίς ποϑ᾽ ἡ δύναμίς ἐστιν, ein Aus- tung. Mit dem Zugeständnis, wen 
druck, mit welchem er auf diehoch- er zum Rhetor machen soll, der 
trabende Rede des Gorgias im 10. müsse entweder vor seiner Lehr- 
Kap. zurückweist: ἀλλ᾽ ἐγώ ‚00. zeit das Gerechte und das Unge- 


πειράσομαι σαφῶς ἀποχαλύψαι rechte kennen gelernt haben oder 
τὴν τῆς ῥητορικῆς δύναμιν ἅπα- 
σαν, auf jene Zusage, die Gorgias 
so schlecht gehalten hat. Eine lo- 
gich richtige Erwiderung, die sei- 
nem 7 —n entsprochen hätte, er- 
zielt aber Sokrates mit all seiner 
lehrhaften Breite nicht; Gorgias 
antwortet, verletzt in seiner Eitel- 


es von ihm lernen, hat nun Gor- 
gias das nächste Spiel verloren, und 
es ist nur die harmlose Freude über 
die Ungeschicklichkeit seines gar 
zu schwachen Gegners und wohl 
auch der Spott über die langen Ge- 
sichter der Zuhörer, wenn Sokra- 
tes wieder mit einer gewissen Breite 


«Ὁ nn re 


TOPTIAZ. 35 


TOP. Ναί. 


202. Καὶ ὃ τὰ ἰατρικὰ largırog, καὶ τάλλα οὕτω κατὰ 
΄ ς - ’ 
τὸν αὐτὸν λόγον, ὁ μεμαϑηχὼς ἕκαστα τοιοῦτός ἐστιν 
οἷον ἡ ἐπιστήμη ἕκαστον ἀπεργάζεται; 


TOP. Πανυ γε. 


ΣΩ. Οὐχοῦν κατὰ τοῦτον τὸν λόγον καὶ ὃ τὰ δίκαια 


μεμαϑηκχὼς δίκαιος; 
TOP. Πάντως δήπου. 


ΣΩ. Ὁ δὲ δίκαιος δίκαια στου πράττει. 


TOP. “Ναί. 


ΣΩ. Οὐκοῦν ἀνάγκη τὸν ῥητορικὸν δίκαιον εἶναι, 
τὸν δὲ δίκαιον βούλεσϑαι δίκαια πράττειν; 


TOP. Φαίνεταί γε. 


ΣΩ. Οὐδέποτε ἄρα βουλήσεται ὅ γε δέχαιος ἀδικεῖν. 


TOP. "Avayın. 


ΣΩ. Τὸν δὲ ῥητορικὸν ἀνάγχη ἐκ τοῦ λόγου δίκαιον 


εἶναι. 


TOP. Ναί. 


ς 


ΣΩ, Οὐδέποτε ἄρα βουλήσεται ὃ δητορικὸς ἀδικεῖν. 

TOP. Οὐ φαίνεταί γε. 

15. 22. Ἰπέμνησαι οὖν λέγων νὰ πρότερον, ὅτι 
οὐ δεῖ τοῖς παιδοτρίβαις ἐγκαλεῖν οὐδ᾽ ἐχβάλλειν ἐχ τῶν 
πόλεων, ἐὰν ὁ πύχτης τῇ πυχτιχῇ χρῆταί τε nal ἀδικῇ; 
αἰ σαύτως δὲ οὕτω χαὶ ἐὰν ὃ ῥήτωρ τῇ δητορικῇ ἀδίκως 
χρῆται, μὴ τῷ διδάξαντι ἐγκαλεῖν μηδὲ ἐξελαύνειν ἐκ τῆς 


zu dem Satze überführt, welcher 
sein nächstes Ziel ist: οὐδέποτε 
ἄρα Povimosrkı ὁ ῥδητορικὸς adı- 
χεῖν. 

Καρ. 10. Das Kapitel bildet die 
Schlufsseene des vorhergehenden 
kleinen Intriguenspieles, in welcher 
Gorgias als unklarer Kopf entlarvt 
wird. Sokrates hat aus des Gor- 
gias obiger Rede (Kap. 11) einen 
scheinbar nebensächlichen Gedan- 
ken, dafs nämlich der Lehrer der 
Rhetorik nicht verantwortlich ge- 
macht werden dürfe, wenn seine 


Schüler die von ihm erlernte Kunst 
mifsbrauchen, festgehalten, um ihn 
des Widerspruchs in seinen Be- 
hauptungen zeihen zu können. Gor- 
gias hat nicht gewagt, konsequent 
zu behaupten, dals er das δίχαιον 
nicht lehre; er hat sich zu der wei- 
teren Folgerung zwingen lassen, 
dals wer das δίχαιον gelernt habe, 
kein ἀδικῶν sein wolle; er muls 
nun weiter eingestehen, dafs da er 
seine Schüler das J/z«ov lehre, 
diese von der Rhetorik keinen 
schlechten Gebrauch machen kön- 


85 


36 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


πόλεως, ἀλλὰ τῷ ἀδικοῦντι χαὶ οὐκ ὀρϑῶς χρωμένῳ τῇ 
δητοριχῇ; ἐρρήϑη ταῦτα ἢ οὔ; 

TOP. Ἐρρήϑη. 

ΣΩ. Νῦν δέ γε ὃ αὐτὸς οὗτος φαίνεται, ὃ δητορι- 
χός, οὐκ ἄν ποτε ἀδικήσας. ἢ οὔ; 

TOP. Φαίνεται. 

ΣΩ. Καὶ ἐν τοῖς πρώτοις γε, ὦ Γοργία, λόγοις ἐλέ- 
yero, ὅτι ἡ ῥητορικὴ περὶ λόγους εἴη οὐ τοὺς τοῖ ἀρτίου 
χαὶ περιττοῦ, ἀλλὰ τοὺς τοῦ δικαίου καὶ ἀδίκου" ἡ γάρ; 

ΓΟΡ. Ναί. 

ΣΩ. Ἐγὼ τοίνυν σου τότε ταῦτα λέγοντος ὑπέλα- 
βον, ὡς οὐδέποτ᾽ ἂν εἴη ἡ δητορικὴ ἄδικον πρᾶγμα, ὅ γ᾽ 
ἀεὶ περὶ δικαιοσύνης τοὺς λόγους ποιεῖται" ἐπειδὴ δὲ 
ὀλίγον ὕστερον ἔλεγες, ὅτι ὃ δήτωρ τῇ δητοριχῇ κἂν ἀδί- 
χως χρῷτο, οὕτω ϑαυμάσας καὶ ἡγησάμενος οὐ συνᾷάδειν 
τὰ λεγόμενα ἐκείνους εἶτεον τοὺς λόγους, ὅτε εἰ μὲν χέρ- 
δος ἡγοῖο εἶναι τὸ ἐλέγχεσϑαι ὥσπερ ἐγώ, ἄξιον εἴη δια- 
λέγεσϑαι, εἰ δὲ μή, ἐᾶν χαίρειν" ὕστερον δὲ ἡμῶν ἐπι- 
σκοπουμένων ὁρᾷς δὴ καὶ αὐτὸς ὅτι αὐ ὁμολογεῖται τὸν 
ῥητοριχὸν ἀδύνατον εἶναι ἀδίκως χρῆσϑαι τῇ ῥητοριχῇ 
χαὶ ἐϑέλειν ἀδιχεῖν. ταῦτα οὖν ὅττη ποτὲ ἔχει. μὰ τὸν 
χύνα, ὦ Γοργία, οὐκ ὀλίγης συνουσίας ἐστὶν ὥστε ἱχανῶς 
διασχέψασϑαι. 


nen, und damit widerspricht er seine Schüler ihre Kunst nennen 
seiner obigen Rede. Er ist denn die sittliche Basis fehlt; denn 
auch sehr geschlagen: mit einem eine jede Kunst erstrebt die Ver- 
ἐρρήϑη und φαίνεται und zuletzt wirklichung der sittlichen Grund- 
mit einem leisen v«l fügt er sich begriffe, des δίχαιον, des ἀγαϑόν, 


beschämt den Ausführungen des 
Gegners und kann auf dessen letzte 
Anrede keine Silbe Antwort finden; 
sodafs Sokrates ihn mit_ den höh- 
nischen ‚Worten ταῦτα ὅπῃ, ποτὲ 
ἔχει, μὰ τὸν χύνα, οὐχ ὀλίγης 
συνουσίας ἐστὶν ὥστε ἱχανῶς δια- 
σχέψασϑαι freilälst. Sokrates hat 
aber nicht nur einen logischen Feh- 
ler seines Gegners aufgedeckt, er 
hat mit seiner Beweisführung ge- 
zeigt, dals dem, was Gorgias und 


des χαλόν, und hört auf Kunst zu 
sein, sobald sie diese leugnet. Das 
hat aber Gorgias gethan;. am klar- 
sten in den Anfangsworten des 14. 
Kapitels, in welchem .er es offen 
ausspricht, dals man als ein ovx 
εἰδώς mittels der Rhetorik imstande 
sei die εἰδότας zu besiegen, dals 
man mit'ihrer Hilfe zu sein scheine, 
was man nicht ist, dals man mit 
ihr unwissende Leute betrügen und 
hinter das Licht führen könne. 


TOPTIAZ. 37 


16. II2A. Ti δέ, ὦ Σώκρατες; οὕτω χαὶ σὺ real 
τῆς ῥητορικῆς δοξάζεις ὥσπερ νῦν λέγεις; ἢ οἴει, ὅτι 
Γοργίας ἠσχύνϑη σοι μὴ προσομολογῆσαι τὸν ῥητορικὸν 
BU \ εχ \ \ 7 0, \ \ \ \ A 
ἄνδρα μὴ οὐχὶ χαὶ τὰ δίκαια εἰδέναι καὶ τὰ καλὰ χαὶ τὰ 
2 , \ N NIE “-“ 2 \ 3 > [4 > x 
ἀγαϑά, καὶ ἐὰν μὴ ἔλϑῃ ταῦτα εἰδὼς παρ᾽ αὐτόν, αὐτὸς 
διδάξειν, ἔπειτα ἐχ ταύτης ἴσως τῆς ὁμολογίας ἐναντίον 
τι συνέβη ἐν τοῖς λό ὕϑ᾽ ὃ δὴ ἀγαπᾷς, αὐτὸς Aya- 

ἡ ἐν τοῖς λόγοις, τοῦϑ᾽ ὁ δὴ ἀγαπᾷς, αὐτὸς aya 
yov ἐπὶ τοιαῦτα ἐρωτήματα --- ἐπεὶ τίνα οἴει ἀτταργήσε-- 

\ DEN \ DEN 2 , \ , δ᾽ 
σϑαι μὴ οὐχὶ καὶ αὐτὸν ξπιίστασϑαι τὰ δίκαια καὶ ἄλλους 
διδάξειν; ἀλλ᾽ εἰς τὰ τοιαῦτα ἄγειν πολλὴ ἀγροικία ἐστὶ 


τοὺς λόγους. 


ΣΩ, Ὦ χάλλιστε Πῶλε, ἀλλά τοι ἐξεπίτηδες κτώ- 


Kap. 16. Die Anhänger des Gor- 
gias, die Polos vertritt, haben die 
Bedeutung des Sokratischen Bewei- 
ses nicht verstanden und die fol- 
gendeEpisode bezweckt, auch ihnen 
diese Bedeutung klar zu machen, 
ihnen zu zeigen, dals die Rhetorik 
gar keine Kunst ist. 

Heftig erregt über die Niederlage 
seines Meisters nimmt Polos die 
Unterredung auf und spricht in un- 
klarer, anakoluthischer Form, die 
seine Aufregung trefflich kennzeich- 
net, folgenden Gedanken aus: „Es 
zeugt von wenig guter Lebensart 
(πολλὴ ayooızla), mit allerlei spitz- 
findigen Fragen den Gegner zu Wi- 
dersprüchen zu führen. Das hast 
du aber, o Sokrates, mit Gorgias 
gethan, der sich aus einer Art 
Schamgefühl, welches allen „Men- 
schen eigen ist (τίνα οἴει ἀπαρ- 
νήσεσϑαι), nicht entschliefsen 
konnte zu sagen, dals er als Rhe- 
tor das Gerechte nicht zu kennen 
und zu lehren brauche, derij;viel- 
mehr sich dazu drängen liels, das 
Gegenteil zu behaupten und durch 
diese allerdings nicht konsequente 
Behauptung in einen Widerspruch 
mit seiner früheren Behauptung ge- 
riet.“ Des Polos Erregung zeigt 
sich aufser in der Anakoluthie, in 
welcher er spricht, auch in der 


Stellung einzelner Worte: er sagt 
z.B. οὕτω καὶ σὺ περὶ τῆς 67 
τορικῆς δοξάζεις statt οὕτω σὺ 
Ra a na „Josageıs; ebenso ἐὰν 
μὴ ὃ ἔλϑῃ ταῦτα εἰδώς für ἐὰν ἔλϑῃ 
ταῦτα un εἰδώς u. ἃ.; ferner in 
der Konstruktion des αἰσχυνϑῆναι, 
auf welches er wie auf ein Ver- 
bum des Leugnens ein un ὁ. inf. 
folgen läfst u. 5. w. Wir könnten 
die Worte des Polos vielleicht eben- 
falls anakoluthisch wiedergeben: 
„Glaubst du, weil Gorgias sich 
scheute dir zuzugestehen, der Rhe- 
tor brauche gar nicht das Gerechte 
zu kennen und das Schöne und das 
Gute, noch wenn einer zu ihm 
komme, der es nicht kenne, ihn 
es lehren zu wollen — dann er- 
gab sich aus diesem Zugeständnis - 
vielleicht ein Widerspruch in seinen 
Behauptungen, das was du gern 
hast; denn du führst selbst auf 
solche Fragen — denn wer, glaubst 
du, wird leugnen, weder er kenne 
das Gerechte, noch wolle er es 
andere lehren? Aber die Unterre- 
dung auf derlei hinaus zu führen, 
zeigt grolsen Mangel an Lebens- 
art.“ 

Die Antwort des Sokrates ist 
spottend und die heitere Miene des 
Spötters verrät gleich die Anrede: 
ὦ κάλλιστε Πὥῶλε, Ἰώ" der Name 


38 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


μεϑα ἑταίρους χαὶ υἱεῖς, ἵνα ἐπειδὰν αὐτοὶ τιρεσβύτεροι 
γιγνόμενοι σφαλλώμεϑα, παρόντες ὑμεῖς οἵ νεώτεροι ἔπτα- 
γορϑῶτε ἡμῶν τὸν βίον nal ἐν ἔργοις χαὶ ἐν λόγοις. χαὶ 
γῦν εἴ τι ἐγὼ χαὶ Τοργίας ἐν τοῖς λόγοις σφαλλόμεϑα, σὺ 
zagwv ἐττανόρϑου" δίκαιος δ᾽ εἶ" χαὶ ἐγὼ ἐϑέλω τῶν ὡμο- 
λογημένων εἴ τέ σοι δοχεῖ μὴ καλῶς ὡμολογῆσϑαι, ἀνα- 
ϑέσϑαι ὅ τι ἂν σὺ βούλῃ, ἐάν μοι ἕν μόνον φυλάττῃς. 

ΠΩ 4. Τί τοῦτο λέγεις; 

ΣΩ, Τὴν μακρολογίαν, ὦ Πῶλε, ἢν καϑέρξης, ἡ τὸ 
χιρῶτον ἐπεχείρησας χρῆσϑαι. 

ΠΩ.1. Τί δέ; οὐκ ἐξέσται μοι λέγειν ὁτεόσα ἂν βού- 
λωμαι; 

ΣΩ, Asıva μέντ᾽ ἂν τεάϑοις, ὦ βέλτιστε, εἰ Asıvake 
ἀφικόμενος, οὗ τῆς Ἑλλάδος πλείστη ἐστὶν ἐξουσία τοῦ 
λέγειν, ἔπειτα σὺ ἐνταῦϑα τούτου μόνος ἀτυχήσαις. ἀλλὰ 
ἀντίϑες τοι σοῦ μαχρὰ λέγοντος χαὶ μὴ ἐϑέλοντος τὸ 
ἐρωτώμενον ἀποχρίνεσϑαι, οὐ δεινὰ ἂν αὖ ἐγὼ τιάϑοιμι, 
εἰ μὴ ἐξέσται μοι arcıevaı καὶ μὴ ἀχούειν σου; ἀλλ᾽ εἴ τι 
χήδει τοῦ λόγου τοῦ εἰρημένου χαὶ ἐπανορϑώσασϑαι αὖ- 
τὸν βούλει, Worceo νῦν δὴ ἔλεγον, ἀναϑέμενος ὅ τι σοι 
δοχεῖ, ἐν τῷ μέρει ἐρωτῶν τε καὶ ἐρωτώμενος, ὥστεερ Eyu 
τε nal Γοργίας, ἔλεγχέ ve καὶ ἐλέγχου. φὴς γὰρ δήπου 
χαὶ σὺ ἐπίστασϑαι ἅπερ Γοργίας" ἢ οὔ; 

II2A. Ἔγωγε. 

ΣΩ, Οὐκοῦν χαὶ σὺ κελεύεις σαυτὸν ἐρωτᾶν ἕχά- 
orors ὅ τι ἄν τις βούληται, ὡς ἐπιστάμενος ἀττοχρένε- 
σϑαι; 


des Polos auch das Seinige thut; dem Gebiete des Gedankens, wo 


denn πῶλος heilst bekanntlich „das 
Füllen.“ Der Spott liegt im Gegen- 
satz: πρεσβύτεροι γιγνόμενοι 
σφαλλώμεϑα und ὑμεῖς οἱ νεώ- 
τεροι ἐπανορϑῶτε; in dem xal 
ἐν ἔργοις χαὶ Ev λόγοις d.h. die 
Jugend soll das Alter ἐν ἔργοις 
unterstützen ; denn auf diesem Ge- 
biete ist das Alter schwach; Polos 
soll es aber auch, wo es gestrau- 
chelt, aufrichten ἐν λόγοις, auf 


dem Alter doch die gröfsere Kraft 
zur Verfügung steht; in dem δέ- 
χαιὸς εἶ, in dem τὴν μαχρολο- 
γίαν nv χαϑέρξῃς, zumal in dem 
Verbum u. s. w. Des Polos Ein- 
wurf ist plump: οὐχ ἐξέσται μοι 
x.t.&. Darum fertigt ihn Sokrates 
wieder mit Spott ab, wenn er sich 
vorbehält, vor seiner Makrologie 
das Weite zu suchen u. 8. w. 

Zu ἀναϑέσϑαι sagt die Ausgabe 


TOPTIAE. 39 


II2A. Πανυ μὲν οὖν. 


22. Καὶ νῦν δὴ τούτων ὁπότερον βούλει ποίει, 


3 ΄ r 2 ΄, 
ἐρώτα 1) ἀποχρίνου. 


17. ΠΩ 3. ᾿Δ4λλὰ ποιήσω ταῦτα. χαί μοι ἀτεόκριναι, 
ὦ Σώχρατες" ἐπειδὴ Γοργίας ἀπορεῖν σοι δοκεῖ τιερὶ τῆς 
ῥητορικῆς, σὺ αὐτὴν τίνα φὴς εἶναι; ' 
ΣΩ. Ἶώρα ἐρωτᾷς ἥντινα τέχνην φημὶ εἶναι; 


II2A. Ἔγωγε. 


ΣΩ. Οὐδεμία ἔμοιγε δοχεῖ, ὦ Πῶλε, ὥς γε τιρὸς σὲ 


τἀληϑῆ εἰρῆσϑαι. 


II2A. ᾿Αλλὰ vi σοι δοχεῖ ἡ δητορικὴ εἶναι; 
ΣΟ, Πρᾶγμα ὃ φὴς σὺ ποιῆσαι τέχνην ἐν τῷ συγ- 
γράμματι ὃ ἐγὼ ἔναγχος ἀνέγνων. 


II2A. Τί τοῦτο λέγεις; 


ΣΩ. Ἐμπειρίαν ἔγωγέ τινα. 


ΠΩ... Ἐμπειρία ἄρα σοι δοχεῖ 


ἡ ῥητοριχὴ εἶναι; 


22. Ἔμοιγε, εἰ μή τι σὺ ἄλλο λέγεις. 


N12A. Τίνος ἐμπειρία; 


ΣΩ. Χαριτός τινος καὶ ἡδονῆς ἀπεργασίας. 

II2A. Οὐκοῦν καλόν σοι δοκεῖ ἡ ῥητορικὴ εἶναι, 
χαρίζεσϑαι οἷόν τ᾽ εἶναι ἀνϑρώποις; 

22. Ti δέ, ὦ Πῶλε; ἤδη πέπυσαι παρ᾽ ἐμοῦ, ὅ τι 
φημὶ αὐτὴν εἶναι, ὥστε τὸ μετὰ τοῦτο ἐρωτᾷς, εἰ οὐ καλ΄ 


μοι δοχεῖ εἶναι; 


ΠΩ... Οὐ γὰρ πέπυσμαι ὅτι ἐμττειρίαν τινὰ αὐτὴν 


φὴς εἶναι; 


von Deuschle-Cron : „Eigentlich von 
den Steinen im Brettspiel (den 
Zügen) gebraucht, die man zurück- 
nimmt.“ 

Kap.17. Das Kapitel hat viel lus- 
gen Spott aufzuweisen. So spottet 
Sokrates mit der Hervorhebung der 
Person des Polos: ὡς γε πρὸς 
σὲ τἀληϑῆ εἰρῆσϑαι, πρᾶγμα ὃ 
φῇς « σὺ ποιῆσαι τέχνην, εἰ μή τι 
σὺ ἄλλο λέγεις; so wiederholt er 
das ἐρωτῶ δή des Polos, mit dem 
dieser seine Frage einleitet, mit 


seinem wiederholten φημὲ δή; so 
giebt er dem Polos vor allem höchst 
frappierende Antworten, in dem 
οὐδεμία ἔμοιγε δοκεῖ, in der Er- 
klärung ἐμπειρίαν ἔγωγέ τινα und 
χάριτός τινος χαὶ ἡδονῆς ἀπερ- 
γασίας, in der Aufforderung, ihn 
nach der Kochkunst zu fragen und 
in der scheinbaren Identifizierung 
dieser mit der Rhetorik; so neckt 
er ihn mit einigen Ausdrücken, wie 
mit dem πρᾶγμα in πρᾶγμα ὃ 
φῇς σὺ κ. τ. δ. und in dem ἐπειδὴ 


| 
I 
᾿ 
Η 
| 
ι 
ἢ 
ει 
᾿ 


40 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


SQ. Βούλει οὖν, ἐπειδὴ τιμᾷς τὸ χαρίζεσϑαι, σμι- 
κρόν τί μοι χαρίσασϑαει; 

ΠΩ 2. Ἔγωγςε. 

ΣΩ, Ἐροῦ νῦν με, ὀψοποιία ἥτις μοι δοχεῖ τέχνη 
εἶναι. 

ΠΩ. Δ. Ἐρωτῶ δή, τίς τέχνη ὀψοτεοιέα; 

ΣΩ, Οὐδεμία, ὦ Πῶλε. 

110.41. Al6 el; 0094, 

Z2. Φημὶ δή, ἐμτειειρία τις. 

ΠΩ “3. Τίνος; gası, 

ΣΩ, Φημὶ δή, χάριτος χαὶ ἡδονῆς ἀττεργασίας, w 
Πῶλε. 

ΠΩ (1. Ταὐτὸν δ᾽ ἔστιν ὀψοποιία καὶ δητοριχή; 

ΣΩ, Οὐδαμῶς γε, ἀλλὰ τῆς αὐτῆς μὲν ἐπιτηδεύσεως 
μόριον. 

ΠΩ... Τίνος λέγεις ταύτης; 

ΣΩ, Mi ἀγροικότερον ἢ τὸ ἀληϑὲς εἰπεῖν" 
γὰρ Γοργίου ἕνεχα λέγειν, un οἴηταί us διαχωμῳδεῖν ve 
ἑαυτοῦ ἐπιιτήδευμα" ἐγὼ δέ, εἰ μὲν τοῦτό ἔστιν ἡ δητορικὴ 
ἣν Γοργίας ἐπιτηδεύει, οὐκ οἶδα" καὶ γὰρ ἄρτε ἐκ τοῦ 
λόγου οὐδὲν ἡμῖν καταφανὲς ἐγένετο, τέ ποτε οὗτος ἡγεῖ- 


2 - 
ον 


ται" ὃ 0° 

΄ P} \ - - 
μόριον οὐδενὸς τῶν χαλῶν. 
τιμᾷς τὸ χαρίζεσϑαι. Spottend 


weist er nn olos zurecht, wenn 
dieser in seinen Fragen voreilig 
wird und den streng logischen Ge- 
dankengang in seiner dialektischen 
Unbeholfenheit nicht inne hält: τί 
δέ; ἤδη πέπυσαι παρ᾽ ἐμοῦ κ. τ. ὃ. 
und in der Antwort auf den unbe- 
rechtigten Schlufs des Polos: ταὺ- 
τὸν δ ἔστιν (recte iudicavit Her- 
mannus δὲ indignabundae mira- 
lioni unice convenire, während 
andere δή ἔστιν schreiben) ὀψο- 
ποιία χαὶ ῥητοριχή; Vom Spott 
geht dann Sokrates mit dem un 
ἀγροικότερον ἢ τὸ ἀληϑὲς εἰπεῖν, 
mit dem er auf die obige πολλὴ 
dyooızia des Polos erwidert, zum 


ἐγὼ καλῶ τὴν ῥδητορικήν, πράγματός τινός ἔστι 


Hohn über und verrät dabei die 
Nebenabsicht, den Gorgias wieder 
in das Gespräch zu ziehen. Eine 
Verhöhnung des Polos ist es, wenn 
er die Befürchtung ausspricht, der 
Vorwurf der ἀγροικία werde ihn 
wieder treffen, falls er, wie oben, 
die Wahrheit sage, und wenn er 
dann ‚fortfährt: ὀχνῶ γὰρ Loo- 
ylov ἕχενα λέγειν ἃ. h. des En 
ben Polos wegen würde ich mich 
allerdings nicht scheuen. Ein Hohn 
gegen Gorgias aber enthalten die 
Worte: ἐγὼ δέ, el μὲν τοῦτο — 
οὐχ οἶδα; denn sie weisen auf die 
ungenügenden Definitionen der So- 
phisten zurück; sowie die letzten 
Worte: πράγματός τινὸς ἐστι μό- 


TOPTIAE. 41 


TOP. Τίνος, ὦ Σώχρατες; eine, μηδὲν ἐμὲ aloyuv-. 
ϑείς. ι 
18. 32. Δοκεῖ τοίνυν μοι, ὦ Γοργία, εἶναί τι ἐτειι- 
τήδευμα τεχνικὸν μὲν οὔ, ψυχῆς δὲ στοχαστιχῆς καὶ av- 
δρείας χαὶ φύσει δεινῆς προσομιλεῖν τοῖς ἀνθρώποις" 
χαλῶ δὲ αὐτοῦ ἐγὼ τὸ κεφάλαιον χολαχξίαν. ταύτης μοι 
δοχεῖ τῆς ἐπιτηδεύσεως πολλὰ μὲν καὶ ἄλλα μόρια εἶναι, 
ἕν δὲ χαὶ ἡ ὀψοττοιική" ὃ δοχεῖ μὲν εἶναι τέχνη, ὡς δὲ ὃ 
ἐμὸς λόγος, οὐκ ἔστι τέχνη, ἀλλ᾽ ἐμπειρία καὶ τριβή. ταύ- 
της μόριου, καὶ τὴν ῥητορικὴν ἐγὼ χαλῶ χαὶ τήν γε κομ- 
μωτιχὴν χαὶ τὴν σοφιστιχὴν, τέτταρα ταῦτα μόρια ἐπὶ 
τέτταρσι τιράγμασιν. εἰ οὖν βούλεται Πῶλος πυνϑάνε- 
σϑαι, πυνϑανέσθω" οὐ γάρ πω πέτυσται, ὁποῖόν φημι 
ἐγὼ τῆς κολακείας μόριον εἶναι τὴν δητορικήν, ἀλλ᾽ αὖ- 


er οὐδενὸς τῶν χαλῶν. In des 
orgias Antwort liegt dann eine 
kleine &yooızi«, wie sie der selbst- 
gefällige Hochmut ihm eingiebt: 
statt des ὀχνεῖν des Sokrates ge- 
braucht er das αἰσχύνεσϑαι. 
Kap. 18. Wie bisher den sitt- 
lichen Wert, so spricht Sokrates 
jetzt der Rhetorik die logische Grund- 
lage ab. Er charakterisiert sie als 
das Treiben einer Seele, welcher 
drei nicht immer gute, sondern öfter 
zweifelhafte Eigenschaften zukom- 
men, das στοχαστιχόν, das die Ge- 
schicklichkeit, mit welcher man ein 
gestecktes Ziel im Auge behält und 
zugleich die Rücksichtslosigkeit, 
mit der man unbekümmert un: den 
eingeschlagenen, Weg und seinen 
Wert einem Zwecke nacheilt, einen 
zu lobenden Scharfsinn und eine 
nicht zu preisende Spitzfindigkeit 
bedeuten kann; das ἀνδρεῖον, das 
den Mut und die Dreistigkeit be- 
zeichnet; und das δεινὸν προσο- 
μιλεῖν τοῖς ἀνθρώποις, die Eigen- 
schaft eines gewandten und die 
eines listigen, im eigenen Interesse 
schlauen Menschen. Die Sophisten 
empfinden die Worte natürlich zu- 
nächst als ein Lob, das ihrer Kunst 


gespendet wird; um so wirksamer 
ist dann der Strahl kalten Wassers, 
der mit dem χαλῶ δὲ αὐτοῦ ἐγὼ 
τὸ χεφάλαιον χολακχείαν sie trifft. 
Weiterhin gesteht er der Rhetorik 
nur den Schein der Kunst zu, das 
Wesen derselben spricht er ihr aber 
wie bereits in dem τεχνικὸν μὲν 
οὐ entschieden ab, und nennt sie, 
auf des Polos erste Definition im 
2. Kapitel, auf sein ἐχ τῶν Euneı- 
ριῶν ἐμπείρως εὑρημέναι anspie- 
lend, eine ἐμπειρία καὶ τριβή d.i., 
wie der Schlufs des 19. Kapitels 
beweist, eine ἄλογος τριβή, die 
sich eben nur auf eine Art Rou- 
tine stützt. Drei solcher ἐμπει- 
olc.ı stellt er nun der Rhetorik gleich 
und zwar in scherzender Reihen- 
folge; denn statt ihr ihre nächste 
Verwandte, die Sophistik, zur Seite 
zu stellen, nennt er zunächst die 
sogenannte Kochkunst und die zou- 
μωτική, die ἐμπειρία des Schnei- 
ders und des Friseurs und all derer, 
welche den äufseren Menschen 
putzen, ohne ihm zu nützen. Scher- 
zend nennt er alle vier mit einem 
Diminutivum μόρια κολακείας, mit 
χολακεία einen begriff bietend, der, 
wie Deuschle-Gron sehr richtig be- 


nn nn 


u 


er EEE BEE 


42 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


\ 


τὸν λέληϑα οὔπω ἀπτοχεχριμένος, ὃ δὲ ἐπανερωτᾷ, εἰ οὐ 
καλὸν ἡγοῦμαι εἶναι. ἐγὼ δὲ αὐτῷ οὐχ ἀποχρινοῦμαι 
χειρότερον, εἴτε καλὸν εἴτε αἰσχρὸν ἡγοῦμαι εἶναι τὴν ῥη- 
τοριχήν, πρὶν ἂν zcoWrov ἀποκρίνωμαι ὅ τι ἐστίν. οὐ γὰρ 
δίκαιον, ὠ Πῶλε;" ἀλλ᾽ εἴπερ βούλει. πυϑέσϑαι, ἐρώτα, 
Örcoiov μόριον τῆς κολαχείας φημὶ εἶναι τὴν ῥητοριχή γ. 
ΠΩ“. Ἐρωτῶ δή, χαὶ ἀπόκριναι, ὅχτοῖον μόριον. 
ZN. do’ οὖν ἂν μάϑοις ἀποκχριναμένου; ἔστι γὰρ N 
ῥητοριχὴ κατὰ τὸν ἐμὸν λόγον ττολιτικῆς μορίου εἴδωλον. 
ΠΩ 4. Τί οὖν; καλὸν ἢ αἰσχρὸν λέγεις αὐτὴν εἶναι; 
24. Αἰσχρὸν ἔγωγε᾽ τὰ γὰρ χαχὰ αἰσχρὰ χαλῶ" 
ἐπειδὴ δεῖ σοι ἀποχρίνασϑαι ὡς ἤδη εἰδότι ἃ ἐγὼ λέγω. 


ΓΟΡ. Ma τὸν Jia, ὠ Σώκρατες, ἀλλ᾽ ἐγὼ οὐδὲ αὐ- 


τὸς συνέημι ὅ τι λέγεις. 


ΣΩ, Εἰχότως γε, ὦ Γοργία" οὐδὲν γάρ πω σαφὲς 
λέγω, Πῶλος δὲ öde νέος ἐστὶ καὶ ὀξύς. 

TOP. ᾿Αλλὰ τοῦτον μὲν ἔα, ἐμοὶ δ᾽ eine, πτῶς λέγεις 
πολιτικῆς μορίου εἴδωλον εἶναι τὴν δητορικήν. 

ΣΩ, AU ἐγὼ πειράσομαι φράσαι, ὅ γέ μοι φαίνε- 
ται εἶναι ἡ δητορική᾽ εἰ δὲ μὴ τυγχάνει ὃν τοῦτο, Πῶλος 
ὅδε ἐλέγξει σῶμά που καλεῖς τι καὶ ψυχήν; 


merken, mehr sagt als unser 
„Schmeichelei“, der den Eigennutz 
des Schmeichlers mit der Fertig- 
keit derer zusammenfafst, die, wie 
die Haarkünstler u.a. so oft nur 
dem Scheine dienen. Jetzt macht 
er plötzlich halt, macht eine Pause 
und quält damit seine Gegner in 
ihrer Erwartung, neckt besonders 
den Polos, der, wie wir annehmen 
dürfen, seine Verwunderung am 
lebhaftesten kundgiebt. Polos lälst 
sich, neugierig, denn auch nicht 
nötigen, sondern spricht die Frage 
aus, welche Sokrates ihm, wie 
einem Knaben, vorsagt, und erhält 
nun eine Definition, welche das 
schon verächtliche Diminutivum 
μόριον noch weit überbietet: ἔστιν 
ἡ ῥητοριχὴ πολιτικῆς μορίου εἴς 


δωλον. Polos überlegt in seinem 
Eifer gar nicht, was Sokrates sagt, 
obwohl er durch dessen do’ οὖν 
ἂν μάϑοις ἀποχριναμένου wohl 
hätte können aufmerksam gewor- 
den sein. Er fragt sofort weiter 
und erhält nun das seiner lieben 
Kunst gebührende Epitheton mit 
dem spöttischen Zusatz δεῖ σοι 
ἀποχρίνασϑαι χ. τ. ἕ., der so viel 
heist wie: „du hast ja gar nicht ver- 
standen, was ich gesagt habe.“ 
Nun nimmt Gorgias, der auch neu- 
gierig auf die weitere Darlegung 
geworden ist, die Unterredung auf, 
und Sokrates giebt nach einem letz- 
ten Spott über Polos (Πῶλος δὲ 
ode γέος ἐστὶ καὶ ὀξύς, „Polos hier 
ist jung und ein scharfer Kopf“) 
folgende Auseinandersetzung: Es 


TOPTIAZ. 43 


TOP. Πῶς γὰρ οὔ; 


ER. Οὐχοῦν χαὶ τούτων οἴει τινὰ εἶναι ἑἕκατέρου 
εὐεξίαν; 
TOP. ’Eywye. 


32. Ti δέ; δοχοῦσαν μὲν εὐεξίαν, οὖσαν δ᾽ οὔ; οἷον 
τοιόνδε λέγω" fake δοχοῦσιν εὖ ἔχειν τὰ σώματα, oUg 
οὐκ ἂν ῥᾳδίως αἴσϑοιτέ τις, ὅτι οὐκ εὖ ἔχουσιν, ἄλλος 
ἢ ἰατρός τε xal τῶν γυμναστιχῶν τις. 

TOP. ᾿Δ4ληϑῆ λέγεις. 

ΣΩ. Τὸ τοιοῦτον λέγω καὶ ἐν σώματι εἶναι καὶ ἐν 
ψυχῆ, ὅ τι ποιεῖν μὲν δοχεῖν εὖ ἔχειν τὸ σῶμα χαὶ τὴν 
ψυχήν, ἔχει δὲ οὐδὲν μᾶλλον. 

TOP. Ἔστι ταῦτα. 

19. ΣΩ. Φέρε δή σοι, ἐὰν δύνωμαι, σαφέστερον ἐπι- 
δείξω ὃ λέγω. δυοῖν ὄντοιν τοῖν πηραγμάτοιν δύο λέγω 
τέχνας᾽ τὴν μὲν ἐπὶ τῇ ψυχῇ ττολιτικὴν καλῶ, τὴν δὲ ἐπὶ 
σώματι μίαν μὲν οὕτως ὀνομάσαι οὐκ ἔχω σοι, μιᾶς δὲ 
οὔσης τῆς τοῦ σώματος ϑερατιείας δύο μόρια λέγω, τὴν 
μὲν γυμναστιχήν, τὴν δὲ ἰατρικήν" τῆς δὲ πολιτικῆς ἀντὶ 
μὲν τῆς γυμναστικῆς τὴν νομοϑετιχήν, ἀντέστροφον δὲ 
τῇ ἰατρικῇ τὴν δικαιοσύνην. ἐπικοινωνοῦσι μὲν δὴ ἀλλη- 
λαις, ἅτε περὶ τὸ αὐτὸ οὖσαι, ἑχάτεραι τούτων, ἥ τε ἰα- 
τριχὴ τῇ γυμναστιχῇ χαὶ ἡ δικαιοσύνη τῇ νομοϑετιχῇ" 
ὅμως δὲ διαφέρουσί τι ἀλλήλων. τεττάρων δὴ τούτων 
οὐσῶν, χαὶ ἀεὶ πρὸς τὸ βέλτιστον ϑερατιευουσῶν τῶν μὲν 
τὸ σῶμα, τῶν δὲ τὴν ψυχήν, ἡ κολαχευτιχὴ αἰσϑομένη, 


giebt ein wahres und ein schein- abteilungen, die γυμναστική und 


bares Wohlbefinden des Körpers 
und der Seele. 

Kap. 19. Es giebt ferner je eine 
Kunst, welche die εὐεξία des Kör- 
pers und die der Seele sich zum 
Ziel gesetzt. Die εὐεξία der Seele 
erstrebt die mohrızn; für die Kunst, 
welche die εὐεξία τοῦ σώματος 
erzielt, giebt es keinen der πολι- 
τιχή entsprechenden Namen, nen- 
nen wir sie also ϑεραπεία τοῦ σώ- 
ματος. Letztere hat zwei Unter- 


die ἐατριχή, denen auf geistigem 
Gebiete als Teile der πολιτική die 
νομοϑετιχή als ἀντίστροφον der 
γυμναστιχή und die “δικαιοσύνη 
als ἀντίστροφον der ἰατρική ent- 
sprechen. Allen vier wahren Kün- 
sten kommt ein ἐγνωκέναι zu. Sie 
haben aber vier εἴδωλα. die sich 
unter dem Begriff der χολαχεία 
und mit dem Namen χολαχευτιχή 
zusammenfassen lassen. Diesem 
Hauptbegriffe und folglich auch 


- 


Bi. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


οὐ γνοῦσα λέγω, ἀλλὰ στοχασαμένη, τέτραχα ἑαυτὴν δια- 
γείμασα, ὑτιοδῦσα ὑττὸ ἕχαστον τῶν μορίων, τιροσποιεῖται 
εἶναι τοῦτο ὅὕτπτερ ὑπέδυ, χαὶ τοῦ μὲν βελτίστου οὐδὲν 
φροντίζει, τῷ δὲ ἀεὶ ἡδίστῳ ϑηρεύεται τὴν ἄνοιαν xal 
ἐξαιτατᾷ, ὥστε δοχεῖ πλείστου ἀξία εἶναι. ὑττὸ μὲν οὖν 
τὴν ἰατρικὴν ἡ ὀνψνοττοιιχὴ ὑτεοδέδυχε, καὶ τεροστιοιεῖται τὰ 
βέλτιστα σιτία τῷ σώματι εἰδέναι, ὥστ᾽ εἰ δέοι ἐν τταισὶ 
διαγωνίζεσθαι ὀψοτιοιόν τε χαὶ ἰατρὸν ἢ ἐν ἀνδράσιν 
οὕτως ἀνοήτοις ὥσπερ οἱ παῖδες, πότερος, Ercaleı σπιερὶ 
τῶν χρηστῶν σιτίων χαὶ πονηρῶν, ὃ ἰατρὸς ἢ ὃ ὀψοχιοιός, 
λιμῷ ἂν ἀποϑανεῖν τὸν ἰατρόν. κολακείαν μὲν ovv αὐτὸ 
χαλῶ, χαὶ αἰσχρόν φημι εἶναι τὸ τοιοῦτον, ὦ Πῶλε -- 
τοῦτο γὰρ πρὸς σὲ λέγω --- ὅτι τοῦ ἡδέος στοχάζεται 
ἄνευ τοῦ Rekziaron: τέχνην δὲ αὐτὴν. οὔ φημι εἶναι ἀλλ᾽ 
ἐμστειρίαν, ὅτι οὐχ ἔχει λόγον οὐδένα ὧν προσφέρει, ὅποτ᾽ 
ἄττα τὴν φύσιν ἐστίν, ὥστε τὴν αἰτίαν ἑκάστου μὴ ἔχειν 
εἰχιεῖν. ἐγὼ δὲ τέχνην οὐ χαλῶ, ὃ ἂν ἢ ἄλογον πρᾶγμα" 
τούτων δὲ πέρι εἰ ἀμφισβητεῖς, ἐϑέλω ὑποσχεῖν λόγον. 


seinen ‚Unterbegriffen wohnt kein 
ἐγνωχέναι inne, sondern nur ein 
αἰσϑάνεσϑαι und ein στοχάζεσϑαι 
d.i. sie lassen sich leiten nicht von 
einem Erkennen, sondern von einem 
Empfinden — sie verfolgen daher, 
was gut scheint — und von 
einem Blicke auf das Ziel — sie 
lassen, um als Ziel ein ἥδιστον zu 
gewinnen, das wahre Glück, das 
Beste des Objekts aufser acht. Diese 
vier μόρια τῆς κολαχευτικχῆς täu- 
schen, betrügen nun die liebe ἄνοια 
dadurch, dafs sie sich für μόρεα 
τῆς πολιτικῆς ausgeben, während 
sie doch eben nur εἰδωλὰ μορίων 
τῆς πολιτικῆς Sind. Das εἰδωλον 
der iergızy aber ist die ὀψο- 
ποιική. 

Wie entsprechen nun je zwei 
der guten Künste einander? Ich 
meine, die γυμναστική und die vo- 
μοϑετιχή; haben es beide zu thun 
mit*der Ordnung des Leibes und 
der Seele, sie wollen den möglichst 


kräftigen Körper und die möglichst 
gute Seele schaffen, herstellen, er- 
ziehen. Dagegen sind die ? ἰατριχή 
und die δικαιοσύνη bemüht, das 
von den ersten beiden Künsten Er- 
reichte zu erhalten und Störungen 
in dem von den beiden Schwester- 
künsten weislich Geordneten zu be- 
seitigen oder ihnen vorzubeugen. 
Sokrates unterbricht seine Aus- 


einandersetzung, einmal um Gele- 


genheit zur Frage zu geben, falls 
einer ihn nicht verstanden hat und 
sodann, um eine Erklärung des Un- 
terschiedes der ἐμστειρία von der 
τέχνη zu geben, strenger als er sie 
bereits geboten hat. Er nennt die 
ἐμπειρία im Gegensatz zur τέχρη 
ein ἄλογον πρᾶγμα, weil sie οὐχ 
ἔχει λόγον οὐδένα ὧν προσφέρει, 
ὁποῖ᾽ ἄττα τὴν φύσιν ἐστίν ἃ. ἱ. weil 
sie von der φύσις, der Natur, dem 
Wesen und dem wahren Werte der 
Dinge, ἃ προσφέρει, der Mittel, 
welche sie anwendet, keinen Be- 


2 να ᾧ.}} 


TOPTIAZ. 45 


20. Τῇ μὲν οὖν ἰατρικῇ, ὥσπερ λέγω, ἡ ὀψοττοιικὴ. 


χολαχεία ὑπόκειται" τῇ δὲ γυμναστικῇ χατὰ τὸν αὐτὸν 
τρόπον τοῦτον N χομμωτιχή, κακοῦργός τε οὖσα χαὶ ἀπα- 
τηλὴ καὶ ἀγεννὴς χαὶ ἀνελεύϑερος, σχήμασι --- καὶ χρώ- 
μασι καὶ λειότητι --- χαὶ αἰσϑήσει ἀπατῶσα, ὥστε ποιεῖν 
ἀλλότριον χάλλος ἐφελχομένους τοῦ οἰχείου τοῦ διὰ τῆς 
γυμναστιχῆς ἀμελεῖν. iv’ οὖν μὴ μακρολογῶ; ἐϑέλω σοι 
εἰπεῖν ὥσπερ οἱ γεωμέτραι --- ἤδη γὰρ ἂν ἴσως ἀκολου- 
ϑήσαις -- ὅτε ὃ κομμωτικὴ πρὸς γυμναστικήν, τοῦτο 
ὀψοποιικὴ πρὸς ἰατρικήν" μᾶλλον δὲ ὧδε, ὅτι ὃ nouuw- 
τικὴ πρὸς γυμναστικήν, τοῦτο σοφιστιχὴ πρὸς νομοϑετι- 
χήν, χαὶ ὅτι ὃ ὀψοττοιικὴ 7905 ἰατρικήν, τοῦτο ῥδητοριχὴ 


x ’ [4 7 [4 7 " \ σ 
πρὸς δικαιοσύνην. ὅπερ μέντοι λέγω, διέστηχε μὲν οὕτω 


griff, kein logisches Verständnis 
hat, sondern sie anwendet, ohne 
zu überlegen, ob das ἥδιστον, wel- 
ches sie bewirken will, auch mit 
dem βέλτιστον dessen, für den sie 
es bewirken will, sich deckt. 
Kap. 20. Mit dem οὖν den Satz 
des vorigen, Kapitels ὑπὸ μὲν͵ οὖν 
τὴν ἰατρικὴν ῃ ὀψοποιιχὴ ὕπο- 
δεδυχε wieder aufnehmend giebt 
nun Sokrates die drei übrigen uo- 
910. τῆς χολαχευτικχῆς als Schatten- 
bilder der drei übrigen wahren Teile 
der πολιτιχή. Es entspricht der 
yvuvagrızn auf der einen die zou- 
μωτιχή auf der andern Seite, als 
ihr &2dwAov, und aus den Beiwor- 
ten, welche sie erhält, Beiworte, 
die in ihrer Bedeutung sich stei- 
gern bis zu dem verächtlichsten 
ἀνελ εὐϑερος, erhalten die Rhetoren 
einen Vorgeschmack von dem Ur- 
teile, welches ihre Kunst treffen 
wird. Was unter der χομμωτιχή 
Sokrates alles begreift, geht aus 
den Worten σχήμασι χαὶ χρώμασι 
zu) λειότητι χαὶ αἰσϑήσει hervor. 
In den letzten Worten habe ich 
die schon von Coraes vorgenom- 
mene Konjektur fallen lassen und 
die Lesart der Vulgata wieder auf- 
genommen, die ich folgendermafsen 
erkläre: die χομμωτιχή bewirkt, 


dafs wir uns σχήμασι, in den Gestal- 
ten der Menschen, täuschen, χαὲ «i- 
σϑήσει d.i. in der Empfindung, die 
wir von diesen Gestalten empfangen; 
die Worte χαὲ χρώμασι χαὶ λειό- 
τητι erklären das σχήμασι: „wir 
täuschen uns in den Formen, so- 
wohl in ihren Farben, wie in ihrer 
Glätte, und in der Empfindung, die 
diese Formen erwecken, in unserer 
Wahrnehmung dieser Formen.“ In 
der scherzenden Form eines ma- 
thematischen Beweises, eines Be- 
weises etwa aus der Lehre von der 
Ähnlichkeit der Figuren (6 γεωμέ- 
tong bezeichnet zwar den Mathe- 
matiker überhaupt; hier braucht 
man aber nur an Geometrie zu den- 
ken) zählt er dann die &idwoA« der 
übrigen μόρια der πολιτική auf, 
die Sophistik der νομοϑετιχή und 
die Rhetorik endlich der διχαιο- 
σύνη gegenüber stellend, sodals wir 
nun neben den vier Künsten, die 
sich zu je zweien gruppieren, der 
Gymnastik und der Heilkunst, der 
Nomothetik und der Gerechtigkeits- 
pflege — das versteht er doch wohl 
unter der δικαιοσύνη, die er sonst 
auch δικαστιχή nennt — vier ent- 
sprechende Künsteleien gewonnen 
haben: die Kommotik und die Koch- 
künstelei, die Sophistik und die 


46 HAATQNOE 


φύσει" ἅτε δ᾽ ἐγγὺς ὄντων φύρονται ἐν τῷ αὐτῷ καὶ περὶ 
ταὐτὰ σοφισταὶ καὶ ῥήτορες, χαὶ οὐκ ἔχουσιν ὅ τι χρή- 
σονται οὔτε αὐτοὶ ἑαυτοῖς οὔτε οἱ ἄλλοι ἄνϑρωποι τού- 
τοις. καὶ γὰρ ἄν, εἰ μὴ ἡ ψυχὴ τῷ σώματι ἐπεστάτει, 
ἀλλ᾽ αὐτὸ αὑτῷ, xal μὴ ὑπὸ ταύτῃς κατεϑεωρεῖτο καὶ 
διεχρένετο ἢ ve ὀψοποιικὴ καὶ ἡ ἰατρική, ἀλλ᾽ αὐτὸ τὸ 
σῶμα ἔχρινε σταϑμώμενον ταῖς χάρισι ταῖς πρὸς αὐτό, 
τὸ τοῦ “Ἀναξαγόρου ἂν στολὺ ἣν, ὠ φίλε Πῶλε --- σὺ γὰρ 
τούτων ἔμπειρος ---, ὁμοῦ ἂν πτάντα χρήματα ἐφύρετο ἐν 
τῷ αὐτῷ, ἀχρίτων ὄντων τῶν τε ἰατριχῶν xal ὑγιεινῶν 
χαὶ ὀψοποιικῶν. ὃ μὲν οὖν ἐγώ φημι τὴν δητορικὴν 
εἶναι, ἀκήκοας " ἀντίστροφον ὀιϊψμοττοιίας ἐν ψυχῇ, ὡς ἐχεῖνο 
ἐν σώματι. 

Ἴσως μὲν οὖν ἄτοττον πιετιοίηχα, ὅτι σὲ οὐχ ἐῶν μα- 
χροὺς λόγους λέγειν αὐτὸς συχνὸν λόγον ἀττοτέταχα. ἄξιον 
μὲν οὖν ἐμοὶ συγγνώμην ἔχειν ἐστί" λέγοντος γάρ μου 
βραχέα οὐκ ἐμάνθανες, οὐδὲ χρῆσϑαι τῇ ἀποχρίσει, ἣν 
σοι ἀπεκρινάμην, οὐδὲν οἷός τ᾽ ἦσϑα, ἀλλ᾽ ἐδέου διηγή- 
σεως. ἐὰν μὲν οὖν χαὶ ἐγὼ σοῦ ἀποχρινομένου μὴ ἔχω 
ὅ τι χρήσωμαι, ἀπότεινε nal σὺ λόγον, ἐὰν δὲ ἔχω, ἔα 
με χρῆσϑαι" δίκαιον γάρ. καὶ νῦν ταύτη τῇ ἀποχρίσει εἴ 
τι ἔχεις χρῆσϑαι, χρῶ. 


Rhetorik. Der Gedanke der fol- nicht die Seele ein Wort mitzu- 
genden Worte ist wohl: „die ein- sprechen hätte, die blolse «ic9- 
zelnen μόρια der Politik und ihre σις des Körpers die Kochkünstelei 
εἰδωλα sind zwar wesentlich ver-- mit der Heilkunde verwechseln.“ 

schieden (διέστηχε φύσει), aber, Dals dieser Gedanke richtig sei, 


da sie einander ähnlich sind (ὅτε 
ἐγγὺς ὄντων), so werden Sophis- 
ten und Rhetoren mit den Vertre- 
tern der entsprechenden wahren 
Künste häufig zusammengeworfen, 
häufig‘ verwechselt, sie selbst wis- 
sen nicht, was sie mit sich anfan- 
gen d.i. ob sie nicht sich und ihre 
Kunst den entgegenstehenden Tei- 
len der πολιτική, unterordnen sol- 
len, und die andern Menschen lassen 
sich auch täuschen und halten So- 
phistik und Rhetorik für wahre 
Künste: würde doch auch, wenn 


scheinen mir die folgenden Worte 
ἀχρίτων ὄντων τῶν TE ἰατριχῶν 
καὶ ὑγιεινῶν (χαὲ — id est) χαὲ 
ὀψοποιικῶν zu beweisen, die ja 
eine Verwechselung der Kochkün- 
stelei und der Heilkunst deutlich 
statuieren, d. i. eine Verwechse- 
lung eines μόριον τῆς χολαχείας 
mit einem μόριον τῆς πολετιχῆς. 

Wenn Sokrates sich wiederholt 
spöttisch an Polos wendet, so liegt 
darin durchaus kein Zeichen von 
Hochachtung gegen Gorgias. Er 
thut dies einmal aus künstlerischem 


TOPTIAZ. 47 


21. 


ἡ ῥητορική; 
ΣΩ. 


Κολαχείας μὲν οὖν ἔγωγε εἶπον μόριον. 


ΠΩ. Δ. Τί οὖν φής; χολαχεία δοχεῖ σοι εἶναι 


ἀλλ 


οὐ μνημονεύεις τηλικοῦτος ὦν, ὦ Πῶλε; τί τάχα δράσεις; 
121. do’ οὖν δοκοῦσί σοι ὡς κόλαχες ἐν ταῖς πό- 
λεσι φαῦλοι νομέζεσϑαι οἱ ἀγαϑοὶ δήτορες; 
Z2. Ἐρώτηματοῦτ᾽ ἐρωτᾷς ἢ λόγου τινὸς ἀρχὴν λέγεις; 


ΠΩ. 2. Ἐρωτῶ ἔγωγε. 


ΣΩ. Οὐδὲ νομίζεσϑαι ἔμοιγε δοκοῦσιν. 
ΠΩ. Πῶς οὐ νομίζεσϑαι; οὐ μέγιστον δύνανται 


3 - ΄, 
ἐν ταῖς πόλεσιν; 


ΣΩ. Οὔχ, εἰ τὸ δύνασϑαί γε λέγεις ἀγαϑόν τι εἶναι 


τῷ δυναμένῳ. 


ΠΩ. ᾿Αλλὰ μὲν δὴ λέγω γε. 
ΣΩ, Ἐλάχιστον τοίνυν μοι δοκοῦσι τῶν ἐν τῇ ττόλει 


δύνασϑαι οἱ ῥήτορες. 


’ , C ’ 7, 
I12A. Τί δέ; οὐχ, ὥσττερ οἱ τύραννοι, ἀπτοχτιγνύασίέ 
ει > - ’ 7 
τε ὃν ἂν βούλωνται, χαὶ ἀφαιροῦνται χρήματα χαὶ ἐχβαλ- 
λουσιν ἐκ τῶν πόλεων ὃν ἂν δοχῇ αὐτοῖς; 


Interesse: seine Darlegung von der 
Verwerflichkeit der Rhetorik ist 
hübscher einem jungen Manne ge- 
genüber. Er thut es sodann aus 
einem ethischen Grunde: er berück- 
sichtigt das graue Haar des alten 
Rhetoren. 

Kap. 21. Polos nimmt seine 
Fragen wieder auf, stellt aber gleich 
die erste Frage ohne dialektische 
Schärfe und wird dafür von Sokra- 
tes zurechtgewiesen mit dem ἀλλ᾽ 
οὐ μνημονεύεις — δράσεις; in 
welchen Worten das τάχα dem τη- 
λικοῦτος ὧν entgegensteht: wenn 
du in deinem Alter nichts festhälst, 
was soll später werden?“ Die fol- 
gende Frage des Polos ist etwas 
siegesgewils: sie will den Sokrates 
in dem Gegensatze des φαῦλος und 
ἀγαθός eines Widerspruches zei- 
hen: „du nennst die Rhetoren χό- 
λακες, die χόλαχες sind als solche 
φαῦλοι, folglich vertrittst du die 


Ansicht, auch die ἀγαϑοὶ ῥήτορες 
φαῦλοι νομίζονται. Der sittlich 
flache Mensch verrät sich hier in 
dem νομίζεσθαι, das unlogisch für 
das εἶναι unterläuft. Sokrates läfst 
ihm einen Augenblick seine Freude, 
beantwortet dann aber „die energi- 
schere Frage: ἐρωτῶ ἔγωγε d. i. 
„ich frage, also lafs deine Frage 
unterwegs und antworte“, mit dem 
ἔμοιγε das ἔγωγε verspottend, um 
so energischer: „von einer Geltung 
der Herrn kann überhaupt keine 
Rede sein“, mit einem scheinbaren 
Paradoxon, dem er gleich ein eben 
solches in dem ἐλάχιστον δοχοῦσι 
δύνασϑαι οἱ ῥήτορες folgen lälst. 
Als dann Polos in eine Deklama- 
tion ausbrichtundi in malsloser Weise 
- ἀποκχτιννύασι χαὶ ἀφαιροῦν- 
ται χρήματα καὶ ἐχβάλλουσιν ἐκ 
τῶν πόλεων — den Einfluls des 
Rhetors dem  Selbstherrschertum 
des τύραννος gleichstellt und auf 


48 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ΣΩ, Νὴ τὸν χύνα, ἀμφιγνοῶ μέντοι, ὦ Πῶλε, ἐφ᾽ 
T , ΄ 2 -» , 
ἑκάστου ὧν λέγεις, πότερον αὑτὸς ταῦτα λέγεις χαὶ γνώ- 
unv σαυτοῦ ἀποφαίνει, ἢ ἐμὲ ἐρωτᾷς. 
3 Π \ “ 
ΠΩ... AM ἔγωγε σὲ ἐρωτῶ. 


ΣῆΩ); 
ΠΩ. Πῶς δύο; 
ΣΩ. 


Εἶεν, ὦ φίλε" ἔπειτα δύο ἅμα μὲ ἐρωτᾷς; 


> » co » a Du .Ἀ 
Οὐχ ἀρτι οὕτω wg ἔλεγες, ὅτι οὐχὶ ἀποχτιν- 


γύασιν οἱ δήτορες οὺς ἂν βούλωνται, ὥσπερ οἱ τύραννοι, 


χαὶ χρήματα ἀφαιροῦνται 
λεων ὃν ἂν δοκῇ αὐτοῖς; 
ΠΩ... Ἔχγωγε. 
BB τ ΣΟ, 
ἐρωτήματα, 
φημὶ γὰρ, ὦ Πῶλε, 


καὶ ἐξελαύνουσιν ἐκ τῶν πό- 


““έγω τοίνυν σοι, ὅτι δύο ταῦτ᾽ ἐστὶ τὰ 
χαὶ ἀποχρινοῦμαί γέ σοι πρὸς ἀμφότερα. 
ἐγὼ καὶ τοὺς ῥήτορας καὶ τοὺς τυ- 


ράννους δύνασϑαι μὲν ἐν ταῖς πόλεσι. σμικρότατον, ὥς- 
- \ ’ \ n € 
sreg γῦν δὴ ἔλεγον" οὐδὲν γὰρ ποιεῖν ὧν βούλονται, ὡς 


ἔπος εἴπεῖν" 
στον εἰναι. 


ποιεῖν μέντοι ὅ τι ἂν αὑτοῖς δόξῃ βέλτι- 


ΠΩ.1. Οὐχ οὖν τοῦτο ἔστι τὸ μέγα δύνασϑαι; 


ΣΩ. 


Οὔχ, ὥς γέ φησι Πῶλος. 


ΠΏ 1. Ἐγὼ οὔ φημι; φημὶ μὲν οὖν ἔγωγε. 
ΣΩ. Ma τὸν --- οὐ σύ γε, ἐπεὶ τὸ μέγα δύνασϑαι 
ἔφης ἀγαϑὸν εἶναι τῷ δυναμένῳ. 


des Sokrates neckende Einrede vn 
τὸν κύνα χ. τ. ὃ. wieder energiseh 
sein Fragerecht wahrt: ἔγωγε σὲ 
ἐρωτῶ, spottet Sokrates seiner in- 
sofern, als er zwei Audrücke, die 
Polos nach der Gewohnheit der Um- 
gangssprache als völlig gleichbe- 
deutende gebraucht ‚hat — ὃν ἂν 
βούλ ὠνται und ὃν ἂν δοχῇ αὐ- 
τοῖς --- mit dialektischer Strenge 
scheidet, dem βούλεσϑαι die strenge 
Bedeutung des Wunsches und dem 
δοχεῖν die des Scheinens, des Dün- 
kens zuweisend. 

Kap. 22. Polos begreift auch 
nach der deutlichen Auseinander- 
setzung, mit welcher das Kapitel 
beginnt, noch nicht, worauf Sokra- 


tes abzielt und fragt immer noch 
selbstbewulst: „Ist nicht τὸ ποι- 
εῖν ὅτι ἂν δόξῃ βέλτιστον εἶναι 
und τὸ μέγα δύνασϑαι dasselbe?“ 
Spottend führt ihm Sokrates als 
(Gewährsmann für das Gegenteil den 
Polos selbst an und reizt ihn da- 
mit zu komischem Arger, der sich 
in der energischen Zurück weisung 
dieser Zumutung äulsert: „Ich sage 
nein? Ja sage ich!“ Höhnend be- 
ginnt nun Sokrates mit der Schwur- 
formel, unterbricht sich aber, ehe 
er das. χύνα ausgesprochen hat, 
und giebt statt dessen, das ἔγωγε 
in φημὲ μὲν οὖν ἔγωγε persiflie- 
rend, das, gleichfalls versichernd 
betonte οὐ σύ ye: „nein beim — 


“ὦ “ΝΜ “.}9.. τ -. «ἃ 


Be a an 


TOPTIAEZ. 49 


II2A. Φημὶ γὰρ οὖν. - 

ZN. ᾿Αγαϑὸν οὖν οἴει εἶναι, ἐάν τις ποιῇ ταῦτα, ἃ 
ἂν δοχῇ αὐτῷ βέλτιστα εἶναι, νοῦν μὴ ἔχων, καὶ τοῦτο 
καλεῖς μέγα δύνασϑαι; 

ΠΩ Δ. Oix ἔγωγε. 

IN. Οὐκχοῦν ἀποδείξεις τοὺς δήτορας νοῦν ἔχοντας 
χαὶ τέχνην τὴν δητορικὴν ἀλλὰ μὴ χολαχείαν, ἐμὲ ἐξε- 
λέγξας; εἰ δέ με ἐάσεις ἀνέλεγχτον, οἱ δήτορες οἱ ποιοῦν-. 
τες ἐν ταῖς πόλεσιν ἃ δοχεῖ αὐτοῖς καὶ οἱ τύραννοι οὐδὲν 
ἀγαθὸν τοῦτο χεχτήσονται, εἰ δὴ δύναμίς ἔστιν, ὡς σὲ 
φής, ἀγαϑόν, τὸ δὲ ποιεῖν ἄνευ νοῦ ἃ δοχεῖ χαὶ σὺ ὅμο- 


λογεῖς κακὸν εἶναι᾽ ἢ οὔ; 
ΠΩ 4. Ἔγωγε. 


ΣΩ. Πῶς ἂν οὖν οἱ ῥήτορες μέγα δύναιντο ἢ oi 
τύραννοι ἐν ταῖς πόλεσιν, ἐὰν μὴ Σωχράτης ἐξελεγχϑῇ 
ς μ᾿ ΄ co - a [4 
ὑπὸ Πωώλου ὅτι ποιοῦσιν a βούλονται; 


ΠΩ... Οὗτος ἀνήρ — 


ΣΩ. Οὔ φημι ποιεῖν αὐτοὺς ἃ βούλονται" 


ἔλεγχε. 


ἀλλά u’ 


TI2A. Οὐκ ἄρτι ὡμολόγεις ποιεῖν ἃ δοχεῖ αὐτοῖς 
βέλτιστα εἶναι, τούτου τερόσϑεν; 

ΣΩ. Καὶ γὰρ νῦν ὁμολογῶ. 

ΠΩ Δ. Oöx οὖν ποιοῦσιν ἃ βούλονται; 


χαὶ ὑπερφυῆ, ὦ 


Σώχρατες. 


ΣΩ. Οὔ φημι. 
ΠΩ. Ποιοῦντες δὲ ἃ δοχεῖ αὐτοῖς; 
22. . Φημί. 
II2A., Σχέτλια λέγεις 
du nicht; denn viel Einfluls ist 


nach deiner Aussage ein Gut für 
den, der ihn hat!“ Der Hohn der 
nächsten Frage liegt in der an den 
Sophisten gestellten Zumutung, er 
nenne das ein μέγα δύνασϑαι und 
ein ἀγαϑόν, wenn ein Thor thue, 
was ihm das Beste scheine, eine 
Zumutung, die Polos natürlich zu- 
rückweist, nur aber um langsam 
und sicher, Schritt für Schritt, in 
Plato, Gorgias. 


eine komische Verwunderung ge- 
bracht zu werden, komisch, weil 
er in seiner Gereiztheit nicht nach- 
denkt und nicht bemerkt, wie scharf 
sein Gegner das βούλεσϑαι dem 
δοκεῖν gegenüberstellt und weil 
er, während er den Gegner tadeln 
will (σχέτλια λέγεις), sich selbst 
trifft mit dem ὑπερφυῆ, ganz rich- 
tig mit dem Worte gesteht, dals 
des Sokrates einfache Schlutsfol- 


4 


a m 522 α.Ξ- nn — nn un nn mn m Pr m en u ee 


50 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


ΣΏ. My κατηγόρει, ὦ Ὁ λῷστε Πῶλε, ἵνα προσείπω 
σὲ κατὰ σέ" ἀλλ᾽ εἰ μὲν ἔχεις ἐμὲ ἐρωτᾶν, ἐπίδειξον ἑ ὅτι 
ψεύδομαι, εἰ δὲ μή, αὐτὸς ἀποκρίνου. 

II2A. AN ἐϑέλω ἀποκχρίνεσϑαι, ἵνα καὶ εἰδῶ ὅ 
τι λέγεις. 

23. ΣΩ. Πότερον οὖν σοι δοχοῦσιν οἵ ἄνϑρωποι 
τοῦτο βούλεσϑαι, ὃ ἂν πράττωσιν ἑκάστοτε, ἢ ἐχεῖνο, 
οὗ ἕνεχα πράττουσι τοῦϑ᾽ ὃ πράττουσιν; οἷον οἱ τὰ φάρ- 
μαχὰ πένοντες παρὰ τῶν ἰατρῶν τιότερόν σοι δοχοῦσι 
τοῦτο βούλεσθαι, ὅττερ ποιοῦσι, τιίνδιν τὸ φάρμαχον χαὶ 


3 me a\ Pr ς , τ 
ἀλγεῖν, ἢ Exeivo, τὸ ὑγιαίνειν, οὗ Evexa πίνουσιν; 
- Β , π , 
ΠΩ. Ankov ὅτι τὸ ὑγιαίνειν, οὐ ἕνεχα scivovow. 
ΣΩ, Οὐκοῦν χαὶ οἱ τιλέοντές τε καὶ τὸν ἄλλον χρη- 


gerung über seine Natur d.i. über 
seine Fassungskraft hinausgehe. 
Zu den W. ὦ λῷστε Πῶλε, ἹἿ ἵνα 
προσείπω σε κατὰ σέ bemerkt 
Stallbaum: ut tuo more te ap- 
pellem, ludens in παρισώσει vo- 
cabulorum; Deuschle sagt: „Paro- 
nomasie nach Art des Polos (ο hoch- 
gelobter Polos)“ und auch Hieron. 
Müller, der den Anklang gut wie- 
dergebend „mein Werter, Verehr- 
ter“ übersetzt, sieht in der Anrede 
eine Anspielung auf die manierierte 
Redeweise des Polos. Dals Sokra- 
tes mit dem dreimaligen ὦ der An- 
rede Scherz treibt, wird niemand 
bezweifeln; wohl aber sehe ich 
hier gar keinen Grund, weshalb So- 
krates mit dem ἵνα προσείπω σε 
χατὰ σέ auf die Gewohnheit des 
Rhetors in Anklängen zu sprechen, 
direkt hinweisen sollte. Polos hat 
Ja in längerer Zeit gar keine Ge- 
legenheit gehabt, seine Kunst zu 
zeigen. Es klänge etwas bei den 
Haaren herbeigezogen, wenn Sokra- 
tes sagte: „dals ich dich nach dei- 
ner Weise anrede* (Schleiermacher) 
oder: „um in deiner Weise dich 
zu begrüfsen* (H. Müller). Sollten 
die W. nicht, heifsen: „um dich an- 
zureden χατὰ oki. e. κατὰ τὸ ὄνο- 
μά σου ὃ. ὁ. κατὰ Πῶλον, mit 


einem Anklang an deinen Namen 
Polos, und den ironischen Beige- 
schmack haben: „um dich gemäls 
deiner Freundlichkeit, in einer 
Weise, wie deine Freundlichkeit 
es verdient, mit einem herzlichen 
Worte (λῴῷστοῳ anzureden“? 
Kap. 33. Polos giebt es auf 
weiter zu fragen, weil er fühlt, 
dals es immer noch leichter ist, 
seinem spöttischen Gegner zu ant- 
worten. Die Gedanken, denen er 
nun in diesem Kapitel zustimmen 
muls, lauten: 1) οἱ ἴνϑρωποι οὐ 
τοῦτο "βούλονται, δ᾽ ἂν πράττω- 
σιν ἑχάστοτε, ἀλλ᾽ ἐχεῖνο οὗ Eve- 
χα πράττουσιν. 2) alles ist ἢ ‚aye- 
ϑὸν ἢ καχὸν ἢ μεταξὺ τούτων, 
8) τὰ μεταξὺ πράττουσιν οἱ ἄν- 
Iownoı τῶν ἀγαϑῶν ἕνεχα. So- 
krates giebt den ersten Satz zu- 
erst in der Form allgemeiner Sen- 
tenz und giebt ihm dann konkreten 
Ausdruck durch das treffliche Bei- 
spiel an den r& φάρμακα πίνον- 
τες, auf das von Gorgias Kap. 11 
Gesagte zurückdeutend. Charak- 
teristisch für Polos ist es, dafs er 
zustimmend erst antwortet, nach- 
dem er das Beispiel gehört hat. 
Das zweite Beispiel von dem Kaul- 
mann ( θηματισμὸν χρηματιζὸ- 
μενοι), der zurSee führt, um Schätze 


T'OPTIAZ. öl 


ματισμὸν xonuarılousvor οὐ τοῦτό ἔστιν ὃ βούλονται, ὃ 
ποιοῦσιν ἑχάστοτε᾽ τίς γὰρ βούλεται τιλεῖν τε χαὶ κινδυ- 
γεύειν χαὶ πράγματ᾽ ἔχειν; ἀλλ᾽ ἐκεῖνο, οἶμαι, οὐ ἕνεχα 
χιλέουσι, τιλουτεῖν᾽ τιλούτου γὰρ ἕνεκα πιλέουσιν. 

ΠΩ... Πανυ γε. 

IQ. ἴἭἅλλο τι οὖν οὕτω καὶ ττερὶ τεάντων, ἐάν τίς 
τι τοράττῃ ἕνεχά του, οὐ τοῦτο βούλεται, ὃ περάττει, ἀλλ᾽ 
ἐχεῖνο, οὗ ἕνεχα τιράττει; 

II24A. Nei. 

ΣΩ. "Ao’ οὖν ἔστι τι τῶν ὄντων, ὃ οὐχὶ ἤτοι ἀγα- 
ϑόν γ᾽ ἐστὶν ἢ χκαχὸν ἢ μεταξὺ τούτων οὔτε ἀγαϑὸν οὔτε 
χαχόν; 

II2A. Πολλὴ ἀνάγκη, ὦ Σώχρατες. 

ΣΩ, Οὐκοῦν λέγεις εἶναι ἀγαϑὸν μὲν σοφίαν τε χαὶ 
ὑγίειαν χαὶ σπιλοῦτον χαὶ τἄλλα τὰ τοιαῦτα, χαχὰ δὲ τά- 
γαντία τούτων; 

ΠΩ. 3. Ἔχγωγε. 

ΣΩ, Τὰ δὲ μήτε ἀγαϑὰ μήτε κακὰ ἄρα τοιάδε λέ- 
γεις, ἃ ἐνίοτε μὲν μετέχει τοῦ ἀγαϑοῦ, ἐνίοτε δὲ τοῦ 
χκαχοῦ, ἐνίοτε δὲ οὐδετέρου, οἷον καϑῆσϑαει καὶ βαδίζειν 
χαὶ τρέχειν xal σπιλεῖν, καὶ οἷον αὖ λίϑους χαὶ ξύλα χαὶ 
τἄλλα τὰ τοιαῦτα; οὐ ταῦτα λέγεις; ἢ ἄλλ᾽ ἄττα καλεῖς 
τὰ μήτε ἀγαϑὰ μήτε καχά; 

ΠΩ “2. Οὔκ, ἀλλὰ ταῦτα. 

ΣΩ, Πότερον οὖν τὰ μεταξὺ ταῦτα ἕνεκεν τῶν ἀγα- 
ϑῶν πράττουσιν, ὅταν πράττωσιν, ἢ τἀγαϑὰ τῶν μεταξύ; 


zu erwerben, spielt wohl sarkas- 
tisch auch auf Gorgias und Polos 
an, die ja auch über das Meer ge- 
fahren sind, um ihre Güter erfolg- 
reich an den Mann zu bringen, und 
die sich nun hier mühen müssen 
(πράγματα ἔχουσι), da Sokrates 
ihnen das Leben sauer macht (wie 
der Grieche sagt: πράγματα πα- 
ρέχε). Spöttisch lälst wohl So- 
krates auch die Worte πλεῖν, πλου- 
τεῖν, πλοῦτος anklingen, als be- 
stehe zwischen πλεῖν und πλουτεῖν 


etwa ein etymologischer Zusam- 
menhang: οὗ ἕνεχα πλέουσι, πλου- 
τεῖν᾽ πλούτου γὰρ ἕνεχα πλέου- 
σιν. Etwas schelmisch klingen wohl 
auch einige andere Wendungen, wie 
die Reihenfolge der Güter in der 
Aufzählung σοφίαν τε καὶ ὑγίειαν 
χαὶ πλοῦτον, die Voranstellung der 
σοφίᾳ einem Manne gegenüber, der 
das ἀφαιρεῖσθαι χρημᾶατα οὐς ἂν 
δοχῃ für ein grofses Gut hält; wie 
die Frage 7 τἀγαϑὰ τῶν μεταξύ; 
die einem gescheiten Manne gegen- 
ΔῈ 


ἢ 


' 


52 TAATQNOE 


II2A. Τὰ μεταξὺ δήπου τῶν ἀγαϑῶν. 

22. Τὸ ἀγαϑὸν ἄρα διώχοντες καὶ βαδίζομεν, ὅταν 
βαδίζωμεν, οἰόμενοι βέλτιον εἶναι, χαὶ τὸ ἐναντίον ἕστα- 

[4 - - - -Ὁ -» 
μεν, ὅταν ἑστῶμεν, τοῦ αὐτοῦ ἕνεχα, τοῦ ἀγαϑοῦ" ἢ οὔ; 

II2A. ᾿ς Ναί. 

x 2 - \ 2 ᾽ὔ 23 2 , 

ΣΩ, Οὐκοῦν χαὶ ἀποχτίννυμεν, εἴ τινα ἀποχτίννυ- 
μὲν, καὶ ἐχβάλλομεν καὶ ἀφαιρούμεϑα χρήματα, οἰόμενοι 
ἄμεινον εἶναι ἡμῖν ταῦτα moLeiv ἢ μή; 

ΠΩ... Πᾶανυ γε. 

τ ε ἊΨ». ἊΨ - 3 - Cd - - 

ΣΩ, Ἕνεχ᾽ ἄρα τοῦ ἀγαϑοῦ ἅπαντα ταῦτα ποιοῦσιν 
οἱ ποιοῦντες. 

I24A. Onui. 

- ς ’ 4 
24. 202. Οὐκοῦν ὡμολογήσαμεν, ἃ ἕνεχά του ποι- 
-» we2 - ΄ 3 Er | -" Te - 
οὔμεν, μὴ Exeiva βούλεσϑαι, ἀλλ᾽ ἐκεῖνο, οὗ ἕνεκα ταῦτα 
ποιοῦμεν; 

II2A. Maelıore. 

2. Οὐκ ἄρα σφάττειν βουλόμεϑα οὐδ᾽ ἐχβάλλειν 
ἐκ τῶν πόλεων οὐδὲ χρήματα ἀφαιρεῖσϑαι ἁπλῶς οὕτως, 
2 IN \ 2 5 - ‚ ΄ > z 
ἀλλ᾽ ξὰν μὲν ὠφέλιμα ἢ ταῦτα, βουλόμεϑα πράττειν αὑτά, 
βλαβερὰ δὲ ὄντα οὐ βουλόμεϑα. τὰ γὰρ ἀγαϑὰ βουλό- 

c \ 7 \ \ 2 > Ἁ ΄, \ 3 
μεϑα, ὡς φὴς σύ, τὰ δὲ μήτε ἀγαϑὰ μήτε χαχὰ οὐ βου- 


΄ ‚ 5 7 - - 
λόμεϑα, οὐδὲ τὰ καχά. ἢ γάρ; ἀληϑῆ σοι δοχῶ λέγειν, 
w Πῶλε, ἢ οὔ; τέ οὐχ ἀποχρίνει; 


über verletzend sein würde; wie 
der Sprung von dem βαδίζομεν 
und ἕσταμεν zu des Polos Freuden: 
ἀποχτίννυμεν, ἐχβάλλομεν, ἀφαι- 
οούμεϑα χρήματα. Eine kleine 
List aber liegt in dem ἄμεινον ἴῃ 
οἰόμενοι ἄμεινον εἶναι ἡμῖνκ. τ. ἕ., 
welches wie beiläufig dem folgen- 
den ayadov. in ἕνεχα ἄρα τοῦ 
ἀγαϑοῦ x. τ. &. die Bahn frei macht. 

Zu der Antwort πολλὴ avayın 
sagt Stallbaum:: Reete monuit Butt- 
mannus hunc Poli responsionem 
potius ad sententiam quam ad So- 
cralis verba accommodatam esse, 
ut sensus hie sit: necesse est 
omninoomne quod situnum 
ex his tribus esse. 


. Kap. 24. Das Kapitel bildet den 
Ubergang von einer Betrachtung 
logischer zu einer solchen ethischer 
Verhältnisse. Polos spielt anfangs 
eine etwas trübselige Rolle. Er 
empfindet, wie er den Schlulsiol- 
gerungen des überlegenen Gegners 
nicht mehr ausweichen kann; er 
fühlt wohl auch den Hohn einzel- 
ner Ausdrücke und Wendungen des 
Sokrates, so des plumpen σφάτ- 
τειν, das er an Stelle des ἀποχτιν- 
γύναι setzt, so des stark betonten 
σύ in ὡς φῇς σύ, mit dem ihm seine 
eigenen Worte ins Gedächtnis ge- 
rufen werden, so des δοχῶ in ἀλη- 
ϑῆ σοι δοχῶ λέγειν, o Πῶλε, das 
auf das wiederholte ὃ ἂν δοχῇ 


TOPTIA2Z. 53 


ΠΩ... ᾿Αληϑῆ. [ 
IR. Οὐκοῦν εἴπερ ταῦτα ὁμολογοῦμεν, εἴ τις ἀπστο- 
χεείνει τινὰ ἢ ἐκβάλλει ἐχ πόλεως ἢ ἀφαιρεῖται χρή- 
ματα, εἴτε τύραννος ὧν εἴτε ῥήτωρ, οἰόμενος ἄμεινον εἶναι 
αὐτῷ, τυγχάνει δὲ ὃν κάχιον, οὗτος δήττου πιοιεῖ ἃ δοχεῖ 


αὐτῷ" ἡ γάρ; 
II2A. Ναί. 


ΣΩ, Ao’ οὖν καὶ ἃ βούλεται, εἴπεερ τυγχάνει ταῦτα 
\ , 2 ΄ 
χαχὰ ὄντα; τί οὐχ ἀποχρίνει; 
> ἘΣ no ΄ 
M2A. ᾿41λλ᾽ οὔ μοι δοχεῖ ποιεῖν ἃ βούλεται. 


ΣΩ. 


BJ; 5 Ω ς - , , 2 
Ἔστιν οὖν αὐτάς ἐϑιλκοκουτᾷθ διὸ δύναται ἐν 


τῇ πόλει ταύτῃ, εἴπερ ἐστὶ τὸ μέγα δύνασϑαι ἀγαϑόν 


τι κατὰ τὴν σὴν ὁμολογίαν; 


ΠΩ“. Οὐχ ἔστιν. 


32. AI ἄρα ἐγὼ 


ἔλεγον, 


λέγων ὅτι ἔστιν ἂν- 


ϑρωτστον ποιοῦντα ἐν πόλει ἃ δοκεῖ αὐτῷ μὴ μέγα δύνα- 
σϑαι μηδὲ ποιεῖν ἃ βούλεται. 

ΠΩ“. 2 δὴ σύ, ὦ Σώκρατες, οὐχ ἂν δέξαιο ἐξεῖ- 
γαί σοι ποιεῖν ὅ τι δοχεῖ σοι ὃν τῇ χόλει μᾶλλον ἢ μή, 
οὐδὲ ζηλοῖς ὅταν ἴδης τινὰ ἢ ἀπτοχτείναντα ὃν ἔδοξεν 
αὐτῷ ἢ ἀφελόμενον χρήματα ἢ δήσαντα. 

ΣΩ. Δικαίως λέγεις ἢ ἀδίχως; 

ΠΩ... Ὁπότερ᾽ ἂν ποιῇ, οὐκ ἀμφοτέρως ζηλωτόν 


ἐστιν; 


des Polos anzuspielen scheint, so 
ferner 1 in der Zusammenstellung des 
εἴτε τύραννος ὧν εἴτε ῥήτωρ, des 
Königs und des Schwätzers, wie 
man sagen könnte, wenn man beide 
Begriffe recht stark hervorheben 
wollte. Er zögert deshalb mit sei- 
nen Antworten und mufls zweimal 
durch die scheinbar verwunderten 
Fragen des Sokrates τί οὐχ ἀπο- 
zolveı zur Erwiderung gezwungen 
werden. Aber als er dann mit dem 
οὐχ ἔστιν seine Niederlage auf dem 
Felde der Logik eingestanden hat, 
flüchtet er auf das ethische Gebiet 
und zwingt den Sokrates gewisser- 


mafsen ihm dahin zu folgen. Mit 
einem höhnischen Ausruf ὡς δὴ 
σύ, ὦ «Σώκρατες, οὐχ ἂν δέξαιο 
x. τ. ὃ. --- Worte, bei denen auf 
die Betonung des σὺ und seine 
zweimalige Wiederkehr in σοί zu 
achten ist — mutet er dem Sokra- 
tes eine unedle Empfindung zu, ver- 
rät damit, dafs diese Empfindung 
in ihm selbst so lebendig ist, dafs 
er sie als selbstverständlich auch 
bei jedem anderen voraussetzt. Mit 
einer gewissen v ὕβρις weist er selbst 
die mahnende Frage des Sokrates 
δικαίως λέγεις ἢ ἀδίχως; als be- 
rühre sie einen gleichgiltigen Ne- 


UT a U Do as 


54 ΠΑΛΑΤΩΝΟΣ 


ΣΩ, Εὐφήμει, ὦ Πῶλε. 


I2A. Ti ön; 


22. Ὅτι οὐ χρὴ οὔτε τοὺς ἀζηλώτους ζηλοῦν οὔτε 


τοὺς ἀϑλίους, ἀλλ᾽ ἐλεεῖν. 


ΠΩ. Τί δέ; οὕτω σοι δοχεῖ ἔχειν περὶ ὧν ἐγὼ 


λέγω τῶν ἀνϑρώπων; 
ΣΩ. Πῶς γὰρ οὔ; 


II2A. Ὅστις οὖν ἀποχτίννυσιν ὃν ἂν δόξῃ αὐτῷ, 
δικαίως ἀτιοχτιννύς, ἄϑλιος δοχεῖ σοι εἶναι καὶ ἐλεεινός; 

ΣΩ, Οὐκ ἔμοιγε, οὐδὲ μέντοι ζηλωτός. 

ΠΩ Δ. Οὐχ ἄρτι ἄϑλιον ἔφησϑα εἶναι; 

ΣΩ. Τὸν ἀδίκως γε, a ἑταῖρε, ἀποχτείναντα, χαὶ 
> x \ ΄ τ x \ ,͵ 3 ’ 
ἐλεεινὸν δὲ 71005" τὸν δὲ δικαίως ἀζήλωτον. 

ΠΩ. Ἢ nov ὅ γε ἀποϑνήσχων ἀδίχως ἐλεεινός 


te χαὶ ἄϑλιός ἐστιν. 


T Mic, , 5 m T N 
>22. Ἥττον ἢ ὁ anoxrıvvig, ὦ Πῶλε, zei ἧττον ἢ 


« N 2 , 
ὃ διχαίως ἀποϑνήσχων. 


ΠΩ. Πῶς δῆτα, w Σώχρατες; 
22. Οὕτως, ὡς μέγιστον τῶν χαχῶν τυγχᾶνει ὃν 


x > > 
τὸ ἀδιχεῖν. 


ΠΩ... Ἠ γὰρ τοῦτο μέγιστον; οὐ τὸ ἀδιχεῖσϑαι 


μεῖζον: 
ΣΩ. Ἥκιστα γε. 


ΠΩ... Σὺ ἄρα βούλοιο ἂν ἀδιχεῖσϑαι μᾶλλον ἢ 


ἀδικεῖν; 


fi 3 
22. Βουλοίμην μὲν ἂν ἔγωγε οὐδέτερα" εἰ δ᾽ ἄναγ- 
- ’ Pr ἢ: , Pi - 
χαῖον εἴη ἀδικεῖν ἢ ἀδικεῖσϑαι, ἑλοίμην ἂν μᾶλλον ἀδι- 


χεῖσϑαι ἢ ἀδιχεῖν. 


benumstand zurück und fragt selbst 
nach dem ernsten εὐφήμει „hüte 
deine Zunge“ frivol τί δὴ; Ernsten 
Tones ist dann die ganze folgende 
Darlegung, welche mit dem ethi- 
schen οὐ χφή „man soll nicht“ 
beginnt, in dem ἄϑλιον, ἐλεεινόν 
und ἀζήλωτον ihren Ernst wieder- 
holt dokumentiert und ihre Beweis- 
führung gipfeln läfst in dem ewi- 


gen Grundsatze der Ethik „unrecht 
leiden ist besser als unrecht thun*“, 
einem Satze, dem das Christentum 
positive Form giebt und den es in 
dieser Form zum Gebote der Fein- 
desliebe erhöht. Wie aber oben 
einen flachen Kopf, so zeigt der 
Rhetor und Sophist hier ein flaches 
Herz; die tiefempfundenen Worte 
des wahren Weisen finden in seiner 


N πα 


TOPTIAZ. 55 


ΠΩ.1. Zi ἄρα τυραννεῖν οὐκ ἂν δέξαιο; 
ΣΩ. Οὔκ, εἰ τὸ τυραννεῖν γε λέγεις ὅπερ ἐγώ. 


ΠΩ. ᾿Αλλ᾽ ἔγωγε τοῦτο λέγω ὅτιερ ἄρτι, ἐξεῖναι 
ἐν τῇ πόλει, ὃ ἂν δοκῇ αὐτῷ, ποιεῖν τοῦτο, καὶ ἀποχτιν- 
γύντι χαὶ ἐχβάλλοντι καὶ πάντα πράττοντι χατὰ τὴν αὖ- 
τοῦ δόξαν. 

55. 20 nanagıe, ἐμοῦ δὴ λέγοντος τῷ λόγῳ 
ἐπιλαβοῦ. εἰ γὰρ ἐγὼ ἐν ἀγορᾷ πληϑούσῃ λαβὼν ὑχτὸ 
μάλης ἐγχειρίδιον λέγοιμι πρὸς σὲ ὅτε ὦ Πῶλε, ἐμοὶ δύ- 
γαμίς τις καὶ τυραννὶς ϑαυμασία ἄρτι προσγέγονεν᾽ ἐὰν 
γὰρ ἄρα ἐμοὶ δόξῃ τινὰ τουτωνὶ τῶν ἀνθϑρώττων ὧν σὺ 
ὁρᾷς αὐτίχα μάλα δεῖν τεϑνάναι, τεϑνήξει οὗτος ὃν ἂν 
δόξῃ χἂἄν τινα δόξῃ μοι τῆς κεφαλῆς αὐτῶν χατεαγέναι 
δεῖν, χατεαγὼς ἔσται αὐτίχα μάλα, χὰν ϑοιμάτιον διε-- 
σχίσϑαι, διεσχισμένον ἕσται᾽ οὕτω μέγα ἐγὼ δύναμαι ἐν 


Brust keinen Wiederhall; er sucht 
das höchste Glück allein in dem 
τυραννεῖν, in dem πᾶντα πράτ- 
τειν χατὰ τὴν αὑτοῦ δόξαν, er 
stellt, ein echter Sohn der ὕβρις, 
an alle anderen Menschen, um mit 
Kant zu reden, das Ansinnen, sich 
ihm gegenüber für nichts zu achten. 

Kap. 25. Das Kapitel bietet den 
Gegensatz in der Auffassung der 
sittlichen Forderung, wie sie Polos 
und die Rhetoren und Sophisten 
und wie sie Sokrates stellt: die So- 
phisten leitet das ὠφέλιμον, den 
Sokrates das δίκαιον, wie dies die 
Worte ausdrücken: τὸ μέγα δύ- 
νάσϑαι σοὶ φαίνεται, ἀγαϑὸν εἶ- 
γαι, ἐὰν πράττοντι ἃ δοχεῖ ἕπη- 
ται τὸ ὠφελίμως πράττειν und 
ἐγώ φημι ἄμεινον εἶναι, ὅταν δι- 
καίως τις ταῦτα ποιή. 

Da Polos ebenso wenig wie einer 
ernst logischen auch einer ernst 
sittlichen Diskussion zugänglich ist, 
nimmt Sokrates wieder die heitere 
Miene an und behandelt ihn mit 
Humor. 22 μαχάριε, redet er ihn 
an, der du dich in deiner Flach- 
heit glücklich fühlst (weiter unten 
0 ϑαυμάσιε), auf dein&yoye τοῦτο 


λέγω entgegne ich: lals mich jetzt 
reden und fasse dann meinen λό- 
γος an (ἐμοῦ δὴ λέγοντος τῷ λόγῳ 
ἐπιλαβοῦ). Sokrates beginnt also, 
mit dem Begriffe λέγειν scherzend. 
Die Worte sind um so ironischer, 
als es zweifelhaft ist der Wortstel- 
lung nach, ob τῷ λόγῳ zu λέγον- 
γοντος oder zu ἐπιλ αβοῦ zu ziehen 
ist, ob es wörtlich heifst: „greife 
mich, den jetzt mit dem Aoyog Re- 
denden,, an“, oder: „greife mich, 
den jetzt Redenden, mit dem λόγος, 
mit deinem ἔγωγε ᾿λέγω, an.“ So- 
krates giebt dann ein Beispiel, wel- 
ches Lachen erregen mufs. Auf be- 
suchtem Markte schleicht er selbst, 
„den Dolch im Gewande“, an Po- 
los heran und beginnt von der rv- 
ραννὶς ϑαυμασία zu reden, die ihm 
zu teil geworden. Er preist das Be- 
lieben, nach welchem er handeln 
kann, wiederholt: ἐὰν γὰρ ἄρα 
ἐμοὶ δόξῃ und οὗτοι ὃν ἂν δόξῃ 
und za» τινὰ δόξῃ μοι, er redet 
mit lächerlicher Siegesgewifsheit, 
die über die Zeit (αὐτίχα μάλα) 
und über die That „gebietet: TE- 
ϑνήξει; “χατεαγὼς ἔσται, διεσχι- 
σμένον ἔσται. Sokrates  persifliert 


56 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


τῇδε τῇ πόλει" εἰ οὖν ἀπιστοῦντί σοι δείξαιμι τὸ ἐγχει- 
eidıov, ἴσως ἂν εἴποις ἰδὼν ὅτε ὦ Σώχρατες, οὕτω μὲν 
πάντες ἂν μέγα δύναιντο, ἐπεὶ χἂν ἐμπρησϑείη οἰχία 
τούτῳ τῷ τρόπῳ ἣἥντινά σοι δοχοῖ, καὶ τά γε ᾿ϑηναίωγ 
γεώρια καὶ αἱ τριήρεις χαὶ τὰ πλοῖα στάντα χαὶ τὰ δη- 
μόσια καὶ τὰ ἴδια ἀλλ᾽ οὐκ ἄρα τοῦτ᾽ ἔστι τὸ μέγα δύ- 
γασϑαι, τὸ ποιεῖν ἃ δοκεῖ αὐτῷ" ἢ δοκεῖ σοι; 

ΠΩ... Οὐ δῆτα οὕτω γε. 

ΣΩ. Ἔχεις οὖν εἰπεῖν δι᾽ 
τὴν δύναμιν; 

II2A. Ἔγωγε. 

ΣΟ. Ti ön; ὅγε. 

II2A. Ὅτι ἀναγκαῖον τὸν οὕτω τεράττοντα ζημιοῦ- 
σϑαί ἐστιν. 

ΣΩ, Τὸ δὲ ζημιοῦσϑαι οὐ χαχόν; 

TI2A. Πάνυ 78. 

ΩΝ Οὐκοῦν, w ϑαυμάσιε, τὸ μέγα δύνασϑαι πάλιν 
av σοὶ φαίνεται, ἐὰν μὲν πράττοντι ἃ δοχεῖ ἕπηται τὸ 
ὠφελίμως πιράττειν, ἀγαϑόν τε εἶναι, καὶ τοῦτο, ὡς ἔοι- 
χεν, ἐστὶ τὸ μέγα δύνασϑαι" εἰ δὲ μή, χαχὸν χαὶ σμι- 
χρὸν δύνασϑαι; σχεψώμεϑα δὲ καὶ τόδε" ἄλλο τι ἢ ὅὃμο- 
λογοῦμεν ἐνίοτε μὲν ἄμεινον εἶναι ταῦτα ποιεῖν ἃ νῦν δὴ 
ἐλέγομεν, ἀποκτιννύναι τε χαὶ ἐξελαύνειν ἀνϑρώπους καὶ 
ἀφαιρεῖσϑαι χρήματα, ἐνίοτε δὲ οὔ; 

II2A. Πανυ γε. 


ὅ τι μέμφει τὴν τοιαύ- 


Höhnisch hält er ihm dann 


dabei das ἀποχτίννυμεν, ἐχβάλλο- 
μεν, ἀφαιρούμεϑα χρήματα des 
Polos: „gilt es jemandes Tod, er 
soll tot sein; gilt es einen Schädel, 
er soll eingeschlagen sein im Augen- 
blick; gilt es einen Rock, zerrissen 
soll er sein!“ Er legt dann dem 
Folos selbst Worte in den Mund, 
welche des πράττειν κατὰ τὴν δό- 
ξαν spotten: ἀν ἐμπρησϑείη οἰκία 
τούτῳ τῷ τρόπῳ. ἥντινά σοι δο- 
χοῖ χ. τ. ὃ. und οὐ “τοῦτ ἐστὲ τὸ 
μέγα ϑύνασϑαι, τὸ ποιεῖν ἃ do- 
κεῖ αὐτῷ, und 'schliefst dann mit 
der sarkastischen Frage: ἢ δοκεῖ 


σοι; 
vor, was er unter einem μέγα dv- 
γασϑαι verstehe und was ihm ein 
σμικρὸν δύνασϑαι sei, spottend 
wohl auch mit dem πράττειν, das 
er in einer Zeile aktivisch (πράτ- 
τοντι ἃ δοχεῖ) und intransitiv 
gebraucht (ὠφελίμως πράττειν). 
Polos aber empfindet den Hohn 
nicht, welcher in der ihm zuge- 
sehriebenen Maxime liegt, nach wel- 
cher das ὠφέλεμον der sittliche 
Leitstern ist; er gesteht dem So- 
krates das ἐνίοτε ἄμεινον εἶναι 
ἀποχτιννύναι χ. τ. ὃ. zu, sagt selbst 


TOPTIAZ. 57 


- r > \ ww 2 
ΣΩ, Τοῦτο μὲν δή, ὡς ἔοιχε, καὶ παρὰ σοῦ χαὶ rag. 


ἐμοῦ ὁμολογεῖται. 
II2A. Ναί. 


IQ. Πότε οὖν σὺ φὴς ἄμεινον εἶναι ταῦτα ποιεῖν; 


eg! , [4 Chor 
eirte τίνα ὅρον ὁρίζει. 
ΠΩ“. 


τοῦτο. 


- 


τ᾿ \ 5 EIER PR 2 2 IR 
<=U μὲν ουν, [7 «κὠλχρατὲς, αττολρίναι ταῦυτο 


ΣΩ. Ἐγὼ μὲν τοίνυν φημέ, ὦ Πῶλε, εἴ σοι παρ᾽ 
ἐμοῦ ἥδιόν ἐστιν ἀκούειν, ὅταν μὲν δικαίως τις ταῦτα 
ποιῇ, ἄμεινον εἶναι, ὅταν δὲ ἀδίκως, κάκιον. 


26. ΠΩ. 1. Χαλεπόν γέ σε ἐλέγξαι, 


ὠ Σώχρατες" 


ἀλλ᾽ οὐχὶ κἂν παῖς σε ἐλέγξειεν, ὅτε οὐκ ἀληϑῆ λέγεις; 

ΣΩ. Πολλὴν ἄρα ἐγὼ τῷ παιδὶ χάριν ἕξω, ἴσην δὲ 
χαὶ σοί, ἐάν με ἐλέγξῃς καὶ ἀτταλλάξῃς φλυαρίας. ἀλλὰ 
μὴ χάμῃς φίλον ἄνδρα εὐεργετῶν, ἀλλ᾽ ἔλεγχε. 


auf die zweite höhnische ‚Frage, wie 
sie die W. τοῦτο παρὰ σοῦ καὶ 
παρ᾽ ἐμοῦ ὁμολογεῖται enthält, 
„Ja“ ‚ vermag aber dann auf das 
πότε σὺ φὴς doch keine Antwort 
zu erteilen. Sokrates giebt dann 
seine Definition, natürlich sie wie- 
der mit einem Spotte, einleitend: εἴ 
σοι παρ᾽ ἐμοῦ ἥδιόν ἐστιν ἀκούειν. 

Kap. 26. Mit ganz vorzüglicher 
Kunst versteht es Plato den Faden 
seines Dialogs weiter zu spinnen 
und der Weiterführung den Cha- 
rakter des Zufälligen, des Natür- 
lichen zu geben. So hatte er oben 
im 24. Kapitel den Polos mit einer 
ärgerlichen Bemerkung uns von dem 
logischen auf das ethische Gebiet 
hinüberführen lassen ; so läfst er ihn 
hier wieder wie zufällig das Wort, 
weiches der Dialog zu grölserer 
Klarheit nötig hat, gebrauchen und 
an die Stelle des μέγα δύνασϑαι 
das εὐδαίμονα εἶναι setzen und 
den grolsen Einflufs mit der εὐδαι- 
μονία identifizieren. 

Polos kann seinem Gegner mit 
einem Gedanken nicht beikommen, 
weil er nicht folgerichtig zu denken 


gelernt hat; er sucht ihn jetzt nach 
Art halbgebildeter Menschen mit 
einem Beispiele zu schlagen. Da- 
bei charakterisiert er sich selber als. 
einen ganz rohen Burschen, für wel- 
chen das Glück nur durch äulsere 
Umstände bedingt ist und für den 
ein sittlicher Wert des Lebens nicht 
existiert. Als sein Latein zu Ende 
ist, beginnt er den neuen Anlauf 
mit dem χαλεπόν γέ σε ἐλέγξαι 
d. 1. du bist schwer zu überführen, 
du sträubst dich, wenn man dich 
überführen will; aber kann dich 
wahrhaftig nicht (οὐχί ein Kind 
überführen, dafs deine Behauptung 
unwahr ist? Für das „Kind“ be- 
kommt er alsbald seine Strafe: τῷ 
ode χάριν ἕξω, ἴσην δὲ καὶ σοί, 

wo ἰσὴν das charakteristische Wort 
ist, und ἀπαλλ ἄάξῃς φλυαρίας (ἄδπη 
wenn ein Kind mich überführen 
kann, mufs ich, wohl φλυαρίαν 
φλυαρεῖν), μὴ κάμης φίλον ἀνδρα 
εὐεργετῶν d.i, um κάμῃς fahre 
fort, wie bisher, φίλον ἄνδρα εὐερ- 
γετῶν, einem Mann, über den du 
nur schon so oft böse geworden bist, 

Gutes zu erweisen, das ist doch 


“π΄ ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ΠΩ... ᾿Αλλὰ μήν, 


ω Σώχρατες, οὐδέν γέ σε δεῖ πα- 


- ΄ 3 , x Α , 
λαιοῖς πιράγμασιν ἐλέγχειν" τὰ γὰρ ἐχϑὲς καὶ σερώην γε- 
γονότα ταῦτα inava σὲ ἐξελέγξαι ἐστὶ χαὶ ἀποδεῖξαι, ὡς 

\ ἃ - 14 , ’, 
πολλοὶ ἀδιχοῦντες ἄνϑρωποι εὐδαίμονές εἶσιν. 


22. Τὰ ποῖα ταῦτα; 


ΠΩ Δ. ᾿Αρχέλαον δήττου τοῦτον τὸν Tlegdixzov δρᾷς 


ἄρχοντα αχεδονίας; 


ΣΩ. Εἰ δὲ μή, ἀλλ᾽ ἀκούω γε. 
II2A. ἙΕὐδαίμων οὖν σοι δοκεῖ εἶναι ἢ ἄϑλιος; 

) 5 5 - > P} ΄ ΄ “ 
ΣΩ, Οὐχ οἶδα, ὦ Hole’ οὐ γάρ πω συγγέγονα τῷ 


ἀνδρί. 


II2A. Τί δέ; συγγενόμενος ἂν γνοίης, ἄλλως δὲ 
αὐτόϑεν οὐ γιγνώσχεις ὅτι εὐδαιμονεῖ; 


ΣΩ. Ma Ai’ 


οὐ δῆτα. 


ΠΩ. 4]ῆλον δή, ὦ Σώχρατες, ὅτι οὐδὲ τὸν μέγαν 
βασιλέα γιγνώσχειν φήσεις εὐδαίμονα ὄντα. 
ΣΩ, Καὶ ἀληϑῆ γε ἐρῶ" οὐ γὰρ οἶδα παιδείας ὅττως 


ἔχει χαὶ δικαιοσύνης. 


ΠΩ. Τί δέ; ἐν τούτῳ ἡἣ πᾶσα εὐδαιμονία ἐστίν; 

ΣΩ, Ὥς γε ἐγὼ λέγω, ὦ Πῶλε" τὸν μὲν γὰρ καλὸν 
χἀγαϑὸν ἄνδρα χαὶ γυναῖχα εὐδαίμονα εἶναί φημι, τὸν 
δὲ ἄδικον χαὶ πονηρὸν ἄϑλιον. 

ΠΩ Δ. ᾽Ἅϑλιος ἄρα οὗτός ἐστιν ὃ ᾿Αρχέλαος χατὰ 


τὸν σὸν λόγον; 


ΣΩ, Εἴπερ γε, ὦ φίλε, 


wohl, ihm Spafs zu machen. Und 
nun kommt Polos mit einem Satze, 
den auszusprechen ein Barbar und 
ein Sklav sich schämen dürften: 
πολλοὶ. ἀδικοῦντες ἄνϑρωποι εὺ- 
δαίμονές εἶσιν. An diesem Satze 
aber und an dem Beispiele, das er 
zu ihm anführen will, hält der Rhe- 
tor fest, obwohl Sokrates ihn zu- 
nächst auf die Bedingungen auf- 
merksam macht, auf die hin man 
allein über die εὐδαιμονία jeman- 
des urteilen kann, das συγγενέσϑαι 
αὐτῷ und das εἰδέναι παιδείας 


ἄδικος. 


ὅπως ἔχει καὶ δικαιοσύνης, απᾷ ihm 
erst die Voraussetzung aller εὐδαι- 
μονία angiebt: τὸν μὲν χαλὸν χά- 
γαϑὸν ἄνδρα καὶ γυναῖχα εὐδαί- 
μονα εἶναί φημι. 

Polos giebt eine Erzählung, wie 
keine schlimmer seinen sittlichen 
Standpunkt hätte kennzeichnen 
können und wie sie Plato kaum 
hätte seinen Lesern bieten dürfen, 
wenn nicht die Sophisten und Rhe- 
toren, wenn nicht Polos selbst und 
vielleicht auch Gorgias am Hof des 
Archelaos zeitweilig verkehrt hätten. 


— wenn 


TOPTIAE. 59 


II24A. "Alla μὲν δὴ γῶς οὐχ ἄδικος; ᾧ γε προσῆχε 
μὲν τῆς ἀρχῆς οὐδὲν ἣν νῦν ἔχει, ὄντι ἐκ γυναικὸς ἢ ἣν 
δούλη ᾿““λκέτου τοῦ Περδίκκου ἀδελφοῦ, καὶ κατὰ μὲν τὸ 
δίχαιον δοῦλος ἣν ᾿“Αλχέτου, χαὶ εἰ ἐβούλετο τὰ δίκαια 

- 2 ΄ N > , ae 2 / x \ 
ποιεῖν, ἐδούλευεν ἂν ““λκέτῃ χαὶ ἣν εὐδαίμων κατὰ τὸν 

\ , Ἴ - \ , ς BU 7, 2 \ 
σὸν Aoyov' νῦν δὲ ϑαυμασίως ὡς ἄϑλιος γέγονεν, ἐπεὶ 
τὰ μέγιστα ἠδίχηκεν᾽ ὅς γε πρῶτον μὲν τοῦτον αὐτὸν 
τὸν δεσπότην χαὶ ϑεῖον μετατιεμιψάμενος ὡς ἀποδώσων 
τὴν ἀρχὴν ἣν Περδίχκας αὐτὸν ἀφείλετο, ξενίσας καὶ χα- 

΄ Be \ \ ἘῺΝ 2 - 3 , > 
ταμεϑύσας αὐτόν τε nal τὸν υἱὸν αὐτοῦ ““λέξανδρον, ἀνε- 
4 6 -" x ς LA 3 N Ἕ LG [4 
Wıov αὑτοῦ, σχεδὸν ἡλικιώτην, ἐμβαλὼν εἰς ἅμαξαν, γύ- 
χτωρ ἐξαγαγὼν ἀπέσφαξέ τε καὶ ἠφάνισεν ἀμφοτέρους" 
χαὶ ταῦτα ἀδικήσας ἔλαϑεν ἑαυτὸν ἀϑλιώτατος γενόμενος 

\ > [4 > 2 9 2 / «“ x 3 Ὶ 
χαὶ οὐ μετεμέλησεν αὐτῷ, ἀλλ᾽ ὀλίγον ὕστερον τὸν ἀδελ- 
φόν, τὸν γνήσιον τοῦ Περδίχχου υἱόν, παῖδα ὡς ἕπτα- 

- Ι͂ΡΙΘ τα δι Βινιῶνοιν \ \ , 2 ) ΄, 
ἑτῆ, οὗ ἡ ἀρχὴ ἐγίγνετο χατὰ τὸ δίχαιον, οὐκ ἐβουλήϑη 

2 / ΄ , 3 ΄ Ἀν ἐς τ, N N 
εὐδαίμων γενέσϑαι δικαίως ἐχϑρέψας καὶ ἀποδοὺς τὴν 
2 \ 2 ῃ 2 2 3 ΄ 3 \ \ 2 , 
ἀρχὴν ἐκείνῳ, ἀλλ᾽ εἰς φρέαρ ἐμβαλὼν καὶ ἀποπνίξας 
πρὸς τὴν μητέρα αὐτοῦ Κλεοπάτραν χῆνα ἔφη διώχοντα 
ἐμπεσεῖν καὶ ἀτεοϑανεῖν. τοιγάρτοι γῦν, ἅτε μέγιστα ἢδι- 

\ - 3 N > , ,ὔ 2 7 
κηχὼς τῶν ἐν Maxredovia, ἀϑλιώτατός ἐστε πάντων αχε- 
δόνων, ἀλλ᾽ οὐχ εὐδαιμονέστατος, χαὶ ἴσως ἔστιν ὅστις 
9 ,ὕ 29 \ - > G ὑὸν Di 8 ΥΥ̓͂ ς - 
Asnvaiwv ἀττὸ σοῦ ἀρξάμενος δέξαιτ᾽ ἂν ἄλλος ὁστισοῦν 
ἸΠαχεδόνων γενέσϑαι μᾶλλον ἢ ᾿Αρχέλαος. 


Die Erzählung aber, durch die That- 
sachen, welche sie anführt, schon 
schlimm genug, wird noch schlim- 
mer durch den Gynismus, mit wel- 
chem sie vorgetragen wird. Polos 
schildert die That des Archelaos ab- 
sichtlich in einer Klimax, nur um 
sein τὰ μέγιστα ἠδίχηχεν zu be- 
weisen: er läfst den Archelaos den 
Alketas zunächst betrügen — μετα- 
en: ὡς ἀποδώσων τὴν 

ἀρχήν —, er läfst ihn den Alketas 
freundlich, heuchlerisch freundlich 
aufnehmen ; er gebraucht, dann die 
eynischen Ausdrücke : ἀπέσφαξε 
χαὶ ἠφάνισεν; er markiert schroffe 


Züge bei den Mordthaten des Arche- 
laos mit einem gewissen Wohlge- 
fallen — δεσπότην καὶ ϑεῖον — 
ἀνεψιὸν αὑτοῦ, σχεδὸν ἡλικιώτην 
-- παῖδα ὡς ἑπταετῆ 7 πρὸς 
τὴν μητέρα αὐτοῦ χῆνα ἔφη διώ- 
χοντα ἐμπεσεῖν καὶ ἀποϑανεῖν --- 
er verhöhnt endlich in plumpster 
Weise die sittlichen Anschauungen 
eines alten, ehrwürdigen Mannes: εἰ 
ἐβούλετο τὰ διφαία, ποιεῖν, ἐδού- 
λευεν χαὶ ἦν εὐδαίμων κατὰ τὸν 
σὸν λόγον Ze ϑαυμασίως ὡς ἀϑ- 
λιος γέγονεν -- ἔλαϑεν Euvrov 
ἀϑλιώτατος γενόμενος — οὐχ 
ἐβουλήϑη εὐδαίμων γενέσθαι δι- 


60 IIAATANON 


27. 29. Kai xar’ ἀρχὰς τῶν λόγων, w Πῶλε, 
ἔγωγέ σὲ ἐπτήνεσα ὅτι μοι δοχεῖς εὖ πιρὸς τὴν ῥητορικὴν 
χεεπαιδεῦσϑαι, τοῦ δὲ διαλέγεσθαι ἠμεληκέναι" καὶ νῦν 
ἄλλο τι οὗτός ἐστιν ὃ λόγος, ᾧ μὲ καὶ ἂν παῖς ἐξελέγ- 
ξειε, καὶ ἐγὼ ὑπὸ σοῦ νῦν, ὡς σὺ οἴει, ἐξελήλεγμαι τούτῳ 
τῷ λόγῳ, φάσχων τὸν ἀδικοῦντα οὐκ εὐδαίμονα εἶναι; 
πόϑεν, ὦ ᾽γαϑέ; καὶ μὴν οὐδέν γέ σοι τούτων ὁμολογῶ 
ὧν σὺ φής. 

ΠΩ. Δ. Οὐ γὰρ ἐϑέλεις, ἐπεὶ δοκεῖ γέ σοι ὡς ἐγὼ 
λέγω. 

ΣΩ. Ὦ μαχάριε, δητορικῶς γάρ με ἐπιχειρεῖς ἐλέγ- 
χειν, Worceg οἱ ἐν τοῖς δικαστηρίοις ἡγούμενοι ἐλέγχειν. 
χαὶ γὰρ ἐκεῖ οἱ ἕτεροι τοὺς ἑτέρους δοχοῦσιν ἐλέγχειν, 
ἐπειδὰν τῶν λόγων ὧν ἂν λέγωσι μάρτυρας πολλοὺς πιαρ- 
έχωνται χαὶ εὐδοκίμους, ὃ δὲ τἀναντία λέγων ἕνα τινὰ 
παρέχηται ἢ μηδένα. οὗτος δὲ ὃ ἔλεγχος οὐδενὸς ἄξιός 
ἐστι πρὸς τὴν ἀλήϑειαν" ἐνίοτε γὰρ ἂν χαὶ καταψευδο- 
μαρτυρηϑείη τις ὑπὸ πολλῶν χαὶ δοκούντων εἶναι τί. 


καίως ἐχϑρέψας u. Ss. w. bis zu 
dem χαὲ ίσως ἔστιν ὅστις ᾿48η- 
ναίων κ. τ. ἕ. 

Kap. 27. Das Ziel, dem Sokrates 

zusteuert, bezeichnen die Worte am 

Schlusse des ‚Kapitels 7 n, γιγνώσχειν 
n ἀγγοεῖν, ὅστις τε εὐδαίμων ἐστὶ 
χαὶ ὅστις μή. Er will damit das 
Thema der folgenden Darlegung 
präcisieren; das "Thema, dals gut 
(δίκαιος) und glücklich (εὐδαίμων) 
sein zwei sich deckende Begriffe 
sind. 

Des Polos sittlich freche Erzäh- 
lung verbietet dem Sokrates, in 
einenscherzenden Ton überzugehen, 
und gestattet ihm nur, sarkastisch 
zu werden. Sarkastisch sagt er: 
„der Rhetorik gegenüber mag deine 
Rede von Schulung (πεπαιδεῦσθαι) 
zeugen, um die Logik hast du dich 
nicht bekümmert.*“ Zu den Worten 
τοῦ δὲ διαλέγεσϑαι ἠμεληκέναι ist 
aus dem vorhergehenden ὅτε μοὶ 
doxsis ein δοχεῖς wiederholt zu 


denken. Sarkastisch ist dann ferner 
die Erwähnung, des παῖς in ᾧ με 
χαὶ ἂν παῖς ἐξελέγξειε, die auf 
dasxa&v παῖς σε ἐλέγξειεν des Polos 
im vorigen Kapitel höhnisch hin- 
weist, und die Betonung der Person 
des Polos: ἐγὼ ὑπὸ σοῦ νῦν ἐξε- 
λήλεγμαι - ὡς σὺ οἴξι -- οὐδὲν 
τούτων ὁμολογῶ ὧν σὺ φῇς. Im 
bedauernden Ton ist wohl die An- 
rede ὦ ᾿᾽γαϑέ und das spätere ὦ 
μακάριξ gesprochen worden. Polos 
bleibt seiner frivolen Rolle in dem 
οὐ γὰρ ἐϑέλεις χ. τ. ἕ. treu. ἴῃ 
der folgenden Rede steht das ἐν 
τοῖς δικαστηρίοις dem πρὸς τὴν 
ἀλήϑειαν gegenüber: mit der Wen- 
dung ἐνίοτε γὰρ ἂν καὶ κατα- 
ψευδομαρτυρηϑείη τις ὑπὸ πολ- 
λῶν weist aber Plato wohl, wie 
in manchen anderen Stellen des 
Gorgias, auf den Prozels seines Mei- 
sters hin. Zu den folgenden Worten 
sagt Stallbaum in seiner klassischen 
Kürze sehr treffend: NVieiae caus- 


TOPTIAZ. 61 


χαὶ νῦν περὶ ὧν σὺ λέγεις ὀλίγου σοι ττάντες συμφήσουσε 
- μι - \ c r > ' ὦ - ῇ 
ταῦτα ᾿ϑηναῖοι χαὶ οἵ ξένοι, ἐὰν βούλῃ κατ ἐμοῦ μαρ- 
τυρας παρασχέσϑαι, ὡς οὐκ ἀληϑῆ λέγω" μαρτυρήσουσί 
σοι, ἐὰν μὲν βούλῃ, Νικίας ὃ Νικηράτου καὶ οἱ ἀδελφοὶ 
μετ᾽ αὐτοῦ, ὧν οἱ τρίποδες οἱ ἐφεξῆς Eorwreg εἰσιν ἐν 
τῷ Διονυσίῳ, ἐὰν δὲ βούλῃ, ᾿Αριστοχράτης ὃ Σκχελλίου, 
74 SEN, 2 - - \ \ I “σ΄ IN \ 
οὗ αὖ ἔστιν ἐν Πυϑοῖ τοῦτο τὸ χαλὸν ἀνάϑημα, ἐὰν δὲ 
βούλῃ, ἢ Περιχλέους ὅλη οἰκία ἢ ἄλλη συ ΈΡΕΙΣ, ἥντινα 
ἂν βούλῃ τῶν ἐνϑένδε ἐκλέξασϑαι. ἀλλ᾽ ἐγώ σοι εἷς ὧν 
οὐχ ὁμολογῶ" οὐ γάρ με σὺ ἄναγχάζεις, ἀλλὰ ψευδομαρ- 
τυρας πολλοὺς κατ᾿ ἐμοῦ παρασχόμενος ἐπιχειρεῖς ἐχ- 
7 P} - 2 4 \ “ 2 - 2 \ x D)) 
βάλλειν με ἐκ τῆς οὐσίας καὶ τοῦ ἀληϑοῦς. ἐγὼ δὲ ἂν 
μὴ σὲ αὐτὸν ἕνα ὄντα μάρτυρα σαράσχωμαι ὅμολογοῦντα 
περὲ ὧν λέγω, οὐδὲν οἶμαι ἄξιον λόγου μοι πεπεράνϑαι 
περὶ ὧν ἂν ἡμῖν ὃ λόγος n' οἶμαι δὲ οὐδὲ σοί, ἐὰν μὴ 
ἐγώ σοι μαρευρῶ εἷς ὧν μόνος, τοὺς δ᾽ ἄλλους πάντας 


τούτους χαίρειν ἐᾷς. 


sam adversus Platonem agit Aristi- 
des Orat. Plat. II p. 277 seqgg. Non 
indigebat tamen ille tali defensore. 
Nam consulto Plato nominavit vi- 
ros probos, honestos, pios aut certe 
in civitate claros, quippe quorum 
testimonium videri debebat in hac 
caussa gravissimum. Die Ausgabe 
von Deuschle-Cron hat gewifs un- 
recht, wenn sie sagt: „So haben 
wir als Zeugen für Polos Repräsen- 
tanten der hauptsächlichsten poli- 
tischen Parteien. Sie kamen darin 
überein, dafs sie Macht im Staate, 
ja die Tyrannis, selbst um den Preis 
des ÜUnrechtthuns für das höchste 
Gut hielten. Beachtenswert ist die 
Strenge des Urteils über Nicias, die 
jedenfalls von politischer Unbefan- 
genheit zeugt“. Wenn Plato den 
Nicias als einen sittlich schlechten 
Charakter hingestellt hätte, der 
Grundsätze wie die des erbärm- 
lichen Sophisten Polos verträte, so 
würde er damit das Andenken eines 
Bürgers geschändet haben, den 
Freunde und Feinde für einen Ehren- 


ἔστι μὲν οὖν οὗτός τις τρόπος ἐλέγ- 


mann hielten, der gegenüber dem 
strengen Aristokraten Aristokrates- 
stets einer gemälsigten Aristokratie 
das Wort geredet hat, der, weil das 
Vaterland befahl, sich an die Spitze 
einer Unternehmung stelite, welche 
er selbst nicht billigte, der für sein 
Vaterland den Tod erlitten hat. Nein, 

die Futura συμφήσουσι, μαρτυρή- 
σουσι heifsen nicht: „sie werden 
dir zustimmen“, sondern sie ent- 
halten nur eine mögliche Annahme: 
„sie sollen dir — meinetwegen 
— zustimmen“. Es beweisen das 
die W. ᾿4ϑηναῖοι χαὶ οἱ ξένοι, die 
appositionell zu πάντες stehen, und 
das ἥντινα ἂν βούλῃ τῶν ἐνθένδε 
ἐχλέξασϑαι. 

Ἐπιχειρεῖς ἐχβάλλειν με ἐκ τῆς 
οὐσίας sagt Sokrates sarkastisch mit 
Bezug auf die von Polos beneidete 
Macht des Tyrannen, der willkürlich 
ἐχβάλλειν ἐχ τῶν πόλεων könne: 
Er wirft also dem Gegner damit 
tyrannische Willkür vor. Das χαί 
in dem folgenden χαὶ τοῦ ἀληϑοῦς 
ist „und zwar“ oder “das heilst“. 


τὰ | 


62 HAATQNOZ 


u 


xov, ag σύ re οἴει xal ἄλλοι scolloi‘ ἔστι δὲ καὶ ἄλλος, 
ὃν ἐγὼ av οἶμαι. σπταραβαλόντες οὖν cap’ ἀλλήλους σχε- 
ψώμεϑα, εἴ τι διοίσουσιν ἀλλήλων. καὶ γὰρ τυγχάνει 
regl ὧν ἀμφισβητοῦμεν οὐ πάνυ σμικρὰ ὄντα, ἀλλὰ σχε- 
div τι ταῦτα, περὶ ὧν εἰδέναι τε χάλλιστον μὴ εἰδέναι 
τε αἴσχιστον" τὸ γὰρ χεφάλαιον αὐτῶν ἐστιν ἢ γιγνώ- 
σχξιν ἢ ἀγνοεῖν, ὅστις τὲ εὐδαίμων ἐστὶ χαὶ ὅστις μή. 
αὐτίχα πρῶτον, πιεερὶ οὗ νῦν ὃ λόγος ἐστί, σὺ ἡγεῖ οἷόν 
Te, εἶναι μαχάριον ἄνδρα ἀδικοῦντά τε καὶ ἄδικον ὄντα, 
εἴστερ ᾿Αρχέλαον ἄδικον μὲν ἡγεῖ εἶναι, εὐδαίμονα δέ" 
ἄλλο τι ὡς οὕτω σου νομίζοντος διανοώμεϑα; 

ΠΩ... Πανυ γε. 

28. 202. Ἐγὼ δέ φημι ἀδύνατον. ἕν μὲν τουτὶ ἀμ- 
φισβητοῦμεν. εἶεν᾽ ἀδικῶν δὲ δὴ εὐδαίμων ἔσται ip’ 
ἂν τυγχάνῃ δίκης τε χαὶ τιμωρίας; 

ΠΩ. Δ. Ἥκιστά γε, ἐπεὶ οὕτω γ᾽ ἂν ἀϑλιώτατος εἴη. 

ΣΩ, Ah ἐὰν ἄρα μὴ τυγχάνῃ δίκης ὃ ἀδικῶν, κατὰ 
τὸν σὸν λόγον εὐδαίμων ἔσται; 

II24A. Φημί. 

ΣΩ. Κατὰ δέ γε τὴν ἐμὴν δόξαν, ὦ Πῶλε, ὃ adı- 
χῶν τε χαὶ ὃ ἄδικος πάντως μὲν ἄϑλιος, ἀϑλιώτερος 
μέντοι, ἐὰν μὴ διδῷ δίκην μηδὲ τυγχάνῃ τιμωρίας ἀδι- 
χῶν, ἧττον δὲ ἄϑλιος, ἐὰν διδῷ δέκην καὶ τυγχάνῃ δίκης 
ὑπὸ ϑεῶν τε χαὶ ἀνϑρώπων. 

ΠΩ... ᾿Ατοπά γε, ὦ Σώχρατες, ἐτειχειρεῖς λέγειν. 

ΣΩ, Πειράσομαι δέ γε καὶ σὲ ποιῆσαι, ὠ ἑταῖρε, 


Kap. 28. Sokrates behauptet, beweisen gleich seine ersten Ant- 


der ἄδικος ist unter allen Umstän- 
den ein ἄϑλιος und um so mehr, 
wenn ‚Ihn die Strafe nicht ereilt, 
ἐὰν un διδῷ δίκην. Plato läfst den 
Dialog bei diesem Satze verhältnis- 
mälsig lange verweilen, weil er 
wünscht, dals er im Gedächtnisse 
hafte, und weil er ihm neue Ge- 
legenheit giebt, die Sophisten in 
ihrer laxen Moralität zu zeigen. 
Dals Polos das Glück nur als von 
äufseren Umständen bestimmt falst, 


worten, in welchen er zugiebt, der 
ἀδικῶν sei nur dann ein εὐδαίμων, 
wenn ihn der irdische Richter nicht 
ereile. Die entgegengesetzte Ansicht 
des Sokrates giltihm alsein«rono», 
ein Ausdr uck, der hier wohl mehr 
sagt als „seltsam“ (H. Müller) und 
etwas Verkehrtes bezeichnet. So- 
krates straft den Polos für den Aus- 
druck, wenn er ihm ironisch vor- 
hersagt, er werde ihn dahin brin- 
gen, das ἄτοπον als eine Wahrheit 


TOPTIAZ. 63 


᾿ ’ ς ΚΡ - 5 
ταὐτὰ ἐμοὶ λέγειν" φίλον γάρ σε ἡγοῦμαι. νῦν μὲν οὖν ἃ 
διαφερόμεϑα ταῦτ᾽ ἐστέ" σχόπει δὲ καὶ σύ" εἶπον ἐγώ που 
“ὦ , wa = m \ = ΄ 5 
ἐν τοῖς ἔμτεροσϑεν τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδιχεῖσϑαι κάκιον εἶναι. 


II2A. Πανυ γε. 


ΣΩ, Σὺ δὲ τὸ ἀδιχεῖσϑαι. 


ΠΩ 2“. Ναί. 


ΣΩ. Καὶ τοὺς ἀδικοῦντας ἀϑλέους ἔφην εἶναι ἐγώ, 


χαὶ ἐξηλέγχϑην ὑπὸ σοῦ. 
II2A. Ναὶ μὰ δία. 


ΣΩ, Ὡς σύ γε οἴει, ὦ Πώλε. 
ΠΩ Δ. ᾿4ληϑῆ γε οἰόμενος ἴσως. 
ΣΩ, Zu δέ γε εὐδαίμονας av τοὺς ἀδικοῦντας, ἐὰν 


μὴ διδῶσι δέχκην. 


ΠΩ... Πάνυ μὲν οὗν. 


ΣΩ, Ἐγὼ δὲ αὐτοὺς ἀϑλιωτάτους φημί, τοὺς δὲ δὲε- 
δόντας δίκην ἧττον. βούλει χαὶ τοῦτο ἐλέγχειν; 


MI2A. AN ἔτει τοῦτ᾽ 


ὦ Σώχρατες, ἐξελέγξαι. 


ἐχείνου χαλετιώτερόν ἔστιν, 


ΣΩ. Οὐ δῆτα, ὦ Πῶλε, ἀλλ᾽ ἀδύνατον" τὸ γὰρ ἀλη- 


ϑὲς οὐδέτιοτε ἐλέγχεται. 


ΠΩ... Πῶς λέγεις; ἐὰν ἀδικῶν ἄνϑρωπος ληφϑῇ 
τυραννίδι ἐπιβουλεύων, χαὶ ληφϑεὶς στρεβλῶται χαὶ ἐχτέ- 
μνηται χαὶ τοὺς ὀφϑαλμοὺς ἔχχάηται, καὶ ἄλλας πολλὰς 


anzuerkennen. Φίλον γάρ σε ἡγοῦ- 
μαι Setzt er ebenso ironisch hinzu, 
eine Phrase, die zweierlei bedeuten 
kann: „ich bin dir ja so gut, dals 
ich dich gern belehren möchte“ und 
„du bist mir 74 so gut, dafs du mir 
gewils zustimmen wirst“. Im fol- 
genden weist ermit dem zul ἐξηλέγ- 
χϑην ὑπὸ σοῦ (σοῦ in prägnanter 
Stellung dem vorhergehenden ἐγώ 
gegenübergestellt) auf des Polos 
Erzählung vom Archelaos zurück. 
Wie fest Polos von der Wahrheit 
seiner Ansicht überzeugt ist, deuten 
seine Anworten an: γαὶ μὰ Δία 
und ἀληϑῆ γε οἰόμενος ἴσως (ἴσως 
töten). Wie sehr er des Sokra- 
tes Herr zu sein oder vielmehr der 


Zustimmung der übrigen Zuhörer 
sicher zu sein glaubt, zeigen die 
Worte ἀλλ᾽ ἔτι τοῦτ ἐχείνου χα- 
λεπώτερόν ἔστιν an, welche im 
Spott das Gegenteil von dem meinen, 
was sie sagen. Lächelnd wohl er- 
widert ihm Sokrates: τὸ ἀληϑὲς 
οὐδέποτε ἐλέγχεται. Wieder recht 
in der Art halbgebildeter Menschen 
glaubt nun Polos durch ein mög- 
lichst krasses Beispiel Sieger zu 
werden. Er läfst seinen Tyrannen 
foltern und entmannen und blen- 
den und kennt aufser diesen Strafen 
noch ἄλλαι πολλαὶ χαὶ μεγάλαι 
καὶ παντοδαπαὶ λῶβαι, die er ihm 
anthun läfst; er läfst ihn, nachdem 
er ihm schon hat das Augenlicht 


δ᾽ ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


χαὶ μεγάλας χαὶ παντοδαπὰς λώβας αὐτός τε λωβηϑεὶς 
xal τοὺς αὑτοῦ ἐτιιδὼν τιαῖδάς τε καὶ γυναῖχα τὸ ἔσχατον 
ἀνασταυρωϑῇ ἢ καταπιττωϑῆῇῆ, οὗτος εὐδαιμονέστερος 
ἔσται, ἢ ἐὰν διαφυγὼν τύραννος χαταστῇ χαὶ ἄρχων ἐν 
τῇ πόλει διαβιῷ ττοιῶν ὅ τι ἂν βούληται, ζηλωτὸς ὧν χαὶ 
εὐδαιμονιζόμενος ὑττὸ τῶν ττολιτῶν χαὶ τῶν ἄλλων ξένων; 
ταῦτα λέγεις ἀδύνατον εἶναι ἐξελέγχειν; 

29. ΣΩ, ΙΙορμολύττει αὖ, ὦ γενναῖε Πῶλε, χαὶ οὐχ 
ἐλέγχεις" ἄρτι δὲ ἐμαρτύρου. ὅμως δὲ ὑπόμνησόν μὲ 
σμιχρόν" ἐὰν ἀδίκως ἐπιβουλεύων τυραννίδι, εἶπες; 

ΠΩ 1. Ἔχγωγε. 

ΣΩ. Εὐδαιμονέστερος μὲν τοίνυν οὐδέττοτε ἔσται 
οὐδέτερος αὐτῶν, οὔτε ὃ χατειργασμένος τὴν τυρραννίδα 
ἀδίχως οὔτε ὃ ἁλούς" δυοῖν γὰρ ἀϑλίοιν εὐδαιμονέστε- 
ρος μὲν οὐκ ἂν εἴη" ἀϑλιώτερος μέντοι ὃ διαφεύγων zal 
τυραννεύσας. τί τοῦτο, ὦ Πῶλε; γελᾷς; ἄλλο αὖ τοῦτο 
εἶδος ἐλέγχου ἐστίν, ἐπειδάν τίς τι εἴτεῃ, καταγελᾶν, ἐλέγ- 


χειν δὲ μή; 


nehmen lassen, inlächerlicher Weise 
doch noch Weib und Kind mils- 
handeln sehen; er lälst ihn ans 
Kreuz schlagen oder in einen mit 
Pech getränkten Sack stecken und 
elendiglich verbrennen (zaranır- 
τοῦσϑαι pice illini et cremari, 
St.). Natürlich hat er keine Ahnung 
davon, dals für die logische Be- 
weisführung das Mafls der Strafe 
ganz gleichgiltig ist. 

Zu διαφυγών (ἐὰν διαφυγὼν τύ- 
ραννος κατέστη) ist wohl aus dem 
Vorhergehenden zu denken ταύτας 
τὰς λώβας. Ὅτι ἂν βούληται sagt 
Polos wohl mit ironischer Beto- 
nung, im Rückblick auf den Unter- 
schied, welchen Sokrates oben zwi- 
schen dem ὅτε ἀν βούληται und 
dem ὅτε ἂν δοχῇ gemacht hat. 
Τῶν πολιτῶν χαὶ τῶν ἄλλων ξέ- 
vov ist = τῶν ἄλλων 501}. ξένων. 

Kap. 29. Sokrates kennzeichnet 
mit den ersten Worten die Art, in 
welcher Polos zu beweisen sucht. 


ΓΝ 


Erst, sagt er, habe er durch das 
Zeugnis des macedonischen Tyran- 
nen zu beweisen gemeint; jetzt 
male er die Mormo, das Schreck- 
bild thörichter Kinder, und glaube 
damit einen Beweis zu liefern. Dann 
ruft Sokrates das &dıxov dem Po- 
los ins Gedächtnis, welches er dem 
Tyrannen zugemessen hat, und 
kommt nun zu dem Schlufs, dafs 
von einer εὐδαιμονία eines adl- 
χως τυραννεύων überhaupt gar 
nicht die Rede sein könne, ganz 
abgesehen davon, ob er ein λη- 
φϑείς oder ein διαφυγών sei. Denn 
dem ἄδικον hafte das ἄϑλεον an, 
und einen εὐδαιμονέστερος könne 
man nicht unter zwei «94:0: fin- 
den (sondern nur einen ἀϑλεώτε- 
og nd einen ἧττον ἄϑλιος). Als 
ann siegesgewils Polos den Satz 
des Sokrates: ἀϑλεώτερος ὁ δια- 
φυγὼν χαὶ τυραννεύσας auslacht, 
fragt ihn dieser sarkastisch, ob das 
χαταγελᾶν, das Niederlachen,, die 


a 


ΠΩ... Οὐκ οἴει ἐξεληλέγχϑαι, ὦ Σώκρατες, ὅταν 
τοιαῦτα λέγῃς, ἃ οὐδεὶς ἂν φήσειεν ἀνθρώπων; ἐτεεὶ ἐροῦ 
τινὰ τουτωνί. 

ΣΩ. Ὦ Πῶλε, οὐκ εἰμὶ τῶν τειολιτικῶν, καὶ πέρυσι 
βουλεύειν λαχών, ἐττειδὴ ἢ φυλὴ ἐπτρυτάνευε χαὶ ἔδει μὲ 
ἐπτεψηφίξειν, γέλωτα παρεῖχον καὶ οὐχ ἠπιστάμην ἐπεψη- 
φίξειν. μὴ οὖν μηδὲ γῦν μὲ χέλευς ἐπιψηφίζειν τοὺς 
παρόντας, ἀλλ᾽ εἰ μὲ ἔχεις τούτων βελτίω ἔλεγχον, ὄπτερ 
γῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, ἐμοὶ ἐν τῷ μέρει παράδος, καὶ τιεί- 
ρασαι τοῦ ἐλέγχου, οἷον ἐγὼ οἶμαι δεῖν εἶναι. ἐγὼ γὰρ 
ὧν ἂν λέγω Eva μὲν παρασχέσϑαι μάρτυρα ἐπείστωμαι, 
αὐτὸν πρὸς ὃν ἄν μοι ὃ λόγος n, τοὺς δὲ πολλοὺς ξῶ 
χαίρειν, καὶ ἕνα ἐπιψηφέζειν ἐπίσταμαι, τοῖς δὲ πτολλοῖς 
οὐδὲ διαλέγομαι. ὅρα οὖν, εἰ ἐϑελήσεις ἐν τῷ μέρει δι- 
δόναι ἔλεγχον ἀποχρινόμενος τὰ ἐρωτώμενα. ἐγὼ γὰρ 
δὴ οἶμαι καὶ ἐμὲ καὶ σὲ xal τοὺς ἄλλους ἀνϑρώπους τὸ 


f TOPTIAE. 65 


dritte Art seiner Beweisführung sei. 
Polos beruft sich auf die Zustim- 
mung aller Welt: οὐδεὶς ἂν φή- 
σειεν ἀνθρώπων und giebt damit 
dem Sokrates Anlals, sich über den 
Wert der Majoritätsvota ironisch zu 
äufsern. Diese Aufserung darf man 
nicht zu weit fassen. Sokrates sagt 
ausdrücklich: οὐχ εἰμὶ τῶν πολι- 
τιχῶν d. i. ich verhandele hier 
nicht als Staatsmann mit einer Bür- 
gerschaft, sondern als Philosoph 
mit dir allein. Er gesteht damit die 
Berechtigung der Majoritätsvota für 
das Staatsleben zu, wie sie ja über- 
all da am Orte sind, wo es sich 
darum handelt, etwas zu be- 
schliefsen oder sich zu etwas zu 
entschlielsen. Sie haben aber keine 
Geltung, wo es sich um ein Urteil, 
um die Feststellung eines dialek- 
tischen Satzes, um die Klärung 
einer logischen Frage handelt. Hier 
gilt allein der Beweis, aber nicht 
die Stimme. Fragen der Wissen- 
schaft, wie Fragen des Glaubens, 
können nicht per maiora traktie- 
ret werden, wie Luther das nannte; 
Plato, Gorgias, 


aber freilich sind selbst die Gebil- 
deten aller Zeiten geneigt, der An- 
sicht der πολλοί ein Gewicht bei- 
zulegen, und auch in unseren Tagen 
stimmt 'man über Fragen der Wis- 
senschaft ab in Versammlungen, in 
denen man das nicht erwarten 
sollte, wie in denen der Direktoren 
unserer höheren Lehranstalten. In 
der Sache soll Sokrates ironisch 
anspielen auf seine Thätigkeit als 
Prytane im bekannten Prozesse 
gegen die Feldherrn, welche nach 
der Schlacht bei den Arginusen 
sich, wie man fälschlich annahm, 
um die Leichen der im Meere um- 
gekommenen Landsleute nicht ge- 
nügend bekümmert hatten. Logwi- 
tur Socrates urbana cum irrisione, 
sagt Stallbaum. (Quod enim epi- 
states factus Iribum suam in suf- 
fragia mittere noluerat, ea non 
fuerat imperitia, sed summum vu- 
stitia studium ete. (ἔλεγχον διδό- 
ναι heilst „eine Beweisführung ge- 
statten“). 

Polos ist von des Gegners Wor- 
ten nicht gewonnen, wie seine fol- 


5 


66 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ἀδιχεῖν τοῦ ἀδιχεῖσϑαι κάχιον ἡγεῖσϑαι χαὶ τὸ μὴ διδό- 


γαι δίχην τοῦ διδόναι. 


ΠΩ 1. Ἐγὼ δέ γε οὔτ᾽ ἐμὲ οὔτ᾽ ἄλλον ἀνθϑρώττων 
οὐδένα. ἐπεὶ σὺ δέξαι ἂν μᾶλλον ἀδικεῖσϑαι ἢ ἀδικεῖν; 

ΣΩ. Καὶ σύ γ᾽ ἂν χαὶ οἱ ἄλλοι πάντες. 

II2A. Πολλοῦ γε δεῖ, ἀλλ᾽ οὔτ᾽ ἐγὼ οὔτε σὺ οὔτ᾽ 


ἄλλος οὐδείς. 


- γ - 
ΣΩ. Οὐχοῦν αἀποχρινεῖ; 
II2A. Πανυ μὲν οὐν" 


τί scor’ ἐρεῖς. 


χαὶ γὰρ ἐπιϑυμῶ εἰδέναι ὅ 


ΣΩ. «“4ἐγε δή μοι, iv’ εἰδῇς, ὥσπερ ἂν εἰ ἐξ ἀρχῆς 
σὲ ἠρώτων᾽ πότερον δοχεῖ σοι, ὦ Πῶλε, xaxıov εἶναι τὸ 


ἀδικεῖν ἢ τὸ ddınsioder; 


II2A. Τὸ ἀδιχεῖσϑαι ἔμοιγε. 
ΣΩ. Τί δὲ δὴ αἴσχιον; πότερον τὸ ἀδιχεῖν ἢ τὸ ἀδι- 


= 2 , 
χεῖσϑαι; ἁπογρίνου. 
ΠΩ... Τὸ ἀδικεῖν. 


30. 22. Οὐχοῦν χαὶ χάχιον, eirteo αἴσχιον. 


ΠΩ. Ἥκιστα γε. 


΄ 2 c Pr 4 c r 
2. Μανϑανω. οὐ ταὐτὸν ἡγεῖ σύ, ὡς ἔοιχας, χα- 
λόν τὲ χαὶ ἀγαϑὸν χαὶ χαχὸν χαὶ αἰσχρόν. 


ΠΩ.1. Οὐ δῆτα. 


genden Antworten zeigen, in denen 
er es mit Sokrates zu machen sucht, 
wie dieser es mit ihm macht, wenn 
er ihm eine Überzeugung unter- 
schiebt, die zu haben er leugnet. 
Seine sittliche Schwäche dokumen- 
tiert er am Schlusse des Kapitels 
(und in dem folgenden), wenn er 
das ἀδικεῖν dem ἀδικεῖσϑαι gegen- 
über kein z&xıov, wohl aber“ ein 
αἴσχιον nennt. 

kap. 30. Das Schöne ist schön, 
deduziert Sokrates weiter, weil es 
entweder ein ὠφέλιμον oder ein 

ἢ δὺ oder weil es beides ist; ebenso 
int das Häfsliche entweder ein Av- 
πούμενον, entgegen dem ἡδύ, oder 
ein xaxov als Gegensatz des ὠφέ- 
λιμὸν oder beides. Weil nun das 


ἀδικεῖν nach des Polos Zugeständ- 
nis ein αἰσχεέον ist als das ἀδικεῖ- 
σϑαι, mufs es entweder ein Jun 

oder ein χαχῷ oder ‚ein ἀμφοτέ- 
0018 ὑπερβάλλον τὸ ἀδικεῖσϑαι 
sein d. ἢ. als das Häfslichere muls 
das Unrechtthun dem Unrechtleiden 
gegenüber entweder schmerzlicher 
oder schlechter oder beides sein. 
Sokrates identifiziert also, wie Po- 
los das ἀγαϑόν und das ὠφέλι- 
μον, 80 das χαχύν und das βλα- 
Beoov. 

In seinen kurz entschiedenen 
Antworten (7x:0r& γε und οὐ δῆτα) 
auf des Sokrates erste Schluisfol- 
gerung (οὐχοῦν χαὶ κάκιον, εἴπερ 
αἴσχιον) scheint Polos des Sokra- 
tes kurze abweisende Antworten 


TOPTIAZ. 67 


22. Ti δὲ τόδε; τὰ καλὰ sravra, οἷον χαὶ σώματα 
καὶ χρώματα χαὶ σχήματα καὶ φωνὰς χαὶ ἐπιτηδεύματα, 
eig οὐδὲν ἀποβλέττων καλεῖς ἑχάστοτε καλά; οἷον πρῶ- 
τον τὰ σώματα τὰ καλὰ οὐχὶ ἤτοι κατὰ τὴν χρείαν λέγεις 
χαλὰ εἶναι, πρὸς ὃ ἂν ἕχαστον χρήσιμον ἢ, πρὸς τοῦτο, 
ἢ κατὰ ἡδονήν τινα, ἐὰν ἐν τῷ ϑεωρεῖσϑαι χαίρειν ττοιῇ 
τοὺς ϑεωροῦντας; ἔχεις τι ἐχτὸς τούτων λέγειν περὶ σώ- 


ματος χάλλους; 
ΠΩ... Οὐκ ἔχω. 
ΣΏΩ. 


Οὐχοῦν χαὶ τἄλλα πάντα οὕτω καὶ σχήματα 


καὶ χρώματα ἢ διὰ ἡδονήν τινα ἢ διὰ ὠφέλειαν ἢ δι᾽ 
ἀμφότερα χαλὰ προσαγορεύεις; 


ΠΩ“. Ἔγωγε. 


Zn. 
στάντα ὡσαύτως: 
II24A. Net. 


2 \ \ N \ \ x \ \ 
OD xal τὰς φωνὰς χαὶ τὰ κατὰ τὴν μουσικὴν 


ΣΩ, Καὶ μὴν τά γε κατὰ τοὺς νόμους χαὶ τὰ ἐπι- 
τηδεύματα οὐ δήπου ἐχτὸς τούτων ἐστὶ τὰ καλά, ἢ ὠφέ- 
λιμα εἶναι ἢ ἡδέα ἢ ἀμφότερα. 

ΠΩ... Οὐκ ἔμοιγε δοκεῖ. 


ΣΩ. 
αὐτως; 


nachahmen zu wollen, die er oben 
gab, als Polos den ἐρωτῶν spielte 
(οὔ ‚pnwu, φημ). Die Antwort ἥχι- 
στά γε soll jedenfalls überraschen. 
Sokrates dient deshalb auch so- 
gleich mit einer überraschenden 
Frage: nach,einem rhetorischen An- 
fang (σώματα χαὶ χρώματα χκ.τ. 8.) 
fragt, er: εἰς οὐδὲν ἀποβλέπων κα- 
λεῖς ἑχάστοτε χαλά; Bei den letz- 
ten Worten ist darauf hinzuweisen, 
dafs der Grieche häufig die Begriffe 
im Satze anders ordnet als wir; 
er drückt zumal vieles durch das 
Verbum finitum aus, was wir in 
einen adverbialen Ausdruck oder in 
einen Nebensatz zu bringen ge- 
wohnt sind. Und zwar ist das nicht 
allein bei den Verben, welche die 


Οὐκοῦν xal τὸ τῶν μαϑημάτων χάλλος ὡς- 


Grammatiken aufzuführen pflegen, 
der Fall, bei τυγχάνειν, λανϑάνειν, 
φϑάνειν, bei den Verben der Affekte 
u.a. Auch hier würden wir erwar- 
ten: εἰς οὐδὲν ἀποβλέπεις χαλῶν 
ἕχάστοτε χαλά, und demgemäls 
müssen wir die Stelle übersetzen: 
„hast du nichts im Auge, wenn 
du“ u.s.w. Diese Wiedergabe setzt 
den in den Worten liegenden Sar- 
kasmus erst für uns in das rechte 
Licht. Ebenso sarkastisch fast dann 
Sokrates den Sophisten bei seiner 
schwachen Seite. Er will den Be- 
griff des Guten hier gar nicht er- 
schöpfend definieren; sein Ziel ist 
ja nur zunächst den Gegner zu dem 
Eingeständnis zu bringen, dals das 
ἀδιχεῖν ein χακόν sei. Dazu aber 


5* 


᾿ ΑΚ ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


I2A. Πάνυ ye' καὶ καλῶς γε νῦν δρίζει, ὦ Σώ- 
χρατες, ἡδονῇ τε καὶ ἀγαϑῷ ὁριζόμενος τὸ καλόν. 
ΣΩ, Οὐχοῦν τὸ αἰσχρὸν τῷ ἐναντέῳ, λύπῃ τὲ καὶ 


χαλῷ; 


ΠΩ“. ᾿Ανάγχη. 


IN. Ὅταν ἄρα δυοῖν καλοῖν ϑάτερον χάλλιον ἡ, ἢ 
τῷ ἑτέρῳ τούτοιν ἢ ἀμφοτέροις ὑπερβάλλον κάλλιόν ἔστιν, 
ἤτοι ἡδονῇ ἢ ὠφελείᾳ ἢ ἀμφοτέροις. 


I2A. Πᾶανυ γε. 


ΣΩ, Καὶ ὅταν δὲ δὴ δυοῖν αἰσχροῖν τὸ ἕτερον αἵ- 
σχίον ἢ, ἥτοι λύπῃ ἢ καχῷ ὑπερβάλλον αἴσχιον ἔσται" 


a > 3 G 
ἢ οὐκ Avayan; 


ΠΩ 2. Ναί. 


ΣΩ, Φέρε δή, πῶς ἐλέγετο νῦν δὴ περὶ τοῦ ἀδι- 

= x > “ I b] \ \ 3 m ΄, 

χεῖν χαὶ αδιχεῖσϑαι; οὐκ ἔλεγες τὸ μὲν ἀδιχεῖσϑαι χά- 
xıov εἶναι, τὸ δὲ ἀδικεῖν αἴσχιον ; 


ΠΩ 2. Ἔλεγον. 


3 - er - - 

ΣΩ, Οὐκοῦν εἴπερ αἴσχιον τὸ ἀδικεῖν τοῦ adırei- 

” ΄ ΄ > \ [4 ς , » 

σϑαι, ἤτοι λυττηρότερόν ἔστι χαὶ Avrın ὑτεερβάλλον αἵ- 
σχιον ἂν εἴη ἢ κακῷ ἢ ἀμφοτέροις; οὐ καὶ τοῦτο Avayaı); 


ΠΩ“. Πῶς γὰρ οὔ; 


91. ΣΩ, Πρῶτον μὲν 


ist keine erschöpfende Untersuchung 
nötig. Ironisch also nur falst er 
das χαλόν ganz nach Weise und 
Wunsch der Sophisten unter die 
Gesichtspunkte der χρεία und der 
ἡδονή, giebt ihm als charakteristi- 
sche Eigenschaften das ὠφέλιμον 
und das ἡδὺ und sagt, es ist ein 
καλόν wegen des einen oder wegen 
des anderen oder beider wegen. 
Der Rhetor geht denn auch leicht 
in die Falle: χαὶὲ χαλῶς γε vov 
δρίζει, ἡδονῇ τε χαὶ ἀγαϑῷ ὃρι- 
ζόμενος τὸ χαλόν. Diese Worte 
sind aus dem Herzen gesprochen, 
aber auch ganz nach dem Wunsche 
des Sokrates. Für den Polos sind 
das ὠφέλιμον und das ἀγαϑόν, 
wie wir oben gesehen haben, sich 


δὴ σχεψώμεϑα, ἀρὰ λύπη 


deckende Begriffe; unwillkürlich 
schiebt er statt des einen den an- 
deren unter, nennt das χρήσιμον 
und ὠφέλιμον des Sokrates ein 
ἀγαϑὸν und giebt diesem so das 
beste Recht statt des logisch rich- 
tigeren βλαβερόν als Gegensatz 
des ὠφέλιμον das xaxov einzu- 
setzen: οὐχοῦν τὸ αἰσχρὸν τῷ 
ἐναντίῳ, λύπῃ τε χαὶ χαχῷ ; Dies 
Manöver beweist am besten, dals 
es dem Plato um eine erschöpfende 
Definition des x«Ao» und des aya- 
ϑὸν nicht zu thun ist, dafs er nur 
die alberne Behauptung des Polos, 
ein ασχεον sei kein χάχεον, lächer- 
lich machen will. 

Kap. 31. Da das ἀδιχεῖν das 
ἀδικεῖσϑαι durch λύπη nicht über- 


TOPTIAZ. 69 


ὑπερβάλλει τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδικεῖσϑαι, χαὶ ἀλγοῦσι μᾶλ- 
λον οἱ ἀδικοῦντες ἢ οἵ ἀδικούμενοι; 


II2A. Οὐδαμῶς, ὦ 
ΣΩ, 
I2A. Οὐ δῆτα. 
22. 

ἔτι ὑπεερβάλλοι. 
II2A. Οὐ φαίνεται. 


w Σώκχρατες, τοῦτό γε. 
Οὐχ ἄρα λύπῃ γε ὑπερέχει. 


Οὐχοῦν εἰ μὴ λύπῃ, ἀμφοτέροις μὲν οὐχ ἂν 


ΣΩ. Οὐκοῦν τῷ ἑτέρῳ λείπεται. 


II24A. Nei. 
22. To κακῷ. 
TI2A. Ἔοιχεν. 
u. 


ein τοῦ ἀδικεῖσϑαι. 
ΠΩ... Ζῆλον δὴ ὅτι. 
ΣΏ. 


Οὐκοῦν χαχῷ ὑττερβάλλον τὸ 


> u ΄ B)1 
ἀδιχεῖν χάκιον ἂν 


"ζλλο τι οὖν ὑπὸ μὲν τῶν πολλῶν ἀνϑρώττων 


\ ς Ν - ς - ΗΝ Ὁ > Γφ »γ) , 
καὶ ὑπὸ σοῦ ὡμολογεῖτο ἡμῖν Ev τῷ ἔμπροσϑεν χρόνῳ 
= - ἂν 5 Ὁ 
αἴσχιον εἶναι τὸ ἀδιχεῖν τοῦ ἀδιχεῖσϑαι; 


ΤΙ 7..--Ναΐ-: 
ΣΟ, 
Π.. 3. ”Eoızev. 


Νῦν δέ γε χάχιον ἐφάνη. 


ΣΩ. Ζέξαιο ἂν οὖν σὺ μᾶλλον τὸ χάχιον χαὶ τὸ αἴσχιον 


> \ et RR A127 > , 53 Rn 
ἀντὶ τοῦ ἥττον; un over ατοκρίνασϑαι, ὦ Ilwse 


wiegt, so kann es auch nicht das 
ἀμφοτέροις Überwiegende sein: es 
bleibt also nach dem vorigen Ka- 
pitel nur noch das mögliche dritte 
übrig d. h, das ἀδικεῖν ist dem 
ἀδικεῖσθαι gegenüber das χάχιον. 
Plato läfst den Sokrates mit Po- 
los spielen. Scherzend und spöt- 
tisch fragt er ihn, der uns den 
ἀδικῶν eben im Bilde des Tyran- 
nen, des Ideals seines Glückes, ge- 
zeigt hat: , ἀλγοῦσι μᾶλλον οἱ ἀδι- 
χοῦντες ῇ οἱ ἀδικούμενοι; Natür- 
lich weist Polos das streng zurück, 
scheint dann aber mit dem, οὐ φαί- 
νεται. ἔοιχεν, δῆλον δὴ ὅτι, ἀλλ᾽ 
οὐκ ἄν δεξαίμην bescheidener zu 


οὐδὲν 


werden und giebt sich mit dem οὔ 
μοι δοκεῖ χατὰά γε τοῦτον τὸν 
λόγον gefangen. Die spöttische 
Neckerei des Sokrates blickt, aus 
den Worten: ἄλλο τι οὖν ὑπὸ 
τῶν πολλῶν ἀνθρώπων 
χαὶ ὑπὸ σοῦ ὡμολογεῖτο, mit 
welchen zurückgewiesen wird auf 
Äufserungen des Polos wie im ein- 
undzwanzigsten Kapitel: οὐχ οἴει 
ἐξεληλέγχϑαι, ὅταν τοιαῦτα λἔ- 
γῃς, ἃ οὐδεὶς ἂν φήσειεν ἀνϑρώ- 
πων —; aus dem um ὄχνει ἀπο- 
κρίνεσθαι, welches die Verlegen- 
heit des jungen Mannes andeutet; 
aus dem οὐδὲν γὰρ βλαβήσει d. i. 
„du wirst davon nicht dummer wer- 


70 HAATONOLE 


γὰρ βλαβήσει" ἀλλὰ γενναίως τῷ λόγῳ ὥσπερ ἰατρῷ παρ- 
ἔχων ἀποχρίνου, καὶ ἢ φάϑι ἢ μὴ ἃ ἐρωτῶ. 

ΠΩ 1. Al οὐκ ἂν δεξαίμην, ὦ Σώχρατες. 

ΣΩ, "Alkog δέ τις ἀνθρώπων; 

ΠΩ Δ. Οὔ μοι δοχεῖ κατά γε τοῦτον τὸν λόγον. 

ΣΩ, ᾿Ζληϑῆ ἄρα ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι οὔτ᾽ ἂν ἐγὼ οὔτ᾽ 
ἂν σὺ οὔτ᾽ ἄλλος οὐδεὶς ἀνθρώπων δέξαιτ᾽ ἂν μᾶλλον 
ἀδικεῖν ἢ ἀδικεῖσθαι" κάχιον γὰρ τυγχάνει ὄν. 

II2A. Φαίνεται. 

ΣΩ, Ὁρᾷς οὖν, ὦ Πῶλε, ὃ ἔλεγχος παρὰ τὸν ἔλεγ- 
χον παραβαλλόμενος ὅτι οὐδὲν ἔοικεν, ἀλλὰ σοὶ μὲν οἱ 
ἄλλοι sravres ὁμολογοῦσι τελὴν ἐμοῦ, ἐμοὶ δὲ σὺ ἐξαρκεῖς 
εἷς ὧν μόνος χαὶ ὁμολογῶν χαὶ μαρτυρῶν, χαὶ ἐγὼ σὲ 
μόνον Erenynpilwv τοὺς ἄλλους ξῶ χαίρειν. καὶ τοῦτο 
μὲν ἡμῖν οὕτως ἐχέτω" μετὰ τοῦτο δὲ zregi οὗ τὸ δεύτε- 
ρον ἠἡμφεσβητήσαμεν σχεψώμεϑα, τὸ ἀδικοῦντα διδόναι 
δέκην ἄρα μέγιστον τῶν χαχῶν ἐστιν, ὡς σὺ ᾧου, ἢ μεῖ- 
ζον τὸ μὴ διδόναι, ὡς av ἐγὼ ᾧμην. σχοττώμεϑα δὲ τῇδε" 
τὸ διδόναι δίκην καὶ τὸ χολάζεσϑαι διχαίως ἀδικοῦντα 


5 \ ke λ m 
000 τὸ αὐτὸ KUAELS, 


den“; aus dem γενναίως τῷ λόγῳ 
ὥσπερ ἰατρῷ παρέχων, in wel- 
chem das γενναίως wieder die Be- 
fangenheit des Polos verlacht, der 
λόγος, die Logik, dem οἱ πολλοὶ 
ἄνϑρωποι, auf deren Urteil sich 
der Rhetor berufen hatte, gegen- 
übertritt und der Vergleich sehr 
deutlich bezeichnet, dafs Polos ein 
kranker Mann sei. Als sich dann 
der Rhetor vollends ergiebt, schenkt 
ihm Sokrates die Rute nicht: er 
wiederholt das, was er oben be- 
hauptet hatte und Jetzt bewiesen 
hat, Wort für Wort: οὔτ᾽ ἂν ἐγὼ 
οὐτ᾽ ἂν σὺ οὔτ᾽ ἄλλος οὐδεὶς 
δέξαιτ᾽ ἂν x. τ. &., er erklärt ihm, 
wie, nach unserer Ausdrucksweise, 
Beweis und Beweis ein grolser Un- 
terschied sei (ὁρᾷς οὖν, ὃ ἔλεγ ος 
παρὰ τὸν ἔλεγχον παραβαλλομε- 
vos ὅτι οὐδὲν ἔοιχεν); er spielt 


mit dem μαρτυρῶν auf das ἔμαρ- 
τύρου im Beginne des 21. Kapitels 
an und geht dann mit einer Ruhe, 
als ob er den Polos gar nicht lächer- 
lich gemacht hätte, zu dem zwei- 
ten Differenzpunkte über, zu der 
Beleuchtung, der Frage: τὸ adı- 
χοῦντα διδόναι δίχην ἃ a μέγι- 
στον τῶν χαχῶν ἐστιν ἢ μεῖζον 
τὸ μὴ διδόναι. Auch hier stellt 
er seine Frage ganz der Auffas- 
sungsgabe des jungen Rhetors an- 
gemessen, den übrigens, wie wir 
sahen, Gorgias in seinem Urteile 
gar nicht überragt, ihm deshalb 
auch nirgends helfend beispringt. 
Sokrates identifiziert das διδόναι 
δίχην uud das χολάζεσϑαι δικαίως. 
Unter dem letzteren versteht Polos 
das, was er im 28. Kapitel so schroft 
bezeichnete: das στρεβλοῦσϑαι und 
ἐχτέμνεσθϑαι U.S.w. Sokrates giebt 


TOPTIAZ. {1 


II24A. Ἔχγωγε. 

3%. ΣΩ. Ἔχεις ovv λέγειν, ὡς οὐχὶ τά γε δίκαϊα 
σπιάντα καλά ἐστι, χαϑ᾽ ὅσον δίκαια; καὶ διασχεψάμε- 
γος eine. 

ΠΩ... Αλλά μοι δοχεῖ, ὦ Σώχρατες. 

EN. Σχότιει δὴ καὶ τόδε" ἀρα εἴ τίς τι ποιεῖ, ἀνάγχη 
τι εἶναι καὶ πτάσχον ὑττὸ τούτου τοῦ ποιοῦντος; 

ΠΩ 4. Ἔμοιγε δοκεῖ. 

22. “ρα τοῦτο πάσχον, ὃ τὸ ποιοῦν ποιεῖ, καὶ τοι- 
οὕτον, οἷον ποιεῖ τὸ ποιοῦν; λέγω δὲ τὸ τοιόνδε᾽ εἴ τις 
τύτιτει, ἀνάγχη τι τύπτεσϑαι; 

ΠΩ... ᾿Ανάγκη. 

ΣΩ, Kal εἰ σφόδρα τύπτει ἢ ταχὺ ὃ τύπτων, οὕτω 
καὶ τὸ τυπτόμενον τὐτιτεσϑαε; 

II241.. Ναί. 

22. Τοιοῦτον ἄρα πάϑος τῷ τυπτομένῳ ἐστίν, οἷον 
ἂν τὸ τύτττον ποιῇ; 

ΠΩ. Πανυ γε. 

ΣΩ. Οὐκοῦν καὶ εἰ κάει τις, ἀνάγχη τι χάεσϑαι; 

ΠΩ 4. Πῶς γὰρ οὔ; Ä | 

ΣΩ, Kai εἰ σφόδρα γε χάει ἢ ἀλγεινῶς, οὕτω κάε- 
σϑαι τὸ χκαόμενον ὡς ἂν τὸ χᾶον χάῃ; 

ΠΩ... Dovu γε. 

ΣΩ, Οὐκχοῦν χαὶ εἰ τέμνει τις, ὃ αὐτὸς λόγος; τέ- 
μνεται γάρ τι. 

II2A. Ναί. 

ΣΩ, Καὶ εἰ μέγα γε ἢ βαϑὺ τὸ τμῆμα ἢ ἀλγεινόν, 
τοιοῦτον τμῆμα τέμνεται τὸ τεμνόμενον, οἷον τὸ τέμνον 
τέμνει; 

ΠΩ... Φαίνεται. 

ΣΩ. Συλλήβδην δὴ ὅρα εἶ ὁμολογεῖς, ὃ ἄρτι ἔλεγον, 
ihm also statt des abstrakten einen nächsten Frage ihn ermahnt mit 
konkreten Begriff. Den kann der Überlegung zu sprechen: διασχε- 
Bhetor fassen und antwortet des- μψάμενος εἰπέ. 


halb ohne Zaudern zustimmend: ap. 32. Sokrates schlielst in 
ἔγωγε, sodals Sokrates bei seiner folgender Weise weiter: das di- 


72 HAATQNOZ 


χερὶ πάντων, οἷον ἂν ποιῇ τὸ ποιοῦν, τοιοῦτον τὸ πά- 
σχον πάσχειν. 

1124. ᾿41λλ᾽ ὁμολογῶ. 

22. Τούτων δὴ ὁμολογουμένων, τὸ δίχην διδόναι 
πότερόν πάσχειν τί ἔστιν ἢ ποιεῖν; 

II2A. ᾿Ανάγκη, ὦ Σώκρατες, πάσχειν. 

ΣΩ, Οὐχοῦν ὑπό τινος ποιοῦντος; ἢ 

ΠΩ. Πῶς γὰρ οὔ; ὑπό γε τοῦ κολάζοντος. 


ΣΩ, Ὁ δὲ ὀρϑῶς χολάζων δικαίως κολάζει; 
II2A. Ναί. 
ΣΩ; . 


N12A. Ζιίκαια. 


πάσχει; 
II2A. Φαίνεται. 
Zn. 
ΠΩ... Πάνυ γε. 
DAR] 
ὃ χολαζόμενος. 


καιον ist immer ein χαλόν; jedem 
ποιεῖν entspricht ein πάσχειν und 
zwar: οἷον. av, nom τὸ ποιοῦν, 
τοιοῦτον τὸ πάσχον πάσχει; dem 
δίχην διδόναι als einem πάσχειν 
steht als ποιεῖν das κολάζειν gegen- 
über; dem δικαίως χολάζειν ent- 
spricht als πάσχειν das δικαίως 
χκολάζεσϑαι; der δικαίως κολαζό- 
μενος erleidet, erfährt also ein δές- 
xcıov und, da das δίχαιον immer 
ein χαλόν ist, auch ein χαλόν. 
Die Ausgabe von Deuschle-Cron 
erwähnt hier mit Recht: „Der Ge- 
gensatz des ποιεῖν und πάσχειν 
ἀ. 1. der Aktivität und Passivität hat 
durch Plato den Wert einer Kate- 
gorie erhalten d. i. eines allgemei- 
nen Gesichtspunktes, nach dem — 
logisch — Objekte des Denkens be- 
trachtet werden können. Zugleich 
stellt er fest, dafs diese Kategorie 
relative Natur hat, oder dals ihre 


7 - a 
Δίκαια ποιῶν ἢ 0 


Οὐχοῦν ὃ κολαζόμενος 


Ta δὲ δέχαιά που χαλὰ 


Τούτων ἄρα ὃ μὲν ποιεῖ καλά, 


2 


δίχην διδοὺς δίκαια 


ς Α΄ 
ὠμολογηται; 


ς x ,ὔ 
ὁ δὲ πάσχει, 


Glieder in solchem Wechselverhält- 
nis zueinander stehen, dals das eine 
das andere immer voraussetzt oder 
nach sich zieht, und dals beiden 
immer einunddieselbe qualitative 
Bestimmung zukommen muls“. 
Die Gedankenentwicklung des 
Sokrates hält sich streng auf logi- 
schem Gebiete; seine Fragen sind 
daher kurz und bündig. Des Polos 
Antworten sind entschiedener zu- 
stimmend als früher; er scheint also 
seiner Verlegenheit Meister gewor- 
den zu sein und folgt offenbar der 
Deduktion des Sokrates, wie ein 
Mann, den etwas ihm Neues inter- 
essiert. Nur einmal unter seinen 
vielen Antworten findet sich ein 
φαίνεται, dagegen wiederholen sich 
das ἀνάγχη und das wevv γε u. a., 
auch das ἀλλά der Antwort -- 
ἀλλά μοι δοχεῖ, ἀλλ᾽ ὁμολογῶ -- 
welches einer stärkeren Versiche- 


TOPTIAZ. 73 


ΠΩ... Ni. 

33.20. 
ἢ ὠφέλιμα. 

ΠΩ “1. Avayıy. 


Οὐχοῦν εἴπερ καλά, ἀγαϑά; ἢ γὰρ ἡδέα 


ΣΩ. ’Ayasa ἄρα πάσχει ὃ δίκην διδούς. 


ΠΩ... Ἔοικεν. 
ΣΩ. Ὡφελεῖται ἄρα; 
ΠΩ... Ναί. 


ΣΩ. Aoa ἥνπερ ἐγὼ ὑπολαμβάνω τὴν ὠφέλειαν; 
βελτίων τὴν ψυχὴν γίγνεται, εἴπτερ δικαίως χολάξεται; 


IM124A. Eixog 75. 


ΣΩ. Καχίας ἄρα ψυχῆς ἀπαλλάττεται ὃ N δι- 


δούς; 
ΤΠ 97. Ναί. 


32. Ao’ οὖν τοῦ μεγίστου ἀτταλλάττεται χαχοῦ; ὧδὲ 


δὲ σχύπει" 


rung oder auch Abweisung ent- 
spricht, gleich unserem „ja, ja“ 
oder „nein, nein“. So heifst also 
das ἀλλά μοι doxei „ja, ich bin 
der Ansicht“. 

Kap. 33. Der Gedanke ist: der 
Ungerechte, welcher eine gerechte 
Strafe erleidet, erfährt damit ein 
ἀγαϑόν (ἀγαϑὰ πάσχει) und zwar, 
da das ἀγαϑόν nach der früheren 
Darlegung entweder ein ἡδύ oder 
ein ὠφέλιμον ist, von einem ἡδύ 
aber hier nicht die Rede sein kann, 
ein ὠφέλιμον, einen Nutzen an sei- 
ner Seele; denn er wird von einer 
χακχία „woyns frei; diese aber ist 
das αἴσχιστον und folglich auch 
das χάχκιστον, was es giebt. 

Die Antworten des Polos sind 
für ihn charakteristisch und geben, 
richtig verstanden, der sonst trocken 
logischen Auseinandersetzung le- 
bendige Frische. Das εἴπερ χαλά, 
ἀγαϑά; die erste Frage des Sokra- 
tes, beantwortet er, durch das ἢ 
γὰρ ἡδέα ἢ ὠφέλιμα an die frühere 


ἐν χρημάτων χατασχευῇ ἀνϑρώπου χαχίαν 
-- a N 
ἄλλην τινὰ ἐνορᾷς ἢ πενίαν; 


Darlegung erinnert, mit einem kräf- 
tigen avayxn, die sich aus die- 
ser ersten klar ergebene Folgerung 
(ἀγαϑὰ ἄρα πάσχει ὃ δίχην δι- 
δούς) aber, weil ihm das ἀγαϑόν 
πάσχειν mit dem δίχην διδόναι 
immer noch nicht so recht zu stim- 
men scheint, nur mit einem ἔοικεν. 
Auf die Frage do’ οὖν τοῦ ueyi- 
στου ἀπαλλάττεται κακοῦ; zögert 
er mit der Antwort, weil er sich 
nicht recht klar ist, "ob die χαχία 
wvyng auch das gröfste Übel sei. 
Dale des Sokrates ὧδε δὲ 0x0- 
zreı' und die den Charakter des 
Rhetors berücksichtigenden Zwi- 
schenfragen, deren erste (ἐν xoy- 
μάτων χκατασχευῇ x. τ. &.) seine 
schwächste Seite, die Habsucht, die 
Gier nach Erwerb, berührt und da- 
her auch eine eifrige Doppelantwort 
erzielt: 00x, ἀλλὰ πενίαν. Der πε- 
via zu entgehen, ist ja die Haupt- 
aufgabe seines Lebens. Die Frage, 
welche von der σώματος κατα- 
σχευή redet, beantwortet er da- 


Mo HAATONOE 


II2A. Οὔκ, ἀλλὰ πενίαν. 

78 Ti δ" 3 ΄ ὥς , a 3 

22. Ti δ᾽ ἐν σώματος χατασχευῇ; καχίαν ἂν φή- 

> ’ 5 x 3 y x 
σαις ἀσϑένειαν εἰναι χαὶ νόσον χαὶ αἶσχος xal τὰ τοι- 
αὕτα; 

N124. ἔγωγε. 

ΣΩ, Οὐχοῦν καὶ ἐν ψυχῇ πονηρίαν ἡγεῖ τινὰ εἶναι; 

2A. Πῶς γὰρ οὔ; 

2 Ταῖι = χ ἀδιχέ λεῖα καὶ ἃ ; 

>12. ἼΖΔ1Δαυτην ovv οὐχ MAdıriav χαλεῖς χαὶ ἀμαϑίαν 
χαὶ δειλίαν χαὶ τὰ τοιαῦτα; 

2A. Πάνυ μὲν οὖν. 4 

oO Oo; “- ΄ R \ [4 \ - 

“5.2. υχοῦν χρημάτων χαὶί OWUATOS Kal ψυχῆς, 
τριῶν ὄντων, τριττὰς εἴρηχας πονηρίας, πενίαν, νόσον, 
ἀδικίαν; 

II2A. Ναΐ. 

ΣΩ, Τίς οὖν τούτων τῶν πονηριῶν αἰσχίστη; οὐχ ἡ 
ἀδικία χαὶ συλλήβδην ἡ τῆς ψυχῆς πονηρία; 

TI124A. Πολὺ γε. 

ΣΩ. Ei δὴ αἰσχίστη, καὶ καχίστη; 

I12A. Πῶς, w Σώκρατες, λέγεις; 

ΣΩ, Ri’ ἀεὶ τὸ αἴσχιστον ἤτοι λύπην μεγίστην 
σιαρέχον ἢ βλάβην ἢ ἀμφότερα αἴσχιστόν ἐστιν ἐχ τῶν 
ὡμολογημένων ἐν τῷ ἔμπροσϑεν. 

II2A. Μάλιστα. 

ΣΩ, αἴσχιστον δὲ ἀδικία καὶ σύμττασα ψυχῆς στονη- 
ρία νῦν δὴ ὡμολόγητας ἡμῖν; 

c ΄ ’ 

II2A. Quokoynraı yao. 

vo Οὐ - N 2 ΄ [4 2 N δι ὦ ς (λ, 

ΣΩ, Οὐχοῦν ἢ ἀνιαρότατόν ἔστι καὶ ἀνίᾳ ὑτεερβαλ- 
λον αἴσχιστον τούτων ἐστὶν ἢ βλάβη ἢ ἀμφότερα; 


gegen einfach. Dals Sokrates nur 
mit der ersten Frage gescherzt hat, 
zeigt doch wohl klar die Zusam- 
menstellung von χρήματα, σώμα, 
ψυχή, wie von πενία, νόσος, &dı- 
κία: Geld, Leib und Seele sind drei 
logisch nicht zu koordinierende Be- 
griffe, so wenig wie Armut, Krank- 
heit und Ungerechtigkeit: logisch 
gleichen Wert haben nur σῶμα und 


ψυχή und ihnen entsprechend vo- 
cos und ἀδικία d. i. νόσος σώ- 
ματος καὶ νόσος ψυχῆς. Die Geld- 
frage liegt dem Sophisten wohl 
noch im "Sinne, als er dem ein- 
fachen Schlufs εἰ δὴ αἐσχίστη, xal 
κακίστη erst zögernd zustimmt. 1a 
der nächsten Frage sind ἀνιαρὸς 
und ἀνία synonym mit λυπηρὸς 
und λύπη; denn ἀνεαρός ist der 


TOPTIAZ. 75 


II2A. ᾿Ανάγκη. 
2:1 2 ΓῊ 


οὖν ἀλγεινότερόν ἐστι τοῦ πένεσϑαι xal 


΄ \ » 
χάμνειν τὸ ἄδικον εἶναι καὶ ἀχόλαστον χαὶ δειλὸν χαὶ 


ἀμαϑῆ; 


ΠΩ 4. Οὐχ ἔμοιγε δοχεῖ, ὦ Σώχρατες, ἀπὸ τού- 


των γε. 


ΣΩ, Ὑπερφυεῖ τινι ἄρα ὡς μεγάλῃ βλάβῃ καὶ κακῷ 


ϑαυμασίῳ ὑττερβάλλουσα ταλλα 


ἡ τῆς ψυχῆς πονηρία αἴ- 


[4 2 ΄ Se x ? 2 [4 ς < \ 
σχιστόν ἔστι πάντων, ἐπειδὴ οὐκ αλγηδόνε γε, ὡς ὃ σὸς 


λόγος.. 
ΠΩ 33. Φαίνεται. 


ΣΩ, ᾿Αλλὰ μήν που τό γε μεγίστῃ βλάβῃ! ὑπερβαλ- 
λον μέγιστον ἂν χαχὸν εἴη τῶν ὄντων. 


ΠΩ 2. Ναί. 
BER 


H ἀδικία ἄρα καὶ ἡ ἀκολασία χαὶ ἡ ἄλλη ψυ- 


χῆς πονηρία μέγιστον τῶν ὄντων χαχόν ἔστιν; 


II2A. Φαΐένεται. 


34. ΣΩ Τίς οὖν τέχνη πενίας ἀπαλλάττει; οὐ χρη- 


ματιστιχή; 
II2A. Ναί. 


32. Τίς δὲ νόσου; 00% 


ΠΩ 4. ᾿Αναγχη. 


> 
ἰατριχῇ; 


ΣΩ. Τίς δὲ πονηρίας χαὶ ἀδικίας; εἰ μὴ οὕτως εὐ- 


Gegensatz von ἡδύς. Die Frage ἡ 7 
ἀνίᾳ ὑπερβάλλον αἰσχιστόν ἐστιν 

ἡ βλάβῃ, ist also gleich der obigen 

ἡ λύπῃ ἢ βλάβῃ αἴσχιστον; Mit 
geschicktem Scherz flicht nun So- 
krates im folgenden die Begriffe 
ἀκόλαστον und ἀχολασία ein, die 
ja in ihrem Gebrauche freilich Sy- 
nonyma zu ddızov und ἀδικία, 
ihrer Etymologie nach aber nur die 
Negation zu dem χολάζεσϑαι sind; 
Sokrates läfst sie deshalb auch nur 
so mit unterlaufen: τὸ ἄδικον εἶ- 
ναι χαὶ ἀκόλαστον zul δειλὸν zul 
ἀμαθῆ, in zweiter Stelle, übertönt 
von der Fülle der anderen drei 


Ausdrücke; und ebenso ἡ ἀδικία 


καὶ ἡ ἀκολασία χαὶ ἡ ἄλλη ψυ- 
χῆς. πονηρία. 

Kap. 94. Das Kapitel schlielst 
die Beweisführung mit dem Satze: 
der Glücklichste ist ὃ μὴ ἔχων κα- 
χίαν ἐν ψυχῇ» der nächst Glück- 
liche ὃ ἀπαλλαττόμενος κακίας, 
d.i. ὃ δίκην διδούς, der Unglück- 
lichste aber ὃ ἔχων ἀδικίαν zul 
μὴ ἀπαλλαττόμενος d. h. der von 
Polos so gepriesene Tyrann der 
Macedonier. 

Sokrates beginnt scherzend wie- 
der mit der χρημάτων κατασχενή. 
Dals es ihm damit nicht Ernst ist, 
beweist unser Kapitel deutlich. Er 
läfst die χρηματιστιχή, als über- 


wm. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


πορεῖς, ὧδε σκότει" ποῖ ἄγομεν χαὶ παρὰ τίνας τοὺς κά- 
μνοντας τὰ σώματα; 

II2A. Παρὰ τοὺς ἰατρούς, ὦ Σώκρατες. 

IQ. Ποὶ δὲ τοὺς ἀδικοῦντας καὶ τοὺς ἀκολασταίνοντας; 

ΠΩ. 1. Παρὰ τοὺς δικαστὰς λέγεις; . 

ΣΩ, Οὐκοῦν δίκην δώσοντας; 

ΠΩ 4. Φημί. 

32. ᾿Αρ᾽ οὖν οὐ διχαιοσύνῃ τινὶ χρώμενοι κολάζου- 
σιν οἱ ὀρϑῶς χολάζοντες; 

ΠΩ... Δῆλον δή. 

ΣΩ. Xonuarıorınn μὲν ἄρα πενίας ἀτταλλάττει, ia- 
τρικὴ δὲ νόσου, δίκη δὲ ἀχολασίας καὶ ἀδικίας. 

II2A. Φαίνεται. 

IQ. Τί οὖν τούτων κάλλιστόν ἐστιν ὧν λέγω; 

ΠΩ. 11. Τίνων λέγεις; 

22. Χρηματιστιχῆς, ἰατρικῆς, δίκης. 

ΠΩ. Πολὺ διαφέρει, ὦ ὦ Σώχρατες, ἡ δίκη. 

ΣΩ. Οὐκοῦν αὐ ἤτοι ἡδονὴν πλείστην ποιεῖ ἢ ἀφέ- 
λειαν ἢ ἀμφότερα, εἴπερ κάλλιστόν ἔστιν; 

ΠΩ... Ναί. 

ΣΩ, Ag’ οὖν τὸ ἰατρεύεσϑαι ἡδύ ἔστι, καὶ χαίρου- 
σιν οἱ ἰατρευόμεγοι; 

II2A. Οὐκ ἔμοιγε δοκεῖ. 

ΣΩ. ᾿Αλλ᾽ ὠφέλιμόν γε. ἢ γάρ; 

ΠΩ Δ. Ναί. 

ΣΩ, Μεγάλου γὰρ χκαχοῦ ἀπαλλάττεται, ὥστε λυσι- 
τελεῖ ὑπομεῖναι τὴν ἀλγηδόνα χαὶ ὑγιεῖ εἶναι. | 

II2A. Πῶς γὰρ οὔ; 

ΣΩ, Ao’ οὖν οὕτως ἂν περὶ σῶμα εὐδαιμονέστατος 
ἄνθϑρωτσιος εἴη, ἰατρευόμενος, ἢ μηδὲ κάμνων ἀρχήν; 


flüssig beiseite ‚und fragt nicht: ποῖ 
ἄγομεν τὸν πένητα, sondern stellt 
nur die x&uvovres den ἀδικοῦν- 
τες entgegen; er sagt weiter unten, 
nachdem er noch einmal die gonue- 
τιστική einleitend verwertet hat: 
χρηματιστιχὴ μὲν ἄρα πενίας 


ἀπαλλάττει x. τ. ἕ., nicht do’ οὖν 
τὸ πλουτεῖν ἡϑὺ ἐστι, sondern lälst 
zum zweitenmale die Geldfrage fal- 
len und beginnt mit dem «o οὐ» τὸ 
ἐἰατρεύεσϑαι ἡδύ ἐστιν. Er scheint 
schlielslich den χρηματισμός. ganz 
zu vergessen und fragt: de οὖν 


DOPTIAZ. 77 


II24. “λον ὅτι “μηδὲ rzauvwv. 


ΣΩ, Οὐ γὰρ τοῦτ᾽ ἤν εὐδαιμονία, 


ὡὧὧς ἔοικε, κακοῦ 


ἀπταλλαγή, ἀλλὰ τὴν ἀρχὴν μηδὲ χτῆσις. 


ΠΩ“. Ἔστι ταῦτα. 


ΣΩ, Τί δέ; ἀϑλιώτερος πότερος δυοῖν ἐχόντων χκα- 
\ = Le I} ΄ ar 372 RN je / N, 
χὸν εἴτ᾽ ἐν σώματι εἴτ᾽ ἐν ψυχῆ, ὃ ἰατρευόμενος χαὶ ἀτταλ- 
,ὔ » - δὰ [4 ΖΩῸΣ 
λαττόμενος τοῦ καχοῦ, ἢ ὃ μὴ ἰατρευόμενος, ἔχων δέ; 
ΠΩ Δ. Φαίνεταί μοι ὃ μὴ ἰατρευόμενος. 
ΣΩ, Οὐκοῦν τὸ δίκην διδόναι μεγίστου καχοῦ ἀπταλ- 


λαγὴ ἦν, πονηρίας; 
ΠΩ 2. Ἦν γαρ. 


IR. Σωφρονίζει γάρ που χαὶ δικαιοτέρους τιοιεῖ καὶ 
7 ’ ς , 
ἰατρικὴ γίγνεται πονηρίας ἡ δίχη. 


II24A. Ναί. 


ΣΩ. Εὐδαιμονέστατος μὲν ἄρα ὃ μὴ ἔχων χαχίαν ἐν 
ψυχῇ, ἐπειδὴ τοῦτο μέγιστον τῶν χαχῶν ἐφάνη. 


ΠΩ Δ. Δῆλον δύ. 


ΣΩ. Ζεύτερος δήπου ὃ ἀπαλλαττόμενος. 


ΠΩ 2. Ἔοιχεν. 


ΣΩ. Οὗτος δ᾽ ἣν ὁ νουϑετούμεγός τε καὶ ἐπιπλητ- 


τόμεγος χαὶ δίκην διδούς. 
II2A. Nat. 
2. Kaxıora ἄρα ζῇ 
λαττόμενος. 
ΠΩ 23. Φαίνεται. 


»" 


m ἐπ 
ΣΩ. Οὐκοῦν οὗτος τυγχάνει ὧν 
I - , N ,ὔ 
ἀδικῶν καὶ χρώμενος μεγίστῃ ἀδικίᾳ 


οὗτος ἂν περὶ͵ σῶμα εὐδαι- 
μονέστερος x. τ. ἑ. und ἀϑλιώτε- 
ρος πότερος δυοῖν ἐχόντοιν͵ χκα- 
χὸν εἴτ ἐν σώματι eiT ἐν 
ψυχῇ “. τ. ὃ. Im übrigen möchte 
ich in den Fragen des Sokrates noch 
auf drei Stellen aufmerksam ma- 
chen. Die ἀχολασία, welche im 
vorigen Kapitel nur so herlief neben 
der ἀδικία und der ἄλλη ψυχῆς 
πονηρία, rückt jetzt in die erste 


2) 2 


΄ \ \ 3 
ὃ ἔχων ἀδικίαν καὶ μὴ ἀπαλ- 


ὃς ἂν τὰ μέγιστα 
διατιράξηται ὥστε 


Stelle: δίκη δὲ ἀχολ ασίας καὶ ἀδι- 
χίας. Dem δίχην διδούς hilft So- 
krates von der schroffen Auffas- 
sung des Polos, der dabei nur an 
ein στρεβλοῦσϑαι und ἐχτέμνε- 
σϑαι, an Kreuzigung und an Schei- 
terhaufen dachte, hinüber zu einer 
malsvolleren Bedeutung mit den 
Worten: ovrog δ᾽ ἦν ὃ “γουϑετού- 
μενός τε χαὶ ἐπιπληττόμενος χαὶ 
(id est) δίχην διδούς. Die Rheto- 


78 HAATQNOE 


μήτε νουϑετεῖσϑαι μήτε κολάζεσϑαι μήτε δίχην διδόναι, 
ὥσπεερ σὺ φὴς ᾿Αρχέλαον παρεσχευάσϑαι καὶ τοὺς ἄλλους 
τυράννους, χαὶ ῥήτορας καὶ δυνάστας; 

II2A. Ἔοικεν. 

35. 20. Σχεδὸν γάρ που οὗτοι, ὦ ἄριστε, τὸ αὐτὸ 
διαπεπραγμένοι εἰσί, ὥστεερ ἂν εἴ τις τοῖς μεγέστοις νο- 
σήμασι συνισχόμενος διατυράξ αιτο μὴ δεδόναι δίκην τῶν 
περὶ τὸ σῶμα ἁμαρτημάτων τοῖς ἰατροῖς μηδὲ ἰατρεύε- 
σϑαι, φοβούμενος, ὠὡσττερανεὶ παῖς, τὸ χάεσϑαι χαὶ τέ- 
μνεσϑαι, ὅτι ἀλγεινόν. ἢ οὐ δοχεῖ καὶ σοὶ οὕτως; 

ΠΩ 3. Ἔμοιγε. 

ΣΩ. ᾿Αγνοῶν γε, ὡς ἔοικεν, οἷόν ἐστιν ἢ ὑγέεια καὶ 
ἀρετὴ σώματος. κινδυνεύουσι γὰρ ἐκ τῶν νῦν ἡμῖν ὧὦμο- 
λογημένων τοιοῦτόν τι ποιεῖν χαὶ οἱ τὴν δίκην. φεύγον- 
τες, ὦ Πῶλε, τὸ ἀλγεινὸν αὐτοῦ χαϑορᾶν, πρὸς δὲ τὸ 


ren endlich verhöhnt erin den letz- 
ten Worten: τοὺς ἄλλους τυράν- 
νους, χαὲ δήτορας καὶ δυνάστας 
d. 1. die anderen Tyrannen, sowohl 
Rhetoren als auch Dynasten. Um 
die Bedeutung dieser Worte her- 
vorzuheben, habe ich hinter zv- 
ράννους ein Komma gesetzt. Für 
Polos scheint nur die eine Antwort 
charakteristisch zu sein: πολὺ δια- 
φέρει, ὦ Σώχρατες, n δίκη. Er 
giebt sie mit einem gewissen Eifer, 
nicht weil er von dem Werte der 
δίχη im Herzen so überzeugt ist; 
hat er doch bisher immer das Gegen- 
teil bewiesen; sondern weil. ihm 
seines Meisters Gorgias Erklärung 
der Rhetorik aus dem 9. Kapitel i im 
Gedächtnis ist: ταύτης τοίνυν τῆς 
πειϑοῦς λέγω, τῆς ἐν τοῖς δι κας 
στηρίοις͵ καὶ περὲ τούτων & 
ἐστι δίχαιά TE χαὶ ἀδικα. 

Kap. 35. Dieses Kapitel reka- 
pituliert das Gesagte in seiner letz- 
ten Hälfte und stellt die bisher ge- 
wonnenen Resultate zusammen, zum 
Schlufs noch einmal das zustim- 
mende Zeugnis des Polos fordernd. 
Wir würden zusammenfassend sa- 
gen: das ἀδικεῖν ist das grölste Übel; 


aber schlimmer ist innerhalb seines 
Bereiches τὸ ἀδικοῦντα μὴ διδό- 
vaı δίχην ἃ. h. wie wir wieder mit 
Umstellung der Verbalbegriffe sagen 
„unrecht {hun ohne Bufse“ ‚ weil 
es eine ἐμμονὴ τοῦ χαχοῦ be- 
zeichnet; weniger schlimm dagegen 
τὸ ἀδκύδονα δίχην. διδόναι, weil 
das δίχην διδόναι eine ἀπαλλαγὴ 
τοῦ χαχοῦ Ist. 

In Bezug auf den ersten Teil des 
Kapitels ist daran zu erinnern, dafs 
Sokrates wieder die χρημάτων za- 
τασχευή aus dem Spiele lälst und 
nur die Verhältnisse des Leibes und 
die der Seele vergleicht, die Krank- 
heit und die Ungerechtigkeit. Der 
körperlich Kranke, sagt er, bülst 
die περὲ τὸ σῶμα ἁμαρτήματα, 
das was er auf dem Gebiete des 
Leiblichen gesündigt hat, durch ein 
ἀλγεινόν, "welches der Arzt, der 
auf diesem Felde geltende Richter, 
über ihn wie eine Strafe verhängt. 
Der geistig Kranke nun und der 
körperlich Kranke sollen beide 
gleich handeln; der νοσῶν und der 
ἀδικῶν sollen es nicht machen, wie 
die, welche die Bulse fliehen (r o:- 
οὔτὸόν τι ποιεῖν χαὲ οἱ τὴν ὁδέ- 


. TOPTIAZ. 79 


ὠφέλιμον τυφλῶς ἔχειν χαὶ ἀγνοεῖν, ὅσῳ ἀϑλιώτερόν ἐστι 
μὴ ὑγιοῦς σώματος μὴ ὑγιεῖ ψυχῇ συνοικεῖν, ἀλλὰ σαϑρᾷ 
καὶ ἀδέκῳ χαὶ ἀνοσίῳ. ὅϑεν χαὶ ττᾶν ποιοῦσιν ὥστε δί- 
κὴν μὴ dıddveı und’ ἀπαλλάττεσϑαι τοῦ μεγίστου κακοῦ, 
χαὶ χρήματα παρασχευαζόμενοι χαὶ φίλους χαὶ ὅπως ἂν 
ὦσιν ὡς σιϑανώτατοι λέγειν. εἰ δὲ ἡμεῖς ἀληϑῆ ὦμο- 
λογήκαμεν, ὦ Πῶλε, co’ αἰσϑάνει τὰ συμβαίνοντα ἐχ τοῦ 
λόγου; ἢ βούλει συλλογισώμεϑα αὐτά; 

ΠΩ 2. Ei μὴ σοί γε ἄλλως δοκεῖ. 

32. Ἶ4ρ᾽ οὖν συμβαίνει μέγιστον κακὸν ἡ ἀδιχία χαὶ 
τὸ ἀδιχεῖν; 

ΠΩ. 3. Φαίνεταί γε. 

ΣΩ. Καὶ μὴν ἀπαλλαγή γε ἐφάνη τούτου τοῦ καχοῦ 
τὸ δίχην διδόναι; 

II2A. Κινδυνεύει. 

ΣΩ. To δέ γε μὲ διδόναι ἐμμονὴ τοῦ καχοῦ; 

II24A. Nai. 

ER. Δεύτερον ἄρα ἐστὶ τῶν χαχῶν μεγέϑει τὸ ἀδι- 
χεῖν᾽ τὸ δὲ ἀδιχοῦντα μὴ διδόναι δίχην πάντων μέγει- 
στόν TE χαὶ πρῶτον χαχῶν πέφυχεν. 

ΠΩ... Ἔοιχεν. 

ΣΩ. ?Ao’ οὖν περὶ τούτου, ὦ φίλε, ἠμφεσβητήσα- 
μεν, σὺ μὲν τὸν ᾿“Ιρχέλαον εὐδαιμονίζων τὸν τὰ μέγιστα 
ἀδιχοῦντα δίχην οὐδεμίαν διδόντα, ἐγὼ δὲ τοὐναντίον 
οἰόμενος, εἴτ᾽ ᾿Αρχέλαος εἴτ᾽ ἄλλος ἀνϑρώτειων ὁστισοῦν 
μὴ δίδωσι δίχην ἀδιχῶν, τούτῳ στιροσήχειν ἀϑλίῳ εἶναι 
διαφερόντως τῶν ἄλλων ἀνθρώπων, χαὶ ἀεὶ τὸν ἀδι- 


χὴν φεύγοντες) und nur das ἀλ- len nicht immer nach Gelderwerb 


yzıvov derselben im Auge haben 
(αὐτοῦ = τοῦ δίχην διδόναι), Son- 
dern die geistig Kranken sollen 
überzeugt sein, dals es schlimmer, 
unglücklicher ist ovvoızeiv um 
ὑγιεῖ ψυχῇ „an eine ungesunde 
Seele gebunden sein“, um ὑγιοῦς 
σώματος ἃ. 1, 7 συνοικεῖν μὴ ὑγιεῖ 
σώματι „als an einen nicht gesun- 
den Körper gefesselt sein“. Sie sol- 


trachten und nach Freunden, denen 
sie das Geld aus der Tasche ziehen 
(man beachte die Stellung χρήματα 
παρασχευαζόμενοι χαὶ φίλους) 
und sollen auch nicht das erstreben, 
was Gorgias und Polos Rhetorik 
nennen; sie sollen nicht dnyuovg- 
γοὶ πειϑοῦς werden wollen (ὅπως 
ἂν ὦσιν ὡς πιϑανώτατοι λέ- 


γειν). 


ll ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


χοῦντα τοῦ ἀδιχουμένου ἀϑλιώτερον εἶναι καὶ τὸν μὴ δὲι- 
δόντα δίκην τοῦ διδόντος; οὐ ταῦτ᾽ ἦν τὰ ὕπ᾽ ἐμοῦ λε- 
γόμενα; : 

II2A. Ναί. 

ΣΩ. Οὐκοῦν ἀτοδέδειχται ὅτε ἀληϑῆ ἐλέγετο; 

ΠΩ. 4. Φαίνεται. 

36. ΣΩ, Εἶεν" εἰ οὖν δὴ ταῦτα ἀληϑῆ, ὦ Πῶλε, 
τίς ἢ μεγάλη χρεία ἐστὶ τῆς δητορικῆς; δεῖ μὲν γὰρ δὴ 
ἐχ τῶν νῦν ὡμολογημένων αὐτὸν ἑαυτὸν μάλιστα φυλάττειν 
ὅπως μὲ ἀδικήσει, ὡς inavov κακὸν ἕξοντα. οὗ γάρ; 

II2A. Πανυ γε. 

ΣΩ, Ἐὰν δέ γε ἀδικήσῃ ἢ αὐτὸς ἢ ἄλλος τις ὧν ἂν 
χήδηται, αὐτὸν ἑχόντα ἰέναι ἐκεῖσε, ὅπου ὡς τάχιστα δώ- 
σει δίκην, παρὰ τὸν δικαστήν, ὥσπερ apa τὸν ἰατρόν, 
σπεύδοντα ὅπως μὴ ἐγχρονισϑὲν τὸ νόσημα τῆς ἀδικίας 
ὕπουλον τὴν Ψυχὴν στοιήσει καὶ ἀνίατον" ἢ ττῶς λέγωμεν, 
ὦ Πῶλε, εἴττερ τὰ πρότερον μένει ἡμῖν ὁμολογήματα; οὐχ 
ἀνάγκη ταῦτα ἐχείνοις οὕτω μὲν συμφωνεῖν, ἄλλως δὲ μή; 


II2A. Τί γὰρ δὴ φῶμεν, ὦ 


Σώχρατες; 


ΣΩ, Ἐπὶ μὲν ἄρα τὸ ἀπολογεῖσϑαι ὑπὲρ τῆς ἀδι- 


P = N y a F 
ziag τῆς αὑτοῦ ἢ γονέων ἢ ἑταίρων 


Kap. 36. Sokrates zieht die Nutz- 
anwendung aus dem bisher Dedu- 
zierten und beantwortet, auf das 
Hauptthema des Dialogs zurück- 
gehend, die Frage τίς ἢ χρεία ἐστὶ 
τῆς ῥητορικῆς. Die Art, wie er 
dies thut, zeigt das ironische, sar- 
kastische μεγάλη an und der Grund, 
den er für Aufwerfung seiner Frage 
angiebt. Er sagt nicht: „denn wir 
dürfen. unser Hauptthema nicht 
aufser Acht lassen“, sondern: „denn 
wir haben allen Grund, vor einem 
ἀδικεῖν auf der Hut zu sein, das 
uns Übel die Hülle und Fülle ein- 
tragen würde (ὡς ἱχανὸν χαχὸν 
ἕξοντα). Wie tragikomisch klingt 
nach dieser bitteren Pille die Stimme 
des Polos, wenn er antwortet: 
πάνυ γε! 


a (ὃ a (ὃ 
ἢ παίθων ἢ πατρίθος 


Für das Folgende ist an das zu 
erinnern, was Gorgias im 7. Kapi- 
tel von seiner Kunst gerühmt hat: 
ὅπερ ἐστὶν τῇ ἀληϑείᾳ μέγιστον 
ἀγαϑὸν αὐτοῖς τοῖς ἀνϑρώποις 
und τὸ πείϑειν ἔγωγ οἱόν τ εἰ- 
γαι τοῖς λόγοις καὶ ἐν διχαστη- 
οίῳ δικαστᾶς x. τ. ὃ. Gorgias hat 
sie also hingestellt als ein Gut, 
welches für jeden, der es besitze, 
von grolsem Werte sei, und als ein 
solches, das man auch im Dienste 
seiner Freunde trefllich verwerten 
könne. Den letzteren Punkt hat 
Sokrates im Auge, wenn er sagt ἢ 
ἄλλος τις ὧν ἂν χή ται oder, in 
rhetorischer Weise, ‚yorso» N 
ἑταίρων ἢ παίδων ἢ πατρίδος. 
Gorgias und Polos haben den Wert 
der Rhetorik in der Kunst gesucht, 


TOPTIAZ. 81 


ἀδικούσης οὐ χρήσιμος οὐδὲν ἡ δητορικὴ ἡμῖν, ὦ Πῶλε, 
εἰ μὴ εἴ τις ὑπολάβοι ἐττὶ τοὐναντίον, χατηγορεῖν δεῖν 
μάλιστα μὲν ἑαυτοῦ, ἔπειτα δὲ καὶ τῶν οἰκείων, καὶ τῶν 
ἄλλων, ὃς ἂν ἀεὶ τῶν φίλων τυγχάνῃ ἀδιχῶν, καὶ μὴ ἄπο- 
χρύπτεσϑαι, ἀλλ᾽ εἰς τὸ φανερὸν ἄγειν τὸ ἀδίκημα, ἵνα 
δῷ δίκην καὶ ὑγιὴς γένηται, ἀναγχάζειν δὲ καὶ αὑτὸν χαὶ 
τοὺς ἄλλους μὴ ἀποδειλιᾶν, ἀλλὰ παρέχειν μύσαντα χαὶ 
ἀνδρείως, ὥσπερ τέμνειν χαὶ χάειν ἰατρῷ, τὸ ἀγαϑὸν χαὶ 
χαλὸν διώχοντα, μὴ ὑπολογιζόμενον τὸ ἀλγεινόν, ἐὰν 
μέν γε πληγῶν ἄξια ἠδιχηχὼς 7, τύπτειν πιαρέχοντα, ἐὰν 
δὲ δεσμοῦ, δεῖν, ἐὰν δὲ ζημίας, ἀττοτίνοντα, ἐὰν δὲ φυγῆς, 
φεύγοντα, ἐὰν δὲ ϑάνατου, ἀποθϑνήσκοντα, αὐτὸν πρῶ- 
τον ὄντα κατήγορον χαὶ αὑτοῦ χαὶ τῶν ἄλλων οἰκείων καὶ 
ἐπὶ τοῦτο χρώμενον τῇ δητοριχῇ, ὅπως ἂν καταδήλων 
τῶν ἀδικημάτων γιγνομένων ἀπαλλάττωνται τοῦ μεγί- 
στου χαχοῦ, ἀδικίας. φῶμεν οὕτως ἢ μὴ φῶμεν, ὦ Πῶλε; 


τὸν ἀδικοῦντα verteidigen, vor der 
Strafe retten zu können und vor 
dem Richter. Sokrates sagt: „Ja, 
vor den Richter muls man gehen 
mit dem ἀδικῶν, aber, wie man mit 
einem Kranken zum Arzte geht.“ 
Die ἀδικία ist auch ein νόσημα, 
und das darf nicht aus einem aku- 
ten zu einem chronischen (ἐγχρο- 
γίσϑεν) werden, darf die Tiefe der 
Seele nicht anfaulen machen (ὑπου- 
λον ποιήσει) und ihr die Möglichkeit 
der Heilung nehmen (χαὶ ανίατον 
„das heilst, unheilbar“). Nach die- 
ser kaum mifszuverstehenden An- 
deutung unterbricht er sich und 
fordert den jungen Rhetor, dessen 
Kunst er so scharf gekennzeichnet, 
zur Zustimmung auf und erhält die 
Antwort: „Ja, was sollen wir da (δή) 
sagen, o Sokrates?“ eine Antwort, 
die nicht nachdrücklich bejaht an 
dieser Stelle, wie Deuschle und 
Cron meinen, sondern welche die 
Verlegenheit: des Polos kundgiebt. 
Sokrates schlielst dann weiter: „da 
ein ἀπολογεῖσϑαι ὑπὲρ τῆς ἦδι- 
χίας überhaupt nicht von Nutzen 
Plato, Gorgias. 


ist, so kann auch in Bezug hierauf 
die Rhetorik nicht von Nutzen sein“ 
und fügt dann höhnisch hinzu: “68 
mülste "denn jemand behaupten, sie 
sei nütze. zum Gegenteil (ἐπὲ Tov- 
ναντίον entsprechend dem ἐπὲ τὸ 
ἀπολογεῖσϑαι), anklagen müsse 
man zumeist sich“ u. s. w. Ein 
Hohn liegt in dieser Annahme, weil 
die Rhetoren an ein solches vno- 
λαβεῖν gar nicht denken, sondern 
gestandenermalsen das gerade Ge- 
genteil im Auge haben. Seine tiefe 
Verachtung der Rhetorik verraten 
dann die Ausdrücke: und π οχρύ Ξ 
πτεσϑαι, εἰς τὸ φανερὸν ἄγειν, 
ἵνα ὑγιὴς γένηται, μὴ ἀπο- 
δειλιᾶν; die scherzhafte Ausma- 
lung der Strafe aber, in welcher er 
die "Rhetoren nachahmt, deutet er 
vorher an mit dem komischen μύ- 
σαντα zul ἀνδρείως: „Schliefs die 
Augen und dann tapfer drauf los, 
es gelte Schläge oder Banden, es 
gelte Verbannung oder den Tod!“ 
Und nach alle dem wieder die naive 
Frage: φῶμεν οὕτως ἢ μὴ φῶμεν, 
ω Πῶλε; 


6 


82 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ΠΩ 4. Arona μέν, ὦ Σώχρατες, ἔμοιγε Öoxel, τοῖς 
μέντοι ἔμσεροσϑεν ἴσως σοι ὁμολογεῖται. 

ΣΩ, Οὐκοῦν ἢ κἀκεῖνα λυτέον ἢ τάδε ἀνάγχη συμ- 
βαίνειν; 

ΠΩ Α. Ναί, τοῦτό γε οὕτως ἔχει. 

ΣΩ, Τοὐναντίον δέ γε αὖ μεταβαλόντα, εἰ ἄρα δεῖ 
τινὰ καχῶς ποιεῖν, εἴτ᾽ ἐχϑρὸν εἴτε ὁντινοῦν, ἐὰν μόνον 
μὴ αὐτὸς ἀδικῆται ὑπὸ τοῦ ἐχϑροῦ" τοῦτο μὲν γὰρ εὐλα- 
βητέον᾽ ἐὰν δὲ ἄλλον ἀδικῇ ὃ ἐχϑρός, τταντὶ τρόττῳ ττα- 
ρασχευαστέον χαὶ πιρράττοντα χαὶ λέγοντα, ὅπως μὴ δῷ 
δέκην μηδὲ ἔλϑῃ σπιαρὰ τὸν δικαστήν" ἐὰν δὲ ἔλϑῃ, μηχα- 
γητέον, ὅχττως ἂν διαφύγῃ χαὶ μὴ δῷ δίκην ὃ ἐχϑρός, 
ἀλλ᾽ ἐάν τε χρυσίον ἡρπακὼς ἢ πολύ, μὴ ἀποδιδῷ τοῦτο 
ἀλλ᾽ ἔχων ἀναλίσχκηται χαὶ εἰς ἑαυτὸν χαὶ εἰς τοὺς ἕαυ- 
τοῦ ἀδίχως καὶ ἀϑέως, ἐάν τε ϑανάτου ἄξια ἠδικηκὼς 
ἢ, ὅπως μὴ ἀποϑανεῖται, μάλιστα μὲν μηδέττοτε, ἀλλ᾽ 
ἀϑάνατος ἔσται πονηρὸς ὦν, εἰ δὲ μή, ὅπως ὡς πιλεῖστον 
χρόνον βιώσεται τοιοῦτος ὦν. Erel τὰ τοιαῦτα ἔμοιγε δοχεῖ, 
ὠ Πῶλε, ἡ ἢ ῥητορικὴ χρήσιμος εἶναι, ἐπεὶ τῷ γε μὴ μέλ- 
λοντι ἀδιχεῖν οὐ μεγάλη τίς μοι δοχεῖ ἡ χρεία αὐτῆς 


derer ausdrückt; er nimmt sodann 
den ersten Vordersatz mit konkre- 
terem Gedanken wieder auf (ἐὰν 
δὲ ἄλλον ἀδικῇ ὃ ἐχϑρός), βρὲ dann 
nicht, wie es dem Sinne nach ge- 
nügen würde: παρασχευαστέον 
ὅπως μὴ δῷ δίκην, sondern ver- 
zögert mit dem παντὲ τρόπῳ und 


Das Schlulswort des Sokrates ist 
wohl das Stärkste, was Spott und 
Sarkasmus leisten können. Er be- 
beginnt nicht etwa: „Was aber eure 
Rhetorik bieten kann, das ist das 
Gegenteil von einer Zurechtweisung 
eines fehlenden Menschen.“ Nein, 
er stellt als allgemeine Vorbedin- 


gung einen Satz grober Unsittlich- 
keit auf: εἰ δεῖ τινα χκαχῶς ποιεῖν, 
wie auch wir sagen: Μὰ [5 man 
einem Böses zufügen, ihn schädi- 
gen“; er scheidet dann malitiös die 
τινες, unter denen jeder sonst ἐχϑ οἱ 
verstanden haben würde, in εἴτε 
ἐχϑρὸν εἴτε ὃντινοῦν, nimmt also 
auch eine Schädigung anderer als 
möglich an; er giebt in einem paren- 
thetischen Satze (ἐὰν uovov μὴ 
αὐτὸς -- εὐλαβητέον) eine War- 
nung, die aber zugleich eine Gleich- 
giltigkeit gegen die Schädigung an- 


χαὶ πράττοντα καὶ λέγοντα den 
Objektivsatz zu παρασχευαστέον; 
er gesellt dann ferner dem ἀδέκως 
das ἀϑέως und schreitet bis zum 
Äufsersten mit dem ἀϑάνατος ἔσται 
πονηρὸς ὧν, und nun erst lälst er 
die Anwendung der bisherigen De- 
duktion des ‚Dialogs auf die Rheto- 
rik folgen: ent τὰ τοιαῦτα ἔμοιγε 
δοχεῖ 7, ῥητορικὴ χρήσιμος εἶναι 
„da hast du meine Ansicht von 
dem Nutzen der Rhetorik !* 


TOPTIAR. 85 


5 2 \ δ , 
εἰναι, εἰ δὴ χαὶ ἔστι τις χρεία, 


οὐδαμῇ ἐφάνη ovoa. 


„ce 27 - ’ 
ὡς ὃν γὲ τοῖς τρόσϑεν 


37. KAA. Εἰπέ μοι, ὦ Χαιρεφῶν, σπουδάζει ταῦτα 


τ ΄ a / 
Σωχράτης ἢ παίζει; 


ΧΑ͂Ι. Ἐμοὶ μὲν δοχεῖ, ὦ Καλλίκλεις, ὑπερφυῶς σπου- 
δάζειν" οὐδὲν μέντοι οἷον τὸ αὐτὸν ἐρωτᾶν. 


KAA. Νὴ τοὺς ϑεοὺς ἀλλ᾽ ἐπιϑυμῶ. eine μοι, ὦ 


ΕΣ 


[4 ’ G - > N 
Σώχρατες, πότερόν σε φῶμεν νυνὶ σπουδάζοντα ἢ παί- 
ζοντα; εἰ μὲν γὰρ σπουδάζεις τε καὶ τυγχάνει ταῦτα ἀλη- 


Kap. 37. Im zweiten Teile des 
Dialogs tritt dem Sokrates ein ganz 
anderer Gegnerin den Weg, als Polos 
und Gorgias es waren. Der Charak- 
ter des Dialogs wird, entsprechend 
dem Inhalte desselben, strenger, 
herber; bisher wurde die Rhetorik 
von der Philosophie aus dem Felde 
geschlagen; jetzt wird der Siegerin 
von der Politik und ihrem Ver- 
treter das Recht der Existenz be- 
stritten oder sie wenigstens auf ein 
beschränktes Gebiet verwiesen. Die 
Schärfe des Gegensatzes zwischen 
beiden Männern, welche sich schon 
bei ihrer ersten Begegnung (Kap. 1.) 
zeigte, tritt jetzt immer strenger 
hervor und Rede und Antwort wer- 
den stechender. Der Bau der bei- 
den Rhetoren brach zusammen, weil 
ihnen der Mut der Konsequenz fehlte, 
weil sie nicht wagten, unsittliche 
Folgerungen zu ziehen; weil ihr 
unsittliches Endziel, die Macht der 
Willkür der’Rhetoren ein Luftschlofs 
war; keiner von ihnen hoffte ernst- 
lich, dies Ziel jemals zu erreichen. 
Ganz anders mit Kallikle.. Ein 
praktischer Staatsmann scheint er 
schon vieles erreicht zu haben, 
scheint er einen nicht unbedeuten- 
den Einfluls beim Demos Athens 
auszuüben. Nicht durch Phantas- 
tereien und Deklamationen sucht 
er Stellung wider den Gegner zu 
gewinnen; er deckt sich mit einem 


Gedanken, stellt seinen νόμος der 
φύσις des Sokrates, wie er es nennt, 
gegenüber und verteidigt seine Po- 
sition mit bewulstem Eigensinn, 
wenn ich so sagen darf. Die bei- 
den Rhetoren sahen in Sokrates 
eine Art Geistesverwandten; Kal- 
likles erblickt in ihm etwa einen 
geschäftigen Nichtsthuer, einen an- 
spruchsvollen Schwätzer, der in 
einer seines Alters nicht würdigen 
Weise um einen Schatten kämpft 
und des Lebens wahre Aufgabe nie- 
mals erkannt hat. 

Gleich die erste Frage des Kal- 
likles klingt scharf. Er wendet 
sich nicht an Sokrates selbst, son- 
dern an dessen Schüler und fragt 
verletzend: „Ist’s deinem Lehrer 
Ernst oder treibt er Scherz? * (παί- 
ζειν eig. harmlosen Spals treiben, 
wie die Kinder). Der Schüler des 
Sokrates charakterisiert sich in sei- 
ner Antwort: er erwidert nicht breit 
wie Polos, sondern palst seine Ant- 
wort streng der Frage in der Form 
an und weist in der Sache den Fra- 
ger zurück: „geh vor die rechte 
Schmiede und frage ihn selber!“ 
Kallikles fährt mit Entschiedenheit 
fort: „Ja bei Gott, das will ich!* 
und richtet nun an den alten Mann 
seine Frage in derselben schroffen 
Weise, wie er sie an CGhärephon 
gerichtet hatte. Er begründet dann 
seine Ansicht von einem παίζειν 


6* 


84 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


97 ὄντα ἃ λέγεις, ἄλλο τι ἢ ἡμῶν ὃ βίος ᾿ἀνατετραμ- 
μένος ἂν ein τῶν ἀνϑρώπων καὶ πάντα τὰ ἐναντία πραάτ- 
τομεν, ὡς ἔοιχεν, ἢ ἃ δεῖ; 

ΣΩ, Ὦ Καλλίχλεις, εἰ μή τι nv τοῖς ἀνϑρώποις σπά- 
ϑος — τοῖς μὲν ἄλλο τι, τοῖς δὲ ἄλλο τι — τὸ αὐτό, 
αλλά, τις ἡμῶν ἴδιόν τι ἔπασχε σιάϑος ἢ οἱ ἄλλοι, οὐχ 
ἂν ἢν ὁῴδιον ἐνδείξασϑαι τῷ ἑτέρῳ τὸ ἑαυτοῦ πάϑημα. 
ἜΝ: δ᾽ ἐννοήσας, ὅτι ἐγώ τε χαὶ σὺ νῦν τυγχάνομεν 
ταὐτόν τι πεπτονϑότες, ἐρῶντε δύο ὄντε δυοῖν ἑκάτερος, 
ἐγὼ μὲν ᾿Αλχιβιάδου τε τοῦ Κλεινίου χαὶ φιλοσοφίας, 
σὺ δὲ τοῦ τε ᾿ϑηναίων δήμου χαὶ τοῦ Πυριλάμπους. 
αἰσϑάνομαι οὖν σου ἑχάστοτε, χαίπερ ὄντος δεινοῦ, ὅτι 
6700’ ἂν φῇ σου τὰ παιδικὰ χαὶ ὅπτως ἂν φῇ ἔχειν, οὐ 
δυναμένου ἀντιλέγειν, ἀλλ᾽ ἄνω χαὶ χάτω μεταβαλλομέ- 
γου" Ev τε τῇ ἑκχλησίᾳ, ἐάν τι σοῦ λέγοντος ὃ δῆμος ὃ 
᾿ϑηναίων μὴ φῇ οὕτως ἔχειν, μεταβαλλόμενος λέγεις ἃ 
ἐχεῖνος βούλεται, χαὶ πρὸς τὸν Πυριλάμττους νεανίαν 
τὸν χαλον τοῦτον τοιαῦτα ἕτερα ττέπτονϑας" τοῖς γὰρ τῶν 


des Sokrates in schneidender Weise: 
„die Welt (ἡμῶν ὃ βίος τῶν ar- 
ϑροώπων) mülste ja verkehrt und 
verrückt sein, wenn du recht hät- 
test!“ Die Antwort des Sokrates 
ist prächtig. Der Gereiztheit des 
Kallikles begegnet er mit gröfster 
Ruhe. Er giebt ihm, wie zum Nach- 
denken, zuuächst einen Gemeinplatz 
und spart dabei keine Worte: eine 
heftigere Antwort würde das τοῖς 
μὲν͵ ἄλλο τι, τοῖς δὲ ἄλλο τι, das 
ἢ οἱ ἄλλοι weggelassen haben. Er 
spannt dann ironisch seine Aufmerk- 
keit mit dem ebenfalls umständlich 
ausgeführten Satze λέγω δ᾽ ἐν- 
γοήσας — τοῦ Κλεινίου — wie 
breit sagt er: ἐγώ͵ τε καὶ σὺ νῦν 
τυγχάνομεν ταὐτόν τι πεπονϑό- 
τες statt ἡμεῖς νῦν ταὐτὸν πάσχο- 
μὲν und wie überflüssig ist das dvo 
ὄντε — erst mit dem φιλοσοφίας 
vermag Kallikles zu ahnen, worauf 
Sokrates hinaus will, bis er es in 
der Form eines Scherzes, der eine 
sehr bittere Nufs deckt, erfährt. 


Sokrates straft ihn für das Ver- 
letzende seiner Frage mit dem Ge- 
danken: „Unsere ersten Voraus- 
setzungen sind verschieden: wäh- 
rend mich die Philosophie, die Wahr- 
heit, leitet, läfst du dich lenken von 
der Rücksicht auf den δῆμος, die 
πολλοί, auf den δῆμος der Athe- 
ner, wie du dich bestimmen läfst 
durch die Rücksicht auf deinen ju- 
gendlichen, schönen Freund, den 
Δῆμος, den Sohn des Pyrilampes“ 
(von dessen Schönheit auch die Ko- 
miker erzählten). Er schildert sar- 
kastisch unter dem! Bilde des Eros 
des Kallikles Benehmen vor dem 
Volke: χαίπερ ὄντος δεινοῦ (sc. 
λέγει») „du bist zwar ein gewal- 
tiger Redner“, ἀλλ᾽ ἄνω χαὶ χάτω 
μεταβαλλομένου „aber du drehst 
und windest dich nach rechts und 
nach links“, wenn du die Stimmung 
des Demos bemerkst ἃ, i. du han- 
delst nicht nach Grundsätzen, son- 
dern nach dem augenblicklichen 
πάϑος (τοιαῦτα ἕτερα πέπονϑας!. 


TOPTIAZ. ' 85 


- ’ , \ [4 Ν 2 BA 2 ἈΠῸ 
παιδικῶν βουλεύμασέ τὲ καὶ λόγοις οὐχ οἷός T εἰ ἔναν- 
τιοῦσϑαι, ὥστε, εἴ τίς σου λέγοντος ἕχάστοτε, ἃ διὰ τού-. 

, ΄ὔ ’ ‚ ἢ δ) 
τους λέγεις, ϑαυμάζοι ὡς ἄτοπά ἔστιν, ἴσως εἴποις ἂν 

2 - = ] 4) 7 97 λέ co > ,ὔ 7, 
αὐτῷ, εἰ βοίλοιο τἀληϑῆ λέγειν, ὅτι, εἰ μή τις παύσει 
τὰ σὰ παιδικὰ τούτων τῶν λόγων, οὐδὲ σὺ παύσει ποτὲ 
ταῦτα λέγων. νόμιζε τοίνυν καὶ παρ᾽ ἐμοῦ χρῆναι ἕτερα 
τοιαῦτα ἀχούειν, χαὶ μὴ ϑαύμαζε ὅτι ἐγὼ ταῦτα λέγω, 
ἀλλὰ τὴν φιλοσοφίαν, τὰ ἐμὰ παιδικά, παῦσον ταῦτα 
λέγουσαν. λέγει γάρ, ὦ φίλε ἑταῖρε, ἀεὶ ἃ νῦν ἐμοῦ 
ἀχούεις, καί μοί ἔστι τῶν ἑτέρων πταιδικῶν πολὺ ἧττον 
2} ὠ ς \ N , © ” »” 
Eurchnztog‘ 0 μὲν γὰρ Κλεινίξιος οὗτος allore ἄλλων 

ς f} - _ any « 
ἐστὶ λόγων, ἡ δὲ φιλοσοφία ἀεὶ τῶν αὐτῶν" λέγει δὲ ἃ 
σὺ νῦν ϑαυμάζεις, παρῆσϑα δὲ καὶ αὐτὸς λεγομένοις. 
ὉΝ 3 3 , 257 a > ar ς 32 \ 
ἢ οὖν ἐχείνην ἐξέλεγξον, ὅττερ ἄρτι ἔλεγον, ὡς οὗ TO 
Ἂ rs = ‚ ΄, ΄ 
ἀδικεῖν ἐστὶ χαὶ ἀδιχοῦντα δίκην μὴ διδόναι ἁττάντων 

r -Ὁ- \ Ev ’ , 
ἔσχατον χαχῶν" ἢ εἰ τοῦτο ἐάσεις ἀνέλεγχτον, μὰ τὸν 

, ᾿ ΄ ΄,ὕ EN ς ’ - 
χύνα τὸν “ἰγυπτίων ϑεόν, οὔ σοι ὁμολογήσει Καλλιχλῆς, 
5 any γὴν ΄, 3 u - ΄ ,ὕ 
ὦ Καλλίχλεις, ἀλλὰ διαφωνήσει Ev ἅπαντι τῷ βίῳ. καί- 
τοι ἔγωγε οἶμαι, ὦ βέλτιστε, καὶ τὴν λύραν μοι χρεῖττον 
εἶναι ἀναρμοστεῖν τε χαὶ διαφωνεῖν, χαὶ χορὸν ᾧ χορη- 

΄, - ΄ὔ 2 7 κ᾿ 
γοίην, κἂὶ πλείστους ἀνθρώπους μὴ ὁμολογεῖν μοι ἀλλ᾽ 


Diesen Gedanken führt er wieder 
mit aller behaglichen Breite aus in 
drei, vier Sätzen und schliefst ihn, 
wie er ihn beginnt, mit einem iro- 
nischen Scherze, wenn er dem Kal- 
likles die naiven Worte unter- 
schiebt: εἰ un τις παύσει --- ποτὲ 
ταῦτα λέγων. Kann) das παίζειν 
der Frage des Kallikles besser pa- 
riert werden als mit diesen letzten 
Worten? Ebenso kunstvoll giebt 
er den Schlufsgedanken: „dein Le- 
ben ist infolge dieser Unsicherheit, 
dieser Rücksicht, welche du auf 
den Demos nimmst, kein harmo- 
nisches; du mufst mit dir selbst in 
Widerspruch geraten“. Der Un- 
freundlichkeit des Kallikles begeg- 
net er hier mit der ironisch freund- 
lichen Anrede: ὦ φίλε ἑταῖρε, ὦ 


βέλτιστε. Er beginnt dann wieder 
mit einem Scherz: ὃ μὲν γὰρ KAsı- 
γίειος οὗτος x. τ. &., giebt dann 
wie nebenbei einen derben Schlag 
mit dem παρῆσϑα δὲ χαὶ αὐτὸς 
λεγομένοις υμὰ falst dann das, wor- 
auf es ihm ankommt, wieder in 
eine witzhafte Form, wie sie der 
komische Schwur bei dem Hunde, 
dem Gotte der Agypter (wie man 
bei uns scherzend sagt: beim Barte 
des Propheten), und die hübsche 
Wendung bietet: οὐ σοι öuoAoyn- 
σει Καλλικλῆς, ὦ Καλλίχλεις. — 
Plato hat uns dabei in kunstvoll- 
ster Weise den Grundgedanken des 
folgenden Gespräches, das Thema 
desselben gegeben: „Eine sichere 
Führerin durch das Leben ist einzig 
die Philosophie, die wahre Grund- 


86 IIAATQONOE 


3 , ΄ " ὯΔ ἢ » 3 \ 3 - = ΄ 
ἐναντία λέγειν μᾶλλον ἢ ἕνα ὄντα ἐμὲ ἐμαυτῷ ἀσύμφω- 


ΜΝ Ἂν , 
γον εἰναι χαὶ ἐναντία λέγειν. 


38. KAA. Ὦ Σώχρατες, δοχεῖς νεανιεύεσϑαι ἐν 


τοῖς λέγοις ὡς ἀληϑῶς δημηγόρος ὦν" 


χαὶ νῦν ταῦτα 


δημηγορεῖς ταὐτὸν παϑόντος Πώλου πάϑος, ὅττερ Γορ- 


γίου κατηγόρει πρὸς σὲ παϑεῖν. 


ἔφη γάρ που Γοργίαν 


ἐρωτυΐύμενον ὑπὸ σοῦ, ἐὰν ἀφίκηται παρ᾽ αὐτὸν μὴ ἐπι- 


lage der Ethik ist einzig der wahre 
Gedanke, das folgerichtige Denken. 

Kap. 38. Kallikles stellt, um 
dem Sokrates beizukommen, einen 
Satz auf, den schon Hippias for 
Elis ausgesprochen haben soll: 
giebt ein φύσει καλόν und ein νό- 
up καλόν, ein φύσει δίχαιον und 
ein νόμῳ δίκαιον; nach der φύσις 
ist es billig, wenn der Stärkere 
πλέον ἔχει; der vouoc aber, wel- 
chen die Schwachen aufgestellt ha- 
ben, nennt das natürliche πλέον 
ἔχειν des Stärkeren ein mAsovex- 
τεῖν und ein ἀδικεῖν. Sokrates 
werfe nun beide Gebiete, die φύ- 
σις und den γόμος nach Gefallen 
durcheinander und beirre dadurch 
die, welche sich mit ihm auf einen 
Streit einlassen. 

Kallikles’ Rede verrät wieder eine 
grolse Gereiztheit: er lälst es klar 
merken, dafs es ihm bisher Mühe 
gekostet hat, schweigend zuzuhö- 
ren. Es ist das natürlich. Sind es 
doch einmal seine Gäste, welche 
Sokrates auf das nachdrücklichste 
abgeführt hat; ist es sodann doch 
auch seine eigene innerste Über- 
zeugung, welche von Sokrates ge- 
troffen worden ist. Aufserlich kenn- 
zeichnet sich seine Stimmung in 
den heftigen, den starken Aus- 
drücken, welche er gebraucht, wie 
in dem σοῦ χατεγέλα ὀρϑῶς, 
dem συμποδισϑείς und ἐπεστομί- 
σϑη, dem χαχουργεῖς ἐν τοῖς λό- 
γόοις, dem προπηλακιζόμενος u. ἃ. 
Aber auch in den Gedanken sucht 
er viel beilsende Schärfe zu mischen. 
Dafs er die feine Ironie, mit wel- 


cher Sokrates sein παίζειν (παῖς) 
abgelehnt hat, wohl verstanden, 
beweist der etwas mildere Ausdruck 
γνεανιεύεσϑαι (νεανίας), den er ge- 
braucht und den er mit seinem Zu- 
satze ἐν τοῖς λόγοις als identisch 
mit δημηγορεῖν aufgefalst wissen 
will. Für δημηγόρος haben wir 
in „Volksredner* den durchaus ent- 
sprechenden Ausdruck, weil wir die 
entsprechende Sache "haben. Wir 
verstehen unter Volksredner auch, 
wie der Grieche, bald einen Mann, 
der sich eine öffentliche politische 
Thätigkeit zur Lebensaufgabe ge- 
macht hat, bald einen Redner, der 
die Massen zu reizen versteht, statt 
sie zu überzeugen, bald endlich 
einen Schwätzer, der,sobald man 
ihn zu Worte kommen läfst, sich 
in längerer Rede zu ergehen pflegt. 
Für einen δημηγόρος im guten 
Sinne hält Kallikles sich selbst; 
dem Sokrates gegenüber gebraucht 
er den Ausdruck, wie dieser selbst 
ihn oft anwendet, von einem Men- 
schen, der durch dialektische Täu- 
schung andere zu betrügen, zu hin- 
tergehen sucht. Er lälst den So- 
krates bisher siegen infolge einer 
Hinterlist, die den Gorgias und den 
Polos zu unkonsequenten Zuge- 
ständnissen treibt. Den logischen 
Streit habe Sokrates auf das ethi- 
sche Feld hinübergeleitet und zu- 
nächst den Gorgias aus einer ge- 
wissen Scheu zugestehen lassen, 
dals er seine Schüler über das We- 
sen des Gerechten belehren müsse, 
wenn er es nicht kenne; dann habe 
er den Polos zu dem Eingeständnis 


Ed 


TOPTIAZ. 87 


, \ , ς \ ς v [4 » 
στάμενος τὰ δίχαια ὃ τὴν δητοριχὴν βουλόμενος μαϑεῖν, 
2 ΄ ΠΣ ς 2 - ὌΝ \ ΜΝ 
εἰ διδάξει αὐτὸν ὃ Γοργίας, αἰσχυνϑῆναι αὐτὸν καὶ φά- 
΄ \ \ BU Be -" ) ’ [4 2 
γαι διδάξειν διὰ τὸ ἔϑος τῶν ἀνϑρώπων, ὅτι ἀγαναυ- 
τοῖεν ἂν εἴ τις μὴ φαίη" διὰ δὴ ταύτην τὴν ὁμολογίαν 
ἀναγχασϑῆναι ἐναντία αὐτὸν αὑτῷ εἰπεῖν, σὲ δὲ αὐτὸ 
τοῦτο Ayarıav. χαί σου κατεγέλα, ὥς γέ μοι δοκεῖν, ὃρ- 
» ΄ - 2 - - 
ϑῶς τότε" νῦν δὲ πάλιν αὐτὸς ταὐτὸν τοῦτο ἔπαϑε, χαὶ 
ἔγωγε κατ᾽ αὐτὸ τοῦτο οὐκ ἄγαμαι Πῶλον, ὅτι σοι συν- 
-"; ΕΥ̓ “- 2 - 
ἐχώρησε τὸ ἀδιχεῖν αἴσχιον εἶναι τοῦ ἀδιχεῖσϑαι" ἐκ 
ταύτης γὰρ αὖ τῆς ὁμολογίας αὐτὸς ὑπὸ σοῦ συμποδι- 
\ 3 - / 3 , 2 | \ “ἈΦ 2 [4 
σϑεὶς Ev τοῖς λόγοις ἑπεστομίσϑη, αἰἱσχυνϑεὶς α EvoeL 
eirtelv. σὺ γὰρ τῷ ὄντι, ὦ Σώχρατες, eig τοιαῦτα ἄγεις 


\ \ ’ 4 Ἁ 2 [4 > [4 
pogrıra χαὶ δημηγορικά, — φάσκων τὴν ἀλήϑειαν διώ- 
χειν — ἃ φύσει μὲν οὐχ ἔστι χαλά, νόμῳ δέ. ὡς τὰ 


rolle δὲ ταῦτα ἐναντία ἀλλήλοις ἐστίν, ἥ τε φύσις χαὶ 
ὅ νόμος" ἐὰν οὖν τις αἰσχύνηται χαὶ μὴ τολμᾷ λέγειν 
ἅττερ νοεῖ, ἄναγχάζεται ἐναντία λέγειν. ὃ δὴ χαὶ σὺ 
τοῦτο τὸ σοφὸν χατανενοηχὼς χαχουργεῖς ἐν τοῖς λόγοις, 
ἐὰν μέν τις χατὰ νόμον λέγῃ, κατὰ φύσιν ὑπερωτῶν, 
ἐὰν δὲ τὰ τῆς φύσεως, τὰ τοῦ νόμου. ὥσπερ αὐτίχα ἐν 
τούτοις, τῷ ἀδιχεῖν τε xal τῷ ἀδιχεῖσϑαι, Πώλου τὸ 
heit zu suchen nur vorschütze — 


φάσχων τὴν ἀλήϑειαν διώχειν —, 
dabei aber plumpe Demagogie treibe 


gebracht, dafs ἀδικεῖν ein αἴσχιον 
sei als ἀδικεῖσθαι. Dabei mälsigt 
er sich in den Ausdrücken, wo er 


von Gorgias redet und wiederholt 
nur das αἰσχυνϑῆναι, welches schon 
Polos diesem vorgeworfen hatte, 
Dagegen äufsert er sich über Polos 
ziemlich scharf: er läfst ihn erst 
des Sokrates spotten (χατεγέλα), 
erklärt aber dann seine Art des 
Kampfes für nicht gerade bewun- 
dernswert (οὐκ ἄγαμαι); denn er 
habe sich bald von Sokrates um- 
stricken lassen (συμποδισϑείς) und 
sei schliefslich auf den Mund ge- 
schlagen gewesen (ἐπεστομίσϑη). 
Kallikles hat sich also auch über 
Polos geärgert. Dem Sokrates geht 
er nun sehr scharf zu Leibe. Er 
wirft ihm vor, dafs ,er die Wahr- 


Ἢ \ \ 
— ἄγεις φορτιχὰ χαὶ δημηγο- 
0120 Ar dafs Vene Weisheit darin 
bestehe (τοῦτο τὸ σοφὸν χατα- 
γενοηκώς), den Leuten ihre Schwä- 
chen abzulauschen (ἐάν τις un τολ- 
μᾷ λέγειν), dals er somit ein x«- 
χοῦργος ἐν τοῖς λόγοις sei, bos- 
haft verfahre bei den λόγοι i. 6. 
διάλογοι; dafs er endlich einen Zu- 
stand rühmlich nenne, den nur 
ein Sklave ertragen werde. Ist so 
seine Rede viel schneidiger, als 
alles, was die beiden Sophisten vor- 
zubringen wulsten, so ist sie auch, 
wenn man von der falschen Hypo- 
these, von der er ausgeht, absieht, 
viel gewinnender; verteidigt er doch 


88 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χατὰ νόμον αἴσχιον λέγοντος, σὺ τὸν νόμον ἐδιώχαϑες 
χατὰ φύσιν. φύσει μὲν γὰρ πᾶν αἴσχιόν ἔστιν ὅπερ χαὶ 
χάχιον, τὸ ἀδικεῖσθαι, νόμῳ δὲ τὸ ἀδικεῖν. οὐδὲ γὰρ 
ἀνδρὸς τοῦτό γ᾽ ἐστὶ τὸ πάϑημα, τὸ ἀδικεῖσϑαι, ἀλλ᾽ 
ἀνδραπόδου τινός, ᾧ κρεῖττόν ἐστι τεϑνάναι ἢ ζῆν, ὅστις 
ἀδιχούμενος χαὶ τιροττηλαχιζόμενος μὴ olöote ἐστὶν αὐτὸς 
αὑτῷ βοηϑεῖν μηδὲ ἄλλῳ οὗ ἂν κήδηται. ἀλλ᾽, οἶμαι, οἱ 
τιϑέμενοι τοὺς νόμους οἱ ἀσϑενεῖς ἄνϑρωποί εἶσι καὶ 
οἱ πολλοί. πρὸς αὑτοὺς οὖν χαὶ τὸ αὑτοῖς συμφέρον 
τούς TE νόμους τίϑενται χαὶ τοὺς ἐπαίνους ἐπαινοῦσι 
χαὶ τοὺς ψόγους ψέγουσιν, ἐχφοβοῦντες τοὺς ἐρρωμενε- 
στέρους τῶν ἀνϑρώπων χαὶ δυνατοὺς ὄντας πλέον ἔχειν, 
ἵνα μὴ αὐτῶν πλέον ἔχωσιν, λέγουσιν, ὡς αἰσχρὸν χαὶ 
ἄδικον τὸ σπιλεονεχτεῖν, χαὶ τοῦτο ἔστι τὸ ἀδιχεῖν, τὸ 
πλέον τῶν ἄλλων ζητεῖν ἔχειν" ἀγαπῶσι γάρ, οἶμαι, αὖ- 
τοὶ ἂν τὸ ἴσον ἔχωσι φαυλότεροι ὄντες. 

99. Διὰ ταῦτα δὴ νόμῳ μὲν τοῦτο ἄδιχον xal αἱ- 
σχρὸν λέγεται, τὸ τιλέον ζητεῖν ἔχειν τῶν πολλῶν, καὶ 
ἀδιχεῖν αὐτὸ χαλοῦσιν" ἡ δέ γε, oluaı, φύσις αὐτὴ ἄπο- 
φαίνει αὐτό, ὅτι δίχαιόν ἐστι τὸν ἀμείνω τοῖ χείρονος 
χιλέον ἔχειν χαὶ τὸν δυνατώτερον τοῦ ἀδυνατωτέρου. δη- 
λοῖ δὲ ταῦτα :“τολλαχοῦ ὅτι οὕτως ἔχει, χαὶ ἐν τοῖς ἄλλοις 
ζώοις καὶ τῶν ἀνϑρώπων ἐν ὅλαις ταῖς πόλεσι χαὶ τοῖς 
γένεσιν, ὅτι οὕτω τὸ δίχαιον κέχριται, τὸν χρείττω τοῦ 


das Recht des Stärkeren, dem auch machen. Kallikles fühlt das und 


in unseren Tagen noch viele Leute 
zujauchzen. 

Kap. 39. Seinen Satz zu be- 
weisen gelingt natürlich dem Kal- 
likles nicht, weil der Satz über- 
haupt nicht bewiesen werden kann. 
Denn die Anmalsung des Stärkeren, 
des Schwächeren Willen und Be- 
sitz zu milsachten, bricht sich stets 
an der Notwendigkeit, mit welcher 
die Schwächeren sich zu gegen- 
seitigem Schutze vereinigen. Das 
sogenannte Recht des Stärkeren 
kann sich nur einem einzelnen 
Schwächeren gegenüber geltend 


macht deshalb den xgpeitt® zum 
ἀμείνων, den physisch Stärkeren 
zum sittlich Stärkeren (δίκαιόν ἐστι 
τὸν ἀμείνω τοῦ χείρονος πλέον 
ἔχει»), zum Besseren, freilich sich 
sofort verbessernd: χαὲ τὸν δυνα- 
τώτερον τοῦ ἀδυνατωτέρου. Aus 
solchen übereilten Worten spricht 
die Erregtheit des Redners, die sich 
auch weiter vielfach oflenbart. So 
hat er bei den W. χαὲ ἐν τοῖς 
ἄλλοις ζώοις χαὶ τῶν ἀνϑρώπων 
ἐν ὅλαις ταῖς πόλεσι die Stellung 
des pater familias im Sinne, wie 
das τοῖς γένεσιν beweist, die auf 


TOPTIAZ. 89 


ἥττονος ἄρχειν nal πλέον ἔχειν. ἐπεὶ πτοίῳ δικαίῳ χρώ- 
μενος Ἐέρξης ἐπὶ τὴν Ἑλλάδα ἐστράτευσεν ἢ ὃ πατὴρ 
αὐτοῦ ἐπὶ Σχύϑας ἢ — ἄλλα μυρία ἂν τις ἔχοι τοιαῦτα 
λέγειν" ἀλλ᾽, οἶμαι, οὗτοι κατὰ φύσιν τὴν τοῦ διχαίου 
ταῦτα πράττουσι, χαὶ ναὶ μὰ Δία κατὰ νόμον γε τὸν τῆς 
φύσεως, οὐ μέντοι ἴσως κατὰ τοῦτον, ὃν ἡμεῖς τιϑέμεϑα, 
γελάττοντες τοὺς βελτίστους χαὶ ἐρρωμενεστάτους ἡμῶν 
αὐτῶν, ἐκ νέων λαμβάνοντες ὥσπερ λέοντας, κατετεᾷδον- 
τές TE χαὶ γοητεύοντες χαταδουλούμεϑα λέγοντες, ὡς τὸ 
ἴσον χρὴ ἔχειν χαὶ τοῦτό ἔστι τὸ χαλὸν χαὶ τὸ δίχαιον. 
ἐὰν δέ γε, οἶμαι, φύσιν ἱκανὴν γένηται ἔχων ἀνήρ, τταν- 
τα ταῦτα ἀποσεισάμενος χαὶ διαρρήξας καὶ διαφυγών, 
χαταπατήσας τὰ ἡμέτερα γράμματα χαὶ μαγγανεύματα 
χαὶ ἐπῳδὰς xal νόμους τοὺς παρὰ φύσιν ἅπαντας, Ert- 
αναστὰς ἀνεφάνη δεσττότης ἡμέτερος ὃ δοῦλος, καὶ ἐν- 


ταῦϑα ἐξέλαμψε τὸ τῆς φύσεως δίχαιον. 


δοχεῖ δέ μοι 


χαὶ Πίνδαρος ἅπερ ἐγὼ λέγω ἐνδείχνυσϑαι ἐν τῷ σματι 


“- 
«ς 


> λέ u 
Ev ᾧ λέγει οτι 


dem Rechte der Pietät, aber nicht 
auf dem des Stärkeren beruht, und 
wie mifsbraucht er den Familien- 
vater zu seinem Zwecke! Ebenso 
wenig zutreffend sind die Beispiele 
des Darius und des Xerxes, welche 
er anführt: Xerxes war ja so we- 
nig, wie sein Vater den Scythen 
gegenüber, im Kampfe mit den Hel- 
lenen der Stärkere; die Beispiele 
hinken also; denn sie führen nicht 
Stärkere ein, sondern eingebildet 
Stärkere, die sich sehr bald als die 
Schwächeren zeigten. Malslos drückt 
er sich in seinem Urteile über den 
Wert der Erziehung aus: er beginnt 
mit dem Bilde etwa des Töpfers 
(πλάττοντες), sagt, man bemäch- 
tige sich der Jugend wie junger 
Löwen, wie junger Tiere, denen 
man die Freiheit raubt; er ver- 
höhnt die Erziehung zur Sittlich- 
keit, wenn er ihre Vorschriften und 
Lehren mit den Beschwörungsfor- 
meln und Zaubermitteln der Gauk- 


ler vergleicht und als das Resultat 
derselben gar ein χαταδουλοῦσϑαι 
hinstellt, auch hier noch das ein- 
fache Verbum durch die Präpo- 
sition verstärkend; er preist end- 
lich die Befreiung aus der Knecht- 
schaft des Geseizes, wie eine 
Heldenthat: wenn jemand, der eine 
genügende Dosis φύσις besitzt, 
Mann wird, schüttelt er das Joch 
ab und zerbricht die Ketten (ἀπο- 
σεισάμενος χαὶ διαρρήξας Aus- 
drücke, so gewählt, wie Deuschle 
richtig sagt, dals sie zu der Ver- 
gleichung mit den Tieren wohl 
passen) und tritt das geschriebene 
Gesetz, das wider die Natur ist, 
gar mit Füfsen. Er endet dann 
fast mit einer Blasphemie, mit einer 
ἀσέβεια, wenn er aus dem ewi- 
gen, den Sterblichen oft nicht be- 
greiflichen Gesetz der Weltenlen- 
kung das Recht der Willkür des 
Stärkeren auf Erden ableitet oder 
diese Willkür mit jenem νόμος zu 


90 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


΄ 4 , x 
γόμος ὁ πάντων βασιλεὺς 
ϑνατῶν TE χαὶ ἀϑανάτωγ᾽" 


οὗτος δὲ δή, φησίν, 


ἄγει δικαιῶν τὸ βιαιότατον 

ὑπερτάτᾳ χειρί τεχμαίρομαι 

ἔργοισιν Ἡραχλέος, ἐττεὶ ἀπριάτας --- 
λέγει οὕτω πως" τὸ γὰρ ᾷἄσμα οὐχ ἐπίσταμαι" λέγει δ᾽ 
ὅτι οὔτε πριάμενος οὔτε δόντος τοῦ Γηρυόνου ἠλάσατο 
τὰς βοῦς, ὡς τούτου ὄντος τοῦ διχαίου φύσει, καὶ βοῦς 
χαὶ τἀλλα χτήματα εἶναι πάντα τοῦ βελτίονός τε χαὶ 
χρείττονος τὰ τῶν χειρόνων τε χαὶ ἡττόνων. 

40. Τὸ μὲν οὖν ἀληϑὲς οὕτως ἔχει, γνώσει δέ, ἂν 

ἐπὶ τὰ μείζω ἔλϑης ξάσας ἤδη φιλοσοφίαν. «ριλοσοφίέα 


decken sucht. Die Verse Pindars, 
der selbstverständlich kein Gesin- 
nungsgenosse des Kallikles ist, wer- 
den nach einem Scholiasten ver- 
vollständigt: 

ἔργοισιν Ἡρακλέος" ἐπεὶ ΓΕε- 

ρυόνα βόας 

Κυχλωπίων ἐπὶ προϑύρων Ev- 

ρυσϑέος 
ἀναιτήτας TE χαὶ ἀπριάτους 
ἤλασεν. 

„G@eryones, der Sohn des Chry- 
saor (des Blitzes) und der Okeanide 
Kallirrhoe (der Flut) war ein Riese 
mit drei Leibern und drei Köpfen. 
Er wohnt mit seinem Hunde Or- 
thos oder Ortheos auf der frucht- 
baren Insel Erytheia im Besitze 
grolser Rinderherden. Diese ent- 
führte ihm Herakles auf einem von 
der Sage gefeierten Zuge“ (Deuschle- 
Cron). 

Kap. 40. Der Gedanke des Ka- 
pitels.ist: die Philosophie hat nur 
Giltigkeit als Bildungsmittel für 
die Jugend (παιδείας χάριν). Kal- 
likles’ Ansicht vertreten auch in 
unseren Tagen selbst recht viele 
wissenschaftlich gebildete Männer. 
Es schweben ihnen einzelne phi- 
losophische Systeme vor, von de- 
nen immer das eine von dem an- 
deren widerlegt ist. Sie meinen, 


es sei ein gutes geistiges Exerci- 
tium, wenn der junge Studierende 
das, was ein grolser Denker vor- 
gedacht, mit Anstrengung nachzu- 
denken sich bemühe; sie wollen 
aber mit Recht nicht, dafs er auf 
des Meisters Worte nur schwören 
lerne. Sie vergessen, dafs das Stu- 
dium einzelner Systeme zur Frei- 
heit des Denkens, zum selbstän- 
digen Denken d.h. zu einem ei- 
genen System der Philosophie 
führen soll, dem ein jeder, der 
wissenschaftlich thätig ist, sowie 
jeder, dessen praktische Thätigkeit 
planvoll ist, unbewulst verfällt. 
Die Worte des Kallikles mulsten, 
wie ich glaube, auf Sokrates einen 
hochkomischen Eindruck machen; 
denn sie enthalten kindlich naive 
Gedanken in männlich entschiede- 
ner Form. Naiv ist der Gedanke, 
Sokrates werde den so schwach 
begründeten Satz des vorigen Ka- 
pitels einsehen, wenn er endlich 
(7dy) von der Philosophie lasse 
und sich den richtigeren Lebens- 
aufgaben zuwende, naiv, weil für 
die Politik, z. B. für die Gesetz- 
gebung die Philosophie die erste 
Vorbedingung ist. Naiv ist der Ge- 
danke des folgenden Satzes gulo- 
σοφία γάρ τοί ἐστιν κ. τ. δι; denn 


TOPTIAZ. 91 


γάρ τοί ἐστιν, ὦ Σώχρατες, χαρίεν, ἄν τις αὐτοῦ μετρίως 
ἅψηται ἐν τῇ ἡλικίᾳ" ἐὰν δὲ ττεραιτέρω τοῦ δέοντος ἐν- 
διατρίψῃ,. διαφϑορὰ τῶν ἀνϑραάπων. ἐὰν γὰρ καὶ πάνυ 
εὐφυὴς ῃ καὶ πόρρω τῆς ἡλικίας φιλοσοφῇ, ἀνάγκη γιάν- 
των ἄπειρον γεγογέναι ἐστίν, ὧν χρὴ ἔμτεειρον εἶναι τὸν 
μέλλοντα χαλὸν χκἀγαϑὸν καὶ εὐδόχιμον ἔσεσϑαι ἄνδρα. 
χαὶ γὰρ τῶν νόμων ἄπειροι γίγνονται τῶν κατὰ τὴν πό- 
λιν, χαὶ τῶν λόγων, οἷς δεῖ χρώμενον ὁμιλεῖν ἐν τοῖς 
συμβολαίοις τοῖς ἀνθρώποις χαὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ, καὶ 
τῶν ἡδονῶν τε χαὶ ἐπιϑυμιῶν τῶν ἀνϑρωτιείων, καὶ 
συλλήβδην τῶν ἡϑῶν παντάπασιν Arveıgoı γίγνονται. Ervei- 
δὰν οὖν ἔλϑωσιν εἴς τινα ἰδίαν ἢ πολιτικὴν πρᾶξιν, κα- 
ταγέλαστοι" γίγνονται, ὥσττερ γε, οἶμαι, οἵ πολετιχοί, 
ἐπειδὰν αὖ eig τὰς ὑμετέρας διατριβὰς ἔλϑωσι καὶ τοὺς 
λόγους, καταγέλαστοί εἶσι. συμβαίνει γὰρ τὸ τοῦ Evgı- 
χείδου" λαμπρός τ᾽ ἐστὶν ἕχαστος ἐν τούτῳ, χἀπὶ τοῦτ᾽ 
ἐπείγεται, 

γέμων τὸ τιλεῖστον ἡμέρας τούτῳ μέρος, 

ἵν᾽ αὐτὸς αὑτοῦ τυγχάνει βέλτιστος ὥν᾽ 


er stützt sich auf vage Begriffe: 
μετρίως, περαιτέρω τοῦ δέοντος, 
ἐν τῇ ἡλικία d. i. in dem geeig- 
neten Alter. Zu dieser Naivetät 
bildet den komischen Gegensatz 
die Entschiedenheit des Futurums 
γνώσει und des διαφϑορὰ τῶν 
ἀνϑρώπων. Der folgende Satz 
wirkt ebenso: Kallikles schliefst 
mit dem unbeweisbaren, unbeding- 
ten ἀνάγκη und bietet dabei als 
getroffenes Bild eines Philosophen 
eine Karikatur; denn ein Philosoph 
ist das nicht, der ἄπειρος τῶν 
νόμων, τῶν λόγων, τῶν ἡδονῶν 
καὶ συλλήβδην τῶν ἠϑῶν ist. In 
diesem Salze bezeichnet der Aus- 
druck ἐν τοῖς συμβολαίοις (ovu- 
ξύλα meist von Verträgen im 

andelsverkehr gesagt) das, was 
er bald darauf allgemeiner πρᾶξις 
nennt, „im praktischen Beben“. 
Spafshaft ist übrigens auch die Ein- 


teilung der ἤϑη in γόμοι zara τὴν 
πόλιν, λόγοι ἐν τοῖς συμβολαίοις 
und ἡδοναί τε zal ἐπιϑυμίαι. Das 
Entschiedene des nächsten Satzes 
spricht aus dem χαταγέλαστοι yly- 
γονται, das Komische aus dem Zu- 
geständnis, dafs auch die Politiker 
χαταγέλαστοί εἰσι, wenn sie „in 
euren Verkehrskreis eintreten und 
in eure Unterhaltung“ (διατριβή 
und λόγο! sind synonyme Begriffe 
und werden beide von den philo- 
sophischen Untersuchungen ge- 
braucht). Der komische Eindruck 
gewinnt aber noch durch das be- 
gründende συμβαίνει γάρ, welches 
eine Belegstelle aus Euripides’ An- 
tiope einführt; denn der Satz ver- 
rät eine Art Selbsterkenntnis des 
Redners und erklärt so seine An- 
tipathie gegen das philosophische 
Treiben. Die bisher vorgetragenen 
naiven Behauptungen sucht nun 


92 IAATQNOE 


ὅσου δ᾽ ἂν φαῦλος ἢ, ἐντεῦϑεν φεύγει καὶ λοιδορεῖ τοῦ- 
το, τὸ δ᾽ ἕτερον ἐτταινεῖ, εὐνοίᾳ τῇ ἑαυτοῦ, ἡγούμενος 
οὕτως αὐτὸς ἑαυτὸν ἐπαινεῖν. ἀλλ᾽, οἶμαι, τὸ ὀρϑότατόν 
ἐστιν ἀμφοτέρων μετασχεῖν᾽ φιλοσοφίας μὲν ὅσον σται- 
δείας χάριν χαλὸν μετέχειν, καὶ οὐχ αἰσχρὸν μειραχίῳ 
ὄντι φιλοσοφεῖν" ἐπειδὰν δὲ ἤδη πρεσβύτερος ὧν ἄν- 
ϑρωπὸος ἔτι φιλοσοφῇ, καταγέλαστον, ὦ Σώχρατες, τὸ 
χρῆμα γίγνεται, χαὶ ἔγωγε ὁμοιότατον ττάσχω πιρὸς τοὺς 
φιλοσοφοῦντας ὥσπερ 71905 τοὺς τϑελλιζομένους χαὶ σεαί- 
ζοντας. ὅταν μὲν γὰρ παιδίον ἴδω, ᾧ ἔτι προσήχει διαλέ- 
γεσϑαι οὕτω, Wehhılouevov xal scailov, χαίρω TE χαὶ χα- 
ρέεν μοι φαίνεται χαὶ ἐλευϑέριον καὶ πρέττον τῇ τοῦ σται- 
δίου ἡλικίᾳ, ὅταν δὲ σαφῶς διαλεγομένου παιδαρίου 
ἀχούσω, πιχρόν τέ μοι δοχεῖ χρῆμα εἶναι χαὶ ἀνιᾷ μου 
τὰ ὦτα χαί μοι δοχεῖ δουλοτερεττές τι εἶναι" ὅταν δὲ ἂν- 
δρὸς ἀχούσῃ τις ψελλιζομένου ἢ παίζοντα δρᾷ, καταγέ- 
λαστον φαίνεται χαὶ ἄνανδρον χαὶ πληγῶν ἄξιον. ταὺῦ- 
τὸν οὖν ἔγωγε τοῦτο πάσχω χαὶ πρὸς τοὺς φιλοσοφοῦν- 
τας. παρὰ νέῳ μὲν γὰρ μειραχέῳ δρῶν φιλοσοφέαν ἄγα- 
μαι, zal πρέτεειν μοι δοχεῖ, καὶ ἡγοῦμαι ἐλεύϑερόν τινα 
εἶναι τοῦτον τὸν ἄνθρωπον, τὸν δὲ μὴ φιλοσοφοῦντα 
ἀνελεύϑερον χαὶ οὐδέτεοτε οὐδενὸς ἀξιώσοντα ἑαυτὸν οὔτε 
χαλοῦ οὔτε γενναίου τεράγματος" ὅταν δὲ δὴ τερεσβύτερον 


Kallikles schliefslich zu stützen μαι xal πρέπειν wor δοχεῖ xal 


durch einen noch naiveren Beweis, 
der wieder mit einer jugendlich 
frischen Kühnheit vorgetragen wird, 
die mich wenigstens vielmehr an- 
mutet als die Schuldeklamationen 
des Gorgias und des Polos. Dals 
der Vergleich zwischen dem Stamm- 
ler .und dem Philosophen hinkt, 
liegt zu Tage. Was ihm aber an 
Logik fehlt, das hat er im Über- 
fluls an Entschiedenheit der Be- 
hauptung:: πικρόν μοι δοχεῖ χρῆ- 
μα εἰναι χαὶ ἀνιᾷ μου τὰ ὦτα 
καί μοι δοχεῖ δουλοπρεπές τι εἰ- 
var --- ᾿ καταγέλαστον xal ἄναν- 
ὅρον χαὶ πληγῶν ἄξιον --- ἄγα- 


ἡγοῦμαι ἐλεύϑερον -- ἀνελεύϑερο » 
καὶ οὐδέποτε οὐδενὸς ἀξιώσον τὰ 
ἑαυτὸν οὔτε καλοῦ οὔτε γενναίου 
πράγματος α. 8. W. Die Farben 
sind so grell aufgetragen, dals der 
Maler sich kaum mehr überbieten 
kann. Und wie spalshaft klingt 
dabei manches: πληγῶν μοὶ δοχεῖ 
ἤδη δεῖσϑαι d.i. „ich möchte ihn 
prügeln!“ oder νεανικὸν μηδέποτε 

ϑέγξασϑαι, wobei man unwill- 

ürlich fragt: wo steckt der ve- 
ανίσχος 

Zu dem αὑτοῦ in den angeführten 
Versen des Euripides sagt Stall- 
baum: Genitivus αὑτοῦ cohaeret 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 99 


idw ἔτι φιλοσοφοῦντα χαὶ μὴ ἀπαλλαττόμενον, πληγῶν 
nor doxei ἤδη δεῖσθαι, ὠ Σώχρατες, οὗτος € ἀνήρ. ὃ 
γὰρ γῦν δὴ ἔλεγον, ὑτιάρχει τούτῳ τῷ ἀνθρώπῳ, χἂν 
grayv εὐφυὴς ἢ ἀνάνδρῳ γενέσθαι φεύγοντι τὰ μέσα 
τῆς πόλεως καὶ τὰς ἀγοράς, ἐν αἷς ἔφη ὃ ποιητὴς τοὺς 
ἄνδρας ἀριτιρετεεῖς γίγνεσθαι, χαταδεδυχότι δὲ τὸν λοι- 
χτὸν βίον βιῶναι μετὰ μειρακίων ἐν γωνίᾳ τριῶν 1, TET- 
΄ , 2 ΄ \ \ [4 \ \ 
τάρων ψιϑυρίζοντα, ἐλεύϑερον δὲ καὶ μέγα καὶ νεανικὸν 
μη δέττοτε φϑέγξασϑαι. 
41. Ἐγὼ δέ, ὦ Σώχρατες, πρὸς σὲ ἐπιξικῶς ἔχω 
-»" ΄ 2 ’ - , ς - 
φιλικῶς" χινδυνεύω οὖν τεεπονϑέναι νῦν ὅττερ ὃ Ζῆϑος 
\ \ 3 ΄ € > N ἜἸ 2 ΄ x 
zcoog τὸν Augpiova ὁ Εὐριπίδου, Eu: euynodnv. καὶ 
γὰρ ἐμοὶ τοιαῦτ᾽ ἄττα ἐπέρχεται τι 7005 σὲ λέγειν, οἱάττερ 
ἐχεῖνος πρὸς τὸν ἀδελφόν, ὅτι ἀμελεῖς, ὦ Σώκρατες, ὧν 
δεῖ σε ἐπιμελεῖσθαι, χαὶ φύσιν ψυ ὧδε γενναίαν --- 
; χῆ 
[4 \ R ΄, ᾿.3 p) 
μειραχιώδει τινὶ διατερέττεις μορῳφώματι, χαὶ OUT ἂν 
δίκης βουλαῖσι προσϑεῖ᾽ ἂν ὀρϑῶς λόγον, οὔτ᾽ εἰκὸς ἂν 
cum βέλτιστος, ut sententia haec 
sit: inquo semazime excel- 
lere senserit. 


Kap. 41. Wie Kallikles bisher 
die Behauptung des Sokrates, man 


διαπρέπεις μορφώματὴ u. S. . 
Die Stelle aus Euripides, welche 
Kallikles frei benutzt, lautet: 

— ἀμελεῖς ὧν σε φροντίζειν 


ἐχρῆν 
müsse sich immer von der Philo- ψυχῆς ἔχων γὰρ ὧδε γε θέον 
sophie leiten lassen, bekämpft hat, φύσιν 
so sucht er, wenn ich es recht ver- γυναιχομίμῳ διαπρέπεις μορ- 
stehe, zum Schlufs die ironischen φώματι" 


Schlufsworte des Sokrates zu über- 
bieten, steigert dabei aber die Ironie 
nicht zur Derbheit, sondern selbst 


= χοῦτ᾽ ἂν ἀσπίδος κύτει 
ὀρϑῶς ὃὁμιλήσειας οὔτ᾽ ἄλλων 


ὕπερ 
zur Grobheit, wie er mit dem el νεανικὸν βούλευμα βουλεύ- 
Tea ἀγροικότερον ᾿εἰρῆσϑαι σαιό τι. 


selbst eingesteht. Die ersten Worte 
klingen nach dem, was vorherge- 
gangen, komisch: „Gegen dich, im 
Gegensatze zu den andern Philo- 
sophen, hege ich einigermalsen 
freundschaftliche Gesinnung“, sie 
lassen aber doch die gleich fol- 
gende Grobheit nicht erwarten, den 
Vorwurf, dafs Sokrates seine, Pflich- 
ten vernachlässige (ἀμελεῖς ὧν δεῖ 
σε ἐπιμελεῖσθαι), dals er sich kna- 
benhaft benehme (μεερακιώδει τινι 


Die Art, wie er das Citat verwen- 
det, ändert und ergänzt, charakte- 
risiert ihn. Das ἔχων läfst er im 
Eifer fallen, sodals das φύσιν γεν- 
valev in der Luft schwebt, denn 
von dem intransitiven διαπιρέπεις 
kann es nicht abhängig gemacht 
werden; er bildet dann einen neuen 
Vers: καὶ οὔτ᾽ ἂν δίχης βουλαῖσι 
προσϑεῖ᾽ ἂν ὀρϑῶς λόγον, oder 
versucht ihn vielmehr zu bilden, 
kommt aber damit nicht zustande, 


94 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χαὶ zuıdavov λάχοις, οὔϑ'᾽ ὑπὲρ ἄλλου νεανιχὸν βούλευμα 
ϑουλεύσαιο. καίτοι, ὠ φίλε Σώκρατες — καί uor μηδὲν 
ἀχϑεσϑῇς" εὐνοίᾳ γὰρ ἐρῶ τῇ σῇ — οὐκ αἰσχρὸν δοκεῖ 
σοι εἶναι οὕτως ἔχειν, ὡς ἐγὼ σὲ οἶμαι ἔχειν nal τοὺς 
ἄλλους τοὺς ττόρρω ἀεὶ φιλοσοφίας ἐλαύνοντας; νῦν γὰρ 
εἴ τις σοῦ λαβόμενος ἢ ἄλλου ὁτουοῦν τῶν τοιούτων εἰς 
τὸ δεσμωτήριον ἀπαγάγοι, φάσκων ἀδικεῖν μηδὲν adı- 
χοῦντα, οἶσϑ᾽ ὅτι οὐκ ἂν ἔχοις ὅ τι χρήσαιο σαυτῷ, ἀλλ᾽ 
ἰλεγγιῴης ἂν καὶ χασμῷο οὐχ ἔχων ὅ τι εἴποις, καὶ εἰς 
τὸ δικαστήριον ἀναβάς, χατηγόρου τυχὼν πάνυ φαύλου 
χαὶ μοχϑηροῦ, ἀποϑάνοις ἄν, εἰ βούλοιτο ϑανάτου σοι 
τιμᾶσϑαι. καίτοι πῶς σοφὸν τοῦτό ἐστιν, ὦ Σώχρατες; 
εἴ τις εὐφυῆ λαβοῦσα τέχνη φῶτα ἔϑηχε χείρονα, μήτε 
αὐτὸν αὑτῷ δυνάμενον βοηϑεῖν μηδ᾽ ἐχκσῶσαι ἐκ τῶν 
μεγίστων χινδύνων μήτε Eavrov μήτε ἄλλον μηδένα, ὑττὸ 


überstürzt sich mit dem doppelten 
ἄν — das zweite ist nur des nach- 
geahmten Versmalses wegen wie- 
derholt — in dem Ausdruck und 
überstürzt sich in dem Gedanken: 
οὔτ εἰχὸς ἂν καὶ πιϑανὸν Ad- 
χοις. In der nächsten Frage ist 
das εὐνοίᾳ γὰρ ἐρῶ τῇ σῇ wohl 
als ein Höhn zu fassen. Im fol- 
genden flicht Kallikles dann wie- 
der, sie für den vorliegenden Zweck 
ändernd, zwei Stellen aus Euripi- 
des ein, der mit seiner Neigung 
zu rhetorischem Prunk sein Lieb- 
lingsdichter ‚offenbar gewesen ist. 

1. πῶς γὰρ σοφὸν τοῦτ᾽ ἔστιν 


& τις εὐφυῆ 
λαβοῦσα τέχνη φώτ᾽ ἔϑηχε χεί- 
θονα, 
und 2. --- --- ἀλλ᾽ ἐμοὲ πιϑοῦ 
παῦσαι μελῳδῶν, πολεμίων δ᾽ 
‚ «uovolav 
ἄσχει" τοιαῦτ᾽ ἄειδε καὶ δόξεις 
φρονεῖν, 


σχάπτων, ἀρῶν γῆν, ποιμνί- 
01° ἐπιστατῶν, 

ἄλλοις τὰ χομψὰ ταῦτ᾽ ἀφεὶς 
σοφίσματα, 

ἐξ ὧν χενοῖσιν ἐγχατοιχήσεις 
δόμοις. 


Der Hohn aber, der den Sokrates tref- 
fen soll, trifft, wenn man den ausge- 
sprochenen Gedanken aufden Grund 
geht, viel mehr die Athener und 
den Politiker Kallikles selbst. Was 
sind das für Rechtsverhältnisse, 
fragen wir, in denen ein unbehol- 
fener oder nur unerfahrener Red- 
ner der Willkür des ersten besten 
rhetorischen Phrasenmachers preis- 
gegeben ist, und was ist Kallikles 
für einHeld, dafs ersagt, man müsse 
sich in seiner Ausbildung solchen 
Verhältnissen fügen! Wie oben, so 
prallt hier die Kugel auf den Schü- 
tzen zurück. Dafs es nun in Athen 
trotz des Prozesses der zehn Stra- 
tegen und des andern, der dem 
Sokrates das Leben kostete, nicht 
so schlimm gewesen ist, dals nicht 
jeder ; welcher der ἐν τοῖς διχα- 
στηρίοις geltenden Redeweise Meis- 
ter war, der Tyrann der in der 
Rede nicht gewandten Leute wurde, 
braucht wohl nicht bewiesen zu 
werden. Plato straft mit den Wor- 
ten vor γὰρ el τις σοῦ Au ὄμενος 
x.r. &. seine Landsleute für einen 
einzelnen Fall, für den an seinem 
Lehrer vollzogenen Justizmord, den 


TOPTA8. 95 


δὲ τῶν ἐχϑρῶν :ττερισυλᾶσϑαι πᾶσαν τὴν οὐσίαν, ἀτεχ- 
γῶς δὲ ἄτιμον ζῆν ἐν τῇ πόλει; τὸν δὲ τοιοῦτον, εἴ τι 
zal ἀγροικότερον εἰρῆσϑαι, ἔξεστιν ἐπὶ χόρρης τύτιτοντα 
μὴ διδόναι δίκην. ἀλλ᾽ ὦ ᾿᾽γαϑέ, ἐμοὶ τιείϑου, παῦσαι δ᾽ 
ἐλέγχων, πραγμάτων δ᾽ εὐμουσίαν ἄσχει, καὶ ἄσχει Öno- 
„ev δόξεις φρονεῖν, ἄλλοις τὰ κομψὰ ταῦτ᾽ ἀφείς, εἴτε 
ληρήματα χρὴ φάναι εἶναι εἴτε φλυαρίας, ἐξ ὧν χενοῖσιν 
ἐγκατοικήσεις δόμοις" ζηλῶν οὐχ ἐλέγχοντας ἄνδρας τὰ 
μιχρὰ ταῦτα, ἀλλ᾽ οἷς ἔστι καὶ βίος καὶ δόξα χαὶ ἄλλα 


πολλὰ ἀγαϑα. 


42. ΣΩ, Εἰ χρυσῆν ἔχων ἐτύγχανον τὴν ψυχήν, ὦ 


sieaber sehr bald alssolchen erkannt 
und bereut haben. Des Kallikles 
Rede endet mit Schimpfworten: 
τὸν τοιοῦτον ἔξεστιν ἐπὶ κόρρης 
τύπτοντα μὴ διδόναι δίχην -- 
ἄσκει ὁπόϑεν δόξεις φρονεῖν — 
τὰ κομψά, ληρήματα, φλυαρίας. 
Dals ἐλέγχων in παῦσαι δ᾽ ἐλέγ- 

ov als Partieipium und nicht als 

senitiv aufzufassen, beweist die 
offenbare Bezugnahme auf des So- 
krates "Worte im 12. Kapitel: ἐγὼ 
δὲ τίνων εἰμί; τῶν ἡδέως μὲν ἂν 
ἐλεγχϑέντων, ἡδέως δ᾽ ἂν ἐλεγ- 
ξάντων, das folgende ζηλῶν οὐχ 
ἐλέγχοντας σπόρο ς und das Par- 
ticipium in den Versen des Euripi- 
des: παῦσαι μελῳδῶν. 

Kap. 42. Um die wunderbar 
schöne Ironie, welche Sokrates in 
seine Antwort legt, recht zu wür- 
digen, mufs man sich die Persön- 
lichkeiten beider streitenden Männer 
lebhaft vorstellen. Dem fast sieb- 
zigjährigen Greise steht ein lebens- 
froher Mann von etwa dreilsig Jah- 
ren, wie ich denke, gegenüber; dem 
streng geschulten Denker, dem Mei- 
ster auf dem Gebiete des Gedan- 
kens, ein Lehrling, der noch zu den 
oberflächlichen Denkern Gorgias und 
Polos in die Schule geht, der nach 
Art junger Leute schnell mit dem 
Wort bereit’ ist und mit Dichter- 
stellen die Wahrheit glaubt erhär- 


ten zu können; endlich dem in 
srölster Einfacheit lebenden alten 
Bürger der junge dem Genuls er- 
gebene und im Genufs das Glück 
suchende reiche Patrizier. Kallik- 
les hat mit grolsem Selbstbewulst- 
sein — er ist über die Thorheiten 
der Philosophie hinaus — und, sich 
in seinen Gästen verletzt fühlend, 
mit geradezu ungebührlicher Hef- 
tigkeit und Malslosigkeit gespro- 
chen. Sokrates entgegnet ihm in 
der Form gröfster Bescheidenheit 
und straft ihn für seine Heftigkeit 
kostbar mit seinen eigenen Worten 
und Gedanken. 

Um die Feinheit der Sokratischen 
Ironie recht würdigen zu können, 
mufs man ferner auf die Wortstel- 
lung achten. Gleich die Anfangs- 
worte: εἰ χρυσῆν ἔχων ἐτύγχανον 
τὴν ψυχὴν übersetzt man nicht 
gut: „Wenn ich, lieber Kallikles, 
eine goldene Seele hätte“ (H. Müller) 
oder „wenn ich etwa eine goldene 
Seele hätte, Kallikles“; sie sind viel- 
mehr etwa wiederzugeben: „wenn 
aus Gold einmal bestehen würde 
meine Seele, lieber K.“ Gerade 
die Trennung des τὴν ψυχὴν von sei- 
nem Prädikate ist charakteristisch. 
Wir können diese Wortstellung häu- 
figer wiedergeben, als es geschieht, 
wenn wir unsere zu Strenge gram- 
matische Schulung vergessend, mit 


90 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


Καλλίχλεις, οὐχ ἂν οἴει με ἄσμενον εὑρεῖν τούτων τινὰ 
τῶν λέϑων, ἧ βασανίζουσι τὸν χρυσόν, τὴν ἀρίστην, πρὸς 
ἥντινα ἔμελλον τιροσαγαγὼν αὐτήν, εἴ μοι ὁμολογήσειεν 
ἐκείνη χαλῶς τεϑερατπιεῦσϑαι τὴν ψυχήν, εὖ εἴσεσϑαι 
ὅτι ἱκανῶς ἔχω χαὶ οὐδέν μοι δεῖ ἄλλης βασάνου; 

KAA. Πρὸς τί δὴ τοῦτ᾽ ἐρωτᾷς, ὦ Σώκρατες; 

ΣΩ, Ἐγώ σοι ἐρῶ" νῦν οἶμαι ἐγὼ σοὶ ἐντετυχηκὼς 
τοιούτῳ ἑρμαίῳ ἐντετυχηκέναι. 

KAA. Τί δή; 

ΣΩ, Εὖ οἶδ᾽ ὅτι, ἅν μοι σὺ ὁμολογήσῃς περὶ ὧν ἡ 
ἐμὴ ψυχὴ δοξάζει, ταῦτ᾽ ἤδη ἐστὶν αὐτὰ τἀληϑῆ. ἐννοῶ 
γάρ, ὅτι τὸν μέλλοντα βασανιεῖν ἱκανῶς ψυχῆς τιέρι --- 
ὀρϑῶς τε ζώσης χαὶ μή --- τρία ἄρα δεῖ ἔχειν, ἃ σὺ 
πάντα ἔχεις, ἐπιστήμην τε χαὶ εὔνοιαν χαὶ παρρησίαν. 
ἐγὼ γὰρ πολλοῖς ἐντυγχάνω, οὲ ἐμὲ οὐχ οἷοί re εἰσὶ βα- 
σαγίζειν, διὰ τὸ μὴ σοφοὶ εἶναι Woreg σύ" ἕτεροι δὲ 
σοφοὶ μέν εἰσιν, οὐκ ἐϑέλουσι δέ μοι λέγειν τὴν ἀλή- 


ϑειαν, διὰ τὸ μὴ κήδεσϑαί μου ὥσπερ σύ" τὼ δὲ 


der Frische schreiben, mit welcher 
wir im Umgange zu reden gewohnt 
sind. Gleich dienächsten Worte ver- 
langen wieder für die Übersetzung 
die möglichst genaue Beibehaltung 
der Stellung, wenn man das Zau- 
dern nachahmen will, mit dem sie 
ironisch langsam den Gedanken 
verraten; den Gedanken verrät erst 
das Wort βασανίξουσι und die W, 
οὐχ ἂν οἴει — τὴν ἀρίστην sind 
etwa zu übersetzen: „glaubst du 
nicht, ich würde gerne einen von 
den Steinen finden, mit dem man 
prüfet das Gold, den besten“ 
u. 85. w. Der langen Einleitung 
schliefst sich, durch die verwun- 
derte Frage des Sokrates noch ver- 
zögert, das kurze Schlufswort mit 
der ironischen Pointe {reffend an: 
νῦν οἶμαι ἐγὼ σοὶ ἐντετυχηχὼς 
τοιουτῳ ἑρμαίῳεντετυχηχέναι . 1. 
wenn wir den Anklang von dem 
Participium und dem Infinitiv als 
etwas, das unsere Sprache nicht 


ξέγω 


liebt, fallen lassen: „jetzt, dünkt 
mich, hab’ ich dich und in dir solch 
eine Gottesgabe gefunden!“ 

Die nun folgende längere Ausein- 
andersetzung des Sokrates ist iro- 
nisch und satirisch in jeder Zeile. 
Ironisch ist gleich im ersten Satze 
das ἡ ἐμὴ ψυχὴ δοξάζει “meine 
Seele, wälnt®, das folgende ἤδη 
„jetzt endlich“, das αὐτά in αὐτὰ 
ταἀληϑῆ. Ironisch und satirisch ist 
die Breite des folgenden Satzes, 
das ὀρϑῶς τε ζώσης καὶ μὴ, das 
wie beiläufig den ganzen weiten 
Umfang der Prüfung andeutet, das 
ἄρα „füglich* (Deuschle), das & 
σὺ πάντα ἔχεις, welches die Er- 
wartung auf das, was folgen wird, 
spannt, und endlich die Trias selbst 
ἐπιστήμη TE xal εὔνοια xal παρ- 
onslu, Satirisch ist das σοφοί in 
διὰ τὸ μὴ σοφοὲ εἶναι, welches 
den Kallikles statt eines ἐπιστῆ- 
μων einen σοφός nennt, sowie das 
χήδεσϑαι in διὰ τὸ μὴ χήδεσϑαί 


TOPTIAZ. 97 


τώδε, Γοργίας re χαὶ Πῶλος, σοφὼ μὲν χαὶ φίλω ἐστὸν 
ἐμώ, ἐνδεεστέρω δὲ παρρησίας χαὶ αἰσχυντηροτέρω μᾶλ- 
λον τοῦ δέοντος᾽ πῶς γὰρ οὔ; ὦ γε εἰς τοσοῦτον αἰσχύ- 
γης ἐληλύϑατον, ὥστε διὰ τὸ αἰσχύνεσϑαι τολμᾷ ἕχάτε- 
ρος αὐτῶν αὐτὸς αὑτῷ ἐναντία λέγειν ἐναντίον πολλῶν 
ἀνϑρώπων, χαὶ ταῦτα περὶ τῶν μεγίστων. σὺ δὲ ταῦτα 
γιάντα ἔχεις, ἃ οἱ ἄλλοι οὐκ ἔχουσι᾽ πετταίδευσαί TE γὰρ 
ἱκανῶς, ὡς πολλοὶ ἂν φήσαιεν A9yvaloy, καὶ ἐμοὶ εἶ 
εὔνους. τίνι τεχμηρίῳ χρῶμαι; ἐγώ σοι ἐρῶ. οἶδα ὑμᾶς 
ἐγώ, ὦ Καλλίχλεις, τέτταρας ὄντας χοινωγοὺς γεγονότας 
σοφίας, σέ τε χαὶ Τίσανδρον τὸν "Agpıdvaiov καὶ "Av- 
dowva τὸν ᾿Αὐνδροτίωνος χαὶ Ναυσικύδην τὸν Χολαργέα" 
χαί ποτε ὑμῶν ἐγὼ ἐπήκουσα βουλευομένων, μέχρι ὅποι 
τὴν σοφίαν ἀσχητέον εἴη, καὶ οἶδα ὅτι ἐνίχα ἐν ὑμῖν 
τοιάδε τις δόξα, μὴ προϑυμεῖσθϑαι εἰς τὴν ἀκχρίβειαν 
φιλοσοφεῖν, ἀλλὰ εὐλαβεῖσϑαι παρεχελεύεσϑε ἀλλήλοις, 


μου, in welchem ein besonders 
herzliches Wort statt des εὔνους 
gebraucht wird; ironisch das zwei- 
malige ὥςπερ σύ, das jedesmal den 
Satz schliefst. Schelmische Worte 
sind es, wenn er die beiden Rhe- 
toren 0090 μὲν zul φίλω ἐμώ 
nennt, und satirisch scharf ist die 
Hervorhebung des Begriffes αἰσχύ- 
vn in αἰσχυντηροτέρω, ἐς τοσοῦ- 
τον αἰσχύνης ἐληλύϑατον, διὰ To 
αἰσχύνεσϑαι, wobei ‚wir nicht ver- 
gessen dürfen, dafs αἰσχύνη zweier- 
lei bedeutet, die Scheu vor einer 
That und dieScham übereine That; 
sowie die Zusammenstellung des 
αἰσχύνεσθαι mit seinem schroffen 
Gegensatz τολμᾷ; ferner das αὐτὸς 
αὑτῷ: ἐναντία λέγειν ἐναντίον πολ- 
λῶν ἀνθρώπων, Worte, die mit dem 
τολμᾷ zusammen eine Frechheit 
bezeichnen. Höhnisch ist die Wen- 
dun : σὺ δὲ ταῦτα πάντα ἔχεις, 
ἃ οἱ ἄλλοι οὐχ ἔχουσι „du; bist 
im Besitze alles dessen, was die 
anderen Leute nicht haben.“ Und 
nun kommt der lachende Beweis: 
des Kallikles Bildung. ist eine ge- 
P1ato, Gorgias, 


nügende d.h. genügend nach dem 
Urteile von vielen Leuten in Athen, 
„genügend, wie viele Leute das 
nennen dürften in Athen“; für seine 
εὔνοια aber spricht eine längere 
spalshafte Geschichte: Sokrates 
giebt vor, ihn und seine intimsten 
Genossen innerhalb seiner Hetärie 
(auf die Hetärie, die politische Ver- 
bindung, den politischen Klub dürfte 
vielleicht das ἑταιροτάτοις an- 
spielen) belauscht zu haben, wie 
sie sich berieten, μέχ, ı ὅποι τὴν 
σοφίαν ἀσχητέον ein, ein mär- 
chenhaft schönes Objekt für eine 
Beratung junger Staatsmänner, in 
welchem natürlich σοφία ironisch 
statt des Synonymon φιλοσοφία 
untergeschoben wird. Sokrates 
braucht hier auch Ausdrücke, wie 
sie in politischen Versammlungen 
gebräuchlich waren, so das ἐνίχα, 
das δόξα, welches an das ἔδοξε τῷ 
δήμῳ κ. τ. ἑ. anklingt, die infini- 
tivische Konstruktion un προϑυ- 
μεῖσϑαι; wie sie aufein ἐνίχα oder 
ἔδοξε zu folgen pflegte. So kost- 
bar, wie der Gegenstand der Be- 


7 


98 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ὅγεως μὴ πέρα τοῦ δέοντος σοφώτεροι γενόμενοι λήσετε 
διαφϑαρέντες. ἐπειδὴ οὖν σου ἀκούω ταῦτα ἐμοὶ συμ- 
βουλεύοντος, ἅπτερ τοῖς σεαυτοῦ ἑταιροτάτοις, inavov 
μοι τεχμήριόν ἐστιν, ὅτε ὡς ἀληϑῶς μοι εὔνους el. χαὶ 
μὴν ori γε οἷος παρρησιάζεσϑαι χαὶ μὴ αἰσχύνεσϑαι, 
αὐτός τε φὴς καὶ ὃ λόγος ὃν ὀλίγον πρότερον ἔλεγες 
ὁμολογεῖ σοι. ἔχει δὴ οὑτωσὶ δῆλον ὅτε τούτων τιέρε 
γυνέί" ἐαν τι σὺ ἐν τοῖς λόγοις ὁμολογήσῃς μοι, βεβασα- 
γισμένον τοῦτ᾽ ἤδη ἔσται ἱκανῶς ὑτι ἐμοῦ τε καὶ σοῦ, 
χαὶ οὐχέτε αὐτὸ δεήσει ἐπ᾿ ἄλλην βάσανον ἀναφέρειν. 
οὐ γὰρ ἄν ποτε αὐτὸ συνεχώρησας σὺ οὔτε σοφίας ἐν- 
δείᾳ οὔτ᾽ αἰσχύνη παρουσίᾳ, οὐδ᾽ av ἀπατῶν ἐμὲ συγ- 
χωρήσαις ἄν" φίλος γάρ μοι εἶ, ὡς χαὶ αὐτὸς φῇς. τῷ 
ὄντι οὖν ἣ ἐμὴ καὶ σὴ ὁμολογία τέλος ἤδη ἕξει τῆς ἀλη- 
ϑείας. πτάντων δὲ καλλίστη ἐστὶν ἡ σχέψις, ὦ Καλλίχλεις, 
χεερὶ τούτων (ὧν σὺ δή μοι ἐπετίμησας, ποῖόν τινα χρὴ 
εἶναι τὸν ἄνδρα χαὶ τέ ἐπιτηδεύειν καὶ μέχρε τοῦ, καὶ 
χιρεσβύτερον καὶ νεώτερον ὄντα. ἐγὼ γὰρ εἴ τι μὴ ὀρϑῶς 
πράττω χατὰ τὸν βίον τὸν ἐμαυτοῦ, εὖ ἔσϑι τοῦτο ὅτι 
οὐχ ἑκὼν ἐξαμαρτάνω ἀλλ᾽ ἀμαϑίέᾳ τῇ ἐμῇ" σὺ οὖν, ὥσπερ 
ἤρξω νουϑετεῖν με, μὴ ἀποστῇς, ἀλλ᾽ ἱκανῶς μοι ἔνδει- 


der zur mehr neckenden Ironie her- 
ab, wie sie aus dem βεβασανισ- 


ratung, ist das Resultat derselben, 
bei welchem auf die verfängliche 


Stellung des λήσετε zwischen den 
beiden Participien γενόμενοι und 
διαφϑαρέντες aufmerksam zu ma- 
chen ist „hütet euch, dals ihr nicht 
unv ermerkt ohne Malsen- weise (00- 
φώτεροι, wie oben σοφία) werdet 
und verloren seid.“ Boshaft ist im 
folgenden der Beweis für das mit 
dem μὴ αἰσχύνεσϑαι identifizierte 
παρρησιάζεσϑαι ὁ des Kallikles: av- 
τὸς τὲ φῇς καὶ ὃ λόγος ὃν ολί- 
γον πρότερον ἔλεγες ὁμολογεῖ 
σοι d.h. wenn man es scharf aus- 
drücken will: „dafs du ein scham- 
loser Bursch bist, beweist deine 
eben gehaltene thörichte Rede.“ 
Von dieser höchsten Höhe des Sar- 
kasmus steigt dann Sokrates wie- 


μένον τοῦτ᾽ ἤδη ἔσται ἱχανῶς 
in’ ἐμοῦ τε καὶ σοῦ, dem ἡ ἐμὴ 
καὶ σὴ ὁμολογία τέλος ἤδη ἕξει 
τῆς ἀληϑείας, Sätze, in denen je- 
der Ton ironisch klingt, aus der 
schärferen Fassung des obigen yv- 
χῆς πέρι ὀρϑῶς τε ζώσης καὶ μὴ 
in ποῖον τινὰ "χρὴ, εἶναι κ. τ. ἕ,, 

bis zu dem πῶς “φὴς τὸ δίκαιον 
ἔχειν καὶ σὺ καὶ Πίνδαρος τὸ 
χατα pVoıvüberall hervorblickt. 
Zum Schlufs macht er dann den 
Kallikles auf die Unklarheit, mit 
welcher er in seinem obigen λόγος 

den χφείττων, den βελτίων und 
den ἀμείνων gar nicht unterschie- 
den hat, aufmerksam und deutet 
dem Leser zugleich an, wie er sei- 


TOPTIAZ. 99 


ξαι, τί ἔστι τοῦτο ὃ ἐπιτηδευτέον μοι, Kal τένα T0070V 
χτησαίμην ἂν αὐτό, χαὶ ἐάν με λάβης νῦν μέν σοι Öuo- 
λογήσαντα, ἐν δὲ τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ μὴ ταῦτα πράττοντα 
ἅπερ ὡμολόγησα, πάνυ μὲ ἡγοῦ βλᾶκα εἶναι καὶ μηκέτι 
ποτέ μὲ νουϑετήσῃς ὕστερον, ὡς μηδενὸς ἄξιον ὄντα. 

Ἐξ ἀρχῆς δέ μοι ἐπανάλαβε, πῶς φὴς τὸ δίκαιον 
ἔχειν καὶ σὺ χαὶ Πίνδαρος τὸ χατὰ φύσιν; ἄγειν βίᾳ τὸν 
χρείττω τὰ τῶν ἡττόνων χαὶ ἄρχειν τὸν βελτίω τῶν χει- 
ρόνων χαὶ πλέον ἔχειν τὸν ἀμείνω τοῦ φαυλοτέρου; μή 
τι ἄλλο λέγεις τὸ δίκαιον εἶναι, ἢ ὀρϑῶς μέμνημαι; 

48, KAA. ᾿Αλλὰ ταῦτα ἔλεγον χαὶ τότε χαὶ νῦν 
λέγω. 

ΣΩ, Πότερον δὲ τὸν αὐτὸν βελτίω καλεῖς σὺ καὶ 
χρείττω; οὐδὲ γάρ τοι τότε οἷός τ᾽ ἢ μαϑεῖν σου τί ποτε 
λέγεις. πότερον τοὺς ἰσχυροτέρους χρείττους καλεῖς καὶ 
δεῖ ἀχροᾶσϑαι τοῦ ἰσχυροτέρου τοὺς ἀσϑενεστέρους, οἷόν 
μοι δοχεῖς καὶ τότε ἐνδείκνυσϑαι, ὡς αἱ μεγάλαι πόλεις 
ἐπὶ τὰς σμιχρὰς χατὰ τὸ φύσει δίκαιον ἔρχονται, ὅτι 
χρείττους εἰσὶ καὶ ἰσχυρότεραι, ὡς τὲ κρεῖττον χαὶ ἰσχυ- 
ρύτερον χαὶ βέλτιον ταὐτὸν ὄν, ἢ ἔστι βελτίω μὲν εἶναι, 
rırw δὲ καὶ ἀσϑενέστερον, καὶ κρείττω μὲν εἶναι, μοχ- 


nem Gegner beizukommen gedenkt, 
giebt andeutend das Thema der 
nächsten Kapitel. 

Kap. 43. Kallikles hat die letzten 
Worte des Sokrates ἄγειν βίᾳ τον 
χρείττω κ. τ. &., welche die Nach- 
lässigkeit bespötteln, mit welcher 
er die Begriffe χρείττων, βελτίων, 
ἀμείνων durcheinander wirft, nicht 
verstanden und antwortet deshalb 
zuversichtlich: „das ist und bleibt 
meine Behauptung.“ Deshalb wie- 
derholt Sokrates seine Frage und 
Jührt sie mit der gröfsten Deutlich- 
keit aus. Er stellt die Hauptfrage, 
ob Kallikles unter βελτίων und 
χρείττων dasselbe verstehe, kurz 
an die Spitze seiner Auseinander- 
setzung und hebt sie hervor durch 
den spöttischen Zusatz, dafs er vor- 


her den Sinn der Worte des Gegners 
nicht habe fassen können; denn — 
dasist der Sinn derfolgenden Doppel- 
frage πότερον τους ἰσχυροτέρους 
κρείττους καλεῖς ἢ ἔστι βελτίω 
μὲν εἶναι, ἥττω δὲ x. τ. ὃ. — denn 
früher habe er scheinbar unter dem 
χρείττων nur den ἐσχυρότερος, 
den materiell Stärkeren verstan- 
den. Spottend weist Sokrates auf 
die früheren Behauptungen des Kal- 
likles (Kap. 39) zurück und spottend 
stellt er aufser dem χρείττων nicht 
blofs das positive ἐσχυρότερος dem 
βελτίων gegenüber, sondern auch 
den negativen Gegensatz beider Be- 
griffe, den ἥττων und den ἄσϑε- 
γέστερος. Er giebt also seiner 
Frage die gröfste Klarheit und ver- 
langt "nun eine genaue Definition 


77 


100 


ϑηρότερον δέ" 


NAATQNOE 


BI ς 3 x 143 3 \ - ,, \ 
ἢ ὁ αὑτὸς ὅρος Eori τοῦ βελτίονος xai 


τοῦ χρείττονος; τοῦτό μοι αὐτὸ σαφῶς διόρισον, ταὐτὸν 
a [4 [4 3 x m u 
ἢ ἕτερον ἔστι τὸ χρεῖττον χαὶ τὸ βέλτιον χαὶ τὸ ἰσχυῤό- 


τερον; 


3 3 " 7 
KAA. All ἐγώ σοι σαφῶς λέγω, ὅτι ταὐτόν ἐστιν. 
> - - 
>42. Οὐχοῦν οἱ πολλοὶ τοῦ ἑνὸς χρείττους εἰσὶ κατὰ 
, a \ ’ὔ on / 
φύσιν; οἱ δὴ καὶ τοὺς νόμους τέϑενται ἐπὶ τῷ Evi, ὥσπερ 


καὶ σὺ ἄρτι ἔλεγες. 
KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 


\ - -» - 
ΣΩ. Ta τῶν πολλῶν ἄρα νόμιμα τὰ τῶν χρειττό- 


ἐστίν. 
KAA. Πανυ γε. 


vwYy 


22. Οὐχοῦν τὰ τῶν βελτιόνων; οἱ γὰρ χρείττους 
βελτίους που κατὰ τὸν σὸν λόγον. 


KAA. «Ναί. 


ΣΩ, Οὐκοῦν τὰ τούτων νόμιμα κατὰ φύσιν χαλᾶ, 


κρειττόνων γε ὄντων; 
KAA. Φημί. 


ΣΩ, Ho’ οὖν οἱ πολλοὶ νομίζουσιν οὕτως. ὡς ἄρτι 
av σὺ ἔλεγες, δέκαιον εἶναι τὸ ἴσον ἔχειν καὶ αἴσχιον τὸ 


(ὅρος, διορίζει»). Kallikles sieht 
ein, dafs er sich nicht auf den Begriff 
der nackten materiellen Gewalt 
(χρείττων, ἰσχυρότερος), stützen 
kann, sein σαφῶς λέγω, ὅτι Tav- 
τόν ἐστιν klingt trotzig; er will 
ja nicht gleich Gorgias und Polos 
der αἰσχύνη zum Opfer fallen; den- 
noch aber giebt er mit der Ant- 
wort eigentlich seine Ansicht von 
dem Rechte des Stärkeren, wie er 
es auffalste, schon verloren. So- 
krates beweist ihm nun mit weni- 
gen kurzen Schlüssen seine Un- 
klarheit: einmal zeigt er ihm, dafs 
es lächerlich ist, materielle Stärke 
(zosittwr) und sittlichen Wert 
(βελτίων) zu identifizieren: „wenn 
κρείττων und βελτίων sich dek- 
kende Begriffe sind, würden οἱ πολ- 
λοί als χρείττους auch βελτίους 


sein und das ist absurd“; sodann 
widerlegt er seine Ansicht von dem 
Unterschiede des δίκαιον χατὰ φύ- 
σιν und des δίχαιον χατὰ νόμον, 
mit Bezug auf des Kallikles Be- 
hauptung im 38. Kapitel „ol τιϑέ- 
μενοι τοὺς νόμους οἱ ἀσϑενεῖς 
ἀἄνϑρωποί εἰσι χαὶ οἱ πολλοί; er 
läfst ihn eingestehen, dals οἱ πολ- 
λοὲ τοῦ ἑνὸς χρείττους εἰσί; das 
Recht des Stärkeren ist nun aber 
nach Kallikles’ Behauptung τὸ χατὰ 
φύσιν͵ δίχαιον ; folglich sind auch 
die νόμιμα τῶν πολλῶν als der 
χρειττόνων ein χατὰ φύσιν ὁΐ- 
xaxıov und deshalb ist sowohl vo- 
uw als ὕσει das Unrechtthun häls- 
licher als’ das Unrechtleiden. Das 
Lächerliche der Rolle des selbstbe- 
wulsten Kallikles hebt nun Plato 
durch den beilsenden Sarkasmus 


TOPTIA2. 101 


> m -» 2 - „ -»" . ὃ ”w UT 7} \ 
ἀδικεῖν τοῦ ἀδιχεῖσϑαι; ἔστι ταῦτα ἢ οὔ; καὶ ὅπως μὴ 
’ ,ὕ x » 
ἁλώσει ἐνταῦϑα σὺ αἰσχυνόμενος" νομίζουσιν, ἢ οὔ, οἵ 
\ vy ar 3 2 2 \ ΄ , 3 \ 
πολλοὶ τὸ ἴσον ἔχειν ἀλλ᾽ οὐ τὸ τιλέον δίκαιον εἶναι, καὶ 
αἴσχιον τὸ ἀδιχεῖν τοῦ ἀδιχεῖσϑαι; μὴ φϑόνει μοι ἄπο- 
χρίνασϑαι' τοῦτο, Καλλίχλεις, ἵν᾽, ἐάν μοι ὅμολογήσης, 
βεβαιώσωμαι ἤδη ττιαρὰ σοῦ, ἅτε ἱκανοῦ he pre 
vaı ὡμολογηχότος. 
KAA. AN οἵ 7 πολλοὶ νομίζουσιν. οὕτως. 
ΣΩ. Οὐ νόμῳ ἄρα μόνον ἐστὶν αἴσχιον τὸ ἀδικεῖν 
m I - P} \ ,ὕὔ N » B1} > Ἁ 7 
τοῦ ἀδιχεῖσϑαι, οὐδὲ δίκαιον τὸ ἴσον ἔχειν, ἀλλὰ καὶ 
φύσει" ὥστε χινδυνεύεις οἷκ ἀληϑῆ λέγειν ἐν τοῖς πρό- 
ISA, 2 - 2 - “- (42 2 , 
σϑεν οὐδὲ ὀρϑῶς ἐμοῦ χατηγορεῖν λέγων, τι ἐναντίον 
ἐστὶν ὁ νόμος χαὶ ἡ φύσις, ἃ δὴ χαὶ ἐγὼ γνοὺς κακουργῶ 
ἐν τοῖς λόγοις, ἐὰν μέν τις χατὰ φύσιν λέγῃ, ἐπὶ τὸν 
γόμον ἄγων, ἐὰν δέ τις χατὰ τὸν νόμον, ἐπὶ τὴν φύσιν. 
44, KAA. (Οὑτοσὶ ἀνὴρ οὐ παύσεται φλυαρῶν.) 
Εἰπέ μοι, ὦ Σώχρατες, 00% αἰσχύνει, τηλικοῦτος ὦν, ὀνό- 
ματα ϑηρεύων, καὶ ἐάν τις δήματι ἁμάρτῃ, ἕρμαιον τοῦτο 
ποιούμενος; ἐμὲ γὰρ οἴει ἄλλο τι λέγειν τὸ χρείττους 
5 N , 4 , [4 
εἶναι ἢ τὸ βελτίους; οὐ πάλαι σοι λέγω, ὅτι ταὐτόν φημι 
εἶναι τὸ βέλτιον καὶ τὸ χρεῖττον; ἢ οἴει με λέγειν, ἐὰν 
συρφετὸς συλλεγῇ δούλων χαὶ παντοδαπῶν ἀνϑρώττων 


des Sokrates hervor, wie er aus Unwillens. Er sucht dann dem 


den Wendungen spricht: ὅπως μὴ 
ἁλώσει ἐνταῦϑα σὺ αἰσχυνόμενος, 
μὴ φϑόνει μοι ἀποχρίνασϑαι (ἀ. 1. 
thue mir den Gefallen und antworte), 
βεβαιώσωμαι ἤδη παρὰ σοῦ, ἅτε 
ἱκανοῦ ἀνδρὸς διαγνῶναι, aus dem 
κινδυνεύεις οὐκ ἀληϑῆ λέγων, 
dem χαχουργῶ ἐν τοῖς λόγοις 
DE 

Kap. 44. Der stolze Kallikles, 
der seine Freunde an Sokrates rä- 
chen wollte, ist in viel kürzerer 
Frist blofsgestellt worden als diese 
und empfindet das. Die Worte 
οὑτοσὶ ἀνὴρ οὐ παύσεται φλυα- 
ρῶν sind deshalb mehr ein Aus- 
druck, der die Verlegenheit ver- 
decken soll, als ein Ausbruch des 


Feinde zu entfliehen durch eine 
List, durch eine Lüge; er hat wohl 
begriffen, dafs seine Auffassung von 
dem Rechte des Stärkeren sich als 
haltlos gezeigt hat, und stellt sich 
nun, als hätte er nur im Ausdrnck 
fehlgegriffen, macht dem Sokrates 
den Vorwurf, als treibe er Silben- 
stecherei (ὀνόματα Imoeve), als 
wolle er also den eigentlichen 
Sinn der Behauptungen des Geg- 
ners nicht verstehen. Er stellt es 
als selbstverständlich hin, dafs er 
unter dem χρείττων den ᾿βελτίων 
verstanden habe; er simuliert plötz- 
lich eine Verachtung der materiellen 
Kraft, seine Verlegenheit giebt sich 
aber im Ausdruck, in seinem Stil 


| 


Tu DEREN BET EEE TEL απ EN IT Ὁ 


nr un 


RAZER 


102 NAATQNOE 


μηδενὸς ἀξίων πλὴν ἴσως τῷ σώματι ἰσχυρίσασϑαι, καὶ 
οὗτοι φῶσιν, αὐτὰ ταῦτα εἶναι νόμιμα; 

ΣΩ. Εἶεν, ὦ σοφώτατε Καλλίχλεις" οὕτω λέγεις; 

KAA. Πάνυ μὲν οὐν. 

ΣΩ, AM ἐγὼ μέν, ὦ δαιμόνιε, καὶ αὐτὸς πάλαι 
τοπάζω τοιοῦτόν τί σὲ λέγειν τὸ χρεῖττον, καὶ ἀνερωτῶ 
γλιχόμενος σαφῶς εἰδέναι ὅ τι λέγεις. οὐ γὰρ δήπου σύ 
γε τοὺς δύο βελτίους ἡγεῖ τοῦ ἑνός, οὐδὲ τοὺς σοὺς δού- 
λους βελτίους σοῦ, ὅτι ἰσχυρότεροί εἶσιν ἢ σύ. ἀλλὰ πά- 
λιν ἐξ ἀρχῆς else, τί ποτε λέγεις τοὺς βελτίους, ἐπειδὴ 
οὐ τοὺς ἰσχυροτέρους; καὶ, ὦ ϑαυμάσιε, πραότερόν με 


προδίδασκε, ἵνα μὴ ἀποφοιτήσω παρὰ σοῦ. 


KAA. Εἰρωνεύει, 


Ὁ Σώχρατες. 


32. Ma τὸν Ζῆϑον, ὠὦ Καλλίχλεις, ᾧ σὺ χρώμενος 
\ - \ > ΄ [4 = > δ.» 3 , , 
πολλὰ νῦν δὴ εἰρωνεύου πρός με᾿ ἀλλ᾽ ἴϑι εἰπέ, τίνας 


λέγεις τοὺς βελτίους εἶναι; 


KAA. Τοὺς ἀμείνους ἔγωγε. 

ΣΩ, Ὁρᾷς ἄρα, ὅτι σὺ αὐτὸς ὀνόματα λέγεις, δηλοῖς 
δὲ οὐδέν; οὐκ ἐρεῖς, τοὺς βελτίους χαὶ χρείττους πότε- 
ρον τοὺς φρονιμωτέρους λέγεις ἢ ἄλλους τινάς: 


zu erkennen: er vergilst den In- 
finitiv ἐσχυρίσασϑαι grammatisch 
mit πλήν (τοῦ Loy.) zu verbin- 
den und macht ihn abhängig von 
ἀξίων, als ob er statt πλήν etwa 
gesagt hätte & un, er spricht eben- 
falls grammatisch nicht genau χαὶ 
οὗτοι φῶσιν, αὐτὰ ταῦτα εἶναι 
γόμιμα: denn die strenge Kon- 
struktion würde gewesen sein οἶδε 
us λέγειν, ἐὰν συρφετὸς συλλε- 
γῇ» αὐτὰ ταῦτα εἰναι νόμιμα, ἃ οὗ- 
τοί φασιν. Seine Verlegenheit zeigt 
sich ferner darin, dals seine Ant- 
worten immer kleinlauter werden. 
Das höhnische σοφώτατε lälst er 
unbeachtet, auf das scheinbar ver- 
wunderte οὕτω λέγεις; antwortet 
er einfach zustimmend. Als dann 
Sokrates seinen ganzen Spott über 
ihn ausschüttet, ihn mit ὦ δαιμό- 
γιξε anredet, vorgiebt, dals er den 
eigentlichen Gedanken des Gegners 


geahnt habe, ganz in des Kallikles 
eben gezeigter Art es als natürlich 
und selbstverständlich hinstellt, ein 
Mann wie der (σύ γε) könne nicht 
zwei für besser als einen halten, 
zuletztihn spöttisch auffordert, ihn 
etwas sanfter in die Vorschule zu 
nehmen (προ δίδασχε), damit er 
nicht davon laufe — da hat der 
stolze Kallikles keine Antwort als 
ein εἐρωνεύει, ὦ Σώχρατες, den 
spöttischen Schwur aber beim Ze- 
thos, dem praktischen Bruder des 
Amphion, auf dessen Aussprüche 
sich Kallikles mit so vieler Osten- 
tation berufen hatte, sowie die Zu- 
rückgabe ‘des Vorwurfes slowvevs: 
überhört er wieder, läfst sich auch 
nicht in Harnisch bringen dadurch, 
dafs Sokrates seine Antwort τοὺς 
ἀμείνους ἔγωγε als eine Redensart 
(ὀνόματα λέγεις) und alsunklar (δὴ- 
λοῖς δὲ οὐδέν) hinstellt und ihm eine 


TOPTIAZ. 103 


KAA. Alla ναὶ ua Jia τούτους λέγω, χαὶ σφό- 
δρα γε. ᾿ 

ΣΩ. Πολλάκις ἄρα εἷς φρονῶν μυρίων μὴ φρονούν- 
των χρείττων ἐστὶ χατὰ τὸν σὸν λόγον, χαὶ τοῦτον ἄρχειν 
dei, τοὺς δ᾽ ἄρχεσϑαι, καὶ πλέον ἔχειν τὸν ἄρχοντα τῶν 
ἀρχομένων" τοῦτο γάρ μοι δοκεῖς βούλεσϑαι λέγειν — 
χαὶ οὐ δήματι ϑηρεύω --- εἶ ὃ εἷς τῶν μυρίων χρείττων. 

KAA. ᾿Αλλὰ ταῦτ᾽ ἔστιν ἃ λέγω. τοῦτο γὰρ οἶμαι 
ἐγὼ τὸ δίκαιον εἶναι φύσει, τὸ βελτίω ὄντα καὶ φρονι- 
μώτερον χαὶ ἄρχειν χαὶ τιλέον ἔχειν τῶν φαυλοτέρων. 

45. ΣΩ. Ἔχε δὴ αὐτοῦ. τί ποτε αὖ νῦν λέγεις; ἐὰν 
ἐν τῷ αὐτῷ ὦμεν, ὥσπερ νῦν, πολλοὶ ἀϑρόοι ἄνϑρωποι, 
χαὶ ἡμῖν ἢ ἐν κοινῷ πολλὰ σιτία καὶ ποτά, ὦμεν δὲ 
σπεαντοδαποί, οἱ μὲν ἰσχυροί, οἱ δὲ ἀσϑενεῖς, εἷς δὲ ἡμῶν 
ἢ φρονιμώτερος περὶ ταῦτα, ἰατρὸς ὦν, ἢ δέ, οἷον εἰκός, 
τῶν μὲν ἰσχυρότερος, τῶν δὲ ἀσϑενέστερος, ἄλλο τι ἢ 
οὗτος, φρονιμώτερος ἡμῶν av, βελτίων χαὶ κρείττων 
ἔσται εἰς ταῦτα; 

KAA. Πανυ γε. 

ΣΩ. Ἦ οὖν τούτων τῶν σιτίων. πλέον ἡμῶν ἑχτέον 
αὐτῷ, ὅτι βελτίων ἐστίν, ἢ τῷ μὲν ἄρχειν πάντα ἐκεῖνον 
δεῖ νέμειν, ἐν δὲ τῷ ἀναλίσχειν τε αὐτὰ καὶ χκαταχρῆσϑαι 
εἰς τὸ ἑαυτοῦ σῶμα οὐ πιλεονεχτητέον, εἰ μὴ μέλλει ζημι- 
οὔσϑαι, ἀλλὰ τῶν μὲν τιλέον, τῶν δ᾽ ἔλαττον Enteov' ἐὰν 


richtigere Antwortin den Mund legt ihm nun an recht drastischen Bei- 


(τοὺς φρονιμωτέρους λέγεις) und 
diese dann im folgenden (Πολλάκις 
ἄρα εἷς φρονῶν x. τ. &.) in aller 
Breite und wieder mit einem Seiten- 
hiebe (zul οὐ ῥῆμά τι 970800) dar- 
legt, sondern greift nach ihr mit 
beiden Händen, wie ein Ertrinken- 
der nach einem Aste. 

" Kap. 45. Kallikles ist dem So- 
krates bisher zwei Schritte gefolgt: 
er hat als den χρείττων den βελ- 
τίων und sodann den φρονιμώτε- 
ρος angenommen; an seinem ἄρ- 
χεῖν aber und seinem πλέον ἔχειν 
hat er fest gehalten. Sokrates zeigt 


spielen, was es mit dem πλεονε- 
xreiv für eine Bewandtnis habe und 
wie es daher auch mit der letzten 
Definition des φύσει δίχαιον stehe. 
Das Beispiel vom Arzte leitet er 
anfangs scheinbar unverfänglich ein, 
und Kallikles gesteht denn auch zu, 
dafs der Arzt unter einer Menge 
von Leuten in Bezug auf Speisen 
und Getränke der φρονιμώτερος 
und also auch der βελτίων und 
χρείττων sei. Um so betroffener 
steht er dann der nächsten Frage 
nach dem πλεονεχτεῖν in Bezug 
auf die erwähnten Gegenstände ge- 


104 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


δὲ τύχῃ πάντων ἀσϑενέστατος ὥν, πάντων ἐλάχιστον τῷ 
βελτίστῳ, ὦ Καλλίκλεις; οὐχ οὕτως, ὦ ᾽γαϑέ; 

KAA. Περὶ σιτία λέγεις καὶ ττοτὰ χαὶ ἰατροὺς καὶ 
φλυαρίας" ἐγὼ δὲ οὐ ταῦτα λέγω. 

ΣΩ, Πότερον οὖν τὸν φρονιμώτερον βελτίω λέγεις; 
φάϑι ἢ μή. 

ΚΑ.1. Ἔγωγε. 

ΣΩ, AN οὐ τὸν βελτέω πιλέον δεῖν ἔχειν; 

KAA. Οὐ σιτίων γε οὐδὲ ποτῶν. 

ΣΩ, ἸΜανϑάνω, ἀλλ᾽ ἴσως ἱματίων, χαὶ δεῖ τὸν 
ὑφαντιχώτατον μέγιστον ἱμάτιον ἔχειν χαὶ τιλεῖστα χαὶ 
κάλλιστα ἀμττεχόμενον reglievar; 

KAA. Ποίων ἱματίων; 

ΣΩ, ᾿4λλ᾽ εἰς ὑπιοδήματα δῆλον ὅτε δεῖ τελεονεχτεῖν 
τὸν φρονιμώτατον εἰς ταῦτα xal βέλτιστον. τὸν σχυτοτό- 
μον ἴσως μέγισεα δεῖ ὑποδήματα καὶ τελεῖστα ὑποδε- 


δεμένον τιεριττατεῖν. 


KAA. Ποῖα ὑποδήματα; φλυαρεῖς ἔχων. 


genüber. Diese Frage hat wieder 
manchen schönen ironischen Zug: 
statt des χρείττων setzt Sokrates 
zweimal das nach Kallikles’ Angabe 
diesem entsprechende βελτίων (ὅτι 
βελτίων ἐστίν, und πάντων ἐλά- 
χιστον τῷ βελτίστῳ), zumal mit 
dem Gegensatze πάντων ἐλάχιστον 
τῷ βελτίστῳ scherzend: „er, der 
beste von allen, bekommt von allen 
am wenigsten“; denn πάντων ge- 
hört wohl zu beiden Superlativen; 
sodann spielt er mit den Ausdrücken 
ἄρχειν und πλεονεχτεῖν, die Kal- 
likles als sich deckend ansieht, 
gerade als eine Folge des ἄρχειν 
(τῷ ἄρχειν vermöge seiner Herr- 
schaft) das un nAsovsxreiv hin- 
stellend. Kallikles versteht wieder 
nicht, worauf Sokrates hinaus will, 
sucht daher seine Reden alsschlechte 
Witze abzuwehren und nimmt nun, 
als er auf seine letzte Definition 
deutlich hingewiesen wird, in lo- 
gisch sehr schwacher Weise die 


σιτία und ποτά als Objekte des 
πλέον ἔχειν aus, verhält sich also 
negierend, statt seiner Definition 
einen positiven Halt zu geben. Es 
bedarf derberer Scherze, um ihm 
die Augen zu öffnen, und Sokrates 
führt nun die Meister Schneider und 
Schuster als die φρονιμώτεροι und 
βελτίονες auf ihren Gebieten ins 
Gefecht und zwar in höchst komi- 
scher Rüstung, den Schneider lälst 
er im längsten Rock (μέγιστον 
ἱμάτιον ἔχειν) und mit allerlei 
prächtigem Schmuck sich präsen- 
tieren (πλεῖστα καὶ χάλλιστα au- 
πεχόμενον περιιέναι) und den 
Schuster schickt er auf die Prome- 
nade (περιπατεῖν) und zieht ihm 
dazu die allergrölsesten Stiefel an. 
In der Antwort des Kallikles, die 
im Tone des obigen εὐρωνεύεε und 
wohl nicht mit Indignation gegeben 
wird, ist ποῖα ὑποϑήματα Ausruf, 
nicht Frage: „Was für Schuh!“ 
und φλυαχρεῖς ἔχων zu erklären als 


ee 


TOPTIAZ. 105 


Z2. AU εἰ μὴ τὰ τοιαῦτα λέγεις, ἴσως τὰ τοιάδε" 
οἷον γεωργικὸν ἄνδρα περὶ γῆν φρόνιμόν τε χαὶ καλὸν 
καὶ ἀγαϑόν, τοῦτον δὴ ἴσως δεῖ τιλεονεχτεῖν τῶν σηεερμά- 
των καὶ ὡς πλείστῳ σπέρματι χρῆσϑαι εἰς τὴν αὑτοῦ γῆν. 

KAA. Ὡς ἀεὶ ταὐτὰ λέγεις, ὦ Σώκρατες. 

ΣΩ, Οὐ μόνον γε, ὦ en ἀλλὰ καὶ περὶ τῶν 
αὐτῶν. 

KAA. Νὴ τοὺς ϑεούς, ἀτεχνῶς pe ἀεὶ σχυτέας τε 
χαὶ χναφέας καὶ μαγείρους λέγων χαὶ ἰατροὶς οὐδὲν 
χταύει, ὡς περὶ τούτων ἡμῖν ὄντα τὸν λόγον. 

ΣΩ. Οὐκοῦν σὺ ἐρεῖς περὶ τένων Ü χρείττων TE καὶ 
φρονιμώτερος τιλέον ἔχων δικαίως πλεονεχτεῖ; ἢ οὔτε 
ἐμοῦ ὑποβάλλοντος ἀνέξει οὔτ᾽ αὐτὸς ἐρεῖς; 

KAA. AN ἔγωγε καὶ πάλαι λέγω. πρῶτον μὲν τοὺς 
κρείττους οἵ εἰσιν οὐ σκυτοτόμους λέγω οὐδὲ μαγείρους, 
ἀλλ᾽ οἱ ἂν εἰς τὰ τῆς σόλεως πράγματα φρόνιμοι wow, 
ὅντινα ἂν τρότεον εὖ οἰχοῖτο, καὶ μὴ μόνον φρόνιμοι, 
ἀλλὰ χαὶ ἀνδρεῖοι, ἱχανοὶ ὄντες ἃ ἂν νοήσωσιν ἐττιιτελεῖν, 
χαὶ μὴ ἀποκάμνωσε διὰ μαλαχίαν τῆς ψυχῆς. 

46. 22. Ὁρᾷς, ὦ Pekaubte Καλλίκλεις, ὡς οὐ ταὺ- 
τὰ σύ τ᾽ ἐμοῦ κατηγορεῖς χαὶ ἐγὼ σοῦ; σὺ μὲν γὰρ ἐμὲ 
φὴς ἀεὶ ταὐτὰ λέγειν, καὶ μέμφει μοι ἐγὼ δὲ 000 τοῦὐ- 
γαντίον, ὅτι οὐδέτιοτε ταὐτὰ λέγεις περὶ τῶν αὐτῶν, ἀλλὰ 
τοτὲ μὲν τοὺς βελτίους τε χαὶ χρείττους τοὺς ἰσχυροτέ- 
ρους ὡρίζου, αὖϑις δὲ τοὺς φρονιμωτέρους, νῦν δ᾽ αὖ 


φλυάρως & ἔχεις, ἔχων also intransi- 
tiv zu fassen wie in εὖ ἔχειν u. 5. W 
Aber auch das dritte Beispiel vom 
Bauer klärt den offenbar etwas ver- 
wirrten Kallikles noch nicht auf, 
und es bedarf der direkten Frage 
περὶ τίνων ὃ κρείττων δικαίως 
πλεονεχτεῖ, um eine Antwort, wie 
sie Sokrates haben will, hervorzu- 
locken. Unsicherheit verrät aber 
auch dann noch die Antwort; denn 
er läfst es sich an dem Objekte 
ἃ φρόνιμος (εἰς τὰ τῆς πόλεως 
μι καὶ ah nicht genügen, sondern 


sucht neben dem φρόνιμον ängst- 
lich bereits eine zweite Stütze des 
κρείττων, und glaubt sie in dem 
ἀνδρεῖον gefunden zu haben. 
Kap. 46. Spöttisch mit dem 
auf das oft genannte Kran an- 
spielende βέλτιστε ihn anredend 
legt Sokrates dem Kallikles ein- 
mal die Unbill nahe, mit welcher 
er ihn tadele, als ob er immer das- 
selbe behaupte, hält ihm sodann 
klar vor, wie er selbst nie bei sei- 
nen Worten stehen bleibe, sondern 
vorher vom ἐσχυρότερος zum φρο- 


106 HAATQNOE 


ἕτερόν τι ἵχεις ἔχων" ἀνδρειότεροί τινὲς ὑπὸ σοῦ λέγον- 
ται οἱ χρείττους καὶ οἱ βελτίους. ἀλλ᾽, ὦ ᾽γαϑέ, εἰπὼν 
ἀπαλλάγηϑι, τίνας ποτὲ λέγεις τοὺς βελτίους τε χαὶ κρεέτ- 
τους χαὶ εἰς d τι. 

KAA. AM εἴρηχά γε ἔγωγε τοὺς φρονίμους εἰς τὰ 
τῆς πόλεως πράγματα χαὶ ἀνδρείους. τούτους γὰρ προσ- 
ἤχει τῶν πόλεων ἄρχειν, καὶ τὸ δίκαιον τοῦτ᾽ ἐστί, πιλέον 
ἔχειν τούτους τῶν ἄλλων, τοὺς ἄρχοντας τῶν ἀρχομένων. 


ΣΩ, Τί δὲ αὐτῶν, ὦ ἑταῖρε; ἢ τί ἄρχοντας ἢ ἀρχο- 


μένους; 
KAA. Πῶς λέγεις; 


ΣΩ, “Eva ἕχαστον λέγω αὐτὸν ἑαυτοῦ ἄρχοντα" ἢ 
-»" \ N -» DEN ς ψν»ν - ᾧ "ὧν 
τοῦτο μὲν οὐδὲν δεῖ, αὐτὸν ἑαυτοῦ ἄρχειν, τῶν δὲ ἄλλων; 
KAA. Πῶς ἑαυτοῦ ἄρχοντα λέγεις; 


ΣΟ, 


Οὐδὲν ποικίλον, ἀλλ᾽ ὥσττερ oi πολλοί, σώ- 


φρονα ὄντα χαὶ ἐγχρατῆ αὐτὸν. ἑαυτοῦ, τῶν ἡδονῶν χαὶ 
ἐπιϑυμιῶν ἄρχοντα τῶν ἐν ἑαυτῷ. 


νιμώτερος und jetzt vom φρονι- 
μώτερος zum ἀνδρειότερος über- 
springe und fordert ihn schlielslich 
auf, sich zu lösen ( ἀπαλλαγ ϑι), 
zu befreien aus der bisherigen Ver- 
worrenheit. Kallikles thut das, in- 
dem er nun endgiltig das vorher 
nur wie beiläufig angeführte av- 
δρεῖος dem φρόνιμος zugesellt, 
im übrigen aber seine früheren 
Worte wiederholt. Die nun fol- 
gende Frage des Sokrates τί δὲ αὐ- 
τῶν x. r.&.; von der Stallbaum 
sagt: loeus” perquam impeditus 
ac diffieilis, scheint mir weniger 
Schwierigkeiten zu bieten, als jede 
andere Lesart. Das erste τί (ri δὲ 
αὐτῶν) bezieht sich auf das πλέον 
in des Kallikles Worten nitovE ἔχειν 
τούτους τῶν ἄλλων, das αὐτῶν 
aber nimmt das τῶν ἄλλων wie- 
der auf, sodafs die Frage, vollstän- 
dig heilst: τί de πλέον ἔχειν τού- 
τους δίχαιὸν ἐστιν αὐτῶν ἱ. 6. 
τῶν ἄλλων; In der zweiten Frage 
aber steht das τί (ἡ τί ἄρχοντας 


ἢ ἀρχομένους) für τίνα ἀρχήν, 
ἂν zweite 7 aber korrespondiert 
nicht mit dem ersten, sondern ἢ 
ἀρχομένους wiederholt das τῶν 
ἀρχομένων des Kallikles, sodafls 
also die beider Fragen dahin ‚Klar- 
zustellen sind: τί πλέον ἔχειν 
τούτους δίχαιόν ἔστι τῶν ἄλλων 
ἢ τίνα ἀρχὴν ἄρχοντας πλέον 
ἔχειν τῶν ἀρχομένων; Auf wel- 
ches Objekt zu ἄρχει» Sokrates 
hinzielt, sagt er alsbald deutlich: 
τῶν ἡδονῶν. καὶ ἐπιϑυμιῶν ἄρ- 
yovr« τῶν ἐν ξαυτῷ. Dem Kal- 
likles ist nun nach seiner neuen 
Definition, mit welcher er endlich 
das Rechte getroffen zu haben meint, 
der Kamm wieder geschwollen; er 
fällt in seinen früheren Ton zurück 
und sagt auf des Sokrates Hinweis 
auf die Selbstbeherrschung iro- 
nisch: „was du lieb und gut bist‘! 
Die Thoren nennst du die σώφρο- 
ves!“ Als dann Sokrates diese 
en zurückweist, sucht Kal- 
likles seine Behauptung, dals nur 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 107 


KAA. Ὥς ἡδὺς el’ τοὺς ἠλιϑίους λέγεις τοὺς σώ- 
φρονας. ἶ 

ΣΩ. Πῶς γάρ; οὐδεὶς ὅστις οὐκ ἂν γνοίη, ὅτι οὐ 
τοῦτο λέγω. 

KAA. Πάνυ γε σφόδρα, ὦ Σώκρατες. ἐπεὶ πῶς ἂν 
εὐδαίμων γένοιτο ἄνϑρωπος δουλεύων ὁτῳοῦν; ἀλλὰ 
τοῦτ᾽ ἐστὶ τὸ χατὰ φύσιν χαλὸν nal δίχαιον, ὃ ἐγώ σὸι 
γῦν παρρησιαζέμενος λέγω, ὅτι δεῖ τὸν ὀρϑῶς βιωσό- 
μενον τὰς μὲν ἐπιϑυμίας τὰς ἑαυτοῦ ἐᾶν ὡς μεγίστας 
εἶναι χαὶ μὴ χολάζειν, ταύταις δὲ ὡς μεγίσταις οὔσαις 
ἱχανὸν εἶναι ὑπηρετεῖν δι᾿ ἀνδρείαν χαὶ φρόνησιν, χαὶ 
ἀποπιμτπλάναι ὧν ἂν ἀεὶ ἡ ἐπιϑυμία γίγνηται. ἀλλὰ 
τοῦτ᾽, οἶμαι, τοῖς πολλοῖς οὐ δυνατόν" ὅϑεν ψέγουσι 
τοὺς τοιούτους δι᾿ αἰσχύνην, ἀποχρυπτόμενοι τὴν αὑτῶν 
ἀδυναμίαν, χαὶ αἰσχρὸν δή φασιν εἶναι τὴν ἀκολασίαν, 
ὅπερ ἐν τοῖς πρόσϑεν ἐγὼ ἔλεγον, δουλούμενοι τοὺς βελ- 
τίους τὴν φύσιν ἀνθρώπους, χαὶ αὐτοὶ οὐ δυνάμενοι 
ἐχπορίζεσϑαι ταῖς ἡδοναῖς πλήρωσιν ἐπαινοῦσι τὴν σω- 
φροσύνην χαὶ τὴν διχαιοσύνην διὰ τὴν αὑτῶν ἀνανδρίαν. 
ἐπεί γε οἷς ἐξ ἀρχῆς ὑπῆρξεν ἢ βασιλέων υἱέσιν εἶναι 
ἢ αὐτοὺς τῇ φύσει ἱχανοὺς ἐχπορίσασϑαι ἀρχήν τινα ἢ 
τυραννίδα ἢ δυναστείαν, τί τῇ ἀληϑείᾳ αἴσχιον καὶ χα- 
χίον εἴη σωφροσύνης τούτοις τοῖς ἀνθρώποις" οἷς ἐξὸν 
ἀπολαύειν τῶν ἀγαθῶν χαὶ μηδενὸς ἐμττοδὼν ὄντος, αὖ- 
τοὶ ἑαυτοῖς δεσττότην ἐπαγαγοιντο τὸν τῶν πολλῶν ἀἂν- 
ϑρώπων νόμον τε χαὶ λόγον χαὶ ψόγον; ἢ πῶς οὐχ ἂν 
ἄϑλιοι γεγονότες εἴησαν ὑπὸ τοῦ χαλοῦ τοῦ τῆς δικαιο- 
σύνης χαὶ τῆς σωφροσύνης, μηδὲν πλέον νέμοντες τοῖς 
φίλοις τοῖς αὑτῶν ἢ τοῖς ἐχϑροῖς, χαὶ ταῦτα ἄρχοντες 


die ἠλίϑιοι die σώφρονες seien, 
in längerer Darlegung zu beweisen, 
schroff das ἐγχρατῆ εἶναι ἑαυτοῦ 
des Sokrates als ein δουλεύειν ab- 
wehrend (nel πῶς av — dov- 
λεύων ὁτῳοῦν) und in noch schrof- 
ferer Art die ἀχολασία der σωφρο- 
ovvn, welche die Selbstbeherrschung 


predigt, und der δικαιοσύνη, wel- 
che auf andere Leute Rücksicht zu 
nehmen gebietet, entgegenstellend, 
in der That die Aufgabe eines παρ- 
ρησιαζόμενος, wie er selbst sich 
nennt, oder eines ἀχόλαστος τὴν 
wvyrv, wie manche andere ihn 
wohl nennen würden. 


108 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἐν τῇ ἑαυτῶν τιόλει; ἀλλὰ τῇ ἀληϑείᾳ, ὦ Σώκρατες, ἣν 
φὴς σὺ διώχειν, ὧδ᾽ ἔχει" τρυφὴ καὶ ἀκολασία καὶ ἐλευ-- 
ϑερία, ἐὰν ἐτειχουρίαν ἔχῃ, τοῦτ᾽ ἐστὶν ἀρετή τὲ χαὶ εὐ- 
δαιμονία" τὰ δὲ ἄλλα ταῦτ᾽ ἐστὶ τὰ καλλωπείσματα, τὰ 
παρὰ φύσιν συνϑήματα ἀνθρώπων, φλυαρία χαὶ οὐδε- 
γὸς ἄξια. 

4). ΣΩ, Οὐχ ἀγεννῶς γε, ὦ Καλλίκλεις, ἐπεξέρχει 
τῷ λόγῳ τταρρησιαζόμενος᾽" σαφῶς γὰρ σὺ νῦν λέγεις, ἃ 
οἱ ἄλλοι διανοοῦνται μέν, λέγειν δὲ οὐκ ἐϑέλουσι. δέο- 
μαι οὖν ἐγώ σου μηδενὶ τρόπῳ ἀνεῖναι, ἵνα τῷ ὄντι 
χατάδηλον γένηται πῶς βιωτέον. “al μοι λέγε" τὰς μὲν 
ἐπιϑυμίας φὴς οὐ χολαστέον, εἰ μέλλει τις οἷον δεῖ εἶναι, 
ἐῶντα δὲ αὐτὰς ὡς μεγίστας πλήρωσιν αὐταῖς ἁμόϑεν 
γέ ποϑὲεν ἑτοιμάζειν, χαὶ τοῦτο εἶναι τὴν ἀρετήν; 

KA4A. Φημὶ ταῦτα ἐγώ. 


ΣΩ. Οὐκ ἄρα ὀρϑῶς λέγονται οἱ μηδενὸς δεόμενοι 


εὐδαίμονες εἶναι. 


KA44A. Οἱ λέϑοι γὰρ ἂν οὕτω γε χαὶ οἱ νεχροὶ εὐ- 


δαιμονέστατοι εἶεν. 


ΣΩ. Alla μὲν δὴ καὶ ὥς γε σὺ λέγεις δεινὸς ὁ 


ς 


βίος. οὐ γάρ τοι ϑαυμαάζοιμ᾽ ἄν, εἰ Εὐριπίδης ἀληϑῆ ἐν 


τοῖσδε λέγει, λέγων 


Kap. 47. Es ist ganz die Art 
des heiteren Weisen, dafs er nicht 
sofort zur Widerlegung einer schrof- 
fen Behauptung schreitet, sondern 
den Gegner zunächst bei derselben 
festhält, ihn in seiner Thorheit, so 
zu sagen, zunächst öffentlich zeigt 
und ihn dann erst, wenn er ihn 
genau beschrieben hat, von der 
Bühne verschwinden lälst. So wird 
zunächst auch Kallikles in seinem 
neuen Kleide gewissermalsen erst 
ausgestellt, und es ist spalshaft, dals 
er selbst gar nicht begreift, wie 
sehr Sokrates ihn und seine Ge- 
nossen zu Narren hat. Er ver- 
gleicht ihn mit einem mutvoll an- 
greifenden Krieger: οὐχ ἀγεννῶς 
ἐπεξέρχει, giebt dann aber dem 


Lobe sofort einen hälslichen Bei- 
geschmack in dem zweifelhaften 
παρρησιαζόμενος, das sich auf 
Freimut und auf Frechheit deuten 
läfst. Er stellt ihn dann dem Po- 
los und Gorgias und seinen übri- 
gen Genossen, τοῖς ἄλλοις, gegen- 
über, die sich wenigstens scheuen, 
die Gedanken zu bekennen, die 
Kallikles klar ausspricht, Er bittet 
ihn nicht nachzulassen in seiner 
παρρησία und läfst ihn nun seine 
Behauptung, deren er mit dem oiov 
δεῖ spottet und welcher er mit dem 
ἀμόϑεν γέ ποϑεν die grölste Aus- 
dehnung verleiht, mehrmals be- 
kräftigen. Er stellt sich dann, als 
ob er die Erde für ein Jammerthal 
halte — δεινὸς ὃ βίος und 


TOPTIAZ. 109 


, 2 5 “ > - 
τίς δ᾽ οἶδεν, ei τὸ ζῆν μέν ἐστι χατϑαγεῖν, 
x Po \ - 
τὸ κατϑανεῖν δὲ ζῆν;. 

Te - - 3. 2 | ΄ ar \ 
καὶ ἡμεῖς τῷ ὄντι ἴσως τέϑναμεν" ἡ δή του ἔγωγε nal 
ἤκουσα τῶν σοφῶν, ὡς νῦν ἡμεῖς τέϑναμεν, καὶ τὸ μὲν 
σῶμά ἐστιν ἡμῖν σῆμα, τῆς δὲ ψυχῆς τοῦτο, &v ᾧ ἐπιϑυ- 
μίαι εἰσί, τυγχάνει ὃν οἷον ἀναπείϑεσϑαι χαὶ μεταπίπτειν 
ἄνω χάτω. Hal τοῦτο ἄρα τις μυϑολογῶν κομψὸς ἀνήρ, 
ἴσως Σιχελός τις ἢ Ἰταλιχός, παράγων τῷ ὀνόματι διὰ 
τὸ πιϑανόν τε χαὶ πειστιχὸν ὠνόμασε πίϑον, τοὺς δὲ 

[4 & = - 2 “ - - - 
ἀνοήτοὺς Auvitovg’ τῶν δ᾽ ἀμυήτων τοῦτο τῆς ψυχῆς, 
οὗ αἱ ἐπιϑυμίαι εἰσί, τὸ ἀκόλαστον αὐτοῦ καὶ οὐ στεγα- 
γόν, ὡς BEROHBSNOE ein πέϑος, διὰ τὴν ἀπληστίαν ἀπει- 
κάσας. τοὐναντίον δὴ οὗτος σοί, ὦ Καλλίχλεις, ἐνδείκνυ- 
ται ὡς τῶν ἐν Ἅιδου — τὸ ἀειδὲς δὴ λέγων — οὗτοι 
ἀϑλιώτατοι ἂν εἶεν οἱ ἀμύητοι, καὶ φοροῖεν εἰς τὸν τε- 
τρημένον πίϑον ὕδωρ ἑτέρῳ τοιούτῳ τετρημένῳ χκοσχίνῳ. 
τὸ δὲ χόσχινον ἄρα λέγει, ὡς ἔφη ὃ πρὸς ἐμὲ λέγων, 
τὴν ψυχὴν εἶναι" τὴν δὲ ψυχὴν χοσκίνῳ ἀπείκασε τὴν 
τῶν ἀνοήτων ὡς τετρημένην, ἅτε οὐ δυναμένην στέγειν. 
δι᾽ ἀπιστίαν τε χαὶ λήϑην. ταῦτ᾽ ἐπιειχῶς μέν ἔστιν 
ς % BJ4 - \ a 2 \ , ,ὔ 3 
Vo τι ἄτοπα, δηλοῖ μὴν ὁ ἐγὼ βούλομαί σοι ἐνδειξά- 


führt in komischem Ernst als Be- geläufigere, ἀμύητοι τς „die von 


legstelle ein Wort des Weltschmerz- 
lers Euripides an, das so ganz und 
gar der genufssüchtigen Ansicht'sei- 
nes Verehrers widerspricht. Dann 
schiebt er den trübseligen Euripi- 
des schnell beiseite und läfst an 
seiner Stelle einen μυϑολογῶν, 
einen Fabulanten, einen zowpog 
ἀνήρ, einen schmucken Gesellen, 
treten — stammt vielleicht aus der 
Heimat deiner Freunde, setzt er 
sp ottend hinzu (ἴσως Σικελός τις 
ἢ Fahne) -- der mit lustigen 

ortspielen (παράγων τῷ ὀνοό- 
ματι) auftritt un πίϑος von πεί- 
ϑειν ableitet und die ἀνόητοι ἀμύ- 

0: nennt, hinter der sinnlichen 

edeutung "des letzteren Wortes 
„nicht verschliefsbar“ die andere 


den Mysterien Ausgeschlossenen“, 
hervorblicken lassend. Mit grolser 
Kunst wirft er in diesen Scherz 
hinein die Erinnerung an das Jen- 
seits ὡς των ἐν Αιδου, unterbricht 
sich dann aber und neckt mit dem 
Zwischensatz τὸ ἀειδὲς δὴ λέγων 
d.i. „einen Hades giebts natürlich 
nicht, sondern der Name ist nur 
von dem ἀειδές gebildet“ die si- 
keliotischen Freigeister und ihren 
athenischen Gastfreund. Als er 
dann das vergebliche Treiben der 
Seele geschildert, die mit einem 
Siebe das durchlöcherte Fafs der 
Begierde zu füllen sucht, fällt er 
sofort wieder in den scherzenden 
Ton und thut, als ob er im Ernste 
den Gegner bekehren wolle. Da- 


110 HIAATQNOE 


μένος, ἐάν πως οἷός τὲ ὦ, πεῖσαι μεταϑέσϑαι, ἀντὶ τοῦ 
ἀπλήστως χαὶ ἀχολάστως ἔχοντος βίου τὸν κοσμίως καὶ 
τοῖς ἀεὶ παροῦσιν ἱκανῶς καὶ ἐξαρκούντως ἔχοντα βίον 
ἑλέσϑαι. ἀλλὰ πότερον “ιείϑω τί σε χαὶ μετατέϑεσαι 
εὐδαιμονεστέρους εἶναι τοὺς κοσμίους τῶν ἀχολάστων, ἢ 
οὐδ᾽ ἂν ἄλλα “πτολλὰ τοιαῦτα μυϑολογῶ, οὐδέν τι μᾶλλον 
μεταϑήσει; 

KAA. Τοῦτ᾽ ἀληϑέστερον εἴρηχας, ὦ Σώχρατες. 

48. 202. Φέρε δή, ἄλλην σοι εἰκόνα λέγω ἐκ τοῦ 
αὐτοῦ γυμνασίου τῇ νῦν. σκότει γὰρ εἰ τοιόνδε λέγεις 
χερὶ τοῦ βίου ἑκατέρου, τοῦ τε σώφρογος καὶ τοῦ ἀκολά- 
στου, οἷον εἰ δυοῖν ἀνδροῖν ἑχατέρῳ πέϑοι πολλοὶ εἶεν, 
χαὶ τῷ μὲν ἑτέρῳ ὑγιεῖς χαὶ πλήρεις, ὃ μὲν οἴνου, ὃ δὲ 
μέλιτος, ὃ δὲ γάλαχτος, καὶ ἄλλοι ττολλοὶ πτολλῶν, νάματα 
δὲ σττάνια χαὶ χαλεπὰ ἑκάστου τούτων εἴη καὶ μετὰ τιολ- 
λῶν τόνων καὶ χαλε:τῶν ἐχποριζόμενα" ὃ μὲν οὖν ἕτερος 
πτληρωσάμενος μήτ᾽ ἐποχετεύοι μήτε τε φροντίζοι, ἀλλ᾽ 
Evexa τούτων ἡσυχίαν ἔχοι" τῷ δ᾽ ἑτέρῳ τὰ μὲν νάματα, 
ὥσπερ χαὶ ἐκείνῳ, δυνατὰ μὲν πορίζεσϑαι, χαλεττὰ δέ, 
τὰ δ᾽ ἀγγεῖα τετρημένα καὶ σαϑρά, ἀναγχάζοιτο δ᾽ ἀεὶ 


bei spiegelt er das, was Kallikles 
das Glück nennt, trefflich i in seinem 
Gegensatze: ἀντὲ τοῦ «ἀπλήστως 
zul ἀκολάστως -- βίον ξλέσϑαι. In 
diesen Worten möchte ich den Dativ 
τοῖς ἀεὶ παροῦσιν nicht als Neu- 
irum auffassen, sondern οἱ ἀεὶ πα- 
θόντες als Gegensatz zu οἱ νῦν 'πα- 

ὄντες fassen d.i. „deiner jetzigen 
ne genügt deine Lebensan- 
schauung: was aber wird sie im 
Jenseits gelten ?* 

Kap. 48. Sokrates lälst den 
Kallikles noch einmal durch ein 
helles Glas auf ein dunkles Bild 
schauen. Er vergleicht (in einem 
Bilde aus derselben Schule &x τοῦ 
αὐτοῦ γυμνασίου τῇ νῦν) den 
sittlich lebenden Menschen und den, 
welchen wie Kallikles die Sittlich- 
keit nicht kümmert, mit zwei Män- 
nern, deren einer Wein und Honig 


in dichte Fässer gefüllt hat und 
nun unbekümmert lebt, deren an- 
derer aber dieselben Schätze in 
durchlöcherte Fässer gielst und nun 
rastlos weiter nachfüllen muls, 
wenn seine Schätze nicht verloren 
gehen und er sich der grölsten Be- 
trübnis aussetzen soll. In den Wor- 
ten νάματα δὲ σπάνια xal χαλε- 
πά ist zu χαλεπά aus dem Folgen- 
den ἐχπορίζεσθαι zu ergänzen; 
des Sokrates Ausdrucksweise giebt 
das Objekt zu χαλεπά in anderer 
Form, als hätte er seine Rede mit 
dem ἑχάστου τούτων εἴη unter- 
brochen: χαὲ μετὰ πολλῶν πο- 


Φων καὶ χαλεπῶν ἐχποριζόμενα. 


Evexu τούτων ἡσυχίαν ἔχει sagt 
der Grieche wie wir: „derentwegen 
hat er Ruhe.“ 

Mit spöttischem Ernste fragt So- 
krates am Schluls seines zweiten 


TOPTIAE. 111 


’ , ’ ᾿ ΄ > ’, 
χαὶ νύχτα χαὶ ἡμέραν πιμτλάγαι αὐτά, ἢ τὰς ἐσχάτας. 
λυποῖτο λύττας᾽ apa τοιούτου ἑκατέρου ὄντος τοῦ βίου, 
λέγεις τὸν τοῦ ἀκολάστου εὐδαιμονέστερον εἶναι ἢ τὸν 
τοῦ κοσμίου; πείϑω τί σε ταῦτα λέγων συγχωρῆσαι τὸν 

’ m , 5 2 N 
χόσμιον βίον τοῦ ἀχολάστου ἀμεένω εἶναι, ἢ οὐ τιείϑω; 
7 2 ei ’ a 

KAA. Οὐ πείϑεις, ὦ Σώχρατες. τῷ μὲν γὰρ πληρω- 

, , [4 14 , ΄ --} 
σαμένῳ ἐχείνῳ οὐχέτ᾽ ἔστιν ἡδονὴ οὐδεμία, ἀλλὰ τοῦτ 
5 a - \ LEHE \ co , od 2 N 
ἔστιν, ὃ νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, To ὥσπερ λέϑον ζῆν, ἐπειδὰν 
πληρώσῃ, μήτε χαίροντα ἔτε μήτε λυπούμενον. ἀλλ᾽ ἐν 
τούτῳ ἐστὶ τὸ ἡδέως ζῆν, ἐν τῷ ὡς πλεῖστον ἐπιρρεῖν. 

2 - 3 , ΡΣ Ἄ ᾿ AN x 

ΣΩ, Ovxoiv avayın γ᾽, ἂν πολὺ ἐπιρρέῃ, ττολὺ καὶ 
τὸ ἀπιὸν εἶναι, χαὶ μεγάλ᾽ ἄττα τὰ τρήματα εἶναι ταῖς 
ἐχροαῖς; | 

KAA. Πάνυ μὲν ow. 

ΣΩ. Χαραδριοῦ τινὰ av σὺ βίον λέγεις, ἀλλ᾽ οὐ νε- 

- > ON , , , \ "» ’ 
χροῦ οὐδὲ λίϑου. χαί μοι λέγε" τὸ τοιόνδε λέγεις οἷον 
πεινῆν χαὶ πεινῶντα ἐσϑίειν; 

KAA. Ἔγωγε. 

ΣΩ. Καὶ διψῆν γε καὶ διψῶντα πίνειν; 

KAA. Atyw, χαὶ τὰς ἄλλας ἐπιϑυμίας ἁπάσας 
ἔχοντα χαὶ δυνάμεγον τιληροῦν χαίροντα εὐδαιμόνως ζῆν. 

49. ΣΩ, Εὖγε, w βέλτιστε" διατέλει γὰρ ὥσπερ 
2 4 Ὡ \ > - - , ς » 2 
ἤρξω, καὶ ὅττως μὴ ἀπαισχυνεῖ. δεῖ δέ, ὡς ἔοιχε, und 

2 - - [4 
ἐμὲ ἀπαισχυνϑῆναι. χαὶ πρῶτον μὲν εἰπέ, εἰ χαὶ ψω- 


μῦϑος noch einmal πείϑω ἢ οὐ 
πείϑω; noch einmal des Kallikles 
Grundsatz in seiner ganzen sinn- 
losen Schroffheit in die knappsten 
Worte fassend: τὸν χόσμιον βίον 
τοῦ ἀκολάστου ἀμείνω εἶναι. Die 
μῦϑοι imponieren aber dem Lebe- 
mann nicht; er glaubt vielmehr, 
der Gegner sei am Ende und die 
παρρησία habe ihn geschlagen. 
Daher antwortet er siegesgewils 
und wird nun durch einen schnö- 
den Witz des Sokrates lächerlich 
gemacht. Ἔν τῷ ὡς πλεῖστον 
ἐπιρρεῖν bestehe, sagt er, dasglück- 
liche Leben und bleibt mit dem 


Ausdruck ἐπερρεῖν in dem Bilde 
des eben gehörten Mythos. Da 
fragt Sokrates, ob nicht dem ἐπ ερ- 
velv ein ἐκ ρεῖν entsprechen müsse, 
dem Zugang ein Abgang, und ver- 
gleicht dann das ganze gepriesene 


ἢ ϑέως ζῆν des Kallikles mit dem 


βίος eines gefräfsigen Vogels, der 
sich einer schnellen Verdauung er- 
freut: χαραδριός, ὄρνις τις, ὃς 
ἅμα τῷ ἐσϑίειν ἐκκρίνει, wie der 
Scholiast sagt. Nachdem so die 
Siegesfreude etwas getrübt ist, be- 
ginnt wieder die dialektische Un- 
tersuchung. 

Kap, 49. Sokrates wechselt wei- 


112 


ρῶντα χαὶ χνησιῶντα, 


ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἀφϑόνως ἔχοντα τοῦ χνῆσϑαι, 


χγιύμενον διατελοῦντα τὸν βίον εὐδαιμόνως ἔστι ζῆν. 
KAA. Ὡς ἄτοπος εἶ, ὦ Σώχρατες, χαὶ ἀτεχνῶς δη- 


μηγόρος. 


ΣΩ, Τοιγάρτοι, ὦ Καλλίχλεις, Πῶλον μὲν χαὶ Too- 
γίαν χαὶ ἐξέπληξα χαὶ αἰσχύνεσϑαι ἐποίησα, σὺ δὲ οὐ 
\ 3 - 59 φ"ν \ > - 3 - x 5 P} ) 
μὴ ἐχπτλαγῇς οὐδὲ μὴ αἰσχυνϑῆς ἀνδρεῖος γὰρ εἶ. ἀλλ 


ἀἁποχρίνου μόνον. 


βιῶναι. 


KAA. Φημὶ τοίνυν χαὶ τὸν χνώμενον ἡδέως ἂν 


ΣΩ. Οὐχοῦν εἴπερ ἡδέως, καὶ εὐδαιμόνως; 


KAA. Havv γε. 


ΣΩ, Πότερον εἰ τὴν κεφαλὴν μόνον χνησιῷ, 


terhin zwischen Spott und Ernst. 
Er will dem Kallikles beweisen, 
dals das ἡδέως ζῆν und das εὑ- 
δαιμόνως ζῆν, das ἡδύ und das 
ἀγαϑόν nicht dasselbe seien. Er 
legt zunächst am Schlusse des vo- 
rigen Kapitels dem Kallikles zwei 
Begriffe vor, das πεινῶντα ἐσϑίειν 
und das διψῶντα πίνειν und, als 
dieser, stolz auf die Konsequenz, 
welche er zeigt, in der Befriedi- 
gung jeglicher Begierde eine εὺ- 
δαιμονία zu erkennen vorgiebt, 
schlägt er ihn mit dem derben Bei- 
spiel von dem Krätzigen, der die 
Begierde sich zu jucken befriedigt. 
Das Beispiel leitet er mit einem 
Spott ein: er weist den Kallikles 
zurück auf das, was er sich vor- 
genommen, das un αἰσχυνϑῆναι 
und fügthöhnischhinzu: „esscheint, 
einem Menschen gegenüber, wie 
du bist, der in so schroffer Weise 
das Recht der Sittlichkeit leugnet, 
darf auch ich nicht empfindlich 
sein, sondern muls ihm recht derbe 
Beispiele vorführen“. Dann führt 
er in schlagender Kürze das Bei- 
spiel des Krätzigen vor mit den 
den Kallikles und seine Theorie 
laut verhöhnenden Zusätzen ἀφ- 
ϑόνως ἔχοντα τοῦ χνῆσϑαι und 


N y 
ἢ ἔτι 


χνώμενον διατελοῦντα τὸν βίον, 
in denen zugleich die Komik des 
Beispiels sich ausprägt. Das Bei- 
spiel frappiert auch den Kallikles 
in der That, und er wirft deshalb 
dem Sokrates die Derbheit dessel- 
ben vor, die an die derben Reden 
eines δημηγόρος erinnere. Aber 
Sokrates ruft ihm nun ins Gedächt- 
nis, spottend, alles, was er von der 
Konsequenz in den einmal aufge- 
stellten Behauptungen ‚gesagt, hat, 
neckt ihn mit dem σὺ δὲ οὐ μὴ 
ἐχπλαγῇς οὐδὲ αἰσχυνϑῇς und mit 
dem recht bösen ἀνδρεῖος γὰρ εἶ, 
die Haupttugend, welche Kallikles 
neben dem φρονεῖν seinem χρείτ- 
τῶν wahrte, als ein Verleugnen 
der αἰσχύνη hinstellend. Wie ko- 
misch klingt darauf das erpreiste 
Zugeständnis: χαὶ τὸν χνώμενον 
ἡδέως ἂν βιῶναι, wie charakteris- 
tisch ist das χαὲ und mehr noch 
das unwillkürliche ἄν, welches der 
Behauptung die urbanere Form giebt 
(Infin. mit ἂν = Optat. mit ἀν). 
Nach diesem Zugeständnis ist dann 
die Idendität des ἡδέως I» und 
des εὐδαιμόνως ζῇν leicht zuge- 
geben. Die ‚folgenden ‚Worte des 
Sokrates (πότερον εἰ τὴν χεφαλὴν 
x.r.&.) steigern die komische Wir- 


TOPTIAE. 113 


— τί σε ἐρωτῶ; ὅρα, ὦ Καλλίχλεις, τί ἀποχρινεῖ, ἐάν 
τίς σε τὰ ἐχόμενα τούτοις ἐφεξῆς ἅπαντα ἐρωτᾷ" καὶ 
τούτων τοιούτων ὄντων χεφάλαιον, ὃ τῶν κιναίδων βίος, 
οὗτος οὐ δεινὸς καὶ αἰσχρὸς καὶ ἄϑλιος; ἢ τούτους τολ- 
μήσεις λέγειν εὐδαίμονας εἶναι, ἐὰν ἀφϑόνως ἔχωσιν ὧν 
δέονται; 


νὶ 


KAA. Οὐκ αἰσχύνει εἰς τοιαῦτα ἄγων, w Σώκρατες, 
τοὺς λόγους; 

=2. H γὰρ ἐγὼ ἄγω ἐνταῦϑα, ὦ Δεν γὅΝ ἢ ἐκεῖνος, 
ὃς ἂν φῇ ἀνέδην οὕτω τοὺς χαίροντας, ὅπως ἂν χαίρω- 
σιν, εὐδαίμονας εἶναι, καὶ μὴ διορίζηται τῶν ἡδονῶν 
Örcolaı ἀγαϑαὶ καὶ κακαί; ἀλλ᾽ ἔτι καὶ νῦν λέγε, πότε- 
ρον φὴς εἶναι τὸ αὐτὸ ἡδὺ καὶ ἀγαϑόν, ἢ εἶναί τι τῶν 
ἡδέων, ὃ οὐκ ἔστιν ἀγαϑόν; 

KAA. Ἵνα δή μοι μὴ ἀνομολογούμενος ἢ ὃ λόγος, 
ἐὰν ἕτερον φήσω εἶναι, τὸ αὐτό φημι εἶναι. 

2. mg ϑείξείς, ὦ Καλλίκλεις, τοὺς πρώτους λό- 
γους, καὶ οὐκ ἂν ἔτι μετ᾽ ἐμοῦ ἱκανῶς τὰ ὄντα ἐξετάζοις, 
εἴπττερ παρὰ τὰ δοχοῦντα σαυτῷ ἐρεῖς. 

KAA. Καὶ γὰρ σύ, ὦ Σώκρατες. 

ΣΩ. Οὐ τοίνυν ὀρϑῶς row οὔτ᾽ ἐγώ, εἴπερ co 
τοῦτο, οὔτε σύ, ἀλλ᾽, ὦ μαχάριε, ἄϑρει, μὴ οὐ τοῦτο ἢ 
τὸ ἀγαϑόν, τὸ πάντως χαίρειν" ταῦτά τε γὰρ τὰ νῦν δὴ 
αἰνιχϑέντα πολλὰ χαὶ αἰσχρὰ φαίνεται συμβαίνοντα, εἰ 
τοῦτο οὕτως ἔχει, καὶ ἄλλα ττιολλά. 


kung noch bedeutend; denn sie σχύνει; das die eigene Scham ver- 
treiben dem gut veranlagten und rät. Darauf erhält er seine ernste 
anständig erzogenen Kallikles die Zurechtweisung in dem ὃς ἂν φῇ 
Schamröte, gegen die er sich wehrt, σἂν ἐδ nv οὕτω τοὺς “χαίροντας 
mit Gewalt ins Gesicht. Sie sind εὐδαίμονας εἶναι und in dem χαὲ 
langsam gesprochen, wie die die um διορίζηται τῶν ἡδονῶν ὁποῖαι 
Konstruktion unterbrechende rhe- ἀγαϑαὶ χαὶ κακαί, sowie, als Καὶ - 
torische Frage, die hier vorzüglich likles die αἰσχύνη niederkämpft 
am Platze ist, zeigt, hinter einzel- (ἕνα δή μοι μὴ ἀνομολογούμενος 
nen Worten, wie τὰ ἐχόμενα, τού- κ.τ. δ) in dem διαφϑείρεις τοὺς 
τοις ἐφεξῆς, “ἅπαντα tritt eine πρώτους λόγους und, als er nach 
kurze rhetorische Pause ein, die Knabenart mit dem χαὶ γὰρ σύ 
durch den geeigneten Gestus aus- antwortet, in dem schönen ernsten 
gefüllt wird. Das entlockt denn Worte οὐ τοίνυν ὀρϑῶς ποιῶ 
endlich dem Kallikles ein οὐκ αἱ οὔτ᾽ ἐγώ, εἴπερ ποιῶ FORER, οὔ 
Plato, Gorgias. 8 


mn 


Ἐ----“ a a --- -- 


114 


ΠΑΑΤΩ͂ΝΟΣ 


KAA. Ὡς σύ γε οἴει, ὦ Σώχρατες. 
22. Σὺ δὲ τῷ ὄντι, ὦ Καλλίκλεις, ταῦτα ἰσχυρίζει; 


KAA. Ἔγωγε. 


50. ΣΩ. Ἐπιχειρῶμεν ἄρα τῷ λόγῳ ὡς σοῦ σπτου- 


δάζοντος; 


KAA. Πάνυ γε σφόδρα. 
22. Ἴϑι δή μοι, ἐπειδὴ οὕτω δοκεῖ, διελοῦ τάδε" 


ἐπιστήμην που χαλεῖς τι; 
KAA. Ἔγωγε. 


2 ,ὕ - , ’ 5 \ 
22. Οὺὑ καὶ ἀνδρείαν νῦν δὴ ἔλεγές τινὰ εἶναι μετὰ 


ἐπιστήμης; 
ΚΑ... Ἔλεγον γάρ. 


ΣΩ. ᾿4λλο τι οὖν ὡς ἕτερον τὴν ἀνδρείαν τῆς ἔπι- 


στήμης δύο ταῦτα ἔλεγες; 
KAA. Σφόδρα γε. 


ΣΩ. Τί δέ; ἡδονὴν καὶ ἐπιστήμην ταὐτὸν 1 ἕτερον; 


KAA. Ἕτερον δή ἥπου, 


ὦ σοφώτατε σύ. 


ΣΩ. Ἦ καὶ ἀνδρείαν ἑτέραν ἡδονῆς; 


KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 


τε σύ d.h. „dein χαὲ γὰρ σύ ist 
für dich keine Entschuldigung“. 
Kap. 50. Die nächste logische 
Auseinandersetzung will den Satz 
des Kallikles widerlegen, dafs das 
ἡδέως. ζῆν ein εὐδαιμόνως ζῆν, 
dals ἡδονή und εὐδαιμονία eins 
seien. Zu dem Zwecke beweist 
sie, dafs das ἡδύ und das ἀγαϑόν 
zwei verschiedene Begriffe seien. 
Zunächst setzt Sokrates der ἡδονή 
einige ἀγαϑά entgegen in der ἐπι- 
στήμη und der ἀνδρεία und lälst 
ihn zugestehen, dafs diese einzel- 
nen ἀγαϑά ein von der ἡδονή Ver- 
schiedenes seien, macht ὑράυνα den 
Kallikles darauf aufmerksam, dafs 
er behaupte, das ἡδύ und das ἀγα- 
$0v seien dasselbe, zugleich aber 
dieser Behauptung widerspreche, 
wenn er zugebe, dals die ἀνδρεία 
und die ἐπιστήμη, | die doch ἀγαϑά 
sind, mit der ἡδονή diflerieren. Da 


Kallikles ihn nicht versteht, greift 
er die Sache anders an, stellt dem 
εὖ πράττειν als einem ἀγαϑόν 
das χαχῶς πράττειν als ein χα- 
x0v gegenüber und legt nun an 
einem Beispiele dar, dafs εὖ πράτ- 
τειν und χαχῶς πράττειν nicht 
zugleich im Menschen vorhanden 
sein können, sondern dals das eine 
das andere ausschliefse. Daraus 
zieht er dann das Facit: wenn wir 
etwas finden, & ἅμα τι ἀπαλλάτ- 
τεται ὃ ἄνϑον πος χαὶ ἅμα ἔχει, 
so ist das offenbar kein ἀγαϑόν 
und kein x«xov. Sokrates lehrt 
also als wesentliche Eigenschaft 
des ἀγαϑόν die kennen, dals es 
sein Gegenteil, das χαχόν, absolut 
ausschliefst, 

Dieser streng logischen Darlegung 
giebt der Künstler Plato Lebens- 
frische durch psychologische Mo- 
mente, welche er einflicht. So in 


TOPTIAZ. 115 


ER. Φέρε δὴ ὅπως μεμνησόμεϑα ταῦτα, ὅτι Καλλι-- 
χλῆς ἔφη Axaovedg ἡδὺ μὲν nal ἀγαθὸν ταὐτὸν εἶναι, 
ἐπιστήμην δὲ nal ἀνδρείαν καὶ ἀλλήλων χαὶ τοῦ ἀγαϑοῦ 
ἕτερον. | 

KAA. Σωχράτης δέ γε ἡμῖν ὃ ᾿“λωπεκῆϑεν οὐχ 
ὁμολογεῖ ταῦτα. ἢ ὁμολογεῖ; 

ΣΩ. Οὐχ ὁμολογεῖ" οἶμαι δέ γε οὐδὲ Καλλικλῆς, 
ὅταν αὐτὸς αὑτὸν ϑεάσηται ὀρϑῶς. εἰπὲ γάρ μοι, τοὺς 
εὖ πράττοντας τοῖς χαχῶς πράττουσιν οὐ τοὐναντίον 
ἡγεῖ πάϑος πεττονϑέναι; 

KAA. Ἔγωγε. 

ΣΩ. Ἶ4ρ᾽ οὖν, εἴπερ ἐναντία ἐστὶ ταῦτα ἀλλήλοις, 
ἀνάγχη περὶ αὐτῶν ἔχειν ὥσπερ περὶ ὑγιείας ἔχει χαὶ 
γόσου; οὐ γὰρ ἅμα Önzov ὑγιαίνει τε χαὶ νοσεῖ ὃ ἄν- 
ϑροωτπτος, οὐδὲ ἅμα ἀπταλλάττεται ἱγιείας τε xal νόσου. 

KAA. Πῶς λέγεις; 

ER. Οἷον περὶ ὅτου βούλει τοῦ σώματος ἀπολα- 
Bu'v σχότιει. νοσεῖ που ἄνθρωπος ὑφϑαλμούς, ᾧ ὄνομα 
ὀφϑαλμία; 

ΚΑ... Πῶς γὰρ οὔ; 

ΣΩ. Οὐ δήπου καὶ ὑγιαίνει γε ἅμα τοὺς αὐτούς; 

KAA. Οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν. 

ΣΩ. Τί δέ; ὅταν τῆς ὀφϑαλμίας ἀτιαλλάττηται, ἄρα 
τότε χαὶ τῆς ὑγιείας ἀπταλλάττεται τῶν ὀφϑαλμῶν χαὶ 
τελευτῶν ἅμα ἀμφοτέρων ἀττήλλαχται; 


der kurzen Episode, die des Sokra- 
tes φέρε δὴ ὅπως μεμνησόμεϑα 
ταῦτα einleitet, zu der Stallbaum 
sagt: Jocose addit nomen pagi, 
unde Callicles oriundus erat: quod 
fieri solebat in foederibus iungen- 
dis, pactis faciendis, suffragüis fe- 
rendis, psephismatis, aliis publicis 
negotis in iudicio aut concioni- 
bus transigendis. Scherzhaft für 
den Leser ist auch der Gegensatz 
der Demen: aus Ayagval stammen 
die derben Leute, die Aristophanes 
gezeichnet hat, λωπεχαί weist 
auf schlaue Füchse. Sokrates zeigt 


mit dem Ἀχαρνεύς auf des Kalli- 
kles ἀνδρεία und ἀναισχυντία, 
wenn man das Wort als Gegensatz 
der αἰσχύνη gebrauchen darf, hin; 
Kallikles dagegen wiederholt nur 
spöttisch die von Sokrates persi- 
flierte Formel und denkt wohl kaum 
bei seinem λωπεχῆϑεν an den 
Fuchs, der ihn eben aufs Glatteis 
lockt. 

Mit dem Beispiel von der ὀφϑαλ- 
μία scheint Sokrates auf seine 
Worte οἶμαι δέ γε οὐδὲ Καλλι- 
κλῆς, ὅταν αὐτὸς αὑτὸν ϑεάσηται 
ὀρϑῶς spöttisch zurückzudeuten. 


ΘῈ 


116 IAATQNOZE 


KAA. Ἥκιστά γε. 
22. Θαυμάσιον γάρ, οἶμαι, καὶ ἄλογον γίγνεται" 
ἡ γάρ; 

KAA. Σφόδρα γε. 

Z2. AU ἐν μέρει, οἶμαι, ἑκάτερον καὶ λαμβάνει 
χαὶ ἀπολλύει; 

KAA. Φημί. 

ΣΩ. Οὐκοῦν καὶ ἰσχὺν καὶ ἀσϑένειαν σαύτως; 

KAA. Ναί. 

ΣΩ. Kai τάχος καὶ βραδυτῆτα; 

KAA. Πανυ γε. 

ΣΩ, Ἦ καὶ τἀγαϑὰ χαὶ τὴν εὐδαιμονίαν καὶ τἀναν- 
τία τούτων, καχά τε nal ἀϑλιότητα, ἐν μέρει λαμβάνει 
καὶ ἐν μέρει ἀπαλλάττεται ἑκατέρου; 

KAA. Πάντως δήπου. 

IN. Ἐὰν εὕρωμεν ἄρα ἄττα, ὧν ἅμα τε ἀπαλλάτ- 
reraı ἄνϑρωπος καὶ ἅμα ἔχει, δῖλον ὅτι ταῦτά γε οὐχ 
ἂν εἴη τό τε ἀγαϑὸν καὶ τὸ xaxov. ὁμολογοῦμεν ταῦτα; 
χαὶ εὖ μάλα σκεψάμενος ἀποχρίνου. 

KAA. ᾿41λλ᾽ ὑπερφυῶς ag ὁμολογῶ. 

51. ΣΩ. Ἴϑι δὴ ἐπὶ τὰ ἔμπροσϑεν ὡμολογημένα. 
τὸ πεινὴν ἔλεγες πότερον ἡδὺ ἢ ἀνιαρὸν εἶναι; αὐτὸ 
λέγω τὸ πεινῆν. 

KAA. ᾿Ανιαρὲν ἔγωγε" τὸ μέντοι πεινῶντα ἐσϑί- 
εἰν ἡδύ. 

ΣΩ, Καὶ ἐγώ: μανϑάνω" ἀλλ᾽ οὖν τέ γε πεινῆν 
αὐτὸ ἀνιαρόν. ἢ οὐχί; 

KAA. Φημί. 

ΣΩ, Οὐχοῦν χαὶ τὸ διψὴν; 

KAA. Σφόδρα γε. 

IQ. Πότερον οὖν ἔτι πλείω ἐρωτῶ, ἢ ὁμολογεῖς 
ürcaoav ἔνδειαν χαὶ ἐπιϑυμίαν ἀνιαρὸν εἶναι; 


Kap. 51. Das Kapitel zieht den ein ἀνιαρόν ist, das διψῶντα πί- 
Schluls aus dem, was die beiden »sır aber zugleich ein ἡδύ, ein χαί- 
vorhergehenden Kapitel gesagt und ρεὲν; wenn ferner das εὖ πράττειν 
erwiesen haben: Wenn das διψῆν und das χαχῶς πράττειν einander 


TOPTIAZ. 


117 


KAA. Ὁμολογῶ, ἀλλὰ μὴ ἐρώτα. 
ΣΩ. Εἶεν" διψῶντα δὲ δὴ πίνειν ἄλλο τι ἢ ἡδὺ Νὰ 


εἰναι; 


KAA. "Eywye. 


ΣΩ. Οὐκοῦν τούτου οὗ λέγεις τὸ μὲν διψῶντα FR 


πούμενον δήπου ἐστίν; 
KAA. Ναί. 


ΣΩ. Τὸ δὲ πένειν τελήρωσίς τε τῆς ἐνδείας καὶ ἡδονή; 


KAA. Ναί. 


IR. Οὐχοῦν κατὰ τὸ πίνειν χαίρειν λέγεις; 


KAA. Μάλιστα. 
ΣΩ. Aupwyra γε; 
KAA. Φημί. 
Z2. Avnovusvov; 
KAA. Ναί. 


32. Hiosavsı οὖν τὸ συμβαῖνον, ὅτε λυπούμενον 
χαίρειν λέγεις ἅμα, ὅταν διψῶντα πένειν λέγῃς; ἢ οὐχ 
ἅμα τοῦτο γίγνεται κατὰ τὸν αὐτὸν τόπον καὶ χρόνον εἴτε 
ψυχῆς εἴτε σα ματος βούλει; οὐδὲν γάρ, οἶμαι, διαφέρει. 


ἔστι ταῦτα ἢ οὔ; 
KAA. Ἔστιν. 

ΣΩ. ᾿Αλλὰ μὴν εὖ γε 
ἅμα ἀδύνατον ἔφης εἶναι. 
KAA. Φημὶ γάρ. 

ΣΩ. ᾿Ανιώμενον δέ γε 


ausschliefsen, bei dem Genufs des 
Trinkenden aber das διινῆν und das 
πίνειν zeitlich zusammenfallen, so 
können das ἡδύ und das χαίρειν 
einerseits und das εὖ πράττειν an- 
drerseits (d. i. das ἡδύ und das 
ἀγαϑόν) nicht RR sein. 

In Bezug auf die Übersetzung ist 
darauf hinzuweisen, dals wir statt 
des διψῶντα πίνειν und ev πράτ- 
τονταὰα χαχῶς πράττειν sagen: 

„dürsten und trinken, sich unglück- 
lich fühlen und sich glücklich füh- 
len“, Den zusammengesetzten Be- 


χεράττοντα χαχῶς πράττειν 


χαίρειν δυνατὸν ὡμολόγηκας. 


griff τὸ διψῶντα πίνειν trennt 
Plato in τὸ διψῶντα (οὐκοῦν τού- 
του οὗ λέγεις τὸ μὲν διψῶντᾳ 
λυπούμενον δήπου ἐστίν) und τὸ 
πίνειν (τὸ δὲ πίνειν πλήρωσις 
x. τ. &.). Wir übersetzen A die 
Worte τὴ διψῶντα, das διψῶν- 
τα, d. i. der Ausdruck διψώντα, 
wie ein zo διψῆν: „Von deinem 
Ausdrucke τὸ διψῶντα πίνειν ist 
also der erste Begriff τὸ διψῶν- 
za, ein λύπην Erweckendes, der 
andere, τὸ πίνειν, ein ἡδονήν Schaf- 
fendes“. 


118 


KAA. Φαίνεται. 


ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


ΣΩ. Oüx ἄρα τὸ χαίρειν ἐστὶν εὖ πράττειν οὐδὲ τὸ 

ἀνιᾶσϑαι κακῶς, ὥστε ἕτερον γίγνεται τὸ ἡδὺ τοῦ ἀγαϑοῦ. 
KAA. Οὐκ οἶδ᾽ ἅττα σοφίζξει, ὦ Σώχρατες. 

22. Οἶσϑα, ἀλλὰ ἀκκίζει, ὦ Καλλίκλεις" καὶ τερόϊϑέ 

BU 3 N. 38 «“ 27 - [4 2ῶ5“ ς 

γὲ ἔτι εἰς τὸ ἔμπροσϑεν, ὅτι ἔχων ληρεῖς ἵνα εἰδῆς, ὡς 


σοφὸς ὦν μὲ νουϑετεῖς. 


οὐχ ἅμα διψῶν τε ἕχαστος 


ἡμῶν πέπαυται καὶ ἅμα ἡδόμενος διὰ τοῦ πίνειν; 

KAA. Οὐκ οἶδα ὁ τι λέγεις. 

TOP: Ἱπηδαμῶςξ, ὦ Καλλίέκλεις, ἀλλ᾽ ΩΣ. ἐν χαὶ 
ἡμῶν ἕνεκα, ἵνα περανϑῶσιν οἱ λόγοι. 

KAA. ᾿4λλ᾽ ἀεὶ τοιοῦτός ἐστι Σωκράτης, or ogyia' 
σμικρὰ καὶ ὀλίγου ἄξια ἀνερωτᾷ χαὶ ἐξελέγχει. 

TOP. ᾿Αλλὰ τί σοὶ διαφέρει; πτιάντως οὐ σὴ αὕτη ἡἣ 


τιμή, ὦ Καλλίκλεις" ἀλλ᾽ 
ὅπως ἂν βούληται. 


ὑπόσχες Σωχράτει ἐξελέγξαι 


KAA. Ἔρωτα δὴ σὺ τὰ σμικρά τε καὶ στενὰ ταῦτα, 


3 ,ὔ , - a 
ἐπείπερ Γογρίᾳ δοχεῖ οὕτως. 


Viel gestritten ist über die Worte 
ὅτι ἔχων ληρεῖς in χαὶ πρόϊϑέ γε 
ξτι εἰς τὸ ἕμπροσϑεν, ὅτι ἔχων 
ληρεῖς, ἵνα εἰδῇς κ. τ. δ. Stallbaum 
sagt: Offenderunt criticos verba 
ὅτι ἔχων ληρεῖς, utpote Socratis 
urbanitati minus convenientia. 
Jtaque Heindorfius ea hie deleri, 
mox aulem pro ὅτι λέγεις potius 
’ 
ὅτι ἔχων ληρεῖς seribi iussit. C.Fr. 
Hermannus illa hine in alium lo- 
cum transtulit; posuit enim ea post 
Οὐχ οἶδα ὅτι λέγεις. Winkelman- 
nus denique — ut offensio omnis 
removeretur verba χαὶ πρόϊϑί γε 
usque ad ὧν με νουϑετεῖς Callich 
tribuenda iudicavit, (Deuschle und 
Cron weisen allein die Worte ὅτι 
ἐὼν ληρεῖς dem Kallikles zu.) 

ec vero consilia omnia quum 
vel calidiora et audaciora vel inu- 
tilia sint, tum nihil habent veri- 
similitudinis. Nec vero quidquam 
mutandum putamus. Quum enim 
Socrates Callicli exprobraverit, 


quod ἀκχχίζεται simuletque igno- 
rantiam, tum hue respieiens ἐξα 
pergit dicere: Et progredere 
adhuclongius, quandoqui- 
dem apparettenugasagere 
(quippe quum tua ignorantiae si- 
mulatio merae nugae sint), utin- 
telligas, quum tu sis sa- 
piens, qui me reprehendis. 
Ich glaube, die Worte weisen spöt- 
tisch zurück auf des Kallikles ποῖα 
ὑποδήματα; φλυᾳκρεῖς ἔχων im 
45. Kapitel, das ὅτε ist hier, wie 
so oft bei Plato, nur Anführungs- 
zeichen, und statt des φλυαρεῖς 
setzt Sokrates das gleichbedeutende 
ληρεῖς. So würde die Stelle zu 
übersetzen sein: „Nun frisch vor 
zu dem, was du vorher (τὸ ἔμσιρο- 
σϑεν) gesagt hast, auf dein ἔχων 
ληρεῖς oder φλυαρεῖς & ἔχων, damit 
du begreifst, mit welcher Weisheit 
du mich ermahnst!* Dals dieser 
wuchtige Hieb gesessen hat, be- 
weist der Umstand, dals Kallikles 


TOPTIAZ. 119 


52. 20. Εὐδαίμων εἶ, ὦ Kallixksıs, ὅτι τὰ μεγάλα 
μεμύησαι τιρὶν τὰ σμικρά" ἐγὼ δ᾽ οὐκ ᾧμην ϑεμιτὸν 
εἶναι. ὅϑεν οὖν ἀττέλιττες, ἀπιοχρίνου, εἰ οὐχ ἅμα παύε- 
ται διψῶν ἕχαστος ἡμῶν χαὶ ἡδόμενος. | 

KAA. Pnui. 

ΣΩ. Οὐκοῦν καὶ πεινῶν χαὶ τῶν ἄλλων ἐπιϑυμιῶν 
χαὶ ἡδονῶν ἅμα παύεται; 

KAA. Ἔστι ταῦτα. 

ΣΩ. Οὐκοῦν καὶ τῶν λυπῶν nal τῶν ἡδονῶν ἅμα 
σιαύεται; 

KAA. Ναί. 

22. ᾿Αλλὰ μὴν τῶν ἀγαϑῶν καὶ καχῶν οὐχ 
παύεται, ὡς σὺ ὡμολόγεις" νῦν δὲ οὐχ ὁμολογεῖς; 

KAA. ’Eywye' τί οὖν δή; 

ΣΩ. Ὅτι οὐ ταὐτὰ γίγνεται, ὦ φίλε, τἀγαϑὰ τοῖς 
ἡδέσιν οὐδὲ τὰ καχὰ τοῖς ἀνιαροῖς. τῶν μὲν γὰρ ἅμα 
χιαύεται, τῶν δὲ οὔ, ὡς ἑτέρων ὄντων" πῶς οὖν ταὐτὰ 
ἂν εἴη τὰ ἡδέα τοῖς ἀγαϑοῖς ἢ τὰ ἀνιαρὰ τοῖς χαχοῖς; 
ἐὰν δὲ βούλῃ, καὶ τῇδ᾽ ἐπίσκεψαι" οἶμαι γάρ σοι οὐδὲ 


[4 


ᾶμα 


sich böse abwendet und erst von 
Gorgias veranlalst, den Kampf wie- 
der aufnimmt. 

Kap. 52. Sokrates weist dem 
Kallikles ferner Widersprüche nach, 
die sich aus der Gleichstellung des 
Guten und des Angenehmen er- 
gaben. Wie Gutes und Angenehmes 
nicht dasselbe sein können, weil 
das Angenehme, die ἡδονή, mit sei- 
nem Gegensatze, der λύπη oder der 
ἐπιϑυμίᾳα zugleich aufhört, das Gute 
aber mit seinem Gegensatze, dem 
Schlechten nicht zugleich erlischt, 
so ergiebt sich auch folgender Wi- 
derspruch: Die Guten sind gut als 
Besitzer eines Guten, die Schlechten 
schlecht als Inhaber eines Schlech- 
ten. Nun sind beispielsweise die 
ἀνδρεῖοι und die φρόνιμοι ἀγαϑοί, 
weil ihnen ein AA die ἀνδρεία 
oder die φρόνησις, innewohnt. 
Beide aber, ἀνδρεῖοι wie φρόνιμοι, 


freuen sich und betrüben sich; es 
wohnt ihnen also bald ἡδονή, bald 
λύπη bei; wäre nun aber, wie Kalli- 
kles behauptet, die ἡδονή, das ἡδύ 
mit dem ἀγαϑόν und die λύπη; 
das ἀνιαρόν mit dem χαχόν ein 
und dasselbe, so würden danach 
die ἀνδρεῖοι und φρόνιμοι, je nach- 
dem sie sich freuen oder betrüben, 
gut oder schlecht, in summa also 
nicht blofs gut, sondern gut und 
schlecht zugleich sein. 

Die Anfangsworte des Kapitels: 
Εὐδαίμων εἶ, ὦ Καλλίχλεις κ. 7.8. ' 
necken den Kallikles satirisch, weil 
er die bisherigen Sätze des Sokra- 
tes als unwerte, engherzige Fragen 
(τὰ σμιχρά τε καὶ στενά) gekenn- 
zeichnet hat. Sokrates spricht im 
Bilde der eleusinischen Mysterien. 
Zuerst würde man dort in die so- 
genannten kleinen Mysterien, spä- 
ter in die grolsen eingeweiht, So- 


120 


NAATQNOZ 


ταύτῃ ὁμολογεῖσϑαι. ἄϑρει δέ" τοὺς ἀγαϑοὺς οὐχὶ aya- 
ϑῶν παρουσίᾳ ἀγαϑοὺς καλεῖς, ὥσττερ τοὺς καλοὺς οἷς 


ἂν χάλλος παρῇ; 
KAA. Ἔχγωγε. 


ΣΩ, Τί δέ; ἀγαϑοὺς ἄνδρας καλεῖς τοὺς ἄφρονας 
xal δειλούς; οὐ γὰρ ἄρτι γε; ἀλλὰ τοὺς ἀνδρείους καὶ 
φρονίμους ἔλεγες" ἢ οὐ τούτους ἀγαϑοὺς καλεῖς; 


KAA. Πάνυ μὲν οὖν. 


ΣΩ. Ti δέ; παῖδα ἀνόητον χαίροντα ἤδη εἶδες; 


KAA. Ἔγωγε. 


ΣΩ, Ανδρα δὲ οὔπω εἶδες ἀνόητον χαίροντα; 
KAA. Oiuaı ἔγωγε" ἀλλὰ τέ τοῦτο; 
ΣΩ, Οὐδέν" ἀλλ᾽ ἀποκρίνου. 


KAA. Eidov. 


2. Ti δέ; νοῦν ἔχοντα λυπούμενον χαὶ χαίροντα; 


KA4A. Φημί. 


ΣΩ, Πότεροι δὲ μᾶλλον χαίρουσι καὶ λυττοῦνται, οἵ 


φρόνιμοι ἢ οἵ ἄφρονες; 


KAA. Οἶμαι ἔγωγε οὐ πολύ τε διαφέρειν. 
ΣΩ, ᾿Αλλ᾽ ἀρκεῖ καὶ τοῦτο. ἐν πολέμῳ δὲ ἤδη εἶδες 


ἄνδρα δειλόν; 
ΚΑ... Πῶς γὰρ οὔ; 


ΣΩ, Τί οὖν; ἀπιόντων τῶν πολεμίων :τότεροέ σοι 
2 , - ,ὔ ς ΝΕ ὟΝ εἰ ἢ - 
ἐδόχουν μᾶλλον χαίρειν, οἱ δειλοὶ ἢ οἱ ἀνδρεῖοι; 

KAA. ᾿Αμφότεροι ἔμοιγε μᾶλλον" εἰ δὲ μή, παρα- 


σιλησίως γε. 


krates hat dem Kallikles auch erst, 
wie er sagt, die kleine Weihe geben 
wollen, um ihn so auf die grolse 
‚ vorzubereiten. Kallikles aber ist 
so glücklich, die kleine bereits ver- 
achten zu können, natürlich, da er 
die grofse Weihe — hier also die 
Weisheit der Rhetoren und Sophi- 
sten — bereits absolviert hat. 
Sprachlich bietet das Kapitel 
keine Schwierigkeiten. Das μᾶλλον 
in ἀμφότεροι ἔμοιγε μᾶλλον, wel- 
ches GC. F. Hermann einklammert, 


habe ich mit Stallbaum und Deuschle 
beibehalten, aber nicht, weil ich 
mit ihnen dem Coraes folge, wel- 
cher sagt: Παίζων τοῦτο λέγει" 
χαὶ οἱ δειλοὶ ἐδόκουν μοι χαίρειν 
μᾶλλον τῶν ἀνδρείων χαὲ οἱ ἀν- 
δρεῖοι μᾶλλον τῶν δειλῶν. Es ist 
ja wahr, Kallikles ist bemüht, dem 
Sokrates Antworten zu geben, mit 
denen er nichts soll ‚anfangen kön- 


nen. Aber diese seine Antworten 


sind doch immer nur Folgerungen 
aus vorher Behauptetem, rücksichts- 


TOPTIAZ, 


121 


ΣΩ. Οὐδὲν διαφέρει. χαίρουσι δ᾽ οὖν καὶ οἱ δειλοί; 


KAA. Σφόδρα γε. 


ΣΩ. Καὶ οἱ ἄφρονες, ὡς ἔοικεν. 


KAA. Ναί. 


ΣΩ, Προσιόντων δὲ οἱ δειλοὶ μένον λυποῦνται ἢ 


καὶ οἱ ἀνδρεῖοι; 
KAA. "Augporeooı. 
Z2. Aoa ὁμοίως; 


KAA. Mälkov ἴσως οἵ δειλοί. 
ΣΩ. ᾿Απιόντων δ᾽ οὐ μᾶλλον χαίρουσιν; 


KAA. Ἴσως. 
ΣΩ. 


> -- 
Οὐκοῦν λυποῦνται μὲν καὶ χαέρουσι καὶ ol 


» x ς , \ ς \ \ ς 2 -» 

ἄφρονες καὶ οἱ φρόνιμοι χαὶ οἱ δειλοὶ καὶ οἱ ἀνδρεῖοι 
N € Ἁ , - \ c \ - 2 

παραπλησίως, ὡς σὺ φής, μᾶλλον δὲ οἱ δειλοὶ τῶν av- 


δρείων; 
KAA. Φημί. 


ΣΩ. Alla μὴν οἵ γε φρόνιμοι καὶ οἵ ἀνδρεῖοι ἀγα- 
ER 7 \ \ WE , 
ϑοί, οἵ δὲ δειλοὶ καὶ ἄφρονες καχοί;. 


KAA. Ναί. 


ΣΩ. Παραπλησίως ἄρα χαίρουσι καὶ λυποῦνται οἵ 


ἀγαϑοὶ καὶ οἱ καχοί; 
KAA. Φημί. 


ΣΩ. Ao’ οὖν παρατιλησίως εἰσὶν ἀγαϑοὶ καὶ κακοὶ 

ΠΝ Ὁ. , \ ς N. 4 - 2 \ ς 

οἱ ἀγαϑοέ τε χαὶ οἱ καχοί; ἢ καὶ Erı μᾶλλον ἀγαϑοὶ ol 
ἀγαϑοὶ καὶ καχοί εἶσιν οἵ κακοί; 


ὅ9.. KAA. Alla μὰ 


lose (μετα παρρησίας) Folgerun- 
gen aus falschen Voraussetzungen. 
Die Antwort: „beide freuen sich in 
höherem Grade“ würde aber ver- 
rückt sein, weil sie selbst den 
Schein logischer Konsequenz ver- 
nachlässigte. Ich erkläre mir die 
Stelle so: das griechische μᾶλλον 
heifst „mehr“ und „vielmehr“. Kal- 
likles hat es in des Sokrates Frage 
als ein „vielmehr“ zu πότεροι ἐδό- 
χουν und nicht zu χαίρειν genom- 
men: „beim Abzug der Feinde, wel- 


Ai οὐκ old’ ὅ τι λέγεις. 


che schienen dir vielmehr sich zu 
freuen, die Feigen oder die Mu- 
tigen?“ Er wiederholt es also in 
derselben Bedeutung: „beide schie- 
nen mir vielmehr sich zu freuen“ 
d. ἢ. dasselbe zu empfinden; εἰ δὲ 
un, παραπλησίως γε „und wenn 
nicht dasselbe, das χαίρειν, so doch 
etwas Ahnliches. 

Kap. 53. Das Kapitel falst in 
klarer Weise das in den letzten 
Kapiteln gewonnene Resultat zu- 
sammen. Die Zusammenfassung, 


122 


ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ΣΩ, Οὐκ οἶσϑ᾽ ὅτι τοὺς ἀγαϑοὺς ἀγαϑῶν φὴς πα- 
ρουσίᾳ εἶναι ἀγαϑούς, χαχοὺς δὲ χαχῶν; τὰ δὲ ἀγαϑὰ 
εἶναι τὰς ἡδονάς, κακὰ δὲ τὰς ἀνίας; 


KAA. Ἔχγωγε. 


IR. Οὐχοῦν τοῖς χαίρουσι πάρεστι τἀγαϑαά, αἱ ἥδο- 


γαί, εἴπτερ χαίρουσιν; 
KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 


> -" - ᾿, ’ 
22. Οὐκοῦν ἀγαθῶν παρόντων ἀγαϑοί εἶσιν oi 


χαίροντες; 
KAA. Ναί. 


ΣΩ, Τί δέ; τοῖς ἀνιωμένοις οὐ πάρεστι τὰ nard, αἱ 


λῦπαι; 
ΚΑ 4. Παρεστιν. 
ΣΩ. 


KAA. ’Eywye. 


Καχῶν δέ γε παρουσίᾳ φὴς σὺ εἶναι κακοὺς 
᾽ὔ > 3 ’ ’ 
τοὺς χαχούς" ἢ οὐχέτι φής; 


N hi \ a» 
2. ᾿4γαϑοὶ ἄρα οἱ ἂν χαίρωσι, κακοὶ δὲ ol ἂν avı- 


a anne € 
οἱ δ᾽ ἧττον ἧττον, 


ὥνται; 
KAA. Πανυ γε. 
22. Οἱ μέν γε μᾶλλον μᾶλλον, 
οἱ δὲ παραπλησίως τταρατιλησίως; 
KAA. Ναί. 
Zn. 


Οὐκοῦν φὴς παραπλησίως χαίρειν καὶ λυπεῖ- 


σϑαι τοὺς φρονίμους καὶ τοὺς ἄφρονας καὶ τοὺς δειλοὺς 
χαὶ τοὺς ἀνδρείους, ἢ καὶ μᾶλλον ἔτι τοὺς δειλούς; 


KAA. Ἔγωγε. 


IQ. Συλλόγισαι δὴ κοινῇ μετ᾽ ἐμοῦ, τί ἡμῖν ovu- 


βαίνει ἐκ τῶν ὡμολογημένων" 


die Rekapitulation motiviert Plato 
trefflich durch den spalshaften Aus- 
ruf des Kallikles: Ara μὰ AU 
οὐχ old’ ὅτι λέγεις. Dieser Aus- 
ruf wirkt um so komischer, wenn 
man ihn mit den letzten Worten 
des Kallikles im 51. Kapitel zusam- 
menhält: ἐρώτα. δὴ σὺ τὰ σμικρά 
τε χαὶ στενὰ ταῦτα, mit dem Hoch- 
mut, der aus diesen Worten spricht 


χαὶ δὶς γάρ τοι χαὶ τρίς 


und den nun Sokrates zur Strafe 
so in Verwirrung gebracht hat, dals 
er mit einem Schwure bekräftigt, 
ihm stehe, wie wir sagen, der Ver- 
stand still. 

Zu dem xal δὲς γάρ τοι καὶ τρίς 
φασι x. τ. &. sagt der Scholiast: 
Δὶς xal τρὶς τὸ χαλόν, ὅτι χρὴ 
περὶ τῶν χαλῶν πολλάκις λέγειν. 


- 


Ἐκππεδοχλέους τὸ ἔπος, ἀφ᾽ οὗ 


TOPTIAZ. 123 


N 5 \ N / EN 9 » 
φασι καλὸν εἶναι τὰ χαλὰ λέγειν TE χαὶ ἐπισκοπεῖσϑαι., 

x 5 ‚ Ba. 
ἀγαϑὸν μὲν εἶναι τὸν φρόνιμον χαὶ ἀνδρεῖόν φαμεν. 
5, , 

ἦ γάρ; 

KAA. Ναί. 

ΣΩ. Καχὸν δὲ τὸν ἄφρονα καὶ δειλόν; 

KAA. Πάνυ γε. 

ΣΩ. Ayasov δὲ αὖ τὸν χαίροντα; 

KAA. ΝΥ. 

ΣΩ. Kurov δὲ τὸν ἀνιώμενον; 

KAA. ᾿4ναγχη. 

ΣΩ. ᾿Ανιᾶσϑαι δὲ καὶ χαίρειν τὸν ἀγαϑὸν χαὶ χαχὸν 
ὁμοίως, ἴσως δὲ καὶ μᾶλλον τὸν χαχόν; 

M4A,'Nat. 

> - c , ,ὕ \ \ > \ - 

32. Οὐχοῦν ομοίως γίγνεται χαχὸς χαὶ ἀγαϑὸς τῷ 
> - a Ἁ “ 2 \ c ’ 3 - . , 
ἀγαϑῷ ἢ καὶ μᾶλλον ἀγαϑὸς ὁ χαχὸς; οὐ ταῦτα συμβαί- 
γει χαὶ τὰ πρότερα ἐχεῖνα, ἐαν τις ταὐτὰ φῇ ἡδέα τε χαὶ 
ἀγαϑὰ εἶναι; οὐ ταῦτα ἀνάγχη, ὦ Καλλίχλεις; 

54. KAA. Πάλαι τοί σου ἀχροῶμαι, ὦ Σώχρατες, 
χαϑομολογῶν, ἐνθυμοίμενος ὅτι, κἂν παίζων τίς σοι 
ἐνδῷ ὁτιοῦν, τούτου ἄσμενος ἔχει ὥσπερ τὰ μειράκια. 
c Ἁ Ἁ 2 P} x P) \ ”w ς - > [4 I 
ὡς δὴ σὺ οἴει ἐμὲ ἢ καὶ ἄλλον Ovrıvoiv AVvIoWrwv οὐχ 


ἡγεῖσθαι τὰς μὲν βελτίους ἡδονάς, τὰς δὲ χείρους. 


za) m παροιμία᾽ φησὶ γάρ᾽ καὶ 
δὶς γάρ, ὃ δεῖ, καλόν ἐστιν ἐνί- 
σπειν. Ἦ, Müller vergleicht unser 
Sprichwort: ein schönes Lied kann 
man zweimal hören. Wir sagen 
wohl noch öfter: ein gutes Buch 
kann man zweimal lesen. 


Kap. 54. Die beiden nächsten 
Kapitel verfolgen das Ziel, dem Ge- 
genstand des Dialogs eine andere 
Seiteabzugewinnen, für den Schlufs- 
teil des Dialogs das Thema zu fi- 
xieren. Sokrates schlielst zunächst 
im vorliegenden Kapitel: Von den 
Freuden sind die einen gut, die 
andern schlecht; gut sind die nütz- 
lichen, schlecht die schädlichen ; 


wie mit den 7dovel, so ist es mit 
den λῦπαι; man muls also die guten 
von ihnen erstreben, die schlechten 
vermeiden ἃ, ἢ. τῶν ἀγαϑῶν ἕνεχα 
δεῖ τὰ ἡδέα πράττειν, ἀλλ᾽ οὐ 
Er τῶν ἡδέων. 

lato giebt den Beginn eines 
neuen Abschnittes des Dialogs in 
kunstvoller Weise zu erkennen, in- 
sofern er Kallikles die Berechtigung 
der bisherigen Betrachtung leugnen 
läfst, weil er gescherzt und So- 
krates nach Knabenart den Scherz 
für Ernst genommen habe. Er mo- 
tiviert dann das Auftreten des die 
folgende Betrachtung einleitenden 
Satzes — τὰς μὲν βελτίους ἢδο- 
γάς, τὰς δὲ χείρους — psycholo- 
gisch: Kallikles hat auf dem Wege 


124 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 

ΣΩ, Ἰοὺ ἰού, ὦ Καλλίκλεις, ὡς σιανοῦργος εἶ, καί 
μοι ὥσπερ παιδὲ χρῇ, τοτὲ μὲν αὖ φάσχων οὕτως ἔχειν, 
τοτὲ δὲ ἑτέρως, ἐξαπατῶν με. καίτοι οὐκ ᾧμην γε κατ᾽ 
ἀρχὰς ὑτεὸ σοῦ ἑκόντος εἶναι ἐξαπατηϑήσεσϑαι, ὡς ὄντος 
φίλου" νῦν δὲ ἐψεύσϑην, nal ὡς ἔοικεν ἀνάγκη μοι κατὰ 
τὸν παλαιὸν λόγον τὸ παρὸν EU στοιεῖν Kal τοῦτο δέχεσϑαι 
τὸ διδόμενον παρὰ σοῦ. ἔστι δὲ δή, ὡς ἔοικεν, ὃ νῦν λέ- 
γεις, ὅτε ἡδοναί τινές εἶσιν ai μὲν ἀγαϑαί, ai δὲ κακαὶ 


ἢ γαρ; 
KAA. Ναί. 


>22. Ag’ οὖν ἀγαϑαὶ μὲν ai ὠφέλιμοι, κακαὶ δὲ αἱ 


βλαβεραέ; 
KAA. Πανυ γε. 


ΣΩ. Ὠφέλιμοι δέ γε αἵ 


δὲ αἱ καχόν τι; 
KAA. Φημί. 


der Wahrheit dem Sokrates nicht 
entweichen können; er versucht 
es nun auf dem Wege der Lüge, 
stellt den für die Betrachtung nö- 
tigen Satz, an den er bisher gar 
nicht gedacht hat, hin als selbst- 
verständlich, als müsse man, wenn 
von ἡδοναί die Rede sei, selbst- 
verständlich zwischen edlen und 
schlechten Freuden scheiden und, 
wenn Kallikles von dem Erstreben 
der Freuden rede, selbstverständ- 
lich annehmen, er habe nur τὰς 
ξελείους ἡδονάς im Auge. Diesen 

inkelzug benutzt nun Sokrates 
trefflich. Er lacht den Lügner aus 
mit dem lov — παιδὲ χρῇ; er sagt 
ihm derb die Wahrheit mit dem 
τότε μὲν αὖ φάσχων --- ἐξαπα- 
τῶν με; er verhöhnt ihn endlich 
mit dem komisch - ernsten χαίτοι 
οὐχ ‚Yunv κ. τ. δ. nnd dem νῦν δὲ 
ἐψεύσϑην κ. τ. δ. ; er schlägt ihn 
endlich vollends dadurch, dals er 
sagt: „ich werde dich beim Worte 


halten" und mir deinen neuen Satz 
zu Nutze machen (τὸ παρὸν εὖ 
dem Vorliegenden 


σπιοιεῖν elwa: 


ς 


ἀγαϑόν τι ποιοῦσαι, κακαὶ 


gut beikommen). Er lacht ihn aus: 
das lov ἰού entspricht unserem 
„au, au!“, ist eigentlich ein Aus- 
ruf des Schmerzes, der aber hier 
ironisch gebraucht wird, wie wenn 
wir mit unserem au, au! angeben 
wollen, dafs wir einen faden Witz 
als solchen erkannt haben; er nennt 
ihn, mit dem Finger drohend, n«- 
vovgyog, „du Schelm“ oder „du 
kleiner Schäker!“; er sagt wonee 
παιδὲ χρῇ μοι, zurückweisend nicht 
Ὀ]οίβ auf das τὰ μειράχεα des Kal- 
likles, sondern auch auf sein πὰ ἐ- 
Sov, in dem ja das παῖς steckt. 
Er sagt ihm derb die Wahrheit, in- 
dem er ihm vorwirft, ‚doppelzüngig 
zu sein (τότε μὲν φάσχων οὕτως 
ἔχειν, τότε δὲ ἑτέρως) und ihn 
hinter das Licht führen zu wollen. 
Er verhöhnt ihn endlich mit dem 
Hinweis auf seine eigenen Worte, 
nach denen er ein εὔνους dem So- 
kıates gegenüber sein wollte. >ar- 
kastisch ist gegen Schluls des Ka- 
pitels die Erwähnung des Polos: 
Kallikles hatte ja die Zugeständ- 
nisse des Polos und des Gorgias 


TOPTIAZ. 125 


32. Ao’ οὖν τὰς τοιάσδε λέγεις, οἷον κατὰ τὸ σῶμα ; 
ἃς νῦν δὴ ἐλέγομεν ἐν τῷ ἐσϑίειν καὶ zeiveıw ἡδονάς; [εἰ] 
ἄρα τούτων αἱ μὲν ὑγίειαν ποιοῦσαι ἐν τῷ σώματι, ἢ 
ἰσχὺν ἢ ἄλλην τινὰ ἀρετὴν τοῦ σώματος, αὗται μὲν ἀγα- 
ϑαί, αἱ δὲ τὐναντία τούτων χακαί; 

KAA. Πανυ γε. 

ΣΩ. Οὐκοῦν καὶ λῦπαι ὡσαύτως αἱ μὲν χρησταί ei- 
σιν, αἱ δὲ πονηραί; 

KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 

ΣΩ. Οὐκοῦν τὰς μὲν χρηστὰς καὶ ἡδονὰς καὶ λύπας 
χαὶ αἱρετέον ἐστὶ χαὶ πραχτέον; 

KAA. Πάνυ γε. 

ΣΩ. Τὰς δὲ πονηρὰς οὔ; 

KAA. 4ῆλον δή. 

ΣΩ. Ἕνεκα γάρ που τῶν ἀγαϑῶν ἅπαντα ἡμῖν ἔδοξε 
πραχτέον εἶναι, εἰ μνημονεύεις, ἐμοί τε καὶ Πώλῳ. ἀρα 
χαὶ σοὶ συνδοκεῖ οὕτω, τέλος εἶναι ἁττασῶν τῶν τιράξεων 
τὸ ἀγαϑόν, καὶ ἐκείνου ἕνεκεν δεῖν πάντα τάλλα πράτ- 
τεσϑαι, ἀλλ᾽ οὐκ ἐκεῖνο τῶν ἄλλων; σύμψηφος ἡμῖν εἶ 
χαὶ σὺ Ex τρίτων; ᾿ 

KAA. Ἔγωγε. 

ΣΩ. Τῶν ἀγαθῶν ἄρα ἕνεχα δεῖ καὶ τάλλα χαὶ τὰ 
ἡδέα πιράττειν, ἀλλ᾽ οὐ τἀγαϑὰ τῶν ἡδέων. 

ΚΑ... Πανυ γε. | 

22. 40° οὖν. παντὸς ἀνδρός ἔστιν ἐκλέξασϑαι, τιοῖα 
ἀγαθὰ τῶν ἡδέων ἐστὶ χαὶ ὅποῖα καχά, ἢ τεχνικοῦ δεῖ 
εἰς ἕχαστον; 

KAA. Teyvınov. 

55. 22. ᾿Αναμνησϑῶμεν δὴ ὧν αὖ ἐγὼ τιρὸς Πῶ- 
λον καὶ Γοργίαν ἐτύγχανον λέγων. ἔλεγον γάρ, εἰ μνη- 


als übereilte hingestellt, nun aber und stimmt mit ihnen (σύμψηφος 
ist er selber zu der Ansicht ge- 2x τρίτων). 

kommen, τέλος εἶναι ἁπασῶν τῶν Kap. 55. Ebenso nicht ohne 
πράξεων τὸ ἀγαϑόν, nun ist er, Ironie läfst Sokrates den Kallikles 
der das συνδοχεῖν des Polos und die ganze dem Polos und Gorgias 
des Sokrates perhorresciert hatte, abgezwungene Reihe von Schlüssen 
als dritter in den Bund getreten nocheinmal durchkosten und zwingt 


126 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


μονεύεις, ὅτι εἶεν τταρασχευαὶ ai μὲν μέχρι ἡδονῆς, αὐτὸ 
τοῦτο μόνον παρασχευάζουσαι, ἀγνοοῦσαι δὲ τὸ βέλτιον 
χαὶ τὸ χεῖρον, ai δὲ γιγνώσχουσαι ὅ τι τε ἀγαϑὸν χαὲ 
ὅ τι χαχόν' καὶ ἐτίϑην τῶν μὲν χερὶ τὰς ἡδονὰς τὴν 
μαγειριχήν, ἐμπειρίαν ἀλλ᾽ οὐ τέχνην, τῶν δὲ περὶ τὸ 
ἀγαϑὸν τὴν ἰατριχὴν τέχνην. χαὶ πρὸς φιλίου, ὦ Καλ- 
λέκλεις, u μήτε αὐτὸς οἴου δεῖν πρὸς ἐμὲ παίζειν μηδ᾽ © 

τί ἂν τύχῃς παρὰ τὰ δοκοῦντα ἀποχρίνου, μήτ᾽ αὖ τὰ 
παρ᾽ ἐμοῦ οὕτως ἀποδέχου ag παίζοντος" δρᾷς γάρ, ὅτι 
περὶ τούτου εἰσὶν ἡμῖν οἱ λόγοι, οὗ τέ ἂν μᾶλλον σπου- 
δάσειέ τις καὶ σμιχρὸν νοῦν ἔχων ἄνϑρωτστος, ἢ τοῦτο, 
ὅντινα χρὴ τρόπον ζῆν, πότερον ἐττὶ ὃν σὺ παραχαλεῖς 
ἐμέ, τὰ τοῦ ἀνδρὸς di, ταῦτα πράττοντα, λέγοντά τε ἐν 
τῷ δήμῳ χαὶ δητορικὴν ἀσκοῦντα χαὶ πολιτευόμενον τοῦ- 
τον τὸν τρόπον, ὃν ὑμεῖς νῦν πολιτεύεσϑε, ἢ ἐπὶ τόνδε 


auch ihn, zuzustimmen, obwohl 
er der Zustimmung seiner beiden 
Freunde die Konsequenz abgespro- 
chen hat. Zu dem Ausdruck πα- 
ἑασπενφὶ μέχρι ἡδονῆς, der in den 

orten αὐτὸ τοῦτο μόνον παρα- 
σχευάζουσαι erklärt wird, sagt der 
Scholiast treffend: οὐ τέχνας, οὐχ 
ἐμπειρίας εἶπεν, ἀλλὰ τὸ μέσον 
τούτων, τὰς παρασχευάς, ὥςπερ 
ἐν τοῖς πρόσϑεν τὰς ἐπιτηδεύσεις 
und Stallbaum setzt ebenso treffend 
hinzu: Verba μέχρι ndovng ne quis 
perperam accipiat, cautum est ab 
ipso Platone, qui adiecerit haec: 
αὐτὸ τοῦτο μόνον παρασχευά- 
ζουσαι h.e. quae hoc ipsum tan- 
tum efficerent neque amplius quid 
spectarent. Der Ausdruck ᾿ἀγνοοῦ- 
σαι τὸ βέλτιον καὶ τὸ χεῖρον „sie 
kennen das Bessere und das Schlech- 
tere, oder wie wir mit dem Posi- 
tiv sagen, das Gute und das Schlechte 
nicht, wissen nichts davon“ heilst: 
es kümmert sie das Gute und das 
Schlechte nicht. Weiterhin ist, wie 
ich glaubte durch die Interpunktion 
andeuten zu müssen (τὴν μαγειρι- 
κήν, ἐμπειρίαν ἀλλ᾽ οὐ τέχνην 


statt τὴν μαγειρικὴν ἐμπειρίαν, 
ἀλλ᾽ οὐ τέχνην), ἐμπειρίαν wohl 
appositionell zu μαγειριχήν zu fas- 
sen. Ironisch ruft er dann den 
Schützer seiner und des Kallikles 
Freundschaft an, πρὸς (Διὸς) φι- 
λίου, und beschwört bei ihm den 
lieben Freund, das παίζειν zu las- 
sen d. h. hält ihm vor, dals ein 
leidlich verständiger Mensch (ze? 
σμικρὸν γοῦν ἔχων ἄνϑρωπος) 
die ernsteste Lebensfrage auch ernst 
nehmen müsse und stellt sodann 
die beiden Lebenswege, um welche 
der ganze Streit sich dreht, ein- 
ander gegenüber, mit Sarkasmus 
im Hinblick auf des Kallikles ver- 
ächtliche Worte, welche die Philo- 
sophie nur für die Jugend, nicht 
aber für einen Mann gelten lassen 
wollten, den von Kallikles geprie- 
senen Blog als den τοῦ ἀνδρός 
bezeichnend und dann spöttisch sei- 
nen Inhalt hinzufügend: λέγοντά 
τε ἐν τῷ δήμῳ καὶ ῥητορικὴν 
ἀσχοῦντα xal nolırevouevo ν τοῦ- 
τον τὸν τρόπον, ὃν υμεῖς νῦν 
πολιτεύεσϑε d.i eine Politik trei- 
bend, die, wie sich bisher in dem 


TOPTIAZ 127 


\ , \ 3 / \ , δ ἢ \ € 2 , 
τὸν βίον τὸν ἐν φιλοσοφίᾳ, χαὶ τί ποτ᾽ ἐστὶν οὗτος ἐκεί- 
γου διαφέρων. ἴσως οὖν βέλτιστόν ἐστιν, ὡς ἄρτι ἐγὼ 
ἐπεχείρησα, διαιρεῖσϑαι, διελομένους δὲ καὶ ὁμολογήσαν- 
τας ἀλλήλοις, εἰ ἔστι τούτω διττὼ τὼ βίω, σχέψασϑαι, 
τί ve διαφέρετον ἀλλήλοιν καὶ ὁπότερον βιωτέον αὐτοῖν. 
ἔσως οὖν οὔπτω οἶσϑα τί λέγω. 

KAA. Οὐ δῆτα. : 

ΣΩ. ᾿4λλ᾽ ἐγώ σοι σαφέστερον ἐρῶ. ἐπειδὴ ὠμολο- 
γήχαμεν ἐγώ τε χαὶ σὺ εἶναι μέν τι ἀγαϑόν, εἶναι δέ τι 
& , [4 ε x ς X - 2 - ς N, \ 2 » 
ἡδύ, ἕτερον δὲ τὸ ἡδὺ τοῦ ἀγαϑοῦ, ἑκατέρου δὲ αὐτοῖν 
μελέτην τινὰ εἶναι χαὶ παρασχευὴν τῆς χτήσεως, τὴν μὲν 

-» ς , 7 x \ - 2 - 3 \ ΄ὔ 
τοῦ ἡδέος ϑήραν, τὴν δὲ τοῦ ἀγαϑοῦ --- αὐτὸ δέ μοι 
τοῦτο τερῶτον ἢ σύμφαϑι ἢ un‘ σύμφης; 

ΚΑ... Οὕτω φημί. 

56. ΣΩ, Ἴϑι δή, ἃ καὶ πρὸς τούσδε ἐγὼ ἔλεγον, 
διομολόγησαί μοι, εἰ ἄρα σοι ἔδοξα τότε ἀληϑῆ λέγειν. 
’ ὔ [4 ς ” » ΄, 
ἔλεγον δέ που, ὅτε ἡ μὲν ὀνψοτπτοιιχὴ οὔ μοι δοχεῖ τέχνη 


Dialoge gezeigt hat, der Logik nicht 


standhält, sondern bald dies und. 


bald jenes behauptet. Sodann giebt 
er das Thema des nächsten Teiles 
des Dialogs: τί διαφέρετον to 
βίω τοῦ ἀνδρὸς πολιτευομένου 
καὶ τοῦ φιλοσόφου; In dem Satze 
ἰσως οὖν βέλτιστόν ἐστιν --- βιω- 
τέον αὐτοῖν heifsen die Worte διε- 
λομένους καὶ ὁμολογήσαντας ἀλ- 
λήλοις „nachdem wir (die Begriffe 
der beiden βίω) geschieden und uns 
miteinander verständigt haben d. i. 
nachdem wir uns über die Schei- 
dung geeinigt, verständigt haben“, 
die Worte εἰ ἔστι τούτω δίττω, 
τὼ βίω sind aber, wie Deuschle 
richtig anmerkt, nicht als Frage- 
satz, der von öuoAoynoavras ab- 
hängig wäre, sondern als hypothe- 
tische Protasis zu σχέψασϑαι zu 
fassen. Die Worte sind also nicht 
mit H. Müller zu übersetzen: „nach- 
dem wir das gethan und uns dar- 
über verständigt haben, ob diese 
beiden Lebenswege verschieden 
sind,, sondern das Objekt zu öuo- 


λογήσαντας ist, wie gesagt, aus 
διελομένους zu nehmen und zu 
übersetzen: „wenn es so zwei Le- 
benswege giebt, dann ist es am 
besten zu untersuchen, worin sie 
sich unterscheiden.“ Am Schlufs 
des Kapitels beginnt Sokrates die 
Resultate seiner und des Kallikles 
Untersuchung zu rekapitulieren, un- 
terbricht sich aber auch da spöt- 
tisch gleich nach den ersten Prä- 
missen mit dem αὐτὸ δέ μοι τοῦ- 
το πρῶτον ἢ σύμφαϑι ἢ μή, als 
ob Kallikles andern Sinnes gewor- 
den und nicht vielmehr froh wäre, 
die bisherige Untersuchung hinter 
sich zu haben. 

Kap. 56. Sokrates wiederholt, 
was er früher über das, was man 
gewöhnlich mit dem Ausdrucke 
Kunst bezeichne, gesagt hat (Kap. 
18 und 7), dafs die wahre Kunst 
sich auf den Logos stütze, aber 
immer ein Schattenbild habe, das 
nicht τέχνη ist, sondern ἐμπει- 
ola καὶ τριβή (Kap. 18). Er will, 
wie er oben gethan, die Rhetorik 


en nn = np = 
re 


TB -πατχοςτι -- 
- ------ - 


Mn --  - 
“«--- ---- -- --- mm 

27 παρε: aa watt hose BET 

zn ren. re rungen = - en 


ng Se u τ Φοι 


| 


128 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


εἶναι ἀλλ᾽ ἐμτιειρία, ἡ δ᾽ ἰατρική, λέγων ὅτι ἡ μὲν τού- 
του οὗ ϑεραπεύει xal τὴν φύσιν Eoxentar χαὶ τὴν αἰτίαν 
ὧν σιράττει, καὶ λόγον ἔχει τούτων ἑκάστου δοῦναι, ἡ ἰα- 
zen‘ ἡ δ᾽ ἑτέρα τῆς ἡδονῆς, πρὸς ἣν ἡ ϑεραπεία αὐτῇ 
ἐστιν ἅπασα, κομιδῇ ἀτέχνως ἔτη αὐτὴν ἔρχεται, οὔτε τι 
τὴν φύσιν σκεψαμένη τῆς ἡδονῆς οὔτε τὴν αἰτίαν, ἀλό- 
γως Te παντάπασιν, ὡς ἔπος εἰπεῖν, οὐδὲν διαριϑμησα- 
μένη, τριβῆ καὶ ἐμπειρίᾳ μνήμην μόνον σωζομένη τοῦ 
εἰωθότος γίγνεσϑαι, ᾧ δὴ καὶ πορίζεται τὰς ἡἥδονας. 
ταῦτ᾽ οὖν χυρῶτον σκόπει εἰ δοκεῖ σοι ἱκανῶς λέγεσϑαι. 
καὶ εἶναί τινες καὶ περὶ ψυχὴν τοιαῦται ἄλλαι πραγμα- 
τεῖαι, αἱ μὲν τεχνικαί, προμήϑειαν τινα ἔχουσαι τοῦ βελ- 
τίστου περὶ τὴν ψυχήν, ai δὲ τούτου μὲν ὀλιγωροῦσαι, 
ἐσκεμμέναι δ᾽ αὖ, ὥσπερ ἐκεῖ, τὴν ἡδονὴν μόνον τῆς 


dieser letzteren Art unterordnen; 
deshalb betont er in seinem Ge- 
gensatze die wahre τέχνη weni- 
ger als die falsche, deshalb spricht 
er von der wahren τέχνη in ruhi- 
ger grammatischer Fassung: οὗ 
ϑεραπεύει χαὶ τὴν φύσιν ἔσχε- 
πται καὶ τὴν αἰτίαν ὧν πρατ- 
τξι, sogar in einer zierlichen gram- 
matischen Form, im Chiasmus. Wo 
er dagegen von der zweiten spricht, 
ist es ihm mehr um das Her- 
vorheben einzelner Begriffe, wie 
ἡδονή vor allen, dann ἀτέχνως, 
ἀλόγως, μνήμη τὰ thun, und darü- 
ber vernachlässigt er die klare gram- 
matische Form. Dem Satze ἡ ἢ μὲν 
τούτου οὗ ϑεραπεύει --- ἡ ἰατρι- 
χή analog gebildet, würde der fol- 
gende Satz etwa diese Gestalthaben: 
N, δὲ ἑτέρα τούτου οὗ ϑεραπεύει 
οὔτε τὴν φύσιν ἔσχεπται οὔτε 
τὴν αἰτίαν ὧν πράττει, μᾶλλον 
δὲ ἀλόγως τριβὴ καὶ ἐμπειρίᾳ 
πορίζεται τὰς ἡδονάς. So ist 
denn auch der Gedanke des Satzes: 
„die andere kümmert sich nicht 
um die Natur ihres Objektes und 
handelt deshalb nicht nach logi- 
schen Grundsätzen; sie geht viel- 


mehr ohne jede tiefere Überlegung 
nur auf dem Wege der Empirie 
auf ihr Ziel, Lust zu schaffen, los“. 
Sokrates hebt nun statt des τούτου 
lebhaft gleich den bestimmteren 
Ausdruck hervor (τῆς ἡδονῆς), das 
einfache ϑεραπεύει genügt ihm 
nicht, er giebt also einen volleren 
Satz dafür, er unterbricht die be- 
gonnene Konstruktion, veranlalst 
durch den Wunsch, das ἀτέχνως 
hervorzuheben, er läfst zu dem τὴν 
αἰτίαν das Objekt ὧν πράττει fal- 
len, weil sich das ἀλόγως ihm auf 
die Zunge drängt, hebt endlich wie- 
der den Gegensatz des λόγος her- 
vor in dem μνήμην μόνον — „sie 
arbeitet nicht mit der Vernunft, 
sondern mit dem Gedächtnis allein“ 

— und kämpft nun mit dem ©, 
das hier einem χαὲ τούτῳ „und 
dadurch* entspricht und gramma- 
tisch genau «ig lauten mülste, weil 
es sich auf τριβὴ χαὶ ἐμπειρίᾳ 
bezieht, den Schlulsgedanken an. 

Neckend wiederholt er dann in 
grammatisch klarer Form noch zwei- 
mal seinen Gedanken, immer wie- 
der das sidwAo» τῆς τέχνης scharf 
betonend und, als des Kallikles 


TOPTIAZ. 129 


- ᾽ a 3 - ΄ , [4 \ Bi 
ψυχῆς, τίνα ἂν αὐτῇ τρόπον γίγνοιτο; ἥτις δὲ ἢ βελτίων 
ἢ χείρων τῶν ἡδονῶν, οὔτε σχοπούμεναι οὔτε μέλον αὖὐ- 
ταῖς ἄλλο ἢ χαρίζεσϑαι μόνον, εἴτε βέλτιον εἴτε χεῖρον. 
ἐμοὶ μὲν γάρ, w Καλλίχκλεις, δοκοῦσί τε εἶναι, καὶ ἔγωγέ 
φημι τὸ τοιοῦτον χολαχείαν εἶναι καὶ περὶ σῶμα καὶ 
\ \ \ 1.37 “ BJ \ ς \ 
περὶ ψυχὴν χαὶ sregl ἄλλο ὅτου ἂν τις τὴν ἡδονὴν ϑε- 
ραπεύῃ, ἀσκέπτως ἔχων τοῦ ἀμείνονός TE xal τοῦ χεί- 
ρονος" σὺ δὲ δὴ πότερον συγχκατατίϑεσαι ἡμῖν περὶ τού- 


των τὴν αὐτὴν δόξαν. ἢ ἀντίφης; 
KAA. Οὐκ ἔγωγε, ἀλλὰ συγχωρῶ, ἵνα σοι καὶ πε- 
ρανϑῇ ὃ λόγος καὶ Γοργίᾳ τῷδε χαρίσωμαι. 


22. 


Πότερον δὲ περὶ μὲν μίαν ψυχὴν ἔστι τοῦτο, 


περὶ δὲ δύο nal πολλὰς οὐκ ἔστιν; 
KAA. Οὔκ, ἀλλὰ καὶ περὶ δύο χαὶ περὶ oihcie. 


ER. Οὐκοῦν χαὶ ἀϑρύαις ἅμα χαρίζεσϑαι ἔστι, 


σχοπούμενον τὸ βέλτιστον; 
KAA. Oiucı ἔγωγε. 


μηδὲ 


57. 20. Ἔχεις οὖν εἰπεῖν, αἵτινές εἶσιν αἱ ἐπιτη- 


δεύσεις ai τοῦτο ποιοῦσαι; 


Miene immer unzufriedener wird, 
ihn heimlich lachend zu einer Zu- 
stimmung herausfordernd. Als dann 
Kallikles unwillig antwortet: „Ja, 
ja, damit du nur endlich mit dei- 
nem λόγος zum Ziele kommst und 
Gorgias zufrieden gestellt wird!“ 
straft er ihn für die schnöde Ant- 
wort damit, dafs er ihm in kurzen 
Worten zwei Fragen vorlegt von 
der Art, wie man sie einem Kna- 
ben vorlegt; denn für einen Mann 
sind die Fragen περὶ de δύο χαὶ 
πολλὰς οὐχ ἔστιν; und οὐχοῦν 
χαὶ ἀϑρόοις “κ. t.&. wegen der 
Selbstverständlichkeit der Antwort 
fast verletzend. 

Kap. 57. Bonitz charakterisiert 
den Kallikles in seinen „Platoni- 
schen Studien“ durchaus treffend: 
„Eine oberflächliche Aufklärung hat 
die Unbefangenheit sittlicher Über- 
zeugung und Gesinnung aufgeho- 

Plato, Gorgias. 


μᾶλλον δὲ εἰ βούλει, ἐμοῦ 


ben, aber nicht vermocht an deren 
Stelle wissenschaftliche Begrün- 
dung zu setzen“. Kallikles bestä- 
tigt diese Charakteristik selbst, 
wenn er die Philosophie als eine 
vorübergehende Ubung für die Ju- 
gend lobt, vom Mann aber ver- 
langt, dafs er sie verachte. Wie 
nun Sokrates den Polos ganz und 
gar nach seiner geistigen und sitt- 
lichen Fassungskraft behandelt hat, 
ohne dabei streng logisch zu ver- 
fahren (vgl. das zu Kap. 34, zu 
der Zusammenstellung der χρημα- 
τιστική und der ἐατριχή und δι- 
χαιοσύνη Gesagte), so darf man 
auch in seiner Auseinandersetzung 
mit Kallikles nicht überall logi- 
schen Ernst suchen, sondern mufs 
manches als Ausspruch scherzen- 
der Ironie auffassen. Zu scherzen 
hat Sokrates, wie gesagt, schon 
im vorigen Kapitel mit der Frage 


9 


130 IIAATQNOZ | 


Ἴ ᾿ R a \ » ἐὲ ’ = ᾽ a 2 
ἐρωτῶντος, ἢ μὲν ἂν σοι δοκῇ τούτων εἶναι, φάϑιε, ἣ ὃ 
” [4 \ 4 - \ ’ x 2 ΄ 
ἂν μὴ, μὴ φαϑι. πρῶτον δὲ σχεψώμεϑα τὴν αὐλητικήν. 
οὐ δοκεῖ σοι τοιαύτη τις εἶναι, ὦ Καλλίχλεις, τὴν ἡδονὴν 
ς - ΄ ΄ » > 2 ον , 
ἡμῶν μόνον διώχειν, ἄλλο δ᾽ οὐδὲν φροντίζειν; 

KAA. Ἔμοιγε δοχεῖ. 

ΣΩ, Οὐκοῦν χαὶ αἱ τοιαίδε ἅπασαι, οἷον ἡ κιϑαρι- 
ori) ἡ ἐν τοῖς ἀγῶσιν; 

KAA. Ni. 

ΣΩ, Ti δέ; ἡ τῶν χορῶν διδασχαλία καὶ ἡ τῶν δι- 

’ ‚ 2 ΄ , , 
ϑυράμβων ποίησις οὐ τοιαύτη τίς σοι χαταφαίνεται; ἢ 
ξ » ,ὕ ,ὔ Ν [4 3 - 
ἡγεῖ τι φροντίζειν Κινησίαν τὸν έλητος, ὅπως ἐρεῖ τι 
τοιοῦτον, ὅϑεν ἂν οἱ ἀχούοντες βελτίους γίγνοιντο, 1) ὅτι 


μέλλει χαριεῖσϑαι τῷ ὄχλῳ τῶν ϑεατῶν; 
KAA. Δῆλον δὴ τοῦτό γε, ὦ Σώχρατες, Κινησίου 


γε πέρι. 


ΣΩ. Τί δέ; ὃ πατὴρ αὐτοῦ ἹΠέλης ἡ πρὸς τὸ βέλ- 
τιστον βλέπων ἐδόχει σοι κιϑαρῳδεῖν; ἢ ἐχεῖνος μὲν 


οὐδὲ πρὸς τὸ ἥδιστον" 


πότερον δὲ περὶ μὲν μίαν ψυχὴν 
χ. τ. ξ. begonnen, scherzend fährt 
erin diesem Kapitel fort. Er nimmt 
zuerst, Beispiele aus der Tonkunst, 
die αὐλητική und die κιϑαριστικχή. 
Dafs Plato und Sokrates in einer 
Stadt, welche die Musik als wesent- 
liches Moment zur Erziehung der 
Jugend benutzte, an deren ver- 
edelnde Kraft nicht sollte geglaubt 
haben, daran ist nicht zu denken; 
es wäre das eine Roheit gewesen. 
Scherzend also erwähnt er die bei- 
den Künste als τοιαῦται (οἷαι) τὴν 
ἡδονὴν μόνον διώχειν, ἄλλο δ᾽ 
οὐδὲν φροντίζειν, der ‚Kitharistik 
den Zusatz ἡ ἐν τοῖς ἀγῶσιν bei- 
fügend, nicht um eine besondere 
Art derselben hervorzuheben, son- 
dern in seiner Lebhaftigkeit auf 
die Stätte hinweisend, wo sie sich 


gerade in ihrem Glanze zeigt. Scher- 
zend thut er nun den nächsten 
Schritt zu seinem Endziele: er er- 
wähnt der χορῶν διδασχαλία und 


ἡνία γὰρ ἄδων τοὺς ϑεατάς" ἀλλὰ 


der Dithyrambendichtung d. i. der 
Dichtung der Chorlieder, die er 
wohl allein im Sinne hat, wie die 
Zusammenstellung mit 7 τῶν δι- 
ϑυράμβων ποίησις beweist, und 
der übrigen Festgesänge, der Dich- 
tungsart, in welcher die Tonkunst, 
die Musik gegenüber dem Worte, 
dem Gedichte vorherrscht. Dals er 
hier spottet und scherzt, beweist 
das Dichterpaar, welches er als 
Vertreter dieser Gattung von Poe- 
sie anführt, Kinesias, dessen Ge- 
dichte sich durch  Phrasenfülle, 
aber nicht durch Tiefe des Gedan- 
kens hervorgethan haben sollen, 
und gar der Vater desselben, Me- 
les, den er selbst so schön zeich- 
net: ἠνία ἄδων τοὺς ϑεατάς. () 
ὅτι μέλλει᾽ χαριεῖσϑαι τῷ ὄχλῳ 
τῶν ϑεατῶν len ἡγεῖ ὅτι μιέλ- 
λει κ. τοῦ). Es beweist das ferner 
die oberflächliche Antwort des Kal- 
likles, der mit dem beschränken- 
den Zusatze Kırmalov γε πέρε der 


TOPTIAZ. 131 


δὴ σκότει" οὐχὲ ἢ Te κιϑαρῳδικὴ δοχεῖ σοι πᾶσα καὶ ἡ 
τῶν διϑυράμβων ποίησις ἡδονῆς χάριν εὑρῆσϑαι; 

KAA. "Euoıye. 

ΣΩ, Ti δὲ δή; N σεμνὴ αὕτη καὶ ϑαυμαστή, ἡ τῆς 
τραγῳδίας ποίησις ἐφ᾽ ᾧ ἐσπούδακε, πότερόν ἔστιν 
αὐτῆς τὸ ἐπιχείρημα καὶ ἡ σπουδή, ὡς σοὶ δοκεῖ, χαρέ- 
ζεσϑαι τοῖς ϑεαταῖς μόνον, ἢ καὶ διαμάχεσϑαι, ἐάν. τι 
αὐτοῖς ἡδὺ μὲν ῃ καὶ κεχαρισμένον, πονηρὸν δέ, ὅπως 
τοῦτο μὲν μὴ ἐρεῖ, εἰ δέ τι τυγχάνει ἀηδὲς καὶ ὠφέλιμον, 
τοῦτο δὲ χαὶ λέξει καὶ ᾷσεται, ἐάν τε χαίρωσιν ἐάν TE 
μή; ποτέρως σοι δοχεῖ παρεσχευάσϑαι ἡ τῶν τραγῳδιῶν 


ποίησις; 


KAA. 4ῆλον δὴ τοῦτό γε, ὦ Σώχρατες, ὅτε 77008 
τὴν ἡδονὴν μᾶλλον ὥρμηται χαὶ τὸ χαρίζεσϑαι τοῖς 


ϑεαταῖς. 


Z2. Οὐχοῦν τὸ τοιοῦτον, ὦ Καλλίχλεις, ἔφαμεν 


γῦν δὴ κολακείαν εἶναι; 
KAA. Πάνυ γε. 


ΣΩ, Φέρε δύ, εἴ τις περιέλοιτο τῆς ποιήσεως πάσης 
τό τε μέλος χαὶ τὸν ῥυϑμὸν χαὶ τὸ μέτρον, ἄλλο τι ἢ 
λόγοι γίγνονται τὸ λειπόμενον; 


KAA. ᾿Αναγχη. 


Wahrheit so nahe kommt, und dann 
sich doch durch das Beispiel vom 
Meles verleiten läfst, auf die Frage 
δοχεῖ σοι πᾶσα ἡδονῆς άριν 
εὑρῆσϑαι eine uneingeschränkt zu- 
stimmende Antwort zu geben (ἔμοι- 
γε). Mit der τραγῳδίας ποίησις 
ist er dann der Rhetorik, auf die 
er hinaus will, ganz nahe gerückt; 
denn bei seinem Zeitgenossen Eu- 
ripides, dem Leibdichter des Kal- 
likles, spielte ja das Rhetorische 
eine grolse Rolle. Auch hier ge- 
braucht er scherzende Epitheta, σέ- 
μνη αὕτη καὶ ϑαυμαστή, „die so 
wunderbar ehrwürdig thut“, und 
giebt scherzend dem χαρίζεσθαι 
einen übermäfsig scharfen Gegen- 
satz in dem διαμάχεσϑαι (statt 


etwa διδάσχειν), dem Kallikles, 
der natürlich von einem διαμάχε- 
σϑαι der Tragödiendichtung nichts 
wissen will, die zustimmende Ant- 
wort ablockend. Die Einschrän- 
kung, welche Kallikles wiederum 
macht (ὅτι πρὸς τὴν ἡδονὴν μᾶλ- 
λον ὥρμηται), beachtet Sokrates 
diesmal gar nicht und Kallikles 
hebt sie selbst mit dem nächsten 
πάνυ γε auf. Auf das Hochko- 
mische des Subtraktionsexempels 
(εἶ τις περιέλοιτο τῆς ποιήσεως 
πάσης τό τε μέλος καὶ τὸν δυ- 
ϑμὸν καὶ ‚co μέτρον, λόγοι yly- 
γονται τὸ λειπόμενον) braucht 
nach dem Gesagten wohl nur hin- 
gedeutet zu werden: mit ernster 
Miene wohl, aber konnte er in ern- 


gr 


132 TAATQNOZ 


22. Οὐκοῦν πρὸς πολὺν ὄχλον χαὶ δῆμον οὗτοι 


λέγονται οἱ λόγοι; 
KAA. Onui. 


ΣΩ, Anunyogia ἄρα τίς ἐστιν ἡ ποιητική. 


KAA. Φαίνεται. 


ΣΩ. Οὐκοῦν ῥητορικὴ δημηγορία ἃ ἂν ein‘ ἢ οὐ δητο- 
ρεύειν δοκοῦσί σοι οἱ ποιηταὶ ἐν τοῖς ϑεάτροις; 


KAA. Ἔμοιγε. 


ΣΩ, Νῦν ἄρα ἡμεῖς εὑρήχαμεν δητοριχήν τινα πρὸς 


δῆμον τοιοῦτον οἷον παίδων τε ὁμοῦ χαὶ γυναιχῶν χαὶ 
ἀνδρῶν, χαὶ δούλων χαὶ ἐλευϑέρων, ἣν οὐ ττάνυ ἀγάμεϑα" 
χολαχιχὴν γὰρ αὐτήν φαμεν εἶναι. 

KAA. Ilavv γε. 

58. 20. Εἶεν" τί δὲ ἡ πρὸς τὸν ᾿4ϑηναίων δῆμον 
ῥδητοριχὴ καὶ τοὺς ἄλλους τοὺς Ev ταῖς πόλεσι δήμους 
τοὺς τῶν ἐλευϑέρων ἀνδρῶν, ti ποτε ἡμῖν αὕτη ἐστί; 
χεότερόν σοι δοχοῦσι πρὸς τὸ βέλτιστον ἀεὶ λέγειν οἵ 
δήτορες, τούτου στοχαζόμενοι, ὅττως οἱ πολῖται ὡς βέλ- 
τιστοι ἔσονται διὰ τοὺς αὐτῶν λόγους, ἢ καὶ οὗτοι πρὸς 
τὸ χαρίζεσϑαι τοῖς τστολίταις ὡρμημένοι, καὶ ἕνεχα τοῦ 
ἰδίου τοῦ αὑτῶν ὀλιγωροῦντες τοῦ χοινοῦ, ὥσπερ παισὶ 
σιροσομιλοῦσι τοῖς δήμοις, χαρίζεσϑαι αὐτοῖς πειρώμενοι 
μόνον, εἰ δέ γε βελτίους ἔσονται ἢ χείρους διὰ ταῦτα, 


οὐδὲν φροντίζουσιν; 


stem Gedanken in dieser Weise die 


‚Brücke von der Poesie zur Rheto- 


rik schlagen ? 

Kap. 58. Sokrates ist vorge- 
schritten vom ὄχλος τῶν ϑεατῶν 
(ἢ ὅτι μέλλει χαριεῖσϑαι τῷ 0%- 
λῳ τῶν $. Kap. 57) zum πολὺν 
ὄχλον χαὶ δῆμον (οὐχοῦν πρὸς π. 
ὁ. κ. δ. οὗτοι λέγονται Kap. 57) 
zum δῆμον τοιοῦτον οἷον παίδων 
τε ὁμοῦ καὶ γυναικῶν χαὶ ἀν- 


«δρῶν, zal δούλων καὶ ἐλευϑέρων 


(Schlufs des vorigen Kapitels) bis 
endlich zum δῆμος ᾿Αϑηναίων τῶν 
ἐλευϑέρων ἀνδρῶν, wie er 
spöttisch auf eine frühere Bemer- 


kung des Kallikles zurückweisend 
hinzufügt (cf. Kap. 40). Er geht 
nun die Epitheta durch, durch wel- 
che er selbst die Rhetorik im 18. 
Kapitel kennzeichnete, mit τούτου 
στοχαζόμενοι - λόγους auf das 
στοχαστιχῆς, dem πρὸς τὸ χαρί- 
ζεσϑαι τοῖς πολίταις ὡρμημέ- 
vo. auf das ἀνδρείας und mit den 
folgenden Worten ἕνεχα τοῦ ἰδίου 
αὑτῶν --- ὥσπερ παισὲ προσομι- 
λοῦσι τοῖς δήμοις auf das δεινῆς 
προσομιλεῖν τοῖς ἀνθρώποις im 
Anfange des 18. Kapitels zurück- 
deutend und diese Beiwörter, die 
er eben als voces mediae hatte gel- 


TOPTIA2. 199 


KAA. Οὐχ ἁπλοῦν ἔτι τοῦτο ἐρωτᾷς" εἰσὶ μὲν γὰρ 
oi κηδόμενοι τῶν πολιτῶν λέγουσιν ἃ λέγουσιν, εἰσὶ δὲ 
χαὶ οἵους σὺ λέγεις. 

ΣΩ. Ἐξαρχεῖ. εἶ γὰρ χαὶ τοῦτό ἔστι διπλοῦν, τὸ 
μὲν ἕτερόν σπτου τούτου χολαχεία ἂν εἴη καὶ αἰσχρὰ δη- 
μηγορία, τὸ δ᾽ ἕτερον καλόν, τὸ παρασκευάζειν ὅττως ὡς 
βέλτισται ἔσονται τῶν πολιτῶν αἱ ψυχαί, καὶ. διαμάχεσϑαι 
λέγοντα τὰ βέλτιστα, εἴτε ἡδίω εἴτε ἀηδέστερα ἔσται 


τοῖς ἀχούουσιν». 


ῥητορικὴν" 


2 3 2 ΄ x ΄ 5) \ 
ἀλλ᾽ οὐ πώποτε σὺ ταύτην εἰδες τὴν 
ἢ εἴ τινα ἔχεις τῶν ῥητόρων τοιοῦτον εἰπεῖν, 


τί οὐχὶ καὶ ἐμοὶ αὐτὸν ἔφρασας τίς ἐστιν; 
KAA. Alla μὰ Ai’ οὐκ ἔχω ἔγωγέ σοι εἰπεῖν τῶν 


γε νῦν ῥητόρων οὐδένα. 


ΣΩ. Τί δέ; τῶν παλαιῶν ἔχεις τινὰ le de’ ὅγ- 
τινα αἰτίαν ἔχουσιν “4ϑηναῖοι βελτίους γεγονέναι, ἐπεειδὴ 
ἐκεῖνος ἤρξατο δημηγορεῖν, ἐν τῷ πρόσϑεν χρόνῳ χείρους 
ὄντες; ἐγὼ μὲν γὰρ οὐκ οἶδα τίς ἔστιν οὗτος -- 


ten lassen, hier in malam partem 
fixierend. Als dem Kallikles end- 
lich ein Licht aufgeht und er dem 
Sokrates verständig erwidert: „du 
fragst nicht nach einer einfachen 
Antwort (ἁπλοῦν), sondern deine 
Frage verlangt eine zweifache Ent- 
gegnung, einen Gegensatz als Ant- 
wort“ wie er ihn mit εἰσὲ μὲν γὰρ 
οἵ κηδόμενοι x. τ. &. giebt, da lenkt 
Sokrates ein und sagt: „dann giebt 
es also eine doppelte Beredsam- 
keit (also auch eine zwiefache Ton- 
und Dichtkunst), und die Vertreter 
der einen Richtung haben das βέλ- 
tıorov, die andern das ἥδιστον im 
Auge. Zugleich aber wirft er dem 
Gegner, der mit dem εἰσὶ μὲν γὰρ 
e ‚zndousvoı, unbewulst der «i- 

σχύνη, der Wahrheit nachgebend, 
inkonsequent geworden ist, mit 
Recht vor: „du hast aber bei dei- 
nen Behauptungen niemals die erste, 
gute Art der Beredsamkeit vor 
Augen gehabt“ (ἀλλ᾽ οὐ πώποτε 
σὺ ταύτην εἶδες τὴν ῥητοριχήν). 


Da fängt sich denn Kalliklesin seinen 
eigenen Netzen, ‚bezieht die Frage 
des Sokrates 7 εἴ τινα ἔχεις χ.τ. ξ. 
nur auf die Jetztzeit und giebt die- 
ser und damit sich selber das böse 
Kompliment: ἀλλά μὰ av οὐκ ἔχω 
ἔγωγέ σοι εἰπεῖν τῶν γε νῦν βη- 
τόρων οὐδένα. Das ist dem So- 
krates zu viel oder zu wenig ge- 
sagt: er weist deshalb auf die frü- 
here Zeit zurück (τῶν παλαιῶν 
ἔχεις κ. τ. δ) und zwingt mit dem 
spöttischen ἐγὼ μὲν ἊΣ 0 οὐχ οἶδα 
τίς ἐστιν οὗτος den Kallikles edle 
Redner aufzuzählen, aus deren Re- 
den er hätte lernen sollen, statt 
sich an die eitlen Künste eines Gor- 
gias und Polos, an οἱ νῦν ῥήτο- 
ρες zu halten. Nach den eben an- 
geführten Worten hat Sokrates aber 
nur eine Pause gemacht, um den 
Kallikles eben selbst den Themi- 
stokles und die anderen grofsen 
Staatsmänner Athens aufzählen zu 
lassen; er vervollständigt alsdann 
seinen Satz: „ich kenne also keinen 


134 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ΚΑΑ. Ti δέ; Θεμιστοχλέα οὐχ ἀκούεις ἄνδρα ἀγα- 
ϑὸν γεγονότα χαὶ Κίμωνα χαὶ ἹΜιλτιάδην χαὶ Περιχλέα 
τουτονὶ τὸν νεωστὶ τετελευτηχότα, οὗ καὶ σὺ ἀχήχοας; 

ZN. εἰ ἔστι γε, ὦ Καλλίκλεις, ἣν πρότερον σὺ ἔλε- 
YES ἀρετήν, ἀληϑής, τὸ τὰς ἐπιϑυμίας ἀττοτειμτελάναι χαὶ 
τὰς αὑτοῦ χαὶ τὰς τῶν ἄλλων" εἶ δὲ μὴ τοῦτο, ἀλλ᾽ ὅπερ 
ἐν τῷ ὑστέρῳ λόγῳ ἠναγχάσϑημεν ἡμεῖς ὁμολογεῖν, ὅτι 
αἱ μὲν τῶν ἐπιιϑυμιῶν πληρούμεναι βελτέω ποιοῦσι τὸν 
ἄνϑρωπιοον, ταύτας μὲν ἀποτελεῖν, αἱ δὲ χείρω, wi‘ τοῦ- 
To δὲ τέχνη τις εἶναι" τοιοῦτον ἄνδρα τούτων τινὰ γε- 
γονέναι ἔχεις εἰπεῖν; 

KAA. Οὐκ ἔχω ἔγωγε ττῶς εἴπω. 

59. 202. AAN ἐὰν ζητῇς καλῶς, εὑρήσεις ἴδωμεν 
δὴ οὑτωσὶ ἀτρέμα σχοπούμενοι, εἴ τις τούτων τοιοῦτος 
γέγονε. φέρε γάρ, ὃ ἀγαϑὸς ἀνὴρ χαὶ ἐπὶ τὸ βέλειστον 
λέγων, ἃ ἂν λέγῃ, ἄλλο τι οὐκ εἰκῇ ἐρεῖ, ἀλλ᾽ ἀποβλέ- 
σῶων πρός τι; ὥσπερ καὶ οἱ ἄλλοι πάντες δημιουργοὶ 
βλέποντες πρὸς τὸ αὑτῶν ἔργον ἕχαστος οὐχ εἰκῇ ἐχλε- 


wahren Rhetor der Vorzeit, wenn 
nämlich das, was du vorhin "als die 
ἀρετή des "Rhetors angabst, τὸ 
τὰς ἐπιϑυμίας ἀποπιμπλάναι χαὶ 
τὰς αὐτοῦ χαὶ τὰς τῶν ἄλλων, 
die wahre ἀρετή desselben, den 
wahren echten ae also” aus- 
macht. “ Zu dem folgenden εἰ δὲ 
un τοῦτο mülste dann der Nach- 
satz streng grammatisch heilsen: 
οἶδώ τινας τῶν πάλαι. Er falst 
diesen Nachsatz aber in eine an- 
dere Form: τοιοῦτον ἄνδρα τού- 
τῶν τινὰ γεγονέναι ἔχεις εἰπεῖν; 
Die richtige Antwort des Kallikles 
würde sich nun mit dem verschwie- 
genen Nachsatze οἶδα τινὰς τῶν 
σιάλαι gedeckt, Kallikles würde in 
richtiger Antwort die Namen der 
eben genannten Staatsmänner ha- 
ben wiederholen müssen. Damit 
würde er sich aber selbst ins Ant- 
litz geschlagen haben, und des- 
halb ‚antwortet er unwillig: Οὐχ 


ἔχω ἔγωγε πῶς εἴπω „ich kann 


nicht mehr ausweichen, ich weils 
nicht, in welche Worte ich meine 
Antwort fassen soll.* 

Kap. 59. Dem Unwillen des 
Kallikles und seiner Unruhe, in 
welcher er dem Gespräche mög- 
lichst bald ein Ende zu machen 
wünscht, begegnet Sokrates, mit 
grolser Gelassenheit, mit dem ἀτρέ- 
μα den Gegner zur Ruhe ermah- 
nend. Er schlägt nun in der näch- 
sten Darlegung einen andern Weg 
ein als bisher, macht uns damit 
aufmerksam, dafs die dialogische 
Form der Betrachtung bald einem 
zusammenhängenden Vortrage Platz 
machen wird. Während er näm- 
lich bisher vom Besonderen zum 
Allgemeinen fortgeschritten ist, 
stellt er Jetzt den allgemeinen Satz 
voran: ὁ ἀγαϑὸς ano χαὶ ἐπὶ 
τὸ βέλιστον λέγων --- ἀποβλέπων 
πρὸς τι und giebt dann die Bei- 
spiele, denen nach Annahme des 
Hauptsatzes der Gefragte zustim- 


TOPTIAZ. 135 


γόμενος προσφέρει ἃ προσφέρει πρὸς τὸ ἔργον τὸ αὑτοῦ, 
ἀλλ᾽ ὅπως ἂν εἶδός τι αὐτῷ σχῇ τοῦτο ὃ ἐργάζεται, οἷον 
εἰ βούλει ἰδεῖν τοὺς ζωγράφους, τοὺς οἰκοδόμους, τοὺς 
γαυτηγούς, τοὺς ἄλλους πάντας δημιουργούς, ὅντινα 
βούλει αὐτῶν, ὡς εἰς τάξιν τινὰ ἕχαστος ἕχαστον τίϑη- 
σιν ὃ ἂν τιϑῇ, καὶ προσαναγχάζει τὸ ἕτερον τῷ ἑτέρῳ 
πρέπον τὲ εἶναι χαὶ ἁρμόττειν, ἕως ἂν τὸ ἅπαν συστή- 
σηται τεταγμένον TE χαὶ χεχοσμημένον τιρᾶγμα᾽ καὶ οἵ 
τε δὴ ἄλλοι δημιουργοὶ καὶ οὖς νῦν δὴ ἐλέγομεν, οἱ περὶ 
τὸ σῶμα, παιδοτρίβαι τε χαὶ ἰατροί, χοσμοῦσίέ rrov τὸ 
σῶμα καὶ συντάττουσιν. ὁμολογοῖμεν οὕτω τοῦτ᾽ ἔχειν 
ἢ οὔ; 

KAA. Ἔστω τοῦτο οὕτως. 

ΣΩΏ, Τάξεως ἄρα χαὶ χόσμου τυχοῦσα οἰχία χρηστὴ 
ἂν εἴη, ἀταξίας δὲ μοχϑηρά; 


KAA. Φημί. 
ΣΩ, 
KAA. Ναί. 


Οὐκοῦν χαὶ πλοῖον ὡσαύτως; 


ΣΩ. Καὶ μὴν καὶ τὰ σώματά φαμεν τὰ ἡμέτερα; 


KAA. Πᾶανυ γε. 


ΣΩ. Τί δ᾽ ἡ ψυχή; ἀταξίας τυχοῦσα ἔσται χρηστή, 
ἢ τἀξεώς τε χαὶ χόσμου τινός; 
KAA. 'Avayın ἐκ τῶν πρόσϑε καὶ τοῦτο συνομο- 


λογεῖν. 


men mufs, damit also zu einer halb 
passiven Rolle sich verurteilt sieht. 
Plato geht dann, wie immer, mit 
gröfster stilistischer Feinheit vor: 
er will auf die τάξις und die x00- 
ungız als die Resultate der dı- 
χαιοσύνη und der σωφροσύνη hin- 
aus, lälst zu dem Zwecke das Wort 
τάξις zuerst wie zufällig unter- 
laufen (ὡς εἰς τάξιν τινὰ ἕχαστος 
ἕκαστον τίϑησιν»), deutet dann,eben- 
falls innerhalb des Rahmens des 
Beispiels die χόσμησις durch die 
beiden Synonyme an πρέπον τε 
εἶναι χαὶ ἁρμόττειν, stellt dann 
ebenfalls noch bei Gelegenheit des 


Beispiels die beiden Begriffe, auf 
die er hinauswill, in Verbalform 
zusammen: τεταγμένον TE χαὶ 
χεχοσμημένον und gewöhnt so all- 
mählich das Ohr und den Gedan- 
ken an dieselben, sodafs sie bald 
wie Bekannte uns entgegentre- 
ten. 

Οἷον εἰ βούλει ἰδεῖν τοὺς ζω- 
γράφους ist eine lebhaftere (denn 
sie redet den Gegner an) Wendung 
für οἷον οἱ ζωγράφοι, zu welcher 
der Vordersatz nicht fehlt (Deuschle), 
sondern die auf das vorhergehende 
οἱ ἄλλοι πάντες δημιουργοὶ ἕχα- 
στος προσφέρει zurückweist. — 


- 


\ 


136 | ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ΣΩ, Τί ovv ὄνομα ἐστιν ἐν τῷ σώματι τῷ ἐκ τῆς 
ταἀξεώς TE καὶ τοῦ χόσμου γιγνομένῳ; 

KAA. Ὑγίειαν xal ἰσχὺν ἴσως λέγεις. 

ΣΩ. "Eywye. τέ δὲ αὖ τῷ ἐν τῇ ψυχῇ ἐγγιγνομένῳ 
ἐκ τῆς τάξεως χαὶ τοῦ χόσμου; τιειρῶ εὑρεῖν χαὶ εἰπεῖν 
ὥσττερ ἐκεῖνο τὸ ὄνομα. 

KAA. Τί δὲ οὐκ αὐτὸς λέγεις, ὦ Σώχρατες; 

ΣΩ, AA εἴ σοι ἥδιόν ἔστιν, ἐγὼ ἐρῶ" σὺ δέ, ἂν 
μέν σοι δοκῶ ἐγὼ καλῶς λέγειν, pası“ εἰ δὲ μή, ἔλεγχε 
χαὶ μὴ ἐπέτρετιε. ἐμοὶ γὰρ δοχεῖ ταῖς μὲν τοῦ σώματος 
τάξεσιν ὄνομα εἶναι ὑγιεινόν, ἐξ οὗ ἐν αὐτῷ ἡ ὑγίεια 
γίγνεται καὶ ἡ ἄλλη ἀρετὴ τοῦ σώματος. ἔστι ταῦτα ἢ 
οὐκ ἔστιν; 

KAA. Ἔστιν. 

>42. Ταῖς δὲ τῆς ψυχῆς τάξεσι καὶ κοσμήσεσι νόμι-- 
μόν TE χαὶ νόμος, ὅϑεν χαὶ νόμιμοι γίγνονται χαὶ χκό- 
σμιοι" ταῦτα δ᾽ ἔστι δικαιοσύνη TE χαὶ σωφροσύνη. φὴς 
ἢ οὔ; 

KAA. Ἔστω. 

60. ΣΩ. Οὐχοῦν πρὸς ταῦτα βλέπων ὃ ῥήτωρ ἐχεῖ- 
γος, ὃ τεχνιχός TE χαὶ ἀγαϑός, χαὶ τοὺς λόγους προσ- 
olosı ταῖς ψυχαῖς, οὺς ἂν λέγῃ, καὶ τὰς πράξεις ἁπάσας, 
χαὶ δῶρον ἐάν τι διδῷ, δώσει, καὶ ἐάν τι ἀφαιρῆται, 
ἀφαιρήσεται, πρὸς τοῦτο ἀεὶ τὸν νοῦν ἔχων, ὅπως ἂν 
αὐτοῦ τοῖς πολίταις δικαιοσύνη μὲν ἐν ταῖς ψυχαῖς γίγνη- 
ται, ἀδικία δὲ ἀτταλλάττηται, xal σωφροσύνη μὲν ἐγγέ- 
γνηται, ἀχολασία δὲ ἀπαλλάττηται, χαὶ ἡ ἄλλη ἀρετὴ 


3 , , TV; εἶδ νη ” 
ἐγγίγνηται, κακία δὲ ἀπίῃ. 


Τί οὖν ὄνομά ἐστιν ἐν τῷ σώ- 
ματι τῷ — γιγνομένῳ Ist gesagt 
für die "häufigere Stellung: τῷ ἐν 
τῷ σώματι γιγνομένῳ, wie das 
folgende τῷ ἐν τῇ ψυχῇ Eyyıyvo- 
μένῳ zeigt. 

Kap. 60. Das ταῦτα in πρὸς 
ταῦτα βλέπων weist zurück auf 
die δικαιοσύνη TE xal σωφροσύνη 
des vorigen Kapitels, wie das fol- 


συγχωρεῖς ἢ οὔ; 


gende τοῦτο in πρὸς τοῦτο del 
τὸν νοῦν ἔχων beweist, welches 
das vorhergehende ταῦτα aufnimmt 
und in dem folgenden Satze ὅπως 
ἂν αὐτοῦ τοῖς πολίταις δικαιο- 
σύνη κ. τ. ἑ. seine Erklärung findet. 
Statt des ἀγαϑὸς ῥήτωρ Witt ὁ 
τέἐχνιχός TE καὶ ἀγαϑός ein, ein 
Ausdruck, in welchem der nur ein- 
mal gesetzte Artikel äufserlich an- 


TOPTIAZ. 137 


KAA. Συγχωρώ. | 

32. Ti γὰρ ὄφελος, ὦ Καλλίκλεις, owuari γε κά- 
μνοντε χαὶ μοχϑηρῶς διαχειμένῳ σιτία scolla διδόναι 
χαὶ τὰ ἥδιστα ἢ ποτὰ ἢ ἄλλ᾽ δτιοῦν, ὃ μὴ ὀνήσει αὐτὸ 
ἔσϑ᾽ ὅτε πλέον ἢ τοὐναντίον, χατά γε τὸν δίκαιον λόγον, 
καὶ ἔλαττον; ἔστι ταῦτα; 

KAA. Ἔστω. 

ΣΩ. Οὐ γάρ, οἶμαι, λυσιτελεῖ μετὰ μοχϑηρίας σώ- 
ματος ζῆν ἀνϑρώπῳ" ἀνάγχη γὰρ οὕτω καὶ ζῆν μοχϑη- 
ρῶς" ἢ οὐχ οὕτως; 

BAA.: Ναί. 

ΣΩ. Οὐχοῦν χαὶ τὰς ἐπιϑυμίας ἀττοπιμτίλάναι, οἷον 
πεινῶντα φαγεῖν ὅσον βούλεται ἢ διψῶντα πιεῖν, ὑγιαί- 
vovra μὲν ἐῶσιν οἱ ἰατροὶ ὡς τὰ πολλά, χάμνοντα δέ, 
ὡς ἔπος εἰπεῖν, οὐδέποτ᾽ ἐῶσιν ἐμτοίπλασϑαι ὧν ἔτει- 
ϑυμεῖ; συγχωρεῖς τοῦτό γε χαὶ σύ; 

KAA. ’Eywye. 

22. Περὶ δὲ ψυχήν, ὦ ἄριστε, οὐχ ὃ αὐτὸς τρόπος; 
ἕως μὲν ἂν πονηρὰ ἢ, ἀνόητός τε οὖσα καὶ ἀχόλαστος 
χαὶ ἄδικος καὶ ἀνόσιος, εἴργειν αὐτὴν δεῖ τῶν ἐπιϑυμιῶν 
χαὶ μὴ ἐπιτρέπειν ἄλλ᾽ ἄττα ποιεῖν ἢ ἀφ᾽ ὧν βελτίων 
ἔσται" φὴς ἢ οὔ; 

KAA. Pnui. 

22. Οὕτω γάρ που αὐτῇ ἄμεινον τῇ ψυχῇ; 

KAA. Πανυ γε. 


deutet, dafs beide Begriffe in einen 
verschmelzen „der künstlerisch 
Gute“ (cf. das Thukydideische τὸ 
Er χαὶ μέλλον „die zaudernde 
angsamkeit“). 

Als den Sinn der Stelle ὃ um 
ὀνήσει αὐτὸ — καὶ ἔλαττον giebt 
Stallbaum an: qwid enim prodest 
corpori aegroto et male affecto 
praebere multos cibos quamvis iu- 
cundissimos aut potus aut aliud 
quidvis, quod ei quandoque non 
plus utilitatis afferel quam con- 
trarium (h, 6, quam ei omnino 


nihil praebere), si quidem rem 
recte aestimas, imo etiam minus? 
Die Schwierigkeit der Stelle, wenn 
von einer solchen überhaupt hier 
die Rede sein kann, liegt wohl nur 
in der Stellung der Worte. Wir 
müssen übersetzen, als ob wir läsen: 
ὃ ἔστ᾽ ὅτε μὴ πλέον ὀνήσει αὐτὸ 
n τοὐναντίον καὶ ἔλαττον SC. TOV- 
ναντίου oder ἢ τοὐναντίον „das 
ihm stellenweis οἷν: mehr nützt 
als das Gegenteil, ja, wenn man 
gerecht urteilen will, selbst noch 
weniger“. Auch in den Worten 


i 


——— 


ee 


138 TIAATSNOZ 


> - \ ' 3 ® - 
202. Οὐχοῦν τὸ εἴργειν ἐστὶν --- ἀφ᾽ ὧν ἐπιϑυμεῖ 


— χολαζειν; 


KAA. Noei. 


22. To χολάζεσϑαι ἄρα τῇ ψυχῇ ἄμεινόν ἔστιν ἢ 
ἡ ἀκολασία, ὥσπερ σὺ νῦν δὴ ᾧου. 
KAA. Οὐκ οἶδ᾽ ἅττα λέγεις, ὦ Σώχρατες, ἀλλ᾽ 


ἄλλον τινὰ ἐρωτα. 


ΣΩ, Οὗτος ἀνὴρ οὐχ ὑπομένει ὠφελούμενος χαὶ 
αὐτὸς τοῦτο ττάσχων τιδρὶ οὗ ὃ λόγος ἐστί, κολαζόμενος. 

KAA. Οὐδέ γέ μοι μέλει οὐδὲν ὧν σὺ λέγεις, χαὶ 
ταῦτά σοι Γοργίου χάριν ἀπεχρινάμην. 

61. 202. Εἶεν" τί οὖν δὴ ποιήσομεν; μεταξὺ τὸν 


λόγον χαταλύομεν; 


KAA. Aörög γνώσει. 


2. AM οὐδὲ τοὺς μύϑους φασὶ μεταξὺ ϑέμις 
ey ’ Ὁ Φ 5 , ΄, c ee !, 
εἶναι xarakeisteıw, ἀλλ ἐπιϑέντας χεφαλήν, ἵνα μὴ ἄνευ 
χεφαλῆς τιεριέῃ. ἀπόχριναι οὖν καὶ τὰ λοιττά, ἵνα ἡμῖν 


ὃ λόγος χεφαλὴν λάβῃ. 


Ψ. 


KAA. Ὡς βίαιος εἶ, ὦ Σώχρατες. ἐὰν δὲ ἐμοὶ 


Οὐχοῦν τὸ εἴργειν ἐστὶν ap’ ὧν 
ἐπιϑυμεῖ κολάζειν: stellen wir das 
ἐστίν zwischen ἐπιϑυμεῖ und χολά- 
Sewv, weil wir das Verbum (εἔργει») 
von seinem Objekt (ἀφ᾽ ὧν ἐπι- 
$vuel) nur schwer trennen. Auch 
der Grieche thut das nur in der 
Lebhaftigkeit der Rede: Sokrates 
wollte eigentlich nur sagen: τὸ 
εἴργειν ἐστὶν χολαζειν: da schiebt 
er, weil ihm einfällt, Kallikles könne 
ihn nicht verstehen, nach dem ἐστίν 
das Objekt noch ein, dasalso eigent- 
lich, wie ich es angedeutet habe, 
von- zwei rhetorischen Pausen ein- 
geschlossen wird. 

Der Endsatz der bisherigen Reka- 
pitulation τὸ χολάζεσϑαι. τῇ ψυχῇ 
ἄμεινον ἢ ἢ ἀκολασία lälst den 
Kallikles das Gewehr endgiltig weg- 
werfen, uud Sokrates giebt nun dem 
ἀνόρεῖος in dem οὐχ ὑπομένει 
ὠφελούμενος und noch mehr in 


dem χολαζόμενος einen höhnen- 
den Abschied. 

Kap. 61. Ich habe die Worte 
Εἰεν" τί οὖν δὴ ποιήσομεν - — ἵνα 
ἡμῖν ὃ λόγος χεφαλὴν λάβῃ τὰ 
diesem Kapitel gezogen, während 
sie sonst zu dem vorigen genom- 
men zu werden pflegen, weil sie 
mir die das vorliegende Kapitel um- 
fassende Episode einzuleiten, zu 
beginnen scheinen. Sokrates treibt 
wieder seinen Scherz und Spott 
mit Kallikles und mit den übrigen, 
Er bittet den Kallikles ironisch, 
doch nicht die Untersuchung in der 
Mitte abzubrechen, bittet ihn in 
einem Bilde, das auch wir haben; 

„damit sie nicht ohne Kopf herum- 
laufe.“ Kallikles weist ihn für seine 
Person mit dem αὐτὸς γνώσει „das 
mufst du wissen* und mit dem ἐὰν 
δὲ ἐμοὶ πείϑῃ κ. τ. ὃ. schroff ab; 
als dann aber Sokrates die andern 


TOPTIAZ. 139 
σεείϑη, ἐάσεις χαίρειν τοῦτον τὸν λόγον, ἢ καὶ ἄλλῳ τῳ 
διαλέξει. ἃ 

ΣΩ. Τίς ovv ἄλλος ἐϑέλει; μὴ γάρ τοι ἀτελῆ γε 


τὸν λόγον χαταλίπωμεν. 

KAA. Αὐτὸς δὲ οὐκ ἂν δύναιο διελϑεῖν τὸν λόγον, 
ἢ λέγων χατὰ σαυτὸν ἢ ἀποχρινέμενος σαυτῷ; 

ΣΩ. Ἵνα μοι τὸ τοῦ Ἐπιχάρμου γένηται" ἃ τιρὸ τοῦ 
δύο ἄνδρες ἔλεγον, εἷς ὧν ἱκανὸς γένωμαι. ἀτὰρ κινδυ- 
γεύει ἀναγχαιότατον εἶναι" οὕτως εἰ μέντοι τιοιήσομεν, 
οἴμαι ἔγωγε χρῆναι πάντας ἡμᾶς φιλονείχως ἔχειν πρὸς 
τὸ εἰδέναι τὸ ἀληϑὲς τί ἐστι περὶ ὧν λέγομεν καὶ τί 
ψεῦδος: χοινὸν γὰρ ἀγαϑὸν ἅπασι φανερὸν γενέσϑαι 
αὐτό. Ölen μὲν ovv τῷ λόγῳ ἐγὼ ὡς ἂν μοι δοχῇ ἔχειν᾽ 
ἐὰν δέ τῳ ὑμῶν μὴ τὰ ὄντα δοχῶ ὁμολογεῖν ἐμαυτῷ, χρὴ 
ἀντιλαμβάνεσϑαι καὶ ἐλέγχειν. οὐδὲ γάρ τοι ἔγωγε εἰδὼς 
λέγω ἃ λέγω, ἀλλὰ ζητῶ χοινῇ μεϑ᾽ ὑμῶν, ὥστε, ἂν τὶ 
φαίνηται λέγων ὃ ἀμφισβητῶν ἐμοί, ἐγὼ τερῶτος συγχω- 


ρήσομαι. 
ϑῆναι τὸν λόγον" 
χαὶ ἀτείωμεν. 


zum Kampfe herausfordert, fürch- 
tet er offenbar, Gorgias möchte das 
Gespräch wieder aufnehmen und 
bittet ihn daher, die Auseinander- 
setzung zu beenden entweder durch 
ren zusammenhängenden Vortrag 
ag χατὰ σαυτὸν) oder dadurch, 
er seine Fragen selbst beant- 
worte. Sokratesantwortet mit einem 
Citat des sieilischen Komödiendich- 
ters Epicharmus, also eines Lands- 
mannes des Gorgias, der zur Zeit 
der Perserkriege geblüht haben soll. 
Der Vers soll gelautet haben: 
ἃ πρὸ «τοῦ dv’ ἄνδρες ἔλεγον, 
εἷς ἐγὼν ἀποχρέω. 
Da wir den Zusammenhang nicht 
kennen, in welchem Epicharmus 
die Worte gebraucht hat, können 
wir das an sich sehr harmlose Ci- 
tat in seiner Bedeutung nicht durch- 
schauen. Im folgenden habe ich die 


λέγω μέντοι ταῦτα, εἰ δοχεῖ χρῆναι διαττεραν- 
εἰ δὲ μὴ βούλεσϑε, ἐῶμεν δὴ χαίρειν 


Interpunktion Stallbaums und Sy- 
brands beibehalten und nicht nach 
οὕτως (ἀναγκαιότατον εἶναι οὐ- 
τως" εἰ μέντοι ποιήσομεν) inter- 
pungiert, sondern das οὕτως zu dem 
nächsten Satze gezogen. Mit den 
Worten οἶμαι ἔγωγε χρῆναι = 
ἐῶμεν δὴ χαίρειν χαὶ ἀπίωμεν 
wiederholt Sokrates in schärferer, 
sarkastischer Art seine Herausfor- 
derung in indirekter Weise, wie die 
Wendungen “Ζρῆναι πάντας ἡμᾶς 
φιλονείχως ἐ ἔχειν, χοιγὸν γὰρ ἀγα- 
er ἅπασι φανερὸν γενεσϑαι αὐ- 

ἐὰν δέ τῳ --- καὶ ἐλέγχειν, 
fesner der Gedanke: „ich will hier 
nicht als ein Wissender einen Vor- 
trag halten (οὐδὲ γάρ τοι εἰδὼς 
λέγω ἃ λέγω), sondern mich gern 
widerlegen lassen“, und endlich” das 
Schlufswort ei δὲ μὴ ᾿βούλεσϑε, 
ἐῶμεν δὴ χαίρειν χαὶ ἀπίωμεν 


140 HAATQNOE 


TOP. ᾿Αλλ᾽ ἐμοὶ μὲν οὐ δοκεῖ, ὦ Σώχρατες, χρῆναί 
πῶ ἀπιέναι, ἀλλὰ διεξελϑεῖν ve τὸν λόγον" φαένεται δέ 
μοι χαὶ τοῖς ἄλλοις δοχεῖν. βούλομαι γὰρ ἔγωγε καὶ 
αὐτὸς ἀκοῦσαί σου αὐτοῦ διιόντος τὰ Erclhorsee. 

ΣΩ, ᾿Αλλὰ μὲν δή, ὦ Γοργία, καὶ αὐτὸς ἡδέως μὲν 
av Καλλιχλεῖ τούτῳ ἔτι διελεγόμην, ἕως αὐτῷ τὴν τοῦ 
Augpiovos ἀπέδωκα ῥῆσιν ἀντὶ τῆς τοῦ Ζήϑου" Evendi) 
δὲ σύ, ὦ Καλλέκλεις, οὐκ ἐθέλεις συνδιαπερᾶναι τὸν λό- 
γον, ἀλλ᾽ οὖν ἐμοῦ γε ἀχούων ἐτειλαμβάνου, ἐάν Ti σοι 
δοχῶ μὴ καλῶς λέγειν. χαί μὲ ἐὰν ἐξελέγχῃς, οὐκ ἀχϑε- 
σϑήσομαί σοι ὥσττερ σὺ ἐμοί, ἀλλὰ μέγιστος εὐεργέτης 


παρ᾽ ἐμοὶ ἀναγεγράψει. 


KAA. Atye, w’ γαϑέ, αὐτὸς xal πέραινε. 

62. 202. Axove δὴ ἐξ ἀρχῆς ἐμοῦ ἀναλαβόντος τὸν 
λόγον. ᾿Αρα τὸ ἡδὺ χαὶ τὸ ἀγαϑὸν τὸ αὐτό ἐστιν; Οὐ 

> ’ c 3 N \ - ς [4 [4 

ταυτόν, ὡς ἐγὼ χαὶ Καλλιχλῆς ὡμολογήσαμεν. Πότερον 
δὲ τὸ ἡδὺ ἕνεχα τοῦ ἀγαϑοῦ πραχτέον, ἢ τὸ ἀγαϑὸν 
ἕνεχα τοῦ ἡδέος; Τὸ ἡδὺ ἕνεκα τοῦ ἀγαθοῦ. Ἡδὺ δέ 
ἐστι τοῦτο, οὗ παραγενομένου ἡδόμεϑα, ἀγαϑὸν δὲ οὗ 


παρόντος ἀγαθὸς ἐσμεν; 


Πάνυ γε. ᾿αλλὰ μὴν ἀγαϑοέ 


ἂν ΤᾺ Uhl: = \ a ΄ Ω δ Ὃ΄ ἢ 
γέ ἐσμεν χαὶ ἡμεῖς καὶ τάλλα πάντα, ὅσα ἀγαϑά ἐστιν, 
ἀρετῆς τινος παραγενομένης; Ἔμοιγε δοκεῖ ἀναγχαῖον 


zeigen, wo in dem εἰ δὲ un βού- 
λεσϑε eigentlich der Sinn liegt: 
„wenn niemand von euch den Mut 
hat“. So fühlt sich denn Gorgias 
zu einigen Artigkeitsphrasen be- 
wogen, die wohl kaum recht ernst 
gemeint sind, aber von Sokrates 
als solche aufgenommen werden. 
Noch einmal fordert Sokrates dann 
am Schlusse der Episode den auf- 
geregten Kallikles heraus, schaden- 
froh ihn neckend mit seinen (i- 
taten, die so zu Schanden gewor- 
den sind: ἕως αὐτῷ τὴν τοῦ Au- 
piovog, ἀπέδωχα ῥῆσιν ἀντὲ τῆς 
τοῦ Ζήϑου und sein hochmütiges 
Auftreten, das so tief gedemütigt 
worden ist, verhöhnend mit dem 


μέγιστος εὐεργέτης παρ᾽ ἐμοὶ 


ei Le τὴ τι. ein Bild, welches er 
aus der Sitie der Athener hernimmt, 
um ihren Staat verdienten Fremden 
durch Volksbeschlufs den Titel εὐ- 
goy£rng zu geben. 

ap. 62. Eine jede Rekapitu- 
lation, welche sich länger ausdehnt, 
läuft Gefahr langweilig zu werden. 
Das weils Plato. Deshalb hat er 
dieselbe zunächst durch die Epi- 
sode des vorigen Kapitels unter- 
brochen, den Leser, wie so oft, aus 
dem logischen Gebiete in das psy- 
chologische hinüberführend. Des- 
haib giebt er ihr jetzt eine andere 
Farbe, wenn er, aufgefordert sich 
selbst zu antworten, gar bald den 
Kallikles als den Fragenden hin- 
stellt und diesen neckt dadurch, 


TOPTIAZ, 141 


εἶναι, ὦ Καλλίχλεις. Alla μὲν δὴ ἥ ge ἀρετὴ ἑκάστου 
καὶ σχεύους καὶ σώματος Kal ψυχῆς av καὶ ζώου παντός, 
οὐ τῷ εἰκῇ κάλλιστα ταβαγίγνεναι, ἀλλὰ τάξει χαὶ ὀρϑό- 
τητι xal τέχνῃ, ἥτις ἑκάστῳ ἀποδέδοται αὐτῶν" ἀρα 
ἔστι ταῦτα; Ἐγὼ μὲν γάρ φημι. Τάξει ἀρα τεταγμένον 
χαὶ χεχοσμημένον ἐστὶν ἡ ἀρετὴ ἑχάστου; Φαίην ἂν 
ἔγωγε. Κόσμος τις ἄρα ἐγγενόμενος ἐν ἑκάστῳ ὃ ἕχά- 
στου οἰχεῖος ἀγαϑὸν τταρέχει ἕχαστον τῶν ὄντων; Ἔμοιγε 


δοχεῖ. 
γων τῆς ἀχοσμήτου; 
ἔχουσα χοσμία; 


Καὶ ψυχὴ ἄρα κόσμον ἔχουσα τὸν ἑαυτῆς ἀμεί- 
Avayın. ᾿Αλλὰ μὴν 
Πῶς γὰρ οὐ μέλλει; 


n γε κόσμον 
Ἡ δέ γε χοσμία 


σώφρων; Πολλὴ avayın. Ἢ ἄρα σώφρων ψυχὴ ἀγαϑή. 
Ἐγὼ μὲν οὐκ ἔχω παρὰ ταῦτα ἄλλα φάναι, ὦ φίλε 
Καλλίχλεις" σὺ δ᾽ εἰ ἔχεις, δίδασκε. 


- 


KAA. Ay, 6° γαϑέ. 
Ayo δὴ ὅτι, εἰ ἡ σώφρων ἀγαϑή ἐστιν, ἡ 
τοὐναντέον τῇ σώφρονι ττεπτονϑυῖα χαχή ἐστιν᾽ 
αὕτη ἡ ἄφρων τε χαὶ ἀκόλαστος. 


ΣΩ. 


ἣν δὲ 
Πάνυ γε. Καὶ μὴν ὅ 


γε σώφρων τὰ προσήκοντα πράττοι ἂν καὶ περὶ ϑεοὺς 
χαὶ περὶ ἄνϑρα πους" οὐ γὰρ ἂν σωφῤονοῖ τὰ μὴ προσ- 


ἥκοντα πράττων. 


dafs er gerade ihm die Sokratischen 
Fragen, mit denen er sich so we- 
nig befreunden konnte, in den Mund 
legt. In dem ersten Abschnitte des 
Kapitels habe ich das Komma hin- 
ter ἀλλὰ μὲν Inn γε ἀρετὴ ἕχά- 
στου getilgt, weil mir die Begriffe 
σχεῦος (Ding), σῶμα͵ und ψυχή 
nicht appositionell zu ἑχάστου ge- 
setzt zu sein scheinen, das ἕχαστος 
hier also nicht als Substantiv, son- 
dern als Adjektiv steht. Von den 
drei Begriffen τάξις, ὀρϑότης und 
t£yvnist derallgemeinere die τέχνη, 
welcher durch den beigegebenen 
Relativsatz auch äufserlich ein stär- 
kerer Ton zugesprochen wird. T'£- 
zvn umfalst die beiden Begriffe 
τάξις und 0090178, von denen 


Avayın ταῦτ᾽ εἶναι οὕτως. 
περὶ μὲν ἀνθρώπους τὰ προσήκοντα τιράττων 


Καὶ μὴν 
\ 
δίκαι᾽ ἂν 


hier der eine auf die äulsere Ord- 
nung, der andere auf die innere, 
logische Richtigkeit geht. Dem wi- 
derspricht nicht, dafs mit τάξις oft 
beide Begriffe bezeichnet werden. 
Das χαί vor τέχνῃ ist also ein „das 
heifst.*“ Das längere Frage- und 
Antwortspiel, welches in knappster 
Form gegeben worden ist, unter- 
bricht Sokrates wieder durch eine 
neckische Provokation des armen 
Kallikles, der aber kurz abwehrend 
antwortet. Auch diese Wendung 
dient dazu, die logische Aufzäh- 
lung frisch erscheinen zu lassen. 
Der letzte Abschnitt des Kapitels 
λέγω δὴ ὅτι κ. τ. δ. gewinnt Leben 
durch die Beziehungen auf Kalli- 
likles, den Sokrates :hier recht 


142 IIAATQNOE 


χὰ \ \ \ [4 Ἢ \ \ \ ’ 1 A 
σιράττοι, ττερὶ δὲ ϑεοὺς ὅσια" τὸν δὲ τὰ δέκαια καὶ ὅσια 
, 2 ’ N εὐ v 
πράττοντα ἀνάγχη δίχαιον χαὶ ὅσιον εἶναι. Ἔστι ταῦτα. 
Καὶ μὲν δὴ καὶ ἀνδρεῖόν γε ἀνάγχη" οὐ γὰρ δι) σώφρονος 
ἀνδρός ἐστιν οὔτε διιύχειν οὔτε φεύγειν ἃ μὲ προσήχει, 
P] MN = ἃ ΄ \ 2 [4 \ ς \ \ 
ἀλλ᾽ ἃ δεῖ χαὶ ττράγματα χαὶ ἀνθϑρώσιους καὶ ἡδονὰς καὶ 
λύπας φεύγειν χαὶ διώκειν, Aal ὑπομένοντα χαρτερεῖν 

[4] iR Wer Bl. 3 , \ ΄ 
ὅπου δεῖ" ὥστε τιολλὴ avayın, w Καλλίέκλεις, τὸν σώφρονα, 
ὥσπερ διήλθομεν, δίκαιον ὄντα χαὶ ἀνδρεῖον xal ὅσιον 
2 \ „ 3 " \ \ 3 \ 5 \ 
ἀγαϑὸν ἀνδρα εἶναι τελέως, τὸν δὲ ἀγαϑὸν εὖ TE xal 
χαλῶς τιράττειν ἃ ἂν πράττῃ, τὸν δ᾽ εὖ πράττοντα μα- 
χάριόν τὲ καὶ εὐδαίμονα εἶναι, τὸν δὲ πονηρὸν χαὶ χαχῶς 
πράττοντα ἄϑλιον" οὗτος δ᾽ ἂν εἴη ὃ ἐναντίως ἔχων τῷ 
σώφρονι, ὃ ἀκόλαστος, ὃν σὺ ἐτπτήνεις. 
08. Ἐγὼ μὲν οὖν ταῦτα οὕτω τίϑεμαι καί φημι 
Br > A 3 ' & , 
ταῦτα ἀληϑῆ εἶναι" εἰ δὲ ἔστιν ἀληϑῆ, τὸν βουλόμενον, 
ὡς «ἔοικεν, εὐδαίμονα εἶναι σωφροσύνην μὲν διωχτέον 
χαὶ ἀσχητέον, ἀκολασίαν δὲ φευχτέον ὡς ἔχει ποδῶν ἕχα- 
στος ἡμῶν, χαὶ παρασχευαστέον μάλιστα μὲν μηδὲν δεῖ- 
- , - \ 
σϑαι τοῦ χολάζεσϑαι, ἐὰν δὲ δεηϑῇ ἢ αὐτὸς ἢ ἄλλος τις 
- ,ὕ ’ a [4 ΄, , 
τῶν οἰχείων, ἢ ἰδιώτης ἢ) πόλις, ἐττιϑετέον δέχην καὶ 
, 4 3 , 3 (4 ’ - 
κολαστέον, εἰ μέλλει εὐδαίμων εἶναι. οὗτος ἔμοιγε δοχεῖ 


scharf mitnimmt. Der ganze Ab- 
schnitt von χαὲὶ μὲν δὴ xal ἀν- 
δρεῖόν γε ἀνάγχῳ an ist deutlich 
aufihn gemünzt. Sokrates preist die 
ἀνδρεία des σώφρων gegenüber 
der von Kallikles gepriesenen, den 
Mut, welcher nicht verfolgt ἃ μὴ 
προσήχει, während der des Kalli- 
kles nur eine plumpe Sättigung 
jeder Begierde wünschte, der vno- 
μένων καρτερεῖ ὅπου δεῖ (oder, 
wie wir die Begriffe ordnen, χαρ- 
τερῶν ὑπομένει). was Kallikles 
nicht that, als er sich weigerte, 
dem Sokrates standzuhalten. Er 
stellt dann diesem σώφρων, der 
zugleich allezeit ein ev πράττων, 
ein μαχάριος und εὐδαίμων ist, 
die Jammergestalt des Kalliklei- 
schen Helden, des πονηρός und 


ἄϑλιος gegenüber, den ὃ ἀχό- 
λαστος, ὃν σὺ ἐπήνεις"". 

Kap. 63. Nachdem Sokrates 
noch einmal das Endresultat der 
ganzen bisherigen Betrachtung in 
dem Satze εἰ δὲ ἔστιν ἀληϑὴ — 
εἰ μέλλει εὐδαίμων εἶναι in posi- 
tiver und in negativer Form (σω- 
φροσύνην διωχτέον, ἀκολασίαν 
φευχτέον) zusammengefalst hat, 
giebt er den Gedanken in der Form 
der eigentlichen Lebensregel: ov- 
τος δοχεῖ ὃ σχοπὸς εἶναι, πρὸς 
ὃν βλέποντα δεῖ ζῆν oder, wie wir 
wieder sagen würden, πρὸς ὃν 
Foren: δεῖ ζῶντα „das ist das 

iel, welches man während des 
Lebens im Auge haben muls.“ Dem 
βλέποντα parallel steht im folgen- 
den συντείνοντα, das als Akku- 


TOPTIA2Z. 143 


B \ 5 x a , za m \ ’ 
ὁ σχοπὸς εἶναι, πρὸς ὃν βλέποντα δεῖ ζῆν, καὶ τιάντα 
eig τοῦτο χαὶ τὰ αὑτοῦ συντείνοντα xal τὰ τῆς πόλεως, 
u ’ N \ ΄ α« 7 
ὅπως δικαιοσύνη παρέσται χαὶ σωφροσύνη τῷ μαχαρέῳ 
᾿ ὯΝ Ω ΄ 2 λ >“ 
μέλλοντι ἔσεσϑαι, οὕτω πράττειν, οὐχ ἐπιϑυμίας ξῶντα 
ἀκολάστους εἶναι χαὶ ταύτας ἐπιιχειροῦντα τιληροῦν, ἀνή- 
’ “Ὁ ’ - N 14 
γυτον χαχόν, λῃστοῦ βίον ζῶντα. οὔτε γὰρ ἂν ἄλλῳ av- 
ϑρώττῳ προσφιλὴς ἂν εἴη ὃ τοιοῦτος οὔτε ϑεῷ" κοινω- 
-" ‚ x , ,ὕ 2 
γεῖν γὰρ ἀδύνατος" ὅτῳ δὲ μὴ ἔνε κοινωνία, φιλία οὐκ 
2 » \ 2 ς , 3 , \ 2 \ 
ἂν εἴη. φασὶ δ᾽ οἱ σοφοί, ὦ Καλλίκλεις, καὶ οὐρανὸν 
χαὶ γῆν χαὶ ϑεοὺς χαὶ ἀνθρώπους τὴν κοινωνίαν συν- 
ἔχειν χαὶ φιλίαν χαὶ κοσμιότητα χαὶ σωφροσύνην χαὶ 
διχαιότητα, καὶ τὸ ὅλον τοῦτο διὰ ταῦτα χόσμον χαλοῦ-- 
σιν, ὦ ἑταῖρε, οὐκ ἀκοσμίαν οὐδὲ ἀχολασίαν. σὺ δέ μοι 
δοχεῖς οὐ προσέχειν τὸν νοῦν τούτοις, χαὶ ταῦτα σοφὸς 
2 3 \ + , [4] ἘΠΊ ς \ 2 er 
ὧν, ἀλλὰ λέληϑέ σε ὁτι ἡ ἰσότης ἡ γεωμετρικὴ καὶ ἐν ϑεοῖς 
χαὶ ἐν ἀνθρώποις μέγα δύναται" σὺ δὲ πλεονεξίαν oleı 
- - ,ὔ \ » \ , 
δεῖν ἀσχεῖν" γεωμετρίας γὰρ ἀμελεῖς. εἶεν" ἢ ἐξελεγχτέος 
[4 ς , ς - 7ὔὕ ς ΄ 
δὴ οὗτος ὃ λόγος ἡμῖν ἐστίν, ὡς οὐ δικαιοσύνης καὶ σω- 
΄ , I , 
φροσύνης χτήσει εὐδαίμονες οἱ εὐδαίμονες, καχίας δὲ οἱ 
ἄϑλιοι * ἄϑλιοι *, ἢ εἰ οὗτος ἀληϑής ἔστι, σχετττέον Ti 


sativ des Singulars zu dem Ver- 
bum πράττειν Subjekt ist, wie 
βλέποντα zu ζῆν: zal ovvreivov- 
τα (sich anstrengend, mit Anspan- 
nung aller Kraft, wie wir in dem- 
selben Bilde sagen, συντόνως) 
πράττειν πάντα, χαὶ τὰ αὑτοῦ 
χαὶ τὰ τῆς πόλεως, ουτως, ὅπως 
δικαιοσύνη παρέσται χ.τ. δ. Das 
Lebensziel begründet er oder be- 
kräftigt er durch den Hinweis auf 
die Haupteigenschaft des sittlichen 
Menschen, durch die sittliche For- 
derung des zoıwwveiv, der zoıwo- 
via, der Fähigkeit, sich zu gesel- 
len, sich anzuschlieflsen, als deren 
praktische Folge er die φιλία und 
die χοσμιότης, die σωφροσύνη 
und die διχαιότης, wie er statt 
der gebräuchlicheren Form δικαιο- 
σύνη sagt, hinstellt. Den Begriff 
scheint er der Lehre der Pythago- 


räer entlehnt zu haben, auf welche 
er offenbar auch im folgenden, den 
Kallikles spöttisch tadelnd, hin- 
zeigt: „du willst ein σοφός sein, 
und kennst nicht einmal des Py- 
thagoras Lehre von der ἰσότης ἢ 
γεωμετριχή, der Forderung der 
mathematisch strengen Gleichheit, 
an deren Stelle du, die gleiche Be- 
rechtigung der Existenz leugnend, 
die πλεονεξία setzest, nicht ein 
ἰσος und damit ein χοινωνός, SON- 
dern ein πλέον. ἔχων sein willst.“ 
Tewuerglas, γὰρ ἀμελεῖς setzt er 
wieder spöttisch hinzu: „denn du 
hast keine Ahnung, was man den- 
ken heifst nach streng geometri- 
scher, mathematischer Methode, 
welche die Willkür ausschlielst. Zu 
dem κακίας δὲ οἱ ἄϑλιοι, der Les- 
art aller Handschriften, hat Hein- 
dorf vor und (, F. Hermann hinter 


- 


144 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τὰ συμβαίνοντα. τὰ πρόσϑεν ἐχεῖνα, ὦ Καλλίχλεις, συμ- 
᾿ ’ > T 2 , 
βαίνει πάντα, Ep οἷς σύ με ἤρου, εἰ σπουδάζων λέγοιμι, 
,ὕ C , ’ - 
λέγοντα ὅτι χατηγορητέον εἴη xal αὑτοῦ καὶ υἱέος χαὶ 
, ͵ - - - Er 
ἑταίρου, ἐάν τι ἀδιχῇ, καὶ τῇ δητοριχῇ ἐπὶ τοῦτο χρη- 
’ ᾿ Ἁ a - ’ ’ « - 
στέον" χαὶ ἃ Πῶλον αἰσχύνῃ ᾧὥου συγχωρεῖν, ἀληϑῆ ἄρα 
3 9 3 - - 2 Ἢ , 
ἣν, τὸ εἶναι τὸ ἀδιχεῖν τοῦ ἀδιχεῖσϑαι, ὅσῳπερ αἴσχιον, 
τοσούτῳ κάκιον" χαὶ τὸν μέλλοντα ὀρϑῶς δητοριχὸν ἔσε- 
σϑαι δίκαιον ἄρα δεῖ εἶναι καὶ ἐπιστήμονα τῶν δικαίων, 
a 5 Y ΕἾ - 2 ὴ ‚ ε - 
ὃ αὖ Τοργίαν ἔφη Πῶλος δὲ αἰσχύνην ὁμολογῆσαι. 
‚ ΄ ΄ , > 
64. Τούτων δὲ οὕτως ἐχόντων σχεψώμεϑα, τί ποτ 
2 \ a 23 Nah N 5 - , a ” ς 
ἐστὶν ἃ σὺ ἐμοὶ ονειδίζεις, apa καλῶς λέγεται n οὔ, ὡς 
ἄρα ἐγὼ οὐχ οἷός τ᾽ εἰμὶ βοηϑῆσαι οὔτε ἐμαυτῷ οὔτε 
-» , > - ’ - 
τῶν φίλων οὐδενὶ οὐδὲ τῶν οἰχείων, οὐδ᾽ ἐχσῶσαι ἐκ 
τῶν μεγίστων χινδύνων, εἰμὶ δὲ ἐπὲ τῷ βουλομένῳ ὥσττερ 
οἵ ἄτιμοι τοῦ ἐϑέλοντος, ἂν τε τύπτειν βούληται, τὸ νεα- 
\ x - - - [4 2 \ [4 a 3 ’ὔ’ [4 
γιχὸν δὴ τοῦτο τοῦ σοῦ λόγου, ἐπὶ χόρρης, ἐάν τὲ χρή- 
3 - 2.8 3 “ μ᾽ - ΄ a 
ματα ἀφαιρεῖσϑαι, Eav τε ἔχβαλλειν Ex τῆς πόλεως, ἐάν 
τε, τὸ ἔσχατον, ἀποχτεῖναι" χαὶ οὕτω διαχεῖσϑαι πάν- 
των δὴ αἴσχιστόν ἔστιν, ὡς ὁ σὸς λόγος. ὃ δὲ δὴ ἐμὸς, 
[4 4 \ » ΡΣ 2 \ \ ’ ge, 
ὅστις πολλάχις μὲν ἤδη εἴρηται, οὐδὲν δὲ κωλύει καὶ ἔτι 
λέγεσθαι" οὔ φημι, ὦ Καλλίχλεις, τὸ τύπτεσϑαι ἐπὶ 


οἱ ἄϑλιοι ein prädikalives ἄϑλιοε ἐμοὶ ὀνειδίζεις), an und wieder- 


eingeschoben ; absolut nötig ist dies 
nicht, da griechische Lebhaftigkeit 
das selbstverständliche Prädikat 
kaum vermissen dürfte. Zum Schluls 
wird dann zuerst Kallikles wieder 
wegen einer seiner ‚unüberlegten 
Redensarten, des eine μοι, ὦ Aaı- 
ρεφῶν, σπουδάζει ταῦτα Σαδ, 
τῆς; mit welcher er so hochge- 
mut das dem Polos entwundene 
Schwert aufhob, gegeilseltund dann 
Kallikles und Polos verspottet, der 
eine, weil er den Polos, der an- 
dere, weil er den Gorgias mit dem 
αἰσχύνεσϑαι entschuldigen wollte. 

ap. 64. Sokrates wendet die 
bewiesenen Sätze auf die einzel- 
nen Vorwürfe, welche ihm Kalli- 
kles gemacht hat (τί ἐστιν ἃ σὺ 


holt ihn beschämend des Kallikles 
Vorwurf, dafs Sokrates nicht im- 
stande sei, sich, seinen Freunden 
und Verwandten zu helfen. Er hält 
ihm mit ruhigem Ernst seinen gro- 
ben Ausdruck vor aus Kap. 41, 
dafs Sokrates verdient habe, Ohr- 
feigen zu bekommen ; denn ‚darauf 
läuft ja doch des Kallikles ? ἔξεστιν 
ἐπὶ χόρρης τύπτοντα μὴ διδόναι 
δίχην hinaus. Er beschämt dabei 
den Kallikles durch ein mildes 
Wort, wie das τὸ γεανιχὸν δὴ 
τοῦτο τοῦ σοῦ λόγου ist, das ja 
doch heifst: „wie du in jugendli- 
cher Übertreibung ‚dich ausdrück- 
test.“ Das τὰ χρήματα ἀφαιρεῖ- 
σϑαι des Kallikles, das dieser für 
eines der grölsten Übel ansah, das 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 145 
χόρρης ἀδίκως αἴσχιστον εἶναι, οὐδέ γε τὸ τέμνεσϑαι 
οὔτε τὸ σῶμα τὸ ἐμὸν οὔτε τὸ ϑαλάντιον, ἀλλὰ τὸ τὐτίτειν᾿ 
καὶ ἐμὲ καὶ τὰ ἐμὰ ἀδίκως χαὶ τέμνειν χαὶ αἴσχιον καὶ 
χάχιον, χαὶ χλέπτειν γ8 ἅμα χαὶ ἀνδραποδίζεσϑαι χαὶ 
τοιχωρυχεῖν χαὶ συλλήβδην ὁτιοῦν ἀδικεῖν καὶ ἐμὲ καὶ 
τὰ ἐμὰ τῷ ἀδιχοῦντι xal xaxıov χαὶ αἴσχιον εἶναι ἢ ἐμοὶ 
τῷ ἀδιχουμένῳ. ταῦτα ἡμῖν ἄνω Exel ἐν τοῖς πιορόσϑε 
λόγοις οὕτω φανέντα, ὡς ἐγὼ λέγω, κατέχεται χαὶ δέ- 
δέεται, καὶ εἰ ἀγροιχότερόν τι eisteiv ἔστι, σιδηροῖς χαὶ 
ἀδαμαντίνοις λόγοις, ὡς γοῦν ἂν δόξειεν οὑτωσί, οὺς σὺ 
εἰ μὴ λύσεις ἢ σοῦ τις νεανιχώτερος, οὐχ οἷόν τε ἄλλως 
λέγοντα ἢ ὡς ἐγὼ νῦν λέγω χαλῶς λέγειν" ἐπεὶ ἔμοιγε 
ὃ αὐτὸς λόγος ἐστὶν ἀεί, ὅτι ἐγὼ ταῦτα οὐκ οἶδα ὅττως 
ἔχει, ὅτι μέντοι ὧν ἐγὼ ἐντετύχηχα, ὥσπερ νῦν, οὐδεὶς 
οἷός τ᾽ ἐστὶν ἄλλως λέγων μὴ οὐ χαταγέλαστος εἶναι. 
ἐγὼ μὲν οὖν αὖ τέϑημι ταῦτα οὕτως ἔχειν" εἰ δὲ οὕτως 
ἔχει χαὶ μέγιστον τῶν καχῶν ἐστὶν ἡ adızia τῷ ἀδικοῦντι 
χαὶ Erı τούτου μεῖζον μεγέστου RB εἰ οἷόν τε, τὸ ἀδι- 
χοῦντα μὴ διδόναι δίκην, tiva ἂν βοήϑειαν. μὴ δυνάμενος 
ἄνθρωπος re ἑαυτῷ καταγέλαστος ἂν EN ἀληϑείᾳ 
ein; ag’ οὐ ταύτην, ἥτις ἀποτρέψει τὴν μεγίστην ἡμῶν 
βλάβην; ἀλλὰ πολλὴ ἀνάγκη ταύτην εἶναι τὴν αἰσχίστην 

βοήϑειαν, μὴ δύνασθαι βοηϑεῖν μήτε αὑτῷ μήτε τοῖς 


man jemand zufügen könne, be- 
handelt er dann wie eine Bagatell- 
sache in dem Ausdruck τέμνεσθαι 
τὸ βαλάντιον. „Die βαλάντια 
waren lederne Beutel — sagt die 
Erklärung von Deuschle -Gron — 
zur Aufbewahrung des Geldes, die 
man an dem Gürtel befestigte. Die 
βαλαντιοτόμοι waren Leute, die 
aus dem Abschneiden solcher Beu- 
tel auf dem Markte und in Bädern 
ein Geschäft machten wie unsere 
Taschendiebe.* Es waren also, 
wie wir auch sagen, Beutelschnei- 
der, und Sokrates neckt den Kallik- 
les insofern, als er die Leute, welche 
dieser als so schlimm und gefähr- 
Plato, Gorgias, 


lich hinstellte, auf das Niveau der 
Taschendiebe herabdrückt. Wie 
er weiterhin mit drohend erhobe- 
nem Finger in den Worten χαὶ εἰ 
ἀγφοικότερόν τι εἰπεῖν ἐστι und 
dem 7 σοῦ τις νεανιχώτερος auf 
Redewendungen des Kallikles an- 
spielt, liegt zutage. Zum Schlufs 
fafst er den Gedanken des Kapi- 
tels noch einmal in die wirksame 
Form der Frage und Antwort, der 
Frage τίνα ἂν βοήϑειαν - χα- 
ταγέλαστος ἂν τῇ ἀληϑείᾳ εἴη; 
und der Antwort: ἀλλὰ πολλὴ 
ἀνάγκη ταύτην εἶναι τὴν αἰσχί- 
στην βοήϑειαν x. τ. δ. Zu dem 
letzteren Ausdrucke sagt Stallbaum : 


10 


146 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


αὑτοῦ φίλοις τε χαὶ οἰχείοις, δευτέραν δὲ τὴν τοῦ δευ- 
τέρου χαχοῦ καὶ τρίτην τὴν τοῦ τρίτου χαὶ τἄλλα οὕτως, 
ὡς ἕχαάστου χαχοῦ μέγεϑος πέφυχεν, οὕτω χαὶ χάλλος 
τοῦ δυνατὸν εἶναι ἐφ᾽ ἕχαστα βοηϑεῖν χαὶ αἰσχύνη τοῦ 
μή. aga ἄλλως ἢ οὕτως ἔχει, ὦ Καλλίκλεις; 

KAA. Οὐχ ἄλλως. 

65. ΣΩ. Ζυοῖν οὖν ὄντοιν, τοῦ ἀδικεῖν τε χαὶ ἀδι- 
χεῖσϑαι, μεῖζον μέν φαμὲν χαχὸν τὸ ἀδικεῖν, ἔλαττον δὲ 
τὸ ἀδιχεῖσϑαι. τί οὖν ἂν παρασχευασάμενος ἄνϑρωτιος 
βοηϑήσειεν αὑτῷ, ὥστε ἀμφοτέρας τὰς ὠφελείας ταύτας 
ἔχειν, τήν TE ἀπὸ τοῦ μὴ ἀδικεῖν χαὶ τὴν ἀπὸ τοῦ μὴ 
ἀδιχεῖσϑαι; “πτότερα δύναμιν ἢ βούλησιν; ὧδε δὲ λέγω" 
πότερον ἐὰν μὴ βούληται ἀδιχεῖσϑαι, οὐχ ἀδικήσεται, ἢ 
ἐὰν δύναμιν παρασχευάσηται τοῦ μὴ ἀδιχεῖσϑαι, οὐκ 
ἀδικήσεται; 

KAA. ΖΔῆλον δὴ τοῦτό γε, ὅτε ἐὰν δύναμιν. 

SQ. Τί δὲ δὴ τοῦ ἀδικεῖν; πότερον ἐὰν μὴ βούλη- 
ται ἀδικεῖν, ἱκανὸν τοῦτ᾽ ἐστίν — οὐ γὰρ ἀδικήσει --- 
ἢ καὶ ἐπὶ τοῦτο δεῖ δύναμέν τινα καὶ τέχνην πτταρασχευά- 
σασϑαι, ὡς, ἐὰν μὴ μάϑῃ αὐτὰ καὶ ἀσχήσῃ, ἀδιχήσει; 


Mirum hoc loquendi genus videa- 
tur, quo τὸ μὴ δύνασθαι βοηϑεῖν 
dieitur αἰσχίστη βοήϑεια, quum 
deberet turpissima vocari inopia. 
Sed nihil loco movendum. In ani- 
mo habuit hane sententiam: ἀνάγ- 
xn τοῦτο αἴσχιστον εἶναι, μὴ 
δύνασϑαι Tavemv τὴν ve Scheint 
Bonselv ξαυτῷ x. τ. ξ. Mir scheint 
Sokrates πολλὴ ‚avayn ταύτην 
εἶναι τὴν αἰσχίστην βοήϑειαν, 
μὴ δύνασϑαι βοηϑεῖν gesagt zu 
haben für: πολλὴ ἀνάγχη aloyı- 
στον εἶναι, ταύτην τὴν βοήϑειαν 
μὴ δύνασϑαι βοηϑεῖν κ. τ. δ. Die 
milde Form des Tadels, den So- 
krates ausspricht, scheint den Kal- 
likles zu packen, und er beginnt 
deshalb wieder zu antworten. 
Kap. 65. Sokrates beginnt die 


Frage zu erörtern, ob zur Vermei- 
dung des μὴ ἀδικεῖν und des μὴ 


ἀδικεῖσϑαι eine δύναμις. oder eine 
βούλησις nötig sei, ob ein Wollen 
genüge, beiden zu entgehen, oder 
ob ein Können dazu notwendig 
erworben werden müsse. Es cha- 
rakterisiert den Kallikles als noch 
Jungen, edel veranlagten Mann, dals 
er seine Erregtheit schnell verges- 
sen hat und jetzt sich dem Reize, 
die Untersuchung auch seinerseits 
zu fördern, nicht verschlielsen kann. 
Er hat offenbar eingesehen, dals er 
gegen Sokrates zu ausfallend ge- 
wesen ist, und sucht nun einiger- 
malsen einzulenken. Er antwor- 
tet zuerst unbedingt zugestehend 
d.h. die Frage unbedingt bejahend 
so, wie er sie auffalst; denn er 
denkt offenbar mit dem δῆλον δὴ 
τοῦτό γε die Meinung des So- 
krates auszusprechen. Ergiebt dann 
seinen Wunsch oflen zu erkennen, 


TOPTIAZ. 147 


ti οὐχ αὐτό γέ μοι τοῦτο ἀτπτεχρίνω, ὦ Καλλέχλεις, πό- 
τερόν σοι δοκοῦμεν ὀρϑῶς ἀναγχασϑῆναι ὁμολογεῖν ἐν 
- 27 ’ 2 ΄ \ “ a ” ς 
τοῖς ἔμπροσϑεν λόγοις ἐγὼ τὲ καὶ Πῶώλος ἡ οὔ, ἡνίκα 
c ’ ; ,ὔ , Ἢ Ex 2 >» 
ὡμολογήσαμεν μηδένα βουλόμενον ἀδιχεῖν, ἀλλ᾽ ἄκοντας 


τοὺς ἀδιχοῦντας πάντας ἀδικεῖν; 
KAA. Ἔστω σοι τοῦτο, ὠ Σώχρατες, οὕτως, ἵνα 


διαπεράνῃς τὸν λόγον. 


ΣΩ, Καὶ ἐπὶ τοῦτο ἄρα, ὡς ἔοικε, EUREN 
ἐστὶ δύναμίν τινα χαὶ τέχνην, ὅπως un ἀδικήσομεν. 


KAA. Πανυ γε. 
ΣΩ. 


, = Ψ | x 7, - - - 
Τίς ουν TOT ἔστι Teyvn τῆς TTEOAOKEUNG του 


μηδὲν ἀδικεῖσθαι ἢ ὡς ὀλίγιστα; σκέψαι εἰ σοὶ δοκεῖ 


ἥπτερ ἐμοί. ἐμοὶ μὲν γὰρ δοχεῖ ἥδε" 


2Ὰ I \ 2 ὃ - 
ἢ αὕτον ἄρχειν θεῖν 


ἐν τῇ πόλει ἢ καὶ τυρρανεῖν, ἢ τῆς ὑπαρχούσης πολι- 


τείας ἑταῖρον εἶναι. 


KAA. Ὁρᾷς, ὦ Σώχρατες, ὡς ἐγὼ ἕτοιμός εἶμι 
ἐπαινεῖν, ἄν τι χαλῶς λέγης; τοῦτό μοι δοκεῖς πάνυ κα- 


λῶς εἰρηκέναι. 


die Untersuchung fortgeführt und 
zum Ende gebracht zu sehen: ἵνα 
διαπεράνῃς τὸν λόγον d.i. „ich 
wünsche, dafs du deinen Gedan- 
kengang nicht unterbrichst“. Er 
freut sich endlich offenbar, dafs er 
rückhaltlos dem Gegner beizupflich- 
ten vermag: δρᾷς, ὡς ἐγὼ ἕτοι- 
μός εἰμι παινεῖν und δοχεῖς 
πάνυ καλῶς εἰρηκέναι. Na- 
türlich ahnt er nicht, dafs. Sokra- 
tes wieder mit ihm spielt. Das 
thut er, indem er zunächst nicht 
das um adızeiv, sondern das μὴ 
ἀδικεῖσθαι voranstellt bei seiner 
Frage und damit, weil die Antwort 
auf die Frage nach dem Werte der 
βούλησις und der δύναμις dem μὴ 
ἀδικεῖσθαι gegenüber leichter ist 
als dem μὴ ἀδικεῖν gegenüber, dem 
Gegner wieder Lust macht, auf 
einen Dialog sich einzulassen. Die 
zweite Frage, die schwerere und 
entscheidende: τί δὲ δὴ τοῦ ἀδι- 
κεῖν; zögert denn auch Kallikles 


zu beantworten, um so mehr, als 
Sokrates den Schelm durchblicken 
läfst, wenn er auf seine und des 
Polos Untersuchung zurück weist, 
mit dem ἀναγχασϑῆναι ὅμο- 
λογεῖν den Polos neckend, der ja 
freiwillig d. i. wenn er hätte aus- 
weichen können, den Satz ἄχον- 
τας τοὺς ἐδυωοάνεας πάντας ἀδι- 
κεῖν nie zugegeben haben würde. 
Das Wort, auf welches es ihm dann 
ankommt, läfst er wieder zuerst 
wie zufällig unterlaufen: χαὲ ἐπὲ 
τοῦτο ἄρα παρασχευαστέον ἐστὶ 
δύναμίν τινα zei τέχνην, um 
alsdann erst mit dem τίς οὖν ποτ᾽ 
ἐστὶ τέχνη direkt danach zu fragen. 
Er stellt deah wieder das um adı- 
χεῖσθαι in den Vordergrund, auch 
darin scheinbar dem Kallikles ent- 
gegen kommend, dafs er dem ἄρ- 
εἰν ein N, χαὶ τυραννεῖν beigiebt. 
Mit dem ἑταῖρον deutet er wie 
oben, auf die Hetärie, den poli- 
tischen Parteiklub, hin. 


10* 


148 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


66. ΣΩ, Σκόσεει δὴ χαὶ τόδε ἐάν σοι δοχῶ εὖ λέ- 
γειν. φίλος μοι δοχεῖ ἕχαστος ἑχάστῳ εἶναι ὡς οἷόν τε 
μάλιστα, ὅνπερ οἱ παλαιοί τε χαὶ σοφοὶ λέγουσιν, ὃ 
ὅμοιος τῷ ὁμοίῳ. οὐ χαὶ σοί; 


KAA. Ἔμο ıye. 


BE 39. Οὐκοῦν ὅπου τύραννός ἐστιν ἄρχων ἄγριος χαὶ 


ἀπαίδευτος, εἴ τις τούτου ἐν τῇ γόλει ττολὺ βελτίων εἴη, 
φοβοῖτο δήττου ἂν αὑτὸν ὃ τύραννος χαὶ τούτῳ ἐξ ἅπαν- 
τος τοῦ νοῦ οὐχ ἂν ποτε δύναιτο φίλος γενέσϑαι; 


KAA. Ἔστι ταῦτα. 


ΣΩ, Οὐδέ γε εἴ τις πολὺ φαυλότερος εἴη, οὐδ᾽ ἂν 
οὗτος" καταφρονοῖ γὰρ ἂν αὐτοῦ ὃ τύραννος χαὶ οὐκ ἂν 
σοτὲ ὡς 7005 φίλον σπουδάσειεν. 

KAA. Καὶ ταῦτ᾽ ἀληϑῆ. 

ΣΩ. Aesinera δὴ ἐκεῖνος μόνος ἄξιος λόγου φίλος 


Kap. 66. Dafs die nächste Un- 
tersuchung ein heiteres Kleid zei- 
gen wird, verraten die ersten Worte 
des Sokrates, das ἐάν σοι δοχῶ EV 
λέγειν, mit dem er das τοῦτό μοι 
δοχεῖς πάνυ χαλῶς εἰρηκέναι des 
Kallikles persifliert. Sokrates stellt 
denn auch scherzend an die Spitze 
derselben ein nicht bewiesenes 
Sprichwort und beruft sich auf 
Autoritäten, wohl wissend, dafs 
man mit beidem keinen logischen 
Beweis führen kann. Er will dies 
aber eben nicht, sondern nur sei- 
nen Gegnern und seinen Tadlern 
die Widersprüche vorhalten, zu de- 
nen ihre Forderungen führen. Er 
stellt also ein Sprichwort voran: 
ὃ ὅμοιος τῷ ὁμοίῳ, das unsere 
Sprache eigentlich besser giebt, 
wenn sie sagt: „Gleich und gleich 
gesellt sich gern‘; denn sie deu- 
tet mit dem „gern“ an, dals sich 
wohl auch gleich und ungleich, 
das sich Ergänzende, gesellt und 
befreundet. Als Gewährsmänner 
nennt er dann die alten Weisen: 
das Sprichwort lebte eben im Munde 
des Volkes, und das ἐπὶ τῷ low 


χαὶ ὁμοίῳ war ja selbst zu einer 
Formel politischen Parteilebens ge- 
worden. Das ὅμοιος τῷ ὁμοίῳ 
macht den Kallikles ängstlich; 
denn es stellt ihm, wenn er sei- 
nen Wünschen treu bleibt, als den, 
dem zu gleichen er bestrebt sein 
muls, einen Mann wie Archelaos 
von Macedonien vor Augen. Dem 
Sprichworte zu widersprechen, seine 
Allgemeingiltigkeit anzugreifen ver- 
mag er nicht; denn für Leute sei- 
ner Art haben ja Sentenzen Be- 
weiskraft; „er antwortet also scheu, 
zögernd: ἔμοιγε, und der ersten 
Antwort entsprechen die nächsten. 
Sokrates giebt nun, wieder ganz 
nach der Denkweise des Kallikles 
und Polos, die es ebenso gemacht 
haben, ein krasses Beispiel und 
stellt als Bild des ἄρχων, wie es 
Kallikles gethan, spöttisch die Aus- 
nahme des ἄρχων hin, den τύραν- 
γος, den ἄγριος χαὶ ᾿ἀπαίδευτος, 
von dem als ὅμοιος geliebt zu wer- 
den ἐξ ἅπαντος τοῦ νοῦ „von gan- 
zem Herzen“, wie wir mit dem- 
selben Worte (ganz) sagen, den 
jungen Mann aus anständiger "Fa- 


TOPTIAZ. 149 


m ΄ a 2 c 9. ” TR 7, Wa = 
τῷ τοιούτῳ, ὃς ἂν ὁμοήϑης WV, ταὐτὰ ψέγων καὶ ἔπαι 

- 3 ” ER -» - # Δ ἔν. 
γῶν, δϑέλῃ ἄρχεσθαι καὶ ὑποχεῖσϑαι τῷ ἄρχοντι. οὗτος 
μέγα ἐν ταύτῃ τῇ πόλει δυνήσεται, τοῦτον οὐδεὶς χαίρων 
ἀδικήσει. οὐχ οὕτως ἔχει; 

KAA. Ναί. 

ΣΩ. Ei ἄρα τις ἐννοήσειεν ἐν ταύτῃ τῇ πόλει τῶν 
γέων, τίνα ἂν τρόπον ἐγὼ μέγα δυναίμην καὶ μηδείς μὲ 
2 - ς I ’ ς ” I - € ’ > > \ 3 
ἀδικοῖ, ἡ αὑτή, ὡς ἔοιχεν, αὐτῷ οδός ἔστιν, εὐϑὺς Ex 

> ’ ς x - 2) - ὌΝ, - 
γέου ἐϑίέζειν αὐτὸν τοῖς αὑτοῖς χαίρειν χαὶ ἄχϑεσϑαι τῷ 
δεστπτότῃ, καὶ sragaonevalsıy ὅπως ὅ τι μάλιστα ὅμοιος 
ἔσται ἐχείνῳ. οὐχ οὕτως; 

KAA. Ναί. 

ΣΩ. Οὐκχοῦν τούτῳ τὸ μὲν μὴ ἀδιχκεῖσϑαι καὶ μέγα 
δύνασϑαι, ὡς ὃ ὑμέτερος λόγος, ἐν τῇ πόλει διαττεπρά- 
ξεται. 

KAA. Πανυ γε. 

32. Ao’ οὖν καὶ τὸ μὴ ἀδικεῖν; ἢ πολλοῦ δεῖ, 
eirteo ὅμοιος ἔσται τῷ ἄρχοντι ὄντι ἀδίχῳ καὶ παρὰ 
τούτῳ μέγα δυνήσεται; ἀλλ᾽ οἶμαι ἔγωγε, γεᾶν τοὐναντέον 
οὑτωσὶ ἡ παρασκευὴ ἔσται αὐτῷ ἐπὶ τὸ οἵῳ τε εἶναι ὡς 
πλεῖστα ἀδιχεῖν καὶ ἀδικοῦντα μὴ διδόναι δίκην" ῃ γάρ; 

KAA. Φαίνεται. 


milie wahrhaft verblüffen mufls. zeigt und das von dem τις, zu wel- 
Aus dem ὅμοιος wird dann wei- chem es gehört, durch mehrere 
terhin der öuondms,, ein Wort, wel- Worte getrennt, um so treffender 
ches das ταὐτὰ ψέγων zul ἐπαι- wirkt, als es unerwartet auftritt, in 
γῶν erklärt, der hear ist der Wiederholung, des τῶν νέων 


(ἐθέλῃ) ἄρχεσϑαι χαὶ ὑποκεῖσϑαι 
„sich beherrschen zu lassen d. ἢ. 

willenlos sich zu unterwerfen“; 

denn der Begriff liegt wohl in ὑπο- 
χεῖσϑαι, dem Ausdruck der Ruhe, 
der ja eigentlich nur von willen- 
losen Sachen gilt und als Passivum 
von willensfähigen Personen nur 
bildlich gebraucht werden kann. Im 
folgenden liegt dann nicht gerade 
tief versteckt eine spöttische War- 
nung, in dem τῶν νέων, mit dem 
der Redner auf Kallikles und Polos 


in dem εὐϑὺς ἐκ νέου, in dem Hin- 
weis auf die recht nette Art der 
sophistischen Erziehung: ἐϑίζειν 
τοῖς αὐτοῖς χαίρειν καὶ ἄχϑεσϑαι 
τῷ δεσπότῃ, in dem vollen δια- 
πεπράξεται, mit dem das Ziel so 
scharf gezeichnet ist, dem der zu- 
eilt, welcher allein dem μὴ adızei- 
σϑαι entfliehen will. Der Kehrseite 
des Bildes gegenüber, welches den 
Schüler der Sophisten, der jedem 
ἄρχων ähnlich werden und nach 
Macht streben soll (ἔσται, δυνή- 


pn m nen - 


150 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ΣΩ. Οὐχοῦν τὸ μέγιστον αὐτῷ χαχὸν ὑπάρξει μο- 
χϑηρῷ ὄντι τὴν ψυχὴν χαὶ λὲλωβημέκῳ διὰ τὴν ru 
τοῦ δεσπότου χαὶ δύναμιν. 

KAA. Οὐκ old’ ὅπῃ στρέφεις ἑχάστοτε τοὺς λόγους 
ἄνω χαὶ κάτω, ὦ Σώχρατες" ἢ οὐχ οἶσϑα ὅτι οὗτος ὃ 
μιμούμενος τὸν μὴ μιμούμενον ἐχεῖνον ἀποχτενεῖ, ἐὰν 
βούληται, καὶ ἀφαιρήσεται τὰ ὄντα; 

ΣΩ. Οἶδα, ὦ ᾿᾽γαϑὲ Καλλίχλεις, εἰ μὴ κωφός γ᾽ 
εἰμί, καὶ σοῦ ἀχούων χαὶ Πεαλου ἄρτι πολλάκις καὶ τῶν 
ἄλλων ὀλίγου πάντων τῶν ἐν τῇ πόλει" ἀλλὰ χαὶ σὲ ἐμοῦ 
ἄχουε, ὅτι αττοχτενεῖ μέν, ἂν βούληται ἀλλὰ πονηρὸς ὧν 
καλὸν χαγαϑὸν ὄντα. 

KAA. Οὐκοῦν τοῦτο δὴ χαὶ τὸ ἀγαναχτητόν; 

ΣΩ. Οὐ νοῦν γε ἔχοντι, ὡς ὃ λόγος σημαίνει. ἢ οἴει 
δεῖν τοῦτο παρασχευάζεσϑαι ἄνθρωπον, ὡς πλεῖστον 
χρόνον ζῆν, χαὶ μελετᾶν τὰς τέχνας ταύτας, al ἡμᾶς ἀεὶ 
ἐχ τῶν χινδύνων σώζουσιν, ὥσπερ καὶ ἣν σὺ χελεύεις 
ἐμὲ μελετᾶν τὴν ῥητορικὴν τὴν ἐν τοῖς διχαστηρίοις δια- 
σωζουσαν; 

KAA. Ναὶ μὰ AM ὀρϑῶς γέ σοι συμβουλεύων. 


67. Σῶ, Ti de, ὦ βέλτιστε; ἢ καὶ ἡ τοῦ νεῖν ἐπι- 
στήμη σεμνή τίς σοι δοχεῖ εἶναι; 


σεται), als einen μοχϑηρὸς τὴν 
ψυχὴν und λελωβημένος zeigt, 
steht Kallikles dann ratlos da und 
sucht, wie früher, einer logischen 
Antwort auszuweichen und dem Ge- 
spräche eine andere Wendung zu 
geben. Das lälst Sokrates natür- 
lich nicht zu, sondern verweist ihm 
sein ἢ οὐχ οἶσϑα mit dem οἶδα, 
εἰ μὴ χωφός γ᾽ εἰμί, und zieht 
ihn auf den rechten Weg zurück 
mit dem ἀλλὰ χαὲ σὺ ἐμοῦ ἄχονε. 
Er schliefst dann den Beweis mit 
der Hindeutung auf das ὀνειδίζειν 
des Kallikles, mit einem Vergleiche, 
welcher sagt: „von mir zu verlan- 
gen, ich solle μελετᾶν τὴν Önro- 
ρικὴν τὴν ἐν δικαστηρίοις διασώ- 
ζουσαν Ist dasselbe, wie wenn man 


mich heilst ein Ououog τῷ τυράννῳ 
und damit ein μοχϑηρός und σο- 
νηρός statt eines χαλός χαάγαϑός 
werden. 

Kap. 67. Die Vergleiche, in de- 
nen sich Sokrates ergeht, sind 
äufserlich veranlalst durch die letz- 
ten Worte des Kallikles im vorigen 
Kapitel, in denen er seinen dem 
Sokrates erteilten Rat, sich der ge- 
richtlichen Rhetorik zu befleifsigen, 
damit er nicht dem ersten besten 
in die Hände falle, als richtig auf- 
recht erhält. Sokrates hält ihm 
entgegen, dals die Rhetorik, wie 
sie Kallikles auffasse, nicht einmal 
eine Kunst, sondern nur eine ἐπι- 
στή μη sei, etwas, das man durch 
blolse μδλέτη, ohne φύσις, sich an- 


TOPTIAZ. 151 


KAA. Ma Ai’ οὐκ ἔμοιγε. 

ΣΩ, Καὶ μὴν σώζει γε χαὶ αὕτη ἐκ ϑανάτου τοὺς 
ἀϑρώπους, ὅταν εἰς τοιοῦτον ἐμπέσωσιν, οὗ δεῖ ταύτης 
τῆς ἐπιστήμης. εἰ δ᾽ αὕτη σοι δοχεῖ σμικρὰ εἶναι, ἐγὼ 
σοι μείζονα ταύτης ἐρῶ, τὴν κυβερνητιχήν, ἢ οὐ μόνον 
τὰς ψυχὰς σώζει, ἀλλὰ χαὶ τὰ σώματα χαὶ τὰ χρήματα, 
ἐχ τῶν ἐσχάτων χινδύνων, ὥσττερ ἡ ῥητορική" χαὶ αὕτη 
μὲν προσεσταλμένη ἐστὶ καὶ χοσμία, καὶ οὐ σεμνύνεται 
ἐσχηματισμένη ὡς ὑπτερήφανόν τι διαπραττομένη, ἀλλὰ 
ταὐτὰ διατεραξαμένη τῇ διχανικῇ, ἐὰν μὲν ἐξ Αἰγίνης 
δεῦρο σώσῃ, οἶμαι δύ᾽ ὀβολοὺς ἐπράξατο, ἐὰν δὲ ἐξ Alyv- 
πτου ἢ ἐκ τοῦ Πόντου, ἐὰν πάμπολυ, ταύτης τῆς μεγά- 
λης εὐεργεσίας, σώσασ᾽ ἃ νῦν δὴ ἔλεγον, χαὶ αὐτὸν καὶ 
παῖδας καὶ χρήματα χαὶ γυναῖχας, ἀποβιβάσασ᾽ εἰς τὸν 
λιμένα δύο δραχμὰς ἐτεράξατο, nal αὐτὸς ὃ ἔχων τὴν τέ- 
χνὴην χαὶ ταῦτα διαπραξάμενος ἐχβὰς παρὰ τὴν ϑάλατταν 


eignen, erlernen könne, wie die 
Kunde, das Verständnis des Schwim- 
mens, das ja auch Menschen rette, 
wenn sie ins Wasser gefallen seien 
ἃ. 1. εἰς τοιοῦτον, οὗ δεῖ ταύτης 
τῆς ἐπιστήμης. Statt der ἐπιστήμη 
des Schwimmens bietet er dann dem 
Kallikles zum Vergleich mit der 
Rhetorik, die sich ja auch eine τέ- 
vn nennt, die χυβερνητικὴ τέχνη, 
welche, wie er mit rhetorischer 
Phrase spottend sagt, nicht allein 
die Seelen, sondern auch die Leiber 
und das Geld rettet, wie dies die 
Rhetorik auch thun will, indem sie 
τὰς ψυχάς vor dem Tode, τὰ σώ- 
ματα vor Banden und sonstigen 
Leibesstrafen und τὰ χρήματα vor 
der Konfiskation bewahrt. Die 
Kunst des χυβερνήτης stellt er dann 
in scharfen Gegensatz zu der der 
Rhetoren: sie ist bescheiden — 
προσεσταλμένη d.i. sich nicht auf- 
bauschend und zooul« d. i. in 
schliehter Ordnung einherschrei- 
tend, während die andere (der z00- 
μία entgegen) den Anspruch er- 

ebt, σεμνή zu sein (σεμνύνεται) 


und (der προσεσταλμένη gegen- 
über) sich eine Gestalt giebt (ἐσχη- 
ματισμένη), als habe sie wunder 
was durchgesetzt; die Steuermanns- _ 
kunst kann auf ein διαπράττεσϑαι 
ebensogut Anspruch machen, wie 
die δικανική ἃ. ἰ. ἡ δητορικὴ ἡ ἐν 
τοῖς δικαστηρίοις, aber sie ist mit 
einem πράττεσϑαι zufrieden, ob- 
wohl sie in der That eine rettende 
Kunst ist (Sokrates scherzt mit den 
Ausdrücken διαπράττεσϑαι, πράτ- 
τεσϑαι, σώζειν); für zwei Gro- 
schen oder, wenns hoch kommt, 
für zwei Drachmen rettet sie Mann 
(αὐτόν) und Kind und Habe und 
Frau, während die Rhetorik sich 
so hoch bezahlen lälst, wie der 
Gegensatz von selbst sich auf- 
drängt; und wenn er dann sein 
Werk vollbracht, geht der Steuer- 
mann bescheiden am Strande (παρὰ 
τὴν ϑάλατταν) spazieren in einem 
so einfachen Kleide, in seiner 
schlichten Seemannsjacke, während 
(wie der Redner ebenfalls nicht aus- 
führt; denn jeder sieht ja den prun- 
kenden Gorgias) der Rhetor im Pur- 


152 TAATQNOS 


χαὶ τὴν ναῦν περιπατεῖ ἐν μετρίῳ σχήματι. λογίζεσϑαι 
γάρ, οἶμαι, ἐττέσταται, ὅτι ἄδηλόν ἔστιν, οὕστινάς τε ὠφέ- 
ληχὲ τῶν συμπλεόντων οὐχ ἐάσας χαταποντωϑῆναι χαὶ 
οὕστινας ἔβλαψεν, εἰδὼς ὅτε οὐδὲν αὐτοὺς βελτίους ἐξε-- 
βίβασεν ἢ οἷοι ἐνέβησαν, οὔτε τὰ σώματα οὔτε τὰς ψυχάς. 
λογίζεται οὖν, orı οὐχ, ei μέν τις μεγάλοις καὶ ἀνιάτοις 
νοσήμασι χατὰ τὸ σῶμα συνεχόμενος μὴ ἀτπτετονέγη, οὗτος 
μὲν ἀϑλιός ἐστιν ὅτι οὐχ ἀπέϑανε, καὶ οὐδὲν ὕπο αὐτοῦ 
ὠφέληται" εἰ δέ τις ἄρα ἐν τῷ τοῦ σώματος τιμιωτέρῳ, 
τῇ ψυχῇ, πολλὰ νοσήματα ἔχει χαὶ ἀνίατα, τούτῳ δὲ βιω- 
τέον ἐστὶ χαὶ τοῦτον ὀνήσειεν, ἄν τε ἐκ ϑαλάττης ἄν τε 
ἐκ δικαστηρίου ἄν τε ἄλλοϑεν ὅιτοϑενοῦν σώσῃ, ἀλλ᾽ 
οἶδεν, ὅτι οὐχ ἄμεινόν ἔστε ζῆν τῷ μοχϑηρῷ ἀνϑρώπῳ" 
χαχῶς γὰρ ἀνάγκη ἐστὶ ζῆν. 

08. Διὰ ταῦτα οὐ νόμος ἐστὶ σεμνύνεσϑαι τὸν χυ- 
βερνήτην, καίπερ σώζοντα ἡμᾶς" οὐδέ γε, ὦ ϑαυμάσιε, 
τὸν μηχανοπιοιόν, ὃς οὔτε στρατηγοῦ, μὴ ὅτι χυβερνήτου, 
οὔτε ἄλλου οὐδενὸς ἐλάττω ἐνίοτε δύναται σώζειν" πό- 
λεις γὰρ ἔστιν ὅτε ὅλας σώζει. μή σοι δοχεῖ χατὰ τὸν 
διχανιχὸν εἶναι; καίτοι ei βούλοιτο λέγειν, ὦ Καλλίχλεις, 


dem gewöhnlichen Sprachgebrauch 
wohl mehr entsprechen. Vielleicht 
hat es hier der Wohllaut fallen las- 
sen, da ja ein anderes ἄν dem 
ὀνήσειεν folgt. 


purkleide auf goldenen Sandalen 
einherschreitet; sie stützt sich aber 
dabei (cf. Kap. 56) als echte Kunst, 
wie er scherzend sagt, auf den 
λόγος und das λογίζεσϑαι (λογί- 


ζεσϑαι γάρ, οἶμαι, ἐπίσταται und 
λογίζεται οὖν ὅτι οὐχ x. τ. ὃ), 
während die Rhetorik, wie oben 
die Kochkunst, ἀλόγως handelt; 
denn sie sagt sich: „ich weils nicht, 
habe ich jemandem ein ἀγαϑόν ZU- 
gefügt (ὠφέληχε), wenn ich ihn 
glücklich ans Land brachte, oder 
war es ein «usıvov für ihn, im 
Meere zu ertrinken u. S. w. 
Auffallend ist im letzten Satze 
des Kapitels der Übergang von dem 
Indikativ des ‚abhängigen Satzes 
βιωτέων ἐστί in den Optativ ὀνή- 
σειεν, da im Hauptsatz ein Präsens 
vorhergeht. Ein ὀνήσειεν ὧν würde 


ap. 68. Wie eben am Beispiele 
des Steuermannes, so zeigt Sokra- 
tes jetzt an dem des Maschinen- 
bauers, dafs das σώζειν nicht den 
Wert des Mannes ausmacht. Auch 
er ist ja eine Art πολιτικός; denn 
er rettet mit seinen Verteidigungs- 
maschinen oft ganze Städte, leistet 
also damit oft nicht weniger als 
ein siegreicher Feldherr. „Er scheint 
dir nicht mit dem διχανικὸς den 
Vergleich auszuhalten ὃ“ (ven σοι 
δοχεῖ χατὰ τὸν δικανικὸν εἶναι) 
fragt Sokrates um so ‚Spöttischer, 
als eben das πόλεις ὅλας σωζξε 
vorhergegangen ist; und fährt dann 


TOPTIA2. 153 
a € » ’ \ m N ΄ a ς δ 
ἅπερ ὑμεῖς, σεμνύνων τὸ τιρᾶγμα, καταχώσειεν ἂν ὑμᾶς 
τοῖς λόγοις, λέγων καὶ παραχαλῶν ἐπὶ τὸ δεῖν γίγνεσϑαι 
μηχανοτπτοιούς, ὡς οὐδὲν τάλλά ἐστιν" ἱκανὸς γὰρ αὐτῷ 
18 2 - » » 
ὃ λόγος. ἀλλὰ σὺ οὐδὲν ἧττον αὑτοῦ καταφρονεῖς καὶ τῆς 
» ς 3 , N 
τέχνης τῆς ἐκείνου, χαὶ ὡς ἐν ὀνείδει ἀποκαλέσαις ἂν 
-» = - 2 N - 
ungavorcoıov, καὶ τῷ viel αὐτοῦ οὔτ᾽ ἂν δοῦναι ϑυγατέρα 
> ΄ ὥδν Pi 3 N - - -» x 2 , , 
ἐϑέλοις, οὔτ᾽ ἂν αὐτὸς τῷ σαυτοῦ λαβεῖν τὴν ἐκείνου. 
χαίτοι ἐξ ὧν τὰ σαυτοῦ ἐπαινεῖς, τένε δικαίῳ λόγῳ τοῦ 
μηχανοτπεοιοῦ καταφρονεῖς χαὶ τῶν ἄλλων ὧν νῦν δὴ Ele- 
πο ὦ ΄, Ν , 5" τ το , 
γον; οἶδ᾽ ὅτι φαίης av βελτίων εἶναι καὶ Ex βελτιόνων. 
τὸ δὲ βέλτιον εἰ μή ἔστιν ὃ ἐγὼ λέγω, ἀλλ᾽ αὐτὸ τοῦτ᾽ 
ἐστὶν ἀρετή, τὸ σώζειν αὑτὸν χαὶ τὰ ἑαυτοῦ ὄντα ὁποῖός 
ς [4 
τις ἔτυχε, καταγέλαστός σοι ὁ ψόγος yiyveraı χαὶ μηχα- 
γοττοιοῦ χαὶ ἰατροῦ χαὶ τῶν ἄλλων τεχνῶν, ὅσαι τοῦ 
’ Ὁ 7 ur 5 D © ar 
σώζειν ἕνεχα τειεποίηνται. ἀλλ᾽, ὦ μαχάριε, ὅρα μὴ ἄλλο 
x - x 3 - 
τι τὸ γενναῖον χαὶ τὸ ἀγαϑοὸν ἢ τοῦ σώζειν τε καὶ σώζε- 
- a - ς ΄ 
σϑαι. μὴ γὰρ τοῦτο μέν, τὸ ζῆν ὁττοσονδὴ χρόνον — τόν 


fort: „freilich, er ist nicht, wie ihr, 
ein σεμνύνων τὸ πρᾶγμα d.i. er 
beansprucht nicht das Beiwort ogu- 
vov für seine Leistung; aber in 
den λόγοις ist er dafür euch so 
überlegen, dafs er euch damit über- 
schütten könnte.“ Wir können das 
Spiel, den Scherz, der in χαταχώ- 
σειεν ἂν ὑμᾶς τοῖς λόγοις und in 
dem ἱχανὸς γὰρ αὐτῷ ὃ λόγος 
liegt, nicht gut wiedergeben, weil 
wir einen Ausdruck, der zugleich 
Wort, Redensart, und Grund hielse, 
nicht besitzen. Für Kallikles klingt 
das τοῖς λόγοις, wie wenn Sokra- 
tes von Reden spräche, während 
er doch den λόγος, die Logik, den 
logischen Beweis im Sinne hat. 
Spöttisch ist ferner die Wendung 
παραχαλῶν ἐπὶ τὸ δεῖν γίγνεσϑαι 
μηχανοποιόν, weil sie die Auffor- 
derung des Kallikles, Sokrates möge 
der Philosophie den Abschied geben 
und ein Staatsmann werden, be- 
lächelt. In den Worten ὡς ἐν ὀνεί- 
deı ἀποχαλέσαις ἂν μηχανοποιόν 
liegt der Ton auf den beiden letz- 


ten Silben des μηχανοποιόν, wel- 
che mit dem vorhergehenden τῆς 
τέχνης korrespondieren: „du ver- 
achtest ihn und, was er seine Kunst 
nennt, und heifsest ihn wegwerfend 
nicht einen Maschinenkünstler, 
sondern einen Maschinenmacher, 
und — fährt er fort in humoristi- 
scher Weise — als reyvızog, wie 
du dir als önrooıxzoc vorkommst, 
willst du mit dem banausischen 
μηχανοπ 010 nicht einmal in ver- 
wandtschaftliche Beziehungen tre- 
ten“. Dem Schlusse des Kallikles, 
die Rhetorik sei vornehmer, ver- 
trete mehr den Begriff ἀρετή, 
spricht er die richtige Logik ab: 
τίνι διχαίῳ λόγῳ τοῦ μηχανο- 
ποιοῦ χαταφρονεῖς; denn die 
Phrase βελτίων καὶ ἐχ βελτιόνων 
ist nicht begründet. Wie er dann 
weiter mit dem wiederholten σώ- 
ζειν, dem χαταγέλαστος, dem yev- 
γναῖος, dem τόν γε ὡς ἀληθῶς av- 
ὅρα auf frühere Aufserungen des 
Kallikles anspielt, ist klar. In der 
Lesart der Vulgate μὴ γὰρ τοῦτο 


154 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ye ὡς ἀληϑῶς ἄνδρα ἐατέον ἐστὶ χαὶ οὐ φιλοψυχητέον, 
ἀλλὰ ἐτειτρέψαντα περὶ τούτων τῷ ϑεῷ καὶ πιστεύσαντα 
ταῖς γυναιξὶν, ὅτι τὴν εἱμαρμένην οὐδ᾽ ἂν εἷς ἐκφύγοι, 
τὸ ἐπὶ τούτῳ σχεπιτέον, τίν᾽ ἂν τρότιον τοῦτον ὃν μέλλοι 
χρόνον βιῶναι ὡς ἄριστα βιῴη, ἄρα ἐξομοιῶν αὑτὸν τῇ 
πολιτείᾳ ταύτῃ ἐν ἡ ἂν οἰχῇ, καὶ νῦν δὲ ἄρα δεῖ σὲ ὡς 
ὁμοιότατον γίγνεσϑαι τῷ δήμῳ τῷ .ϑηναίων, εἰ μέλλεις 
τούτῳ προσφιλὴς εἶναι χαὶ μέγα δύνασϑαι ἐν τῇ πόλει" 
τοῦϑ᾽ ὅρα εἰ σοὶ λυσιτελεῖ χαὶ ἐμοί, ὅττως μή, ὦ δαι- 
μόνιε, τιεισόμεϑα ὅττερ φασὶ τὰς τὴν σελήνην χαϑαιρού- 
σας, τὰς Θετταλίδας" σὺν τοῖς φιλτάτοις ἡ αἵρεσις ἡμῖν 
ἔσται ταύτης τῆς δυνάμεως τῆς ἐν τῇ πόλει. εἰ δέ σοι 
οἴει ὀντινοῦν ἀνϑρώτειων παραδώσειν τέχνην τινὰ τοιαύ- 
τὴν, ἥτις σὲ ποιήσει μέγα δύνασϑαι ἐν τῇ πόλει τῇδε 
ἀνόμοιον ὄντα τῇ ττολιτείᾳ εἴτ᾽ ἐπὶ τὸ βέλτιον εἴτ᾽ ἐτεὶ 
τὸ χεῖρον, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ, οὐκ ὀρϑῶς βουλεύει, ὦ Καλ- 
λίχλεις" οὐ γὰρ μιμητὴν δεῖ εἶναι ἀλλ᾽ αὐτοφυῶς ὅμοιον 
τούτοις, εἰ μέλλεις τι γνήσιον ἀττεργάζεσϑαι εἰς φιλίαν 


μέν, τὸ ζῆν ὁποσονδὴ χρόνον --- 
ἐατέον ἐστί ist der Indikativ nach 
μή um so auffälliger, als eben im 
gleichen Satze mit un "der Konjunk- 
tiv stand. Vielleicht erklärt man 
ihn am besten, wenn man eine bei 
Sokrates häufig vorkommende Un- 
terbrechung derr egelmälsigengram- 
matischen Konstruktion nach χρό- 
γον annimmt und ihn mit τὸν γε 
ὡς ἀληϑῶς ἄνδρα in energischer 
Weise in den sentenzartigen Indi- 
kativsatz übergehen läfst. In den 
Wapten πιστεύσαντα “ταῖς γυναι- 
ξίν, ὁτι ‚mv εἱμαρμένην οὐδ᾽ ἂν 
εἷς ἐχφύγοι, möchte ich keinen 
Spott auf des Kallikles Freigeiste- 
rei (Deuschle) erblicken; Sokrates 
nennt, scheint mir, das angeführte 
Sprichwort weibisch, weil sich 
viele damit zu decken suchen, die 
energisch zu handeln zu schwach 
sind. Das ist weibisch — sagt So- 
krates — sich oft mit der &iuae- 
μένη, der ja doch niemand ent- 


fliehen könne, zu entschuldigen, 
wenn man nicht den Mut hat, scharf 
vorzugehen; aber dieser sonst wei- 
bische Satz hat seine Berechtigung 
in der Frage nach dem ζῆν ÖnO- 
σονδὴ χρόνον. 

zn = Worten φασὲ τὰς τὴν 
σελήνην χαϑαιρούσας, τὰς Θετ- 
ταλίδας x. τ. ξ. führen die Erklärer 
den Suidas an, welcher sagt: Ἐπὶ 
σαυτῷ τὴν σελήνην χαϑέλχεις" αἱ 
τὴν σελήνην καϑέλκουσαι Θετταλί- 
δὲς λέγονται τῶν ὀφϑαλμῶν χαὶ 
τῶν ποδῶν(οὐεῖ παίδων) στερίσχε- 
σϑαι. εἴρηται οὺν N, παροιμία 


ἐπὶ τῶν ξαυτοῖς χατὰ ἐπισπώμε- 


γον. Als Sinn der Stelle giebt 
Stallbaum an: „Aoe vide an ἐϊδὲ 
expediat atque mihi, ne nobis ac- 
cidat, quod accidere dieunt sagis 
Thessalis lunam deducentibus, vi- 
delicet ne cum damno eorum quae 
nobis carissima esse debent Äh. ὁ. 
cum damno virtutis et honestalis, 
ad nos deducamus istam in civi- 


TOPTIAZ. 155 


τῷ ᾿᾿ϑηναίων δήμῳ καὶ ναὶ μὰ Δία τῷ Πυριλάμπους γε 
πρός. ὅστις οὖν σὲ τούτοις ὁμοιότατον ἀτιεργάσεται, ἶ 
οὗτός σε ποιήσει, ὡς ἐπιϑυμεῖς τεολιτικὸς εἶναι, ττολιτι- 
χὸν χαὶ δητοριχόν" τῷ αὑτῶν γὰρ ἤϑει λεγομένων τῶν 
λόγων ἕχαστοι χαίρουσι, τῷ δὲ ἀλλοτρίῳ ἄχϑονται᾽ ei 
μή τε σὺ ἄλλο λέγεις, ὦ φίλη κεφαλή. ἐπ νὸν τί πρὸς 
ταῦτα, ὦ Καλλίχλεις; 

09. KAA. Οὐκ old’ ὅντινά μοι τρόπον δοχεῖς εὖ 
λέγειν, ὦ Σώχρατες" πέπονϑα δὲ τὸ τῶν πολλῶν ττάϑος " 
οὐ πάνυ σοι πείϑομαι. 

ΣΩ. Ὃ δήμου γὰρ ἔρως, ὦ Καλλίκλεις, ἐνὼν ἐν τῇ 
ψυχῇ τῇ σῇ ἀντιστατεῖ μοι᾿ ἀλλ᾽ ἐὰν πολλάκις ἴσως χαὶ 
βέλτιον ταὐτὰ ταῦτα διασκοτεώμεϑα, πεισϑήσει. ἀναμνύ- 
σϑητι δ᾽ οὖν, ὅτι δύο ἔφαμεν εἶναι τὰς τιαρασχευὰς ἐτεὶ 
τὸ ἕχαστον ϑερατπιεύειν χαὶ σῶμα καὶ ψυχήν, μίαν μὲν 
πρὸς ἡδονὴν ὁμιλεῖν, τὴν ἑτέραν δὲ σπιρὸς τὸ βέλτιστον, 


μὴ καταχαριζόμενον ἀλλὰ διαμαχόμενον. 


τότε ὠὡριζόμεϑα; 


late potentiam. Das σὺν τοῖς φιλ- 
τάτοις erklärt er: cum iactura 
carissimorum pignorum. 

In der Stelle zo ᾿Αϑηναίων δή- 
μῳ zul ναὶ μὰ Δία τῷ Πυριλάμ- 
πους γε πρός ist χαί die Partikel 
der Vergleichung, und = wie, und 
der Sinn des Satzes ist: wer sich die 
φιλία des Voikes erwerben will, 
der mufs gleich einem, der!der φί. 
λος eines einzelnen werden will, 
nicht nur äufserlich (οὐ μιμητὴν 
δεῖ εἶναι), sondern seinem innersten 
Wesen nach (αὐτοφυῶς) ein ὅμοιος 
des Volkes zu werden bestrebt sein. 


Kap. 69. Die Art, wie sich Kal- 
likles" zu Sokrates stellt, wird, je 
länger der Dialog, um so bescheide- 
ner; er verläfst nach den erhalte- 
nen Lehren den früher hochmütigen 
Standpunkt immer mehr und be- 
ἄγω selbst zu scherzen, weil sein 
nteresse an der Untersuchung ent- 


I - > a 
ου TAUTU nV & 


schieden steigt. So ist das πέ- 
πονϑα δὲ τὸ τῶν πολλῶν πάϑος 
gewils ein Scherz: „Du verachtest 
die grofse Menge, weil sie in ihrer 
Unfähigkeit deinen Ansichten nicht 
beistimmt, weil sie deiner Ansicht 
nach unfähig ist dir zu folgen.* 
Sokrates zahlt in gleicher Münze 
heraus: „das kommt von dem Eros 
zu deinem Demos, der dich zwingt, 
den Ansichten des Demos dich zu 
fügen; aber es wird schon mit dir 
werden; das πείϑεσϑαι wird kom- 
men, wenn wir, wie ich hoffe (law), 
oft und besser d.i. energischer (πολ- 
λάκις καὶ βέλτιον, ἴσως gehört zu 
beiden Adverbien) die Frage genau 
(dıa σχοπώμεϑα) erörtern. Sokra- 
tes giebt dann ein praktisches Bei- 
spiel von der Art, wie ein wirklich 
guter Politiker, der entschlossen 
ist, nicht das ἡδύ der Menge, der 
πόλις zu verfolgen (un καταχαρι- 
ζόμενον), sondern selbst in ern- 
stem Widerstreit ihr zu begegnen 


156 NAATQNOE 


KAA. Ilavv Ye. 

ΣΩ. Οὐκοῦν ἡ μὲν ἑτέρα, ᾿ πρὸς ἡδονήν, ἀγεννὴς 
χαὶ οὐδὲν ἄλλο ἢ κολαχεία τυγχάνει. οὐσα" ἢ γάρ; 

KAA. Ἔστω, εἰ βούλει, σοὶ οὕτως. 

ΣΩ, Ἡ δέ γε ἑτέρα, ὅπως ὡς βέλτιστον ἔσται τοῦτο, 
εἴτε σῶμα τυγχάνει ὃν εἴτε ψυχή, ὃ ϑεραττεύομεν; 

KAA. Πανυ γε. 

ΣΩ. Ἶ4ρ᾽ οὖν οὕτως ἐπιχειρητέον ἡμῖν ἔστι τῇ σπτόλει 
χαὶ τοῖς πολίταις ϑερατιεύειν ὡς βελτίστους αὐτοὺς τοὺς 
srohitag ποιοῦντας; ἄνευ γὰρ δὴ τούτου, ὡς ἐν τοῖς ἔμ- 
7r000FEv εὑρέσχομεν, οὐδὲν ὄφελος ἄλλην εὐεργεσίαν οὐ- 
δεμέαν προσφέρειν, ἐὰν μὴ χαλὴ κἀγαϑὴ ἣ διάνοια ἢ 
τῶν μελλόντων ἢ χρήματα πολλὰ λαμβάνειν ἢ ἀρχήν τι- 


γων ἢ ἄλλην δύναμιν ἡντινοῦν. ϑῶμεν οὕτως ἔχειν; 
KAA. Πανυ γε, εἴ σοι ἥδιον. 
ΣΩ. Εἰ οὖν παρεχαλοῦμεν ἀλλήλους, ὦ Καλλέχλεις, 
δημοσίᾳ πράξαντες τῶν πολιτικῶν πραγμάτων ἐπὶ τὰ οἷ- 


(διαμαχόμενον), in seiner staats- 
männischen Thätigkeit verfahren 
mus: wer ein Baumeister des Staats 
werden will, hat sich vorher wohl zu 
prüfen in Bezug auf die Schule, 
welche er durchgemacht hat (εἰ 
ἐπιστάμεϑα und παρὰ τοῦ ἐμά- 
$ouev) und in Bezug auf seine prak- 
tischen Leistungen im ‚engeren Kreise 
(ei olxodounue κχοδομήκαμεν 
tdi), ehe er dem Staatsdienst sich 
widmet. Sokrates lehrt also den 
Weg des verständigen Politikers 
(νοῦν ἐχόντων), welchen der Logos 
leitet, kennen gegenüber der Strafse, 
welche der ἀνόητος einschlägt; er 
will, dafs der Staatsmann plan- 
mäfsig, logisch, philosophisch vor- 
gehe d.h. er weist die Ansicht des 
Kallikles zurück, nach welcher die 
Philosophie nur eine propädeutische 
Bedeutung für die Jugend habe. 
In den "Worten & οὖν. οὕτως 
ἐπιχειρητέον ἡμῖν En τῇ πόλει 
xal τοῖς πολίταις ϑεραπεύειν ὡς 
βελτίστους αὐτοὺς τοὺς πολίτας 
ποιοῦντας ist das gemeinsame Ob- 


jekt zu ϑεραπεύειν und ποιοῦν- 
τας das αὐτοὺς τοὺς πολίτας, wel- 
chem die nicht streng grammatische 
Redeweise des Sokrates die uns nur 
nicht mehr gefällige Stellung vor 
dem ὡς βελτίστους angewiesen 
hat, sowie er auch kurz vorher 
πολλάκις ἴσως χαὶ βέλτιον statt 
ἴσως πολλάκις χαὶ βέλτιον sagt. 
Man darf also zwischen ϑεραπεύειν 
nnd ὡς nicht, wie die mir vorlie- 
genden Ausgaben es thun, ein Kom- 
ma setzen. 

Die Worte εἰ οὖν παρεχαλοῦ- 
μεν ἀλλήλους --- ἐπὶ τὰ οἰχοδο- 
μικά sind zu übersetzen: „Wenn 
wir also uns reizten, lieber Kallik- 
les, in die politische Praxis einge- 
treten, von den politischen Fächern 
dasBaufach zu ergreifen“ (nagax«- 
λεῖν ἐπὶ τὰ οἰχοδομικὰ πράγματα 
τῶν πολιτιχῶν πραγμάτων). 

Die mildere, sich scherzend äu- 
(sernde Stimmung des Kallikles ver- 
rät sich auch in seinem Ἔστω. εἰ 
βούλει, σοὶ οὕτως und dem Πάνυ 
γε, εἴ σοι ἥδιον. 


ΓΟΡΓΙΑΣ. 157 


χοδομικά, ἢ τειχῶν ἢ νεωρίων ἢ ἱερῶν ἐπὶ τὰ μέγιστα 

οἰχοδομήματα, ττότερον ἔδει ἂν ἡμᾶς σχέψασϑαι ἡμᾶς 

αὐτοὺς καὶ ἐξετάσαι, πρῶτον μὲν εἰ ἐπιστάμεϑα τὴν 

τέχνην ἢ οὐχ ἐπιστάμεϑα, τὴν οἰχοδομικήν, καὶ παρὰ 

τοῦ ἐμάϑομεν; ἔδει ἂν ἢ οὔ; | 
KAA. Devv γε. 


ΣΩ. Οὐχοῦν δεύτερον αὐ τόδε, εἴ τι τεώτιοτε οἶκο-. 


’ ,ὕὔ - ,ὕ Pi} ‚ 
δόμημα Wrodounzauev ἰδίᾳ ἢ τῶν φίλων τινὲ ἢ ἡμέτερον 


2 - \ - N τὶ ΄ N a 2 ΄ 2 x 

αὐτῶν, καὶ τοῦτο τὸ οἰχοδόμημα καλὸν ἢ αἰσχρόν ἐστι". 
, 4 « "Ὁ 

χαὶ εἰ μὲν εὑρίσχομεν σχοπούμενοι διδασκάλους τε ἡμῶν. 


ἀγαϑοὺς χαὶ ἐλλογίμους γεγονότας χαὶ οἰκοδομήματα ττολ-- 
λὰ μὲν χαὶ καλὰ μετὰ τῶν διδασκάλων ὠφχοδομημένα ἡμῖν, 
πολλὰ δὲ χαὶ διὰ ἡμῶν, ἐπειδὴ τῶν διδασκάλων ἀπηλλά- 
ynusv, οὕτω μὲν διακειμένων νοῦν ἐχόντων ἦν ἂν ἰέναι 
ἐπεὶ τὰ δημόσια ἔργα᾽ εἰ δὲ μήτε διδάσκαλον εἴχομεν ἡ μῶν 
αὐτῶν ἐτπιιδεῖξαι οἰκοδομήματά τε ἢ μηδὲν ἢ πολλὰ χαὶ 
μηδενὸς ἄξια, οὕτω δὴ ἀνόητον ἦν δήπου ἐπειιχειρεῖν τοῖς 
δημοσίοις ἔργοις χαὶ παραχαλεῖν ἀλλήλους ἐττ᾽ αὐτά. φῶ- 
μὲν ταῦτα ὀρϑῶς λέγεσϑαι ἢ οὔ; 

KAA. Πανυ γε. 

10. ΣΩ. Οὐχοῦν οὕτω πάντα, τά τε ἄλλα, χὰἂν εἰ 
ἐπιχειρήσαντες δημοσιεύειν παρεχαλοῦμεν ἀλλήλους ἐς 
ἱχανοὶ ἰατροὶ ὄντες, ἐπεσχεψάμεϑα δήπου ἂν ἐγώ τε σὲ 
χαὶ σὺ ἐμέ, φέρε πρὸς ϑεῶν, αὐτὸς δὲ ὃ Σωχράτης πῶς 
ἔχει τὸ σῶμα πρὸς ὑγέειαν; ἢ ἤδη τις ἄλλος διὰ Σωχρά- 
τὴν ἀπηλλάγη νόσου, ἢ δοῦλος ἢ ἐλεύϑερος; κἂν ἐγώ, 
οἶμαι, περὶ σοῦ ἕτερα τοιαῦτα 20%4070vV° χαὶ εἰ μὴ εὑρί- 


Kap. 70. Sokratesgiebtalszwei- Kallikles weniger scharf zusetzt, 


tes ‚Beispiel das von dem Arzte, 
welcher sich dem Staatsdienst wid- 
men will. (In εἰ ἐπιχειρήσαντες 
δημοσιεύειν παρεχαλοῦμεν ἀλλή- 
λους gehört δημοσιεύειν zu beiden 
Verben, zwischen denen es steht.) 
Er giebt der Darstellung Lebendig- 
keit dadurch, dafs er sich und Kal- 
likles dem beliebigen Arzte sub- 
stituiert. Wie auch er jetzt dem 


als früher, zeigt der Umstand, dafs 
er nicht den Kallikles vorschiebt 
oder nicht, wie früher, sich und 
Kallikles nennt, sondern vielmehr 
nur fragt αὐτὸς ὃ Σωχράτης πῶς 
ἔχει τὸ σῶμα πρὸς ὑγίειαν d. i. 
hat sich Sokrates selbst schon ein- 
mal kuriert, hat er einen gesunden 
Körper seiner Kunstfertigkeit zu 
verdanken, oder hat er sonst schon 


re 


Zenc τις ος 


a - zu u —— — aus ze 2 in Ὁ 


158 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


σχομὲν δι᾿ ἡμᾶς μηδένα βελτίω γεγονότα τὸ σῶμα, μήτε 
τῶν ξένων μήτε τῶν ἀστῶν, μήτε ἄνδρα μήτε γυναῖχα, 
πρὸς Jıös, ὦ Καλλίχλεις, οὐ καταγέλαστον ἂν ἦν τῇ ἀλη- 
ϑείᾳ, εἰς τοσοῦτον ἀνοίας ἐλϑεῖν ἀνθρώπους, ὥστε, τιρὶν 
ἰδιωτεύοντας πολλὰ μὲν ὅττως ἐτύχομεν τιοιῆσαι, ττολλὰ 
δὲ χατορϑῶσαι καὶ γυμνάσασϑαι ἱκανῶς τὴν τέχνην, τὸ 
λεγόμενον δὴ τοῦτο ἐν τῷ πίϑῳ τὴν κεραμξέαν ἔτπειχει- 
ρεῖν μανϑάνειν, Aal αὐτούς τε δημοσιεύειν ἐπειιχειρεῖν καὶ 
ἄλλους τοιούτους παραχαλεῖν; οὐκ ἀνόητόν σοι δοχεῖ ἂν 
εἶναι οὕτω πράττειν; 

KAA. Ἔμοιγε. 

ΣΩ, Νῦν δέ, ὦ βέλτιστε ἀνδρῶν, ἐτεειδὴ σὺ μὲν αὐ- 
τὸς ἄρτι ἄρχει πιρράττειν τὰ τῆς πόλεως πράγματα, ἐμὲ 
δὲ παραχαλεῖς χαὶ ὀνειδίζεις ὅτε οὐ πράττω, οὐκ ἐπισκε- 
ψόμεϑα ἀλλήλους, φέρε, Καλλιχλῆς ἤδη τινὰ βελτίω πε- 
ποίηχε τῶν πολιτῶν; ἔστιν ὅστις πρότερον πονηρὸς dv, 
ἄδικός τε καὶ ἀκόλαστος χαὶ ἄφρων, διὰ Καλλιχλέα χα- 
λός τε χἀγαϑὸς γέγονεν, ἢ ξένος ἢ ἀστός, ἢ δοῦλος ἣ 
ἐλεύϑερος; λέγε μοι, ἐάν τίς σε ταῦτα ἐξετάζη, ὦ Καλλί- 
χλεις, τί ἐρεῖς; τένα φήσεις βελτίω τιεττοιηκέναι ἄνϑρω- 
πον τῇ συνουσίᾳ τῇ σῇ; ὀχνεῖς ἀποχρίνασϑαι, εἴπτερ 
ἔστι τι ἔργον σὸν ἔτι ἰδιωτεύοντος, πρὶν δημοσιεύειν 
ἐπιχειρεῖν; 

KAA. Φιλόνεικος εἶ, ὦ Σώχρατες. 

1. 32. ᾿Αλλ᾽ οὐ φιλονεικίᾳ γε ἐρωτῶ, ἀλλ᾽ ὡς 


jemand geheilt? Seinen Grundsatz: 
πρότερον ἰδιωτεύειν, ἔπειτα δὴη- 
μοσιεύειν erklärt er dann an dem 
Beispiele des Töpfers, einer Kunst, 
welche in Athen und Korinth vor- 
nehmlich heimisch war. Wie der 
Töpfer nicht an einem grolsen, 
künstlichen Kruge (πίϑος) sein 
Handwerk lernt, sondern vorher 
sich darin versucht, etwa kleine 
Töpfe zu formen, so soll jeder ver- 
ständige Mann, der sich der Ge- 
meinde widmen will, sich zuerst 
im engeren Kreise, an kleineren 
Aufgaben versuchen und, wenn er 


da etwas geleistet hat (d. i. ἐπει- 
δὴ βελτίω τινὰ ἐποίησε), an das 
schwierigere Wagnis herantreten. 
Diesen Vergleich wendet er auf Kal- 
likles an mit der Frage Καλλικλῆς 
ndn τινὰ βελτίω πεποίηκε τῶν 
πολιτῶν; und neckt ihn 2 mit 
dem letzten Satze besonders: oxvsic 
ἀποχρίνασϑαι x.r.& Wie umge- 
stimmt Kallikles ist, zeigt seine 
wohl lächelnde Antwort: φιλόνει- 
χοὸς εἶ, ὡς Σώχρατες d. i. „du 
kannst das Necken doch nicht 
lassen !* 

Kap. 71. Es ist von vornherein 


TOPTIAE. 159 


ἀληϑῶς βουλόμενος εἰδέναι, ὅντινά πτοτε τρόττον οἴξι 
δεῖν πολιτεύεσθαι ἐν ἡμῖν. ἢ ἄλλου του ἄρα ἐσειμελήσει ΐ 
ἡμῖν ἐλϑὼν ἐπὶ τὰ τῆς πόλεως πράγματα, ἢ ὅπως ὅ τι 
βέλτιστοι οἱ σπολῖται wuer; ἢ οὐ πολλάκις ἤδη ὧμολο- 
γήχαμεν τοῦτο δεῖν πράττειν τὸν στολιτιχὸν ἄνδρα; Wuo- 
λογήκαμεν ἢ οὔ; ἀποχρίνου. ὡμολογήκαμεν" ἐγὼ ὑπὲρ 
σοῦ ἀττοχρινοῦμαι. εἰ τοίνυν τοῦτο δεῖ τὸν ἀγαθὸν ἄνδρα 
παρασχευάζειν τῇ ἑαυτοῦ πόλει, νῦν μοι ἀναμνησϑεὶς 
εἰχτὲ ττερὶ ἐκείνων τῶν ἀνδρῶν ὧν ὀλίγῳ πρότερον ἔλεγες, 
εἰ ἔτι σοι δοχοῦσιν ἀγαϑοὶ πολῖται γεγονέναι, Περιχλῆς 


χαὶ Κίμων χαὶ ἸΠιλτιάδης χαὶ Θεμιστοχλῆς. 


KAA. Ἔμοιγε. 


“ , , -n [42 
ΣΩ, Οὐκοῦν εἴπερ ἀγαϑοί, δῆλον ὅτι ἕκαστος αὖ- 


τῶν βελτίους ἐποίει τοὺς πολίτας ἀντὶ χειρόνων. 


ϑᾺ » 


ἢ ου; 
KAA. an 


festzuhalten, dafs es selbstverständ- 
lich nicht dem Plato in den Sinn 
kommen kann, über die gröfsten 
Männer seiner Vaterstadt ein herab- 
setzendes Urteil zu fällen. Das 
würde ihn einfach lächerlich ge- 
macht haben; denn ein solches Ur- 
teil wäre ungerecht gewesen; es 
würde aber auch seinen Lehrer So- 
krates selbst getroffen haben; denn 
auch er hat ja die Folgen seiner 
Politik, seines eigentümlichen poli- 
tischen Auftretens, büfsen müssen. 
Plato zieht vielmehr gerade die von 
ihm erwähnten Männer zum Ver- 
gleich mit Sokrates heran, weil sie 
mit ihm ähnliche Schicksale hatten, 
und läfst den Aristides beiseite, weil 
dieser in hohem Ansehen gestorben 
ist. Der Gedanke aber: Perikles, 
Cimon, Miltiades und Themistokles 
sind von ihren Mitbürgern am 
Schlusse ihrer politischen Laufbahn 
mit Strafen bedacht worden; folg- 
lich haben sie keine rechte Politik 
getrieben ; denn sie haben ihre Bür- 
ger nicht besser, sondern schlech- 
ter gemacht — enthält eine so hand- 


ἐποίει 


greiflich falsche, ungerechte Schlufs- 
folgerung, dafs ich nicht begreife, 
wie man sie dem Plato als ernst 
gemeint zumuten kann. Es kommt 
aber noch hinzu, dafs Plato selbst 
diese Schlufsfolgerung lächerlich 
macht in der Apologie des Sokra- 
tes Kap. 12 und folg., wo er dem 
Meletos so drastisch das Lächer- 
liche der Behauptung vorhält, dafs 
Sokrates ‘allein der διαφϑείρων 
τοὺς νέους sein soll. Der apolo- 
getische Charakter des Dialogs tritt 
vielmehr gerade in dem Urteile 
Platos über die gröfsten Männer 
Athens hervor. Der Gedanke der 
nächsten Kapitel heilst, soweit er 
verschwiegen und soweit er aus- 
gesprochen ist: Man wirft dem So- 
krates vor, er sei ein schlechter 
Bürger gewesen und dafür habe ihn 
die Todesstrafe getroffen; aber 
ebensogut kann man auch die be- 
rühmtesten Bürger schlechte Bür- 
ger nennen; denn auch sie sind am 
Ende ihrer Laufbahn von den Athe- 
nern bestraft worden; Sokrates hat 
vielmehr in höherem Grade als 


160 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ΣΩ, Οὐχοῦν ὅτε Περικλῆς ἤρχετο λέγειν ἐν τῷ δή- 
μῳ, χείρους ἦσαν οἱ ᾿Αϑηναῖοι ἢ ὅτε τὰ τελευταῖα ἔλεγεν; 
KAA. Ἴσως. | | 

ER. Οὐχ ἴσως δή, ὦ βέλτιστε, ἀλλ᾽ ἀνάγκη ἐκ τῶν 
ὡμολογημένων, εἴτιερ ἀγαϑός γ᾽ ἣν ἐκεῖνος πιολέτης. 

KAA. Τί οὖν δή; 

ΣΩ, Οὐδέν" ἀλλὰ τόδε μοι eirck ἐτεὶ τούτῳ, εἰ λέ- 
γονται ϑηναῖοι διὰ Περιχλέα βελτίους γεγονέναι, 1) τεᾶν 
τοὐναντίον διαφϑαρῆναι br’ ἐχείνου. ταυτὶ γὰρ ἔγωγε 
ἀχούω, Περιχλέα πιετιοιηχέναι ᾿Αϑηναίους ἀργοὶς καὶ δει- 
λοὺς χαὶ λάλους χαὶ φιλαργύρους, εἰς μισϑοφορίαν τερῶ- 


τον χαταστήσαντα. 


KAA. Τῶν τὰ ὦτα κατεαγότων ἀχούεις ταῦτα, ὦ 


Σώχρατες. 


selbst ein Perikles das wahre Beste 
seiner Mitbürger angestrebt; er al- 
lein hat klar begriffen, dafs das 
wahre Beste eine sichere ethische 
Grundlage ist und diesen Grund zu 
legen, ist Sache der Philosophie, 
welcher er sich widmete. Freilich 
hat auch er sein Ziel nicht erreicht, 
so wenig wie Perikles u. s. w. 
Der Wendepunkt für das richtige 
Verständnis dieses und der folgen- 
den Kapitel liegt in den Worten 
des Sokrates: Οὐδέν" ἀλλὰ τόδε 
μοι εἰπὲ EN! τούτῳ --- εἰς “μισϑο- 
φορίαν πρῶτον χαταστήσαντα. 
Sokrates hat bis dahin richtig ge- 
schlossen: der gute Bürger — wir 
würden sagen: das Ideal eines Bür- 
gers — sucht seine Mitbürger bes- 
ser zu machen; Perikles war ein 
guter Bürger; folglich machte er 
seine Mitbürger besser ἃ. ἢν suchte 
nach Kräften (ἐποίει) sie aus 
schlechteren, die sie waren, als er 
seine Laufbahn begann, zu besseren 
zu machen. Soweit führt dieaveyxn 
ἐχ τῶν ὡμολογημένων. Dals es 
mit den folgenden Folgerungen dem 
Sokrates nicht Ernst ist, deutet er 
selbst klar an: statt der ἀνάγχη 
des Schlusses, statt des οὐχοῦν, 


tritt das λέγονται, ἀχούω ein, und 
die Unsicherheit derselben wird zu- 
gestanden in dem οὐχέτι ἀκούω, 
ἀλλὰ οἶδα σαφῶς. Er wendet, wie 
man es in seinem Prozesse gegen 
ihn gethan hatte, das Urteil der 
grolsen Menge, das Urteil einer Par- 
tei auf Perikles an, gegen Kallikles 
scherzend, gegen die Athener mit 
bitterem Sarkasmus, und schliefst 
ganz falsch: die Leute sagen, I/e- 
ρικλῆς πεποίηκεν ἀιϑηναίους ἀρ- 
γοὺς zul δειλοὺς zul φιλαργύ- 
govs; sie haben sich gegen ihn 
auch schlecht benommen; denn sie 
klagten ihn in dem bekannten Pro- 
zesse gegen seinen Freund Phidias 
der Unterschlagung an; folglich hat 
Perikles die Athener nicht besser, 
sondern schlechter gemacht. Der 
oberflächliche Kallikles durchschaut 
den Trugschlufs nicht, ahnt aber 
doch das Falsche desselben und 
antwortet: „das behaupten die 
Feinde des Perikles*! denn das ist 
der Sinn der Worte: Τῶν τὰ ὠτὰ 
κατεαγότων ἀχούεις ταῦτα. Die 
Gegner des Perikles waren die A«- 
χωνίζοντες. Diese äflten sparta- 
nische Kampfspiele nach, gingen 
mit Renommiernarben umher und 


inne Te ee 


TOPTIAZ. 161 


ER. ᾿Αλλὰ τάδε οὐχέτι ἀκούω, ἀλλὰ οἶδα σαφῶς καὶ 
ἐγὼ καὶ σύ, ὅτι τὸ μὲν πρῶτον ηὐδοκχίμει Περιχλῆς καὶ 
οὐδεμίαν αἰσχρὰν δίκην κατεψηφίσαντο αὐτοῦ «᾿ϑηναῖοι, 
ἡνίκα χείρους ἤσαν" ἐπειδὴ δὲ καλοὶ χἀγαϑοὶ ἐγεγόνεσαν 
ὑπ᾿ αὐτοῦ, ἐπὶ τελευτῇ τοῦ βίου τοῦ Περικλέους, χλοττὴν 
αὐτοῦ κατεψηφίσαντο : ὀλέγου δὲ καὶ ϑανάτου ἐτίμησαν, 
δῆλον ὅτι ὡς πονηροῦ ὄντος. 

72. KAA. Τί οὖν; τούτου Evera κακὸς ἣν Πε- 
ριχλῆς; 

ΣΩ. Ὄνων γοῦν. ἂν ἐπιμελητὴς χαὶ ἵπτιων καὶ βοῶν 
τοιοῦτος ὧν καχὸς ἂν ἐδόχει εἶναι, εἰ παραλαβὼν μὴ λα- 
χτέζοντας ἑαυτὸν μηδὲ χυρίττοντας μηδὲ δάκνοντας ἀττέ- 
δειξε ταῦτα ἅτταντα ποιοῦντας διε ἀγριότητα. ἢ οὐ δοκεῖ 
σοι χαχὸς εἶναι ἐπιμελητὴς ὁστισοῦν ὁτουοῦν ζώου, ὃς 
ἂν παραλαβὼν ἡμερώτερα ἀποδείξῃ ἀγριώτερα ἢ παρέ- 
λαβε; δοχεῖ ἢ οὔ; 

ΚΑ... Devv γε, ἵνα σοι χαρίσωμαι. 

ΣΩ, Καὶ τόδε τοίνυν μοι χάρισαι ἀποχρινάμενος " 
χεότερον χαὶ ὃ ἄνϑρωπος ἕν τῶν ζώων ἐστὶν ἢ οὔ; 

KAA. Πῶς γὰρ οὔ; 


« Ἁ 
oL TU 


hielsen daher verspottet: 
ὦτα κατεαγότες. 
Kap. 72. Bei dem das Kapitel 
einleitenden Vergleiche fällt wohl 
jedem, der den Plato auch nur 
flüchtig gelesen, der Vergleich aus 
der Apologie (Kap. 12) ein: ἡ χαὶ 
περὶ Ἷ ἵππους οὕτω σοι δοκεῖ ἔ εἰν; 
οἱ μὲν βελτίους ποιοῦντες αὐτοὺς 
πάντες ἄνϑρωποι εἶναι, εἷς δὲ ὃ 
διαφϑείρων; Die Einführung des 
Vergleichs ist hier äufserlich moti- 
viert durch ‚des Kallikles natürliche 
Frage: τούτου ἕνεχα χαχὸς 
Περικλῆς; welche einen Zweite 
ausdrückt, den eine demonstratio 
ad oculos beseitigen soll. Der lo- 
gische Fehler des Vergleichs und 
damit der Scherz des Sokrates liegt 
wieder ganz klar zutage, Von dem 
ὄνων ἐπιμελητὴς χαὶ ἵππων zul 
βοῶν gilt, was Sokrates von ihm 
Plato, Gorgias. 


sagt; ihn trifft die Schuld, wenn 
Esel und Pferde und Rinder unter 
seiner Zucht verwildern. Perikles 
und Cimon, Themistokles und Mil- 
tiades sind aber nicht ἐπιμεληταί 
ihrer Mitbürger gewesen in ‚der 
Weise, wie jemand ein ὄνων ἐπι- 
μελητής ist. Letzterer hat Allge- 
walt über seine Untergebenen, der 
Einflufs der grofsen Staatsmänner 
Athens konnte von vielen Seiten 
her matt gesetzt werden und war 
es jedesmal, wenn die Athener stra- 
fend gegen sie vorgingen. Der In- 
halt des Beispiels ist neckisch und 
die Art, wie es angewendet wird, 
scherzend. Kallikles giebt auf den 
Scherz eingehend seine Antworten: 
Πάνυ γε, ἵνα σοι χαρίσωμαι. Bov- 
λει σοι ὁμολογήσω; θΘὺ σύ γε 
φῇς. Er antwortet dazwischen frei- 
lich auf die entscheidende Frage: 


11 


162 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


Z2. Οὐκοῦν ἀνθρώπων Περικλῆς ἐπεμέλετο; 

KAA. Ναί. 

IQ. Τί οὖν; οὐκ ἔδει αὐτούς, ὡς ἄρτι ὡμολογοῦ- 
μὲν, δικαιοτέρους γεγονέναι ἀντὶ ἀδικωτέρων ὑπ᾽ ἐχεί- 
vov, εἴπτερ ἐχεῖνος ἐτιεμελεῖτο αὐτῶν ἀγαϑὸς ὧν τὰ πο- 
λιτικᾶ; 

KAA. Πανυ γε. 

ΣΩ. Οὐκοῦν οἵ γε δίκαιοι ἥμεροι, ὡς ἔφη Ὅμηρος. 
σὺ δὲ τέ φής; οὐχ οὕτως; 

KAA. Ναί. 

22. ᾿Αλλὰ μὴν ἀγριωτέρους γε αὐτοὺς ἀπέφηνεν 
ἢ οἵους παρέλαβε, χαὶ ταῦτ᾽ εἰς αὑτόν, ὃν ἥκιστ᾽ ἂν 
ἐβούλετο. 

KAA. Βούλει σοι ὁμολογήσω; 

ΣΩ. Εἰ δοκῶ γέ σοι ἀληϑῆ λέγειν. 

KAA. Ἔστω δὴ ταῦτα. 

I2. Οὐκοῦν εἴπερ ἀγριωτέρους, ἀδικωτέρους τε χαὶ 


χείρους; 
KAA. Ἔστω. 
ΣΩ. Οὐκ ἄρ᾽ ἀγαϑὸς τὰ πολιτικὰ Περιχλῆς ἣν ἐκ 


τούτου τοῦ λόγου. 

KAA. Οὐ σύ γε φῆς. 

ΣΩ. Ma Ai’ οὐδέ γε σὺ ἐξ ὧν ὡμολόγεις. πάλιν δὲ 
λέγε μοι περὶ Κίμωνος" οὐκ ἐξωστράχισαν αὐτὸν οὗτοι 
οὺς ἐϑεράπευεν, ἵνα αὐτοῦ δέχα ἐτῶν μὴ ἀχούσειαν τῆς 
φωνῆς; καὶ Θεμιστοκλέα ταὐτὰ ταῦτα ἐποίησαν καὶ φυγὴ 
σιρρὸς ἐζημίωσαν; ἹΜΠιλειάδην δὲ τὸν ἐν Παραϑῶνε εἰς τὸ 
βάραϑρον ἐμβαλεῖν ἐψηφίσαντο, καὶ εἰ un διὰ τὸν τερύ- 


allein in dem Inhalte des Ver- 
gleichs, in der angeführten schel- 
mischen Frage, sondern auch in 


Οὐχοῦν ἀνθρώπων Περιχλῆς ἐπε- 
μέλετο; sehr thöricht mit einem 
Ja. Denn in dem schelmischen &re- 


μέλετο liegt die Identifizierung des 
ὄνων ἐπιμελητής und des ἀνϑρώ- 
nwv ἐπιμελητής, und diese hätte 
in einer richtigen Antwort hier zu- 
rückgewiesen werden müssen. Des 
Sokrates scherzende und ironisie- 
rende Weise zeigt sich aber nicht 


Wendungen, wie χαὲ τόδε μοι χά- 
ρισαι ἀποχρινάμενος, in dem ὡς 
ἔφη Ὅμηρος, obwohl Homer nir- 
gends das sagt, in dem ἵνα αὐτοῦ 
δέχα ἐτῶν μὴ ἀκούσειαν τῆς φω- 
νῆς, der sarkastischen Begründung 
deızStrafe der Verbannung, in dem 


TOPTIAZ. 163 


ravıy, ἐνέπεσεν ἄν; καίτοι οὗτοι, εἶ ἦσαν ἄνδρες ἀγα- 
Hol, ὡς σὺ φής, οὐχ ἄν ποτε ταῦτα ἔπασχον. οὔχουν οἵ 
γε ἀγαϑοὶ ἡνίοχοι χατ᾽ ἀρχὰς μὲν οὐκ ἐχπίπτουσιν ἐκ 
τῶν ζευγῶν, ἐπειδὰν δὲ ϑεραπεύσωσι τοὺς ἵππους χαὶ 
αὐτοὶ ἀμείνους γένωνται ἡνίοχοι, τότ᾽ ἐχπίπτουσιν᾽ οὐκ 
ἔστι ταῦτ᾽ οὔτ᾽ ὃν ἡνιοχείᾳ οὔτ᾽ ἐν ἄλλῳ ἔργῳ οὐδενέ" 
ἢ δοκεῖ σοι; 
KAA. Οὐχ ἔμοιγε. 

20. ᾿Αληϑεῖς ἄρα, ὡς ἔοικεν, οἱ ἔμπροσϑεν λόγοι 
ἤσαν, ὅτι οὐδένα ἡμεῖς ἴσμεν ἄνδρα ἀγαϑὸν γεγονότα τὰ 
πτολιτιχὰ ἐν τῇδε τῇ πόλει. σὺ δὲ ὡμολόγεις τῶν γε νῦν 
οὐδένα, τῶν μέντοι ἔμπροσϑεν, χαὶ προείλου τούτους 
τοὺς ἄνδρας" οὗτοι de ἀνεφέ γησαν ἐξ σου τοῖς νῦν OV- 
τες. ὥστε, el οὗτοι ῥήτορες ἦσαν, οὔτε τῇ ἀληϑινῇ ῥη- 
τορικῇ ἐχρῶντο --- οὐ γὰρ ἂν ἐξέπεσον — οὔτε τῇ x0- 


λακιχῇ. 


73. KAA. Alla μέντοι πολλοῦ γε δεῖ, ὦ Σώκρα- 


τες, 


ironischen οὐδένα ἡμεῖς σμεν ἄν- 
ὅρα ἀγαϑὸν γεγονότα τὰ πολι- 
τιχὰ ἐν τῇ πόλει d. h. im Ernst 
gesprochen: „wenn wir den Mafs- 
stab, den die Athener bei seiner 
Verurteilung an Sokrates legten, 
gelten lassen, dann hat es über- 
haupt noch keinen wackeren Bürger 
in Athen gegeben“; endlich in dem 
Schluls οὔτε τῇ xzolazızy, dessen 
Spötterei klar ist. 

Die Worte zal εἰ un διὰ τὸν 
πρύτανιν. ἐνέπεσεν ἂν deuten auf 
einen Eingriff des Prytanen in den 
Gang des Prozesses, über welchen 
wir nicht unterrichtet sind. 

Kap. τῷ. Es ist ferner bei der 
Lektüre der vorliegenden Kapitel, 
welche ein Urteil abgeben über die 
bedeutendsten Männer Athens, dar- 
auf zu achten, dafs Plato den So- 
krates verteidigt durch die fingierte 
Persönlichkeit des Βοκγαίδθ selbst, 


μή rote τις τῶν νῦν ἔργα τοιαῦτα ἐργάσηται, 
τούτων ὃς βούλει εἴργασται. 


οἷα 


in dessen Denk- und Redeweise. 
Auf die verwunderte Einrede des 
Kallikles, dafs Männer wie Perikles 
so Grofses vollbracht hätten — die 
Eitelkeit des noch jungen Staats- 
mannes Jäfst ihn den „vergleich mit 
οἱ νῦν geben — (ὃς βούλει — 
quivis), erklärt Sokrates zunächst, 
dafs Kallikles ihn falsch verstehe, 
und führt nun in dem διάχονος 
ein anderes, gerechteres Wort ein, 
das geeignet ist, seine Ansicht bes- 
ser klar zu machen. Er sagt: „ich 
tadle ja jene Männer nicht als Die- 
ner des Staates, erkenne vielmehr 
an, dafs sie als solche Tüchtiges 
geleistet haben; aber trotz ihrer 
grofsen rednerischen Begabung sind 
sie doch nur διάχονοι geblieben 
und sind niemals rechte ἐπιστά- 
ται, rechte τύραννοι, wenn man 
so sagen darf, geworden; denn kei- 
ner von ihnen hat durch seine Rede- 


11” 


164 ΠΛΑΑΤΏΝΟΣ 


ΣΩ. Ὦ δαιμόνιε, οὐδ᾽ ἐγὼ ψέγω τούτους ὥς γε δια- 
χόνους εἶναι πόλεως, ἀλλά μοι δοκοῦσι τῶν γε νῦν δια- 
χονιχώτεροι γεγονέναι χαὶ μᾶλλον οἷοί τε Exmogilew τῇ 
σεόλει ὧν ἐπεϑύμει" ἀλλὰ γὰρ μεταβιβάζειν τὰς ἐπιιϑυ- 
μίας καὶ μὴ ἐπτιτρέττειν, seldovres καὶ βιαζόμενοι ἐπὶ 
τοῦτο, ὅϑεν ἔμελλον ἀμείνους ἔσεσϑαι ol πολῖται, ὡς 
ἔπος εἰχιεῖν, οὐδὲν τούτων διέφερον ἐκεῖνοι" ὅτεερ μόνον 
ἔργον ἐστὶν ἀγαϑοῦ πολίτου. ναῦς δὲ χαὶ τείχη καὶ νεώ- 
ρια καὶ ἄλλα τολλὰ τοιαῦτα χαὶ ἐγώ σοι ὁμολογῶ δει- 
γοτέρους εἶναι ἐκείνους τούτων ἐχπτορίζειν. πρᾶγμα οὖν 
γελοῖον ττοιοῦμεν ἐγώ τε χαὶ σὺ ἐν τοῖς λόγοις" ἐν παντὶ 
γὰρ τῷ χρόνῳ, ὃν διαλεγόμεϑα, οὐδὲν παυόμεϑα εἰς τὸ 
αὐτὸ ἀεὶ περιφερόμενοι χαὶ ἀγνοοῦντες ἀλλήλων ὅ τι λέ- 
γομεν. ἐγὼ οὖν σε πολλάκις οἶμαι ὡμολογηκέναι καὶ 
ἐγνωχέναι, ὡς ἄρα διττὴ αὕτη τις ἡ πραγματεία ἔστι καὶ 
regl τὸ σῶμα χαὶ περὶ τὴν ψυχήν, καὶ ἡ μὲν ἑτέρα δια- 
χονιχή ἐστιν, ἡ δυνατὸν εἶναι ἐκπορίζειν, ἐὰν μὲν “τεινῇ 


kunst oder durch seine Macht (πεί- 
ϑοντες χαὶ βιαζόμενοι) dem Volke 
eine bessere sittliche Grundlage ge- 
geben; sonst wären die Athener 
nicht in der Zeit, die zwischen den 
Perserkriegen und den Tagen Pla- 
tos liegt, sittlich gesunken, statt 
sich zu heben. Sokrates hat — 
das darf nicht direkt ausgesprochen 
werden, da Sokrates ja noch lebend 
gedacht wird und selbst spricht — 
als ein ἀγαϑὸς πολίτης, nicht blofs 
διάκονος τῶν ᾿ϑηναίων, sondern 
ἐπιμελητής sein wollen, hat sie als 
solche bessern wollen, mit beab- 
sichtigtem, klarem Endziel; aber 
auch er ist gescheitert, die Athener 
haben ihn ebenso behandelt, wie 
ihre besten Männer vordem, obwohl 
er ein besserer Bürger gewesen ist 
als selbst Perikles; denn nicht ma- 
terielle, sondern ideelle Ziele hat 
er verfolgt. Das ist Platos Ansicht, 
mit welcher er den Themistokles 
und die anderen grolsen Männer 
nicht herabsetrt, mit welcher er 


nur den Sokrates, wie das heute 
noch viele thun, über den Pe- 
rikles stellt, eine Ansicht, die er 
also nicht klar aussprechen konnte, 
die er aber doch klar genug an- 
deutet. Denn. er sagt, in all ihren 
Diensten hätten die alten Staats- 
männer die damaligen, einen Alki- 
biades u. a., übertroffen: δμολογῶ 
δεινοτέρους ἐχείνους εἶναι Tov- 
τῶν ἐχπορίζειν. Er sagt ferner: 
ihre Kunst war aber nur eine die- 
nende: 7 μὲν ἑτέρα διακονικχὴ 
ἐστιν, nennt sie also nicht eine xo- 
λαχιχή, sondern schiebt zwischen 
die ἀληϑινή und die χολαχεχὴ ön- 
τορική die diexovixm ein. Er sagt 
ferner selbst: πρᾶγμα γελοῖον mor- 
οὔμεν ἃ. h. ποιῶ, wie das ayvo- 
οὔντες beweist; denn er begreift 
ja den Kallikles sehr wohl; πρᾶ- 
yua γελοῖον ποιῶ heilst aber nicht, 
wie H. Müller es auffalst: „wir, oder 


ich verfahre in lächerlicher Weise, 
sondern ich treibe Spals, wir trei- 
ben Spafs, ich und du ἃ. i. ich 


TOPTIAZ. 165 


τὰ σώματα ἡμῶν, σιτία, ἐὰν δὲ διιψῆ, ττοτά, ἐὰν δὲ ῥιγῷ, 
ἱμάτια, στρώματα, ὑποδήματα, ἄλλ᾽ ὧν ἔρχεται σώματα 
εἷς ἐπιϑυμίαν" καὶ ἐξεπτίτηδές σοι διὰ τῶν αὐτῶν εἰκό- 
νων λέγω, ἵνα ῥᾷον χκαταμάϑης. τούτων γὰρ ποριστικὸν 
εἶναι ἢ κάπηλον ὄντα ἢ ἔμπορον ἢ δημιουργόν του αὖ- 
τῶν τούτων, σιτοτιοιὸν ἢ ὀψοτειοιὸν ἢ ὑφάντην ἢ σχυτο- 
τόμον ἢ σχυτοδεινόν, οὐδὲν ϑαυμαστόν ἔστιν ὄντα τοιοῦ- 
τον δόξαι χαὶ αὑτῷ καὶ τοῖς ἄλλοις ϑεραπευτὴν εἶναι 
σώματος, σπιαντὶ τῷ μὴ εἰδότι, ὅτι ἔστι τις παρὰ ταύτας 
ἁπάσας τέχνη γυμναστιχή τε καὶ ἰατρική, ἢ δὴ τῷ ὄντι 
ἐστὶ σώματος ϑερατιεξία, ἥνττερ χαὶ προσήχει τούτων &p- 
χεῖν πασῶν τῶν τεχνῶν χαὶ χρῆσϑαι τοῖς τούτων ἔργοις 
διὰ τὸ εἰδέναι, ὅ τε τὸ χρηστὸν χαὶ πονηρὸν τῶν σιτίων 
ἢ ποτῶν ἔστιν εἰς ἀρετὴν σώματος, τὰς δ᾽ ἄλλας πάσας 
ταύτας ἀγνοεῖν" διὸ δὴ χαὶ ταύτας μὲν δουλοπρεπεῖς TE 
καὶ διαχονικὰς καὶ ἀνελευϑέρους εἶναι περὶ σώματος 
χραγματείαν, τὰς ἄλλας τέχνας, τὴν δὲ γυμναστικὴν καὶ 
ἰατρικὴν κατὰ τὸ δίκαιον δεσποίνας εἶναι τούτων. ταὐτὰ 
οὖν ταῦτα ὅτι ἔστι χαὶ περὶ ψυχήν, τοτὲ μέν μοι δοχεῖς 
μανϑάνειν ὅτε λέγω, χαὶ ὁμολογεῖς ὡς εἰδὼς 6 τι ἐγὼ 
λέγω" ἥκεις δὲ ὀλέγον ὕστερον λέγων, ὅτι ἄνϑρωποι καλοὶ 
χἀγαϑοὶ γεγόνασι πτολῖται ἐν τῇ πόλει, καὶ ἐπειδὰν ἐγὼ 
ἐρωτῶ οἵτινες, δοχεῖς μοι ὁμοιοτάτους προτείνεσϑαι ἀν- 
ϑρώτστους τιερὶ τὰ τετολιτικά, ὥστιερ᾽ ἂν εἶ πιερὶ τὰ γυμνα- 
στικχὰ ἐμοῦ ἐρωτῶντος, οἵτινες ἀγαϑοὶ γεγόνασιν ἢ εἰσὶ 
σωμάτων ϑερατιευταί, ἔλεγές μοι πάνυ σπουδάζων, Θεα- 
ρίων ὃ ἀρτοχόπος χαὶ Πίϑαιχος ὃ τὴν Öworouav συγ- 
γεγραφὼς τὴν Σιχελικχὴν καὶ Σάραμβος ὃ κάττηλος, ὅτε 
οὗτοι ϑαυμάσιοι γεγόνασι σωμάτων ϑερασιευταί, ὃ μὲν 
ἄρτους ϑαυμαστοὺς τπιαρασχευάζων, ὁ δὲ ὄψον, ὃ δὲ οἶνον. 


treibe meinen Spals mit dir“. Und dienenden, das Gerechte aber d.i.die 


das thut er ja dann auch gründlich, 
wenn er wieder Gevatter Schneider 
und Handschuhmacher ins Gefecht 
führt, hält aber dabei den Hauptge- 
danken immer fest: „alle anderen 
Künste haben die Bedeutung der 


Kunst, es zu lehren, zu ihm zu er- 
ziehen, muls die Königin sein“ d. i. 
die Philosophie mufs die Redekunst 
durchdringen, muls sie zu einer er- 
ziehenden Kunst machen, wenn die 
Redekunst einen Wert haben soll. 


166 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


74. Ἴσως ἂν οὖν ἠγανάχτεις, εἴ σοι ἔλεγον ἐγὼ ὅτι 
ἄνθϑρωτιε, ἐπαΐεις οὐδὲν περὶ γυμναστικῆς" διακόνους 
μοι λέγεις χαὶ ἐπιϑυμιῶν :τιαρασχευαστὰς ἀνϑράπους, 
οὐχ ἐτιαΐοντας καλὸν χἀγαϑὸν οὐδὲν περὶ αὐτῶν, οἵ, ἂν 
οὕτω τύχωσιν, ἐμτιλήσαντες καὶ παχύναντες τὰ σώματα 
τῶν ἀνϑρώπων, ἐπαινούμενοι Urt αὐτῶν, τιροσαττολοῦσεν 
αὐτῶν καὶ τὰς ἀρχαίας σάρχας" οἱ δ᾽ αὖ διε ἀπιειρίαν 
οὐ τοὺς ἑστιῶντας αἰτιάσονται τῶν νόσων αἰτίους εἶναι 
xal τῆς ἀποβολῆς τῶν ἀρχαίων σαρχῶν, ἀλλ᾽ οἱ ἂν αὐ- 
τοῖς τύχωσι τότε παρόντες χαὶ συμβουλεύοντές τι, ὅταν 
δὴ αὐτοῖς ἥκῃ ἡ τότε πλησμονὴ νόσον φέρουσα συχνῷ 
ὕστερον χρόνῳ, ἅτε ἄνευ τοῦ ὑγιεινοῦ γεγονυῖα, τούτους 


Kap. 74. Das Kapitel wendet 
sich gegen den Vorwurf, welchen 
man dem Sokrates gemacht hatte, 
dals er die Jugend verdorben habe, 
dafs er ein Volksverderber sei, und 
sagt: An dem Sinken Athens ist 
schuld, dafs die Athener nicht in 
demselben Malse an guter Sitte zu- 
nahmen, wie sie durch die Leistun- 
gen ihrer grolsen Staatsmänner an 
Macht und Ansehen gewannen, dals 
vielmehr mit der steigenden Macht 
die gute Sitte sank. Dieser Gedanke 
ist wieder in des Sokrates scher- 
zender und ironischer Weise durch- 
geführt. Gewils kein Athener sah 
in dieser Art der Durchführung eine 
Herabsetzung seiner grolsen Män- 
ner, 

Sokrates weist auf seine frühere 
Untersuchung von dem Verhältnis 
der γυμναστική und der ἐατριχή 
zu ihren &idwA« zurück, vermeidet 
aber den Ausdruck χολαχεία, wel- 
chem er oben die &idwA« als ihrem 
Allgemeinen unterordnete, sondern 
wendet hier wieder das dıaxovov 
εἰναι an, als ob er oben (Kap. 19) 
der πολιτική als die ihr entspre- 
chende τέχνη ἐπὶ τῷ σώματι eine 
διακονική gegenübergestellt hätte, 
und erklärt es spottend und neckend 
nur als ein ἐπιϑυμιῶν παρασχευ- 
αστὰς εἶναι. Er bleibt in seiner 


spalsenden Weise in dem angereg- 
ten Bilde, wenn er mit klarer Hin- 
weisung ἃ auf die alten Staatsmänneı 
sagt: οἵ, ἂν οὕτω τύχωσιν, ar 
σαντες καὶ παχύναντες χ. τ. &: W 

es sich trifft (ἂν οὕτω ie 
sagt er, machen sie die Leute dick 
und fett, ahnen aber nicht, dals sie 
das verdirbt; wenn diese nun aber 
infolge der πλησμογή, ἄνευ τοῦ 
ὑγιεινοῦ γεγονυῖα ἃ. ἂν. der Sätti- 
gung, welche ohne Rücksicht auf 
(ἄνευ) die Gesundheit statigefun- 
den hat, krank werden, beschul- 
digen sie nicht die eigentlichen Ur- 
heber, sondern die, ol ἂν αὐτοῖς 
τύχωσι τότε χ. τ. ἕ. ἀ. i. welche 
sie gerade treffen, wenn das Un- 
glück, die Krankheit über sie her- 
einbricht* (wie den Sokrates). Die 
Durchführung des Vergleiches des 
Themistokles und Cimon und Pe- 
rikles mit Köchen, welche den 
Atheneın mit wohlschmeckenden 
Speisen den Magen füllten, die diese 
aber nicht vertragen konnten, au 
denen sie sich vielmehr den Magen 
verdarben, ist zu spalshaft, als dals 
ein Athener, der Sokrates und seine 
Schelmerei kannte, ihn ernstiaft 
als seine grolsen Männer tadelad 
hätte auffassen können; die Pointe 
des Vergleichs trifft nieht die gro- 
(sen Staatsmänner, sondern die Athe- 


TOPTIAZ. 167 


᾿ \ 7 ’ a T 
αἰτιάσονται nal ψέξουσι καὶ κακόν τι ποιήσουσιν, ἂν οἷοί. 
τ᾽ ὦσι, τοὺς δὲ προτέρους ἐχείνους καὶ αἰτίους τῶν κα- 

Er G - zu ᾿, ς [4 
χῶν ἐγκωμιάσουσι, καὶ σὺ νῦν, ὦ Καλλίκλεις, ὁμοιότατον 
’ , Ἷ > [4 [4 
τούτῳ ἐργάζει" ἐγκωμιάζεις ἀνϑρώπους, OL τούτους εἴ- 
στιάχασιν εὐωχοῦντες ὧν ἐπεϑύμουν, xal φασι μεγάλην 
\ ‚ F Ἐπ ν- er δ ς ͵ 
τὴν πόλιν πεποιηκέναι αὐτούς" ὅτι δὲ οἰδεῖ καὶ ὕπουλός 
14 Ἁ ’ὔ ΄ = » 
ἐστι δι᾿ ἐχείνους τοὺς παλαιούς, οὐκ αἰσϑανόνται. ἄνευ 
γὰρ σωφροσύνης χαὶ δικαιοσύνης λιμένων χαὶ νεωρίων 
καὶ τειχῶν καὶ φόρων χαὶ τοιούτων φλυαριῶν ἐμπεπλη- 
\ ΄ “ Ε, » € \ a - 
χασι τὴν πόλιν: ὅταν ovv ἔλϑη ἡ καταβολὴ αὕτη τῆς 
ἀσϑενείας, τοὺς τότε παρόντας αἰτιάσονται συμβούλους, 
Θεμιστοχλέα δὲ καὶ Κίμωνα καὶ Περικλέα ἐγκωμιάσουσι, 
τοὺς αἰτίους τῶν χαχῶν᾽ σοῦ δὲ ἴσως ἐπιλήψονται, ἐὰν 
un εὐλαβῇ, καὶ τοῦ ἐμοῦ ἑταίρου ᾿Αλκιβιάδου, ὅταν καὶ 
τὰ ἀρχαῖα τεροσαπολλύωσι 71905 οἷς ἐκτήσαντο, οὐκ αἰτίων 
ὄντων τῶν χαχῶν ἀλλ᾽ ἴσως συναιτίων. καίτοι ἔγωγε ἀνό- 
τον τιρᾶγμα χαὶ νῖν 000 γιγνόμενον καὶ ἀχούω τῶν 
» - ΄ ’ G ς [4 ὃ 
παλαιῶν ἀνδρῶν ττέρι. αἰσϑάνομαι γάρ, ὅταν ἡ πόλις 
-" - - ᾽, ς - 
τινὰ τῶν πολιτικῶν ἀνδρῶν μεταχειρίζηται ἐς ἀδικοῦντα, 
΄ ΄ ἔς G 
ἀγαναχτούντων χαὶ σχετλιαζόντων ag δεινὰ πασχουσι" 

Ἂν 1179 \ \ ’ ’ ” > ς > 
roll nal ἀγαϑὰ τὴν πόλιν πεττοιηκότες ἄρα ἀδίκως ἐπ 

2 - 2 ‚ ς ε ΄ Ἷ - \ \ ao - 
αὐτῆς ἀπόλλυνται, ὡς ὃ τούτων λόγος" τὸ δὲ ὅλον ψεῦ- 
δός ἐστι. προστάτης γὰρ πόλεως οὐδ᾽ ἂν εἷς ττοτὲ ἀδίκως 


ner, welche sich der Dienste der- 
selben nicht wert zeigten. Deshalb 
dürfen einzelne derbe Ausdrücke, 
wie Sokrates sie liebt, nicht falsch 
wiedergegeben werden. Dafs So- 
krates Hafen, Werft, und Mauer- 
bauten nicht im Ernste φλυαρίας, 
Scherze und Späfse, nennen kann, 
ist klar. So liegt auch in dem Aus- 
drucke ἄνευ σωφροσύνης καὶ δι- 
χαιοσύνης, in dieser Form der Rede, 
ein Spals. Die Worte sind nicht 
so grob, wie H. Müller sie über- 
setzt: „ohne Besonnenheit und 
Rechtsgefühl haben sie die Stadt mit 
Häfen u. s. w. überfüllt.“ Schleier- 
macher sagt viel besser: „ohne auf 


Besonnenheit und Gerechtigkeit zu 
denken.“ Der Ausdruck korrespon- 
diert mit dem vorangegangenen ἄνευ 
τοῦ ὑγιεινοῦ und heilst: wie der 
Koch nicht die Gesundheit seiner 
Gäste im Auge hat, so ist es 
Themistokles, Cimon und Perikles 
entgangen, dafs durch alles Gute, 
das sie den Athenern boten, diese 
nicht σώφρονες und δίκαιοι wur- 
den. Wie weiterhin das Urteil ge- 
meint ist: πολλὰ χαὶ ἀγαϑὰ τὴν 
πόλιν πεποιηχότες --- τὸ δὲ ολον 
ψεῦδός ἐστι beweist der folgende 
Satz, den er ja doch offenbar im 
Scherz nur dem flachen Kallikles 
entgegenhält: προστάτης γὰρ πό- 


168 TAATQNOE 


ἀπόλοιτο ὑπ αὐτῆς τῆς πόλεως ἧς προστατεῖ" κινδυ- 
νεύει γὰρ ταὐτὸν εἶναι, ὅσοι τε πολιτικοὶ τεροσποιοῦνται 
εἶναι χαὶ ὅσοι σοφισταί. καὶ γὰρ οἱ σοφισταί, τἀλλὰ σο- 
φοὶ ὄντες, τοῦτο Arorcov ἐργάζονται πρᾶγμα" φάσκοντες 
γὰρ ἀρετῆς διδάσκαλοι εἶναι ττολλάκις κατηγοροῦσι τῶν 
μαϑητῶν, ὡς ἀδιχοῦσι σφᾶς αὐτούς, τούς τε μισϑοὺς 
ἀποστεροῦντες καὶ ἄλλην χάριν οὐκ ἀποδιδόντες, εὖ πα- 
ϑόντες in’ αὐτῶν" καὶ τούτου τοῦ λόγου τί ἂν ἀλογώ- 
τερον εἴη πρᾶγμα, ἀνθρώπους ἀγαϑοὺς χαὶ δικαίους γε- 
γομένους, ἐξαιρεϑέντας μὲν ἀδικίαν ὑττὸ τοῦ διδασχάλου, 
σχόντας δὲ δικαιοσύνην, ἀδιχεῖν τούτῳ ὃ οὐχ ἔχουσιν; 
οὐ δοχεῖ σοι τοῦτο ἄτοττον εἶναι, ὦ ἑταῖρε; ὡς ἀληϑῶς 
δημηγορεῖν με ἠνάγχασας, ὦ Καλλίκχλεις, οὐκ ἐϑέλων ἀπο- 


κχρένεσϑαι. 
75. KAA. 


un τίς σοι ἀποχρίνοιτο; 


Σὺ δ᾽ οὐκ ἂν οἷός τ᾽ εἴης λέγειν, ei 


ΣΩ. Ἔοιχά γε" νῦν γοῦν συχνοὺς τείνω τῶν λόγων, 


ἐπειδή μοι οὐχ ἐϑέλεις ἀποχρίνεσϑαι. 


λεως x. τ. &., sowie das scherzhafte 
und ironische Heranziehen der σο- 
φισταί und ihrer Klagen und der 
scherzhafte Schluls: δημηγορεῖν 
με ἀνάγχασας. 

Zu den Worten χινδυνεύει γὰρ 
ταὐτὸν εἶναι, ὅσοι τε πολιτικοὶ 
χ. τ. ἑ. sagt Stallbaum:: Yerba χατὰ 
τὸ νοούμενον coagmentata sunt. 
Autenim dicendum fuwit: χινδυνεύει 
ταὐτὸν εἶναι τὸ πολιτικοὺς εἶναι, 
aut: χινδυνεύουσι ταὐτὸν πάσχειν 
ὁσοι τε χ.τ. δ. Sed utraque con- 
struclio permutata et, ut fit, in 
unum confusa est. 

Kap. 75. Sokrates lenkt nach 
dem Exkurse über die grolsen Staats- 
männer Athens wieder ein auf die 
im 71. Kapitel aufgestellte Frage, 
oOvrıva NOTE τρόπον δεῖ πολιτενυε- 
σϑαι und beantwortet sie zunächst 
negativ: nicht als Rhetor; denn 
der Rhetor ist nichts weiter als ein 
Sophist; wie die Sophisten vorga- 
ben, die Tugend lehren zu können, 


ἀλλ᾽, ὦ ᾿γαϑέ, 


die Undankbarkeit ihrer Schüler 
aber beweist, dafs sie ihre Aufgabe 
nicht erfüllen, so giebt auch der 
Rhetor vor, er habe das Zeug da- 
zu, ein προστάτης τῆς πόλεως zu 
sein, aber die Undankbarkeit seiner 
Mitbürger beweist, dafs er seiner 
Aufgabe, der wahren Aufgabe eines 
προστάτης, τὰς σωφροσύνη und 
δικαιοσύνη heranzubilden, so wenig 
gewachsen ist, wie der Sophist der 
seinigen. Er giebt dann den Ernst 
dessen, was er im vorigen Kapitel 
scherzend gesagt hatte, in den Wor- 
ten μόνοις δ᾽ ἔγωγε χαὶ ᾧμην 
τοῖς δημηγόροις τε xal σοφισταῖς 
χ. τ. δι: die grolsen Staatsmänner, 
von denen er gesprochen, haben 
niemals vorgegeben, Volkserzieher 
zu sein, Sokrates hat vielmehr, wenn 
er von ihnen sprach, allein die so- 
phistischen Rhetoren (τοῖς dnum- 
yoooız τε xal σοφισταῖς) im Auge 
gehabt, die sich nicht über die Un- 
dankbarkeit der Gegenstände ihrer 


TOPTIAZ. 169 


εἰπὲ πρὸς φιλίου, οὐ δοκεῖ σοι ἄλογον εἶναι ἀγαϑὸν φά- 
σχοντα ττεΤτοιηχέναι τινὰ μέμφεσϑαι τούτῳ, ὅτι ὑφ᾽ ἕαυ- 
τοῦ ἀγαϑὸς γεγονώς τε χαὶ ὧν ἔπειτα πονηρός ἐστιν; 

KAA. Ἔμοιγε doxei. 

Z2. Οὐχοῦν ἀχούεις τοιαῦτα λεγόντων τῶν φα- 
σκόντων παιδεύειν ἀνθρώπους εἰς ἀρετήν; 

KAA. Ἔγωγε: ἀλλὰ τέ ἂν λέγοις ἀνθρώπων τέρι 
οὐδενὸς ἀξίων; 

ΣΩ. Τί δ᾽ ἂν περὶ ἐκείνων λέγοις, οἱ φάσκοντες 
σπερροεστάναι τῆς πόλεως καὶ ἐτειμελεῖσθαι,. ὅπως ὡς βελ- 
τίστη ἔσται, rahıy αὐτῆς κατηγοροῦσιν, ὅταν τύχωσιν, ὡς 
πονηροτάτης; οἴει τι διαφέρειν τούτους ἐχεένων; ταῦτόν, 
ὦ μαχάρι᾽, ἐστὶ σοφιστὴς χαὶ ῥήτωρ, ἢ ἐγγύς τι καὶ ττα- 
ραπιλήσιον, ὥσττερ ἐγὼ ἔλεγον τιρὸς Πώλον" σὺ δὲ δι᾽ 
ἄγνοιαν τὸ μὲν τιάγχαλόν τι οἴει εἶναι, τὴν ῥδητορικῆν, 
τοῦ δὲ καταφρονεῖς. τῇ δὲ ἀληϑείᾳ καλλιόν ἐστι σοφι- 
στιχὴ ῥδητοριχῆς ὅσῳτεερ νομοϑετικὴ διχαστιχῆς καὶ γυμ- 
ναστικὴ ἰατρικῆς" μόνοις δ᾽ ἔγωγε χαὶ Wunv τοῖς δημηγό- 
ροις τε χαὶ σοφισταῖς οὐκ ἐγχωρεῖν μέμφεσϑαι τούτῳ 
τῷ πιράγματι, 0 αὐτοὶ παιδεύουσιν, ὡς πονηρόν ἔστιν εἰς 
σφᾶς, ἢ τῷ αὐτῷ λόγῳ τούτῳ ἅμα χαὶ ἑαυτῶν κατηγορεῖν, 
ὅτι οὐδὲν ὠφελήκασιν οὕς φασιν ὠφελεῖν. οὐχ οὕτως ἔχει; 

KAA. Πανυ γε. 

22. Καὶ τιροέσϑαι γε δήπου τὴν εὐεργεσίαν ἄνευ 
Erziehung (τούτῳ τῷ πράγματι, insofern schöner ‚als die δικαστική 


ὃ αὐτοὶ παιδεύουσι) beklagen dür- und die ἐχτριχή, als sie die ge- 
fen. sunden Seelen und Körper kennen 


Zu. den ‚Worten καλλιόν ἐστι lehren, ihre Bekanntschaft also für 
σοφιστιχὴ ῥητορικῆς ὥσπερ “. te die διχαστική und die ἰατρική die 
sagt H. Müller: „Der gemeinsame unbedingte Voraussetzung ist. Eben- 


Vorzug der drei zuerst vor den drei 


so, sagt er, ist die Sophistik mit 
zuletzt genannten Künsten ist un- 


ihrer Lehre vom Schein und die 


streitig: jene verhüten, dafs ein 
Schaden nicht (?) eintrete, den diese 
zu heilen suchen.“ Das „nicht“ 
scheint mir in seinen Worten ein 
stilistischer Fehlgriff zu sein. Seine 
Behauptung aber halte ich auch 
nicht für richtig. Die γνομοϑετιχή 
und die γυμναστική sind vielmehr 


Bekanntschaft mit ihr, ihr Studium, 
die Voraussetzung der Rhetorik. 
Zu dem Ausdrucke προέσϑαι 
τὴν εὐεργεσίαν bemerken Deuschle 
und Gron: „jeder Unterricht wird 
als Wohlthat gedacht, die der Lehrer 
dem Schüler erweist, der Lohn ist 
eine Vergeltung für das empfangene 


170 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


μισϑοῦ, ὡς τὸ εἰκός, μόνοις τούτοις ἐνεχώρει, εἴσεερ ἀλη- 
In ἔλεγον. ἄλλην μὲν γὰρ εὐεργεσίαν τις εὐεργετηϑείς, 
οἷον ταχὺς γενόμενος διὰ παιδοτρίβην, ἴσως ἂν ἀποστε- 
ρθήσειε τὴν χάριν, εἰ προοῖτο αὐτῷ ὃ παιδοτρίβης καὶ 
μὴ συνθέμενος αὐτῷ μισϑὸν ὅ τι μάλιστα ἅμα μεταὸδι- 
ὁδοὺς τοῦ τάχους λαμβάνοι τὸ ἀργύριον" οὐ γὰρ τῇ βρα- 
δυτῆτι, οἶμαι, ἀδικοῦσιν οἵ ἄνϑρωποι, ἀλλ᾽ ἀδικίᾳ" ἡ γάρ; 

KAA. Nei. 

22. Οὐκοῦν εἴ τις αὐτὸ τοῦτο ἀφαιρεῖ, τὴν adı- 
κέαν, οὐδὲν δεινὸν αὐτῷ μήποτε ἀδικηϑῆ, ἀλλὰ μόνῳ 
ἀσφαλὲς ταύτην τὴν εὐεργεσίαν τεροέσϑαι, εἴπερ τῷ ὄντι 
δύναιτό τις ἀγαϑοὺς τιοιεῖν. οὐχ οὕτως; 

KAA. Φημί. 

40. ΣΩ, Διὰ ταῦτ᾽ ἄρα, ὡς ἔοιχε, τὰς μὲν ἄλλας 
συμβουλὰς συμβουλεύειν λαμβάνοντα ἀργύριον, οἷον οἶχο- 
δομίας πιέρε ἢ τῶν ἄλλων τεχνῶν, οὐδὲν αἰσχρόν. 

KAA. Ἔοικέ γε. 

ΣΩ. Περὶ δέ γε ταύτης τῆς πράξεως, ὅντιν᾽ ἂν τις 
τρόπον ὡς βέλτιστος εἴη xal ἄριστα τὴν αὑτοῦ οἰχίαν 
διοιχοῖ ἢ πόλιν, αἰσχρὸν νενόμισται μὴ φάναι συμβου- 
λεύειν, ἐὰν μή τις αὐτῷ ἀργύριον διδῷ. ἢ γάρ; 

Söhne für schweres Geld Sophisten 
heranzogen, sich betrogen sahen; 


denn ilire Söhne lernten nichts Son- 
derliches von den Tugendlehrern. 


Gute. Zu προέσϑαι, das schon an 
sich freiwilliges Hingeben bezeich- 
net, tritt ἄνευ μισϑοῦ, um den 
Gegensatz des den herkömmlichen 


Begriffen der Hellenen so sehr zu- 
widerlaufenden Verfahren der So- 
phisten fühlbarer zu machen.“ 
Kap. 76. Die nächsten drei Ka- 
pitel beantworten die Frage δντινά 
ποτε τρόπον dei πολιτεύεσϑαι 
positiv dahin, dafs man als wahr- 
haft guter Bürger allezeit seine Mit- 
bürger zu bessern bemüht sein 
müsse, Zunächst erklärt Sokrates 
mit lachender Ironie, warum man 
es in Athen für schimpflich halte, 
sich als Lehrer der Tugend bezah- 
len zu lassen. Natürlich sah man 
das für schimpflich an, weil jeder- 
mann begriff, dafs die reichen Leute 
Athens, welche als Erzieher ihrer 


Sokrates’ Ironie stellt dagegen die 
Lohnforderung der Sophisten als 
widersinnig dar in dem spalshaften 
Schlufs: die Sophisten sagen, sie 
können die Tugend lehren; wer 
tugendhaft geworden ist, wünscht 
Wohlthaten zu erwidern; also ist 
es widersinnig, die Geldforderung 
besonders aufzustellen, da die Wohl- 
that der Soldzahlung als eines Aktes 
der Dankbarkeit sich bei den Schü- 
lern der Tugendlehrer, wenn sie 
wirklich die Tugend lehren und 
nicht betrügen, von selbst ergeben 
muls. Dafs Kallikles der Ansicht 
des Sokrates früher und jetzt nicht 
widerspricht, beweist, dals er den 


TOPTIAZ 171 

KAA. Ναί. 

22. 4ῆλον γὰρ ὅτι τοῦτο αἴτιόν ἐστίν, ὅτι μόνη 
αὕτη τῶν εὐεργεσιῶν τὸν εὖ παϑόντα ἐπιϑυμεῖν ποιεῖ 
ἀντ᾽ εὖ ποιεῖν, ὥστε χαλὸν δοχεῖ τὸ σημεῖον εἶναι, ei 
εὖ ποιήσας ταίτην τὴν εὐεργεσίαν ἄντ᾽ εὖ πείσεται" εἰ 
δὲ μή, οὔ. ἔστι ταῦτα οὕτως ἔχοντα; 

KAA. Ἔστιν. : 

32. Ἐπὶ ποτέραν οὖν μὲ παραχαλεῖς τὴν ϑεραττείαν 
τῆς ττόλεως, διόρισόν μοι τὴν τοῦ διαμάχεσϑαι ᾿4ϑη- 
γαίοις, ὅπως ὡς βέλτιστοι ἔσονται, ὡς ἰατρόν, ἢ ὡς δια- 
χονήσοντα χαὶ πρὸς χάριν ὁμιλήσοντα; τἀληϑῆ μοι eine, 
Καλλέκλεις" δίκαιος γὰρ εἶ, ὥστεερ ἤρξω παρρησιάζεσϑαι 
χερὸς ἐμέ, διατελεῖν ἃ νοεῖς λέγων" nal νῦν εὖ nal γεν- 


γαίως eine. 


΄ ς ΄ 
KAA. Atyw τοίνυν ὅτε ὡς διαχονήσοντα. 
- ΄, » 3 ΄, 
ΣΩ, Κολαχεύσοντα ἄρα με, ὦ γενναιότατε, παρα- 


χαλεῖς. 


KAA. Ei σοι Mvoov γε ἴδιον καλεῖν, ὦ Σώχρατες" 
ς - ΄ ΄ 
ὡς εἰ μὴ ταῦτα ye ποιήσεις -- 


38, 


Mn eirıng ὃ πολλάκις εἴρηκας; ὅτι ἀποκτενεῖ 


με ὃ βουλόμενος, | ἵνα μὴ αὖ καὶ ἐγὼ εἴπω, ὅτι πονηρός 


γε ὧν ἀγαϑὸν ὄντα" und 


Gorgias nicht unter die Sophisten 
rechnet. Übrigens scheint nun auch 
auf den scherzenden Ton des So- 
krates Kallikles einzugehen. Denn 
wenn er auf des Sokrates Frage, 
die ihn mit dem ἤρξω παρρησιά- 
ζεσϑαι und mit dem εὖ χαὶ yev- 
ναίως εἰπέ neckt, auf die Frage, 
ob er ihm rate, als ϑιάμαχόμενος 
oder als διαχονήσων i. (καὶ) 
πρὸς χάριν ὁμιλήσων in die poli- 
tische Laufbahn einzutreten, ant- 
wortet λέγω τοίνυν ὅτι ὡς δια- 
χονήσοντα, so kann die Antwort 
nach den bisherigen Zugeständ- 
nissen kaum ernst gemeint sein. 
Lachend erwidert denn auch So- 


ὅτι ἀφαιρήσεται ἐάν τι ἔχω, 
[4 \ kr ER, „ ao > 2 
ἵνα μὴ αὖ ἐγὼ εἴπω ὅτι ἀλλ 


> ’ 2 (dj ao 
ἀφεκαμενθο οὐχ ὅξει 0 τι 


krates, dh χολαχεύσοντα παρα- 
χαλεῖς zu der Anrede ὦ γερ- 
ναιότατε in scharfen Widerspruch 
setzend. 

Über die Bedeutung der Worte 
εἴ σοι Mvoov γε ἥδιον χαλεῖν 
wird wohl nicht ganz mit Ursache 
so viel gestritten. Wir wissen aus 
Plato selbst, dafs der Myser in 
Athen tief verachtet war. Kallikles 
überbietet also mit dem Mvoog den 
χολαχεύων des Sokrates: „Wenn es 
dir angenehmer ist, so nenne ihn 
meinetwegen auch einen Myser d. i. 
einen Schuft!* Neckisch gebraucht 
er statt eines doxez das ἥδιον, auf 
den so lange besprochenen Gegen- 


172 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


χρήσεται αὐτοῖς, ἀλλ᾽ ὥσπερ μὲ ἀδίκως ἀφείλετο, οὕτω 
χαὶ λαβὼν ἀδίκως χρήσεται, εἰ δὲ ἀδίκως, αἰσχρῶς, el 
δὲ αἰσχρῶς, κακῶς. 

“. ΚΑ͂Α͂. Ὥς μοι δοκεῖς, ὠ Σώχρατες, πιστεύειν 
μηδ᾽ ἂν ἕν τούτων παϑεῖν, ὡς οἰκῶν ἐκποδὼν καὶ οὐχ 
ἂν εἰσαχϑεὶς εἰς διχαστήριον ὑπὸ πάνυ ἴσως μοχϑηροῦ 
ἀνϑρώπου καὶ φαύλου. 

ΣΩ. ᾿Ανόητος ἄρα εἰμί, ὦ Καλλίχλεις, ὡς ἀληϑῶς, 
εἰ μὴ οἴομαι ἐν τῇδε τῇ πόλει ὁντινοῦν ἄν, ὅ τε τύχοι, 
τοῦτο παϑεῖν. τόδε μέντοι εὖ old’ ὅτι, ἐάνττερ εἰσίω εἷς 
δικαστήριον τιερὶ τούτων τινὸς χινδυνεύων ὧν σὺ λέγεις, 
πονηρός τές μὲ ἔσται ὃ εἰσάγων" οὐδεὶς γὰρ ἂν χρηστὸς 
μὴ ἀδικοῦντ᾽ ἄνϑρωτσιον εἰσαγάγοι" καὶ οὐδέν γε ἄτοττον 
εἰ ἀποϑαάνοιμι. βούλει σοι εἴπω δι᾿ ὃ τι ταῦτα προσ- 
δοχῶ; 

KAA. Ilavv γε. 

ΣΩ. Oiucı μετ᾽ ὀλίγων ᾿αΑϑηναίων, ἵνα μὴ εἴπω 
μόνος, ἐπειχειρεῖν τῇ ὡς ἀληϑῶς πολιτικῇ τέχνῃ καὶ τιράτ- 
τειν τὰ πολιτιχὰ μόνος τῶν νῦν᾽ ἅτε οὖν οὐ πιρὸς χάριν 
λέγων τοὺς λόγους οὺς λέγω ἑκάστοτε, ἀλλὰ πρὸς τὸ βέλ- 


satz des ἥδιον und βέλτιον an- 
spielend. 

Kap. 77. Der apologetische Cha- 
rakter des Dialogs tritt in diesem 
und dem folgenden Kapitel, in denen 
die logische Untersuchung des Dia- 
logs ihren Abschlufs findet, am 
schärfsten hervor. Kallikles, der 
bis vor kurzem selbst den Ankläger 
des Sokrates und zwar den heftig- 
sten gespielt hat, denkt jetzt, wenn 
auch nie ganz von des Gegners An- 
sichten gewonnen, weit milder über 
ihn. Während er anfangs nicht 
ohne einen verächtlichen Hohn auf 
ihn herabsah, scheint er ihn fast 
staunend zu betrachten; er schüt- 
telt bis zum Schlufs ungläubig den 
Kopf, aber Sokrates hat ihm doch 
Achtung aufgezwungen: er nennt 
den eventuellen Ankläger des So- 
krates unwillkürlich einen πᾶνν 


ἴσως “μοχϑηρὸς ἄνϑρωπος χαὶ 
φαυλός und stellt unwillkürlich 
dem δῆμος τῶν ᾿Αϑηναίων ein 
recht schleilites Zeugnis aus, wenn 
er sagt, die Anklage des ersten 
besten Lumpen könne einen ehr- 
lichen Mann ins Verderben führen. 
Dies schlechte Zeugnis hebt des 
Sokrates ἀνόητος ἄρα εἰμί, εἰ μὴ 
οἴομαι x.r.£.in ein noch helleres 
Licht; denn die Worte sagen: „Ja, 
in Athen kann alles vorkommen“; 
und dieser Satz wird wieder kom- 
mentiert durch das in der kurzen 
Sentenzform um so „schlagendere: 
οὐδέν γε ἄτοπον εἰ ἀποϑάνοιμε, 
sowie weiterhin durch das wer 
ὀλίγων ᾿Αϑηναίων, ἵνα un εἴπω 

ὄνος, welche den Schlulssatz der 
Logik des Dialogs einführen : ἡ πὸ- 
λιτικὴ τέχνη ἐστὲ χαὶ πράττειν 
χαὶ λέγειν πρὸς τὸ βέλτιστον. 


TOPTIAZ. 175 


τιστον, οὐ πρὸς τὸ ἥδιστον, χαὶ οὐχ: ἐϑέλων zroreiv ἃ σὺ 
παραινεῖς, τὰ χομψὰ ταῦτα, οὐχ ἕξω ὅτι λέγω ἐν τῷ δὲ- 
χαστηρίῳ. ὃ αὐτὸς δέ μοι ἥκει λόγος, ὅνττερ πρὸς Πῶλον 
ἔλεγον" χρινοῦμαι γὰρ ὡς ἐν παιδίοις ἰατρὸς ἂν χρίνοιτο 
χατηγοροῦντος ὀψοττοιοῦ. σκχόττει γάρ, τί ἂν ἀπτολογοῖτο 
ὃ τοιοῦτος ἄνϑρωπος ἐν τούτοις ληφϑείς, εἶ αὐτοῦ κατη- 
γοροῖ τις λέγων ὅτι ὦ παῖδες, πολλὰ ὑμᾶς καὶ κακὰ ὅδε 
εἴργασται ἀνὴρ ral αὐτούς, χαὶ τοὺς νεωτάτους ὑμῶν 
διαφϑείρει τέμνων τε καὶ κάων, καὶ ἰσχναίνων χαὶ seviywv 
ἀπορεῖν ποιεῖ, τεικρότατα πόματα διδοὺς καὶ πεινῆν καὶ 
διψῆν ἀναγχάζων, οὐχ ὥσπερ ἐγὼ πολλὰ καὶ ἡδέα καὶ 
σαντοδατπτὰ εὐώχουν ὑμᾶς: τέ ἂν οἴει ἐν τούτῳ τῷ χαχῷ 
ἀποληφϑέντα i ἰατρὸν ἔχειν εἰπεῖν; ἢ εἰ εἴποι τὴν ἀλήϑειαν, 
ὅτι ταῦτα πάντα ἐγὼ ἐποίουν, ὦ παῖδες, ὑγιεινῶς, ὅττόσον 
οἴει ἂν ἀναβοῆσαι τοὺς τοιούτους διχαστάς; οὐ μέγα; 
ΚΑ͂Ζ. Ἴσως οἴεσϑαί γε χρή. 
ΣΩ. Οὐχοῦν οἴει ἐν πάσῃ ἀπορίᾳ ἂν αὐτὸν ἔχεσϑαι, 
ὅ τι χρὴ eineiv; 
KAA. Πανυ γε. 
8. 22. Τοιοῦτον μέντοι καὶ ἐγὼ οἶδα ὅτι πάϑος 
πάϑοιμι ἂν εἰσελϑὼν εἰς δικαστήριον. 
ἃς Enrcerrogina ἕξω αὐτοῖς λέγειν, ἃς οὗτοι εὐεργεσίας 
χαὶ ὠφελείας νομίζουσιν, ἐγὼ δὲ οὔτε τοὺς πορίζοντας 
ζηλῶ οὔτε οἷς πορίζεται" ἐάν τέ τίς ue ἢ νεωτέρους φῇ 
διαφϑείρειν ἀπορεῖν σπιοιοῦντα, ἢ τοὺς πρεσβυτέρους χα- 


ν᾽ 


οὔτε γὰρ ἡδονὰς 


Eigentümlich ist der, Ausdruck 
zul τοὺς γεῳτάτους ὑμῶν δια- 

elosı τέμνων zul κάων. Plato 

at bei diesen Worten an den 
Schlufssatz der Anklage des So- 
krates gedacht: ἀδικεῖ δὲ zul τοὺς 
γέους διαφϑείρων. Nun hat er 
hier die Richter als παῖδες ange- 
redet; statt nun also nach dem 
χαὶ αὐτούς, welches doch einen 
Gegensatz verlangt, fortzufahren 
χαὶ τοὺς παῖδας ὑμῶν fällt er ἴῃ 
die spalshafte Wendung χαὶ τοὺς 
νεωτάτους. 


Yyızıvag heifst οὐχ ἄνευ ὑγιει- 
vov, wie Kapitel 74 steht. 

Kap. 78. Sokrates wendet den 
Vergleich des vorigen Kapitels vom 
Arzte und dem Koch auf sich an 
und sagt: Auch ich verfolge bei 
meinem Thun und Treiben nicht 
die ἡδοναί, das was die grolse 
kindische Menge Wohlthat und 
Nutzen nennt, und werde mich des- 
halb nicht verteidigen können, wenn 
man mir vorwirft, ich mache Junge 
Leute hilflos (ἀπορεῖν i. e. ὥστε 
un δύνασϑαι σώζειν ἑαυτούς) und 


174 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ὡ mu λέ x λό a ἰδί ΡΒ} ὃ »ἤ 
χηγορεῖν λέγοντα πιχροὺς λόγους ἢ ἰδίᾳ ἢ δηιιοσίᾳ, οὔτε 
x ) \ cu I - [4 , -" > \ 
τὸ ἁληϑὲς ἕξω εἰπεῖν, ὅτι δικαίως πάντα ταῦτα ἐγὼ 
, \ ’ c ΄ x - 3 
λέγω χαὶ πράττω TO ὑμέτερον δὴ τοῦτο, ὦ ἄνδρες διχκα- 
, » » > N x «“ » u pP) ’ »" 
σταί, οὔτε ἄλλο οὐδέν᾽ ὥστε ἴσως, ὅ τε ἂν τύχω, τοῦτο 
σιείσομαι. 
KAA. Ζοκεῖ οὖν σοι, Σώχρατες, καλῶς ἔχειν 
” 2 ΄ [dj , \ > ; ᾽ν 
ἄνϑρωττος ἐν πόλει οὕτω διαχείμενος καὶ ἀδύνατος ὧν 
ἑαυτῷ βοηϑεῖν; 
ΣΩ, Εἰ ἐκεῖνό γε ἐν αὐτῷ ὑπάρχοι, ὦ Καλλέκλεις, 
a \ ’ x ς ΄, 2 2 x » ς - 
ο σὺ πολλάκις ὡμολόγησας εἰ Peßondnxag εἴη αὐτῷ, 
, \ [2 Ἂ ”w 
μήτε περὶ ἀνθρώπους μήτε περὶ ϑεοὺς Adırov μηδὲν 
,ὔ ΄ ΄ [4 G ’ 
μήτε eionxug μήτε εἰργασμένος. αὕτη γάρ τις βοήϑεια 
ἑαυτῷ πολλάχις ἡμῖν ὡμολόγηται κρατίστη εἶναι. εἰ μὲν 
Ἂ ’ 3 ᾿, ’ \ 4 > ’ » 
ovv ἐμὲ τις ἐξελέγχοι ταύτην τὴν βοήϑειαν ἀδύνατον ὄντα 
> - 1 χὰ - P] N 2\ δ ἃ - 
ἑμαυτῷ καὶ ἄλλῳ βοηϑεῖν, αἰσχυνοίμην ἂν καὶ Ev πολλοῖς 
καὶ ἐν ὀλίγοις ἐξελεγχόμενος καὶ μόνος ὑπὸ μόνου, χαὶ 
εἰ διὰ ταύτην τὴν ἀδυναμίαν ἀποϑνήσχοιμι, ἀγαναχτοίην 
av‘ εἰ δὲ χολακικῆς ῥητορικῆς ἐνδείᾳ τελευτῴην ἔγωγε, 
ev οἰδα ὅτι ῥᾳδίως ἴδοις ἄν μὲ φέροντα τὸν ϑάνατον. 
\ ’ 2 - 
αὐτὸ μὲν γὰρ τὸ ἀποϑνήσχειν οὐδεὶς φοβεῖται, ὅστις μὴ 
zravrasıaoıy ἀλόγιστός τε καὶ ἀἄνανδρός ἔστι, τὸ δὲ ἀδι- 
κεῖν φοβεῖται" πολλῶν γὰρ ἀδικημάτων γέμοντα τὴν 
ψυχὴν εἰς Audov ἀφικέσϑαι πάντων ἔσχατον κακῶν Eoriv. 
εἰ δὲ βούλει, σοὶ &ya, ὡς τοῦτο οὕτως ἔχει, ἐϑέλω λό- 
γον λέξαι. | 
KAA. ᾿Αλλ᾽ ἐπείπερ γε xal ταλλα ἐπέρανας, xal 
τοῦτο σπτέρανον. 


schmähe die Älteren; denn sie wer- 
den mir nicht glauben, dals das A&- 
γειν δικαίως zugleich ein ὡςπράτ- 
τειν TO ὑμέτερον“ ist, und da 
könnte ich vielleicht, wer weils was 
(ὅτι ἂν τὐχω), erfahren. Als Kal- 
likles dann fragt, ob eine solche 
Stellung (οὕτω duaxelusvog) wirk- 
lich für einen Mann die rechte sein 
könne, erwidert er, zum Schluls 
die Hauptworte der Betrachtung 
wiederholend — βοηϑεῖν ἑαυτῷ, 


ἄδικον μηδὲν μή TE εἰρηκὼς μήτε 
εἰργασμένος, αἰσχυνοίμην ἄν u. ἃ. 
—, ein rechtes Leben habe nicht 
das Jetzt, sondern die Zukunft, 
nicht das Hier, sondern das Jen- 
seits vor Augen, und da er von 
dem Jenseits nichts logisch Siche- 
res angeben kann, geht er auf das 
Gebiet des Glaubens über, das von 
den athenischen Flachgeistern, den 
Sophisten und ihrem Anhang ver- 
achtet wurde und dessen Aner- 


TOPTIAZ. 175 


79. 202. ἄκουε δή, φασί, μάλα καλοῦ λόγου, ὃν 
,ὔ » \ 5 \ ἊΝ ὦ ς 
σὺ μὲν ἡγήσει μῦϑον, ὡς ἐγὼ οἶμαι, ἐγὼ δὲ λόγον" ὡς 
3 er x ” ᾿ a , , co \ 
ἀληϑῆ γὰρ ὄντα σοι λέξω ἃ μέλλω λέγειν. ὥσπερ γὰρ 
ο͵ Ar ’ \ > \ (ur \ \ ς 
Ὅμηρος λέγει, διενείμαντο τὴν ἀρχὴν ὁ Ζεὺς xai ὁ Πο- 
σειδῶν καὶ ὃ Πλούτων, ἐτιειδὴ apa τοῦ πατρὸς πταρέ- 
λαβον. ἣν οὖν νόμος ὅδε περὶ ἀνϑρώπων ἐπὶ Κρόνου, 
χαὶ ἀεὶ καὶ νῦν ἔτι ἔστιν ἐν ϑεοῖς, τῶν ἀνϑρώττων τὸν 
\ ΄ \ , ’ UL SER — D N 

μὲν δικαίως τὸν βίον διελϑόντα χαὶ ὁσίως, ἐπειδὰν TE- 
λευτήσῃ, εἰς μαχάρων νήσους ἀπιόντα οἰχεῖν ἐν πάσῃ 
εὐδαιμονίᾳ ἐχτὸς καχῶν, τὸν δὲ ἀδίκως καὶ ἀϑέως εἰς 
τὸ τῆς τίσεώς τε χαὶ δέχης δεσμωτήριον, ὃ δὴ Τάρταρον 
χαλοῦσιν, ἰέναι. τούτων δὲ δικασταὶ ἐπεὶ Κρόνου χαὶ ἔτι 
γεωστὶ τοῦ ““ιὸς τὴν ἀρχὴν ἔχοντος ζῶντες ἧσαν ζώντων, 
ἐχείνῃ τῇ ἡμέρᾳ δικάζοντες ἡ μέλλοιεν τελευτᾶν. ale 
οὖν ai δίκαι ἐκρίνοντο" ὅ te οὖν Πλούτων χαὶ οἱ ἐπι- 
μεληταὶ ἐκ μαχάρων νήσων ἰόντες ἔλεγον πρὸς τὸν Δία, 


kennung als eines berechtigten das 
tiefe Herz das Sokrates gegenüber 
den Sophisten so auszeichnet, und 
erzählt den Schlufsmythus. 

Kap. 79. Sokrates beginnt, wie 
die Märchenerzähler (φασί): ἄχουε 
δὴ καλοῦ λόγου, und scherzt mit 
dem Worte λόγος, es zuerst in der 
Bedeutung „Rede, Erzählung“ und 
dann in der Bedeutung „logische 
Wahrheit“ gebrauchend. „Du wirst 
meinen, meine Erzählung sei eben 
nur ein Mythos; ich bin aber über- 
zeugt, es steckt ein tiefer Sinn da- 
hinter und eine grolse Wahrheit“ 
(ὡς ἀληϑῆ ϑῆ γὰρ ὄντα σοι λέξω). 
Er erzählt dann seinen Mythos in 
der meisterhaften Form, welche 
auch die Mythen im Phädrus, im 
Phädo u. s. w. auszeichnet, in je- 
ner naiv kindlichen Form, durch 
welche der Märchenerzähler fesselt, 
die Form dem Inhalt seiner Erzäh- 
lung anpassend. Die Satzbildung 
ist durchaus einfach, die Erzählung 
wird vielfach in ganz kurzen Sätzen 
weiter geführt; sie ist behaglich 
breit, läfst die Redenden sich gern 


in längerer Rede ergehen; sie zeigt 
jenen kostbaren Humor, der an das 
Gröfste den Mafsstab der Kinder- 
stube legt. Die Erzählung high an 
mit dem Ὅμηρος λέγει ἃ. i. „die 
ältesten Lieder sagen.“ Sie steigt 
dann hinauf bis in die ältesten Zei- 
ten der Sage, bis zu Kronos; das 
heifst, sie setzt sich über Zeit und 
Raum hinfort, wie das Kind es thut, 
wenn es erzählt oder sich erzählen 
läfst: „Vor tausend Jahren lebte 
einmal auf dem Monde ein Mann“ 
u.s. w. Von den Zeiten des Kronos 
steigt sie hinab in die ersten Re- 
gierungsjahre des Vaters Zeus — 
καὶ ἔτι νεωστὶ Bee Διὸς τὴν ἀρ- 
χὴν ἔχοντος ἀ. i. „und noch, als 
vor kurzem Zeus die Herrschaft 
überkommen hatte“; γνεωστί ist 
also nicht mit ἔτι, sondern mit ἔχον- 
τος zu verbinden. Sie zeigt sich 
also naiv, indem sie sich stellt, als 
wisse sie in der Urzeit wie in der 
Gegenwart Bescheid; es giebt für 
den Mythos eben keine Grenze der 
Zeit; das Naivste ist in dieser Be- 
ziehung das Bestechendste: „Im 


-» 


»--- 2 


“.-ο»..... .ἡΔἍ 


οἶνον .- τοῦ u na u Mn. 


176 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ὅτε φοιτῷέν σφιν ἄνϑρωποι ἑἕχατέρωσε ἀνάξιοι. εἶπεν 
οὖν ὃ Ζεύς" ἀλλ᾽ ἐγώ, ἔφη, παύσω τοῦτο γιγνόμενον. 
γῦν μὲν γὰρ καχῶς ai δίκαι δικάζονται. ἀμπεχόμενοι 
γάρ, ἔφη, οἱ κρινόμενοι χρίνονται" ζῶντες γὰρ κρίνονται. 
σπτολλοὶ οὖν, ἡ δ᾽ ὅς, ψυχὰς πονηρὰς ἔχοντες ἡμφιεσμένοι 
εἰσὶ σώματά τε χαλὰ καὶ γένη χαὶ πλούτους, καί, ἐτεειδὰν 
ἡ χρίσις ἢ, ἔρχονται αὐτοῖς πολλοὶ μάρτυρες, μαρτυρή- 
σοντὲες ὡς δικαίως βεβιώκασιν" οἵ οὖν δικασταὶ ὑτιό re 
τούτων ἐχτιλήττονται, καὶ ἅμα χαὶ αὐτοὶ ἀμπεχόμενοι 
δικάζουσι, πρὸ τῆς ψυχῆς τῆς αὑτῶν ὀφϑαλμοὺς καὶ ὦτα 
χαὶ ὅλον τὸ σῶμα προχεχκαλυμμένοι. ταῦτα δὴ αὐτοῖς 
scayra ἐπίπροσϑεν γίγνεται, χαὶ τὰ αὑτῶν ἀμφιέσματα 
χαὶ τὰ τῶν χρινομένων. πρῶτον μὲν οὖν, ἔφη, παυστέον 
ἐστὶ προειδότας αὐτοὺς τὸν ϑάνατον" νῦν γὰρ περοΐσασι. 
τοῦτο μὲν οὖν καὶ δὴ εἴρηται τῷ Προμηϑεῖ ὅπως ἂν 
χεαύσῃ αὐτῶν. ἔτιειτα γυμνοὺς χριτέον ἁπάντων τούτων" 
τεϑνεῶτας γὰρ δεῖ χρίνεσϑαι. Hal τὸν χριτὴν δεῖ γυμ- 
γὸν εἶναι, τεϑνεῶτα, αὐτῇ τῇ ψυχῇ αὐτὴν τὴν ψυχὴν 
ϑεωροῦντα ἐξαίφνης ἀποϑανόντος ἑκάστου, ἔρημον τεᾶν- 
των τῶν συγγενεῖν καὶ καταλιπόντα ἐπὶ τῆς γῆς πάντα 
ἐκεῖνον τὸν κόσμον, ἵνα διχαία ἡ κρέσις ἢ. ἐγὼ μὲν οὖν 
ταῦτα ἐγνωχὼῶς πρότερος ἢ ὑμεῖς ἐποιησάμην δικαστὰς 
υἱεῖς ἐμαυτοῦ, δύο μὲν ἐκ τῆς Ασίας, Mivw τε χαὶ Ῥα- 


Anfang schuf Gott Himmel und 
Erde.“ Ebenso verfährt der Erzähler 
mit dem Raum, dem Orte. Er lälst 
den Pluto und seine Aufseher von 
den Inseln der Seligen herkommen; 
wo liegen diese Inseln der Seligen ? 
wer hat sie gesehen? wo wohnt 
Zeus, den Pluto besucht? Das Mär- 
chen, die Sage fragen nicht darnach: 
sie sind zufrieden mit dem: „Es 
war einmal ein Mann“ u. s. w. 
Kostbar ist dann der Vater Zeus 
geschildert. Mit grofser Sicherheit 
beginnt er seine Rede: „dem Übel- 
stande will ich steuern !* Er spricht 
dann ew cathedra, in ganz kurzen 
Sätzen, mit einer göttlich einfachen, 


unumstölslichen Logik und dabei 
doch gerade so, als handele es sich 
darum, die Schäden des athenischen 


Prozesses auszuschneiden. Er giebt 


sein Urteil, wie ein Herrscher, der 
Widerspruch nicht kennt: πρῶτον 
παυστέον, ἔπειτα «Κριτέον. Er 
zeigt sich als der ὃς ἤδὴ τὰ 2 
ἐόντα τὰ τ᾽ ἐσσόμενα πρὸ τ᾽ 
ἐόντα, wenn er sagt: ἐγνωχὼς 
πρότερος ἡ ὑμεῖς, und ernennt 
dann die drei Richter, von den bei- 
den ersten jedem sein Ressort zu- 
weisend, wie ein irdischer König, 
und dem letzteren die entschei- 
dende Stimme gebend für den Fall, 
dals die beiden ersten nicht schlüssig 


TOPTIAZ. 177 


δάμανϑυν, Eva δὲ ἐκ τῆς Εὐρώπης, Alaxov’ οὗτοι οὖν 
ἐπειδὰν τελευτήσωσι, δικάσουσιν ἐν τῷ λειμῶνι, ἕν τῇ 
΄, T ‚ \ ET ’ 
τριόδῳ, ἐξ ἧς φέρετον τὼ ὁδώ, ἡ μὲν εἰς μαχάρων νή- 
ς 3 > ΄ \ \ \ 3 -“ 3 Ζ 
σους, ἡ δ᾽ εἰς Τάρταρον. χαὶ τοὺς μὲν ἐκ τῆς Aolag 
ς ’ὔ ΔΑ Er [2 
Ῥαδάμανϑυς χρινεῖ, τοὺς δὲ ἐκ τῆς Εὐρώπης Alanog' 
’ \ - [4 3 ᾽, 3. 3 - [4 
Mivo δὲ πρεσβεῖα δώσω ἐπιδιαχρένειν, ἐαν ἀπορῆτόν τι 
ER, a c ΄ ς y % \ m 
τῶ ἑτέρω; ἵνα ὡς δικαιοτάτη ἡ χρίσις ἢ περὶ τῆς πο- 
ρδίας τοῖς ἀνϑρώττοις. 
- Si \ 3 
80. Ταῦτ᾽ ἔστιν, w Καλλίκλεις, ἃ ἐγὼ ἀχηχοὼς 
πιστεύω ἀληϑῆ εἶναι" καὶ ἐκ τούτων τῶν λόγων τοιόνδε 
4 14 4 14 c 
τι λογίζομαι συμβαίνειν. ὃ ϑάνατος τυγχάνει ὦν, ὡς ἐμοὶ 
- γ N -Ρ ’ 7 m 
δοχεῖ, οὐδὲν ἄλλο ἢ δυοῖν πραγμάτοιν διάλυσις, τῆς ψυ- 
n \ - ΄ ΣΡ Ὁ JR , Alu) \ \ 
χῆς καὶ τοῦ σώματος, are’ ἀλλήλοιν" ἐπειδὰν δὲ διαλυ- 
ϑῆτον ἄρα arı’ ἀλλήλοιν, οὐ ττολὺ ἧττον ἑκάτερον αὐτοῖν 
>14 \ c \ ς - u N,LGH, Ir “. ᾿ς 
ἔχει τὴν ἕξιν τὴν αὑτοῦ, ἥντιερ καὶ ὅτε ἔζη ὃ ἄνϑρωπος, 
τό τε σῶμα τὴν φύσιν τὴν αὑτοῦ καὶ τὰ ϑεραπεύματα 
καὶ τὰ παϑήματα ἔνδηλα πάντα. οἷον εἴ τινος μέγα ἣν 
τὸ σῶμα φύσει ἢ τροφῇ ἢ ἀμφότερα ζῶντος, τούτου χαὶ 
ἐπειδὰν ἀττοϑάνῃ ὃ νεκρὸς μέγας, χαὶ εἰ παχύς, παχὺς 
χαὶ ἀποϑανόντος, χαὶ τάλλα οὕτως". χαὶ εἰ αὖ ἐπετήδευε 
κομᾶν, χομήτης τούτου καὶ ὁ νεχρός. μαστιγίας αὐ εἴ τις 
3 NEN) 5 n - \ - ’ a \ 
nv χαὶ ἴχνη εἶχε τῶν τιληγῶν οὐλὰς ἐν τῷ σώματι ἢ ὑπὸ 
μαστίγων ἢ ἄλλων τραυμάτων ζῶν, χαὶ τεϑνεῶτος τὸ 
σῶμα ἔστιν ἰδεῖν ταῦτα ἔχον" χατεαγότα τε εἴ τοῦυ ἣν 
,ὕ N , kan -" \ - 
μέλη ἢ διεστραμμένα ζῶντος, χαὶ τεϑνεῶτος ταὐτὰ ταῦτα 
ἔνδηλα. Evi δὲ λόγῳ, οἷος εἶναι παρεσχεύαστο τὸ σῶμα 
ζῶν, ἔνδηλα ταῦτα χαὶ τελευτήσαντος ἢ ττάντα ἢ τὰ τιολλὰ 


werden können (ἐὰν ἀπορῆτόν τι 
τὼ ἑτέρῳ), und zu dem Zweck, 
dafs das Urteil möglichst gerecht 
ausfalle, zwei Zusätze, deren kost- 
bare Naivetät zutage liegt. 

Kap. 80. Ἔχ τούτων τῶν λό- 
yov τοιόνδε τι λογίζομαι ovu- 
βαίνειν „aus diesen Gedanken, 
denke ich, ergiebt sich folgendes“. 
Mit dieser spalsenden Wendung 
geht Sokrates zur nächsten Betrach- 

Plato, Gorgias. 


tung über. Der Tod, sagt er, ist 
die Trennung der Seele und des 
Körpers voneinander. Wie nun der 
Körper nach dem Tode sich so ge- 
staltet zeigt, wie er vor dem Tode 
war, so zeigt die Seele, der Hülle 
des Kör pers entkleidet, ihr wahres 
Wesen. Τὰ τε τῆς φύσεως zul 
τὰ Kid sieht man dann an 
ihr d. i. ihre Natur mit all ihren 
Nefodigen und Wünschen und das, 


12 


178 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


9 ,ὔ ᾿ [4 μ᾽ x — -" 
Erei τινὰ χρόνον. ταὐτὸν δὴ μοι δοχεῖ τοῦτ᾽ ἄρα χαὶ τιερὶ 
\ \ 5 # r ͵ ε , ͵ ὃ 
τὴν ψυχὴν εἶναι, ὦ Καλλίχλεις" ἔνδηλα πάντα ἐστὶν ἐν 
τῇ ψυχῇ, ἐπειδὰν γυμνωϑῇ τοῦ σώματος, τά τε τῆς φύ- 
x ‘ \ ,ὔ 
σεως χαὶ τὰ παϑήματα, ὃ διὰ τὴν ἐπιτήδευσιν ἑκάστου 
’ m - ς ’ 5 
rgayuarog ἔσχεν ἐν τῇ ψυχῇ ὃ ἄνθρωπος. ἐτιειδὰν οὖν 
3 , - , 
ἀφίχωνται τιαρὰ τὸν διχαστήν, οἱ μὲν ἐκ τῆς Aolasg πιαρὰ 
\ « ’ ,ὔ ,ὔ - 
τὸν Ῥαδάμανϑυν, ὁ Ῥαδάμανϑυς ἐχείνους ἐπιστήσας ϑεᾶ- 
« 4 \ 4 2 Ψ \ u > 2 N 
ται ἑκάστου τὴν ψυχὴν, οὐκ εἰδὼς ὅτου Eoriv, ἀλλὰ σιολ- 
λάχκις τοῦ μεγάλου βασιλέως ἐττιλαβόμενος ἢ ἄλλου ὅτου- 
- ,ὔ a ͵ » ον «ς \ a - 
οὔν βασιλέως ἢ δυνάστου κατεῖδεν οὐδὲν ὑγιὲς ὃν τῆς 
ψυχῆς, ἀλλὰ διαμεμαστιγωμένην χαὶ οὐλῶν μεστὴν ὑττὸ 
ἑπιορχιῶν χαὶ ἀδικίας, ἃ ἑχάστη ἡ πρᾶξις αὐτοῦ ἐξω- 
[4 & > N ͵ \ 4 x ς \ ’ 
μόρξατο εἰς τὴν Ψυχὴν, χαὶ παντα σχολιὰ ὑπὸ ψεύδους 
\ 3 in ᾿, \ > \ > \ \ x ” RN ’ 
χαὶ ἀλαζονείας χαὶ οὐδὲν εὐϑὺ διὰ τὸ ἄνευ ἀληϑείας 
͵ 2 \ Ὁ \ 2% , \ 25 \ [43 
τεϑραφϑαι" καὶ ὑπὸ ξξουσίας χαὶ τροφῆς χαὶ ὕβρεως 
χαὶ ἀχρατίας τῶν πράξεων ἀσυμμετρίας TE χαὶ αἰσχρό- 
τητος γέμουσαν τὴν ψυχὴν εἶδεν" ἰδὼν δὲ ἀτίμως ταύ- 
I , 2 N - T 7 > ee 
τὴν ἀπέπεμψεν εὐϑὺ τῆς φρουρᾶς, οἱ μέλλει ἐλϑοῦσα 
ἀνατλῆναι τὰ προσήκοντα πάϑη. ᾿ 
81. Προσήχει δὲ παντὶ τῷ ἐν τιμωρίᾳ ὄντι, ὑπ᾽ 
ι 0 L 3 
γ,» a, - , 2\ , N \ 
ἄλλου ὀρϑῶς τιμωρουμένῳ, ἢ βελτίονι γίγνεσϑαι χαὶ 


was sie im Leben erfahren hat (πα- 
ϑεῖν), die Folgen ihrer Handlungs- 
weise: & διὰ τὴν ἐπιτήδευσιν &xa- 
στου πράγματος ἔσχεν ὃ ἄνϑρω- 
πος. Diesen Gedanken führt er mit 
einer gewissen Behaglichkeit durch. 
Er stellt uns einen grofsen, einen 
dicken, einen schöngelockten Men- 
schen vor und als den Gegensatz 
einen Taugenichts, der als Spuren 
der Prügel, die er im Leben erhal- 
ten, Striemen am Körper trägt, so- 
wie einen, dem die Knochen ge- 
brochen und die Glieder verrenkt 
sind. Er führt uns dann vor den 
Richterstuhl des Radamanthys, wel- 
cher die Seelen der Asiaten rich- 
tet, und zeigt uns hier die des Grols- 
königs und all der Tyrannen, die 
allezeit in Asien heimisch gewesen 
sind, der Ideale des Polos und des 


Kallikles, deren sie sich schämen 
müssen ; denn ihre Seelen tragen die 
Spuren der Meineide und des Bö- 
sen, das sie im Leben gethan, wie 
der Körper des Zuchthäuslers die 
Narben der Schläge, die er bekom- 
men. Krumm und schief sind sie 
und ist nichts Gerades (οὐδὲν εὐϑύ) 
an ihnen, weil sie ohne Wahrheit 
aufgewachsen sind. Das erkennt 
der Richter auf den ersten Blick 
und schickt sie geradeswegs zur 
Haft, wo sie bülsen müssen, 
Kap. 51. Jede gerecht verhängte 
Strafe (ὀρϑῶς τιμωρουμένῳ), fährt 
Sokrates fort, dient zur Besserung 
entwederdessen, den sie trillt, oder 
der anderen, die sich an dem Be- 
straften ein Beispiel nehmen. Die 
Strafe nützt denen, welche heilbare 
Fehler begingen; denn sie befreit 


ΓΟΡΓΊΑΣ. 179 


ὀνίνασϑαι ἢ παραδείγματι τοῖς ἄλλοις γίγνεσϑαι, ἵνα 
ἄλλοι δρῶντες zraoyovra ἃ ἂν πάσχῃ φοβούμενοι βελτίους 
γίγνωνται. εἰσὶ δὲ οἱ μὲν ὠφελούμενοί τε χαὶ δίκην δὲ- 
δόντες ὑπὸ ϑεῶν τε χαὶ ἀνϑρώπων οὗτοι, οἱ ἂν ἰάσιμα 
ἁμαρτήματα ἁμάρτωσιν" ὅμως δὲ δι᾿ ἀλγηδόνων καὶ ὀδὺυ- 
γῶν γίγνεται αὐτοῖς ἡ ὠφέλεια χαὶ ἐνθάδε καὶ ἐν Ἅιδου" 
οὐ γὰρ οἷόν τε ἄλλως ἀδικίας ἀπαλλάττεσϑαι. οἱ δ᾽ 

τὰ ἔσχατα ἀδιχήσωσι χαὶ διὰ τοιαῦτα ἀδιχήματα ἀνία- 
τοι γένωνται, ἐκ τούτων τὰ παραδείγματα γίγνεται, καὶ 
οὗτοι αὐτοὶ μὲν οὐχέτι ὀνίνανται οὐδέν, ἅτε ἀνίατοι OV- 
τες, ἄλλοι δὲ ὀνίνανται οἱ τούτους ὁρῶντες διὰ τὰς ἁμαρ- 
τίας τὰ μέγιστα καὶ ὀδυνηρότατα χαὶ φοβερώτατα as 
πάσχοντας τὸν ἀεὶ χρόνον, ἀτεχνῶς παραδείγματα ἀνηρ- 
τημένους ἐχεῖ ἐν "Ardov ἐν τῷ δεσμωτηρίῳ, τοῖς del τῶν 
ἀδίχων ἀφιχνουμέγοις ϑεάματα χαὶ γουϑετήματα. (ὧν 
ἐγώ φημι ἕνα χαὶ “Ἀρχέλαον ἔσεσϑαι, el ἀληϑῆ λέγει 
Πῶλος, χαὶ ἄλλον ὅστις ἂν τοιοῦτος τύραννος ἦ" οἶμαι 
δὲ χαὶ τοὺς τιολλοὺς εἶναι τούτων τῶν παραδειγμάτων 
ἐχ τυράννων χαὶ βασιλέων χαὶ δυναστῶν χαὶ τὰ τῶν σπό- 
λεων τιραξάντων γεγονότας" οὗτοι γὰρ διὰ τὴν ἐξουσίαν 
μέγιστα καὶ ἀνοσιώτατα ἁμαρτήματα ἁμαρτάνουσι. μαρ- 
τυρεῖ δὲ τούτοις χαὶ Ὅμηρος" βασιλέας γὰρ καὶ δυνάστας 
ἐχεῖνος τυεττοίηχε τοὺς ἐν“ “δου τὸν ἀεὶ χρόνον τιμωρου- 
μένους, Τάνταλον χαὶ Σίσυφον χαὶ Τιτυόν" Θερσίτην δέ, 
χαὶ εἴ τις ἄλλος πονηρὸς ἦν ἰδιώτης, οὐδεὶς τιεττοίηχκε 
μεγάλαις τιμωρίαις συνεχόμενον ὡς ἀνίατον" οὐ γάρ, οἷ- 


sie von dem Unrecht. Die aber widmen. Daran ist aber die von 


unheilbarer Fehler schuldig befun- 
den werden, leiden ewig Strafe und 
sind gleichsam als Warnungstafeln 
im Hades aufgehängt (παραϑείγ- 
ματα ἀνηρτημένους). Zu diesen 
zählt des Polos Ideal, Archelaos 
von Macedonien, und sie rekrutie- 
ren sich überhaupt aus den Kreisen 
der Tyrannen und Könige und Dy- 
nasten zul τὰ τῶν πόλεων πρα- 
ξάντων d. i. aus denen, die, wie 
Kallikles, sich dem Staatsdienste 


Polos so gepriesene ἐξουσία dieser 
Kreise schuld, die also nicht etwa 
ein so grolses Glück ist. Spalsend 
beweist er das aus Homer, der als 


-. die gröfsten Übelthäter die Könige 


Tantalos und Sisyphos und Tityos 
hinstellt, während von den Qualen 
eines Thersites kein Dichter ge- 
sungen hat (οὐδεὶς πεποίηκε); denn 
dem Thersites fehlte zu ‚grofsen 
Sünden die ἐξουσία (οὐ γὰρ ἐξῆν 
αὐτῷ). Nein, führt er dann den 


12* 


180 1AATONOL 
Ὁ du ὠς \ )»Ὸ ‚ 5 ᾽ν T 2» “5 
μαι, ἐξῆν αὐτῷ" διὸ χαὶ εὐδαιμονέστερος ἦν ἢ οἷς ἐξῆν. 
ἀλλὰ γάρ, w Καλλίχλεις, Ex τῶν δυναμένων εἰσὶ καὶ οἱ 
σφόδρα πονηροὶ γιγνόμενοι ἄνϑρωτιοι" οὐδὲν μὴν χω- 
λύει καὶ ἐν τούτοις ἀγαϑοὺς ἄνδρας ἐγγίγνεσθαι, χαὶ 
σφόδρα γε ἄξιον ἄγασϑαι τῶν γιγνομένων" χαλετιὸν γάρ, 
ὠ Καλλίχλεις, καὶ πολλοῦ ἐπαίνου ἄξιον ἐν μεγάλῃ ἔξου- 
σίᾳ τοῦ ἀδιχεῖν γενόμενον διχαίως διαβιῶναι. ὀλίγοι δὲ 
͵ ς “- a Ara , ur , 
γίγνονται οἱ τοιοῦτοι" ἐτιεὶ nal ἐνϑαὸς χαὶ ἄλλοϑε γεγό- 
γασιν, οἶμαι δὲ χαὶ ἔσονται χαλοὶ χἀγαϑοὶ ταύτην τὴν 
x x ΓΒ N ” a ’ ΄ 
ἀρετὴν τὸν τοῦ δικαίως διαχειρέζειν ἃ ἄν τις ἐπιτρέτιῃ" 
εἷς δὲ χαὶ ττάνυ ἐλλόγιμος γέγονε χαὶ εἰς τοὺς ἄλλους 
Ἕλληνας, ᾿Αριστείδης ὃ “υσιμάχου" οἱ δὲ πολλοί, © 
ἄριστε, χακοὶ γίγνονται τῶν δυναστῶν. 
5 ᾿ c- ΄ : er 
82. Orrso οὖν ἔλεγον, Erreıdav ὃ Ῥαδάμανϑυς ἐκεῖ- 
γος τοιοῦτόν τινα λάβη, ἄλλο μὲν περὶ αὐτοῦ οὐχ οἶδεν 
2 ’ 3 ὃ ὦ a? ® a \ , Ε 
οὐδέν, οὔϑ᾽ ὅστις οἴϑ᾽ ὠντινων, ὅτε δὲ τιονηρός τις 
χαὶ τοῦτο χατιδὼν Arcerreuwdev εἰς Τάρταρον, ἐπισημη- 
γάμενος, ἐάν τὲ ἰάσιμος Eav τὲ ἀνίατος δοχῇ εἶναι" ὃ 
δὲ ἐχεῖσε ἀφικόμενος τὰ τιροσήχοντα τιάσχει. ἐνίοτε δ᾽ 
” \ - 3 ᾽ 
ἄλλην εἰσιδὼν δσίως βεβιωχυῖαν χαὶ uer ἀληϑείας, av- 
δρὸς ἰδιώτου 1) ἄλλου τινός, μάλιστα μέν, ἔγωγέ φημι, 
> , ’ \ ς - , \ 2 
ὦ Καλλίχλεις, φιλοσόφου τὰ αὑτοῦ τιράξαντος χαὶ οὐ 
okvrrgayuovnoavrog ἐν τῷ βίῳ, ἠγάσϑη τε χαὶ ἐς μα- 


Sokrates selbst möglichst gut zu 
werden und sucht auch andere für 


ς 


Gedanken weiter, aus der Zahl der 
δυνάμενοι stammen einerseits οἱ 


σφοδρὰ πονηροί und andrerseits 
freilich auch οἱ σφόδρα ἀγαϑοί. 
Das „einerseits“ ist das χαΐ in εἰσὲ 
χαὶ οἱ σφόδρα πονηροί, dem aber 
in lockerer Satzverbindung nicht 
ein anderes x«/, sondern das ov- 
δὲν μὴν χωλύει entspricht. 

Kap. 82. Die schlechten Seelen 


werden von dem Richter in den ἢ 


Tartarus geschickt, um dort ihre 
Strafe zu verbülsen, die guten aber 
auf die Inseln der Seligen. Zu letz- 
teren zählt vornehmlich die Seele 
des Philosophen, die sich mit sich 
selbst beschäftigt und nicht allerlei 
Tand getrieben hat, Darum strebt 


dies Streben zu gewinnen. 

Das Anziehende in der Erzählung 
liegt vornehmlich in der Naivetät 
der Darstellung und in der Ironie, 
die überall durchblickt. Sokrates 
entwickelt nicht einfach seinen Ge- 
danken, sondern giebt ihm wie ein 
echter Fabeldichter Lebendigkeit 
durch einzelne kleine Züge, die er 
seiner Erzählung einflicht, So lälsı 
er den Radamanthys jedem, den er 
in den Tartarus hinabsendet, ein 
Zeichen aufdrücken (ἐπεσημηνάμε- 
νος), das ihn als heilbar oder un- 
heilbar erkennen lälst. So sagt er 
vom Richter ἠγάσϑη xal x. τ. & 


V’OPTIAR. 181 


΄ , AL FÜR δὰ ΓᾺ ΤΗΣ ae 2 ER 
χάρων νήσους ἀπέπεμψε. ταὐτὰ ταῦτα nal ὃ Aiaxog 
7, ΄ , ΄ ς \ 3 
ἑχάτερος δὲ τούτων ῥάβδον ἔχων δικάζει" ὁ δὲ Mivwg 
» ΄ - - a 
ἐπισκοπῶν κάϑηται, μόνος ἔχων χρυσοῦν σχῆπιτρον, ὡς 
3 \ ΕἼΣ ΄ 2 am IR | 
φησιν Οδυσσεὺς ὁ Ὁμήρου ἰδεῖν αὐτὸν 
χρύσεον σχῆτιτρον ἔχοντα, ϑεμιστεύοντα νέκυσσιν. 
= 5 } \ ’ » ,ὔ , 
ἐγὼ μὲν οὖν, ὦ Καλλίχλεις, ὑπὸ τούτων τῶν λόγων τιέ- 
- - »-"Ἥ »- c 
reıouat, χαὶ σχοττῶ ὕττως ἀποφανοῦμαι τῷ κριτῇ ὡς 
Dr G Ἁ Ἁ A 
ὑγιεστάτην τὴν ψυχήν" χαίρειν οὖν ἐάσας τὰς τιμὰς τὰς 
-“" - ’, 3 ’ - ’ 
τῶν ττολλῶν ἀνϑρώπων, τὴν ἀλήϑειαν σχοτεῶν τιειρασο- 
- N >» - \ 
μαι τῷ ὄντι ὡς ἂν δύνωμαι βέλτιστος ὧν χαὶ ζῆν nal 
2 \ 2 [7 2 ΄ - δὲ δ \ 
ἐπειδὰν ἀποϑνήσκχω ἀποϑνήσχειν. παραχαλῶ δὲ καὶ 
x » 5 ) ΄ > ΑΕ , \ 
τοὺς ἄλλους πάντας ἀνϑρώπους, καϑ᾽ ὅσον δύναμαι, καὶ 
x - - x Ἁ 
δὴ χαὶ σὲ ἀντιτιαραχαλῶ ἐτεὶ τοῦτον τὸν βίον καὶ τὸν 
- - -»" ’ 3 ’ 
ἀγῶνα τοῦτον, ὃν ἐγώ φημι ἀντὶ πάντων τῶν ἐνθάδε ἀγώ- 
5 , τι 2 -" 
γων εἶναι, χαὶ ὀνειδίζω σοι, ὅτι οὐχ οἷός τ᾽ ἔσει σαυτῷ 
» ’ £ {a} - \ 
βοηϑῆσαι, ὅταν ἡ δίκη σοι ἢ καὶ ἡ χρίσις ἣν νῦν δὴ 
ἐγὼ ἔλεγον, ἀλλὰ ἐλϑὼν τιαρὰ τὸν διχαστὴν τὸν τῆς Alyi- 
γης υἱόν, ἐπειδάν σου ἐπιλαβόμενος ἄγῃ, χασμήσει͵ καὶ 
ἰλιγγιάσεις οὐδὲν ἧττον ἢ ἐγὼ ἐνθάδε σὺ ἐχεῖ, καί σε 
’ὔ ’ ᾿ \ ΄ 
ἴσως τυπτήσει τις χαὶ ἐπὶ χόρρης ἀτίμως χαὶ πάντως 
σεροτιηλαχιεῖ. 
89, Tayxa δ᾽ οὖν ταῦτα μῦϑός σοι δοχεῖ λέγεσϑαι 
“ 2 - \ > δι 
ὥσττερ γραὸς χαὶ χαταφρογεῖς αὐτῶν, χαὶ οὐδέν γ᾽ ἂν 
2 x Ei ΄ er , 
ἣν ϑαυμαστὸν χαταφρονγεῖν τούτων, εἴ πῃ ζητοῦντες εἴχο-- 


So giebt er dem Radamanthys und 
dem Aiakos nur eine Gerte (ῥάβ- 
δος) in die Hand, läfst aber den 
Minos als den Oberrichter nach Ho- 
mer mit dem schweren goldenen 
Scepter auftreten. Die Ironie be- 
ginnt mit dem ἐνίοτε in ἐγίοτε 
δ᾽ ἄλλην εἰσιδὼν ὁσίως βεβιω- 
χυῖαν χ. τ. &., sie stichelt mit dem 
πολυπραγμονήσαντος, welches die 
Lebensweise des Kallikles als den 
Gegensatz zu der des φιλοσόφου 
τὰ αὑτοῦ πράξαντος hinstellt. Sie 
geht dann über in ernste Worte 
mit dem ὑπὸ τούτων τῶν λόγων 
πέπεισμαι χαὶ σχοπῶ κ. τ. δ. und 


läuft aus in scharfen Sarkasmus: 
χασμήσει καὶ ἐλιγγιάσεις und zv- 
πτήσει τις καὶ ἐπὶ χόρρης ἀτί- 
UWG χαὶ πάντως προπηλαχιεῖ. 
Kap. 83. Das letzte Kapitel fährt 
zunächst in der sarkastischen Weise, 
in welcher das vorige schlofs, fort: 
„Vielleicht siehst du auf meinen 
Mythos herab wie auf das Fabu- 
lieren eines alten Weibes; aber ihr 
alle drei, ihr Helden, die ihr die 
weisesten seid unter den jetzigen 
Hellenen, könnt, wie ihr gezeigt 
habt, gegen diesen Weiberschnack 
nicht aufkommen“. Dann giebt So- 
krates den Hauptgedanken des Dia- 


182 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


μεν αὐτῶν βελτίω χαὶ ἀληϑέστερα εὑρεῖν" νῦν δὲ δρᾷς, 
ὅτι τρεῖς ὄντες ὑμεῖς, οἵτιερ σοφώτατοί ἔστε τῶν νῦν 
“Ελλήνων, σύ ve χαὶ Πῶλος χαὶ Γοργίας, οὐκ ἔχετε arıo- 
δεῖξαι, ὡς δεῖ ἄλλον τινὰ βίον ζῆν ἢ τοῦτον, ὅσπερ χαὶ 
ἐκεῖσε φαίνεται συμφέρων. ἀλλ᾽ ἐν τοσούτοις λόγοις τῶν 
ἄλλων ἐλεγχομένων μόνος οὗτος ἠρεμεῖ ὃ λόγος, ὡς εὐλα- 
βητέον ἐστὶ τὸ ἀδικεῖν μᾶλλον ἢ τὸ ἀδιχεῖσϑαι, καὶ 7ταν- 
τὸς μᾶλλον ἀνδρὲ μελετητέον οὐ To δοχεῖν εἶναι ἀγαϑὸν 
ἀλλὰ τὸ εἶναι, καὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ" ἐὰν δέ τις κατά τι 
χαχὸς γίγνηται, χκολαστέος ἐστί, χαὶ τοῦτο δεύτερον ἀγα- 
ϑὸν μετὰ τὸ εἶναι δίκαιον, τὸ γίγνεσϑαι καὶ κολαζόμενον 
διδόναι δίκην" χαὶ πᾶσαν χολαχείαν χαὶ τὴν zregl ἑαυτὸν 
χαὶ τὴν περὶ τοὺς ἄλλους, χαὶ περὶ ὀλίγους χαὶ περὶ σολ- 
kovg, φευχτέον᾽ xal τῇ ῥητορικῇ οὕτω χρηστέον ἐπεὶ τὸ 
δέκαιον ἀεί, καὶ τῇ ἄλλῃ aan πράξει. ἐμοὶ οὖν τιειϑόμε- 
γος ἀχολούϑησον ἐνταῦϑα, οἵ ἀφικόμενος εὐδαιμονήσεις 
χαὶ ζῶν χαὶ τελευτήσας, ὡς ὃ σὸς λόγος σημαίνει. καὶ 
ἔασόν τινά σου χαταφρονῆσαι ὡς ἀνοήτου χαὶ τεροτεηλα- 
χέσαι, ξὰν βούληται, χαὶ ναὶ μὰ Δία σύ γε ϑαρρῶν πατά- 
Sau τὴν ἄτιμον ταύτην πληγήν" οὐδὲν γὰρ δεινὸν τιείσει, 
ἐὰν τῷ ὄντι Ὡς χαλὸς κἀγαϑός, ἀσχῶν ἀρετήν. κἄπειτα 
οὕτω χοινῇ ἀσχήσαντες, τότε ἤδη, ἐὰν δοχῇ χρῆναι, ἐπιι- 
ϑησόμεϑα τοῖς πολιτιχοῖς, ἢ Orolov ἂν τι ἡμῖν δοχῇ, 
τότε βουλευσόμεϑα, βελτίους ὄντες βουλεύεσϑαι ἢ νῦν. 
αἰσχρὸν γὰρ ἔχοντάς γε ὡς νῦν φαινόμεϑα ἔχειν, ἔτεξιτα 
γεανιξύεσϑαι ὡς τὶ ὄντας, οἷς οὐδέτιοτε ταὐτὰ doxei 


logs in seinen verschiedenen For- 


wiederholt: ὥσπερ οὖν NY guorı 
men, zuerst in dem ὡς εὐλαβητέον 


τῷ λόγῳ χρησώμεϑα, ὃς ἡμῖν ση- 


ἐστὶ τὸ ἀδικεῖν μᾶλλον ἢ τὸ adı- 
χεῖσϑαι --- τὸ γίγνεσθαι (Sc. χα- 
xoV) καὶ κολαζόμενον δίδοναι δί- 
xnv, dann in der an Kallikles — 
nicht an Polos und Gorgias — ge- 
stellten Forderung, seinem eigenen 
Urteil zu folgen, ὡς ὃ σὺς A0- 
γος σημαίνει, und nicht von rhe- 
torischen Schwätzern sich beirren 
zu lassen, Worte, die er später 


ualveı, dem logischen Beweise die 
sittliche Forderung beifügend, und 
endlich in der Gegenüberstellung 
der Philosophie, die fähig macht, deu 
Logos, die ‚Vernunft zu | gebrauchen 
(βελτίευς ὃν τες βουλεύεσϑαι ἢ »ὺ») 
und der Rhetorik, die ein νεαρεεύε- 
σϑαι, eine eines Mannes unwürdige 
Beschäftigung (ἔστε γὰρ οὐδενὸς 

ἄξιος) von Leuten, οἷς οὐδέποτε 


TOPTIAZ. 189 


γιερὶ τῶν αὐτῶν, xal ταῦτα τιερὶ τῶν μεγίστων" εἰς το- 
σοῦτον ἥχομεν ἀτιαιδευσίας" ὥστιερ οὖν ἡγεμόνι τῷ λόγῳ 
χρησώμεϑα τῷ νῦν παραφανέντι, ὃς ἡμῖν σημαίνει, ὅτι 
οὗτος ὃ τρόπος ἄριστος τοῦ βίου, χαὶ τὴν δικαιοσύνην 
χαὶ τὴν ἄλλην ἀρετὴν ἀσχοῦντας χαὶ ζῆν nal τεϑγάναι. 
τούτῳ οὖν ἑπώμεϑα, καὶ τοὺς ἄλλους πταραχαλῶμεν, μὴ 


οὲ 


7 , \ ’ Day x ) || x Mi) 
EXELVYO), W συ TLOTEUWY ἐμὲ σχαρακχα ElLC ἔστι γαρ ουθε- 


L 


γὸς ἄξιος, ὦ Καλλίχλεις. 


ταὐτὰ δοχεῖ περὶ τῶν αὐτῶν, καὶ 
ταῦτα περὶ τῶν μεγίστων. 

Zum Schlufs kann ich eine Vermu- 
tung nicht verschweigen. Schleier- 
macher sagt von unserem Dialoge: 
„Es scheint fast, als habe die Apo- 
logie des Sokrates, indem sie so 
in eine Apologie der Sokratischen 
Gesinnung und Lebensweise über- 
haupt verwandelt worden, die per- 
sönliche Beziehung nicht sowohl 
verloren, als vielmehr nur verän- 
dert, und sei eine Apologie des 
Plato geworden“. Steinhart bestrei- 
tet Schleiermachers Ansicht, Bonitz 
dagegen meint, es „dürfte die An- 
sicht Schleiermachers, der im Gor- 
gias eine Apologie des Plato sieht, 
sich zu hoher Wahrscheinlichkeit 
erheben lassen.“ Mir will es, je 
öfter ich den Gorgias lese, um so 
mehr scheinen, als sei der Dialog 
eine gegen die drei Ankläger des 
Sokrates gerichtete Spottschrift. 
Sokrates tritt auf in Begleitung des 
Ghärephon, desjenigen unter seinen 
Schülern, der im Geiste auch in der 
Apologie ihm zur Seite steht; Ghä- 
rephon hat ja den Spruch des Apollo 
provoziert, der dem Leben des So- 
krates, wie dieser sagt, die eigen- 
tümliche Richtung gegeben hat, In 


Polos den Meletos, wie ihn die 
Apologie und der Euthyphron schil- 
dern, wiederzuerkennen, ist nicht 
schwer. Von dem Goıgias als So- 
phisten erfahren wir gar nichts; er 
ist in unserem Dialog nur der Rhe- 
tor und spielt eine untergeordnete 
Rolle, wie sie der Rhetor Lykon 
unter den Anklägern des Sokrates 


gespielt zu haben scheint. Der 


Staatsmann Kallikles könnte leicht 
auf den Staatsmann Anytos zu deu- 
ten sein, der unter Sokrates’, An- 
klägern der einflufsreichste gewesen 
sein soll. Aber auch innere Gründe 
sprechen für meine Ansicht. Der 
ganze Dialog hat die Form der Wi- 
derlegung, und zwar widerlegt So- 
krates nicht immer mit objektiv 
stichhaltigen Gründen, sondern be- 
gnügt.sich, seinen Gegner des Wi- 
derspruchs, der Inkonsequenz zu 
überführen, bringt, wie wir ge- 
sehen, Truppen ins Gefecht, die er 
alsbald als überflüssig beiseite 
schiebt, wie die χρηματιστιχή, oder 
provoziert Urteile, wie das über 
die grofsen Staatsmänner Athens, 
die er selbst zu unterschreiben gar 
nicht willens ist, denen er vielmehr 
selbst später eine mildere, ganz an- 
dere Form giebt. 


“ὮΣ 


nad 


Fr“ u > εἷς “ 


RER EN ΔΤ RE ER er, 
? ᾿ \ hr \ Ὡς τὰ R 2 
seen ὉΔῚ τῷ ‚x ᾽ν nes 


.- 
5: 


“τὰ «τ δον τὰ  Ὶὶ sr, a 

a ir x 

ν᾿. ὺ 4 ER 

I, 4 ΓΝ IT . EZ ru‘ © ᾽ 

ἣν . x, ᾿ ν » 

a a ER ᾧ γον εἰ τὺ αὶ ΛΔ SAGE 
, es » : Ir 3 ur ᾿ τί » 

γ΄ 0) τῷ 111) ἀν < Σ )} >32 “ἃ 


Er. are {τὶ vwulızi ta I. y} UV; ιν τον 
ΝΣ ir IR les ΣΙ ir ΗΝ THE, 
re re BR aa 
| ea Lu N: ESEL) 5. 


” τ ἴτ Ἵ m ‚»n403 r 
, e τῷ Ἢ γῇ 
Ἢ ϊ x Ἔα, ὋΣ 4 br in a sin u en hf 


a ne nn u 
΄ u en Ξ 
’ 
“ 
- 
Ἐπ 
. 
- 
« 


BA ya ' N Fa, Η er δ “5, εἰ ἰὴ - δὲν γίμγὶ Εν e 
Ὁ N . ‘ 2 ἐν Η IR f Α 2 ἧς 
τ ἘΠ Ὁ ΟΥ̓ bs Ἢ ὟΣ a 4 j Ἐπ pi λέξι EN 
. PETE ET » ἢ ἃ Dir A are ΘΕΈ θεῖον 
ΕἾ nei ur eier ἀφ νΝ 
Be 7 BET TEL ἰαμδ ! nt τον feld : 
τ τ τ Ὑ ἘδΊγολ ι Druck von I. Hirschfeld in veip: 
ὦ A 2 2 ΠΥ Ὑ 7 IL ΠῚ «" ἱ Ἵ ᾿ vv ar 
IS ΔῊΝ “Ὰ δ)“ Ἢ ΝΥ διφί νι γὴν ira Ἢ εὖ} τὶ Hi ishetio 
| ar "1 ὶ γε ᾿ ἐ Ύ ΣΕ ἴὸ ᾿ b Ὡς 
I ke sl IND ἢ) ini an un, Ἃ “it a San fi ΕΝ we 
IF B a . A ir Furt " ser a7 ἔν. ἅμ᾽ u τὰν, δὰ ἐν 
᾿ ἀρ) τὸ ὦ ΓΤ: j 3 IR, ΠΝ „ar 
1 ΜΝ ᾿ ΠΡ τ ὙΠ ᾿ TE. rs a 


ἈΝ ΣΝ mr Brite - 
I er ; RETTET 4‘ γι Pr | 7 wis E Ι εὐ Bang 


N 5 
μὰ; ἽΝ " 4}. “ δ ! 
ἵ Yılr WS Er (tal: mE Tr) Ware re ALihk, 
N RN Bar Hi MH Si PU Ὁ ἀἢ en | 
| But 13 40 Ba BI ET ' ut vl rum ἐδ ε ΕΝ ΑΕ 
| j \ 1% DIENT Ἱ ii - nor; “αν ΗΝ » 
| ut { is { area ArEY ὦ a Ἵ 
Bi. R Led ᾿ς Zu dee) aa ΤῊ} ΜΝ „= 
Anal πε ται ἔην Ἢ} ΥΩ 3b δι ἷ: 


| Eat re ἴδον Ne 
ν m; a N ah 
ΜΗ ΜῈ} 7 ἜΝ γν 181: ΝΜ ΘῸ τ 5 τοῦδ Ὁ 


! + Ἶ ᾽ J - . 
ER f ΜΕ RDPN ;23 rule 51. ταῦροι De Ἢ γα; δὶ 
a s : ᾿ . Ὸ. Η 
- » ala HER Ὁ 
᾿ δ 
Ε. ᾿ 
ı ᾿ | 
s K 
’s γ᾿ 
ν ΜῚ , “ΑΔ 
N tr 
( 
a ," ᾿ 
- Ἢ 
ΥῈ 
ἣ ἌΣ. + ‚ ί 


PLATOS 
AUSGEWÄHLTE DIALOGE. 


ERKLÄRT 


VON 


C. SCHMELZER, 


GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN. 


DRITTER BAND. 


PHÄDO. 


BERLIN 
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. 
1883. 


nr 


IE NEE ιξ ᾿ ᾿ 
εἰ εὐ er δὲ u 


ΗΝ ἀκα HATTIR 
M πο 


ade ΤΙ; 


-ϑαυψακλημοθα HOUR 


‘ 
18 ᾿ " 
t 
] 
ἡ ' 
. 
Π τ 

᾿ 

. 
| » 
} ’ 
᾿ - ἱν' 


PATAQN 


[ἢ περὶ ψυχῆς, ἡϑικχός.] 


TA ΤΟΥ͂ ΔΙΑΛΟΓΟΥ͂ ΠΡΟΣΩΠᾺ 


EXEKPATHZ, ΦΑΙΔΩ͂Ν, ΑΠΟΛΛΟΔΩΡΟΣ, ΣΩΚΡΑΤῊΣ, 
ΚΈΒΗΣ, ΣΙΜΜΙΑΣ, ΚΡΙΤΩΝ, 


0 ΤΩΝ ENAEKA ΥΠΗΡΕΤΗΣ. 


1. Αὐτός, ὦ Φαίδων, τιαρεγένου Σωχράτει ἐχείνῃ τῇ 
,ὕ = x ΄ -“» N οΥ Ὁ 
ἡμέρᾳ, ἡ τὸ φάρμαχον ἔπιεν Ev τῷ δεσμωτηρίῳ, ἢ αλλου 


του ἤχουσας; 


DAIA. Αὐτός, ὦ Ἐχέχρατες. 


- 


, ΕῚ a y c ΕἾ \ -» 
EX. Ti οὖν δή ἔστιν αττὰα εἶπτεν ὃ ανὴρ πρὸ τοῦ 
‚ - . \ P) > ͵ 
ϑανάτου; χαὶ ττῶς ἐτελεύτα; ἡδέως γὰρ av ἐγὼ ἀκούσαιμι. 
» “Ἢ , > 
χαὶ γὰρ οὔτε τῶν πολιτῶν Φλιασίων οὐδεὶς zeavv τι Ervı- 
΄, \ - 3 ΄ B1} ., > I ’ 
χωριάζει τὰ νῦν 4ϑήναζε, οὔτε τις ξένος ἀφῖχται χρόνου 
- ΜΞ ao a c er ‚ > rer ἘΔ > 
συχνοῦ ἐχεῖϑεν, ὁστις ἂν ἡμῖν σαφές τι ἀγγεῖλαι οἷός τ 


Kap. 1. Unter Platos Dialogen 
ist der Phädo unstreitig der herr- 
lichste. Nicht blofs das Thema, wel- 
ches er behandelt, die Unsterblich- 
keitslehre, weist ihm die erste Stelle 
an, nicht nur die Klarheit und 
Sicherheit des Jialektischen Bewei- 
ses läfst ihn so schön erscheinen: 
die Tiefe der Empfindung, die, ich 
möchte sagen, aus jedem Satze 
spricht, und der eigentümlich ernste 
Humor, welcher die Persönlichkeit 
des Meisters charakterisiert, giebt 
dem Gespräche die grofse An- 
ziehungskraft. Die Persönlichkeit 
des Sokrates ist so lebenswahr ge- 
schildert worden, dafs, wer den 
Phädo aufmerksam liest, unbedingt 


sagen muls: Hier ist, wenn immer 
auch etwas idealisiert, der atheni- 
sche Weise, wie er gelebt hat, wie 
er in der That gewesen ist. 

Über die Zeit der Abfassung des 
Gespräches lälst sich nichts Ge- 
naues beibringen. Die allseitige 
Vollendung desselben weist auf ein 
vorgeschrittenes Lebensalter des 
Verfassers. Dals geraume Zeit seit 
dem Tode des Sokrates vergangen 
war, als Plato es abfafste, deutet 
er selbst in der Einleitung zur Ge- 
nüge an, wenn er den Echekrates 
sagen lälst: οὔτε τις ξένος ἀφῖ- 
χται χρόνου συχνοῦ ἐχεῖϑεν. 

Mit feinem Takt läfst Plato ge- 
rade den Phädo den Dialog repro- 

1ν ᾿ 


4 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


᾽ \ 7 ’ Ar , \ > , 
ἢν zcegl τούτων, zuimv γε δὴ ὁτι φάρμακον τειν ἀττοϑά- 
-» , > ’ 
vor’ τῶν δὲ ἄλλων οὐδὲν εἶχε φράζειν. 
> x 2 , ’ὔ «(ἡ 
DAIA. Οὐδὲ τὰ περὶ τῆς δίκης ἄρα ἐτύϑεσϑε ὃν 
τρόπον ἐγένετο; 
, “« Bu ἐς ’ ,ὕ 
EX. Ναί, ταῦτα μὲν ἡμῖν nyyeıld τις, καὶ ἐϑαυμά- 
“ ͵ πὸ ἕω Ἂν Λ 
ζομέν γε ὅτι σπιάλαι γενομένης αὐτῆς πολλῷ ὕστερον φαί- 
2 ‚ ἢ 5 5 - 3 
vera ἀποϑανών. τί οὖν ἣν τοῦτο, ὦ Φαίδων; 
, 3 -» 2 ’ 
ΦΑ͂ΙΔ. Τύχη τις αὑτῷ, ὦ Ἐχέκρατες, συνέβη" ἔτυχε 
γὰρ τῇ προτεραίᾳ τῆς δίκης ἢ πρύμνα ἐστεμμένη τοῦ 
N - 2 = 
schotov ὃ εἰς 4ἤλον “1ϑηναῖοι ττέμτεουσιν. 
EX. Τοῦτο δὲ δὴ τί ἔστιν; 
x 2 “ b) ἘΣ 
®AIA. Τοῦτό ἔστι τὸ zrAotov, ὡς φασιν Admvaioı, 
> T ΘΩ ΙΑ Ξ n | K ’ δ δὲ < a ,ὔ ” 
ἐν ᾧ Θησεύς score εἰς Κρήτην τοὺς δὶς Erera ἐχείνους ᾧχετο 
, , P \ x ’ m 5 > ’ 
ἄγων καὶ ἔσωσέ TE καὶ αὑτὸς ἐσώϑη. τῷ οὖν ᾿Α:τόλλωνι 
τ [4 , “ , 
εὔξαντο, ὡς λέγεται, τότε, el σωϑεῖεν, ἑκάστου ἔτους ϑεω- 
᾿ 2 ,ὔὕ > m ἢ «ι x > % \ -» 2 > > ’ 
ρίαν ἀπάξειν εἰς 4“ἤλον᾽ ἣν δὴ ἀεὶ καὶ νῦν ἔτι ἐξ ἐχεί- 


duzieren: Phädo war nicht allein 
ein Lieblingsschüler des Sokrates, 


wie unser Dialog im 38. Kapitel, 


uns zeigt; er war ihm in herzlich- 
ster Pietät ergeben, war ihm aufs 
höchste verpflichtet; denn bei der 
Eroberung seiner Vaterstadt Elis 
von den Spartanern gefangen ge- 
nommen und nach Athen als Sklave 
verkauft, er, der Sohn einer ge- 
bildeten, vornehmen Familie,“ war 
er auf Sokrates’ Verwendung los- 
gekauft worden. Er dankte also 
dem Sokrates die Freiheit. Ja, er 
dankte ihm noch mehr; denn So- 
krates, oder auf seinen Rat Kebes, 
wie Gellius erzählt, hatte ihn aus 
einer entwürdigenden Lage befreit. 
Von seinem späteren Leben erzählt 
derselbe Gellius: /s postea philo- 
sophus illustris fuit sermonesque 
eius de Socrate udmodum elegantes 
leguntur. Er soll nach Sokrates’ 
Tode in seiner Vaterstadt eine Phi- 
losophenschule begründet haben. 
Phädo erzählt von den letzten 
Stunden seines Meisters in Phlius, 
vielleicht auf der Heimreise nach 


Elis, wie wir es uns denken kön- 
nen, wenn Plato das auch nicht 
ausdrücklich erwähnt. Plato hat 
seinen guten Grund, das Gespräch 
nach einer kleinen Stadt des Pelo- 
ponnes zu verlegen, welche mit 
Athen wenig Verkehr hatte: er ge- 
winnt so Gelegenheit, das Ent- 
stehen einer längeren Frist zwi- 
schen der Verurteilung und der Hin- 
richtung des Sokrates zu erklären. 
Und er giebt diese Erklärung nicht, 
um die Einleitung durch die Er- 
zählung der Sage zu schmücken; 
nein, diese Erzählung hat für den 
ganzen Dialog eine weit tiefere Be- 
deutung. Es ist bekannt, dafs die 
Athener Reue ergriff, als ihr un- 
gerechter Spruch an dem Weisen 
vollstreckt worden war. Ist nun 
die ganze Schrift Platos eine An- 
klage gegen seine Mitbürger, so 
verschärft die Erzählung von der 
ϑεωρία nach Delos die Anklage 
von vornherein: Derselbe Gott, wel- 
cher den Sokrates für den weise- 
sten Menschen erklärt hatte, schien 
die schnelle Vollstreckung des Ur- 


ΦΑΊΔΩΝ. μ 


Sp, N > n - ΕῚ \ 5 3» 
γου χατ ἐνιαυτὸν τῷ ϑεῷ πέμπουσιν. ἐπειδὰν οὖν ἄρ- 
= , ΄ 2 - - ΄ N, 
ξωνται τῆς ϑεωρίας, νόμος ἐστὶν αὑτοῖς ἐν τῷ χρόνῳ τού- 
\ N > 
τῳ καϑαρεύειν τὴν πόλιν Kal δημοσίᾳ μηδένα aroxrıy- 
N ᾽Ὰ “η > 7 x Du m 
γύναι, zegiv av εἰς 4ἢλον ἀφίέχηται τὸ τυλοῖον χαὶ rcahıy 
mn -» 2 s - Pr a 
δεῦρο" τοῦτο ὃ ἐνίοτε ἐν πολλῷ χρόνῳ γίγνεται, ὅταν 
2 ’ > ΄ 2 ’ 2 \ 3 - 
τύχωσιν ἄνεμοι ἀπολαβόντες αὐτούς. ἀρχὴ ὃ ἐστὶ τῆς 
\ x =.) ’ T, x ΄ 
ϑεωρίας, ἐπειδὰν ὃ ἱερεὺς τοῦ Αππόλλωνος στέψῃ τὴν τορύ- 
“- Ε -» 3 co , - 
μναν τοῦ ττλοίου᾽ τοῦτο ὃ ἔτυχεν, ὠσττερ λέγω, τῇ προ- 
τεραίᾳ τῆς δίκης γεγονός. διὰ ταῦτα καὶ πολὺς χρόγος 
᾿, nd ΄ - , ς - 
ἐγένετο τῷ Σωχράτει ἔν τῷ δεσμωτηρίῳ ὃ μεταξὺ τῆς δί- 
» 4 
χης TE χαὶ τοῦ ϑανατου. 
, \ > \ \ ’ 
2. EX. Ti δὲ δὴ τὰ περὶ αὐτὸν τὸν ϑάνατον, ὦ 
Φαίδων; τίνα nv τὰ λεχϑέντα καὶ τοραχϑέντα, χαὶ τίνες οἵ 
’ 2 ,ὕ »-"Ἤ 9 ,ὔ P)} > 
sagaysvousvoı τῶν Errırndeiwv τῷ ἀνδρί; ἢ οὐχ εἴων οἱ 


ἄρχοντες παρεῖναι, ἀλλ᾽ ἔρημος ἐτελεύτα φίλων; 
DAIA. Οὐδαμῶς, ἀλλὰ παρῆσάν τινες καὶ ττολλοί γε. 
EX. Ταῦτα δὴ zavra προϑυμήϑητι ὡς σαφέστατα 
ἡμῖν ἀπταγγεῖλαι, ei μή τίς σοι ἀσχολία τυγχάνει οὐσα. 
DAIA. Alla σχολάζω γε καὶ πειράσομαι ὑμῖν διη- 


teils unmöglich gemacht, schien 
den Athenern eine Frist zur Über- 
legung gegeben zu haben, welche 
sie nicht benutzt hatten. Aus dem 
ersten Kapitel des Dialogs klingen 
die beiden sehr ernsten Fragen des 
Plato an seine Mitbürger heraus: 
„Was sagen die Bürger anderer 
Städte, selbst die einer kleinen do- 
rischen Gemeinde zu eurer That? 
Wie beurteilt ferner der Gott selber 
euer Vorgehen?“ Sprachlich bietet 
das Kapitel keine Schwierigkeit. 
Die Sprache ist einfach, die eines 
ernsten Mannes, dem für den Stoff 
dieses Dialogs Satire und Sarkas- 
mus, dieihm sonst immer zn Gebote 
stehen, nicht passend erscheinen. 

Kap. 2. Plato läfst die Teilnahme 
des Phliasiers Echekrates scharf 
hervortreten durch dessen Fragen. 
Echekrates stellt ‚erst die Frage all- 
gemein: τί δὲ τὰ περὶ τὸν ϑάνα- 


τον; er zerlegt dann das unbe- 
stimmte τὰ περὶ τὸν ϑάνατον in 
seine bestimmteren Teile τὰ λε- 
χϑέντα zul πραχϑέντα, fragt zu- 
gleich nach den Namen der Per- 
sonen, welche zugegen gewesen, 
und verrät sein Mitgefühl in einem 
Ausdrucke der Befürchtung: ἢ οὐχ 
εἴων οἵ ἄρχοντες (allgemein: die 
Obrigkeit) παρεῖναι und einem sol- 
chen des tiefen Bedauerns: ἔρημος 
ἐτελεύτα φίλων; Psychologisch 
richtig ist es, dafs Plato den Freund 
des Sokrates auf die Frage, die das 
Mitgefühl gestellt hat, zuerst ant- 
worten läfst: οὐδαμῶς x. τ. &. Drin- 
gender bittet nun Echekrates:; statt 
eines einfachen ἀλλὰ δὴ ἀπάγγει- 
λον, εἰ μὴ x. τ. ἕ. sagt er προϑυ- 
μήϑητι ἀπαγγεῖλαι ',. 6. προϑύ- 
μως ἀπάγγειλον und setzt das 
πάντα und ὡς σαφέστατα hinzu, 
das umfassendste Objekt und das 


6 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


γήσασϑαι" καὶ γὰρ τὸ μεμνῆσϑαι Σωχράτους χαὶ αὐτὸν 
λέγοντα χαὶ ἄλλου ἀχούοντα ἔμοιγε ἀεὶ πάντων ἥδιστον. 

EX. Alla μήν; ὦ (Φαίδων, χαὶ τοὺς ἃ ἀχουσομένους 
γε τοιούτους ἑτέρους ἔχεις" ἀλλὰ πειρῶ ὡς Er er 
βέστατα διελϑεῖν στάντα. 

®AIA. Καὶ μὴν ἔγωγε ϑαυμάσια ἔσπαϑον wagayer 
γόμενος. οὔτε γὰρ ὡς ϑανάτῳ παρόντα μὲ ἀνδρὸς ἐτειτὴ- 
δείου ἔλεος εἰσήει" εὐδαίμων γάρ μοι ἀνὴρ ἐφαίνετο, © 
Ἐχέχρατες, καὶ τοῦ τρόπου καὶ τῶν λόγων, ὡς ἀδεῶς καὶ 
γενναίως ἐτελεύτα, ὥστε μοι ἐχεῖνον πταρίστασϑαι μηδ᾽ 
εἰς Audov ἰόντα ἄνευ ϑείας μοίρας ἰέναι, ἀλλὰ κἀχεῖσε 
ἀφικόμενον εὖ πράξειν, εἴστερ τις τεώττοτε Kal ἄλλος. δεὰ 
δὴ ταῦτα οὐδὲν scavv μοι ἐλεεινὸν δἰσήει, ὡς εἰκὸς ἂν δό- 
ξειεν εἶναι παρόντι πένϑει" οὔτε αὖ ἡδονὴ ὡς ἐν φιλο- 
σοφίᾳ ἡμῶν ὄντων, ὥσπερ, εἰώϑειμεν᾽ χαὶ γὰρ οἱ λόγοι 
τοιοῦτοί τινὲς ἤσαν" ἀλλ᾽ ἀτεχγοῦς ἄτοττόν τί μοι πάϑος 
“παρῆν χαί τις ἀήϑης χρᾶσις ἀττό. τε τῆς ἡδονῆς συγχεχρα- 


superlative Adverbium. Dieser er- 
sten dringenden Aufforderung ent- 
spricht die zweite in allen "ihren 
Teilen: statt des πάντα δίελϑε das 
πειρῶ διελϑεῖν πάντα mit dem 
stärksten Superlativ: ὡς ἂν δύνῃ 
ax ἐβέστατα. 

hädo giebt in seiner längeren 
Antwort gewissermaflsen das Motto, 
nach welchem Plato den Dialog ge- 
schrieben hat, den Grund- und 
Hauptzug, welcher durch das ganze 
Gespräch geht. Mitleid, wie es 
sonst seine Stätte hat in der Nähe 
eines Mannes, der: seinen letzten 
Augenblicken entgegensieht, kam 
hier bei den Anwesenden nicht auf; 
denn Sokrates machte den Eindruck 
eines glücklichen Mannes — εὐ- 
δαίμων ἀνὴρ ἐφαίνετο —; 50 
furchtlos und so sicheren Mutes 
(ἀδεῶς καὶ γενναίως) sah er ρα 
Ende nahen (impf. ἐτελεύτα); 
Sokrates lebte jene Ruhe, 5 
Frieden, der eine ϑεία μοίρα ist, 
über den ein Gott segnend seine 


Hand hält. Und dabei kam doch 
Freude, wie Traurigkeit zu ihrem 
Rechte; es war eben eine ganz ei- 
gentümliche Stimmung, welche die 
Freunde des Sterbenden beherrschte, 
die sie bald lächeln liefs und bald 
in Thränen ausbrechen, ein ganz 
eigenes Gemisch von Gefühlen, das 
aus der Freudigkeit entsprang zu- 
gleich und aus der Betrübnis. Es 
ist gewils eine sehr schwere Auf- 
gabe, welche Plato sich stellt, 
wenn er in seinen Lesern diese 
ἀήϑης χρᾶσις ano τε τῆς ἡδονῆς 
σγμενο mars 2 ὁμοῦ καὶ ἀπὸ τῆς 
λύπης (man beachte die Stellung 
der Worte) hervorrufen will. Der 
Dialog zeigt, dals er seine Aufgabe 
meisterhaft gelöst hat. 

Sprachlich ist aufmerksam zu 
machen auf das οὔτε in οὔτε αὖ 
ἡδονὴ x. τ. &., dem weder ein οὔτε 
noch ein te entspricht. Phädo sagt 
οὔτε αὐ ἡδονή ‚als ob vorherge- 
gangen wäre οὔτε woı ἐλεεινὸν 
οὐδὲν εἰσήει. 


ΦΑΙΔΩΝ. 7 


μένη ὁμοῦ nal ἀπὸ τῆς λύπης, ἐνθυμουμένῳ ὅτι αὐτίκα 
ἐχεῖνος ἔμελλε τελευτᾶν. Aal τεάντες οἱ παρόντες σχεδόν 
τι οὕτω διεχείμεϑα, δτὲ μὲν γελῶντες, ἐνίοτε δὲ δαχρύον- 
τες, εἷς δὲ ἡμῶν χαὶ διαφερόντως, “πολλόδωρος" οἶσϑα 
γάρ που τὸν ἄνδρα χαὶ τὸν τρόπον αὐτοῦ. 

EX. Πῶς γὰρ οὔ; 

ΦΑ͂Ι Ο. Ἐκχεῖνός TE τοίνυν παντάπασιν οὕτως εἶχε, 
χαὶ αὑτὸς ἔγωγε ἐτεταράγμην χαὶ οἱ ἀλλοι. 

EX. Ἔτυχον δέ, ὦ Φαίδων, τίνες παραγενόμενοι; 

ΦΑ͂Ι4. Οὗτός τε δὴ ὃ ““πολλόδωρος τῶν ἐπιχωρίων 
σεαρὴῆν καὶ ὃ Κριτόβουλος χαὶ ὃ πατὴρ αὐτοῦ Κρίτων, 
χαὶ ἔτι Ἑρμογένης χαὶ Ἐπιγένης καὶ Aloyivng καὶ Avrı- 
σϑένης" ἦν δὲ χαὶ Κτήσιτιτεος ὃ Παιανιεὺς καὶ ἤενέξε- 


x 2 x - 2 ,ὕ " 
γος χαὶ ἄλλοι τινὲς τῶν ξ7ιιχωρίων 
Bun. ” 
NosEVei. 


EX. 


οἶμαι, 


Πλάτων δέ, 


Ξένοι δέ τινες παρῆσαν; 


DAIA. Ναί, Σιμμίας τέ γε ὃ Θηβαῖος χαὶ Κέβης καὶ 
Φαιδωνίδης, καὶ Meyagosev Εὐχλείδης τε χαὶ Τερψίων. 


EX... Ti δέ; 


γόοντο: 


“Αρίστισπτος χαὶ Κλεόμβροτος παρεγέ- 


Φ. 414. Οὐ δῆτα᾿ ἐν 9 γὰρ ἐλέγοντο εἶναι. 
EX. ἜἌ{λλος δέ τις παρῆν; 


®AIA. 


Σχεδόν τι οἶμαι τούτους παραγενέσϑαι. 


EX. Τί οὖν δή; τίνες, φύς; ἤσαν οἱ λόγοι; 
35. DAIA. Ἐγώ σοι ἐξ ἀρχῆς ττάντα πειράσομαι διη- 


γήσασϑαι. 


Kap. 3. Die Erzählung des Phädo 
mutet uns der Form wie dem In- 
halte nach an. Die Form ist die 
der schlichtesten Erzählungsweise, 
die Wortstellung entspricht so sehr 
der deutschen, dafs die Übersetzung 
dieselbe fast durchweg beibehal- 
ten kann, ohne unserer Sprache 
Zwang anzuthun. „Ich will dir von 
Anfang an alles versuchen zu er- 
zählen. Auch schon die früheren 
Tage pflegten wir immer, ich und 
die andern, zu Sokrates zu gehen, 


ἀεὶ γὰρ δὴ χαὶ τὰς τιρόσϑεν ἡμέρας εἰώϑει- 


versammelten uns morgens vor dem 
Gerichtsgebäude, in dem auch sein 
Prozefs gespielt "hatte: lag es doch 
nicht weit vom Gefängnis. Wir 
warteten nun jedesmal, bis sich das 
Gefängnis öffnete, und unterhielten 
uns miteinander; denn es wurde 
nicht früh geöffnet. Sobald es aber 
offen war, traten wir ein zu So- 
krates und blieben meist den Tag 
über bei ihm u. s. w.“ Die Sätze 
sind kurz und sehr durchsichtig. 
Von Konjunktionen kommen fast 


8 ΠΑΛΤΩΝΟΣ 


μὲν φοιτᾶν χαὶ ἐγὼ καὶ οἱ ἄλλοι παρὰ τὸν Σωχράτη, συλ- 
λεγόμενοι ἕωϑεν εἰς τὸ δικαστήριον, ἐν ᾧ χαὶ ἡ δίκη ἐ eye 
vero' πλησίον γὰρ ἣν τοῦ δεσμωτηρίου. περιεμένομεν οὖν 
ἑχάστοτε, ἕως ἀνοιχϑείη τὸ δεσμωτήριον, διατρίβοντες μετ᾿ 
ἀλλήλων" ἀνεῴγετο γὰρ οὐ row‘ ἐπειδὴ δὲ ἀνοιχϑείη, εἰσ- 


neıuev παρὰ τὸν Σωχράτη xal τὰ πολλὰ διημερξύομεν. 


μετ᾽ αὐτοῦ. χαὶ δὴ καὶ τότε πρωϊαέτερον ξυνελέγημεν. 
τῇ γὰρ προτεραίᾳ [ἡμέρᾳ] ἐτεειδὴ ἐξήλθομεν ἐχ τοῦ de- 
σμωτηρίου ἑσπέρας, ἐττυυϑόμεϑα ὅτι τὸ τιλοῖον ἐχ “ήλου 
ἀφιγμένον εἴη. παρηγγείλαμεν οὖν ἀλλήλοις ἥκειν ὡς 
σπιρωϊαίτατα εἰς τὸ εἰωϑός. χαὶ ἥκομεν χαὶ ἡμῖν ἐξελϑὼν 
ὃ ϑυρωρός, ὅσπερ εἰώϑει ὑχιαχούειν, εἶπεεν ἐπιμένειν χαὶ 
μὴ πρότερον σιαριέναι, ἕως ἂν αὐτὸς κελεύσῃ. ᾿ λύουσι ) γάρ, 
ἔφη, οἱ ἕνδεχα Σωχράτη καὶ παραγγέλλουσιν ὃ ὅπως ἂν τῇδε 
τῇ ἡμέρᾳ τελευτήσῃ. ou πολὺν δ᾽ οὖν χρόνον ἐσπεισχὼν 
Tune χαὶ ἐχέλευεν ἡμᾶς εἰσιέναι. εἰσιόντες οὖν χατελαμ- 
ER τὸν μὲν Σωχράτη ἄρτι λελυμένον, τὴν δὲ Ξαν- 


nur temporale vor, wie ἕως, ἐπει- 
δή. Der Erzähler wechselt nicht 
ἌΡ mit den Ausdrücken: ἕως ἄνοι- 
χϑείη, ἀνεῴγετο, ἐπειδὴ ἄνοι- 
χϑείη -- πᾳρηγγείλαμεν “ἀλλήλοις 
ἥκειν, καὶ ἥχομεν — — ἐχέλευεν εἰ- 
σιέναι, εἰσιόντες οὖν χατελαμβά- 
vousv x. τ. δ. Eine gewisse Breite 
selbst giebt, wenn ich richtig em- 
pfinde, der Darstellung etwas Episch- 
friedliches. Dahin gehört der Zu- 
satz zu δικαστήριον, die W. ἐν ᾧ 
καὶ ἡ δίχη ἐγένετο, das διατρί- 
βοντὰς μετ ἀλλήλων, das εἶπεν 
ἐπιμένειν καὶ μὴ πρότερον παρ- 
ιέναι, wo ἐπιμένειν allein genügt 
hätte. Dahin gehört ferner die Wie- 
dergabe der Worte des Schliefsers 
und der Xanthippe u. 8. w. 

Aber auch der Inhalt greift ans 
Herz, schafft jene eigentümliche 
Stimmung, die Phädo oben als eine 
κρᾶσις ἀπό τε τῆς ἡδονῆς συγχε- 
χραμένη ὁμοῦ καὶ ἀπὸ τῆς λυπης 
gekennzeichnet hat. Wir empfin- 
den den Schmerz der Schüler des 


Sokrates nach, welche jeden Mor- 
gen früh sich versammeln, um den 
ganzen Tag (δεημερεύειν) bei dem 
Meister zubringen zu können. Wie 
sie ihn abends verlassen, da über- 
rascht sie die längst gefürchtete 
Kunde, dafs er morgen sterben 
müsse. Sie kommen in der nächsten 
Frühe wieder, um zu erfahren, dafs 
die Elfmänner, die erbarmungslosen, 
dem Sokrates die Fesseln abneh- 
men, dafs also keine Hoffnung auf 
Rettung mehr vorhanden ist. Tief- 
bekümmert treten sie ein und treffen 
bei dem Verurteilten sein Weib und 
seinen kleinen Knaben und die Xan- 
thippe bricht bei ihrem Anblicke in 
die so natürlichen Worte aus: „O 
Sokrates, zum letzten Male wer- 
den sie dich jetzt begrülsen, deine 
Freunde, und du sie!* — Und all 
dem gegenüber die Ruhe des Wei- 
sen! Er schickt Weib und Kind 
fort: sie haben ihr Reeht gehabt und 
die Matslosigkeit ihrer Schmerzens- 
äulserungen pafst nicht für seine 


ΦΑΙΔΩΝ. 9 


ϑίππην - γιγνώσκεις γάρ. — ἔχουσάν τε τὸ παιδίον αὐ- 
τοῦ καὶ παρακαϑημένην. ὡς ovv εἶδεν ἡμᾶς ἡ Ξανϑίπήτη, 
ἀνευφήμησέ τε nal τοιαῦτ᾽ ἄττα εἶσιεν, οἷα δὴ εἰώϑασιν 
ai γυναῖκες, ὅτι ὦ Σώκρατες, ὕστατον δή σε πιροσεροῦσι 
vor οἱ ἐπιτήδειοι nal σὺ τούτους. χαὶ ὃ Σωκράτης βλέ- 
ψας eis τὸν Κρίτωνα, ὦ Κρίτων, ἔφη. ἀτταγέτω τις av- 
τὴν οἴχαδε. καὶ ἐκείνην μὲν ἀπῆγόν τινὲς τῶν τοῦ Κρί- 
τωνος βοῶσάν τε καὶ κοπτομένην᾽" ὃ δὲ Σωχράτης ἀναχα- 
ϑιζόμενος εἰς τὴν κλίνην συνέκαμψέ τε τὸ σκέλος καὶ ἐξέ- 
τριψε en χϑιρί; καὶ τρίβων ἅμα, ὡς ἄτοπον, ἔφη, ὦ ἄν- 
δρες, ἔοιχέ τι εἶναι τοῦτο, ὃ χαλοῦσιν οἱ ἄνϑρωτιοι ἡδύ" 
ὡς ϑαυμασίως πέφυκε πρὸς τὸ δοχοῦν ἐναντίον εἶναι, τὸ 
λυπηρόν, τῷ ἅμα μὲν αὐτὼ μὴ ἐθέλειν παραγίγνεσϑαι 
τῷ ἀνϑρώπῳ, ἐὰν δέ τις διώχῃ τὸ ἕτερον καὶ λαμβάνῃ, 
σχεδόν τι ἀναγκάζεσϑαι λαμβάνειν καὶ τὸ ἕτερον, WOTLEQ 
ἐχ μιᾶς χορυφῆς συνημμένω δύ᾽ ὄντε. καί μοι δοχεῖ, ἔφη, 
εἰ ἐνενόησεν αὐτὰ Αἴσωπος, μῦϑον ἂν συνθεῖναι, ὡς 6 
ϑεὸς βουλόμενος αὐτὰ διαλλάξαι πολεμοῦντα, ἐτιειδὴ οὐχ 
ἠδύνατο, ξυνῆψεν εἰς ταὐτὸν αὑτοῖς τὰς κορυφάς, χαὶ διὰ 
ταῦτα ᾧ ἂν τὸ ἕτερον παραγένηται, ἐπταχολουϑεῖ ὕστερον 
χαὶ τὸ ἕτερον. ὥσπερ οὖν χαὶ αὐτῷ μοι ἔοιχεν, ἐγχεειδὴ 
ὑπὸ τοῦ δεσμοῦ ἣν ἐν τῷ σχέλει πιρότϑρον τὸ ἀλγεινόν, 
ἥχειν δὴ φαίνεται δλοκολουϑόδη «To ἡδύ. X 


letzten Stunden, die den Freunden 


Stunde entgegensieht, und er be- 
und dem Gedenken gehören. Wie 


grüfst sie mit den Worten: „Wie 


mit einem Schlage reifst er dann 
seine Schüler aus dem Gebiete der 
Empfindung in das des Denkens 
hinüber. Schon seine Körperhal- 
tung mufs auf sie einen eigenen 
Eindruck machen; er setzt sich auf- 
recht (ἀναχαϑιζόμενος) und reibt 
sein Bein, da wo die Fesseln ihn 
gedrückt haben. Dann wirft er in 
seinen ersten Worten den Freunden 
zwei Begriffe entgegen, die sie aus 
ihrer Stimmung mit einem Male 
heraustreiben müssen, das ἄτοπον 
und das ἡδύ. Die Freunde kommen, 
vom Schmerz niedergebeugt, zu 
ihrem Meister, der seiner letzten 


sonderbar ist, was die Welt ein An- 
genehmes nennt!“ Das ist das erste 
Beispiel jenes ganz eigentümlichen 
Humors, der bis zu dem ὦ Koi- 
των, τῷ Ἀσκληπίῳφ ὀφείλομεν 
ἐλεχτρυύνα aus dem ganzen Dia- 
loge spricht. Und wie ruhig, wie 
behaglich, möchte man fast sagen, 
führt nun Sokrates seinen Gedan- 
ken, dafs das λυπηρόν und ἀλγει- 
vov so nahe bei dem ἡδύ liege, 
aus! Er giebt ein Bild: sie sind 
mit ihren Enden (χορυφή) ver- 
knüpft; er fängt an zu Aalulieren 
(μὔϑον συνϑεῖναι), als ob er sel- 
ber Asopus wäre, 


10 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


4 Ὁ. οὖν Κέβης ὑπολαβὼν Νὴ τὸν “ία, ὦ Σώχρα- 
τες, ἔφη, εὖ γ᾽ ἐποίησας ἀναμνήσας ne. EOL γάρ τοι τῶν 
ποιημάτων ὧν πιξητοίηκας ἐντείνας τοὺς τοῦ «Αἰσώττου .λό- 
yovg χαὶ τὸ εἰς τὸν 4πόλλω τιροοίμιον χαὶ ἄλλοι τινές 
ue ἤδη ἤροντο, ἀτὰρ χαὶ Εὐηνὸς πιρώην, ὅ τέ ποτε διανο- 
ηϑείς, ἐτεξιδὴ δεῦρο ἤλϑες, ἐποίησας αὐτά, πρότερον οὐ- 
δὲν ““ώποτε ποιήσας. εἶ οὖν τί σοι μέλει τοῦ ἔχειν ἐμὲ 
Ἐυηγῷ ἀποχρίνασϑαι, ὅταν μὲ αὖϑις ἐρωτᾷ --- εὖ οἶδα γὰρ 
ὅτι ἐρήσεται — eirce, τί χρή μι λέγειν. “4ἐγε τοίνυν, ἔφη. 
αὐτῷ, ὦ Κέβης, τἀληϑῆ, ὅτι οὐχ ἐχείνῳ. βουλόμενος οὐδὲ 
τοῖς ποιήμασιν αὐτοῦ ἀντίτεχνος εἶναι ἐποίησα ταῦτα" 
γδειν γὰρ ὡς οὐ ὅᾷάδιον εἴη" ἀλλ᾽ ἐνυτιγίων τινῶν ἀττοτίξι- 
οώμενος τί λέγει, καὶ ἀφοσιούμενος εἶ ἄρα πολλάκις ταύ- 
τὴν τὴν μουσιχήν μοι ἐπιτάττοι ποιεῖν. ἣν γὰρ δὴ ἄττα 
τοιάδε" scohkaxıg μοι. φοιτῶν τὸ αὐτὸ ἐνύτινιον ἐς τῷ πα- 
ρελθϑόντι βίῳ, ἄλλοτ᾽ ἐν ἄλλῃ ὄψει φαινόμενον, τὰ αὐτὰ 
δὲ λέγον, ὦ Σώχρατες, ἔφη, μουσιχὴν :τοίει χαὶ ἐργάζου. 
χαὶ ἐγὼ ἔν γε τῷ πρόσϑεν χρόνῳ Orreg ἔπραττον τοῦτο 
ὑπελάμβανον αὐτό μοι τεαραχελεύεσϑαί τε καὶ ἐπιχελεύειν, 
ὥστιξρ οἱ τοῖς ϑέουσι διαχελευόμενοι, χαὶ ἐμοὶ οὕτω τὸ 
ἐνύσενιον 07780 ἔσεραττον τοῦτο ἐπιχελεύειν, μουσικὴν ττοιεῖν, 
ὡς φιλοσοφίας μὲν οὔσης μεγίστης μουσιχῆς, ἐμοῦ δὲ τοῦτο 
πράττοντος" νῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἢ τὲ dien ἐγένετο καὶ ἣ τοῦ 


Kap. 4. Das vorliegende Kapitel er sich weder durch die Mitteilung 


leitet unmerklich zu dem eigent- 
lichen Thema des ganzen Dialogs 
über. Es ist schwierig für die ein- 
tretenden Freunde, dem Sokrates 
gegenüber das erste Wort zu fin- 
den; sie schweigen daher auch, und 
Sokrates selbst beginnt, wie wir ge- 
sehen haben, die Unterhaltung von 
einem Gegebenen, dem Schmerze, 
welchen ihm die Fesseln gemacht 
haben, ausgehend. Wie zufällig 
erwähnt er des Asop, und die Er- 
wähnung des Dichternamens läfst 
nun Kebes den eigentlichen Dialog 
beginnen. Plato hat uns im vorigen 
Kapitel den Sokrates gezeigt, wie 


der Elfmänner von seinem bevor- 
stehenden Tode, noch durch den 
Abschied von Weib und Kind aus 
der Ruhe, die dem Weisen ziemt, 
hat herausreilsen lassen; er schil- 
dert uns hier, wie diese Ruhe ihn 
während seiner Gefangenschaft über- 
haupt nicht verlassen hat. Er hat, 
einem Traumbilde folgend, was er 
in seinem ganzen Leben nicht ge- 
than, Verse gemacht, hat zuerst ein 
προοίμιον, einen Hymnus gedichtet 
auf den Gott, dessen Fest ihm Auf- 
schub gewährte oder, wie er sich, 
zum ersten Male den Gedanken, 
dafs der Tod ein Glück sei, leise 


DATAQN. 11 


ϑεοῦ ἑορτὴ διεχώλυέ με ἀποϑνήσχειν, ἔδοξε χρῆναι, εἰ ἄφα 
πολλάκις μοι τιροστάττοι τὸ ἐνύπνιον ταύτην τὴν δημώδη 
μουσικὴν ποιεῖν, μὴ ἀπειϑῆσαι αὐτῷ, ἀλλὰ ποιεῖν. ἄσφα- 
λέστερον γὰρ εἶναι μὴ ἀτειέναι τιρὶν ἀφοσιώσασϑαι rom- 
σαντα ποιήματα χαὶ τειϑόμενον τῷ ἐνυπνίῳ. οὕτω δὴ 
πρῶτον μὲν εἰς τὸν ϑεὸν ἐποίησα, οὗ ἣν ἡ παροῦσα ϑυ- 
σία μετὰ δὲ τὸν ϑεόν, ἐννοήσας ὅτι τὸν. ποιητὴν. δέοι, 
εἴχτερ μέλλοι ποιητὴς εἶναι, τιοιεῖν μύϑους, ἀλλ᾽ οὐ λό- 
γους, καὶ αὐτὸς οὐχ ἢ μυϑολογιχός, διὰ ταῦτα δὴ οὃς προ- 
χείρους εἶχον χαὶ ἠπιστάμην μύϑους τοὺς Alowrov, τού- 


τους ἐποίησα, οἷς πρώτοις ἐνέτυχον. 
3. Ταῦτα οὖν, ὦ Κέβης, Ευηνῷ φράζε, χαὶ ἐρρῶ- 


andeutend ausdrückt: ἑορτὴ dıs- 
κώλυέ us ἀποϑνήσχειν — nach 
Diog. La. soll das Lied begonnen 
haben: An’ Ἄπολλον χαῖρε καὶ 
Ἄρτεμι. παῖδε χκλεεινώ —; er hat, 
nachdem er den Gott, dessen Fest 
war, gepriesen, die unschuldigsten 
Sachen, welche es gab, die 901, 
die Fabeln des Äsop in Verse ge- 
bracht oder die λόγοι des Fabel- 
dichters, wie Kebes sie nennt, weil 
sie ja in Prosa geschrieben waren, 
(ἐντείνας τοὺς λόγους Sc. wer φ 
oder δυϑμοῖς). Läfst sich von der 
Ruhe eines Mannes, dem der Tod 
bevorsteht, ein besseres Bild geben? 
Und mit unverkennbarem Humor 
motiviert Sokrates seine Beschäf- 
tigung. Wie oft, so beruft er sich 
auch hier auf ein Traumbild, das 
ihm oft erschienen und i immer wie- 
der zugerufen haben: ὦ Σώκχρα- 
τες, μουσιχὴν ποίει zul ἐργάζου. 
Dies Traumbild ist aber gerade für 
Sokrates psychologisch so wichtig: 
er hatte seine Bildhauerkunst, die 
ihn ernährte, aufgegeben oder we- 
nigstens vernachlässigt, und seine 
Frau und viele seiner Mitbürger 
machten ihm daraus einen Vorwurf. 
Was hatte ihn dazu gebracht? War 
es nicht die i innere Stimme, die ihm 
zurief: μουσικὴν σοίει Freilich 
hatte er sein Leben lang unter dem 


weitgehenden Begriffe der wov- 
σική, der Kunst, welche die Musen 
schützen, die Philosophie verstan- 
den, hatte geglaubt, das Traumbild 
schreibe ihm vor: ταύτην τὴν μου- 
σιχὴν ποίει „treibe das, nämlich 
τὴν φιλοσοφίαν oder τὴν διαλεχ- 
τικὴν als μουσική. Welche Ruhe 
zeigt es nun, dafs er in seinen 
letzten Tagen, in einem Alter von 
mehr als siebenzig Jahren, auf den 
fast neckischen ‚Einfall kommt, den 
Begriff μουσικὴ auch einmal enger 
zu fassen als Dichtkunst oder, rich- 
tiger gesagt, als die Kunst &vrei- 
γειν τοὺς λόγους, Verse zu schmie- 
den. Ich wage nicht zu entschei- 
den, ob Sokrates die Worte άσφα- 
λέστερον γὰρ εἶναι --- πειϑόμε- 
γον τῷ ἐνυπνίῳ ernst meint oder 
nicht; ich bin "aber geneigt, sie 
als eine Satire auf den Sophisten 
und mittelmäfsigen Dichter Eue- 
nos zu fassen: „es ist sicherer 
nieht von hinnen zu scheiden, ehe 
man der heiligen Pflicht genügte 
durch Verse, die man macht, und 
durch Gehorsam gegen das Traum- 
bild.“ 

Kap. 5. Jedenfalls enthält der 
Grufs, den Sokrates dem Kebes für 
den Euenos bestellt, einen ganz 
derben Scherz: „sage ihm, er soll 
sich’s gut gehen lassen (Loodcsm.) 


12 IIAATQNOZ 


σϑαι χαί, ἂν σωφρονῇ, ἐμὲ διώκειν ὡς τάχιστα. ἄπειμι 
δέ, ὡς ἔοικε, τήμερον" κελεύουσι γὰρ ᾿4ϑηναῖοι. χαὶ ὃ 
Σιμμίας, Οἷον παραχελεύει, ἔφη, τοῦτο, ὦ Σώκρατες, 
E WE σπολλὰ γὰρ ἤδη ἐντετύχηκα. τῷ ἀνδρί" σχεδὸν οὖν 
ἐξ ὧν ἐγὼ ἤσϑημαι οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν σοι ἑχὼν εἶναι τιεί- 
σεται. Ti δαί; ἢ δ᾽ ὃς᾽ οὐ φιλόσοφος Εδηνός; Ἔμοιγε 
δοκεῖ, ἐ ἔφη ὃ Σιμμίας. ᾿Εϑελήσει τοίνυν, ἔφη, καὶ Εὐηνὸς 
χαὶ πᾶς ὁτῳ ἀξίως τούτου τοῦ τιράγματος μέτεστιν. οὐ 
μέντοι γ᾽ ἴσως βιάσεται αὑτόν" οὐ γάρ φασι ϑεμιτὸν εἶ- 
ναι. καὶ ἅμα λέγων ταῦτα χαϑῆχε τὰ σχέλη ἀττὸ τῆς κλί- 
ung ἐπὶ τὴν γῆν, καὶ καϑεζόμενος οὕτως ἤδη τὰ λοιτεὰ 
διελέγετο. 

Ἤρετο οὖν αὐτὸν ὃ Κέβης" Πῶς τοῦτο λέγεις, ὦ Σώ- 
χρατες, τὸ μὴ ϑεμιτὸν εἶναι ἑαυτὸν βιάζεσϑαι, ἐϑέλειν δ᾽ 
ἂν τῷ ἀποϑνήσκοντι τὸν φιλόσοφον ἔπεσϑαι; Τί δέ, ὦ 
Κέβης; οὐχ ἀχηχόατε, σύ τε χαὶ Σιμμίας, τεερὶ τῶν τοιού- 
των Φιλολάῳ συγγεγονότες; Οὐδέν γε σαφῶς, ὦ Σώχρα- 
τες. Alla μὴν κἀγὼ ἐξ ἀχοῆς τεερὶ αὐτῶν λέγω" ἃ μὲν 
οὖν τυγχάνω ἀκηχοώς, φϑόνος οὐδεὶς λέγειν. καὶ γὰρ ἴσως 
χαὶ μάλιστα τιρέστει μέλλοντα ἐχεῖσε ἀποδημεῖν διασχο- 


und, wenn er verständig ist, mir 
recht bald folgen!“ Denn das ἂν 
σωφρονῇ giebt dem Grulse den Bei- 
geschmack: Euenos möge seinem 
Leben selbst ein Ende machen. Wie 
soll er sonst als σώφρων seinen 
schnellen Tod herbeiführen? Der 
Scherz leitet dann, wieder wie eine 
sich selbst bietende Gelegenheit, 
den Dialog weiter. Denn auf die 
Antwort des Simmias, Euenos werde 
keine Lust haben zu sterben, er- 
widert Sokrates, als Philosoph 
müsse er gern sterben wollen; nur 
dürfe er sich nicht selber töten, 
d. h. er stellt damit das Thema zur 
Diskussion: der Tod ist kein Übel, 
kein Unglück, wie nicht philoso- 
phisch denkende Menschen es sich 
einbilden. Mit grofser Kunst läfst 
nun Plato nach dem die Freunde 
des Sokrates frappierenden Satze: 


πᾶς ὃ φιλόσοφος ἐϑελή ge ἀπο- 
ϑνήσχειν" οὐ μέντοι γ᾽ ἴσως βιά- 
σεται αὑτόν. οὐ γάρ φασι ϑε- 
μιτὸν εἶναι eine Art Kunstpause 
eintreten, dadurch dafs er erzählt, 
wie Sokrates seine auf die Dauer 
unbequeme Stellung geändert habe. 
Als dann Kebes den scheinbaren 
Widerspruch zwischen der dem Phi- 
losophen geziemenden Sehnsucht 
nach dem Tode und dem göttlichen 
(οὐ Hewrov) Verbote des Selbst- 
mordes betont, weist Sokrates zu- 
nächst auf die vom Philolaus vor- 
getragenen Lehren des Pythagoras 
hin, und erklärt dann, gern mit- 
teilen zu wollen (φϑόνος οὐδείς), 
was er über die Frage gehört habe, 
seine eigenen Gedanken, wie im 
Phädrus und im ‚Symposion, be- 
scheiden, als ἃ οὖν τυγχάνω ἀχη- 
χοὼς ausgebend, gesteht ferner mit 


PAIAQN. 13 


- , - ns > , ἂν > οὖ 

χιξῖν TE χαὶ μυϑολογεῖν regt τῆς ἀτοδημίας τῆς ξχεῖ, 

DER ΄ \ -" 

σοίαν τινὰ αὐτὴν οἰόμεϑα εἶναι" τί γὰρ ἂν τις καὶ ποιοῖ 
ἄλλο ἐν τῷ μέχρι ἡλίου δυσμῶν χρόνῳ; 

6. Kara τί δὴ οὖν ποτε οὔ φασι ϑεμιτὸν εἶναι αὖ- 
τὸν ἑαυτὸν ἀτιοχτιγνύναι, ὦ Σώχρατες; ἤδη γὰρ ἔγωγε, 
Org νῦν δὴ σὺ ἤρου, χαὶ Φιλολάου ἤκουσα, ὅτε rag’ ἡμῖν 

- -" ) u ἂν “ 
διῃτᾶτο, ἤδη δὲ καὶ ἄλλων τινῶν, ὡς οὐ δέοι τοῦτο zroLeiv 

\ \ \ 2 52 2 \ ΄ 529 φν" 9 ’ 2 x 
σαφὲς δὲ περὶ αὑτῶν οὐδενὸς πτώποτε οὐδὲν ἀκήχοα. .4λλὰ 

- FRE a > 
σιροϑυμεῖσϑαι χρή, ἔφη" τάχα γὰρ av καὶ ἀκούσαις. ἴσως 
μέντοι ϑαυμαστόν σοι φανεῖται, εἶ --- τοῦτο μόνον τῶν 

’ὔ » > ’ » 
ἄλλων ἁπάντων ἁπλοῦν ἐστὶ χαὶ οὐδέτπτοτε τυγχάνει τῷ 
2 7 “ \ 3 ar a \ T , 
ἀνϑρώτεῳ, ὠσπτερ χαὶ τάλλα --- ἔστιν OTE χαὶ οἷς βέλτιον 
a - ᾿, ,ὕ Ξ 
τεϑνάναι ἢ ζῆν᾽ οἷς δὲ βέλτιον τεϑνάναι, ϑαυμαστὸν ἴσως 
7 Ὁ = > [dj 
σοι φαίνεται, ei τούτοις τοῖς ἀνθρώποις un 00109 ἔστιν 
2 \ ς \ 3 S > p Ὁ © N > 
αὑτοὺς ἑαυτοὺς εὑ ποιεῖν, ἀλλ ἄλλον δεῖ τεεριμένειν εὑερ- 
, re > 2 > ΄ 2359 N BJ} 
yernv. χαὶ ὃ Κέβης ἠρέμα ἐπιγελάσας, Irtw Ζεύς, ἔφη, 
» -" »" ’ x N [4 
τῇ αὑτοῦ φων εἰπών. Kal γὰρ av δόξειεν, ἔφη ὃ Iw- 


dem χαὶ μυϑολογεῖν von Vorm- 
herein, dafs er mit seiner Dialektik 
allein nicht auskommen, sondern, 
wie öfter, den Mythos, das Gebiet 
des Glaubens, zu Hilfe nehmen 
müsse. Und wie ernst klingt nach 
alledem das Kapitel aus mit dem 
Hinweis auf die letzte Stunde, die 
immer näher rückt, mit den dabei 
echt philosophischen Worten: τί 
ἄν τις καὶ ποιοῖ ἄλλο ἐν τῷ μέ- 
χρι ἡλίου δυσμῶν χρόνῳ; 

Kap. 6. Dies Kapitel enthält die 
sprachlich schwierigste Stelle des 
ganzen Phädo in den Worten ἴσως 
μέντοι ϑαυμαστόν σοι φανεῖται 
— δεῖ περιμένειν εὐεργέτην. Fas- 
sen wir einmal den Gedanken des 
Kapitels genau ins Auge. Kebes 
fragt: κατὰ, ri οὐ ϑεμιτόν ἐστιν 
αὐτὸν ἑαυτὸν ἀποχτιννύναι und 
fügt hinzu, er habe σαφές τι noch 
niemals darüber gehört. Sokrates 
erwidert etwas schulmeisterlich (cf. 
sympos. cap. 27): „nur gutes Muts! 
vielleicht bekommst du etwas Klares 


zu hören.“ Ehe er dann aber auf die 
Hauptfrage eingeht, führt er mit 
dem μέντοι in ἴσως μέντοι ϑαυ- 
μαστόν σοι φανεῖται gewisser- 
malsen eine Vorfrage ein, die er 
zunächst erläutert. Welches ist 
diese Vorirage? Kebes deutet es 
an: sie ist abgeschlossen, als er 
mit seinem böotischen ἴστω Ζεύς 
(die Böoter sagten in ihrem Dialekt 
— φωνή — eigentlich ἔστω devg) 
einfällt und heilst also: κατὰ τί 
ἐνίοις ἀνϑρώποις “βέλτιόν ἔστι 
τεϑνᾶάναι ἢ ζῆν, οἷς δὲ βέλτιον 
τεϑνάναι, τούτοις οὐχ ὅσιόν ἐστιν 
αὐτοὺς ἑαυτοὺς εὖ ποιεῖν; Wenn 
die Worte nun lauteten: ἔσως μέν- 
τοι θαυμαστόν . σοι φανεῖται, εἰ 
ἔστιν ὁτε χαὶ οἷς βέλτιον τεϑνά- 
vorn ζῆν, οἷς δὲ βέλτιον τεϑνά- 
γαι, τούτοις τοῖς ἀνϑρώποις μὴ 
0010V ἐστιν αὐτοὺς ἑαυτοὺς εὖ ποι- 
eiv, so würde die Stelle keine 
Schwierigkeiten bieten. Was be- 
ginnen wir nun mit den übrigen 
Worten? Ich meine, zunächst die 


une 


mn 
nn 


14 HAATQNOS 


7 «“ > 51 ᾿ 
χράτης, οὕτω γ᾽ εἶναι ἄλογον" 


> N > ’ > 
οὐ μέντοι ἀλλ᾽ ἴσως ἔχει 


\ ͵΄ c 3 ‚ \ 
τινὰ λόγον. ὃ μὲν οὖν ἐν ἀγορρήτοις λεγόμενος :εερὶ αὐ- 


Worte ϑαυμαστὸν ἴσως σοι φαί- 
νεται erklären sich aus der volks- 
tümlichen Redeweise des Sokrates, 
in welcher er, zumal wenn ein 
Zwischensatz vorhergegangen sein 
sollte, das obige ϑαυμαστὸν φα- 
νεῖται wieder aufnimmt. In Bezug 
auf die Worte τοῦτο μόνον — 
ὥσπερ καὶ τάλλα aber leitet uns 
vielleicht das οὐ in οὐδέποτε auf 
den richtigen Weg. Die Erklärer 
sagen sämtlich, soweit mir be- 
kannt: In einem Satze mit εἰ kann, 
zumal nach dem Verbum ϑαυμά. 
ζειν, statt der gewöhnlichen Ne- 
gation μή auch einmal οὐ stehen. 
Das ist gewils richtig, wie manche 
Beispiele beweisen; aber es bleibt 
immer eine Ausnahme, ein seltener 
Fall; es ist nicht die Regel. Hier 
aber würde diese Ausnahme viel- 
leicht eine Härte sein; denn zwei 
Zeilen später sagt nach dem Yav- 
μαστόν, εἰ der Redner un — ϑαυ- 
μαστόν σοι φαίνεται, εἰ "τούτοις 
τοῖς ἀνθρώποις μὴ 0010v ἐστιν. 
Nimmt man nun also hier keine 
Ausnahme an, so ist man genötigt, 
das οὐδέποτε und mit ihm dann 
wohl alle die Worte τοῦτο μόνον 
— ὥσπερ καὶ τάλλα, von dem vor- 
hergehenden εἰ zu trennen, d. ἢ. 
sie “als selbständigen Satz zu fas- 
sen. Alsdann würde ich sie zu er- 
klären versuchen: τοῦτο seil. τὸ 
μὴ ϑεμιτὸν εἶναι αὐτὸν ξαυτὸν 
ἀποκτιννύναι (mit Rückblick auf 
die Hauptfrage ‚des Kebes) uovov 
τῶν ἄλλων ἁπάντων ἁπλοῦν (i. 6. 
σαφές) ἐστι καὶ οὐδέποτε τυγχά- 
νει τῷ ἀνθρώπῳ Seil. ϑεμιτὸν 6 ὺν 
αὐτὸν ἑαυτὸν ἀποχτιννύναι d. 

„dieser Satz, dals es πα δωα 
freistehe, sich selbst zu töten, ist 
unumstöfslich klar, und niemals 
trifft es für den Menschen zu, dafs 
es ihm gestattet sei, sich zu töten, 
während die anderen Dinge (ὥσπερ 
καὶ τἄλλα) ihm doch bald gestattet 


und bald nicht gestattet sind.“ “Ὁ, ἢ. 
konkreter ausgedrückt: „Es kann 
für den Menschen selbst zum 9ε- 
μιτὸν werden, wie für Orestes 
etwa, seine eigene Mutter zu töten, 
niemals aber, Hand an sich selbst 
zu legen.“ Was hat nun aber So- 
krates für eine Veranlassung, hier 
eine solche versichernde Behaup- 
tung einzuschieben? Auch das läfst 
sich vielleicht erklären. Wie ich 
schon gelegentlich bei der Erklä- 
rung des Symposions nachzuweisen 
mich bemüht habe, mufs man, wenn 
man manche Stelle der Platonischen 
Dialoge erklären will, nicht blofs 
den jedesmaligen Redner, sondern 
auch die Zuhörer sich lebhaft vor- 
stellen, sich vergegenwärtigen, wel- 
che Miene der Zuhörer zu dem Ge- 
sagten macht. Die lebhafte Phan- 
tasie des Griechen verlangt dabei 
nicht immer eine besondere Andeu- 
tung; hier aber liegt vielleicht eine 
Andeutung vor Kal ὃ Κέβης 
ἠρέμα ἐπιγελάσας — „und Kebes 
hatte still dazu gelacht.“ Auf Ke- 
bes’ Mienen hatten sich also gewils 
von Anfang an Zweifel ausge- 
drückt. Gewils hatte er zweifelnd 
schon gedacht: σαφὲς δὲ megl, αὐ- 
τῶν οὐδενὸς πώποτε οὐδὲν ἀχή- 
xo«, hatte damit den Zweifel an- 
gedeutet, dafs auch Sokrates ein 
σαφὲς nicht bieten würde. Die er- 
sten Worte der Erwiderung «ἀλλὰ 
προϑυμεῖσϑαι 7“ „sei gutes 
Muts“ scheinen dies zu verraten. 
Bei dem Yavuaorov σοι φανεῖται 
drückt Kebes’ Miene vielleicht ein: 
gewils! aus und daher des Sokrates 
versichernder Zwischensatz. 

Im übrigen ist der Gedanke des 
Kapitels klar: Es ist freilich für 
manchen besser tot zu sein als zu 
leben. Den Selbstmord verbietet 
aber unter allen Umständen die Re- 
ligion, teils in den Geheimlehren 
(ἀπόρρητα); deren Satz aber, ὡς 


DAIAON. 15 


τῶν λόγος, ὡς Ev τινε φρουρᾷ ἐσμὲν οἱ ἄνϑρωτιοι χαὶ οὐ 
dei δὴ ἑαυτὸν Ex ταύτης λύειν οὐδ᾽ ἀποδιδράσχειν, μέγας 
τέ τίς μοι φαίνεται καὶ οὐ 6adıog διιδεῖν" οὐ μέντοι ἀλλὰ 
τόδε γέ μοι δοχεῖ, ὦ Κέβης, εὖ λέγεσϑαι, τὸ ϑεοὺς εἶναι 
ἡμῶν τοὺς ἐχειμελουμένους χαὶ ἡμᾶς τοὺς ἀνϑρώτιους ἕν 
τῶν χρημάτων τοῖς ϑεοῖς εἶναι" ἢ σοὶ οὐ δοχεῖ οὕτως; 
Ἔμοιγε, ἔφη ὃ Κέβης. Οὐχοῦν, 7 δ᾽ ὅς, χαὶ σὺ ἂν τῶν 
σαυτοῦ κτημάτων εἴ τι αὐτὸ ἑαυτὸ ἀπτοχτιννύοι, μὴ σημή- 
γαντός σου ὅτι βούλει αὐτὸ τεϑνάναι, χαλεπαίνοις ἂν αὐτῷ, 
χαὶ εἴ τινα ἔχοις τιμωρίαν, τιμωροῖο ἂν; Πάνυ γ᾽, ἔφη. 
Ἴσως τοίνυν ταύτῃ οὔκ ἄλογον, μὴ πρότερον αὑτὸν ἀπίο- 
χειγγύναι δεῖν, τερὶν ἀνάγχην τινὰ ϑεὸς SODANN WO7CEO 
χαὶ τὴν νῦν παροῦσαν ἡμῖν. 

ἡ. AAN εἶχός, ἔφη ὃ Κέβης, τοῦτό Ye φαίνεται. ὃ 
μέντοι vov δὴ ἔλεγες, τὸ τοὺς φιλοσόφους ῥᾳδίως ἂν ἐϑέ- 
heıv ἀττοϑνήσχειν, ἔοιχε τοῦτο, ὠ Σώκρατες, ἀτότεῳ, εἴχεερ 
ὃ νῦν δὴ ἐλέγομεν εὐλόγως ἔχει, τὸ ϑεόν τὲ εἶναι τὸν 
ἐσειμελούμενον ἡμῶν χαὶ ἡμᾶς ἐχείνου χτήματα εἶναι.- τὸ 
γὰρ μὴ ἀγαναχτεῖν τοὺς φρονιμωτάτους ἐχ ταύτης τῆς 9ε- 
ρατίείας ἀτιιόντας, ἐν 7 ἐπιιστατοῦσιν αὐτῶν οἵσεερ ἄρι- 
στοί εἶσι τῶν ὄντων ἐπιιστάται ϑεοί, οὐχ ἔχει λόγον. οὐ 
γάρ που αὐτός γε αὑτοῦ οἴεται ἄμεινον ἐτειμελήσεσϑαι 
ἐλεύϑερος γενόμενος" ἀλλ᾽ ἀνόητος μὲν ἄνϑρωτίος τάχ᾽ 
ἂν οἰηϑείη ταῦτα, “φευχτέον εἶναι arco τοῦ δεστιότου, χαὶ 
οὐχ av λογίζοιτο ὅτι οὐ δεῖ ano γε τοῦ ἀγαϑοῦ φεύγειν, 
ἀλλ᾽ ὅ τι μάλιστα ᾽ταραμένειν, διὸ ἀλογίστως ἂν φεύγοι" 


ἔν τινι φρουρᾷ ἐσμεν, nicht klar 
ist; teils aber in dem logisch klaren 
Gebote: der Mensch ist ein Eigen- 
tum der Götter; also darf er nicht 
über sich selbst verfügen, sondern 
mufs warten, bis ein Gott eine 
zwingende Notwendigkeit schickt, 
ὥσπερ καὶ τὴν νῦν παροῦσαν ἡμῖν. 

Kay, % bie bötzieh a; 
vorigen Kapitels deuten für jeden 
an, welcher die Art Platos, eine 
neue Frage einzuleiten, kennt, wo- 
rauf er hinaus will: den ersten Hin- 


weis auf das πειραϑῶ πρὸς ὑμᾶς 
ἀπολογήσασϑαι des achten Kapi- 
tels, ein Thema, zu welchem das 
im 7. Kapitel Gesagte hinüberleitet, 
gaben die Worte ὥσπερ καὶ τὴν 
γῦν παροῦσαν ἡμῖν. Die Einwürle, 
welche dann Kebes und Simmias dem 
Sokrates machen, hier und später, 
unterscheiden sich wesentlich von 
den Einwürfen der Sophisten in an- 
deren Dialogen; es sind Einwürfe 
verständiger, denkender Männer, der 
gereiften Schüler des Meisters. Dem 


16 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ς \ ee, ) = μὸν ΠΕ y \ - ς - 
ὃ δὲ νοῦν ἔχων ἐπιϑυμοῖ του αν ἀξὶ ξἶναι τταρὰ τῷ αὑτοῦ 
βελτίονι. χαίτοι οὕτως, ὦ Σώχρατες, τοὐναντίον εἶναι ei- 
χὸς ἢ ὃ νῦν δὴ ἐλέγετο" τοὺς μὲν γὰρ φρονίμους ἀγανα- 
xreiv ἀποϑνήσχοντας γιρέτιει, τοὺς δ᾽ ἄφρονας. χαίρειν. 
ἀχούσας οὖν ὃ Σωκράτης ἡσϑῆναί τέ μοι ἔδοξε τῇ τοῦ Κέ- 
βητος rgayuareig, καὶ ἐτειιβλέψας εἰς ἡμᾶς Aei τοι, ἔφη, 
c K£ λ ’ an. \ > - \ > ’ RE 23 ΄ 
0 Κέβης λόγους τινὰς ἀνερξυνᾷ, καὶ οὐ sravv ευϑέως εϑέ- 
n , a > > ς ὡς \ 
keı τεείϑεσϑαι ὁ τι av τις εἴπῃ. Kai ὃ Σιμμίας Alla 
μήν, ἔφη, ὦ Σώχρατες, νῦν γέ μοι δοχεῖ τὲ καὶ αὐτῷ λέ- 

, > ’ \ δ) , ” \ ς > 

γειν Κέβης" τί γὰρ av βουλόμενοι ἀνδρες σοφοὶ ὡς ἀλη- 
ϑῶς δεσπότας ἀμείνους αὐτῶν φεύγοιεν καὶ ῥᾳδίως ἀτεαλ- 
λάττοιντο αὐτῶν; καί μοι δοχεῖ Κέβης εἰς σὲ τείνειν τὸν 

’ , a WW , \ - , \ 
λόγον, ὅτι οὕτω ῥᾳδίως φέρεις καὶ ἡμᾶς αττολείτεων χαὶ 

> , \ ΞΕ ’ 3 

ἄρχοντας ἀγαϑούς, ὡς αὐτὸς ὁμολογεῖς, ϑεούς. Αϊκαια, 
ἔφη, λέγετε. οἶμαι γὰρ ὑμᾶς λέγειν ὅτι χρή με γερὸς ταῦτα 
ἀπολογήσασϑαι ὥστπεερ ἐν δικαστηρίῳ. Πάνυ μὲν οὖν, ἔφη 


ὃ Σιμμίας. 

8. Φέρε δή, ἡ δ᾽ ὃς, 
eigentlichen Schlufssatze des Kebes: 
ὧν νοῦν ἔχων ἐπιϑυμεῖ ἀεὶ εἶναι 
παρὰ τῷ αὑτοῦ βελτίονι wider- 
spricht auch Sokrates nicht; denn 
die Behauptung ist durchaus richtig. 
Schön dokumentiert Plato vielmehr 
die Freude des Meisters über die 
richtigen, strengen Schlufsfolge- 
rungen seines Schülers, über dessen 
πραγματεία, wie er es nennt. Aber 
wie er scherzhaft spottend nicht zu 
Kebes selbst, sondern zu den übrigen 
sich wendend ihn einen scharfen 
Kopf nennt, da sekundiert Simmias 
eifrigst seinem Landsmanne und 
Freunde, geht dem Sokrates direkt 
zu Leibe und sagt ihm: εἰς σὲ τείνει 
ὁ λόγος „des Kebes Darlegung spitzt 
sich auf dich zu“. So führt uns 
Plato durch eine vollkommen dra- 
matische Scene, in welcher der 
logisch sichere Kebes, der (hier) 
schelmische Sokrates und der 
eifrige Simmias ihre Rollen trefl- 
lich spielen, dem neuen Thema zu. — 


σειραϑῶ τιιϑανώτερον 76005 


Ich füge ein schönes Wort Stein- 
harts ein. Er sagt: „Am wenigsten 
begegnen wir selbst in jenen Gesprä- 
chen, in welchen einzelne jüngere 
Freunde des Sokrates auftreten, so 
selbständig denkenden und urteilen- 
den Männern, wie hier dem Kebes 
und Simmias. Ein Philosoph, dem es 
gelang, in seinen Zuhörern einen so 
kräftigen und männlichen Wahrheits- 
sinn zu wecken, wie ihn die bei- 
den wackern, wenn auch etwas nüch- 
tern-verständigen Thebaner wieder- 
holt aussprechen, hat in der That 
das Höchste erreicht, was ein Weis- 
heitslehrer erreichen kann; sein 
irdisches Tagewerk ist abgeschlos- 
sen, und ruhig kann er in die Welt 
des reinen Geistes hinübergehen, zu 
deren Ahnung er so viele erhoben 
hat.“ - 

Kap. 8. Das Kapitel enthält keinen 
Beweis, sondern stellt an die Spitze 
der in den folgenden Kapiteln gege- 
benen Auseinandersetzung eine Ver- 


DAIADN. 17 


ὑμᾶς ἀπολογήσασϑαι ἢ πρὸς τοὺς δικαστάς. ἐγὼ γάρ, 
ἔφη, ὦ Σιμμία te χαὶ Κέβης, εἰ μὲν μὴ μην ἥξειν TTOW- 
τον μὲν παρὰ ϑεοὺς ἄλλους σοφούς τε χαὶ ἀγαϑούς, ἔπειτα 
χαὶ rag ἀνϑρα πους τετελευτηχότας ἀμείνους τῶν ἐνθάδε, 
ἠδίκουν ἂν οὐχ ἀγαναχτῶν τῷ ϑανάτῳ᾽ νῦν δὲ εὖ ἴστε 
ὅτι παρ᾽ ἄνδρας τε ἐλπίζω ἀφίξεσϑαι ἀγαϑούς" καὶ τοῦτο 
μὲν οὐκ ἂν πάνυ διισχυρισαίμην" ὅτι μέντοι παρὰ ϑεοὺς 
δεσπότας πάνυ ἀγαϑοὺς ἥξειν, εὖ ἴστε ὅτι, eig τι ἄλλο 
τῶν τοιούτων, διισχυρισαίμην ἂν χαὶ τοῦτο. ὥστε διὰ 
ταῦτα οὐχ ὁμοίως ἀγαναχτῶ, ἀλλ᾽ εὔελπίς εἶμι εἶναί τι 
τοῖς τετελευτηκόσι χαί, ὥσπερ γε καὶ τεάλαι λέγεται, πολὺ 
ἄμεινον τοῖς ἀγαϑοῖς ἢ τοῖς καχοῖς. Τί οὖν, ἔφη ὃ Σιμ- 
μέας, ω Σώκρατες; αὐτὸς ἔχων τὴν διάνοιαν ταύτην ἐν 
γῷ ἔχεις ἀπιέναι, ἢ χἂν ἡμῖν μεταδοίης; χοινὸν γὰρ δὴ 
ἔμοιγε δοχεῖ χαὶ ἡμῖν εἶναι ἀγαϑὸν τοῦτο, χαὶ ἅμα σοι 
arcohoyia ἔσται, ἐὰν ἅπτερ λέγεις ἡμᾶς τεείσης. Alla πει- 
ράσομαι, ἔφη. πρῶτον δὲ Κρίτωνα τόνδε σχεψώμεϑα, τί 
ἐστιν ὃ βούλεσθαί μοι δοχεῖ τιάλαι εἰπεῖν. Τί δέ, ὦ“ Σώ- 
χρατες, ἔφη ὃ Κρίτων, ἄλλο γε ἢ πάλαι μοι λέγει ὃ μέλ- 
λων σοι δώσειν τὸ φάρμαχον, ὅτι χρή σοι φράζειν ὡς ἐλά- 
χιστα διαλέγεσθαι; φησὶ γὰρ ϑερμαίνεσϑαι μᾶλλον δια- 
λεγομένους, δεῖν δὲ οὐδὲν τοιοῦτον ττροσφέρειν τῷ φαρμάχῳ᾽ 
εἰ δὲ μή, ἐνίοτε ἀναγχάζεσϑαι χαὶ δὶς χαὶ τρὶς πίνειν τούς 
τι τοιοῦτον πτοιοῦντας. καὶ ὃ Σωχράτης, Ἔα, ἔφη, χαίρειν 
αὑτόν" ἀλλὰ μόνον τὸ ἑαυτοῦ πιαρασχευαζέτω ὡς χαὶ δὶς 
δώσων, ἐὰν δὲ δέῃ, καὶ τρίς. Alla σχεδὸν μέν τι ἤδειν, 
ἔφη 6 Κρίτων" ἀλλά μοι :τάλαι τιράγματα παρέχει. "Eu 
αὐτόν, ἔφη. ἀλλ᾽ ὑμῖν dr τοῖς δικασταῖς βούλομαι ἤδη 
τὸν λόγον ἀποδοῦναι, ὥς μοι φαίνεται εἰχότως ἀνὴρ τῷ 
ὄντε ἔν (φιλοσοφίᾳ διατρίψας τὸν βίον ϑαρρεῖν μέλλων 
ἀποϑαγεῖσϑαι χαὶ evelnıs εἶναι ἐχεῖ μέγιστα οἴσεσϑαι 


sicherung, sittlich religiöser Über- 


Episode wiederholt werden: φαίνε- 
zeugung in den W, εὐελπίς εἶμι 


ται εἰχότως ἀνὴρ ἐν φιλοσοφίᾳ 


εἶναί τι τοῖς τετελευτηκόσι χαὶ 
πολὺ ἄμεινον τοῖς ἀγαϑοῖς ἢ n τοῖς 
χακοῖφς, welche nach einer kurzen 


Plato, Phädon. 


διατρίψας τὸν βίον εὔελπις εἰναι 

ἐχεῖ μέγιστα οἴσεσϑαι ἀγαϑά, 

ἐπειδὰν τελευτήσῃ, eine ieder- 
2 


18 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


> | ‚ > \ ‘ n Rn = \ .n) [4] 
αγαϑά, ἐπειδὰν τελευτήσῃ" τιῶς ἂν οὖν δὴ τοῦϑ᾽ οὕτως 


ἔχοι, W 


x / \ , 2 \ , ΄ 
Zıunda ve καὶ Κέβης, ἔγω πειράσομαι φράσαι. 


r , Ν [42 , 3 -" c ’ 
9. Κινδυνεύουσι γὰρ 0001 τυγχάνουσιν ὀρϑῶς ἁτιτό- 
” ’ , \ » [4 
uevor φιλοσοφίας λεληϑέναι τοὺς ἄλλους, ὅτε οὐδὲν ἄλλο 
2 ’ N)» , ΄ 
avrol ἐπιτηδεύουσιν ἢ ἀποϑνήσχειν τὲ χαὶ τεϑνάναι. εἰ 


holung, welche dem zuerst ange- 
führten Satze mit seiner individu- 
ellen Färbung Allgemeingiltigkeit 
giebt. 

In der Episode stellt uns Plato 
den Kriton vor, der in einem ge- 
wissen Gegensatze zu Simmias und 
namentlich zu Kebes steht; er ist 
der redliche, praktisch - verständige 
Mann, als welcher er auch in dem 
nach ihm benannten Dialoge er- 
scheint. An ihn wendet sich der 
Scharfrichter; denn auch den hat 
— in seiner Art — die Sorge um 
den herrlichen Mann, der dem Tode 
verfallen ist, ergriffen. Dafs diese 
dunkle Gestalt gerade jetzt, wo 
Sokrates eben seine religiöse Über- 
zeugung ausgesprochen hat, auftritt, 
macht einen eigentümlich rühren- 
den Eindruck: Plato hat es ver- 
standen, dem Eingreifen des Mannes 
das Schroffe zu nehmen, dadurch 
dafs er selbst ihm Teilnahme am 
Lose des Sokrates unterschiebt. 
Wunderbar aber ist die Ruhe, mit 
welcher Sokrates der Sorge des 
Scharfrichters begegnet: παρασχευ- 
αζέτω ὡς δὶς δώσων χαὶ τρίς, 
um dann ungestört in der begon- 
‚nenen Betrachtung fortzufahren. 

Im einzelnen dürfte auf die Worte 
καὶ τοῦτο μὲν οὐχ ἂν πάνυ du- 
σχυρισαίμην hinzuweisen sein. So- 
krates erklärt, er hoffe im Jenseits 
ἥξειν παρὰ ϑεοὺς ἄλλους σοφούς 
τε χαὶ ἀγαϑούς, also in Bezug auf 
die Götter nicht in schlechtere, son- 
dern in ebenso gute Verhältnisse 
zu kommen; er fügt hinzu, er hoffe 
auch zu kommen παρ᾽ ἀνθρώπους 
ἀμείνους τῶν ἐνθάδε, das heilst 
doch, sich in Bezug auf seinen Ver- 
kehr zu verbessern, Ist es da nicht 


auffällig, wenn er gerade den letzte- 
ren Teil seiner ἐλπίς einschränkt? 
Und wiederholt er nicht später den 
Satz, dafs er zu edleren Menschen 
zu kommen hoffe? Ich glaube, die 
Worte sind mit jenem leisen Humor, 
welchen Sokrates während des gan- 
zen Dialogs zeigt, mit Hinblick auf 
seine Umgebung gesprochen. „Frei- 
lich, ob ich zu besseren Menschen 
und nicht blofs zu ebenso guten, 
wie es sie hier giebt, komme, will 
ich nicht gerade schroff behaupten; 
denn ich mufs ja anerkennen, dafs 
ich auch hier unter edlen Männern, 
wie ihr seid, weile. 

Dafs Kriton den Scharfrichter nicht 
mit seinem Titel ὃ δήμμος oder 
ὃ δημόσιος nennt, sondern unter- 
scheidend sagt ὃ μέλλων σοι δώσειν 
τὸ φάρμαχον, ist selbstverständ- 
lich, und man darf darin keine be- 
sondere „attische Urbanität“ finden. 
Auch bei uns würde sich der schlich- 
teste Mensch scheuen, in ähnlichem 
Falle etwa das Wort „Scharfrichter* 
in den Mund zu nehmen. . 

Kap. 9. Die Darstellungist leben- 
dig durch die Art und Weise, in 
welcher der Beweis geführt wird. 
Sokrates stellt zuerst scheinbar ein 
Paradoxon auf: ὃ φιλόσοφος οὐδὲν 
ἄλλο ἐπιτηδεύει ἢ ἀποϑνήσχειν 
τε χαὶ τεϑνάναι --- und knüpft an 
diesen auf den ersten Blick für jeden 
verständigen Menschen wunder- 
lichen Satz die Folgerung: „also 
darf der Philosoph sich auch nicht 
grämen, wenn es gilt zu sterben.“ 
Simmias falst den Gedanken dann 
auch als ein Paradoxon auf; er 
mufs darüber lachen, so wenig er 
zum Lachen geneigt ist; er versetzt 
sich unwillkürlich in die Gedanken- 


r @AIAQN. 19 


οὖν τοῦτο ἀληϑές, ἄτοπον δήπου av Ein προϑυμεῖσϑαι 
μὲν ἐν παντὶ τῷ βίῳ μηδὲν ἄλλο ἢ τοῦτο, ἥκοντος δὲ δὴ 
αὐτοῦ ἀγανακτεῖν, ὃ πάλαι προεϑυμοῦντό τε χαὶ ἐγυδτή- 
δευον». καὶ ὃ Σιμμίας γελάσας Νὴ τὸν Δία, ἔφη, ὦ Σώ- 
χρατες, οὐ πάνυ γέ με νῦν δὴ γελασείοντα ἐττοίησας γελά- 
σαι. οἶμαι γὰρ ἂν δὴ τοὺς πολλοὺς αὐτὸ τοῦτο ἀχούσαν- 
τας δοχεῖν εὖ σιάνυ εἰρῆσϑαι εἰς τοὺς φιλοσοφοῦντας καὶ 
ξυμφάναι ἂν τοὺς μὲν παρ᾽ ἡμῖν ἀνθρώπους καὶ στάνγυ, 
ὅτι τῷ ὄντι οἱ φιλοσοφοῦντες ϑανατῶσι χαὶ σφᾶς γε οὗ 
λελήϑασιν ὅτι ἄξιοί εἶσι τοῦτο πάσχειν. Καὶ ἀληϑῆ γ᾽ ἂν 
λέγοιεν, ὦ Σιμμία, χίλήν γε τοῦ σῳᾶθ μὴ λεληϑέναι. λέ- 
ληϑεὲ γὰρ αὐτοὺς ἡ τε ϑανατῶσι χαὶ ἡ ἄξιοί εἰσι ϑανά- 
του χαὶ οἵου ϑανάτου οἱ ὡς ἀληϑῶς φιλόσοφοι. εἴπωμεν 
γάρ, ἔφη, πρὸς ἡμᾶς αὐτούς, χαίρειν εἴποοντες ἐχείνοις" 
ἡγούμεϑά τι τὸν ϑάνατον εἶναι; Πάνυ γε, ἔφη ὑττολαβὼν 
ὃ Σιμμίας. Agua μὴ ἄλλο τι ἢ τὴν τῆς ψυχῆς ἀττὸ τοῦ 
σώματος ἀπαλλαγήν; καὶ εἶναι τοῦτο τεϑνάναι, χωρὶς μὲν 
ἀπὸ τῆς ψυχῆς ἀπταλλαγὲν αὐτὸ χαϑ' αὑτὸ τὸ σῶμα γεγο- 
vevat, χωρὶς δὲ τὴν ψυχὴν ἀχὸ τοῦ. σώματος ἀτεαλλαγεῖς- 
σαν αὐτὴν χαϑ'᾽ αὑτὴν εἶναι; ἀρα μὴ ἄλλο τι ὃ ϑάνατος 
ἢ τοῦτο; Οὔκ, ἀλλὰ τοῦτο, ἔφη. Σχέψαι δή, ὦ ἀγαϑέ, 
ἐὰν ἄρα χαὶ σοὶ ξυνδοχ ἅπερ χαὶ ἐμοί. Ex γὰρ τούτων 
μᾶλλον οἶμαι ἡμᾶς εἴσεσϑαι τεερὶ ὧν σχοττοῦμεν. φαίνεταί 
σοι φιλοσόφου ἀνδρὸς εἶναι ἐσττουδακέναι τιερὶ τὰς ἣδο- 


sphäre des gewöhnlichen Mannes 
(οἱ πολλοί) und spricht aus die- 
ser heraus im Sinne dieser Leute: 
„Also haben die Leute bei uns (οἵ 
παρ᾽ ἡμῖν ἄνϑρωποι sind nicht 
die Leute in Theben oder die in 
Athen, sondern vielmehr die in 
Hellas; denn man urteilte überall 
nicht günstig über die Philosophen, 
sondern hielt sie für Tagediebe), 
also haben die Leute recht, wenn 
sie höhnend sagen: die Philoso- 
phen sehnen sich nach dem Tode, 
und wir wissen, dafs sie ihn ver- 
dient haben.“ Sokrates knüpft nun 
an einen Ausdruck des Simmias, 


an das σφᾶς γε οὐ λελήϑασιν an 
mit der logischen Beweisführung, 
deren Gang ist: „der Tod ist die 
Trennung der Seele und des Leibes. 
Der Philosoph bemüht sich sein 
Leben hindurch möglichst frei vom 
Körper zu sein. Also darf er sich 
nicht bekümmern, wenn die Stun- 
de der vollen Befreiung der Seele 
schlägt.“ Die Beweisführung wird 
in Sokratischer Weise im lebendigen 
Dialog gegeben. Sokratisch ist auch 
die Breite, mit welcher die Beispiele 
eingeleitet und durchgeführt wer- 
den. Dahin gehören die Worte: 
σχέψαι δή — περὶ ὧν σκοποῦμεν, 


42} 


20 DAATQNOL . 


vag χαλουμένας Tag τοιάσδε, οἷον σίτων τε χαὶ ττοτῶν; 
Ἥκιστά γε, ὦ Σώχρατες, ἔφη 6 Σιμμίας. Τί δέ; τὰς τῶν 
ἀφροδισίων; Οὐδαμῶς. Τί δέ; τὰς ἄλλας τὰς περὶ τὸ 
σῶμα ϑεραπείας δοκεῖ σοι ἐντίμους ἡγεῖσθαι ὃ τοιοῦτος; 
οἷον ἱματίων διαφερόντων χτήσεις χαὶ ὑποδημάτων καὶ 
τοὺς ἄλλους καλλωχιισμοὺς τοὺς zregl τὸ σῶμα πότερον 
τιμᾶν σοι δοκεῖ 1 ἢ) ἀτιμάζειν, καϑ' ὅσον μὴ πολλὴ ‚wwayen 
μδτέχειν αὐτῶν; Arıualeıv ἔμοιγε δοχεῖ, ἔφη, 0. γε ὡς 
ἀληϑῶς φιλόσοφος. Οὐκοῦν ὅλως δοχεὶῖ σοι, ἔφη, ἢ τοῦ 
τοιούτου πραγματεία οὐ περὶ τὸ σῶμα εἶναι, ἀλλὰ χαϑ'᾽ 
ὅσον δύναται ἀφεστάναι αὐτοῦ, πρὸς δὲ τὴν ψυχὴν τετρά- 
φϑαι; Ἔμοιγε. Ao’ οὖν πρῶτον μὲν ἐν τοῖς τοιούτοις δὴῆ- 
λός. ἐστιν ὃ φιλόσοφος ἀττολύων ὅ τι μάλιστα τὴν ψυχὴν 
ἀπὸ τῆς τοῦ σώματος χοινωνίας διαφερόντως τῶν ἄλλων 
ἀνϑρώττων; Φαίνεται. Kai δοχεῖ γέ που, ὦ Σιμμέα, τοῖς 
πολλοῖς ἀνθρώποις, ᾧ μηδὲν ἡδὺ τῶν τοιούτων μηδὲ με- 
τέχει αὐτῶν, οὐκ ἄξιον εἶναι ζῆν, ἀλλ᾽ ἐγγύς τι τείνειν 
τοῦ τεϑνάναι ὃ μηδὲν φροντίζων τῶν ἡδονῶν αὲ διὰ τοῦ 
σώματός εἶσιν. Πάνυ μὲν οὖν ἀληϑὴ λέγεις. 

10. Τί δὲ δὴ περὶ αὐτὴν τὴν τῆς φρονήσεως χτῆσιν; 
πότερον ἐμτιόδιον τὸ σῶμα ἢ οἵ, ἐάν τις αὐτὸ ἐν τῇ ζη- 
τήσει χοινωγὸν συμιταραλαμβάνῃ; οἷον τὸ τοιόνδε λέγω: 
ἀρα ἔχει ἀλήϑειάν τινα ὄψις ve καὶ ἀχοὴ τοῖς ἀνθρώποις. 


die Zerlegung der περὶ To σῶμα 
ϑεραπεία! in die‘ ἱματίων διαφερόν- 
των κτήσεις καὶ ὑποδημάτων καὶ 
τοὺς ἄλλους χαλλωπισμούς, der 
Schlufssatz des Kapitels, welcher 
das zustimmende φαίνεξαιε des Sim- 
mias ausführt: χαὲ δοχεῖ γέ που 
τοῖς πολλοῖς ἀνθρώποις KT. 
Auffällig ist die besondere Erwäh- 
nung der ὑποδήματα, neben den 
ἱμάτια διαφέροντα, eines einzigen 
Speziellen neben dem Allgemeinen. 
In der Erwähnung der Schuhfrage, 
wie wir wohl sagen würden, liegt 
ein Scherz. Während man sonst 
in Athen viel Wert auf gutes Schuh- 
werk legte und damit eine Art Luxus 


trieb, trug Sokrates und mit ihm 
manch anderer Philosoph keine 
Schuhe: scherzend deutet er nun 
hier an, dals der Philosoph erhaben 
sei über die Liebe zum Schuhwerk. 

In den letzten W, ist ᾧ under 
ἡδὺ τῶν τοιούτων μηδὲ μετέχει 
αὐτῶν nach griechischer Gewohn- 
heit, die sich schon bei Homer fin- 
det, gesagt für das grammatisch 
richtige καὶ ὃς μὴ μετέχει αὐτῶν. 

Kap. 10. Wie der sinnliche Trieb 
als vom Körper ausgehend — so 
schliefst Sokrates weiter — die 
Seele fesselt, so nützt ihr das kör- 
perliche Organ, das Auge, das Ohr 
u.s. w. nichts zur Erkenntnis, son- 


ΦΑΙΔΩΝ. 21 


ὃν 
N τά 7ὲ τοιαῦτα χαὶ οἱ womrei ἡμῖν ἀεὶ ϑρυλοῦσιν, -ὅτι 


οὔτ᾽ ἀχούομεν ἀχριβὲς οὐδὲν οὔτε δρῶμεν; καίτοι εἶ αὗται 
τιῦν Τεερὶ τὸ σῶμα αἰσϑήσεων μὴ ἀκριβεῖς εἰσι μηδὲ σα- 
φεῖς, σχολῇ al γε ἄλλαι" πᾶσαι γάρ που τούτων φαυλό- 
τεραί εἶσιν" ἤ σοι οὐ δοκοῦσιν; Πάνυ μὲν οὖν, ἔφη. Πότε 
ον. n δ᾽ ὅς, N ψυχὴ τῆς ἀληϑείας αηίτεται; ὅταν μὲν 
γὰρ μετὰ τοῦ σώματος ἐτειχειρῇ τι σχοττεῖν, δῆλον ὅτι τότε 
ἐξαπτατᾶται ὑπ αὐτοῦ. ᾿1ληϑῆ λέγεις. Ag οὖν οὐχ ἐν 
τῷ λογέζεσϑαι, εἴπερ. που ἄλλοϑι, κατάδηλον αὐτῇ γίγνε- 
ταί τι τῶν ὄντων; Ναί. “Ζογίζεται δέ γέ που τότε κάλ- 
λιστα, ὅταν μηδὲν τούτων αὐτὴν τεαραλυττῇ, μήτε ἀκοὴ 
μήτε ὄψις μήτε ἀλγηδὼν μηδέ τις ἡδονή, ἀλλ᾽ τι μά- 
λιστα αὐτὴ καϑ᾽ αὑτὴν γίγνηται ξῶσα χαίρειν τὸ σῶμα, 
χαὶ καϑ' ὅσον δύναται μὴ κοινωνοῦσα αὐτῷ μηδ᾽ ἅτετο- 
μένη ὀρέγηται τοῦ ὄντος. Ἔστι ταῦτα. Οὐχοῦν χαὶ ἐν- 
ταῦϑα ἡ τοῦ φιλοσόφου ψυχὴ μάλιστα ἀτιμάζει τὸ σῶμα 


> 2 2 » 
καὶ φεύγει ar αὑτοῦ, 
σϑαι; Φαίνεται. 


dern hemmt die Erkenntnis und führt 
sie irre, einmal ὃ ὅτι οὔτε ἀκούομεν 
ἀκριβὲς οὐδὲν οὔτε ὁρῶμεν, so- 
dann, weil wir mittels der Sinne 
das Wesen keines Dinges (τὸ ὄν, 
τὴν οὐσίαν) fassen, endlich, weil 
zur Erkenntnis der Begrifle (τὰ ὃν- 
ta, ἡ οὐσία) nur die διάνοια führt, 
der geistige Sinn, wenn ich so sagen 
darf. Der ‚Hauptbegriff dieses Ka- 
pitels, φρόνησις, erklärt sich wohl 
am besten aus den Worten des So- 
krates selbst. Das Wort bedarf, 
um richtig aufgefalst zu werden, 
eines Objekts oder eines Epithetons, 
wie es in der ersten Silbe des Kom- 
positums σωφροσύνη enthalten ist. 
Hier giebt, glaube ich. das Objekt 
Sokrates selbst in den W.: ὡς τα- 
ράττοντος χαὶ οὐχ ἐῶντος τὴν 
wwynv χκτήσασϑαι ἀλήϑειάαν τε 
zul φρόνησιν i. 6. ἀληϑείας 


ΩΣ \ Di N > ER , 
ζητεῖ δὲ αὑτὴ καϑ' αὑτὴν yiyve- 
, Dr \ x ᾽ὔ 3 ’, ὡ , 
Τί δὲ δὴ τὰ τοιάδε, ὦ Σιμμία; φαμέν 
5 N θυ. αἷς Ὁ 2. \ , \ ᾽ 
τι εἰναι δίχαιον αὑτὸ ἢ οὐδέν; Φαμὲν uw vn Jia. 
χαλόν γέ τι χαὶ ἀγαϑόν; Πῶς δ᾽ οὔ 


Καὶ 
; Ἤδη οὖν πώποτέ 


ὄνησιν. Poovnoıs ist die Er- 
RE der er des Seien- 
den, des Begriffes: der Deutsche 
sagt auch, ohne ein Objekt hinzu- 
zufügen, Erkenntnis. 

Zu den W. τὰ τοιαῦτα χαὶ οἱ 
ποιηταὶ ϑρυλοῦσι sagt Stallbaum:: 
Olympiodorus: ποιητὰς λέγει Παρ- 
μενίδην, Ἐμπεδοκλέα, Ἐπ χαρμον᾽ 
οὗτοι γὰρ οὐδὸν ἀχριβὲς λέγον. 
σιν εἰδέναι τὴν αἴσϑησιν, καϑά- 
TTEO ᾿Επίχαρμός φησι" νοῦς δρᾷ 
χαὶ νοῦς ἄκχοῦει, τὰ δ᾽ ἄλλα πάντα 
χωφὰ καὶ τυφλά. Die älteren vor- 
sokratischen Philosophen gaben 
ihre Gedanken oft in gebunde- 
ner Rede, so Parmenides u. a., 80- 
dafs sie deshalb Sokrates Dichter 
nennt. 

Für das ὅταν μηδὲν τούτων av- 
τὴν παραλυπῇ sagen wir auch: 
wenn nichts davon sie trübt. 


22 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


τι τῶν τοιούτων τοῖς ὀφϑαλμοῖς εἶδες; Οὐδαμῶς, ἡ δ᾽ ὅς. 
AAN ἄλλῃ τινὶ αἰσϑήσει τῶν διὰ τοῦ σώματος ἐφήψω 
αὐτῶν; λέγω δὲ zregi ττάντων, οἷον μεγέϑους ττέρι, ὑγιξίας, 
ἰσχύος, καὶ τῶν ἄλλων Evi λόγῳ ἁπάντων τῆς οὐσίας, ὃ 
τυγχάνει ἕχαστον ὄν" ἀρα διὰ τοῦ σώματος αὐτῶν τἀλη- 
ϑέστατον ϑεωρεῖται, ἢ ὧδ᾽ ἔχει" ὃς ἂν μάλιστα ἡμῶν χαὶ 
ἀκριβέστατα παρασχευάσηται αὐτὸ ἕχαστον διανοηϑῆναι 
zregl οὗ σχοχιεῖ, οὗτος ἂν ἐγγύτατα ἴοι τοῦ γνῶναι ἕχα- 
στον; Πάνυ μὲν our. Ao’ οὖν ἐκεῖνος ἂν τοῦτο ποιήσειε 
χαϑαρώτατα, ὅστις ὃ τι μάλιστα αὐτῇ τῇ διανοίᾳ ἴοι ἐφ᾽ 
ἕχαστον, μήτε τὴν ὄψιν τταρατιϑέμενος ἐν τῷ διανοεῖσϑαι 
μήτε τινὰ ἄλλην αἴσϑησιν ἐφέλκων μηδεμίαν μετὰ τοῦ λο- 
γισμοῦ, ἀλλ᾽ αὐτῇ χαϑ'᾽ αὑτὴν εἱλιχρινεῖ τῇ διανοίᾳ χρώ- 
μενος αὐτὸ καϑ᾽ αὑτὸ εἱλικρινὲς ἕχαστον ἐπιχειροῖ ϑη- 
ρεύειν τῶν ὄντων, ἀτιαλλαγεὶς ὃ τι μάλιστα ὀφϑαλμῶν 
τε χαὶ WTWV Kal ὡς ἔπος εἰπεῖν ξύμπαντος τοῦ σώματος, 
ὡς ταράττοντος χαὶ οὐχ ἐῶντος τὴν ψυχὴν κτήσασϑαι ἀλή- 
ϑειάν τὲ καὶ φρόνησιν, ὅταν κοινωνῇ, ἀρ᾽ οὐχ οὗτός ἐστιν, 
ὠ Σιμμία, εἴττερ τις χαὶ ἄλλος, ὃ τευξόμενος. τοῦ ὄντος: 
Ὑπερφυῶς, ἔφη ὃ “Σιμμίας, ὡς ἀληϑὴ λέγεις, w Σώχρατες. 

11. Οὐχοῦν ἀνάγχη, ἔφη, ἐχ πτάντων τούτων παρίστα- 
σϑαι δόξαν τοιάνδε τινὰ τοῖς γνησίως φιλοσόφοις, ὥστε 


Kap. 11. Die nächsten drei Ka- 
pitel bieten ein Beispiel jener Art 
von Beweisführung, welche Sokra- 
tes im Symposion scherzend die 
der τέλειοι σοφισταί, der vollkom- 
menen Schulmeister nennt. Die 
Darstellung hat etwas behaglich 
Breites, und es ist charakteristisch, 
dafs nicht der schärfere Kopf Kebes 
dem Sokrates erwidert, sondern 
dafs die Rede vielmehr an den et- 
was langsameren Simmias gerichtet 
ist; Simmias ist es ausschlielslich, 
dessen Namen Sokrates nennt (wäh- 
rend er früher Simmias und Kebes 
zu nennen pflegte) und der ihm 
die bestätigenden Antworten giebt. 

Sokrates sagt: der Philosoph 
mufs sich auf den Tod freuen, weil 


er durch ihn ein ἀπαλλαττόμενος 
τῆς τοῦ σώματος πφροσύνης und 
dadurch ein χαϑαρός wird, der nun 
die Wahrheit rein zu erfassen fähig 
ist. Während des- Lebens hemmt 
ihn die ϑεραπεία τοῦ σώματος, 
der Dienst des Körpers, seine Pflege, 
die einmal durch die ἀναγχαία 
τροφή und durch die νόσοι her- 
vorgerufen wird, also in diesem 
Fall nicht tadelnswert ist, sodann 
aber auch bedingt wird durch pAve- 
ole πολλή, wie die ἔρωτες und 
ἐπιϑυμίαι und φόβοι und (andere) 
εἰδωλα παντοδαπά, sodann ‚aber 
hauptsächlich durch die χρημάτων 
χτῆσις, welche Kriege u, s. w. ver- 
anlalst, 

Das docierende Moment tritt her- 


ΦΑΙΔΩΝ. 23 


καὶ τιρὸς ἀλλήλους τοιαῦτ᾽ ἄττα λέγειν, ὅτι κινδυνεύει 
τοι ὥσττερ ἀτρατυός τις [ἡμᾶς] ἐκφέρειν μετὰ τοῦ λόγου 
& τῇ σκέψει, ὅτε, ἕως ἂν τὸ σῶμα ἔχωμεν χαὶ ξυμστε- 
φυρμένη ἢ ἡμῶν N ψυχὴ μετὰ τοῦ τοιούτου χαχοῦ, οὐ μή 
ICOTE κτησώμεϑα ἱχανῶς οὗ ἐπιϑυμοῦμεν" φαμὲν δὲ τοῦτο 
εἶναι τὸ ἀληϑές. μυρίας μὲν γὰρ ἡμῖν ἀσχολίας παρέχει τὸ 
σῶμα διὰ τὴν ἀναγχαίαν τροφήν" ἔτι δὲ ἂν τινες νόσοι 
χεροστιέσωσιν, ἐμποδίζουσιν ἡμῶν τὴν τοῦ ὄντος ϑήραν. 
ἐρώτων δὲ καὶ ἐπιϑυμιῶν χαὶ φόβων χαὶ εἰδώλων zravro- 
δαπτῶν χαὶ φλυαρίας ἐμπιίτελησιν ἡμᾶς πολλῆς, ὥστε τὸ 
λεγόμενον ὡς ἀληϑῶς τῷ ὄντι ὑτι᾿ αὐτοῦ οὐδὲ φρονῆσαι 
ἡμῖν ἐγγίγνεται οὐδέττοτε οὐδέν. χαὶ γὰρ πολέμους καὶ 
στάσεις χαὶ μάχας οὐδὲν ἄλλο παρέχει ἢ τὸ σῶμα καὶ αἱ 
τούτου ἐπιϑυμίαι. διὰ γὰρ τὴν τῶν χρημάτων χτῆσιν srav- 
τὲς οἱ πόλεμοι ἡμῖν γίγνονται, τὰ δὲ χρήματα ἀναγχαζό- 
μεϑα χτᾶσϑαι διὰ τὸ σῶμα, δουλεύοντες τῇ τούτου ϑερα- 
eig‘ καὶ ἐχ τούτου ἀσχολίαν ὁ ἄγομεν φιλοσοφίας πέρι διὰ 
χπιάντα ταῦτα. τὸ δ᾽ ἔσχατον γάντων ὅτι, ἐάν τις: ἡμῖν 
χαὶ σχολὴ γένηται ar αὐτοῦ καὶ τραπώμεϑα πρὸς τὸ 
σχοτιεῖν τι, ἐν ταῖς ζητήσεσιν αὖ :τανταχοῦ :ταρατεῖπτον 
ϑόρυβον 7ταρέχει χαὶ ταραχὴν χαὶ ἐχτιλήττει, ὥστε un δύ- 
γασϑαι ὑπ αὐτοῦ χαϑορᾶν τἀληϑές, ἀλλὰ τῷ ὄντι ἡμῖν 
δέδειχται ὅτι, εἰ μέλλομέν more χαϑαρῶς τι εἴσεσϑαι, 
ἀτιαλλαχτέον αὐτοῦ χαὶ αὐτῇ τῇ ψυχῇ ϑεατέον αὐτὰ τὰ 
γιυράγματα᾽ nal τότε, ὡς ἔοικεν, ἡμῖν ἔσται οὗ ἐπιϑυμοῦ- 


vor in bildlichen Ausdrücken, wie 
χινδυνεύει ὥσπε ἀτραπός τις 
(„ein schmaler Pfad« 7 ἐχφέρειν (wir 
sagen auch: wohinaus Jührt das?), 
ξυμπεφυρμένη ἢ ἡ ψυχή, dov- 
λεύειν τῇ ϑεραπείᾳ, in den Häu- 
fungen im Ausdruck, die das Be- 
streben, recht deutlich zu reden, 
hervorruft, wie ἔχωμεν καὶ ξυμ. 
πεφυρμένη, ἡ, ἐρώτων χαὶ ἐπιϑυ- 
μιῶν καὶ φόβων zul εἰδώλων παν- 
τοδαπῶν, pas zul στάσεις 
zul μάχας, 9 ὄρυβον παρέχει καὶ 
ταραχὴν καὶ ἐχπλήττει u, ἃ., in 
dem fihrweis auf bereits Gesagtes: 


avayın ἐκ πάντων τούτων πα- 
ρίστασϑαι δόξαν τοιάνδε τινὰ 
τοῖς χνησίοις φιλοσόφοις und ταῦ- 
τα οἰμαι ἀναγχαῖον εἶναι δοξά- 
ζειν πάντας τοὺς ὀρϑῶς φιλομα- 
ϑεῖς U. 8. W. 

Die Worte οὐδὲ φρογῆσαι ἡμῖν 
ἐγγίγνεται οὐδέποτε οὐδὲν heilsen 
wohl nicht „man kann gar nicht 
zur Besinnung kommen“ (Wohl- 
rab), sondern φρονεῖν korrespon- 
diert mit φρόνησις, ἀφροσύνη und 
die Stelle heifst: „wir sind nicht 
imstande irgendetwas jemals zu er- 
kennen,“ 


«--- ne Am 


et 


— 


ἢ} 
Bi 
Ν 

ΠῚ 
' ! 
᾿ ἢ 
ἢ 
Π 
ἢ 
f 
Ἰ 


β 


= a ee 
m unge 


24 IAATQNOE 


μέν τὲ καί φαμὲν ἐρασταὶ εἶναι, φρονήσεως, Erreıdav τε- 
λευτήσωμεν, ὡς ὃ λόγος σημαίνει, ζῶσι δὲ οὔ. εἰ γὰρ μὴ 
οἷόν τὲ μετὰ τοῦ σώματος μηδὲν καϑαρῶς γνῶναι, δυοῖν 
ϑάτερον, ἢ οὐδαμοῦ ἔστι χτήσασϑαι τὸ εἰδέναι ἢ τελευ- 
τήσασι" τότε γὰρ αὐτὴ χαϑ' αὑτὴν ἔσται ἡ ψυχὴ χωρὶς 
τοῦ σώματος, τιρότερον δ᾽ οὔ. χαὶ ἐν ᾧ ἂν ζῶμεν, οὕτως, 
ὡς ἔοικεν, ἐγγυτάτω ἐσόμεϑα τοῦ εἰδέναι, ξὰν ὅ τε μάλιστα 
μηδὲν ὁμιλῶμεν τῷ σώματι μηδὲ χοινωνῶμεν, ὃ τε μὴ 
"ἄᾶσα ἀνάγχη, μηδὲ ἀνατειμτιλώμεϑα τῆς τούτου φύσεως, 
ἀλλὰ καϑαρεύωμεν ἀτ αὐτοῦ, ἕως ἂν ὃ ϑεὸς αὐτὸς ἀπτο- 
λύσῃ ἡμᾶς" χαὶ οὕτω μὲν καϑαροὶ ἀτεαλλαττόμενοι τῆς 
τοῦ σώματος ἀφροσύνης, ὡς τὸ εἶχός, μετὰ τοιούτων TE 
ἐσόμεϑα καὶ γνωσόμεϑα δι᾿ ἡμῶν αὐτῶν πᾶν τὸ εἱλεκρινές " 
τοῦτο δ᾽ ἐστὶν ἴσως τὸ ἀληϑές. μὴ καϑαρῷ γὰρ χαϑαροῦ 
ἐφάπτεσϑαι. μὴ οὐ ϑεμιτὸν ἢ. τοιαῦτα οἶμαι, ὦ Σιμμία, 
ἀναγχαῖον εἶναι πρὸς ἀλλήλους λέγειν τε χαὶ δοξάζειν 
πάντας τοὺς ὀρϑῶς φιλομαϑεῖς" ἢ οὐ δοχεῖ σοι οὕτως; 
Παντός γε μᾶλλον, ὦ Σώχρατες. 

12. Οὐχοῦν, ἔφη ὃ Σωχράτης, εἰ ταῦτ᾽ ἀληϑῆ. 
ἑταῖρε, πολλὴ ἐλπὶς ἀφιχομένῳ ol ἐγὼ πορεύομαι. ἐχεῖ 
ixavog, εἴττερ mov ἄλλοϑι, χτήσασϑαι τοῦτο οὗ ἕνεχα ἡ 
πολλὴ πραγματεία ἡμῖν Ev τῷ τιαρελϑόντε βίῳ γέγονεν, 
ὥστε N γε ἀποδημία ἢ νῦν μοι προστεταγμένη μετὰ ἀγα- 
ϑῆς ἐλπίδος ) γίγνεται χαὶ ἄλλῳ ἀνδρί, ὃς ἡγεῖταί οἱ τεαρε- 
σχευάσϑαι ὧν διάνοιαν ὥσπερ κεχαϑαρμένην. Πάνυ μὲν 
οὗν, ἔφη. ὃ Σιμμίας. ᾿Κάϑαρσις δὲ εἶναι ἄρα οὐ τοῦτο ξυμ- 
βαίνει, ὅπερ πάλαι ἐν τῷ λόγῳ λέγεται, τὸ χωρίζειν 6 τι 
μάλιστα ἀπὸ τοῦ σώματος τὴν ψυχὴν καὶ ἐϑέσαε αὐτὴν 
χαϑ᾽ αὑτὴν πανταχύϑεν dx τοῦ σώματος συναγείρεσϑαί 
τὲ χαὶ ἀϑροίζεσϑαι, καὶ οἰχεῖν χατὰ τὸ δυνατὸν χαὶ ἐν τῷ 
γῦν παρόντι χαὶ ἐν τῷ ἔπειτα μόνην χαϑ᾽ αὑτήν, ἐχλυο- 
μένην ὥστιερ ἐκ δεσμῶν ἐχ τοῦ σώματος; Πάνυ μὲν οὖν, 

Kap. 12. Der Gedanke des Ka- haben von dem Einflusse des Kör- 
pihels ist: Es ist ein γελοῖον, wenn pers, es schmerzlich empfinden wol- 


enschen, die ihr Leben hindurch len, wenn die χάϑαρσις, die λύσις 
sich möglichst frei zu halten gesucht endlich eintritt; und es ist ein «Ao- 


- 


ΦΑΙΔΩΝ. 25 


ἔφη. Οὐχοῦν τοῦτό γε ϑάνατος ὀνομάζεται, λύσις χαὶ 
χωρισμὸς ψυχῆς ἀπὸ σώματος; Παντάπασί γ᾽; ῃ δ᾽ ὃς. 
Aveıy δέγε αὐτήν, ὥς φαμεν, πιροϑυμοῦνται ael μάλιστα 
χαὶ μόνοι οἵ φιλοσοφοῦντες ὀρϑῶς, καὶ τὸ μελέτημα αὐτὸ 
τοῦτό ἔστε τῶν φιλοσόφων, λύσις καὶ χωρισμὸς ψυχῆς 
ἀπτὸ σώματος, ἢ οὔ; Φαίνεται. Οὐχοῦν, ὅττερ ἐν ἀρχῇ ἔλε- 
γον, γελοῖον ἂν εἴη ἄνδρα παρασχευάζονθ᾽ Eavrov Ev τῷ 
βίῳ ὅ τι ἐγγυτάτω ὄντα τοῦ τεϑνάναι οὕτω ζῆν, rare 
ἥκοντος αὐτῷ τούτου ἀγαναχτεῖν; οὐ γελοῖον; Πῶς δ᾽ οὔ; 
Τῷ ὄντι ἄρα, ἔφη, ὦ Σιμμία, οἱ ὀρϑῶς φιλοσοφοῦντες 
ἀποϑγήσχειν μελετῶσι, καὶ τὸ τεϑνάναι ἡκιστ᾽ αὐτοῖς ἀν- 
ϑρώπων φοβερόν. 

Ἔχ τῶνδε δὲ σχότεει" εἰ γὰρ διαβέβληνται μὲν τεαν- 
ταχῇ τῷ σώματι, αὐτὴν δὲ καϑ' αὑτὴν ἐπιϑυμοῦσι τὴν 
ψυχὴν ἔχειν, τούτου δὲ γιγνομένου εἰ φοβοῖντο καὶ aya- 
γαχτοῖεν, οὐ ττολλὴ ἂν ἀλογία εἴη, εἰ μὴ ἄσμενοι ἐχεῖσε 
ἴοιεν, οἵ ἀφικομένοις ἐλγείς ἐστιν οὗ διὰ βίου ἤρων τυ- 
χεῖν" ἤρων δὲ φρονήσεως" ᾧ TE διεβέβληντο, τούτου arenl- 
λάχϑαι ξυνόντος αὐτοῖς; ἢ ἀνϑρωτείνων μὲν “ταιδιχῶν χαὶ 
γυναιχῶν χαὶ υἱέων ἀτιοϑανόντων στολλοὶ δὴ ἑχόντες ἡϑέ- 
λησαν εἰς Audov ἐλϑεῖν, ὑττὸ ταύτης ἀγόμενοι τῆς ἐλστί- 
δος, τῆς τοῦ ὄψεσϑαί τε ἐχεῖ ὧν ἐτεεϑύμουν καὶ ξυνέσε- 
Fa‘ φρογήσεως δὲ ἄρα τις τῷ ὄντι ἐρῶν, χαὶ λαβὼν 
σφόδρα τὴν αὐτὴν ταύτην Ehrcida, μηδαμοῦ ἄλλοϑι ἐντεύ- 
ξεσϑαι αὐτῇ ἀξίως λόγου ἢ ἐν Ἅιδου, ἀγαναχτήσει re 
ἀποϑνήσχων καὶ οὐχ ἄσμενος εἶσιν αὐτόσε; οἴεσϑαί γε χρή, 


ov, wenn der, welcher sein Leben 

ang ein ἐρῶν φρονήσεως gewesen 
ist, ungern in das Jenseits hinüber- 
gehen wollte, wo doch allein seine 
Liebe Befriedigung finden kann. 

Die Lebendigkeit des Docieren- 
den charakterisieren vornehmlich 
die Fragen, mit denen er seinen 
Vortrag unterbricht, die Zustim- 
mung des Zuhörers heischend: 7 
οὔ; οὐ γελοῖον; oder die fragende 
Form, in welche er seine Behaup- 
tungen kleidet. Die doeierende Breite 


kennzeichnet wieder eine gewisse 
Fülle des Ausdrucks συναγείρε- 
σϑαί τε καὶ ἀϑροίζεσϑαι, „er τῷ 
νῦν παρόντι καὶ ἐν τῷ ἔπειτα, 
λύσις καὶ χωρισμὸς ψυχῆς ἀπὸ 
σώματος, ἀγαναχτήσει ἀποϑνή- 
σχων zul οὐχ ἄσμενος εἶσιν 
αὐτόσε u. ἃ., sodann die Wieder- 
holung eben. ausgesprochener Ge- 
danken in weiterer Ausführung, „wie 
sie die Worte λύειν δέ γε αὐτὴν 
— χωρισμὸς ψυχῆς ἀπὸ σώμα- 
τος enthalten, da Wiederholung 


ΝΟΥ ΠΥ ne rn; en Te Du re ΓΤ ei ie 


26 HAATQNOL 


ἐὰν τῷ ὄντι γ᾽ ἢ, ὦ Eraige, φιλόσοφος" σφόδρα γὰρ αὐτῷ 
ταῦτα δόξει, μηδαμοῦ ἄλλοϑι καϑαρῶς ἐντεύξεσθαι φρο- 
γήσει ἀλλ᾽ ἢ ἐκεῖ. εἰ δὲ τοῦτο οὕτως ἔχει, 07780 ἄρτι Ehe- 
γον, οὐ πολλὴ av ἀλογία εἴη „ea NPmen τὸν ϑάνατον ὃ 
τοιοῦτος; Πολλὴ μέντοι vn 4έα, 2 δ᾽ ὃς 

13. Οὐχοῦν ἱκανόν σοι τεχμήριον, kon, τοῦτο ἀνδρὸς 
ὃν ἂν ἔδης ἀγαναχτοῦντα μέλλοντα ἀποϑανεῖσϑαι, ὅτι οὐχ 
ἄρ᾽ nv φιλόσοφος, ἀλλά τις φιλοσώματος; ὃ αὑτὸς δέ zcov 
οὗτος τυγχάνει ὧν καὶ φιλοχρήματος χαὶ φιλότιμος, ἤτοι 
τὰ ἕτερα τούτων 7 ἀμφότερα. Πάνυ, ἔφη, ἔχει eis ὡς 
λέγεις. 40° οὖν, ἔφη, ὦ Σιμμία, οὐ καὶ ἡ ὀγομαξ ζομένη 
ἀνδρεία τοῖς οὕτω διακειμένοις μάλιστα προσήχει; Πάν- 
τως δήπου, ἔφη. Οὐκοῦν καὶ ἡ σωφροσύνη, ἣν καὶ οἱ 7τολ- 
λοὶ ὀνομάζουσι σωφροσύνην, τὸ περὲ τὰς ἐπειϑυμίας μὴ 
ἑτυτοῆσϑαι, ἀλλ᾽ ὀλιγώρως ? ἔχειν καὶ κοσμίως, ao” οὐ τού- 
τοις μόνοις προσήκει τοῖς μάλιστα τοῦ σώματος ὀλιγω- 
ροῦσί τὲ nal ἐν «Φιλοσοφίᾳ ζῶσιν; Avayan, ἐ ἔφη. Εἰ γὰρ 
ἐθελήσεις, ἡ δ᾽ ὅς, ἐννοῆσαι ἐή» γε τῶν ἄλλων ἀνδρείαν τὲ 
χαὶ σωφροσύνην, δόξει σοι εἶναι ἄτοπος. Πῶς δή, ὦ Σώ- 
χρατες; Οἶσϑα, ἡ δ᾽ ὅς, ὅτι τὸν ϑάνατον ἡγοῦνται τιάντες 
οἱ ἄλλοι τῶν μεγάλων χακῶν εἶναι; Καὶ μάλα, ἔφη. Οὐ- 
einzelner Ausdrücke, wie des γε-ς. wähnt, bezweifle ich, weil mir der 
Aotov, der ἀλογία oder des gan- Gedanke genügt: wenn der ein- 
zen Ausdrucks οὐ πολλὴ ἂν ἀλογία fache Mensch schon sich nach dem 


ein, ferner der Hinweis auf bereits Hades sehnt, weil er dort den ver- 
Gesagtes, περ ἄρτι ἔλεγον u. ἃ. lorenen Freund, die Gattin, den Sohn 


Zu den Worten ἀνϑρωπίνων μὲν 
παιδικῶν x. τ. ὃ. bemerkt Stallb.: 
Commemorantur ἀνϑρώπινα παι- 
δικὰ da, ut deinde üis opponantur 
ἡ φρόνησις καὶ ἡ φιλοσοφία, quasi 
ϑεῖα παιδικά. Nam παιδικὰ inter- 
dum dici de rebus caris et ama- 
tis cuiuscunque generis adeoque 
de philosophia, docuit Merkland. 
Ob Wohlrab recht hat, wenn er in 
den Worten eine Anspielung auf 
die Sagen von Alkestis und Adme- 
tos, Orpheus und Eurydike, Achil- 
leus und Patroklos zu sehen glaubt, 
welche Plato im Symposion er- 


wiederzufinden hofft, um wieviel 
mehr mufs der Philosoph den Tod 
willkommen heilsen, der ihn der 

φρόνησις nähert, nach welcher er 
ὯΝ sein Leben lang gesehnt hat. 

Kap. 13. Der Hauptgedanke des 
Kapitels liegt in dem alten Orphi- 
schen Verse: σολλοὲ μὲν ναρϑη- 
χοφόροι, παῦροι dE τε βάχχοι 
„Thyrsosschwinger sind viel, doch 
wenige nur der Bacchanten’* Die 
Tugend dieser Welt und die gött- 
liche Tugend des Philosophen sind 
zweierlei. Die Männer der welt- 
lichen Tugend sind nur Thyrsos- 


ΦΑΙΔΩΝ. 7 


χοῦν φόβῳ μειζόνων κακῶν ὑττομένουσιν αὐτῶν οἱ ἀνδρεῖοι 
τὸν ϑάνατον, ὅταν ὑπομένωσιν; Ἔστι ταῦτα. Τῷ δεδιέναι 
ἄρα καὶ δέει ἀνδρεῖοί εἶσι τιάντες τελὴν οἱ φιλόσοφοι. 
χαίτοι ἄτοπτόν γε δέει. τινὰ καὶ δειλίᾳ ἀνδρεῖον εἶναι. Πάνυ 
μὲν οὖν. Τί δέ; οἱ κόσμιοι αὐτῶν οὐ ταὐτὸν τοῦτο στε- 
πόνϑασιν᾽ ἀκολασίᾳ τινὶ σώφρονές εἶσι; καίτοι φαμέν γέ 
που ἀδύνατον εἶναι, ἀλλ᾽ ὅμως αὐτοῖς συμβαίνει τούτῳ 
ὅμοιον εἶναι τὸ πάϑος τὸ τιερὶ ταύτην τὴν εὐήϑη σωφρο- 
σύνην᾽" φοβούμενοι γὰρ ἑτέρων 1 δονῶν στερηϑῆναι καὶ ἐπτι- 
ϑυμοῦντες ἐχείνων, ἄλλων ἀττιέχονται dre ἄλλων χρατούμε- 
γοι. καίτοι καλοῦσί γε ἀχολασίαν τὸ ὑττὸ τῶν ἡδονῶν 
ἄρχεσθαι" ἀλλ᾽ ὅμως ξυμβαίνει αὐτοῖς κρατουμένοις ὑφ᾽ 
ἡδονῶν χρατεῖν ἄλλων ἡδονῶν. τοῦτο δ᾽ ὅμοιόν ἐστιν ᾧ 
γῦν δὴ ἐλέγετο, τῷ τρότεον τινὰ δι᾿ ἀκολασίαν αὐτοὺς σε- 


σωφρονίσϑαι. Ἔοιχε γάρ. 


schwinger, sie scheinen nur tu- 
gendhaft; denn ihre Tugend ent- 
springt dem Eigennutz : sie gehen als 
ἀνδρεῖοι selbst inden Tod ; aber nur 
um einem schlimmeren Übel zu ent- 
gehen; sie meiden als σώφρονες 
die Sinnenlust; aber nur um einer 
grölseren Freude teilhaftig zu wer- 
den u. 5. w. Dagegen ist der Phi- 
losoph der wahre Anhänger des 
Dionysos; seine Tugend "ist die 
ἀρετὴ μετὰ φρονήσεως; er ist ein 
ἀνδρεῖος, ein σώφρων, ein δίχαιος 
u. 8. w., weil er glücklich ist in 
der Erkenntnis des Begriffes der 
ἀνδρεία, der σωφροσύνη, der δι- 
χαιοσύνη U. 8. W. — 

Das Schlufskapitel der Apologie 
ist reich mit jenem ruhigen, glück- 
lichen Humor durchsetzt, welcher 
sich durch den ganzen Dialog zieht 
und durch den Plato in so meister- 
hafter Weise das philosophische 
Glück der letzten Stunden des So- 
krates geschildert hat. Mit dem 
Gedanken, dafs die ἀνδρεία und 
die σωφροσύνη τῶν ἄλλων ein 
ἄτοπον sei, steigert er scherzend 
seine Urteile, die er eben über die 
ἀνδρεία und die σωφροσύνη τῶν 


Ὦ μαχάριε Σιμμία, μὴ γὰρ 


ἄλλων gefällt hat und denen Sim- 
mias, durch die Epitheta, welche 
Sokrates beiden Tugenden gegeben 
(ἡ ὀνομαζομένη «ἰνδρεία ‚und ἢ 
σωφροσύνη, ἣν οἱ πολλοὶ ὀνομά- 
ζουσι σωφροσύνην), verleitet, mit 
seinem πάντως δήπου und "dem 
ἀνάγκη ohne Vorbehalt beigestimmt 
hat. Simmias schlofs offenbar: die 
Tugend der Philosophen ist eine 
bessere, als die der anderen Men- 
schen, - aber eine Tugend ist die 
der anderen doch auch. Dem ab- 
schliefsenden Urteile des Sokrates, 
dafs sie ein ἄτοπον sei, steht er 
ratlos gegenüber und mufs fragen: 
πῶς δή. ὦ Σώχρατες; Und nun 
erhält er als Antwort die dem Ge- 
danken wie der Form nach frappie- 
renden Worte: ö ἀνδρεῖος δέει τινὶ 
ἀνδρεῖος ἐστὶ und οἱ κόσμιοι axo- 
λασίᾳ τινὶ σώφρονές εἰσίν. Er ist 
überrascht durch Sokrates’ Satz, und 
seine nächste Zustimmung geht des- 
halb auch ‚nicht bis zu einem σπάν- 
τως oder ἀνάγχη, sondern er sagt, 
etwas befangen: ξοιχε γάρ. Darauf 
preist ihn dann Sokrates scherzend 
mit dem οὐ μαχάριξ „o seliger 
Simmias“ und mit der mit ‚der Wort- 


, ἡπἀπὀππσππππππσππ π πνπασασσσνπσνν να νμννννννουνονυννμννμνονεκοι τὰς“ .ΦὖῸπ e 
28 ΠΑΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


οὐχ αὕτη ἡ ἡ ὀρϑὴ τιρὸς ἀρετὴν ἀλλαγή, ἡδονὰς πρὸς ἧδο- 
νὰς χαὶ λύπας πρὸς λύτιας χαὶ φόβον τερὸς φόβον χαταλ- 
λάττεσϑαι, xal μείξω πρὸς ἐλάττω, ὥσπερ, νομίσματα, 
ἀλλ᾽ ἢ ἐχεῖνο μόνον τὸ γόμισμα ὀρϑόν; av” οὗ δεῖ arcavra 
ταῦτα χαταλλάττεσϑαι, φρόνησις, καὶ τούτου μὲν πάντα 
χαὶ μετὰ τούτου ὠνούμενά TE καὶ “ειτερασχόμενα τῷ ὄντι 
ἢ καὶ ἀνδρεία καὶ σωφροσύνη καὶ δικαιοσύνη χαὶ ξυλλή- 
βδὴν ἀληϑὴς ἀρετὴ μετὰ φρονήσεως, καὶ προσγιγνομένων 
χαὶ ἀττογιγνομένων χαὶ ἡδονῶν χαὶ φόβων καὶ τῶν ἄλλων 
γτάντων τῶν τοιούτων" χωριζόμενα δὲ φρονήσεως χαὶ ἀλ- 
λαττόμενα ἀντὶ ἀλλήλων μὴ a ae σὶς ἢ ἢ τοιαύτη 
ἀρετὴ χαὶ τῷ ὄντε ἀνδραποδώδης τε καὶ οὐδὲν ὑγιὲς οὐδ᾽ 
ἀληϑὲς ἔχουσα, τὸ δ᾽ ἀληϑὲς τῷ ὄντι 2 κάϑαρσίς τις τῶν 
τοιούτων πάντων, χαὶ ἡ σωφροσύνη χαὶ ἡ δικαιοσύνη καὶ 
ἡ ἀνδρεία χαὶ αὑτὴ ἢ φρόνησις μὴ χαϑαρμός τις. ἢ: καὶ 
κινδυνεύουσι χαὶ οἱ τὰς τελετὰς ἡμῖν οὗτοι καταστήσαντες 
οὐ φαῦλοί τινὲς εἶναι, ἀλλὰ τῷ ὄντι πάλαι αἰνίττεσθαι 
ὅτι ὃς ἂν ἀμύητος καὶ ἀτέλεστος εἰς Audov ἀφέχηται, ἐν 
βορβόρῳ χείσεται, ὃ δὲ κεχαϑαρμένος TE χαὶ τετελεσμένος 
ἐχεῖσε ἀφιχόμενος μετὰ ϑεῶν οἰκήσει. εἰσὶ γὰρ δή, φασὶν 
ol περὶ τὰς τελετάς, ναρϑηχοφόροι μὲν πολλοί, βάχχοι δέ 


fülle der Überzeugung, in vollen 
Perioden ausgesprochenen Begrün- 
dung des Beiworts: „selig, weil du 
begriffen, ὅτι αὐτὴ ἡ φρόνησις 
καϑαρμός τίς ἔστιν und selig, weil 
du dich, nachdem die wahre x«- 
ϑαρσις bei dir eingetreten sein 
wird, nicht brauchst im Schlamme 
der Unterwelt zu wälzen, sondern 
unter seligen Göttern und seligen 
Toten eine selige Existenz führen 
kannst.“ Scherzend hält er dann 
im Schlufs seiner Darlegung an der 
Fiktion fest, als seien seine Freunde 


hier — seine Anrede nennt hier 


den Kebes wieder mit dem Sim- 
mias, da er ja beiden gegenüber 
sich verteidigen wollte — seine 
Richter und als verteidige er sich 
gegen eine Anklage und schliefst 


mit einem ‚gquod felix faustumque 
sit — εὖ ἂν ἔχοι —, das klingt, 
als sage er: „wenn euch diese meine 
Verteidigung überzeugt hat, dann 
dürfte es gut stehen — um 
euch!“ — 

Πτοεῖσϑαι (τὸ περὲ τὰς ἐπιϑυ- 
μίας μὴ ἐπτοῆσϑαι) bezeichnet die 
heftigste, auch äufserlich, z. B. 
durch Zittern, sich kund gebende 
Erregung, wie sie der Leidenschaft 
eigen ist. (Wohlrab). Koowwog ist 
der Ausdruck für unser: „sittlich 
gut.“ Wie man sagt statt "des ge- 
bräuchlichen ἀλλάττειν τί τινὸς 
auch τὲ, ἀντί τινὸς der τὲ ἔς τι 
und πρός τι, so sagt ‚Plato auch 
ἡ 009 πρὸς ἀρετὴν ἀλλαγή. 


ΦΑΙΔΩ͂Ν.. 29 


ve παῦροι" οὗτοι δ᾽ εἰσὶ χατὰ τὴν ἐμὴν δόξαν οὐκ ἄλλοι 
ἢ οἱ σεεφιλοσοφηκότες ὀρϑῶς. 

Ὧνγ δὴ χαὶ ἐγὼ κατά γε τὸ δυνατὸν οὐδὲν ἀττέλιστον 
ἐν τῷ βίῳ, ἀλλὰ τιαντὶ τρότεῳ τοροὐϑυμήϑην γενέσϑαι" εἰ 
δὲ ὀρϑῶς τιροὐϑυμήϑην καί τι ἠνύσαμεν, ἐχεῖσε ἐλϑόντες 
τὸ σαφὲς εἰσόμεϑα, ἐὰν ϑεὸς ἐθέλῃ, ὀλίγον ὕστερον, ὡς 
ἐμοὶ δοχεῖ. ταῦτ᾽ οὖν ἐγώ, ἔφη, ὦ Σιμμία τε χαὶ Κέβης, 
ἀπολογοῦμαι, ὡς εἰχότως ὑμᾶς Te ἀπολείπων χαὶ τοὺς 
ἐνθάδε δεσπότας οὐ χαλεπῶς φέρω οὐδ᾽ ἀγαναχτῶ, ἡγού- 
μεγος χαἀχεῖ οὐδὲν ἧττον ἢ ἐνϑάδε δεσπόταις τε ἀγαϑοῖς 
ἐντεύξεσϑαι χαὶ ἑταίροις" τοῖς δὲ πολλοῖς ἀπιστίαν στα- 
ρέχει" εἴ τι οὖν ὑμῖν πυϑαγώτερός εἶμι ἐν τῇ ἀπολογίᾳ 1 ἢ 
τοῖς ϑηναίων δικασταῖς, εὖ ἂν ἔχοι. 

14. Εἰπόντος δὴ τοῦ Σωχράτους ταῦτα ὑπολαβὼν 
ὃ Κέβης ἔφη ὮὮ Σώχρατες, τὰ μὲν ἄλλα ἔμοιγε δοκεῖ χα- 
λῶς λέγεσϑαι, τὰ δὲ περὶ τῆς ψυχῆς πολλὴν ἀπιστίαν 
γαρέχει τοῖς ἀγϑρώποις, μὴ ἐπειδὰν ἀτταλλαγῇ τοῦ σώ- 
ματος οὐδαμοῦ ἔτι ἢ, ἀλλ᾽ ἐκείνῃ τῇ ἡμέρᾳ διαφϑείρηταί 
TE χαὶ ἀπολλύηται, ἡ ἂν ὃ ἄνθρωστος ἀποϑάνῃ" εὐϑὺς 
ἀπταλλαττομένη τοῦ σώματος χαὶ ἐχβαίνουσα ὥσττερ πνεῦμα 
ἢ xarvog διασχεδασϑεῖσα οἴχηται διατιτομένη χαὶ οὐδὲν 
ἔτι οὐδαμοῦ ῃ. ἐπεί, εἴστερ εἴη που αὐτὴ χαϑ'᾽ αὑτὴν ξυν- 


,, 7015) erscheinen, 


Kap. 14. Kebes ist es, der durch 
seinen Einwurf die Bahn zur wei- 
teren Betrachtung öffnet. Während 
Simmias der Auseinandersetzung 
des Sokrates folgend diesem Satz 
für Satz beigestimmt hat, ist sein 
schärfer blickender Freund, der 
schweigend und nachdenkend zu- 
hörte, gewissermalsen vorangeeilt 
und glaubt, dafs der bisherigen ethi- 
schen Darlegung die logische Un- 
terlage fehle. Diese Ansicht spricht 
er aber nicht als eigene Überzeu- 
gung aus, sondern lälst sie in höf- 
licherer Weise als den Unglauben 
der Menschen, der grofsen Menge 
(ἀπιστίαν παρέχει τοῖς ἀνϑρώ- 
Dafs die Zweifel 
auch ihn selbst quälen, zeigen aber 


die vielen, die eindringlichen Worte, 
die sehr gut in die. Form einer Be- 
fürchtung gekleidet sind: μὴ ENTEL- 
δὰν ἀπαλλαγῇ — οὐδὲν ἔτε οὐ- 
δαμοῦ ἢ. Den Gedanken drücken 
die Worte μὴ ἐπειδὰν ἀπαλλαγῇ 
τοῦ σώματος οὐδαμοῦ ἔτι ἢ be- 
reits genügend klar aus; handelt es 
sich zudem doch auch um einen, 
sozusagen, landläufigen Einwurf, 
den mit Kebes οἱ ἄνϑρωποι; die 
Leute, machen, Kebes führt aber 
das οὐδαμοῦ ἔτε ἢ) weiter aus mit 
dem zweifachen Ausdruck διαφϑεί- 
ρηταί τε καὶ ἀπολλύηται; er nimmt 
dann bei einer an sich einfachen 
Sache den Vergleich zu Hilfe: 
ὥσπερ πνεῦμα ἢ καπνὸς διασχε- 
δασϑεῖσα οἴχηται διαπτομένη, 


80. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ηϑροισμένη καὶ αἀτιηλλαγμένη τούτων τῶν καχῶν ὧν σὺ 
νῦν δὴ διῆλθες, πολλὴ ἂν ἐλπὶς εἴη καὶ καλή, ὦ Σώκχρα- 
τὲς, ὡς ἀληϑὴ ἐστιν ἃ σὺ λέγεις" ἀλλὰ τοῦτο δὴ ἴσως 
οὐχ ὀλίγης παραμυϑίας δεῖται καὶ τείστεως, ὡς ἔστι τε ἡ 
ψυχὴ ἀποϑανόντος τοῦ ἀνϑρώπου καί τινα δύναμιν ἐ ἔχει 
χαὶ φρόνησιν. Al), ἔφη, ἀδγεῖο ® Σωχράτης, ὦ Κέβης" 
ἀλλὰ τί δὴ ποιῶμεν; ἢ περὶ αὐτῶν τούτων βούλει διαμυ- 
ϑολογῶμεν, εἴτε εἰχὸς οὕτως ἔχειν εἴτε wi; Ἔγωγ᾽ οὖν, 
ἔφη ὃ Κέβης, ἡδέως ἂν ἀχούσαιμι, ἤντινα δόξαν ἔχεις τιερὶ 
αὐτῶν. Οὔκουν γ᾽ ἂν οἶμαι, ἡ δ᾽ ὃς ὃ Σωκράτης, εἰττεῖν 
τινα γῦν ἀχούσαντα, οὐδ᾽ εἶ κωμῳδιοποιὸς εἴη, ὡς ἀδο- 
λεσχῶ χαὶ οὐ regt προσηχόντων τοὺς λόγους :τοιοῦμαι. 
ei οὖν δοχεῖ, χρὴ διασχοτεεῖσϑαι. 

15. Σχεψώμεϑα δὲ αὐτὸ τῇδέ πῃ, εἴτε ἄρα ἐν Audov 
εἰσὶν ai ψυχαὶ τελευτησάντων τῶν ἀνϑρώπων εἴτε χαὶ οὔ. 
παλαιὸς μὲν οὖν ἔστι τις λόγος, οὗ μεμνήμεϑα, ὡς εἰσέν, 
ἐνθένδε ἀφιχόμεναι ἐχεῖ, χαὶ πάλιν γε δεῦρο ἀφιχνοῦνταε 
χαὶ γίγνονται ἐχ τῶν τεϑνεώτων᾽ χαὶ εἰ τοῦϑ᾽ οὕτως ἔχει, 
“τάλιεν yiyveodaı ἐκ τῶν ἀποϑανόντων τοὺς ζῶντας, ἄλλο 


auch hier statt ‚des einfachen dı«- 
πέτεσϑαι ein οἴχεται διαπτομένη 
einsetzend u. 8. w. Sokrates er- 
kennt den Einwurf des Kebes als 
berechtigt an und erklärt seine Be- 
reitwilligkeit, auf ihn einzugehen 
mit einem eigentümlichen Aus- 
drucke, der die beiden Begriffe μῦ- 
$og und λόγος enthält (7 περὲ av- 
τῶν βούλει διαμυϑολογῶμεν): 
„sollen wir Mythos und Logos, 
Glauben und Vernunft, zusammen- 
nehmen, um die Wahrscheinlichkeit 
(εἴτε εἰκὸς οὕτως ἔχει») nach- 
zuweisen?“ Sokrates deutet damit 
vielleicht auf seine fernere Aus- 
einandersetzung hin, die mit dia- 
lektischen Beweisen beginnt und 
schliefslich in einen Mythos aus- 
läuft, in schöner Verbindung der 
Vernunft wie dem Glauben ihr 
Recht gebend. — Aus der Anspie- 
lung auf Aristophanes (οὐδ᾽ εἰ xw- 


μῳδιοποιὸς εἴη) glaube ich etwas 
Bitterkeit nicht des Sokrates, son- 
dern des Plato selbst herausfühlen 
zu müssen, einen Vorwurf, wie er 
den Dichter, man entschuldige ihn, 
wie man wolle, immerhin nicht 
ganz unverdient trifft. 

Kap. 15. Zu dem Satze des So- 
krates, dafs die Seelen von hier 
in den Hades kommen und von 
dort wieder zurück in menschliche 
Leiber, zu diesem παλαιὸς λόγος, 
wie er ihn nennt, bemerkt Stallb.: 
refertur hoc placitum de reciproce 
animorum ortu et interitu ad Or- 
phicos et Pythagoreos ilemque ad 
Empedoclem ete. Sokrates stellt in 
seinen Beweisführungen den Satz, 
welchen er beweisen will, fast nie 
unmittelbar an die Spitze, sondern 
überrascht, wie hier, den Zuhörer 
mit demselben und giebt dadurch 
der Darstellung Lebendigkeit. Hier 


ΦΑΙΔΩΝ. 91 


” 5 a c RR © -» > = I \ » ‚ 
τι ἢ elev av al ψυχαὶ ἡμῶν ἐχεῖ; οὐ γὰρ av που πάλιν 
; 5 - ΚΘ 
ἐγίγνοντο μὴ οὖσαι, καὶ τοῦτο ἱκανὸν τεχμήριον τοῦ ταῦτ 
ai 2 -Ὰ \ , cr 2 , ” 
εἰναι, δἰ τῷ ὄντι φανερὸν γίγνοιτο OTL οὐδαμόϑεν αλλο- 
» BL m 
ϑὲν γίγνονται οἵ ζῶντες ἢ ἔκ τῶν τεϑνεώτωνγ᾽ εἰ δὲ μὴ 
ἔστι τοῦτο, ἄλλου ἂν του δέοι λόγου. Πάνυ μὲν οὖν, ἔφη 
ὃ Κέβης. Mn τοίνυν κατ᾽ ἀνϑρώττων, ἡ δ᾽ ὅς, σχότιει 
μόνον τοῦτο, εἰ βούλει ger μαϑεῖν, ἀλλὰ καὶ κατὰ ζώων 
πάντων χαὶ φυτῶν, nal ξυλλήβδην ϑσατύξρ Ext γένεσιν, 
Ψ 
γερὶ τιάντων ἴδωμεν, ae οὑτωσὶ γίγνεται πάντα, οὐκ 
r m λὰ 
ἄλλοϑεν ἡ ἔκ τῶν ἐναντίων τὰ ἐναντία, ὅσοις τυγχάνει ὃν 
τοιοῦτόν τι, οἷον τὸ χαλὸν τῷ αἰσχρῷ ἐναντίον στου χαὶ 
N > a -» > 
δίκαιον ἀδίκῳ, καὶ ἄλλα δὴ μυρία οὕτως ἔχει. τοῦτο οὖν 
3 > 2 [4 , 
σχεψώμεϑα, ἀρα ἀναγχαῖον, 00015 ἔστι τι ἐναντίον, μηδα- 
’ DI 2 \ N N 9 - 2 » > , 
μόϑεν ἀλλοϑὲν αὑτὸ γίγνεσθαι ἢ E4 τοῦ αὑτῷ ἐγαντίου. 
a S 2 
οἷον orav μεῖζόν τι γίγνηται, ἀνάγχη που ἐξ ἐλάττονος 
239 r ee 2 - 
ὄντος 770018909 Erreıva μεῖζον γίγνεσϑαι; Ναί. Οὐκοῦν 
PT LA [d 
nav ἔλαττον γίγνηται, ἔχ μείζονος ὄντος τειρότερον ὑστε- 
>} 7 2 2 ca \ u) 
ρον ἔλαττον γενήσεται; Εστιν, ἔφη, οὕτω. Καὶ μὴν ἐξ 
3 ΄ x.2 , ν᾿. , \ "» ᾿ 
ἰσχυροτέρου τὸ ἀσϑενέστερον χαὶ En βραδυτέρου τὸ ϑᾶτ- 
+ , ww ” 2 « N 2 2 > , 
τον; Πάνυ γε. Τί δέ; ἂν τι χεῖρον γίγνηται, οὐχ ἐξ ἀμεί- 
δ) ᾽ὔ I = 
vovog, χαὶ av δικαιότερον, ἐξ adırwr&gov; Πῶς γὰρ οὔ; 
ς - 5% , m “ , co ͵ 
Ιχανῶς οὖν, ἔφη, ἔχομεν τοῦτο, ὅτι ravra οὕτω yiyverat. 
2 \ ΄ ’ 
ἐξ ἐναντίων τὰ ἐναντία πράγματα; IIavv γε. 
y B) 5 ar \ , 2 2 Ψ τ ΣᾺ 
Τί ὃ av; ἔστι τι χαὶ τοιόνδε Ev αὑτοῖς, οἷον μεταξὺ 
3 m N) ; , ’ r 
ἀμφοτέρων sravrwv τῶν ἐναντίων δυοῖν ὄντοιν δύο γενέ- 


eine Menge Beispiele, wie das seine 
Gewohnheit ist. Er knüpft dann 
nicht sogleich hieran den Schlufs- 


ist der Hauptsatz: γίγνεται πάντα 
οὐχ ἄλλοϑεν ἢ 2% τῶν ἐναντίων 
τὰ ἐναντία. In einer rein logischen 


Schlufsfolgerung hätten diese Worte 
an die Spitze gestellt werden und 
dann gefolgert werden müssen: τὸ 
ζήν zal τὸ τεϑνάναι ἐναντία, διό- 
τι τὸ ζῆν γίγνεται ἐκ τοῦ τεϑνά- 
ναι. Sokrates giebt aber erst den σπα- 
λαιὸς λόγος, die Sage, den Mythos, 
einen Glaubenssatz, der keine Be- 
weiskraft hat. Er giebt dann den 
allgemeinen Satz, dals das Gegen- 
teil aus seinem Gegenteil entstehe 
und bietet nur zu diesem zunächst 


satz, sondern überrascht den Kebes 
zunächst noch mit einem anderen 
Vordersatze, der in den W. μεταξὺ 
ἀμφοτέρων πάντων τῶν ἐναντίων 
δυοῖν ὄντοιν δύο γενέσεις enthal- 
ten ist, und giebt sodann zu diesem 
wieder seine Beispiele. 

Sprachlich dürfte wohl nur zu 
bemerken sein, dafs in den W. ὡς 
εἰσίν, ἐνθένδε ἀφικόμενοι ἐχεῖ die 
W. ἐνθένδε ἀφικόμενοι ἐχεῖ von 
dem εἰσὲ zu trennen sind: nicht 


Aa nn ρῶν, 


32 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


σέις, ano μὲν τοῦ ἑτέρου ἐπεὶ τὸ ἕτερον, ἀπὸ δ᾽ αὖ τοῦ 
ἑτέρου “τάλιν ἐτεὴ τὸ ἕτερον᾽ μείζονος μὲν πράγματος καὶ 
ἐλάττονος μεταξὺ αὔξησις καὶ φϑίσις, καὶ καλοῦμεν οὕτω 
τὸ μὲν αὐξάνεσϑαι, τὸ δὲ φϑίνειν; Ναί, ἔφη. Οὐκοῦν καὶ 
διαχρίνεσϑαι καὶ συγχρίνεσϑαι, καὶ ψύχεσϑαι καὶ ϑερ- 
μαένεσϑαι, καὶ πάντα οὕτω, κἂν εἰ μὴ χρώμεϑα τοῖς ὀνό- 
μασιν ἐνιαχοῦ, ἀλλ᾽ ἔργῳ γοῦν χιανταχοῦ οὕτως ἔχειν 
ἀναγκαῖον, γίγνεσθαί τε αὐτὰ ἐξ ἀλλήλων γένεσίν τὲ εἶναι 
ἐξ ἑχατέρων εἰς ἄλληλα; ; Πάνυ μὲν οὖν, ἢ δ᾽ ὕς. 

16. Τί οὖν; ἔφη, τῷ ζῆν ἔστι τι ἐναντίον, ὥσπερ τῷ 
ἐγρηγορέναι τὸ χαϑεύδειν; Πάνυ μὲν οὖν, ἔφη. Τί; Τὸ 
τεϑνάναι, ἔφη. Οὐκοῦν ἐξ ἀλλήλων τὲ γίγνεται ταῦτα, 
εἴσχεερ ἐναντέα ἐστί, καὶ αἱ γενέσεις εἰσὶν αὐτοῖν μεταξὺ 
δύο δυοῖν ὄντοιν; Πῶς γὰρ οὔ; Τὴν μὲν τοίνυν ἑτέραν 
συζυγίαν ὧν νῦν δὴ ἔλεγον ἐγώ σοι, ἔφη, ἐρῶ, ὃ Σωχρά- 
της, καὶ αὐτὴν καὶ τὰς γενέσεις σὺ δέ μοι τὴν ἑτέραν. 
λέγω δὲ τὸ μὲν χαϑεύδειν, τὸ δὲ ἐγρηγορέναι, καὶ ἕκ τοῦ 
χαϑεύδειν τὸ ἐγρηγορέναι γίγνεσθαι καὶ ἔχ τοῦ. ἐγρηγο- 
ρέναι τὸ καϑεύδειν, χαὶ τὰς γενέσεις αὐτοῖν τὴν μὲν χα- 
ταδαρϑάνειν εἶναι, τὴν δὲ ἀνεγείρεσϑαι. ἱχανῶς σοι; ἔφη, 
ἢ οὔ; Πάνυ μὲν οὖν. “4ἐγε δή μοι χαὶ σύ, ἔφη, οὕτω περὶ 
ζωῆς καὶ ϑανάτου. οὐχ ἐναντίον μὲν φὴς τῷ ζὴν τὸ τε- 
ϑνάναι εἶναι; Ἔγωγε. Γίγνεσθϑαι δὲ ἐξ ἀλλήλων; Ναί. Ἐξ 
οὖν τοῦ ζῶντος τί τὸ γιγνόμενον; Τὸ τεϑνηχκός, ἔφη. Τί 
δέ, ἡ δ᾽ ὃς, ἐχ τοῦ τεϑνεῶτος; Avayralov, ἔφη, ὅμολο- 


εἰσὶν ἀφικόμενοι und wohl auch 
nicht εἰσὲν ἐχεῖ ist zu verbinden, 
sondern vielmehr zu εἰσὶν aus dem 
kurz vor hergehenden ἐ Ev" Audov εἰσὶν 
αἱ ψυχαὶ das ἐν Audov zu wieder- 
holen. 

Kap. 16. Das Beispiel, welches 
Sokrates wählt, um zu dem Satze, 


den er beweisen will, überzuleiten, 


ist ein sehr treffend gewähltes; ver- 
gleicht man doch den Schlaf und 
den Tod, solange es Vergleiche 
giebt. Sokrates vergleicht nun: 
Schlafen und Wachen sind Gegen- 


sätze; das Werden, welches zwi- 
schen Wachen und Schlafen liegt, 
ist das Einschlafen, das zwischen 
Schlafen nnd Wachen liegende das 
Erwachen; so sind Leben und Tot- 
sein Gegensätze und das Werden, 
das zwischen Leben und Totsein 
liegt, heifst das Sterben und das 
zwischen Totsein und Leben liegen- 
de das Aufleben. 

Charakteristisch sind die zustim- 
menden Antworten, welche Sokrates 
den Kebes zu geben zwingt. Wäh- 
rend die des Simmias einen Mann 


ΦΑΙΔΩΝ. 99 


γεῖν ὅτι τὸ ζῶν. Ex τῶν τεϑνεώτων ἄρα, ὦ Κέβης, τὰ 
ζῶντα τε χαὶ οἱ Ξῶντες γίγνονται; (αίνεται, ἔφη. Εἰσὶν 
ἄρα, ἔφη: αἱ ψυχαὶ ἡμῶν ἐν Audov. "Ἔοικεν. Οὐχοῦν χαὶ 
τοῖν γενεσέοιν τοῖν zcegl ταῦτα N ἊΝ ἑτέρα σαφὴς οὖσα 
τυγχάνϑι τὸ γὰρ ἀποϑνήσχειν σαφὲς δήπου, ἢ οὗ ; Πάνυ 
μὲν οὖν, ἔφη. Πῶς οὗν, ἡ δ᾽ ὅς, ποιήσομεν; οὐχ ἀντα- 
ee τὴν ἐναντίαν γένεσιν, ἀλλὰ ταύτῃ χωλὴ ἔσται 
ἡ φύσις; ἢ ἀνάγχη ἀττοδοῦναι τῷ ἀποϑνήσχειν ἐναντίαν 
τινὰ γένεσιν; Πάντως τίου, ἔφη. Τίνα ταύτην; Τὸ ἀνα- 
βιώσχεσϑαι. Οὐχοῦν, ἢ δ᾽ ὅς, εἴπτερ ἔστι τὸ ἀναβιώσχε- 
σϑαι, ἐχ τῶν τεϑνεώτων ἂν εἴη γένεσις εἰς τοὺς ζῶντας 
αὕτη, τὸ ἀναβιώσχεσϑαι; Πάνυ γε. Ὁμολογεῖται ἄρα ἡμῖν 
χαὶ ταύτῃ τοὺς ζῶντας ἐχ τῶν τεϑνεώτων γεγονέναι OU- 
δὲν ἧττον ἢ τοὺς τεϑνεῶτας ἐχ τῶν ζώντων" τούτου δὲ 
ὄντος ἵχανόν που ἐδόχει τεχμήριον εἶναι ὅτι ἀναγχαῖον 
τὰς τῶν τεϑγνειίτων τϑυυχὰς εἶναί τίου, ὅϑεν δὴ τεάλιν γί- 
γνεσϑαι. “οχεῖ μοι; ἔφη, ὦ Σώχρατες, 
μένων ἀγναγχαῖον οὕτως ἔχειν. 

17. ᾿Ιδὲ τοίνυν οὕτως, ἔφη, ὠ Κέβης, ΟΣ 
χως ὡμολογύήχαμεν, ὡς ἐμοὶ δοχεῖ. εἰ γὰρ μὴ ἀεὶ ἀνταττο- 


2 » c 
ἕχ τῶν ὠμολογη- 


> , x = ξ ’, ’, c 

διδοίη τὰ ἕτερα τοῖς ἑτέροις γιγνόμενα ὠστιερεὶ χύχλῳ 
7, 2 > > er c ᾿ »Σ fi 

zreguiovra, all εὐϑεῖά τις εἴη ἢ γένεσις Ex τοῦ ἑτέρου 


, \ \ \ » \ 

μόνον εἰς τὸ χαταντιχρὺ zal μὴ ἀναχαάμτίτοι zrakıy ἐτεὶ 
\ \ \ = 5 > NR 7]; ’ 

τὸ ἕτερον μηδὲ zaurenv τιοιοῖτο, οἰσϑ' οτι scavra τελευ- 
» \ a ᾿ n 2 , \ > \ ’ ΝᾺ 

τῶώντα τὸ αὐτὸ σχῆμα ἂν σχοίη χαὶ τὸ αὐτὸ τάϑος ἂν 
7 \ ’ ’ 52 7, γ7 I RN 

γάϑοι zal scaloaıro γιγνόμενα; Πῶς λέγεις; ἔφη. Ovder 


verraten, der sich schnell und ganz 
gewinnen läfst: ἀνάγκη, χαὶ μάλα, 
πολλὴ μέντοι vn die, παντός γε 
μᾶλλον, ὑπερφυῶς ὡς ἀληϑῆ λέ- 
γεις, φαμὲν μέντοι νὴ Δία u.a., 
haben die Antworten des Kebes, 
wie es scheint, oft etwas Lögerndes: 
ναί, Eoıze, φαίνεται, πῶς γὰρ οὔ, 
ἀναγκαῖον ὅμολ ογεῖν ὅτι τὸ ζῶν, 
δοχεῖ μοι ἐκ τῶν ὡμολογημένων 
ἀναγχαῖον οὕτως ἔχειν. Es zeigen 
diese Antworten den tiefer denken- 


Plato, Phädon. 


den Kopf, die des Simmias das sich 
herzlicher hingebende Gemüt. 
Kap.17. Den Gedanken enthalten 
die Worte: & εὐθεῖά τις ein ἢ 
γένεσις ἐχ τοῦ ἑτέρου μόνον εἰς 
τὸ χαταντιχρύ, πάντα τελευτῶντα 
(schliefslich) παύσαιτο ἂν γιγνό- 
μενα. Es ist eine schöne, volle 
Periode, in welche Sokrates zuerst 
seinen Gedanken kleidet: „Wenn 
nicht immer entspräche das eine 
dem andern in seinem Werden, das 


3 


34 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χαλειιόν, ἡ δ᾽ ὅς, ἐννοῆσαι ὃ λέγω" ἀλλ᾽ οἷον el τὸ χατα- 
δαρϑάνειν μὲν εἴη, τὸ δ᾽ ἀνεγείρεσϑαι μὴ ἀνταποδιδοίη 
γιγνόμενον ἐχ τοῦ χαϑεύδοντος, οἷσϑ᾽ ὅτι τελευτῶντα χεάντ᾽ 
ἂν λῆρον τὸν Ἐνδυμίωνα ἀποδείξειε χαὶ οὐδαμοῦ ἂν φαί- 
γοιτο, διὰ τὸ χαὶ τάἀλλα τιάντα ταὐτὸν ἐκείνῳ TETLOVFEVAL, 
χαϑεύδειν. xav εἰ ξυγχρίνοιτο μὲν seavre, διαχρίνοιτο δὲ 
μή, ταχὺ ἂν τὸ τοῦ AvaSayogov γεγονὸς εἴη, δμοῦ τιάντα 
χρήματα. ὡσαύτως δέ, ὦ φίλε Κέβης, εἰ ἀποϑνήσχοι μὲν 
zcavra, ὅσα τοῦ ζῆν μεταλάβοι, Erceıön δὲ ἀττοϑάνοι, μένοι 
ἐν τούτῳ τῷ σχήματι τὰ τεϑνεῶτα χαὶ μὴ τεάλεν ἀναβιώ- 
σχοιτο, ἀρ᾽ οὐ πολλὴ ἀνάγχη τελευτῶντα πιάντα τεϑνάναι 
χαὶ μηδὲν ζῆν; εἰ γὰρ ἐκ μὲν τῶν ἄλλων τὰ ζῶντα γί- 
γύοιτο, τὰ δὲ ζῶντα ϑνήσχοι, τίς μηχανὴ μὴ οὐχὶ zeavra 
καταναλωϑῆγαι εἰς τὸ τεϑνάναι; Οὐδὲ μία μοι δοκεῖ, ἔφη 
ὃ Κέβης, ὦ Σώχρατες, ἀλλά (οι δοχεῖς γεανταάϊασιν ἀληϑὴ 


λέγειν. Ἔστι γάρ, ἔφη, ὠ Κέβης, ὡς ἐμοὶ δοχεῖ, χεαντὸς 
μᾶλλον οὕτω, χαὶ ἡμεῖς αὐτὰ ταῦτα οὐχ ἐξατεατώμενοι 


gleichsam einen Kreislauf macht, 
sondern gradeaus ginge das Wer- 
den von dem einen immer in seinen 
Gegensatz und nicht wieder um- 
böge zu dem anderen und seine 
Wendung machte, weilst du, dafs 
alles schliefslich dieselbe Gestalt 
haben und dasselbe Los ziehen und 
es ein Ende haben dürfte mit dem 
Werden?“ Kebes versteht den Satz 
in seiner abstrakten Fassung nicht 
gleich und Sokrates erklärt ihn des- 


halb an einem Beispiele, das ganz , 


in die Form der ersten Periode 
gegossen ist: ‚ed εἴη, οἶσϑ᾽ ὅτι τε- 
λευτῶντα πάντα ἀποδείξειε ἄν. 
Sowie er aber den Vordersatz aus- 
gesprochen hat, falst offenbar Kebes 
den Sinn seiner Worte, und deshalb 
sprieht Sokrates im Nachsatze in 
einem Bilde: es würde schlielslich 
alles, eben weil es dem ewigen 
Schlaf verfiele, die Sage von En- 
dymion, jenem gerechten Könige 
von Elis, dem Zeus zum Lohne 
ewigen Schlaf verliehen hatte, als 


ein überflüssiges Geschwätz kenn- 
zeichnen, und des Endymion ewiger 
Schlaf würde kein ‚Phänomen mehr 
sein — οὐδαμοῦ av φαίνοιτο χα- 
ϑεύδειν — weil es allen andern 
Dingen ebenso ginge. Wir würden 
des Sokrates Gedanken vielleicht 
so am deutlichsten ausdrücken: 
Wenn alles Seiende untergeht und 
aus dem Untergegangenen niemals 
wieder etwas entsteht, so muls 
schliefslich der Stoff des Werdens, . 
des Entstehens zu Ende gehen. Die- 
ser Grund scheint den Kebes erst 
gewonnen zu haben; denn jetzt ist 
seine zustimmende Antwort nicht 
mehr zögernd, wie vorhin, sondern 
rückhaltlos: οὐδὲ μία uoı δοχεῖ, 
ἀλλά μοι δοχεῖς παντάπασιν ἀλη- 
97 λέγειν. Die endliche rückhaltlose 
Zustimmung seines Freundes aber 
erfreut den Sokrates und giebt ihm 
die letzten Worte des Kapitels ein, 
nach der logischen Darlegung die Be- 
kräftigung gläubiger Überzeugung. 


ΦΑΙΔΩΝ. 35 


ὁμολογοῦμεν, ἀλλ᾽ ἔστε τῷ ὄντι xal τὸ ἀναβιώσκεσϑαι 
χαὶ ἔχ τῶν τεϑνεώτων τοὺς ζῶντας γίγνεσϑαι καὶ τὰς τῶν 
τεϑγεώτων ψυχὰς εἶναι, καὶ ταῖς μέν γ᾽ ἀγαϑαῖς ἄμεινον 
εἶγαι, ταῖς δὲ καχαῖς χάχιογ. | 

18. Καὶ μήν, en ὁ Κέβης ὑπολαβών, χαὶ κατ᾽ ἐκχεῖ- 
γόν γε τὸν λόγον, ὠ Σώκρατες, εἰ ἀληϑής ἐστιν, ὃν σὺ 
εἴωϑας ϑαμὰ λέγειν, ὅτι ἡμῖν ἡ μάϑησις: οὐκ Bla τι ἢ 
ἀγάμγησις τυγχάνει οὖσα, χαὶ χατὰ τοῦτον ἀγάγχη χζέου 
ἡμᾶς ἐν προτέρῳ τινὶ χρόνῳ μεμαϑηκέναι ἃ γῦν ἀναμι- 
μνησχόμεϑα" τοῦτο δὲ ἀδύνατον, εἰ μὴ Tv τίου ἡμῶν N 


ψυχὴ τιρὶν ἐν τῷδε τῷ ἀνθρωπίνῳ εἴδει γενέσθαι" ὥστε 
7, 3 - = 2 „> 27 ΄, 
χαὶ ταύτῃ ἀϑαγνατόν τι ἔοιχεν ἡ ψυχὴ εἶναι. Alk, w Κέ- 


βης, ἔφη ὃ Σιμμίας ὑτεολαβών, zrolaı τούτων αἱ ἀποδεί- 
ξξις; ὑπόμνησόν με οὐ γὰρ σφόδρα Ev τῷ παρόντι μέ- 
μνήμαι. Evi μὲν λόγῳ, ἔφη ὃ Κέβης, καλλίστῳ, ὅτι ἐρω- 
τώμενοι ol ἄνϑρωτιοι, ἐάν τις καλῶς ἐρωτᾷ, αὐτοὶ λέγουσι 
χεάντα ἡ ἔχει" χαίτοι εἰ μὴ ἐτύγχανεν αὐτοῖς ἐπιστήμη 
ἐγοῦσα χαὶ ὑρϑὸς λόγος, οὐχ ἂν οἷοί τ᾽ ἤσαν τοῦτο κοιή- 


σειν». 


ἔχεειτα ἐάν τις ἐπὶ τὰ διαγράμματα ὁ ἄγῃ ἢ ἄλλο τι 


τῶν τοιούτων, ἐνταῦϑα σαφέστατα χατηγορεῖ ὅτι τοῦτο 


οὕτως ἔχει. 


Ἷ , 5 , ς , 
Εἰ δὲ μὴ ταύτῃ γε, ἔφη, τιείϑει, ὦ Σιμμία, ὁ Σωχρα- 


Kap. 18. Der nächste die Kapi- 
tel 18—23 umfassende Abschnitt 
behandelt die Lehre von der ἀγνά- 
uvnoıg. Plato leitet die Darlegung 
derselben wieder mit aller Kunst 
ein: Kebes hat, wie wir gesehen, 
dem Sokrates zuletzt aus vollem 
Herzen beigestimmt; wäre er zwei- 
felhaft geblieben, so würde er jetzt 
einen Einwand, wie oben Kap. 14, 
geltend gemacht haben; die Freude 
der Überzeugung läfst ihn aber — 
psychologisch sehr richtig — jetzt 
selbst nach einem weiteren Beweise 
suchen und diesen dann andeuten 
mit der ihm eigenen Schärfe und 
Kürze im Ausdruck. Drastisch ist 
dem Kebes wieder sein Freund 
Simmias gegenübergestellt: der 


eine, Kebes, ein logisch scharfer 
Kopf — die Wor te evi μὲν λόγῳ — 
ὅτι τοῦτο οἵτως ἔχει enthalten 
Thema, Beweis und Beispiel in tref- 
fendster Schneidigkeit — Simmias 
dagegen, wenn ich so sagen darf, 
ein etwas weichlicher Denker, der 
von der Lehre des Sokrates gehört 
hat, sie aber nicht festzuhalten oder 
gar zu reproduzieren fähig ist. So- 
krates sieht ihm an, dafs er des 
Kebes straffe Darlegung nicht recht 
begriffen hat, und unterbricht des- 
halb diesen, um mit seiner breite- 
ren, schulgemäfseren Auseinander- 
setzung den Simmias aufzuklären. 
Simmias ist andrerseits dem Kebes 
überlegen in der Umgangsform; er 
ist urbaner, ich möchte sagen, höf- 


ἘΠ 


’ > , Ἂ 
, τοιουτῳ, avauynoıw ξίναι; 


36 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


N ” . ᾿ ’ ΄ ’ > 
τῆς, σχέινναι ἂν τῇδέ ze) σοι σχοτουμένῳ συνδόξη. qıtı- 
κ᾽ \ / - c ’ 5 ΄ 
στεῖς γὰρ δή, πῶς ἡ χαλουμένη μάϑησις ἀναμνησίς ἐστιν; 
24; Ἷ - \ 2 »᾿ 5 ἃ a x , » x δὲ αν. 
Inıoro μὲν ἔγωγε, ἡ ὃ 090 Σιμμίας, οὐ, αὑτὸ δὲ τοῦτο, 
> wi as MM. I ’ > - 
ἔφη. δέομαι τιαϑεῖν zregi οὗ ὃ λόγος, ἀναμνησϑῆναι. Kal 
σχεδόν γε ἐξ ὧν Κέβης ἐπεχείρησε λέγειν ἤδη μέμνημαι 
χαὶ σπιεἰϑομαι" οὐδὲν μέντ᾽ ἂν ἧττον ἀχούοιμι γῦν, σὺ πῇ 
ἐγιεχείρησας λέγειν. Tide ἔγωγε, ἢ δ᾽ ὃς. ὁμολογοῦμεν 
! ’ > G ER , -» 
γὰρ δήστου, εἴ τίς τι ἀναμνησϑήσεται, δεῖν αὐτὸν τοῦτο 
[4 G > ’ ’ BU 3 > ΕἸ \ 
TTOOTEOOV σίοτε Errioraodeaı. Ilavv γε, ἔφη. Ag οὺν καὶ 
2 5 -» [42 ΄ [4 
τόδε ὁμολογοῦμεν, ὅταν ἐπιστήμη “ταραγίγνηται τρόττῳ 
» {2 [4 [4 
λέγω δὲ τίνα τρόπον; τόνδε" 
2% N r a In N ὯΝ; | ’ BL » ΡΥ 
ἐὰν τίς τι [’rgöregor] ῃ ἰδὼν ἢ ἀχούσας ἢ τινὰ ἄλλην αἵ- 
σϑησιν λαβὼν um μόνον ἐχεῖνο γνῷ, ἀλλὰ καὶ ἕτερον ἐν- 
γοήθῃ, οὗ μὴ ἡ αὑτὴ ἐτυιστήμη ἀλλ᾽ ἄλλη, co” οὐχὶ τοῦτο 
δικαίως ἐλέγομεν ὅτι ἀνεμνήσϑη, οὗ τὴν ἔννοιαν ἔλαβεν; 
- nr τ \ ’ ah > , I , 
Πῶς λέγεις; Οἷον τὰ τοιάδε ἄλλη που ἐπιστήμη ανϑρώ- 
\ , m \ > > - “- a € .3 
σίου χαὶ λύρας. Πῶς yao οὐ; Ovxoiv οἶσϑα οτι οἱ ἕρα- 
licher als dieser, und so ergänzen 


sich die beiden Persönlichkeiten, 
wie die eines Dramas. Als Sokra- 


᾿ ornun, ‚dem ἀναμρησθῆναι und 
dem ἐπίστασϑαι ie nun dem 


tes ihm sagt: ἀπιστεῖς δὴ Κ. τ. ἕ., 
du hegst Mifstrauen u. 8. w., el- 
widert er sofort, als könne ein ἀπι- 
στεῖν. seinen Lehrer verletzen: anı- 
στῶ ἔγωγε οὐ, W., in denen das 
starke ἔγωγε charakteristisch ist, 
und giebt dann seiner W ifsbegierde 
Ausdruck in einem „Wunsche: δέο- 
μαι παϑεῖν πες, οὗ ὃ λόγος, ἀνα- 
μνησϑῆναι d. 1. ich wünsche an 
mir selbst zu οὐδ τας das, wovon 
wir reden, nämlich mich zu eriu- 
nern. Auch gegen Kebes ist er dann 
der artige Hofmann: des Kebes 
Versuch die Sache darzulegen, sagt 
er, erweckt bei mir fast schon eine 
ἀνάμν ησις (σχεδὸν μέμνημαι) und 
ich will ihm nicht eben widerspre- 
chen (καὶ πείϑομαι); aber wenn 
du es auch einmal mit mir ver- 
suchen wolltest u. s. w. Im fol- 


genden unterscheidet Sokrates zwi- 
schen der ἀνάμνησις und der Eru- 


Simmias der Ausdruck ἐπιστήμη 
τινὸς nicht gleich klar ist —, sein 
πῶς λέγεις; beweist dies — so 
macht auch uns zumal für die Über- 
setzung dieser Ausdruck einige 
Schwierigkeit. Ich würde den Satz 
do’ οὐν καὶ τόδε ὁμολογοῦμεν 
— οὗ τὴν ἔννοιαν ἔλαβεν So über- 
setzen: „Stimmen wir auch darin 
überein, wenn ein Wissen auf- 
taucht in folgender Weise, es sei 
dies Rückerinnerung? ich willsagen, 
in welcher Weise; so: wenn einer 
etwas sieht oder hört oder mit ir- 
gendeinem anderen Sinn falst und 
nicht allein dies erkenut, sondern 
auch noch an ein anderes dabei 
denkt, das mit der Kenntnis des 
ersteren nichts zu thun hat (οὗ μὴ 

ἡ αὐτὴ ἐπιστήμη), behaupteten wir 
a nicht mit Recht, dals er sich 
dessen erinnerte, woran er den Ge- 
danken aufnahm ἃ. i. woran er da- 
bei denken mulste ?* 


ΦΑΙΔΩΝ. 87 


σταί, ὅταν ἴδωσι λύραν ἢ ἱμάτιον ἢ ἄλλο τι οἷς τὰ 7ται- 
δικὰ αὐτῶν εἴωϑε χρῆσϑαι, πάσχουσι τοῦτο" ἔγνωσάν TE 
τὴν λύραν καὶ ἐν τῇ διανοίᾳ ἔλαβον τὸ εἶδος τοῦ “ταιδός, 
οὗ ἣν ἡ λύρα; τοῦτο δ᾽ ἐστὶν ἀνάμνησις" ὥστιερ γ8 καὶ 
Σιμμίαν τις ἰδὼν πολλάκις Κέβητος ἀνεμνήσϑη, καὶ ἄλλα 
που μυρία τοιαῦτ᾽ ἂν εἴη. μυρία μέντοι νὴ Al, ἔφη ὃ 
Σιμμίας. Οὐχοῦν, n δ᾽ ὅς, τὸ τοιοῦτον ἀνάμγνησίς τίς ἐστι; 
μάλιστα μέντοι, ὅταν τις τοῦτο an zwegl ἐχεῖνα ἃ ὑπὸ 
χρόνου χαὶ τοῦ μὴ ἐτειισχοτιεῖν ἤδη ἐπελέληστο; Πάνυ μὲν 
οὖν, ἔφη. Τί δέ; ἡ δ᾽ ὅς" ἔστιν ἵπτιον γεγραμμένον ἰδόντα 
χαὲ λύραν γεγραμμένην ἀνϑρώπου ἀναμνησϑῆγαι, χαὶ Σιμ- 
μέαν ἰδόντα γεγραμμένον Κέβητος ἀναμνησϑῆναι; Πάνυ ye. 
Οὐχοῦν χαὶ Σιμμίαν ἰδόντα γεγραμμένον αὐτοῦ Σιμμίου 
ἀγαμγησϑῆναι; Ἔσει μέντοι, ἔφη. 

19. Ag’ οὖν οὐ κατὰ πάντα ταῦτα ξυμβαίνε . τὴν 
ἀνάμνησιν εἶναι μὲν ap ὁμοίων, εἶναι δὲ xal ar avo- 
μοίων; Ξυμβαίνει. Abk ὅταν γε ano τῶν ὁμοίων wa 
μγήσκηταί τίς τι, ἀρ᾽ οὐχ ἀγαγχαῖον τόδε προσπάδχειν, 
ἐνγοεῖν εἴτε τι ἐλλείσεει τοῦτο χατὰ τὴν ὁμοιότητα εἴτε μὴ 
ἐχείνου οὗ ἀγεμνήσϑη; Avayın, ἔφη. Σχότιει δή, ἡ δ᾽ 
ὕς, εἶ ταῦτα οὕτως ἔχει. φαμέν τεού τι εἶναι ἴσον, οὐ ξύ-- 
λον λέγω ξύλῳ οὐδὲ λέϑον λίϑῳ οὐδ᾽ ἀλλο τῶν τοιούτων 
οὐδέν, ἀλλὰ παρὰ ταῦτα πάντα ἕτερόν τι, αὐτὸ τὸ ἴσον" 
φῶμέν τι εἶναι ἢ μηδέν; Φῶμεν μέντοι νὴ Al, ἔφη ὃ 
Σιμμίας, ϑαυμαστῶς γε. Ἦ καὶ ἐπιστάμεθα αὐτὸ ὃ ἔστιν; 
Πάνυ 7ὲ; N δ᾽ ὅς. Πόϑεν λαβόντες αὐτοῦ τὴν ἐπιστήμην; 
ao’ οὐχ ἐξ ὧν νῦν δὴ ἐλέγομεν, ἢ ξύλα ἢ λίϑουις ἢ ἄλλ᾽ 
ἄττα ἰδόντες ἴσα, ἐκ τούτων Ηὐβ EVEVONOAUEV, ἕτερον 
ὃν τούτων; ἢ οὐχ ἕτερόν 001 φαίνεται; σχότιει δὲ χαὶ 


Kap. 19. Den zu beweisenden 
Gedanken enthalten die Worte: 
ἀναγκαῖον ἡμᾶς προειδέναι τὸ 
ἰσον πρὸ ἐχείνου τοῦ χρόνου --- 
ἔχει δὲ ἐνδεεστέρως. Sokrates will 
beweisen, dals wir die Idee des 
Gleichen — τὸ ὃ ἔστιν ἴσον — 
früher gekannt haben, als wir an- 
fingen das einzelne Gleiche — 


τὰ ἴσα — mit unseren Sinnen zu 
unterscheiden d. ἢ. vor unserer Ge- 
burt. Er deduziert so: wie am 
Schlusse des vorigen Kapitels ge- 
zeigt war, findet eine ἀνάμνῃσις 
statt sowohl anknüpfend an Ahn- 
liches, wie, an Unähnliches (ἀνά- 
μνησις͵ ἀφ᾽ ὁμοίων und ἀνάμνη- 
σις ἀπ ἀνομοίων); ἀνόμοια nun 


= 


gs _ ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τῇδε" ἀρ᾽ οὐ λίϑοι μὲν ἴσοι χαὶ ξύλα ἐνίοτε ταὐτὰ ὄντα 
τῷ μὲν ἴσα φαίνεται, τῷ δ᾽ οὔ; Πάνυ μὲν οὖν. Τί δέ: 
αὐτὰ τὰ ἴσα ἔστιν ὅτε ἄνισά σοι ἐφάνη, ἢ ἡ ἰσότης ἀνισό- 
της; Οὐδεντώττοτέ γέ, ὦ Σώκρατες. Οὐ ταὐτὸν ἄρ᾽ ἐστίν, 
ἡ δ᾽ ὅς, ταῦτά re τὰ ἴσα χαὶ αὐτὸ τὸ ἴσον. Οὐδαμῶς μοι 
φαίνεται, ὠ Σώκρατες. ᾿Τλλὰ μὴν ἐχ τούτων γ᾽ 3 ἔφη. τῶν 
ἴσων, ἑτέρων ὄντων ἐχείνου τοῦ ἴσου, ὅμως αὐτοῦ τὴν ἐπι- 
στήμην ἐννενόηχάς τὲ χαὶ εἴληφας; “Ἵληϑέστατα, ἔφη, λέ- 
γεις. Οὐχοῦν ἢ ὁμοίου ὄντος τούτοις Ἃ ἀνομοίου; Πάνυ 
ye. Διαφέρει δέ γε, ἡ δ᾽ ὃς, οὐδέν" ἕως ἂν ἄλλο ἰδὼν ἀτπτὸ 
ταύτης τῆς ὄψεως ἄλλο ἐν γοήσῃς, εἴτε ὅμοιον εἴτε ἀνό- 
μοιον, ἀναγχαῖον, ἔφη, αὑτὸ ἀνάμνησιν γεγονέναι. Πάνυ 
μὲν οὖν. Τί δέ; ἡ δ᾽ ὅς" ἡ πάσχομέν τι τοιοῦτον zeegl τὰ 
ἐν τοῖς ξύλοις TE χαὶ οἷς νῦν δὴ ἐλέγομεν τοῖς ἴσοις" ἄρα 
φαίνεται ἡμῖν οὕτως ἴσα εἶναι ὥσιτερ αὐτὸ ὃ ἔστιν ἴσον, 
ἢ ἐνδεῖ τι ἐχείνου τὸ μὴ τοιοῦτον εἶναι οἷον τὸ ἴσον, ἢ οὐ- 
δέν; Καὶ πολύ γε, ἔφη, ἐνδεῖ. Οὐκοῦν δμολογοῦμεν, ὅταν 
τίς τι ἰδὼν ἐννοήσῃ, ὅτι βούλεται μὲν τοῦτο, ὃ νῦν ἐγὼ 
δριῦ, εἶναι οἷον ἄλλο τι τῶν ὄντων, ἐνδεῖ δὲ χαὶ οὐ δύνα- 
ται τοιοῦτον εἶναι [ἴσον] οἷον ἐχεῖνο, ἀλλ᾽ ἔστι φαυλότε- 
ρον, ἀναγχαῖόν στου τὸν τοῦτο ἐννοοῦντα τυχεῖν τεροεξιδότα 
ἐχεῖνο ᾧ φησιν αὐτὸ προσεοικέναι μέν, ἐνδεεστέρως δὲ 
ἔχειν; Andy Ti οὖν; τὸ τοιοῦτον πεπόνϑαμεν χαὶ 
ἡμεῖς, ἢ οὐ, τιερί re τὰ ἴσα χαὶ αὐτὸ τὸ ἴσον; Παντάπασί 
γε. «Αναγχαῖον ἄρα ἡμᾶς προειδέναι τὸ ἔσον ττρὸ Exeivov 
τοῦ χρόνου, ὅτε τὸ πιρῶτον ἰδόντες τὰ ἴσα ἐνενοήσαμεν, 
ὅτι ὃρέγεται μὲν πάντα ταῦτ᾽ εἶναι οἷον τὸ ἴσον, ἔχει δὲ 
ἐνδεεστέρως. Ἔστι ταῦτα. Alla μὴν χαὶ τόδε ὁμολογοῖ- 
μεν, μὴ ἄλλοϑεν αὐτὸ ἐννενοηχέναι μηδὲ δυνατὸν εἶναι 
ἐγγοῆσαι, ἀλλ᾽ ἢ ἐκ τοῦ ἰδεῖν ἢ ἅψασϑαι ἢ ἔχ τινος ἄλλης 
τῶν αἰσϑήσεων" ταὐτὸν δὲ στάντα ταῦτα λέγω. Ταὐτὸν 


. δὲν πὰ rs 
sind τὰ ἰσὰ und αὐτὸ τὸ ἴσον oder 
BT, » . . . 
τὸ ὁ ἔστιν ἴσον; bei der sinnlichen 
Wahrnehmung der σὰ aber denken 
wir doch immer an die Idee des 
. x 
Gleichen, an αὐτὸ τὸ ἴσον d.h. 


wir erkennen, dafs das einzelne 
Gleiche der Idee des Gleichen nicht 
vollkommen entspricht; folglich 
müssen wir die Idee des Gleichen 
früher gekannt haben, als wir über- 


ΦΑΙΔΩΝ. 29 


\ Jr I 7 , e\ , ὃ nm c 
γὰρ ἔστιν, ὦ Σώχρατες, πρός γὲ 0 βούλεται δηλῶσαι ὃ 
λόγος. ᾿Αλλὰ μὲν δὴ ἔκ γε τῶν αἰσθήσεων δεῖ ἐννοῆσαι 

»4 ae; »β 
ὅτι πάντα τὰ ἐν ταῖς αἰσϑήσεσιν Exeivov τε ὀρέγεται τοῦ 

\ 2 - N ,ὔ BAT. m 
ὃ ἔστιν ἴσον, zal αὐτοῦ ἐνδεέστερα ἔστιν" ἢ πῶς λέγομεν; 
θυ Πρὸ τοῦ ἄρα ἄρξασϑαι ἡμᾶς δρᾶν χαὶ ἀχούξιν 

ὑτως. Πρὸ τοῦ ἄρα ἄρξασϑαι ἡμᾶς 09 ; 

\ 2 5 | 4 ΞΡ 2} 25 ’ 3 
χαὶ τάλλα αἰσϑάνεσθϑαι τυχεῖν ἔδει στου εἰληφότας ἔπσι- 

» » C “ \ m 
στήμην αὐτοῦ τοῦ ἴσου 0 τι ἔστιν, εἰ ἐμέλλομεν τὰ ἐχ τῶν 
«ἂ > o δ 7 
αἰσϑήσεων ἴσα ἐχεῖσε ἀνοίσειν, OTL προϑυμεῖται μὲν ττὰν- 
τα τοιαῦτα εἶναι οἷον ἐκεῖνο, ἔστι δὲ αὑτοῦ φαυλότερα. 
39 -» ‚ 
Avayın ἐκ τῶν προειρημένων, ὦ Σώχρατες. Οὐχοῦν ye- 

Ἃ > \ m R \ 2 ’ 
γόμενοι εὐθὺς ξἑωρῶμέν TE nal ἠχούομεν χαὶ τὰς ἄλλας 

ἢ 2 \ ’ 
αἰσϑήσεις εἴχομεν; Πάνυ γε. "Edsı δέ γε, φαμέν, 7100 τοῦ- 
των τὴ 5 ἴσου ἐπιστή εἰληφέναι; Ναί. Πρὶν γε- 

ἣν τοῦ ἴσου ἐπιστήμην εἰληφέναι; . Πρὶν γ 
' ς DE, Fee DER 5 
γέσϑαι ἄρα, ὡς Eoızev, ἀνάγχη ἡμῖν αὑτὴν εἰληφέναι. 
ἦν 
"Eoıxev. 
y - ;" ὔ > m 
20. Ovxovv εἰ μὲν λαβόντες αὐτὴν 7600 τοῦ γενέσϑαι 
2 ’ I 
ἔχοντες ἐγενόμεϑα, ἠτειστάμεϑα χαὶ πρὶν γενέσϑαι nal εὺ- 
9 , ΑΙ \ 
ϑὺς γενόμεγοι οὐ μόνον τὸ ἴσον χαὶ τὸ μεῖζον χαὶ τὸ 

” 2 \ - 9 \ n 
ἔλαττον, ἀλλὰ χαὶ ξύμτταντα Ta τοιαῦτα; οὐ γὰρ πιερὶ τοῦ 

m ” ER nun Re > » » 
ἴσου νῦν ὃ λόγος ἡμῖν μᾶλλόν τι ἢ χαὶ περὶ αὑτοῦ τοῦ 

7 ἐνῶ 2 m 2 2 nn 7 7, ΄ὔ 
χαλοῦ χαὶ αὐτοῦ τοῦ ἀγαϑοῦ χαὶ διχαίου χαὶ ὁσίου καί, 


haupt wahrnehmen; weil wir nun 
aber γενόμενοι εὐϑὺς „gleich nach 
unserer Geburt“ wahrnehmen, müs- 
sen wir die Idee vor unserer Ge- 
burt kennen gelernt haben. Nach 
Platos Lehre haben die allgemeinen 
Begriffe, das Schöne, das Wahre, 
das Gerechte u. s. w. wirkliche Exi- 
stenz, sie sind vorhanden im Jen- 
seits, und dort hat die Seele vor 
ihrer Geburt sie gestaltet gesehen, 
wahrgenommen mit dem. geisti- 
gen Sinne, mit dem Verständnis; 
denn das Begriffliche, das Wesent- 
liche, das Seiende, wie Plato es 
nennt, kann niemand mittels sinn- 
licher Wahrnehmung erfassen. Die 
sinnliche Wahrnehmung hat es viel- 
mehr nur zu thun mit dem Un- 
wesentlichen, mit der Erscheinung, 


mit dem Vergänglichen, in welchem 
nur das geistige Auge den Abglanz 
der Idee, das Unvergängliche, den 
Begriff zu erfassen imstande ist. 
Die sinnliche Wahrnehmung begreift 
eben nur, ‚wie Sokrates sagt, ὅτι 
πάντα τὰ ἔν ταῖς αἰσϑήσεσιν 
ἐκείνου τε ὀρέγεται τὸ ὃ ἔστιν 
ἴσον καὶ αὐτοῦ ἐνδεέστερά ἔστιν 
ἃ, ἢ. dafs das ganze Gebiet des 
sinnlich Wahrnehmbaren sowohl 
die Wahrheit, die Idee des Gleichen 
zu erreichen sucht, ihr nachstrebt, 
als auch dafs sie hinter ihr zurück- 
bleibt, sie nicht verwirklicht. 
Kap. 20. Der Gedankengang ist: 
was von dem Gleichen gilt, gilt von 
dem Schönen, dem Guten, dem Ge- 
rechten u. s. w., überhaupt von 
allem, dem wir den Stempel des 


rare ΣΡ ΘΕῚ 


40 HAATQNOZ 


oreg λέγω, περὶ ἁπάντων οἷς ἐπισφραγιζόμεϑα τοῦτο ὃ 
ἔστι, καὶ ἐν ταῖς ἐρωτήσεσιν ἐρωτῶντες καὶ ἐν ταῖς ἀπτο- 
χρίσεσιν ἀποχρινόμενοι. ὥστε ἀναγχαῖον ἡμῖν εἶναι τού-- 
τῶν ἁτιάντων τὰς ἐπιστήμας τρὺ τοῦ γενέσϑαι εἰληφέναι. 


Ἔστι ταῦτα. Καὶ εἰ μέν γε λαβόντες ἑχάστοτε μὴ ἐπιλε- 


ΓΝ. ,ὔ γ , 2 \ , , 
λήσμεϑα, εἰδότας ael γίγνεσϑαι χαὶ ἀεὶ διὰ βίου εἰδέναι" 
τὸ γὰρ εἰδέναι τοῦτ᾽ ἐστί, λαβόντα του ἐπιστήμην ἔχειν 
χαὶ μὴ ἀπολωλεχέναι" ἢ οὐ τοῦτο λήϑην λέγομεν, ὠ Zuu- 
μία, ἐπιστήμης ἀποβολήν; Πάντως δήπου, ἔφη, ω Σώχρα- 
τὲς. Εἰ δέ γε, οἶμαι, λαβόντες πρὶν γενέσϑαι γιγνόμενοι 
᾿ ᾿ς 4 «“ ΕΣ ,ὔ 
ἀπωλέσαμεν, ὕστερον δὲ ταῖς αἰσϑήσεσι χρώμενοι σεερὶ 
m N 2 ’ \ 4 ca 
ταῦτα ἐχείνας avahaußavousv τὰς ἐπιστήμας, ἃς ποτὲ χαὶ 
’ 3,9 γ «a „m , , 
scolv εἴχομεν, ag οὐχ ὃ καλοῦμεν μανϑάγειν οἰχείαν Errı- 
,ὕ > ΄ , ὃᾺ ' - ’ > ’ 
στήμην ἀναλαμβάνειν ἂν Ein; τοῦτο δέ που αγναμιμνὴσχε- 
’ὔ > - ὃκ De} ! \ \ 
σϑαι λέγοντες ὀρϑῶς av λέγοιμεν; Πανυ γε. Jvvarov γὰρ 
\ ER ) , , , δ. , Ὁ) ͵ 
δὴ τοῦτό γ᾽ ἐφάνη, αἰσϑόμενόν τι ἢ ἰδόντα ἢ ἀχούσαντα 
2 ne r 5 , , [4 3 \ , 
n τινα ἄλλην αἴσϑησιν λαβόντα ἕτερον τι ἀπὸ τούτου Ev- 
ἕ = ἃ 8 > , RN Pi} 
vonoat ὃ ἐπελέληστο, () TOVTO ἐπλησίαξζ EV αἀγομοιον 0» N 
(ἡ Ouotov' ὥστε, ὅ7ίερ λέγω, δυοῖν ϑάτερον, ἤτοι ἐχιστά- 
HEVOL γε αὐτὰ γεγόναμεν καὶ ἐπειστάμεϑα διὰ βίου πάντες, 
No [4] , 2 Ania) ΝΣ 
ἢ VOTEOOV, οὺς φαμὲν μανϑάγειν, οὐδὲν ἀλλ ἢ ἀναμιμινή- 
τ , 3 , 2 ’ \ 
σχονγται οὗτοι, χαὶ N μάϑησις ἀνάμνησις ἂν εἴη. Καὶ 
In Cc ͵ 5 2 
μάλα δὴ οὕτως ἔχει, ὦ Σώχρατες. 
Wesentlichen aufdrücken (οἷς ἐπι- περὶ τοῦ ἰσου vor ὁ λόγος ἡμῖν 
σφραγιζόμεϑα τοῦτο ὃ ἔστι). Nun μᾶλλον τι ἢ καὶ κ. τ. ἕ. ‚sagt Stall- 
ist Wissen λαβόντα τινὸς ἐπιστή- baum: Advertas hoc zei, quod in- 
μὴν ἔχειν, Vergessen λαβόντα Tr terponitur eodem modo, „7u0 usur- 
νὸς ἐπιστήμην ἀποβάλλειν. Βε- patur in λαὸ Reh ὥσπερ͵ γὰρ 
wiesen ist, dafs wir die Kenntnis περὲ τοῦ ἴσου νῦν ὃ λόγος ἡμῶν, 
des Guten u. 5. w. vor unserer Ge- οὕτω xal περὶ αὐτοῦ τοῦ καλοῦ. 
burt besafsen, dafs wir sie späler In μᾶλλον ᾿ liegt eine Verglei- 
durch die Sinneswahrnehmung wie- chung, und Plato setzt hier x«‘, 
der aufgenommen haben; folglich wie es der Grieche nach einem 
ist das, was wir μανϑάνειν nen- ὥσπερ einzuschieben pflegt. 
nen, nichts als ein re re Etwas schwierig für das Ver- 
οἰχείαν ἐπιστήμην, eine \ ieder- ständnis sind w ohl die Worte zei 
aufnahme einer uns gehörigen (οὐ- εἰ μὲν ye λαβόν τὲς ἑχάστοτε — 
χεῖος) Kenntnis d. h. eine ard- διὰ βίου εἰδέναι, weil wir uns et- 


μνησις. was anders auszudrücken pflegen, 
In Bezug auf das χαὲ in οὐ γὰρ etwa entsprechend dem griechi- 


PAIAQN. 41 


21. Πότερον οὖν αἱρεῖ, ὦ Σειμία, ἐπισταμένους ἡμᾶς 
γεγονέναι, ἢ ἀγαμιμνήσκεσϑαι ὕστερον ὧν πρότερον ἐσει- 
στήμην εἰληφότες ἡμεν; Οὐχ ἔχω, ὦ Σώχρατες, ἐν τῷ πα- 
ρόντε ἑλέσϑαι. Τί δέ; τόδε ἔχεις ἑλέσϑαι, καὶ πῇ σοι 

er 2 m 9 7 Ὰ , 
δοχεῖ τεερὶ αὐτοῦ" ἀνὴρ Errıorausvog regt ὧν ἐπίσταται 
ar r m u: a\ » RL en \ > 1 BJ; 7 1 
ἔχοι ἂν δοῦναι λόγον ἡ οὐ; Πολλὴ avayın, ἔφη, ὦ Σώ- 
»gares. Ἢ χαὶ δοχοῦσί σοι πάντες ἔχειν διδόναι λόγον 

͵ < > \ , , 7, 2 
regt τούτων ὧν γῦν δὴ ἐλέγομεν; Bovkoiumv μέντ ἄν, ἔφη 
ö Σιμμίας" ἀλλὰ scokv μᾶλλον φο͵ ah: μὴ αὔριον τηγνι- 


χάδε οὐχέτι ἢ ἀνϑρώτιων οὐδεὶς ἀξίως οἷός TE τοῦτο τοι- 


ῆσαι. 
μία, 
στοτὲ 


γιάγτες αἰτά; 


Οὐχ ἄρα “0. σοι ἐπίστασϑαί γε, ἔφη, ὦ Sun 
Οὐδαμῶς. 
ἔμαϑον; νά ἄγχη. Πότε λαβοῦσαι ai ψυχαὶ ἡμῶν 


«ἀναμιμνήσκονται ἄρα a 


τὴν ἐσειστήμην αὐτῶν; οὐ γὰρ δὴ ἀφ᾽ οὗ γε ἄνϑρωπτοι yE- 


Οὐ δῆτα. 


γόναμεν. 


ee ἄρα. 


Ναί. Ἦσαν ἄρα, ὦ 


Σιμμία, αἱ ψυχαὶ χαὶ τερότερον, πρὶν εἶναι ἐν ἀῤθοάποῦ 


schen γιγνομένους ἀεὶ εἰδέναι καὶ 
ἀεὶ διὰ Zion εἰδέναι d. h. wenn 
wir die Kenntnis ergriffen und in 
jedem einzelnen Falle nicht ver- 
gessen haben, so ist es notwendig, 
dafs wir sie auch, während wir 
werden, immerfort und unser gan- 
zes Leben hindurch behalten. Die 
Stellung des un zeigt übrigens, dafs 
das Wort stark betont ist, wie der 
Gedanke verlangt; wäre dies nicht 
der Fall, so würde es nach grie- 
chischer Gewohnheit zu dem εἰ ge- 
stellt sein. 

Kap. 21. Sokrates weist den 
Einwurf derjenigen zurück, welche 
behaupten, der Mensch habe bei 
seiner Geburt eine &rus στήμη der 
Begriffe, der Ideen erhalten. Nach 
dem Gesagten lehrt die Erfahrung, 
dafs der Mensch aus sich heraus 
die Ideen in die sinnliche Welt 
hineinlegt; die Kenntnis der Ideen 
besitzt er also; es ‚fragt sich „nun, 
ob er als ein ἐπιστάμενος τὸ ἴσον, 
τὸ χαλόν, τὸ ἀγαϑὸν geboren 
worden, ob er bei seiner Geburt 
diese ἐπιστήμη empfangen oder 


ob er sich später der Ideen erinnert, 
von denen er vor seiner Geburt 
Kenntnis hatte d. h. ob die Seele 
vor ihrer Verbindung mit dem Kör- 
per die Ideen kennen gelernt habe. 
Simmias wagt zwischen diesem „ob 
— oder nicht“ schnell zu entschei- 
den, und Sokrates zwingt ihn nun 
zu einer entschiedenen Behauptung 
durch folgenden Gedankengang: der 
ἐπιστάμενος vermag Rechenschaft 
zu geben von seiner ἐπιστήμη; 
nicht alle Menschen sind imstande 
von den Ideen Rechenschaft zu 
geben, sich klar über dieselben aus- 
zusprechen; alle Menschen aber 
sind im Besitze der Begriffe, der 
Ideen; folglich ist die Dokumentie- 
rung dieses Besitzes nicht eine ἐπί- 
ornun,, sondern eine ἀνάμνησις: 
die ἀνάμνησις weist auf eine frü- 
here ἐπιστήμη hin: wann hat nun 
dies πρότερον μαϑεῖν τὰ ὄντα 
stattgefunden? Zwei Möglichkeiten 
liegen nur vor: entweder ist dies 
πρότερον die Stunde der Geburt, 
oder es liegt vor der Geburt. Sim- 
mias stellt das erstere als möglich 


42 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


εἴδει, χωρὶς σωμάτων, χαὶ φρόνησιν εἶχον. Εἰ μὴ ἄρα 
ἅμα γιγνόμενοι λαμβάνομεν, (ὐ Ξώχρατες, ταύτας τὰς Ertt- 
στήμας" οὗτος γὰρ λείτιεται ἔτι ὃ χρόνος. Εἶεν, ὦ ἑταῖρε" 
ἀπόλλυμεν δὲ αὐτὰς ἐν σπιοίῳ ἄλλῳ χρόνῳ; οὐ γὰρ δὴ 
ἔχοντές γε αὐτὰς γιγνόμεϑα, ὡς ἄρτι ὡμολογήσαμεν" ἢ ἐν 
τούτῳ ἀπόλλυμεν, ἐν ᾧτίερ χαὶ λαμβάνομεν; 1, ἔχεις ἄλλον 
τινὰ εἰχιεῖν χρόνον; Dice ὦ Σώχρατες, ἀλλ᾽ ἔλαϑον 
ἐμαυτὸν οὐδὲν εἰτιών. 

22. Ho’ οὖν οὕτως ἔχει, ἔφη, ἡμῖν, ὦ Σιμμία; εἰ 
μὲν ἔστιν ἃ ϑρυλοῦμεν ἀεί, καλόν τε χαὶ ἀγαϑὸν καὶ τεᾶσα 
ἢ τοιαύτη οὐσία, χαὶ ἐπὶ ταύτην τὰ ἐχ τῶν αἰσϑήσεων 
γάντα ἀναφέρομεν, ὑτεάρχουσαν τιρότερον ἀνξυρίσχοντες 
ἡμετέραν οὖσαν, καὶ ταῦτα ἐκείνῃ ἀτιεικάζομεν, ἀναγκαῖον, 
οὕτως ὥσττερ χαὶ ταῦτα ἔστιν, οὕτως χαὶ τὴν ἡμετέραν 
ινυχὴν εἶναι χαὶ πρὶν γεγονέναι ἡμᾶς" εἰ δὲ μὴ ἔστι ταῦτα, 
ἄλλως ἂν ὃ λόγος οὗτος εἰρημένος εἴη" ao’ οὕτως ἔχει, 
χαὶ ἴση ἀγάγχη ταῦτα τε εἶναι χαὶ τὰς ἡμετέρας ιϑυχὰς 
zegiv χαὶ ἡμᾶς γεγονέναι, χαὶ εἰ μὴ ταῦτα, οὐδὲ τάδε; 

Yıregpvos, ἔφη, ὦ Σώκρατες, ὃ Σιμμίας, δοχεῖ μοι ἡ αὐτὴ 
ἀνάγχη εἶναι, καὶ εἷς χαλόν γε καταφεύγει ὃ λόγος εἰς τὸ 
ὁμοίως εἶναι τήν TE ψυχὴν ἡμῶν τιρὶν γενέσϑαι ἡμᾶς καὶ 
τὴν οὐσίαν ἣν σὺ νῦν λέγεις. οὐ γὰρ ἔχω ἔγωγε οὐδὲν 
οὕτω μοι ἐναργὲς ὃν ὡς τοῦτο, τὸ πάντα τὰ τοιαῦτα εἶναι 


hin: wir können, sagt er, bei un- folgende ταῦτα in οὕτως ὥσπερ 


serer Geburt (γιγνόμενοῦ die ἐπι- 
στήμη der Ideen gewonnen haben. 
Sokrates widerlegt seine Behaup- 
tung: non possumus istas noliones 
nascentes accipere, quia easdem 
nascenles perdimus: neque enim 
aliud tempus inveniri potest, quo 
eas perdamus. 

Kap. 22. In der ersten Periode 
ist darauf aufmerksam zu machen, 
dafs das zweimal wiederkehrende 
ταῦτα verschiedene Beziehungen 
hat; in den Worten χαὲ ταῦτα 
ἐχείνῃ ἀπειχάζομεν, ist ταῦτα be- 
zogen auf τὰ 2x τῶν αἰσϑήσεων 
nevre, wogegen das kurz darauf 


zei ταῦτα ἔστιν auf ἃ ἃ ϑρυλοῦμεν 
ἀεί, χαλόν τε χαὶ ἀγαϑόν geht. 
Die ‘Worte ὑπάρχουσαν πρότερον 
ἀνευρίσχοντες ἡμετέραν οὐσαν 
sind zu erklären: ἀνευρίσχομεν 
τὴν͵ οὐσίαν, ἣ ἡμετέρα ἐστίν, ὅτι 
πρότερον ἡμῖν ὑπῆρχε ii. e. πρὸ 
τῆς γενέσεως oder ἔχ τοῦ πρὸ 
τῆς γενέσεως χρόνου ἡμῖν ὑπῆρχε. 
Simmias ist von der Beweisführung 
des Sokrates hingerissen: viermal 
bekräftigt er seine Überzeugung: 
ὑπερφυῶς δοχεῖ μοι ἡ αὐτὴ ἀνά- 
yan εἶναι, εἰς χαλόν γε “καταφεύ- 
γει ὃ λόγος δὲ ἢ; οὐδὲν οὕτω 
μοι ἐναργὲς ὃν ὡς τοῦτο ἔχω, 


ΦΑΊΔΩΝ. 48 


ὡς οἷόν re μάλιστα, καλόν ve χαὶ ἀγαϑὸν χαὶ τάλλα πάντα 
ἃ σὺ νῦν δὴ ἔλεγες" καὶ ἔμοιγε ἱκανῶς ἀποδέδειχται. Ti 
δὲ δὴ Κέβητι; ἔφη 6 Σωχράτης" δεῖ γὰρ χαὶ Κέβητα zrei- 
ϑειν. “Ιχαγῶς, ἔφη ὃ Σιμμίας, ὡς ἔγωγε οἴμαι" καίτοι 
χαρτερώτατος ἀνϑρώτπτων ἐστὶ 77008 τὸ ἀτειστεῖν τοῖς λό- 
γοις᾽ ἀλλ᾽ οἷμαι οὐχ ἐνδεῶς τοῦτο τυξτεῖσϑαι αὐτόν, ὅτι 
πρὶν γενέσϑαι ἡμᾶς ἣν ἡμῶν ἡ ψυχή. 

23. Εἰ μέντοι καὶ ἐπειδὰν ἀποϑάνωμεν ἔτι ἔσται, 
οὐδ᾽ αὐτῷ μοι δοχεῖ, ἔφη, ὦ Σώχρατες, ἀποδεδεῖχϑαι, ἀλλ᾽ 
ἔτι ἐνέστηχεν ὃ νῦν δὴ Κέβης ἔλεγε, τὸ τῶν στολλῶν, ὅττως 
μὴ ἀποϑνήσχοντος τοῦ ἀνϑρώπου διασχεδάγνυται ἢ ψυχὴ 
χαὶ αὐτῇ τοῦ εἶναι τοῦτο τέλος ἢ. τί γὰρ κωλύει γίγνε- 
σϑαι μὲν αὐτὴν --- καὶ ξυνίστασϑαι --- ἀλλοϑέν ποϑεν χαὶ 
εἶναι τιρὶν χαὶ εἰς ἀγνϑρώσιειον σῶμα ἀφιχέσϑαι, Erreudav 
δὲ ἀφίχηται καὶ ἀπταλλάττηται τούτου, τότε καὶ αὐτὴν τε- 
λευτᾶν χαὶ διαφϑείρεσθαι; Ev λέγεις, ἔφη, ὦ Σιμμία, Ö 
Κέβης. φαίνεται γὰρ ὥσττερ ἥμισυ ἀποδεδεῖχϑαι οὗ δεῖ, 
ὅτι τερὶν γενέσθαι ἡμᾶς ἣν ἡμῶν ἡ ψυχή" δεῖ δὲ προσα- 
ΡΤ ὅτι χαὶ ἐπειδὰν ἀποϑάνωμεν οὐδὲν ἧττον ἔσται. 
ἢ πρὶν γενέσϑαι, εἶ μέλλει τέλος ἡ ἀπόδειξις ἔχειν. Ano- 
δέδειχται μέν, ἔφη, ὦ Σιμμία τε χαὶ Κέβης, ö Σωχράτης, 
χαὶ νῦν, εἰ ϑέλετε συνϑεῖναι τοῦτόν ve τὸν λόγον εἰς ταῦ- 
τὸν χαὶ ὃν πρὸ τούτον ὡμολογήσαμεν, τὸ γίγνεσθαι σιᾶν 
τὸ ζῶν ἐχ τοῦ τεϑνεῶτος. εἶ γὰρ ἔστι μὲν ἡ ψυχὴ χαὶ 
πρότερον, avayın δ᾽ αὑτῇ εἰς τὸ ζῆν ἰούσῃ TE χαὶ γιγνο- 
μένῃ μηδαμόϑεν ἄλλοϑεν ἢ ἐχ ϑαγάτου χαὶ ἐχ τοῦ τεϑγά- 


ἔμοιγε ἱἹχανῶς ἀποδέδεικται. Der 


ten τί γὰρ κωλύει γίγνεσϑαι χ.τ. ἑ, 
subige Hinweis des Sokrates aber 


geändert und statt ἀλλοϑέν ποϑεν 
ἀμόϑεν ποϑὲν geschrieben hat, so 


auf Kebes, den χαρτερώτατος ἄν- 
ϑρώπων πρὸς τὸ ἀπιστεῖν τοῖς 
λόγοις, führt ihn von der Begei- 
sterung zur Überlegung zurück und 
erinnert ihn daran, dafs die Prä- 
existenz der Seele zwar bewiesen, 
ihre Fortdauer nach dem Tode, das, 
was Kebes bewiesen haben wollte, 
noch nicht dargelegt worden ist. 
Kap. 23. Wenn Becker die Les- 
art aller Handschriften in den Wor- 


hat er gewils geirrt. ‚Das später 
folgende ἀνάγκη δ᾽ αὐτῇ εἰς τὸ 
ζῆν ἐούσῃ τε χαὶ γιγνομένῃ FR 
δαμόϑεν ἄλλοϑεν weist auf 

vorhergehende ἄλλοϑέν ποϑεν Fr 
rück, welches nur nicht mit &vvi- 
σταύϑαι, sondern mit γίγνεσθαι 
zu verbinden ist. Es liegt hier 
wieder ein Beispiel jener volkstüm- 
lichen Ausdrucksweise vor, die Ho- 


44 HAATQNOZ 


var γίγνεσθαι, πῶς οὐκ ἀνάγχη αὐτὴν χαὶ ἐτεξιδὰν ἀτπιο- 
ϑάνῃ εἶναι, ἐτεειδή γε δεῖ αὖϑὲς αὐτὴν γίγνεσθαι; ἀτίο- 
δέδεικται μὲν οὖν ὅτιερ λέγετε χαὶ νῦν. 

34. Ὅμως δέ μοι δοχεῖς σύ τὲ καὶ Σιμμίας ἡδέως 
ἂν χαὶ τοῦτον διατιραγματεύσασϑαι τὸν λόγον ἔτι μᾶλλον, 
χαὶ δεδιέναι τὸ τῶν caldwv, μὴ ὡς ἀληϑῶς ὃ ἄνεμος αὐ- 
τὴν ἐχβαίνουσαν ἐχ τοῦ σώματος διαφυσᾷ zal διασχεδάν- 
γυσιν, ἄλλως τὲ χαὶ ὅταν τύχῃ τις μὴ ἐν νηνεμίᾳ, ἀλλ᾽ ἐν 
Kerle τινὶ 1 πνεύματι ἀσιοϑνήσχων. χαὶ ὃ Κέβης ἐπιγελά- 
σας Ὡς δεδιότων, ἔφη, ὦ Σώχρατες, τιξιρῶ ἀνατιείϑειν" 
μᾶλλον δὲ μὴ ὡς ἡμῶν δεδιότων, ἀλλ᾽ ἴσως ἔνε τις χαὶ ἐν 
ἡμῖν “ταῖς, ὅστις τὰ τοιαῦτα φοβεῖται" τοῦτον οὖν :εειρώ- 
ιεϑα τιείϑειν μὴ δεδιέναι τὸν ϑάνατον ὥσπερ τὰ μορμολύ- 


χέείια. 


mer und Plato lieben, ein Beispiel 
lebendiger Sprechweise, die einen 
Ausdruck oder selbst einen kurzen 
Satz gewissermafsen parenthetisch 
einflicht in die Satzverbindung, 
ohne diese dadurch zu unterbrechen. 

Der Einwurf, den Simmias macht, 
sich auf die früheren Worte seines 
Freundes Kebes berufend, und den 
Kebes in strafferer Ausdrucksweise 
wiederholt, giebt Sokrates Gelegen- 
heit, auf den allgemeinen Satz, von 
welchem seine Beweisführung aus- 
ging zurückzuweisen und das bis- 
her Gesagte abschliefsend zu ver- 
vollständigen: wenn jedes aus sei- 
nem ἐναντίον entsteht, dann mufs 
die Seele, wie sie aus dem Leben 
in das Totsein übertritt, so auch 
aus diesem wieder in das Leben 
zurückkehren. 


Kap. 24. Das vorliegende Ka- 
pitel leitet den dritten Beweis von 
der Unsterblichkeit der Seele ein, 
nach welchem von der Einfachheit 
der Seele auf die Unmöglichkeit, 
ihr Wesen zu trennen und so zu 
vernichten, geschlossen wird. Der 
Inhalt der kleinen Episode hat et- 


πον A DR El ων ἢ ur ir ἐᾷ δ, εξ υν ἣν 
Alla χρή, ἔφη ὃ Σωχράτης, ἐπᾷάδειν αὐτῷ ἑχάστης 


was eigentümlich Ergreifendes, weil 
er wieder jene Mischung von Scherz 
und Ernst zeigt, auf welche Plato 
im Beginne des Dialogs aufmerk- 
sam machte. Sokrates nennt harm- 
los scherzend seine Freunde Kin- 
der, die fürchten, dafs wahrhaftig 
(ὡς ἀληϑῶς) der Wind die Seele, 
sobald sie heraustritt aus dem Kör- 
per, zerbläst und zerweht, und fügt 
diesem Scherze den prächtigen Witz 
hinzu: „zumal wenn gerade einer 
nicht bei ruhigem Wetter, sondern 
bei einem so mächtigen Wehen 
stirbt.“ Kebes bricht trotz seiner 
ernsten Stimmung in ein Lachen 
aus und geht dann auf den Scherz 
des Meisters ein: „nimm an, dafs 
wir Furcht haben; nimm an, dals 
in uns ein Kind steckt, das derlei 
fürchtet, und überzeuge das Kind, 
dafs die Furcht vor dem Tode eitel 
ist, wie die vor dem schwarzen 
Manne.* „Seid ihr Kinder — ist 
der Gedanke der Antwort des So- 
krates — so hilft kein melde, 
sondern. ein ἐπίδει». Und nun 
nach des Kebes trauerndem ‚Ein- 
wurf: „woher sollen wir den ἔπῳ- 
δός nehmen, wenn du uns verläfst ?* 
die schöne Antwort des Sokrates, 


ΦΑΙΔΩΝ. 45 


ἡμέρας, ἕως ἂν ἐξεπᾷάσητε. Πόϑεν οὖν, ἔφη, ὦ Σώκρατες, 
τῶν τοιούτων ἀγαϑὸν ἐπῳδὸν ληψόμεϑα, Erreudn σύ, ἔφη, 
ἡμᾶς ἀπτολείτεεις; Πολλὴ μὲν ἡ “Ἑλλάς, ἔφη, ( Κέβης, ἐν 
ἧ ἔνεισί cov ἀγαϑοὶ ἄνδρες, πολλὰ δὲ χαὶ τὰ τῶν βαρ- 
βάρων γένη. οὺς χάντας χρὴ διερευνᾶσϑαι ζητοῦντας τοιοῦ- 
τον ἐπῳδόν, μήτε χρημάτων φειδομένους μήτε πόνων, ὡς 
οὐχ ἔστιν εἰς Ὁ τι ἂν εὐχαιρότερον ἀναλίσχοιτε χρήματα. 
ζητεῖν δὲ χρὴ χαὶ αὐτοὺς μετ᾽ ἀλλήλων" ἴσως γὰρ ἂν οὐδὲ 
ῥᾳδίως εὕροιτε μᾶλλον ὑμῶν δυναμένους τοῦτο πτοιεῖν. 
Alla ταῦτα μὲν δή, ἔφη, ὑπάρξει, ὃ Κέβης" ὅϑεν δὲ arre- 
λέπτομεν ἐττανέλϑωμεν, εἴ σοι ἡδομένῳ ἐστίν. Alla μὴν 
ἡδομένῳ ye’ ττῶς γὰρ οὐ μέλλει; Καλῶς, ἔφη. λέγεις. 
25. Οὐχοῦν τοιόνδε τι, ἢ δ᾽ ὃς ὃ Σωχράτης, δεῖ ἡμᾶς 
ἐρέσϑαι ἑαυτούς, τῷ ποίῳ τινὶ ἄρα προσήχει τοῦτο τὸ πά- 
ϑος χεάσχειν, τὸ διασχεδάννυσϑαι, χαὶ ὑττὲρ τοῦ πτοίου τι- 
γὸς δεδιέναι μὴ γχεάϑῃ αὐτό, χαὶ τῷ ποίῳ τινὶ οὔ" 
μετὰ τοῦτο αὐ ἐπισχέψασϑαι χεότερον ἢ won ἐστι, χαὶ 
ἐχ τούτων „> ἢ δεδιέναι ὑπὲρ τῆς ἡμετέρας ψυχήξ; 
“41ληϑῆ, ἔφη, λέγεις. Ao οὖν τῷ μὲν ξυγτεϑέγντι τε nal 
ξυνϑέτῳ ὄντι φύσει πιροσήχει τοῦτο πάσχειν, διαιρεϑῆγναι 
ταύτῃ ἧπερ ξυνετέϑη" δέ τι τυγχάνει ὃν ἀξύνϑετον, 
τούτῳ μόνῳ τιροσήχει μὴ ττάσχειν ταῦτα, εἴττερ τῷ ἄλλῳ; 
Δοκεῖ μοι, ἔφη, οὕτως ἔχειν, ὃ, Κέβης. Οὐχοῦν ἄτπτερ ἀεὶ 
χατὰ ταὐτὰ χαὶ ὡσαύτως ἔχει, ταῦτα μάλιστα εἰχὸς εἶναι 


\ 
χα! 


τὰ ἀξύνϑετα, τὰ δὲ 


die uns auch in ihrer Form so sym- 
pathisch ist, weil wir die Worte 
fast genau ebenso ordnen, wie der 
Grieche, „Zahlreich ist das Griechen- 
volk, mein Kebes, und in ihm leben 
wohl wackere Männer; zahlreich 
sind auch der Barbaren Geschlech- 
ter, und die alle mufs man durch- 
forschen und suchen nach einem 
solchen Sange, ohne Geld zu scho- 
nen oder Mühe, denn es giebt nichts, 
worauf ihr besser euer Geld ver- 
wenden könnt u. s. w.“ 

Zu den Worten ζητεῖν δὲ χρὴ 


φ “ > 
ἄλλοτ 


„nn \ 7, \ 
ἄλλως Hal μηδέχτοτε χατὰ 


zul αὐτοὺς sagt Stallbaum treffend: 
Relicta subito metaphora nune 
rem propris verbis eloquitur, ita 
ut ζητεῖν sit rem investigare. 
(Quod moneo, ne cui 6 superiori- 
bus intelligendum videatur τοιοῦ- 
τον ἐπῳδόν. 

Kap. 25. Alles, was ist, ist ent- 
weder ein ξύνϑετον oder ein ἀξύν- 
ϑετον. Ein ἀξύνϑετον ist αὐτὸ 
τὸ ἰσον, αὐτὸ τὸ καλόν, überhaupt 
τὸ ὃν — ἀξύνϑετα sind τὰ πολλᾶ, 
die Einzeldinge. Die sich immer 
verändernden ξύνϑετα sind sinnlich 


46 HAATQNOL 


ταὐτά, ταῦτα δὲ εἶναι τὰ ξύνϑετα; Ἔμοιγε δοχεῖ οὕτως. 
Ἴωμεν δή, ἔφη, ἐτεὶ ταῦτα ἐφ᾽ ἅτίερ ἐν τῷ ἔμτιροσϑεν 
λόγῳ. αὐτὴ ἡ οὐσία ἧς λόγον δίδομεν τοῦ εἶναι χαὶ ἐρω- 
τῶντες χαὶ ἀτιοχριγόμενοι, τότερον ὡσαύτως ἀεὶ ἔχει κατὰ 
ταὐτὰ ἢ ἄλλοτ᾽ ἄλλως; αὐτὸ τὸ ἴσον, αὐτὸ τὸ καλόν, αὐτὸ 
ἕχαστον ὃ ἔστι, τὸ ὄν, μή zcore μεταβολὴν χαὶ ἡντινοῦν 
ἐνδέχεται; ἢ ἀεὶ αὐτῶν ἕχαστον ὃ ἔστι, μονοειδὲς ὃν αὐτὸ 
χαϑ' αὑτό, ὡσαύτως χατὰ ταὐτὰ ἔχει χαὶ οὐδέποτε οὐ- 
δαμῇ οὐδαμῶς ἀλλοίωσιν οὐδεμίαν ἐνδέχεται; Ὡσαύτως, 
ἔφη, ἀνάγκη, ὃ Κέβης, κατὰ ταὐτὰ ἔχειν, ω Σώκρατες. Ti 
δὲ τῶν χολλῶν χαλῶν, οἷον ἀνϑρώττων ἢ ἵχσεων 7 ἵμα- 
τίων ἢ ἄλλων ὡντινωγοῦν τοιούτων, ἢ ἴσων ἢ χαλῶν ἢ 
χίάντων τῶν ἐχείνοις ὁμωνύμων; ἀρὰ κατὰ ταὐτὰ ἔχει, ἢ 
γᾶν τοὐναντίον ἐχείνοις οὔτε αὐτὰ αὑτοῖς οὔτε ἀλλήλοις 
οὐδέντοτε, (ὡς ἔστος εἰπεῖν, οὐδαμὼς χατὰ ταὐτά ἐστιν; Οὐ- 
τως αὖ, ἔφη, ταῦτα, ὁ ὁ Κέβης" οὐδέποτε ὡσαύτως ἔχει. 
Οὐχοῦν τούτων μὲν χὰν ἅψαιο χἂν ἴδοις xav ταῖς ἄλλαις 
αἰσϑήσεσιν αἴσϑοιο, τῶν δὲ κατὰ ταὐτὰ ἐχόντων οὐχ ἔστιν 
ὅτῳ ποτ᾽ ἂν ἄλλῳ ἐπιλάβοιο ἢ τῷ τῆς διανοίας koyı- 
σμῷ, ἀλλ᾽ ἐστὶν ἀειδῆ τὰ τοιαῦτα χαὶ οὐχ ὁρατά; Παν- 
Tarcaoıy, ἔφη, ἀληϑῆ λέγεις. 

26. Θῶμεν οὖν βούλει, ἔφη, δύο εἴδη τῶν ὄντων, τὸ 
μὲν δρατόν, τὸ δὲ ἀειδές; Θῶμεν, ἔφη. Καὶ τὸ μὲν ἀει- 


wahrnehmbar; die ἀξύ γϑετὰ erfalst allein und setzt für das διασκε- 


nur der λογισμὸς τῆς διανοίας 
die denkende Überlegung. 
Sokrates weist im Beginne seiner 
Auseinandersetzung mit dem dıe- 
σχεδάννυ σϑαι auf das διαφυσᾷ καὶ 
διασχεδάννυσι des vorigen Kapi- 
tels zurück. Er nennt dies διασκχε- 
δάννυσϑαι ein πάϑος, ein Aus- 
druck, der hier nicht farblos als 


Substantiv zu dem passiven πᾶ- 
σχειν, sondern als die Bezeichnung 
für Unglück zu nehmen ist, So- 
bald er mit den W. do’ οὖν τῷ 
μὲν ξυντεϑέντιε in den vollen Er nst 
der dialektischen Erörterung, über- 
geht, 


gebraucht er nur das πάσχειν 


δάννυσϑαι ein διαερεϑῆναιε ein. 

Die W. αὐτὴ ἡ οὐσία ἧς λόγον 
δίδομεν τοῦ eivaı giebt Wohlrab 
wieder: die Wesenheit selbst, für 
welche wir als Erklärung die des 
Seins geben d. h. die wir als das 
Sein erklären. Stallbaum erklärt 
die Worte mit dem Kap. 20 von 
Plato gebrauchten οἷς ἐπεσφραγι- 
ζόμεϑα τοῦτο, ὃ ἔστε und über- 
setzt: essentia illa, euius hanc red- 
dimus rationem, ut diecamus illam 
esse id, quod sit, 

Kap. 26. Sokrates identifiziert 
die Begriffe ξύνϑετον und ὁρατόν, 
sowie ἀξύνϑετον und ἀειδὲς und 


ΦΑΙΔΩΝ. ' 47 


\ AR \ 2 ΝΥ 5} \ ΧΑ ς x νὴ , \ 
δὲς ἀεὶ χατὰ ταὐτὰ ἔχον, τὸ δὲ δρατὸν μηδέτίοτε χατὰ 
: » m , 2 ΕἸ τῶ 27 
ταὐτά; Καὶ τοῦτο, ἔφη, ϑῶμεν. (βέρε δή, ῃ δ᾽ ὅς, ἄλλο 

κ᾿ nu 5 I N 
τι ἡμῶν αὑτῶν ἢ τὸ μὲν σῶμά ἐστι, τὸ δὲ ψυχή; Οὐδὲν 
ἄλλο, ἔφη. Ποτέρῳ ovv ὁμοιότερον τῷ εἴδει φαῖμεν ἂν 
εἶναι nal ξυγγενέστερον τὸ σῶμα; Παντί, ἔφη, τοῦτό γε 
» [dl ἀν Ὁ -» ς \ a 2 ͵, 
δῆλον, ὁτι τῷ δρατῷ. Τί δὲ ἡ ψυχή; ὁρατὸν ἢ Δειδές; 
Οὐχ ὑτε ἀγϑρώπων 7, ὠ Σώκρατες, ἔφη. Alla ἡμεῖς Ye 
τὰ ὁρατὰ χαὶ τὰ μὴ τῇ τῶν ἀνϑρώττων φύσει λέγομεν" ἢ 
ἄλλῃ τινὶ οἴει; Τῇ τῶν ἀνϑρώτεων. Ti οὖν τιξρὶ ψυχῆς 
λέ; ᾿ς Ἂς. 5 2 > ς mer Οὐ» ς , 24 δὲο 
ἔγομεν; ὁρατὸν. εἶναι ἢ οὐχ ὁρατόν; Οὐχ ὁρατόν. «ἀειδὲς 
» ὕ 
ἄρα; Ναί. ὋὉμοιότερον ἄρα ψυχὴ σώματός ἐστι τῷ ἄἀει- 
δεῖ, τὸ δὲ τῷ ὁρατῷ. Πᾶσα avayın, ὦ Σώκρατες. 
» [4 
27. Οὐχοῦν χαὶ τόδε ττάλαι ἐλέγομεν, τι ἡ ψυχή, 
co m 7 » x a 
ὁταν μὲν τῷ σώματι τιροσχρῆται εἰς τὸ 0xromelv τι ἢ διὰ 
m c - ὃ “ὦ ᾽ 1 a 2 n \ 2 
τοῦ ὁρᾶν ἢ διὰ τοῦ ἀχούειν ἡ δι ἄλλης τινὸς αἰσϑήσεως 
- δ᾽ \ \ - ’ \ 9 7. 
— τοῦτο γάρ ἐστι τὸ διὰ τοῦ σώματος, τὸ di αἰσϑήσεως 
σχοτεξῖν τι -- τότε μὲν ἕλχεται Uno τοῦ σώματος εἰς τὰ 
MW. \ 1! r 5 HRRRN.\ η m 
οὐδέπτοτε χατὰ ταὐτὰ ἔχοντα, χαὶ αὑτὴ πλανᾶται xal Ta- 
7 τ γον » co 7 co 7 
ράττεται χαὶ ἰλιγγιᾷ ὥσπερ μεϑύουσα, ατε τοιούτων ἐφα- 


ordnet nun mit Leichtigkeit dem 
ὁρατὸν und also auch” dem ξύν- 
$erov den Körper, deren Gegen- 
sätzen aber die Seele unter, Wie 
Kebes, der χαρτερώτατος ἀνθρώ- 
πων πρὸς τὸ ἀπιστεῖν auch hier 
nur zögernd nachgiebt, zeigt eine 
seiner Antworten, in welcher er sei- 
nem Nein das beschränkende ὑπ᾽ 
ἀνθρώπων γε beifügt. Es hilft 
ihm das aber nicht: er, muls als- 
bald mit einem πᾶσα ἀνάγκη un- 
bedingt beistimmen. 

Dals, Sokrates das ἀειδὲς statt 
des οὐχ ὁρατὸν einschiebe, um 
einen Anklang an den Hades zu 
gewinnen, wie Wohlrab anzudeu- 
ten scheint, möchte ich nicht be- 
haupten. 

Kap. 27. Wenn die Seele mit- 
tels 5 Sinne d. h. mit Hilfe des 
Leibes etwas zu erforschen sucht, 
ist sie dem Irrtum ausgesetzt; denn 


die sinnliche Wahrnehmung führt 
ihr nur die sinnliche Welt, das ewig 
Wechselnde nahe: wo sie aber für 
sich forscht, mit dem geistigen 
Sinne, dem Gedanken, dem λογι- 
σμὸς τῆς διανοίας, wie es oben 
hiels, da erfalst sie die Begriffe. Dar- 
aus folgt, dafs sie diesen ein ὁμοιό- 
τερον und ξυγγενέστερον, dals sie 
ὁμοιότερον ist τῷ ἀεὶ ὡσαύτως 
ἔχοντι, der Körper dagegen dem 
immer Wechselnden nahe steht. 
Der Leser empfindet aus der Fülle 
der Ausdrücke die Wärme der Über- 
zeugung, mit welcher Sokrates re- 
det: er führt das ἕλχεται εἰς τὰ 
οὐδέποτε χατὰ ταὐτὰ ἔχοντα, 
welches für die einfach logische 
Darlegung genügen würde, in bild- 
lichen Ausdrücken aus: πλαγᾶται 
καὶ ταράττεται καὶ ἰλιγγιᾷ ὥσπερ 
μεϑύουσα und gebraucht wie hier, 
so bald darauf, an rechter Stelle 


48 HAATONOX 


scrouevn; Πάνυ γε. Ὅταν δέ γε αὐτὴ χαϑ᾽ αὑτὴν 070707), 
ἐχεῖσε οἴχεται εἰς τὸ χαϑαρόν τε χαὶ ἀεὶ ὃν χαὶ ἀϑάνατον 
χαὶ ὡσαύτως ἔχον, χαὶ ὡς συγγενὴς οὖσα αὐτοῦ ἀεὶ er’ 
ἐχείνου τὲ γίγνεται, σταντίερ αὐτὴ χαϑ᾽ αὑτὴν γένηται χαὶ 
ἐξῇ αὐτῇ, καὶ seesvavral τε τοῦ rchavov χαὶ τεξρὶ ἐχεῖνα 
ἀεὶ χατὰ ταὐτὰ ὡσαύτως ἔχει, ἅτε τοιούτων ἐφαπτομένη" 
χαὶ τοῦτο αὐτῆς τὸ πάϑημα φρόνησις χέχληται; Παντα- 
σέασιν. ἔφη, χαλῶς χαὶ a) ηϑὴ λέγεις, ὦ Σώχρατες. ΠΠ|ο- 
τέρῳ οὖν av σοι δοχεῖ τῷ εἴδει χαὶ Er τῶν τὸν 
χαὶ ἐχ τῶν γῦν λεγομένων ψυχὴ ὁμοιότερον εἶναι χαὶ ξυγ- 
γενέστερον; Πᾶς ἂν ἔιιοιγε δοχεῖ, ἡ δ᾽ ὅς, ξυγχωρῆσαι, ὦ 
Σώχρατες, ἐκ ταύτης τῆς μεϑόδου, χαὶ ὃ δυσμαϑέστατος, 
ὅτι ὅλῳ χαὶ τταντὶ ὁμοιότερόν ἐστι ψυχὴ τῷ ἀεὶ ὡσαύτως 
ἔχοντι μᾶλλον ἢ τῷ μή. Τί δὲ τὸ σῶμα; Τῷ ἑτέρῳ. 
28. Ὅρα δὲ καὶ τῆδε, ὅτι, ἐπειδὰν ἐν τῷ αὐτῷ ὦσι 
ἱμνυχὴ χαὶ σῶμα, τῷ μὲν δουλεύειν χαὶ ἄρχεσϑαι ἡ φύσις 
γύροστάττει, τῇ δὲ ἄρχειν χαὶ δεσπόζειν" χαὶ χατὰ ταῦτα 
αὖ πότερόν σοι δοχεῖ ὅμοιον τῷ Helm εἶναι, καὶ σιότερον 
τῷ ϑνητῷ; ἢ οὐ δοχεῖ σοι τὸ μὲν ϑεῖον οἷον ἄρχειν τὲ 
χαὶ ἡγεμονεύειν πεεφυχέναι, τὸ δὲ ϑνητὸν ἄρχεσϑαί τε χαὶ 
δουλεύειν; Ἔμοιγε. Ποτέρῳ οὖν ἣ ψυχὴ ἔοικεν; Arke 
δή, ὠ Σώχρατες, ὅτι ἡ μὲν ψυχὴ τῷ ϑείῳ, τὸ δὲ σώμκια 
τῷ ϑνηφῷ, Iyortei δή, ἔφη, ὦ Κέβης, εἰ ἐκ πάντων τῶν 
εἰρημένων τάδε ἡμῖν ξυμβαίνει, τῷ μὲν ϑείῳ χαὶ ἀϑα- 
γάτῳ χαὶ νοητῷ καὶ μογοειδεῖ χαὶ ἀδιαλύτῳ χαὶ ἀεὶ ὡσαύ- 


das Polysyndeton: οἰχεται εἰς 
τὸ χαϑαρόν τε χαὶ ἀεὶ ὃν χαὶ 


Körper dient; das Gebieten ist ein 
θεῖον, das Dienen ein ,ϑνητόν: 


ἀϑάνατον χαὶ ὡσαύτως ἔχον. Der 
schwer zu überzeugende Kebes ist 
denn auch vollständig gewonnen 
und stimmt aus vollem Herzen bei: 
χαὶ ὃ δυσμαϑέστατος δοκεῖ συγ- 
χωρῆσαι und ὅλῳ καὶ παντὶ 
ὁμοιότερον ἐστιν N ψυχὴ, BE £. 

In den W. xai τοῦτο αὐτῆς τὸ 
πάϑημα φρόνησις κέχληται steht 
φρόνησις für πάϑημα φρονήσεως, 
der Zustand des Erkennens. 

Kap. 28. Die Seele gebietet, der 


folglich ‚n μὲν ψυχὴ ἔοιχε τῷ 
ϑείῳ, τὸ δὲ σῶμα τῷ ϑνητῷ. Die 
Fülle des Ausdrucks charakterisiert 
wieder die Darstellung: δουλεύειν 
καὶ ἄρχεσϑαι, ἄρχειν zul deono- 
ζειν, ἄρχειν TE χαὲ ἡγεμονεύειν. 
Der letzte Satz zieht dann aus all 
dem bisher Gesagten das Facit: τῷ 
μὲν Help χαὶ ἀϑανάτῳ χαὶ νοητῷ 
καὶ ιονοειδεῖ χαὶ ἀϑιαλύ τῳ καὶ 
ἀεὶ ὡσαύτως χατὰ ταὐτὰ ἔχοντι 
ἑαυτῷ ὁμοιότατὸν ἐστιν ἢ ψυχν 


ΦΑΙΔΩΝ. 49 


οὐ D m € ἌΣ % ’ » 
τως κατὰ ταὐτὰ ἔχοντι ἑαυτῷ ὁμοιότατον εἶναι Woyn, τῷ 
\ , -»" I ’ Rn 
δ᾽ ἀγϑρωπίνῳ χαὶ ϑνητᾷ al ἀνδήτῳ χαὶ στιολυειδεῖ χαὶ 
διαλυτῷ καὶ μη δέττοτε χατὰ ταὐτὰ ἔχοντι ἑαυτῷ δμοιότα- 
τον αὖ εἶναι σῶιια. ἔχομέν τι παρὰ ταῦτα ho λέγειν, 
ὦ φίλε Κέβης, ὡς οὐχ οὕτως ἔχει; Οὐχ ἔχομεν. 

29. Τί οὖν; τούτων οὕτως ἐχόντων ag οὐχὶ σώματι 
μὲν ταχὺ διαλόθσϑοὶ γυροσήχει, τνυχῇ δὲ au τὸ τταράτταν 
MN K% 5 0 ’ ‚ ἼΑ No \ ἘΚ Ὴ ) ag 
ἀδιαλύτῳ εἶναι ἢ ἐγγύς τι τούτου; Πῶς γὰρ οὐ; Evvozig 
5 w a 7 x 2 , ΟΝ \ \ ς 
οὖν, ἔφη, οτι, Erreidav αττοϑάνῃ 0 αγϑρῶώττος, τὸ μὲν 000- 
τὸν αὐτοῦ, τὸ σῶμα, χαὶ ἐν ὁρατῷ χείμεγνον, ὃ δὴ γνεχρὸν 
χαλοῦμεν, ᾧ τιροσήχει διαλύεσϑαι χαὶ διατείτετειν καὶ δια- 

&, > B) \ ΄ BERN , 2 ΩΝ 
γυνεῖσθϑαι, οὐχ εὐϑὺς τούτων οὐδὲν ττέπτονϑεν, ἀλλ Ertiei- 
χῶς συχνὸν ἐπιμένει χρόνον, ἐὰν μέν τις χαὶ χαριέντως 

» τὺ; «“ ΄ 
ἔχων τὸ σώμα τελευτήσῃ Aal ἐν τοιαύτῃ ὡρᾳ, χαὶ πανυ 
\ - n co 

μάλα. συμτηιεσὸν γὰρ τὸ σῶμα χαὶ ταριχευϑέν, WOTLEQ Hi 
,ὕ 2 , Ur γ ᾽ὔ 

ἐν “ἰγύτσττῳ ταριχευϑέντες, ὀλίγου ολὸν μένει ἀμήχανον 

c ΄ ΄ - ’ pP) m 

ὅσον χρόνον. ἔνια δὲ μέρη τοῦ σώματος, zal av σαττῇ, 

I -“ - \ » 7, a c 

ὀστᾶ TE Hal νεῦρα Kal τὰ τοιαῦτα σαντα, ὁμῶς ως ἔπος 

es 2 G ’ PL ’ 

eirreiv ἀϑαάνατά ἐστιν ἢ οὔ; Ναί. Ἢ δὲ ψυχὴ ἄρα, τὸ 

ἀειδές, τὸ εἰς τοιοῦτον τόττον ἕτερον οἰχόμενον γενναῖον 

χαὶ χαϑαρὸν χαὶ ἀειδῆ, εἰς Audov ὡς ἀληϑῶς, raga τὸν 


— und damit ist die Unauflösbar- 
keit, die Unsterblichkeit der Seele 
bewiesen. 

ξυμβαίνει ist der Ausdruck für 
die logische Schlufsfolgerung: „dar- 
aus ergiebt sich“, oder wie wir 
auch mit einem Verbum der Be- 
wegung sagen: „daraus folgt“. 


Überzeugung spricht aus einzelnen 
Ausführungen, so aus dem ergän- 
zenden und erlänternden Zusätze 
zu τὸ μὲν ὁρατὸν, αὐτοῦ, τὸ σῶμα, 
den W. χαὶ ἐν δρατῷ χείμενον 
(das im Kreise des Sichtbaren Lie- 
gende) — χαὶ διαπνεῖσϑαι, in de- 
nen ich die ΝΥ. zul διαπνεῖσϑαι 


Kap. 29. Die nächsten Kapitel 
beweisen nichts melhır, sondern sind 
nur der Ausdruck tiefer religiöser 
Überzeugung, das Bekenntnis des 
Glaubens des Sokrates. Es ist nicht 
einmal wahrscheinlich, dafs das 
Seelenleben mit dem Tode auf- 
höre; denn wenn schon der Körper 
den Tod und zwar oft recht lange 
überdauert, wie kann man sich ein- 
bilden, dafs die Seele, das ἀειδές, 
dem Tode .verfalle. Die Tiefe der 

Plato, Phädon. 


nicht verwerfen möchte; denn ein- 
mal bedeuten sie dem διαπίπτειν 
gegenüber eine passende Steige- 
rung — „der Leib zerfällt und wird 
vom Winde verweht“ ; sodann weist 
das Verbum auf das διαφυσᾷ des 
24. Kapitels zurück und sagt: „nicht 
die Seele ist's, welche verweht 
wird, sondern gerade der Leib“; 
endlich aber entspricht die Häufung 
der Ausdrücke anderen Stellen un- 
seres Kapitels, so den W. γενναῖον 


4 


" 


50 | TIAATQONOE 


ἀγαϑὸν καὶ φρόνιμον ϑεόν, ol, ἂν ϑεὸς ἐϑέλῃ, αὐτίκα zul 
τῇ ἐμῇ ψυχῇ ἰτέον, αὕτη δὲ δὴ ἡμῖν ἡ τοιαύτη καὶ οὕτω 
πεφυκυῖα ἀπταλλαττομένη τοῦ σώματος εὐθὺς δεατιεφρύση- 

ται χαὶ ἀπόλωλεν, ὥς φασιν οἱ πολλοὶ ἄνϑρωτίοι; σπολ- 

λοῦ γε δεῖ, W φίλε Κέβης τε χαὶ Σιμμία, ἀλλὰ ττολλῷ 
μᾶλλον ὧδε ἔχει" ἐὰν μὲν χαϑαρὰ ἀπαλλάττηται, μηδὲν 
τοῦ σώματος ξυνεφέλχουσα, ἅτε οὐδὲν χοινωγοῦσα αὐτῷ 
ἐν τῷ βίῳ ἕἑχοῦσα εἶναι, ἀλλὰ φεύγουσα αὐτὸ χαὶ συνη- 
ϑροισμένη αὐτὴ εἰς αὑτήν, ἅτε μελετῶσα ael τοῦτο -- 
τοῦτο δὲ οὐδὲν ἄλλο ἐστὶν ἢ ὀρϑῶς φιλοσοφοῦσα χαὶ τῷ 
ὄντε τεϑνάναι μελετῶσα ῥᾳδίως" ἢ οὐ τοῦτ᾽ ἂν eig ı μελέτη 
ϑαγνάτου; Παντάτιασί γε. Οὐχοῦν οὕτω μὲν ἔχουσα εἰς 
τὸ ὅμοιον αὐτῇ τὸ ἀειδὲς ἀπέρχεται, τὸ ϑεῖόν τε χαὶ ἀϑά- 
γατον χαὶ φρόνιμον, --- οἵ ἀφιχομένῃ ὑτεάρχεε αὐτῇ evdai- 
μονε εἶναι, τελάνης καὶ ἀνοίας καὶ φόβων καὶ ἀγρίων ἐρώ-- 


\ -»Ἥ 2 - 
τῶν χαὶ τῶν αἀλλων χαχῶν 


γμένῃ —, ὥστπτερ δὲ λέγεται 


καὶ καϑαρὸν καὶ ἀειδῆ, τὸ ϑεῖόν 
TE χαὶ ἀϑάνατον καὶ φρόνιμον, 
πλάνης καὶ ἀνοίας καὶ φόβων 
χαὶ ἀγρίων ἐρώτων u. 5. w. Die- 
selbe, ich möchte sagen, überspru- 
delnde Gewilsheit bekunden die 
\Worte, mit denen er die Seele dem 
Körper entgegenstellt: τὸ ἀειδές, 
τὸ εἰς τοιοῦτον τόπον ἕτερον οὐ- 
χόμενον ὅς. τ. &., das αὐτή ἡ τοιαύ- 
τῆ χαὶ οὕτως πεφυχυῖα U. 8. W., 
ferner das von Plato rhetorisch so 
sichtig angewandte Polysyndeton: 
διαλύεαϑαι καὶ διαπίπτειν καὶ 
διαπνεῖσθαι, ὀστᾷ τε καὶ νεῦρα 
καὶ τὰ τοιαῦτα πάντα, γενναῖον 
καὶ καϑαρὸν καὶ ἀειδῆ, τὸ ϑεῖόν 
τε χαὶ ἀϑάνατον καὶ φρόνιμον 
u. 8. Ὑ.» das zeigt, wie der Redner 
mit einer gewissen Eile spricht; 
sowie endlich die Art, wie er sich 
selbst unterbricht dem τοῦτο δὲ 
οὐδὲν ἄλλο ἐστὲν x. τ. δ. und nach 
seiner Zwischenfrage den nach den 
W. ἅτε μελετῶσα del τοῦτο unter- 
brochenen Satz mit dem οὐχοῦν οὕ- 


= b) ᾿ 2 
τῶν ἀνϑρωπείων ἀπηλλα- 
- , c 

χατὰ τῶν ᾿μεμυημένων, ὡς 


τως μὲν ἐς ὃ ‚wieder aufnimmt. 

Zu den W. ὺς τούτου im 
Anfang des Kapitels sagt Wohlrab: 
„Diese Beschränkung wird hinzu- 
gefügt, weil die Seele doch nur als 
etwas dem Göttlichen, Unsterb- 
lichen, Unauflösbaren Ähnliches er- 
wiesen ist, nicht aber als das Gött- 
liche, Unsterbliche, Unauflösbare 
selber.“ Ich möchte dieser Erklä- 
rung nicht beistimmen, sondern die 
Worte nur für eine Höflichkeitsfor- 

mel halten; denn das öuwoıorero» 
des vorigen Kapitels (τῷ μὲν ϑείῳ 
καὶ ἀϑανάτῳ — ὁμοιότατον εἶναι} 
ist wohl nur dem ϑεῖον gegenüber 
gebraucht worden, während ja das 
ἀδιάλυτον als korrespondierende 
Eigenschaft des ἀξύνϑετον nicht 
nahezu, sondern unbedingt Giltig- 
keit hat. Der Schlufs unseres Ka- 
pitels spricht aber die Ansicht des 
Sokrates mit einer solchen apodik- 
tischen Sicherheit aus, dals an eine 
Beschränkung irgendwelcher Art 
gar nicht zu denken ist, 


DATAQN. ol 


ἀληϑῶς τὸν λοιπὸν )} ρόνον μετὰ τῶν ϑεῶν διάγουσα; οὕτω 
φῶμεν, © Κέβης, ἢ ἄλλως. 

30. Οὕτω νὴ Al, ἔφη ὃ Κέβης. Ἐὰν δέ γε, οἶμαι, 
μεμιασμένη χαὶ ἀχάϑαρτος τοῦ σώματος ἀτταλλάττηται, 
ἅτε τῷ σώματι ἀεὶ ξυγοῦσα καὶ τοῦτο ϑεραπεεύουσα χαὶ 
ἐρῶσα χαὶ γεγοητευμένη Urt’ αὐτοῦ ὑπο TE τῶν ἐπιϑυμιῶν 
χαὶ ἡδονῶν, ὥστε μηδὲν ἄλλο δοχεῖν εἶναι ἀληϑὲς ἀλλ᾽ ἢ 
τὸ σωματοειδές, οὗ τις ἂν ἅψαιτο χαὶ ἴδοι χαὶ ττίοι χαὶ 
φάγοι χαὶ τιρὸς τὰ ἀφροδίσια χρήσαιτο, τὸ δὲ τοῖς ὄμμασι 
σχοτῶδες καὶ ἀειδές, νοητὸν δὲ χαὶ φιλοσοφίᾳ αἱρετόν, 
τοῦτο δὲ εἰϑισμένη μισεῖν τὲ χαὶ τρέμειν χαὶ φεύγειν, οὕτω 
δὴ ἔχουσαν οἴει ψυχὴν αὐτὴν χαϑ' αὑτὴν εἱλιχρινῆ ἀπαλ- 
λάξεσϑαι; Οὐδ᾽ διτωστιοῦν, ἔφη. «4λλὰ διειλημμένην γε, 
οἴμαι, ὑττὸ τοῦ σωματοειδοῦς, ὃ αὐτῇ ἡ ὁμιλία τε καὶ ξυ- 
γουσία τοῦ σώματος διὰ τὸ ἀεὶ ξυνεῖναι χαὶ διὰ τὴν πολ- 
λὴν μελέτην ἐνεποίησε ξύμφυτον; Πάνυ γε. Ἐμβριϑὲς δέ 
γε, ὦ φίλε, τοῦτο οἴεσϑαι χρὴ εἶναι καὶ βαρὺ καὶ γεῶδες 
χαὶ ὁρατόν" ὃ δὴ καὶ ἔχουσα ἡ τοιαύτη ψυχὴ βαρύνεταί 
τε χαὶ ἕλχεται seahıy εἰς τὸν ὁρατὸν τόπον, φόβῳ τοῦ 
ἀειδοῦς τε χαὶ “Ἵιδου, ὥστιερ λέγεται, περὶ τὰ μνήματά 


Mit dem διάγουσα am Schlufs fassen; hier aber deutet manches 


des Kapitels ist der Redner nicht 
aus der Konstruktion gefallen; denn 
das διάγουσα korrespondiert nicht 
mit dem εὐδαίμονι und “ἀπηλλα- 
γμένῃ, 8 sondern mit dem ἐ & ουσα in 
οὕτω μὲν ἔχουσα εἰς τὸ ὅμοιον 
αὐτῇ τὸ ἀειδὲς ἀπέρχεται, die W. 
οἱ ἀφικομένῃ --- ἀπηλλαγμένῃ aber 
“ΞΕ hu: Parenthesen zu schlielsen. 

«30. Man darf nicht glauben, 
Hz okrates in diesem und dem 
folgenden Kapitel in vollem Ernst 
das Leben der schlechten Seelen 
nach dem Tode schildert; er spricht 
vielmehr nur seine Ansicht aus über 
den Zustand, welchen sie nach dem 
Tode verdient hätten. Ich glaube, 
man darf überhaupt die Stellen, an 
denen Plato die Pythagoräische 
Lehre von der Seelenwanderung be- 
rührt, nicht so ernst gemeint auf- 


darauf hin, dafs Sokrates nur seiner 
regen Phantasie die Zügel schiefsen 
läfst und nicht als Philosoph, son- 
dern als Dichter redet; hat sich doch 
im vorhergehenden schon die Dar- 
stellung zu dichterischem Schwunge 
erhoben. Dafs Sokrates nicht im 
Ernst redet, zeigt allein schon der 
Schlufs unseres Dialoges, der von 
dem Gericht erzählend, das aller 
Toten im Hades wartet, mit dem 
hier Gesagten in Widerspruch stehen 
würde. Mir scheint der milde Scherz 
hervorzublicken aus einzelnen Ge- 
danken und Wendungen, aus dem 
Gedanken, welcher in den Worten 
liegt: ἀλλὰ διειλημμένην — ἔνε- 
ποίησε ξύμφυτον, dals das σωμα- 
τοειδὲς mit der Seele, die sich nie 
von dem σῶμα freizumachen be- 
müht gewesen ist, in ‚eins ver- 
4* 


Ὶ 


ἊΝ ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τὲ χαὶ τοὺς τάφους χυλινδουμένη, τιδρὶ ἃ δὴ χαὶ ὥφϑη 
ἄττα WvyWv σχιοειδὴ φαντάσματα, οἷα τεαρέχονται ai τοι- 
αὖται ψυχαὶ εἴδωλα, αἱ μὴ χαϑαρῶς ἀγτολυϑεῖσαι,, ἀλλὰ 
τοῦ ὁρατοῦ μετέχουσαι, διὸ καὶ ὁρῶνται. Einog γε, ὦ Σώ- 
χρατὲς. Εἰχὸς μέντοι, ὠ Κέβης" χαὶ οὔ Ti γε τὰς τῶν 
ἀγαϑῶν ταύτας εἶναι, ἀλλὰ τὰς τῶν φαύλων, al τεερὶ τὰ 
τοιαῦτα ἀναγχάζονται τελανᾶσϑαι δίχην τίνουσαι τῆς τερο- 
τέρας τροφῆς χαχῆς οὔσης" χαὶ μέχρι γε τούτου τιλανῶν- 
ται, ἕως ἂν τῇ τοῦ ξυνετταχολουϑοῦντος τοῦ σωματοειδοῦς 


ἐπιϑυμίᾳ Koh ἐνδεϑῶσιν εἰς σῶμα. 


31. ὈἘνδοῦνται δέ, 


a IR, τ nn ΕΝ 
WOTITEO ειχος, εἰς το! αυτ α nı ἢ 


Ὁ ἔνν" DJ} Ἂ δι \ Er , 3 - , N 

orroi ar ἂν za μεμελετηχυῖαι τύχωσιν Ev τῷ βίῳ. Ta 

zeoia δὴ ταῦτα λέγεις, ὦ Σώχρατες; Οἷον τοὺς μὲν yaoroı- 
᾿, co a ᾿ 

μαργίας Te χαὶ υβρεις χαὶ φιλοπτοσίας μεμελητηχότας χαὶ 

ὴ , \ 52 ’ 5 z 

un διευλαβημένους εἰς Ta τῶν ὄνων γένη χαὶ τῶν τοιού- 


λ \ 
των ϑηρίων εἰχὸς ἐνδύεσϑαι" 
\ 7, I ΄ \ , \ 
Τοὺς δέ γε adıziag τὲ χαὶ τυραννίδας χαὶ 


εἰχὸς λέγεις. 


ἈᾺ 8 Υ} , \ 5 
ἢ οὐκ oleı; Ilavv μὲν οὖν 


c x ! Ἂς \ 52 nn. \ c 2 
αρήαγας TTOOTETLUNKOTUG EIS τὰ TWV Λυχὼν TE zal LEOU- 


wachse, und aus der Schlufsfol- 
gerung διὸ χαὶ δρῶνται; denn 
der erste Gedanke stellt die ganze 
frühere Beweisführung auf den 
Kopf, wenn er es als möglich hin- 
stellt, dals ein Verwachsen der 
Seele mit dem Körperlichen statt- 
finden könne und die W. διὸ χαὶ 
δρῶνται Spitzen, an einen phan- 
tastischen Glauben anknüpfend, die- 
sen Gedanken in doch gewils 
scherzhafter Weise zu, wenn sie 
klar behaupten, das οὐχ δρατὸν 
könne in den Fall kommen nach 
dem Tode körperliche Gestaltung 
zu behalten. An einen Scherz 
scheint mir auch die Substituierung 
des σωματοειδὲς an Stelle des 
δρατὸν anzuklingen, sowie gewils 
die Verbindung σχοτῶδες καὶ ἄει- 
δὲς mit dem folgenden vontov δὲ 
καὶ φιλοσοφίᾳ αἱρετόν, in welcher 
man nur die W, zul ἀειδὲς fort- 
zulassen braucht, um das Scherz- 
hafte des σχοτῶϑες id est γοητὸν 


χαὶ φιλοσοφίᾳ αἱρετὸν τὰ empfin- 
den, und die etwas derbere φόβῳ 
τοῦ ἀειδοῦς TE καὶ Ἅιδου. 

Kap. 31. Hier tritt der Scherz 
des Sokrates deutlicher hervor in 
den derben Wendungen: „die 
Schlemmer werden später Esel und 
dergleichen und die Gewaltthätigen 
Wölfe und Geier und Habichte*, 
bis er sich steigert zur offenbaren 
Ironie, wie die Übersetzung des 
letzten Teiles unseres Kapitels am 
besten zeigt: „Liegt’s nicht klar zu 
Tage, wohin all die übrigen kom- 
men werden, wenn man die Ahn- 
lichkeit des Strebens ins Auge falst? 
— Ganz klar; gewils! — Sind nicht 
die glücklichsten von ihnen — die 
dann auch an den herrlichsten Ort 
kommen — die, welche des Demos 
und des Staates Tugend naclıge- 
strebt haben, der sogenannten Be- 
sonnenheit und Gerechtigkeit, er- 
zeugt durch gewohnheitsmälsige 
Übung ohne philosophisches Nach- 


ΦΑΙΔΩΝ. 58 


χων χαὶ ἰχτίνων γένη" ἢ ‚vol av ἄλλοσέ φαμὲν τὰς τοιαύ- 
τας ἰέναι; Ἀμέλει, ἔφη ὁ ὁ Κέβης, εἰς τὰ τοιαῦτα. Οὐχ- 
οὗν, ῃ δ᾽ ὅς, δῆλα δὴ χαὶ τάλλα, οἱ ἂν ἕκαστα ἴοι, χατὰ 
τὰς αὐτῶν ὁμοιότητας τῆς μελέτης; Ankov δή, ἔφη" πῶς 
δ᾽ οὔ; Οὐχοῦν εὐδαιμονέστατοι, ἔφη, χαὶ τούτων εἰσὶ καὶ 
εἰς βέλτιστον τόπον" ἰόντες οἱ τὴν δημοτικὴν TE καὶ 700- 
λιτιχὴν ἀρετὴν ERROR) nv δὴ καλοῦσι σωφροσύ- 
γὴν» TE καὶ δικαιοσύνην, ἐξ ἔϑους TE καὶ μελέτης γεγονυῖαν 
ἄνευ «φιλοσοφίας TE χαὶ γοῦ; Im δὴ οὗτοι εὐδαιμονέστα- 
τοι; Ὅτι τούτους εἶχός ἐστιν εἰς τοιοῦτον τιάλιν apınvei- 
σϑαι “πολιτικόν TE καὶ ἥμερον γένος, 3) που μελιττῶν ἢ 
σφηχῶν ἢ μυρμήχων, ἢ καὶ εἰς ταὐτόν γε τιάλιν τὸ ἀνϑρώ- 
zeıwov γένος, χαὶ γίγνεσθαι ἐξ αὐτῶν ἄνδρας μετρίους. 
Eixoc. 

32. Εἰς de ye ϑεῶν γένος μὴ φιλοσοφήσαντι χαὶ σεαν- 
τελῶς καϑαρῷ arıovrı οὐ ὩΣ ἀφιχνεῖσϑαι ἄλλῳ ἢ τῷ 
φιλομαϑεῖ. ἀλλὰ τούτων EVEXG, ὠ ἑταῖρε Σιμμία τὲ καὶ 
Κέβης, οἱ ὀρϑῶς φιλοσοφοῦντες ἀτιέχονται τῶν χατὰ τὸ 
σῶμα ἐπιϑυμιῶν ἁπασῶν καὶ καρτεροῦσι χαὶ οὐ τιαραδι- 
δόασιν αὐταῖς αὑτούς, οὔ τι οἰχοφϑορίαν τε χαὶ τιενίαν 
φοβούμενοι, ὥστιερ οἱ τιολλοὶ καὶ φιλοχρήματοι" οὐδὲ αὖ 
ἀτιμίαν τε χαὶ ἀδοξίαν μοχϑηρίας δεδιότες, ὥσπερ οἱ φί- 
λαρχοί TE χαὶ φιλότιμοι, Eivsıta ἀπέχονται αὐτῶν. Οὐ γὰρ 
ἂν πρέποι, ἔφη, ö Keßns. Οὐ μέντοι μὰ 
Al, ἡ δ᾽ ὅς. τοιγάρτοι τούτοις μὲν ἅἄπτασιν, ἔφη, ὦ Κέ- 


ὠ “Σώκρατες τὴ 


denken? — Wie sind die die glück- 
Jichsten? — Weil sie wahrschein- 
lich wieder in eine politisch gebil- 
dete und zahme Art kommen, ent- 
weder Bienen oder Wespen oder 
Ameisen werden, oder auch wieder 
in denselben Menschenschlag über- 
gehen und aus ihnen Männer wer- 


den von mälsigen Gaben. — Na- 
türlich!* — 
Kap. 32. Die Worte ἄλλῳ ἢ τῷ 


φιλομαϑεῖ, in denen φιλομαϑῆς 
gleich φιλοσοφῶν ist, stehen appo- 
sitionell zu un φιλοσύφήσαντι zul 


παντελῶς καϑαρῷ ἀπιόντι: „Zu 
der Götter Geschlecht ist es nicht 
verstattet zu gelangen einem, der 
nicht Philosophie trieb und gänz- 
lich gereinigt von hier scheidet d.h. 
einem anderen als dem, der das 
Studium lieb hat.“ Die οὐ φιλο- 
σοφήσαντες bezeichnet, er bald 
näher durch Beispiele ὥσπερ οἱ 
πολλοὶ καὶ φιλ ΤΠ μάτην wie die 
grolse, Menge der Geldmenschen, 
und ὥσπερ οἱ φίλαρχοί τε καὶ 
φιλότιμοι, wie die Herrsch- und 
Ehrsüchtigen. Warum man an dem 


54 TAATQONOE 


| er T , -" (= > - Ψ x x ᾽ὔ 
βης, ἐχεῖνοι, οἷς τε μέλει τῆς αὑτῶν ψυχῆς, ἀλλὰ μὴ σώ- 
4 nd , N | x 
uara scharvovres ζῶσι, χαίρειν εἰτιόντες οὐ χατὰ ταὐτὰ 
ἢ 2 = ς > ’ c er . 
πορεύονται αὑτοῖς, ὡς οὐχ εἰδόσιν ὅπῃ ἔρχονται, αὐτοὶ δὲ 
ς ΄ μὴ eh > , » N - 
ἡγούμεγοι οὐ δεῖν ἐναντία τῇ φιλοσοφίᾳ πράττειν χαὶ τῇ 
ἐχείνης λύσει TE χαὶ χαϑαρμῷ ταύτῃ τρέπονται ἐχξδίνῃ ἕττό- 
μδγοι, ἡ ἐχείνη ὑφηγεῖται. 
99. Πῶς, ὦ Σώχρατες; Ἐγὼ ἐρῶ, ἔφη. γιγνώσχουσι 
r 5 NY. c ar - 3 Ἐξ 
γάρ, n ὃ ὃς, οἱ φιλομαϑεῖς ὁτι παραλαβοῦσα αὑτῶν 
x « , I -»"ἭἪ , n [4 
τὴν ψυχὴν ἡ φιλοσοφία ἀτεχνῶς διαδεδεμένην Ev τῷ σώ- 
μ᾽ [4 2 , ΄“ 
ματι χαὶ σιροσχεχολλημένην, ἀναγχαζομένην δὲ ὠστπίερ 
3 - \ r 3 ’ > 2 
δὲ εἱργμοῦ διὰ τούτου σχοττεῖσϑαι τὰ ὄντα ἀλλὰ μὴ αὐ- 
\ 3 εἴς ὦ NER ren , , De Ν 
τὴν δι αὑτῆς, χαὶ ἐν πάσῃ ἀμαϑίᾳ κυλενδουμένην, χαὶ 
- - x ’ “«- 2 4 
τοῦ εἱργμοῦ τὴν δεινότητα zarıdovoa ὅτι δι ἐπιϑυμίας 


ἐστίν, 


Ausdrucke σώματα πλάττειν (ἀλλὰ 
μὴ σώματα πλάττοντες 500.) An- 
stols genommen und statt seiner 
σώματι πράττειν geschrieben hat, 
verstehe ich nicht. Stallbaum er- 
klärt richtig: Dieuntur σώματα 
πλάττειν proprie, qui corpus ar- 
tificiose fingunt et formant, simi- 
liter dique Latine homines_deli- 
cati dicuntur fingere incessum, 
fingere vultum. Plato sagt an einer 
anderen Stelle (Rep. IV, 317, Τὰς 
πλάττειν τὰς ψυχὰς τοῖς αὐϑοις 

πολὺ μᾶλλον ἢ τὰ σώματα ταῖς 
χερσίν. Nach dieser Stelle könnte 
man die unsrige erklären: οἷς μέλει 
τὰς αὑτῶν ψυχὰς πλάττειν, ᾿ἀλλὰ 
μὴ σώματα πλάττοντες ξῶσικ. TE. 

Kap. 33. Grolse Schwierigkeit 
haben der Erklärung die Worte χαὲ 
τοῦ εἱργμοῦ τὴν δεινότητα — &ul- 
λήπτωρ εἴη τοῦ δεδέσϑαι ge- 
macht. Zunächst ist darauf auf- 
merksam zu machen, dafs Sokrates 
nach griechischer Gewohnheit das 
Subjekt des abhängigen Satzes als 
Objekt zum Verbum des Haupt- 
satzes zieht und τὴν δεινότητα κα- 
τιδοῦσα ὅτι δι᾿ ἐπιϑυ lag ἔστιν 
sagt statt: χατιδοῦσα ὅτι ἢ δεινό- 
τῆς δι᾿ ἐπιϑυμίας ἔστιν. Nun 


a ΄ ET , > r 
ὡς av μάλιστα αὐτὸς ὃ δεδεμένος ξυλλήπτωρ εἴη 


ist 7 δεινότης τοῦ εἱργμοῦ die 
Kraft des Eingeschlossenseins, der 
Gefangenschaft, die Bedeutung der- 
selben, der Ausdruck dr’ ἐπιϑυμί ας 
εἶναι. ist aber der Gegensatz von 
δι᾿ ξαυτοῦ γίγνεσϑαι (cf. Plat. 
Tim. 41 Ο) und bezeichnet gegen- 
über dem δι᾿ ἑαυτοῦ γίγνεσϑαι, 
dem „selbständig sein“, die Abhän- 
gigkeit, von der Begierde; die Par- 
tikel ὡς ferner Ἄν. ἂν μάλιστα 
ὅ δ) leitet keinen konsekutiven 
Satz „ein, obwohl Wohlrab meint, 
ὡς dv — εἴη sei nur als Konseku- 
tivsatz zu verstehen, sondern ist 
relativisch zu fassen und bezieht 
sich zurück auf δι᾿ ἐπιϑὺυ μίας, ist 
also -- di’ ἧς; endlich ist κάλιστα 
eng mit αὐτὸς ὃ δεδεμένος zu ver- 
binden „gerade er, der Gefesselte“. 
Darnach heilsen die Worte: „die 
Philosophie sieht, dafs das Gefäng- 
nis, das Gefangensein seine Kraft 
aus der Begierde zieht (dals seine 
Kraft eine Folge der Begierde ist), 
durch welche gerade er, der Ge- 
fangene,. selbst zum Helfershelfer 
des Gefesseltseins wird d. h. sich 
selbst immer fester in seinen Ketten 
fesselt“ (av εἴη mildere Ausdrucks- 
weise für &orin). 


ΦΑΙΔΩΝ. | 55 


ἂν ’ co 3 7 ᾿ Ye ς 
τοῦ δεδέσθαι, — οὐτερ οὖν λέγω, γιγνώσχουσιν οἱ φιλο- 
ps c a m N ’ 2 
naseis ὅτι οὕτω παραλαβοῦσα ἢ φιλοσοφία ἔχουσαν αὖ- 
» \ > N zu ,ὕ a 
τῶν τὴν ψυχὴν ἠρέμα παραμυϑεῖται καὶ λύειν ἐπειχειρεῖ. 
/ a ’ \ » > - 
ἐνδεικνυμένη ὅτι ἀπάτης μὲν μεστὴ ἡ διὰ τῶν ὀμμάτων 
N 2 ’ \ c \ n "7 \ m 27 > ‚ 
or&1ıs, ἀπάτης δὲ ἡ διὰ τῶν των χαὶ τῶν ἄλλων αἰσϑη- 
,ὔ > Ἔ [4 \ 
σεων, τιυδξίϑουσα δὲ ἔχ τούτων μὲν ἀναχωρεῖν 0009 μὴ 
2. 2 = - 2 ΟΝ \ 2 CHEN α΄ ᾿ 
ἀνάγχη αὑτοῖς χρῆσϑαι, αὑτὴν δὲ εἰς αὑτὴν ξυλλέγεσθϑαι 
χαὶ ἀϑροίζεσϑαι πταραχελευομένη, πιστεύειν δὲ μηδενὶ 
IE 2 Ὅσο ἐν Ἂν νι EI Ze a 2 ΄ DEREN 2 ς 
ἄλλῳ ἀλλ᾽ ἢ αὑτὴν αὐτῇ, 0 τι ἂν vonon αὑτὴ χαϑ' αὖ- 
\ EN 2 EAN - 3) a Seh 2,53. 
τὴν αὐτὸ χαϑ' αὑτὸ τῶν ὄντων" ὃ τι ὃ av δὲ ἀλλων 
» Υ͂ 2 \ -" 2 [4 5 
σχοτοῇ ἐν ἄλλοις ον ἄλλο, μηδὲν ἡγεῖσθαι ἀληϑές" εἶναι 
- Ὰ ", a 2 
δὲ τὸ μὲν τοιοῦτον αἴσϑητόν τε χαὶ ὁρατόν, ὃ δὲ αὐτὶ 
» \ 5 ,ὕ ,ὔ 5 m 7 > > 
ὁρᾷ νοητόν TE χαὶ ἀειδές. ταύτῃ οὖν τῇ λύσει οὐχ οἷο- 
7, m 3 2 ς νοις 2 m ’ \ 
μένη δεῖν ἐναντιοῦσϑαι ἡ τοῦ ὡς ἀληϑῶς φιλοσόφου ψυχὴ 
ce Bir a - es EN 
οὕτως ἀπέχεται τῶν ἡδονῶν re xal ἐπιϑυμιῶν χαὶ λυπῶν 
\ ’ DICH ’ , ΄“ 2 7, 
χαὶ φόβων χαϑ' 0009 δύναται, λογιζομένη ὁτι, ἐπειδάν 
7 ς ἂν τ ,\ >)! N We ,ὔ 2 
τις σφόδρα ἡσϑῇ ἢ φοβηϑῇ ἢ λυπηϑῇ ἡ ξπιϑυμήσῃ; οὐ- 


νη x ’ 2 2) > m u ἢ 
δὲν τοσοῦτον χαχὸν ἔπαϑεν ἀπ αὑτῶν 0009 ἂν τις oiN- 


, ΓΞ a 
Fein, οἷον T, 


Über die kleineren Schwierigkei- 
ten der langen Periode hilft am 
besten die Übersetzung fort: „Es er- 
kennen die Lernbegierigen: die Phi- 
losophie erfalst ihre Seele — die 
durchaus gefesselt ist an den Kör- 
per und ihm angeleimt, die not- 
wendig wie durch ein Gitter durch 
ihn alles betrachten mufs und nicht 
durch sich selber und die so in 
allerlei Unklarheit sich umhertreibt 
— und erkennt, dafs die Stärke 
dieses Gitters auf der Begierde be- 
ruht, durch welche gerade er sel- 
ber, der gefangene Mensch, sich 
selbst weiter zu fesseln hilft — 
wie gesagt, sie erkennen: die Phi- 
iosophie erfalst ihre so geartete 
(οὕτως ἔχουσαν») Seele und redet 
ihr ruhig zu und versucht allmäh- 
lich (ἡρέμα gehört zu παραμυϑεῖς- 
ται und zu ἐπιχειρεῖ) sie zu be- 
freien, zeigt ihr, dafs von Täu- 


; γοσήσας ἢ τι ἀναλώσας διὰ τὰς ἐπιϑυμίας, 


schung voll ist die Wahrnehmung 
der Augen, voll die der Ohren und 
der andern Sinne, überredet sie, 
aus deren Gebiete (ἐκ τούτων) zu 
weichen, soweit man sie nicht not- 
gedrungen gebrauchen mulfs, reizt 
sie, sich auf sich selbst zurückzu- 
ziehen und sich zu sammeln und 
keinem andern zu glauben als sich 
selber, was immer sie erkennen 
wird, sie für sich ein (anderes) für 
sich Seiendes; was sie auf ande- 
rem Wege erschaue an anderem als 
ein anderes (d. h. als ein von ihr 
Verschiedenes), darin solle sie nicht 
ein Wahres sehen; das Derartige 
gehöre dem Gebiete der Sinnenwelt 
und des Sichtbaren an; was sie 
aus eigner Kraft (αὐτῇ) aber sehe, 
das liege im Kreise des Erkenn- 
baren und Unsichtbaren. 

In den W. ὅσον ἄν τις οἰηϑείη 
heilst τις mancher. 


56 IAATRNOE 


in a y ει , ᾿ , μ ) x G , - 
ἀλλ΄ ὃ πάντων μέγιστόν τὲ χαχὸν Aal ἔσχατόν ἐστι, τοῦτο 
’ > Ὁ > , nm - 3 ’ 
σασχὲι Aal οὐ λογίζεται αὐτό. Ti τοῦτο, ὦ Σωχρατες; ἔφη 
c ’ 
ὁ Κέβης. Ὅτι ψυχὴ παντὸς ἀγϑρώτοου ἀναγκάζεται ἅμα 
ς er 
τὲ ἡσϑῆναι ἢ λυτηϑῆναι σφόδρα ἐπέ τῳ καὶ ἡγεῖσθαι, 
N υδι ὟΝ re » ’ μ f ’ 
“ἐρὶ ὃ av μάλιστα τοῦτο 7aOXN, τοῦτο ἐναργέστατόν TE 
εἶναι καὶ αληϑέστατον οὐχ ουτως ἔχον" ταῦτα δὲ μάλιστα 
’ ” ’ δ, , > - ἂ - ! [4 
ὁρατά" ἢ οὔ; Πάνυ γε. Οὐχοῦν ἐν τούτῳ τῷ τιάϑει μιά- 
λιστα καταδεῖται ψυχὴ vo σώματος; Πῶς δή; Ὅτι ἑχά- 
στὴ ἡδονὴ χαὶ Avsın ὡστίερ ἧλον. ἔχουσα τιροσηλοῖ αὐτὴν 
1005 τὸ σῶμα καὶ τιροστιερογᾷ χαὶ zcoLei σωματοειδῆ, δο- 
, .- m > - y co r \ \ - - 
ξαζουσαν ταῦτα ἀληϑῆ εἰναι ατόδρ ἂν χαὶ τὸ σώμα φῇ. 
\ - an. > ,ὔ ΩΝ ) ὩΣ ᾿ 
ἐχ γὰρ τοῦ ὁμοδοξεῖν τῷ σώματι χαὶ τοῖς avroig χαίρειν 
> “- 5) ς ΄ , ς , , 
αναγχάζεται, οἰμαι, ομότροτιός TE χαὶ ὁμότροφος γίγνε- 
\ ἢ ΔΑ » cr γ F 
σθαι χαὶ οἵα μηδέποτε χαϑαρῶς εἰς HArdov ἀφιχέσϑαι, 
> N - , Ὑ Bi } (d2 \ , 5 
αλλ αξὶ τοῦ σώματος ανατελέα ἐξιέναι, WOTE ταχὺ scakıy 
N „en - \ co ᾿ ’ 
γέτιτειν εἰς ἄλλο σῶμα zul WOTLEQ στεδιρομένη ἐμφύεσϑαι, 
χαὶ ἐκ τούτων ἄμοιρος εἰναι τῆς τοῦ ϑείου τὲ χαὶ καϑα- 
- \ re ᾿ 2 n , ’ nz 
E00 καὶ μονοειδοὺς συνουσίας. «ΑΙληϑέστατα, ἔφη, λέγεις, 
ς αν ὧν 3 ὔ 
ὁ Κέβης, ὦ Σωχρατες. 
84. Τούτων τοίνυν ἕνεχα, ὦ Κέβη S, οἱ διχαίως φι- 
λομαϑεὶῖς κόσμιοί εἰσι χαὶ ἀνδρεῖοι, οὐχ ὧν οἱ τιολλοὶ ἕνεχα 
P)} 
φαίνονται" ἢ σὺ οἴει; Οὐ δῆτα ἔγωγε. Οὐ γὰρ ἀλλ᾽ οὕτω 
΄ ’ P} BL \ > \ n ΄ ᾿] > » 
λογίσαιτ av ψυχὴ ἀνδρὸς. φιλοσόφου, καὶ οὐχ ἂν οἐηϑείη 
\ \ ” ’ - \ nt . ’ > 2 , 
τὴν μὲν φιλοσοφίαν χρῆναι ἑαυτὴν λύειν, λυούσης δὲ &xei- 
> \ Τὰ x c En \ “er c \ 
γῆς αὐτὴν svagadıdovar ταῖς ἡδοναῖς χαὶ Avsaıs ἑαυτὴν 
Ταῦτα δὲ μάλιστα δρατά scil. die Seele des Philosophen. dafs, 
εἶναι ἃ. ἢ. dies sei aber allemal ein während die Philosophie an ihrer 
Sichtbares. Zu ögar« gegen die Befreiung arbeitet, sie sich durch 
Handschriften nach Heindorf, dem Hingabe an Freude und Leid immer 
Becker, Stallbaum, Wohlrab folgen, wieder fesseln dürfe an den Kör- 
den Artikel zu setzen, erscheint per. Denn so würde sie in einer 
nicht notwendig. der Handlungsweise der Penelope 
Kap. 34. Auf den angeführten entgegengesetzten Art handeln d.h. 
Gründen beruht die Sıttlichkeit des während Penelope ihr Gewebe erst 
wahren Philosophen während sei-  vollende oder doch an seiner Voll- 
nes Lebens (χόσμιοι) und der Man- endung arbeite und es dann wieder 
nesmut, mit welchem er, gleich auftrenne (Abo), so lasse sie sich 


dem Sokrates, dem Tode entgegen- erst vom Körper trennen durch die 
sieht (ἀνδρεῖοι); nicht aber wähnt Philosophie (Avsıp) und binde sich 


ΦΑΙΔΩΝ. 57 


/ ΕῚ Nino, De. ͵ , - 
σεάλιν αὖ ἐγχαταδεῖν Aal ἀνήνυτον ἔργον τύραττειν, 1]ηνε- 
ΒΝ. ἃ \ ᾿ - , . για aan nr 
λοήζης τινὰ ἐναντίως ἱστὸν μεταχειριξομένης αλλὰ DEKOR: 
γὴν τούτων “παρασχευάξουσα, ἑγιομένη τῷ λογισμῷ χαὶ ἀεὶ 
ἐν τούτῳ οὖσα, τὸ ἀληϑὲς καὶ τὸ θεῖον χαὶ τὸ ἀδόξαστον 
ϑεωμένη καὶ vr’ ἐκείνου τρεφομένη, ζῆν τε oleraı οὕτω 
5. ͵ a - \ Ν . 2° 4 \ - 
δεῖν, ἕως av ζῇ, καὶ ἐτεξιδὰν τελευτήσῃ, εἰς τὸ ξυγγενὲς 

\ x - > , γ ἊΝ; Ἃ Ἢ » ) 
καὶ εἰς τὸ τοιοῦτον ἀφιχυμένη αττηλλάχϑαι τῶν ανϑρω- 
σείνων καχῶν. ἐκ δὴ τῆς τοιαύτης τροφῆς οὐδὲν δεινὸν 

\ ἷ - ae ne 3 / art 
un φοβηϑῆῇ, ταῦτα 7 ἐπιτηδεύσασα, ὦ Σιμμία ve καὶ Ke- 
: a \ x 2 Se ἣν = , 
βης, ὅπως μὴ διασπιασϑεῖσα ἕν τῇ ατοαλλαγῇ τοῦ σώμα- 
τος ὑπὸ τῶν ἀνέμων διαφυσηϑεῖσα καὶ διατιτομένη οἴχη- 
ται χαὶ οὐδὲν ἔτι οὐδαμοῦ ῃ. 

35. Zum οὖν ἐγένετο ταῦτα εἰπόντος τοῦ Σῳχράτους 
ἐπὶ πολὺν χρόνον, καὶ αὐτός TE τιρὸς τῷ εἰρημένῳ λόγῳ 
> c ͵ ς = I ,ὔ ᾿Ξ € and ve a 
ἣν ὃ Σωχράτης, wg ἰδεῖν ἐφαίνετο, καὶ ἡμῶν οἱ σπυλεῖστοι. 
τ », ν᾿ 4 x f 4 \ \ ni Dan va N ΄ ΤῊΝ , 
Κέβης δὲ καὶ Σιμμίας σμιχρὸν τιρὸς ἀλλήλω διελεγέσϑην 

\ ς , > \ Ἢ Ba , ΡΥ Ce πα \ > 
χαὶ ὃ Σωχράτης ἰδὼν αὐτὼ ἠρετο᾽ Ti; ἔφη, ὑμῖν va .λε- 
χϑέντα μῶν μὴ δοχεῖ ἐνδεῶς λέγεσθαι; πολλὰς γὰρ δὴ ἔτι 
Ausdruck seines festen Glaubens 
an die Unsterblichkeit seine Schüler 
tief erregt hat, lälst Plato mit 
Recht eine Pause folgen, ein länge- 
res Schweigen, während dessen 


auch Sokrates. wie es schien (ὡς 
ἐφαίνετο Sc. ἰδεῖν, wie es schien, 


hernach wieder, schaffe also ein 
ἀνήνυτον ἔργον, bei dem das λύειν 
vorangehe und das δεῖν folge, wäh- 
rend umgekehrt Penelope erst ihr 
(sewebe geknüpft (δεῖν) und dann 
aufgelöst, ‚getrennt (λύειν) habe. 
Das αδόξαστον steht der δόξα, 


dem δόξαν, dem Scheine, gegen- 
über. 

Οὐδὲν δεινὸν un φοβηϑῇ erklärt 
Stallbaum: non est periculum, ne 
metuat, ut. Ich ‚würde lieber sagen: 
οὐδὲν δεινὸν un φοβηϑή Ist gleich 
οὐ un φοβηϑῇ δεινόν τι und der 
folgende Satz mit ὅπως steht epex- 
egetisch zu δεινόν. Für das affekt- 
volle οὐ un scheint mir hier durch- 
aus der geeignete Ort zu sein. 


Kap. 35. Der längeren begeis- 
terten Bede des Sokrates, in wel- 
eher er nicht allein durch sein Wis- 
sen belehrt, sondern durch den 


nämlich wenn man ihn ansah) dem 
(resagten nachdachte (πρὸς τῷ εἰ- 
πῆρα λόγῳ nv er war beschäf- 
tigt mit —). In der nun folgenden 
Episode ist gleich schön die eigen- 
tümliche Stimmung der Zuhörer, 
wie die Ruhe des Meisters geschil- 
dert. Statt ihre gescheiten Ein- 
würfe zur Sprache zu bringen, 
flüstern Kebes und Simmias leise 
miteinander; in ihnen lebt das Ge- 
fühl, als dürften sie dem Sokrates, 
wo er dem Tode ins Antlitz sieht, 
seinen so lebhafi bekannten Glau- 
ben nicht stören. Sie haben sich 
schon längst einer den andern an- 
gestolsen, damit er genauer frage, 


58 NAATQNOE 


ἔχει ὑποψίας χαὶ ἀντιλαβάς, εἴ γε δή τις αὐτὰ μέλλει ἵχα- 
γῶς διεξιέναι. εἰ μὲν οὖν τι ἄλλο σχοπεῖσϑον, οὐδὲν λέγω" 
εἰ δέ τι τιερὶ τούτων ἀττορεῖτον, μηδὲν ἀττοχνήσητε al 
αὐτοὶ εἰχεεῖν χαὶ διελϑεῖν, εἴ πῃ ὑμῖν φαίνεται βέλτιον 
λεχϑῆναι, χαὶ αὖ ἐμὲ ξυμπαραλαβεῖν, εἴ τι μᾶλλον οἴεσϑε 
μετ᾽ ἐμοῦ εὐπορήσειν, χαὶ ὃ Σιμιμίας ἔφη" Καὶ μήν, ὦ 
Σώχρατες, τἀληϑῆ σοι ἐρῶ. πάλαι γὰρ ἡμῶν ἕχάτερος 
ἀπορῶν τὸν ἕτερον προωϑεῖ χαὶ χελεύει ἐρέσϑαι διὰ τὸ 
ἐχεϑυμεῖν μὲν ἀχοῦσαι, Orveiv δὲ ὄχλον παρέχειν, μή σοι 
ἀηδὲς ἢ διὰ τὴν τταροῦσαν ξυμφοράν. χαὶ ὃς ἀκούσας ἐγέ- 
λασέ ve ἠρέμα χαί φῆσι, Βαβαί, ὠ Σιμμία" N στοῦ χαλε- 
πῶς ἂν τοὺς ἄλλους ἀνθρώπους πείσαιμι ὡς οὐ ξυμφο- 
ρὰν ἡγοῦμαι τὴν τταροῦσαν τύχην, ὅτε γὲ und ὑμᾶς δύνα- 
μαι reise, ἀλλὰ φοβεῖσϑε, μὴ δυσχολώτερόν τι γῦν διάα- 
euer ἢ ἐν τῷ πρόσϑεν βίῳ" καί, ὡς ἔοιχε, τῶν χύχνων 
δοχῶ φαυλότερος ὑμῖν εἶναι τὴν μαντικήν, οἱ ἐπειδὰν αἴ- 
σϑωνται ὅτι δεῖ αὑτοὺς ἀπτοϑανεῖν, ἄδοντες χαὶ ἐν τῷ 
χιρόσϑεν χρόνῳ, τότε δὴ πλεῖστα χαὶ μάλιστα ἄδουσι, γε- 
γηϑότες ὅτι μέλλουσι πταρὰ τὸν ϑεὸν ἀτειέναι, οὗττερ εἰσὶ 
ϑεράποντες. οἱ δὲ ἄνϑρωτιοι διὰ τὸ αὐτῶν δέος τοῦ ϑα- 
γάτου χαὶ τῶν χύχγων χαταινεύδονται, χαί φασιν αὐτοὺς 
ϑρηγοῦντας τὸν ϑάγατον ὑττὸ λύπης ἐξάδειν, χαὶ οὐ λογέ- 


fürchteten, aber . ὄχλον “παρέχειν, 
μή σοι ἀηδὲς ἢ διὰ τὴν παροῦ- 
σαν ξυμφοράν, wollen nicht lästig 
werden, damit er in seiner letzten 
Stunde nichts Unangenehmes er- 
fahre. Und nun Sokrates. Auch er 
hat dem Gesagten ernst nachgedacht 
und hat gefunden, dals sich über 
manches noch zweifeln lasse (vno- 
wie) und dals manches noch Gegen- 
stand eines Angriffes sein könne 
(ἀντιλαβάς ἔχεὴ; er aber fordert 
ruhig heraus zu weiterer Prüfung, 
schliefst seine Aufforderung selbst 
mit einem leisen Scherze, wie ihn 
die ‚Worte εἶ τι μᾶλλον οἴεσϑε 
μετ᾽ ἐμοῦ εὐπορήσειν enthalten. 
Als dann Simmias mit so zarten 
Worten den eigenen tiefen Kummer 


verrät, ἐγέλασε, da muls Sokrates 
lachen und sucht nun mit einer 
echt Sokratischen Plauderei, die 
besser als alles andere seine Ruhe 
zeichnet, den Freund aus seinem. 
Kummer herauszuschwatzen und 
ihn zur Fortsetzung eines dialek- 
tischen Gespräches wieder fähig zu 
machen. Wie er es öfter macht 
mit den Ansichten der Leute, so 
legt er sich auch hier einen allge- 
mein verbreiteten Glauben in aller 
Behaglichkeit für seinen Zweck zu- 
recht. Was die Leute von den 
Schwänen sagen, sie sängen sich 
trauernd zu Tode (ὑπὸ λύπης ἐξά- 

dev), das ist eine Unwahrheit (τῶν 
χύχνων χαταψεύδονται = ψεύ- 
δονται χατὰ τῶν χύχνων, de ey- 


ΦΑΙΔΩΝ. ὅ9 


Ο γι ” BJ} “a ; PR. ἜΒΑ" 
ζονται oTı οὐδὲν 00vE0V der, ὅταν τυξινῇ ἢ διγοῖ m τινα 
ἄλλην λύπην λυττῆται, οὐδὲ αὐτὴ ἢ TE ἀηδὼν χαὶ χελιδὼν 
χαὶ ὃ ἔποψ, ἃ δή φασι διὰ λύπην ϑρηνοῦντα 4 ἄδειν" ἀλλ᾽ 
οὔτε ταῦτά μοι φαίνεται λυτούμενα ᾷδειν οὔτε οἱ κύχγοι, 
3 ς :, “. Ἐν] in ” N , Ἂ 
all are, οἶμαι, τοῦ Arollwvog ὄντες μαντιχοί τέ εἰσι 
\ ’ \ 2 “ > \ ΕῪ \ Ψ 

χαὶ προειδότες τὰ Ev Αἰδου ἀγαϑὰ ᾳἀδουσι καὶ τέρπονται 
’ 1 , % BIT wm, . [4 

ἐχείνην τὴν ἡμέραν διαφερόντως ἡ Ev τῷ EurtoooFEV χρόνῳ. 
\ ὙΣ αὶ - ΄ ’, % » , 

ἐγὼ δὲ χαὶ αὐτὸς ἡγοῦμαι ὁμόδουλός τε εἶναι τῶν κύχνων 

» I a m > , N \ 

χαὶ ἱερὸς τοῦ αὐτοῦ ϑεοῦ, καὶ οὐ χείρω Exeivwv τὴν μαν- 

ἢ -“ ’ I 3 

τιχὴν ἔχειν παρὰ τοῦ δεσπότου, οὐδὲ δυσϑυμότερον αὖ- 
ἧς = 5 3 , 5) \ , “ nr 
τῶν τοῦ βίου ἁπαλλάττεσϑαι. ἀλλὰ τούτου γε ἕνεχα hE- 
\ „We | m [4 RN ’ cr a ea 
γειν TE χρὴ χαὶ EOWTav ὁ τι ἂν βούλησϑε, ἕως ἂν Οἱ AI 
γαίων ξῶσιν ἄνδρες ἔγδεχα. Καλῶς, ἔφη, λέγεις, ὃ Σιμ- 
ὔ ΕΣ Ε] 
μίας" καὶ ἐγώ τέ σοι ἐρῶ ὃ ατ:τορῶ, χαὶ av ὅδε, ἢ οὐχ 
> 
Grcoöfyeraı Ta εἰρημένα. ἐμοὶ γὰρ δοχεῖ, ὠ Σώκρατες, 
περὶ τῶν τοιούτων ἴσως ὥστιερ χαὶ σοί, τὸ μὲν σαφὲς εἰ- 
δέναι ἐν τῷ νῦν βίῳ r ἀδύνατον εἶναι ἢ ‚waygaherov τι, 
τὸ μέντοι αὖ τὰ λεγόμενα περὶ αὐτῶν μὴ οὐχὶ χιαντὶ τρόπῳ 
ἐλέγχειν nal μὴ προαφίστασϑαι, πρὶν ἂν “ταγταχῇ σχο- 
- > ’, ΄, η a 3 2 ’ ἊΝ ἘΞ \ 
πῶν arelsıen τις, ττάνυ μαλϑαχοῦ εἰναι ἀνδρός" δεῖν γὰρ 

9 7 ’ ἾΣ: N % ca 
zeol αὑτὰ ἕν γέ τι τούτων διαπράξασϑαι, ἢ μαϑεῖν 077 
, 9. = 4 m » ἢ \ m ’ ä 
ἔχει m εὑρεῖν N, εἰ ταῦτα ἀδύνατον, τὸν γοῦν βέλτιστον 

au 2 ’ G \ n 
τῶν ἀνϑρωττίνων λόγων λαβόντα nal δυσεξελεγχτότατον, 

, 2 , a ᾽ 

ἐχεὶ τούτου ὀχούμενον WOorceg ἐπὶ σχεδίας κινδυνεύοντα 
” “- Ἀ 7 ! ν ἢ I ’ 
διατιλεῦσαι τὸν he el μή τις δύναιτο ἀσφαλέστερον Kal 


gnis); kein Vogel singt, wenn ihn 
hungert oder friert oder wenn sonst 
eine Trauer ihn ergreift und selbst 
die Sage von der Nachtigall und 
der Schwalbe und dem Wiedehopf 
kann nicht wahr sein. (De Tereo, 
Thraciae rege, in upupam, de Pro- 
ene, eius uxore, in lusciniam, et 
de Philomela, huius sorore, in hi- 
rundinem mulalis nola sunt om- 
nia. v. Ovid. Metam. III, 14 544. 
Stallb.). Vielmehr singt der Schwan, 
weil er als Vogel des Apollo von 
seinem Gotte Seherkraft erhalten 
und nun vorhersieht, dafs er bald 


zu den Göttern kommen wird. Der 
ὁμόδουλος aber der Schwäne und 
ein ἱερὸς τοῦ αὐτοῦ ϑεοῦ will 
aber auch Sokrates sein. Wieder 
ist es der delische Gott, an welchen 
Plato erinnert, er, der den Athenern 
Zeit gab zu bedenken, was sie mit 
ihrem edelsten Mitbürger zu be- 
ginnen im Sinn hatten. 

In den letzten Worten des Sim- 
mias steht den ὧν ϑρώπινοι λόγοι 
ein λόγος ϑεῖος gegenüber. Erstere 
sind ungewils, unsicher; es ist nur 
möglich, dafs der Mensch unter 
ihrem Geleit χεινδυνεύων durch das 


---- 


60 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ακινδυνότερον ἐπεὶ βεβαιοτέρου ὀχήματος ἢ λόγου ϑείου 
τινὸς διατεορευϑῆναι. χαὶ δὴ καὶ νῦν ἔγωγε οὐχ Ercar- 
σχυνϑήσομαι ἐρέσϑαι, ἐτιειδὴ καὶ σὺ ταῦτα λέγεις, οὐδὲ 
ἐμαυτὸν αἰτιάσομαι ἕν ὑστέρῳ χρόνῳ ὅτι νῦν οὐχ εἶτιον ἃ 
ἐμοὶ δοχεῖ. ἑμοὶ γάρ, ὦ Σώκρατες, ἐπειδὴ χαὶ 7.905 ἐμαυ- 
τὸν καὶ τιρὸς τόνδε σχοτια τὰ εἰρημένα, οὐ σπτάνυ φαίνεται 
ἱχανῶς εἰρῆσϑαι. 

36. Καὶ ὁ Σωχράτης, Ἴσως γάρ, ἔφη, ὦ ἕταῖρε, ἀληϑὴ 
σοι φαίνεται" ἀλλὰ λέγε, ὅτεῃ δὴ οὐχ ἱκανῶς; Ταύτῃ ἔμοιγε, 
ἡ δ᾽ ὅς, ἡ δὴ καὶ zweol ἁρμονίας ἄν τις χαὶ λύρας τὲ χαὶ 
χορδῶν τὸν αὐτὸν τοῦτον λόγον εἴποι, ὡς ἡ μὲν aguovia 
ἀόρατόν τι χαὶ ἀσώματον χαὶ srayrahov τι καὶ ϑεῖόν ἐστιν 
ἐν τῇ ἡρμοσμένῃ λύρᾳ, αὐτὴ δ᾽ ἡ λύρα χαὶ αἱ χορδαὶ σώ- 
ματά τὲ χαὶ σωματοειδὴ χαὶ Surdera χαὶ IR ἐστὶ χαὶ 
τοῦ ϑνητοῦ ξυγγενῆ. ἐτπιξιδὰν οὖν ἢ κατάξῃ τις τὴν λύραν 
) διατέμῃ χαὶ διαρρήξῃ τὰς χορδάς, εἴ τις διισχυρίζοιτο 


Leben segele, wie auf einem ärm- 
lichen Flofs. Das βεβαιότερον 
ὄχημα, mittels dessen man glück- 
lich hinüberkommt ee 
ϑηναὴ ist ein λόγος ϑεῖος d. 
οὐχ ἀνϑρώπινος oder μείζων ἢ 
κατ᾽ ἄνϑρωπον, ein Satz, der zu 
finden über menschliche Kraft hin- 
aus zu gehen scheint. Plato lälst 
mit grofser Kunst den Simmias den 
tiefen Eindruck verraten, den des 
Sokrates begeisterte Rede auf ihn 
gemacht hat. Durch seine Worte 
geht der Gedanke: Verzeihe mir, 
wenn mich das, was du gesagt hast, 
nicht vollständig überzeugt hat; 
aber die Frage endgiltig zu erör- 
tern, geht ja wohl über mensch- 
liche.Kraft hinaus. Er giebt die- 
sem Gedanken auch klaren Aus- 
druck in den Worten: χαὲ vor 
ἔγωγε οὐχ ἐπαισχυνϑήσο- 
uaı ἐρέσϑαι. 

Kap. 36. Schon einzelne Elea- 
ten, wie Zenon und Parmenides, 
sollen den materialistischen Satz 
aufgestellt haben, die Seele sei 
nichts weiter, als eine aus den ver- 


schiedenen im Körper liegenden 
Gegensätzen entspringende Harmo- 
nie. Simmias stellt diesen Satz 
nicht schroff hin, offenbar, weil er 
selbst auch dem Glauben an Ug 
sterblichkeit zuneigt; er sagt: was 
von der Seele behauptet “worden 
ist, dals sie ein ἀόρατον usw 
sei, das lasse sich in ähnlicher 
Weise von der Harmonie sagen; 
nun sei aber die Harmonie eine Mi- 
schung (χρᾶσιες) oder, wie wir wohl 
sagen “würden, ein Produkt des Zu- 
sammenwirkens der einzelnen Teile 
etwa einer Lyra; wie solle man 
nun den widerlegen, der behaupte, 
auch die Seele sei nichts anderes 
als eine solche Mischung, aus kör- 
perlichen Gegensätzen, wie dem 
Warmen und dem Kalten u. s. w. 
hervorgegangen, und vergehe mit 
oder vor dem Körper, wie die Har- 
monie mit oder vor der Lyra? 
Die streng logische Ordnung der 
Worte von ἐπειδὰν οὖν ἢ χατάξῃ 
were würde sein: εἰ τις ϑὲ- 
ἐισχυρίζοιτο, ὡς ἀνάγκη, τὴν ἂρ- 
μονίαν ἔτι εἶναι, ἐπειδάν τις χαὰ- 


ΦΑΊΔΩΝ, 61 


N , a re ya yr 5 \ c τ 
τῷ αὐτῷ λόγῳ ὠστῖερ σύ, ὡς ἀνάγχη ἔτι εἰναι τὴν AQUO- 
νίαν ἐχείνην χαὶ μὴ αἀτιολωλέναι" --- οὐδεμία γὰρ μηχανὴ 
av εἴη τὴν μὲν λύραν ἔτι εἶναι διερρωγνυιῶν τῶν χορδῶν 
χαὶ τὰς χορδὰς ϑνητοειδεῖς οὔσας, τὴν δὲ ἁρμονίαν ἀπο- 
λωλέναι τὴν τοῦ ϑείου τε καὶ ἀϑανάτου ὁμοφυῆ Te val 
ξυγγενῆ, τιροτέραν τοῦ ϑνητοῦ ἀπιολομένην᾽ ἀλλὰ φαίη 
ἀγάγχῃ ἔτι στοῦ εἶναι αὐτὴν τὴν ἁρμονίαν, Kal πρότερον 
τὰ ξύλα χαὶ τὰς χορδὰς κατασαπύσεσϑαι, πρίν τι ἐχείνην 
γπαϑεῖν" χαὶ γὰρ οὖν, ὦ Σώκρατες, οἶμαι ἔγωγε χαὶ αὐ- 
τόν σὲ τοῦτο ἐντεϑυμῆσϑαι, ὅτι τοιοῦτόν τι μάλιστα ὕπο- 
λαμβάνομεν τὴν ιτ"υχὴν εἶναι, ὥσττερ ἐντεταμένου τοῦ σώ- 
ματος ἡμῶν χαὶ ξυνεχομένου ὑττὸ ϑερμοῦ χαὶ WvyooV καὶ 
ξηροῦ καὶ ὑγροῦ χαὶ τοιούτων τινῶν, χρᾶσιν εἶναι χαὶ ἀρ- 
uoviav αὑτῶν τούτων τὴν ψυχὴν ἡμῶν, ἐπειδὰν ταῦτα χα- 
λῶς καὶ μετρίως χραϑῇ 70008 ἄλληλα. εἶ οὖν τυγχάνει ἡ 
Ψυχὴ οὖσα ἁρμονία τις, δῆλον ὃ ὅτι, ὅταν N τὸ σῶμα 
ἡμῶν ἀμέτρως r ἐπιταϑῇ ὑχτὸ νόσων χαὶ ἄλλων χαχῶΐν, 
τὴν μὲν ψυχὴν ἀνάγκη εὐθὺς ὑπάρχει ἀπτολωλέναι, καίπερ 
οὐσαν ϑειοτάτην, ὥσττερ χαὶ ai ἄλλαι ἁρμονίαι αἵ τ᾿ ἐν 
τοῖς φϑόγγοις χαὶ αἱ ἐν τοῖς τῶν δημιουργῶν ἔργοις 
χᾶσι, τὰ δὲ λείψανα τοῦ σά ματος ἑχάστου στολὺν χρόνον 
παραμένειν, ἕως ἂν ἢ χαταχαυϑῇ ἢ χκατασαπῇ. — ὅρα οὖν 


τάξῃ τὴν λύραν, τῷ αὐτῷ λόγῳ; 4 ᾧ monisch geordneter Gegensätze, 


σὺ λέγεις τὴν ψυχὴν ἔτι εἶναι, 
ἐπειδὰν τὸ σῶμα κατασαπῇ», 090 
πρὸς τοῦτον τὸν λόγον τί φήσο- 
μεν. Simmias unterbricht nun die 
Periode nach den Worten un ἀπο- 
λωλέναι dadurch, dafs er die Be- 
weisführung des διισχυριζόμενος 
mit den Worten οὐδεμία γὰρ μη- 
χανὴ ἂν ων — πρίν τι ἐχείνην 
παϑεῖν einflicht, die also einen 
parenthetischen Gedanken enthal- 
ten; er bietet dann den zweiten 
parenthetischen (sedanken mit den 
Worten χαὶ γὰρ οὖν, ὦ “Σώκρατες 
— μετρίως χραϑῇ πρὸς ἄλληλα, 
in welchen er ausführt, dals dem 
Sokrates selber die Idee, die Seele 
sei eine Harmonie, ein Produkt har- 


nicht so fern liege; er ΠῚ mit deu 
Worten εἰ οὖν τυγχάνει ἢ ψυχὴ 
οὐσα ἁρμονία τις -- χαταχαυϑῇ 
ἢ κατασαπῇ selbst für den duoyvgı- 
ζόμενος ein und läfst nun mit 000 
ovv den Nachsatz, wie er ihn an- 
fangs im Sinne hatte, folgen. Die 
Parenthese umfafst also eigentlich 
die W. von οὐδεμία γὰρ μηχανή 
— χαταχαυϑῇ ἡ κατασαπῇ. Für 
das Verständnis schwierig dürften 
nur die ΝΥ, χαὶ γὰρ οὖν, ὦ Σώ- 
κρατες -- κραϑῇ πρὸς ἄλληλα 
sein. Sie sind zu verstehen, sobald 
man sich den Satz klar gemacht 
hat, welchen Simmias dem Sokra- 
tes, im Bilde der Lyra bleibend, 
unterschiebt, Dieser Satz heilst: 


62 : ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


- 


πρὸς τοῦτον τὸν λόγον τί φήσομεν, ἐάν τις ἀξιοῖ χρᾶσιν 
οὖσαν τὴν ἱνυχὴν τῶν ἐν τῷ σώματι ἐν τῷ καλουμένῳ ϑα- 
γάτῳ σπιρώτην ἀπόλλυσϑαι. 
,ὕ Ψ. > ! [4 x 
37. Διαβλέψας οὖν ὃ Σωχράτης, ὥσπερ τὰ τιολλὰ 

2. ἢ 4 , , 
δίωϑει, χαὶ μειδιάσας, “ίχαια μέντοι, ἔφη, λέγει ὃ Σιμ- 
, 3 ς - > ’ - 
μίας. εἰ οὖν τις ὑμῶν εὐπορώτερος ἐμοῦ, τέ οὐχ Mrce- 

, 2 7 ᾿ ὦ nn, 
χρίνατο; χαὶ γὰρ οὐ φαύλως ἔοιχεν ἁτιτομένῳ τοῦ λόγου. 
δοχεῖ μέντοι μοι χρῆγαι 7090 τῆς ἀτιοχρίσεως ἔτι πρότε- 
ρον Κύβήνφο ἀχοῦσαι, τί au ὅδε ἐγκαλεῖ τῷ λόγῳ, Ἱ ἵνα χρό- 
γου ἐγγενομένου βουλευσώμεϑα τί ἐροῦμεν, ἔπειτα δὲ ἀχού- 

a n > = 4 - x 
σαγτας ἢ “ξυγχωρεῖν αὑτοῖς, ἐάν τι δοχῶσι προσάδειν, ἐὰν 
δὲ μή, οὕτως ἤδη ὑπτερδιχεῖν τοῦ λόγου. ἀλλ᾽ ἄγε, ἡ δ᾽ 
ὅς, ὦ Κέβης, λέγε, τί ἢν ὃ σὲ αὖ γόων ἀπιιστίαν παρέχει. 
““έγω δή, ἡ δ᾽ ὃς ὃ Κέβης. ἐμοὶ γὰρ φαίνεται ἔτι 

ἐν τῷ αὐτῷ ö λόγος εἶναι, χαί, ὅπτξρ ἐγ τοῖς ἔμσεροσϑεν 
ἐλέγομεν, ταὐτὸν ἔγχλημα ἔχειν. ὅτι μὲν γὰρ ἣν ἡμῶν ἡ 
ψυχὴ χαὶ τιρὶν εἰς τόδε τὸ εἶδος ἐλϑεῖν, οὐχ ἀνατίέϑεμαι 
\ 2 7 , , x , τ 
un οὐχὶ πάνυ χαριέντως καί, εἰ μὴ ἐπαχϑές ἔστιν elreiv, 

4 - 2 ΞᾺ [4 - 
scavv ἱχανῶς ἀποδεδεῖχϑαι" ὡς δὲ καὶ ἀτεοϑανόντων ἡμῶν 
ὥσπερ τὸ σῶμα ἐντέταται zei λόγῳ „wenn ihr Lied stimmt zu 
ξυνέχεται υπὸ ϑερμοῦ καὶ ψυ- Unserer Frage*. 

οὔ χαὶ τῶν τοιούτων, οὕτως Den Kebes charakterisiert Plato 
49 
N ψυχὴ χρᾶσις αὐτῶν τούτων durch dessen Rede wieder als den 
ἐστὶ καί, ἐπειδὰν ταῦτα καλῶς Gegensatz des Simmias. Während 
καὶ μετρίως χραϑῇ πρὸς ἄλληλα, Simmias nur zögernd mit der Spra- 
ἁρμονία. che herausrückt (χαὲ μήν, ὦ Zw- 


ap. 37. Sokrates sieht, dals χρατες, τἀληϑῆ σοι ἐρῶ — μή σοι 
der Einwand des Simmias offenbar ἀηδὲς ἢ διὰ τὴν παροῦσαν ξυμ- 


Eindruck auf die übrigen Freunde 
macht, und er sucht scherzend die- 
sen Eindruck zu verstärken; er ge- 
steht dem Simmias zu, dals er es 
verstehe, die Frage wacker ANZU- 
greifen (οὐ φαύλως ἁπτομένῳ τοῦ 
λόγου ἔοικεν); er sagt, er wolle 
erst auch den Kebes” hören, um 
selbst Zeit zu gewinnen zur Über- 
legung; er scherzt mit dem Aus- 
drucke x οσάδειν, mit welchem er 
auf das Bild‘des Simmias zurück- 
greift, einen Ausdruck, den ich er- 
klären möchte als ἄδειν πρὸς τῷ 


φορᾶν u. a.), ist Kebes gleich be- 
reit, seine Gegengründe vorzubrin- 
gen: λέγω δή. Während Simmias 
seine Darlegung gleich mit langen 
Perioden beginnt (Kap. 35 s. f.) und 
dann in der "Hauptsache seinen Ge- 
danken in eine einzige lange Pe- 
riode flicht und dabei mehrfach, 
wie wir gesehen (Kap. 36), den Fa- 
den der grammatischen Verbindung 
verliert, ihn selbst darch Zwischen- 
gedanken abreilst, spricht Kebes 
anfangs in kurzen, straflen Sätzen 
und hält auch da, wo auch er sei- 


ΦΑΙΔΩΝ. 63 


ἔτι που ἔσται, οὔ μοι δοχεῖ τῇδε. ὡς μὲν οὐχ lOyvgore- 
ρον χαὶ πολυχρονιώτερον ψυχὴ σώματος, οὐ ξυγχωρῶ τῇ 
Σιμμίου ἀντιλήψει" δοχεῖ ‚rag μοι γᾶσι τούτοις zeavv 
πολὺ διαφέρειν. τί οὖν, ἂν φαίη ὃ λόγος, ἔτι ἀτιιστεῖς, 
ἐπειδή γε ὁρᾷς ἀποϑανόντος τοῦ ἀνθρώπου τό γε ἀσϑε- 
γέστερον ἔτι ὃν; τὸ δὲ πολυχρονιώτερον οὐ δοχεῖ σοι ἀνα- 
γκαῖον εἶναι ἔτι σώζεσϑαι Ev τούτῳ τῷ χρόνῳ; σπιρὸς δὴ 
τοῦτο τόδε ἐπίσχειμαι, εἰ τὶ λέγω" εἰχόνος γάρ τινος, ὡς 
ἔοικε, Kay ὥσττερ Σιμμίας δέομαι. ἐμοὶ γὰρ δοχεῖ ὁμοίως 
λέγεσϑαι ταῦτα, ὥστεερ ἄν τις περὶ ἀνϑρώπου ὑφάντου 
χερεσβύτου ἀποθανόντος λέγοι τοῦτον τὸν λόγον, ὅτι οὐχ 
ἀπόλωλεν ὃ ἄνϑρωτπτος, ἀλλ᾽ ἔστι που σῶς, τεχμήριον δὲ 
παρέχοιτο ϑοιμάτιον ὃ ἠμτιείχετο αὐτὸς ὑφηγνάμενος, ὅτι 
ἐστὶ σῶν χαὶ οὐχ ἀπόλωλε, χαὶ εἴ τις ἀτειστοῖ αὑτῷ, ἀνε- 
eurem 7L0TE00V πολυχρονιώτερόν ἐστι τὸ γένος ἀνϑρώπου 
ἢ ἱματίου ἐν χρείᾳ τὲ ὄντος zal φορουμένου, ἀποχριγα- 
μένου δέ τινος ὅτε ττολὺ τὸ τοῦ ἀνϑρώπου, οἴοιτο ἀπο- 


>» C \ , » “ -Ο- 
δεδεῖχϑαι ὅτι παντὸς ἄρα μᾶλλον ὃ γε ἄνθρωπος σῶς 


ἐστίν, ἐπειδὴ τό γε ὁλιγοχρογιώτερον οὐκ ἀνγτόλωλε. τὸ 
δ᾽, οἶμαι, ὦ Σιμμία, οὐχ οὕτως ἔχει᾽ σχότστιει, γὰρ χαὶ σὺ ἃ 
λέγω. πᾶς γὰρ ἂν ὑπολάβοι ὃ ὅτι εὔηϑες λέγει ὃ τοῦτο λέ- 
yav' ὃ γὰρ ὑφάντης ὀῦξος χολλὰ χατατρέψας τοιαῦτα 
ἱμάτια καὶ ὑφηνάμενος ἐχείνων μὲν ὕστερος ἀττόλωλε σιολ- 
λῶν ὄντων, τοῦ δὲ τελευταίου, οἶμαι, τερότερος, καὶ οὐδέν 
τι μᾶλλον τούτου Evera ἄνϑρωποός ἔστιν ἱματίου φαυλό- 


nen Hauptgedanken in eine einzige Bisher ist nur die Präexistenz der 


lange Periode falst (εἰ γάρ τις χαὶ Seele erwiesen, So wenig man be- 


πλέον ἔτιτῷ λέγοντι --- παντάπα- haupten kann, dafs der Weber, weil 
σιν ἀπόληται) streng das gramma- er dem γένος ἀνϑρώπου, 485 ein 
tische, das logische Band est, den πολυχρονιώτερον ist, als das γέ- 
roten Faden der Periode, wo er νος ἱματίου, länger dauere als alle 


ihn durch einen eingeschobenen 
begründenden, Zwischensatz (οὕτω 
ἀρ αὐτὸ φύσει --- ν ἀντέ- 
vos, ee ee ee 
chen hat, sofort mit dem wieder 
aufgenommenen δοὺς δὲ ταῦτα wie- 
der anknüpfend. 

Der Einwand des Kebes heifst: 


ἱμάτια. die er webe und trage, 
sondern zugestehen muls, dafs das 
letzte Kleid, das er wob, ihn über- 
lebt, ebensowenig darf man sagen, 
weil die Seele ein πολυχρονιώτε- 
θοὸν sei als der Körper, deshalb sei 
sie unsterblich; es folge vielmehr 
aus dem Vordersatze nur, dafs sie 


ἣ 
ir 
ih 
Ὶ 
ἡ ἢ 
}" 


ἢ 
" 
ἢ 
ἢ 
] 


64 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


yo) > , \ > \ ἘΝ ΄ ἣν 
τερον οὐ ἀσϑενέστερον. τὴν αὑτὴν δὲ ταύτην, οἶμαι, 
, \ 2 }ν x = N . Ἢ 
εἰχόνα δέξαιτ᾽ ἂν ψυχὴ 700g σῶμα, καί τις λέγων αὑτὰ 
- > Er Ἶ - ‚ ,ὔ 
ταῦτα τιερὶ αὑτῶν μέτρι᾽ ἂν μοι φαίνοιτο λέγειν, ὡς ἡ μὲν 
x ’ 4 - ) 
Woyn “τολυχρόνιόν ἔστι, τὸ δὲ σῶμα ἀσϑενέστερον χαὶ ἐλι- 
, I \ a N - - 
γοχρονιώτερον᾽" ἀλλὰ γὰρ ἂν φαίη ἕχάστην τῶν ψυχῶν 
” x , , , x ΄ \ ! 
σεολλὰ σώματα χατατρίβειν, ἄλλως re χαὶ δἰ πολλὰ ἔτη 
βιῴη" εἰ γὰρ ῥέοι τὸ σῶμα χαὶ ἀτεολλύοιτο ἔτι ζῶντος τοῦ 
3 7, > 3 ς \ RN x B 2 N 
ἀνϑρώστου, ἀλλ ἢ ψυχὴ ἀξὶ τὸ κατατριβόμενον ἀνυφαί- 
2 Nr ᾽ ᾿ς δὰ Ξ 
vor, ἀναγχαῖον μέντ᾽ ἂν εἴη, διτότε ἀττολλύοιτο ἡ ψυχή, 
\ re co >= 1 
τὸ τελευταῖον ὕφασμα τυχεῖν αὐτὴν ἔχουσαν xal τούτου 
΄ , I ΄ I , \ δ ex 
μόνου τιροτέραν ἀττόλλυσϑαι, ἀπολομένης δὲ τῆς ψυχῆς 
δ πονῶν Τὰν \ 2 - 2 ; ν \ - 
τότ ἤδη τὴν φύσιν τῆς ἀσϑενείας ἐπιδειχνύοι τὸ σῶμα 
\ C m ’ 
χαὶ ταχὺ σαπτὲν διοίχοιτο. ὥστε τούτῳ τῷ λόγῳ οὔπω 
2 ’ Ei \ ’ , 
ἄξιον τειστεύσαντα ϑαρρεῖν, ὡς, ἐπειδὰν ἀττοϑάνωμεν, ἔτι 
ς -»Ὕ x ’ , 4 / 
σου ἡμῶν ἢ ψυχὴ ἔστιν. εἶ γάρ τις καὶ τιλέον Erı τῷ λέ- 
Aa \ n ,ὔ \ 2 -»" \ , 
γοντι ı ἃ σὺ λέγεις ξυγχωρήσειε, δοὺς αὐτῷ μὴ μόνον ἕν 
τῷ τιρὶν χαὶ γενέσϑαι ἡμᾶς χρόνῳ εἶναι ἡμῶν τὰς ψυχάς, 
Im N I‘ ΄ ER. \ 2 ’ ER 2 
ἀλλὰ μηδὲν χωλύειν χαὶ Errsıdav ἀποϑάνωμεν Eviwv ἔτι 
5 r 7 ΄ > 
εἰναι χαὶ ἔσεσϑαι χαὶ πολλάχις γενήσεσϑαι Kal ἀποϑα- 
Φ ΕΣ ᾿ © \ \ ’ \ ᾿ a 
γεῖσϑαι αὐϑις᾽ οὕτω γὰρ αὐτὸ φύσει ἰσχυρὸν εἶναι, ὥστε 
[2 ’, Ἁ 2 " “" ἘΞ 
σεολλάκις γιγνομένην Woynv ἀντέχειν" δοὺς δὲ ταῦτα ἐχεῖνο 
/ - & - I 67 - 
μηχέτι συγχωροῖ, μὴ οὐ ovelv αὐτὴν Ev ταῖς :τολλαῖς ye- 
γέσεσι χαὶ τελευτῶσαν γὲ Ev τινι τῶν ϑανάτων παντά- 
σασιν ἀπόλλυσθαι" τοῦτον δὲ τὸν ϑάνατον χαὶ ταύτην 
τὴν διάλυσιν τοῦ σώματος. ἣ τῇ ψυχῇ φέρει ὄλεϑρον, un- 
allenfalls mehrere Körper über- der Präexistenz der Seele ange- 
dauere, nicht aber, dals es nicht geben; sollte aber das λέγειν hier 
einen letzten Körper für sie gebe, dem συγχωρεῖν entsprechen und 
dessen Auflösung auch die ihrige „zugestghen“ heilsen, („was du, 
zur Folge habe. Simmias nämlich, zugestehst“), so 
In Bezug anf die Worte εἰ γάρ wäre hier nicht die zweite Person 
τις καὶ πλέον ἔτι τῷ λέγοντι ἢ ἃ  Singnlaris, sondern nach dem, was 
σὺ λέγεις ξυγχωρήσειξ stimme ich  Kebes eben selbst zugestanden hat 
Hier. Müller bei, der mit dem σὺ (ὅτι μὲν γὰρ nv ἡμῶν ἡ ψυχὴ zei 
(gegen die Ansichten Schleier- πρὲν εἰς τόδε ro εἶδος ἐλϑεῖν), 
machers, Heindorfs, Stallbaums) den allein nur die erste Person Plura- 
Sokrates angeredet sein lälst; denn is am Platze gewesen. 


im folgenden wird als das ἃ σὺ λέ- 
ysıg die Lehre des Sokrates von 


DAIAQN. 65 


δένα φαίη εἰδέναι᾽ ἀδύνατον γὰρ εἶναι ὁτῳοῦν αἰσϑάγε- 
σϑαι ἡμῶν" εἰ δὲ τοῦτο οὕτως ἔχει, οὐδενὶ τυροσήκει ϑά- 
γατον ϑαρροῦντι μὴ οὐκ ἀνοήτως ϑαρρεῖν, ὃς ἂν μὴ ἔχῃ 
ἀποδεῖξαι ὅτι ἔστι τϑυχὴ τιαντάπασιν ἀϑάνατοόν τὲ χαὶ 
ἀγώλεϑρον᾽ εἰ δὲ μὴ, ἀγάγχην εἶναι ἀεὶ τὸν μέλλοντα 41700- 
ϑανεῖσθϑαι δεδιέναι ὑτυὲρ τῆς αὑτοῦ ψυχῆς, μὴ Ev τῇ νῦν 
τοῦ σώματος διαζεύξει χιαντάπασιν ἀπόληται. 

38. Πάντες οὖν ἀχούσαγντες εἰπόντων αὐτῶν ἀηδῶς 
διετέϑημεν, ὡς ὕστερον ἐλέγομεν τιρὸς ἀλλήλους, ὅτι ὑπὸ 
τοῦ ἔμτεροσϑεν λόγου σφόδρα τιετεξισμένους ὑμᾶς τεάλιν 
ἐδόχουν ἀναταράξαι χαὶ eig ἀτειστίαν καταβαλεῖν οὐ μόνον 
τοῖς τιροειρημένοις λόγοις, ἀλλὰ χαὶ εἰς τὰ ὕστερον μέλε 
λοντα ῥηθήσεσθαι, μὴ οὐδενὸς ἄξιοι εἶμεν χριταὶ ἢ καὶ 
τὰ πιράγματα αὐτὰ ἄπιστα 7 

EX. Νὴ τοὺς ϑεούς, ὦ Φαίδων, συγγνώμην ye ἔχω 
ὑμῖν. χαὶ γὰρ αὐτόν μὲ νῦν ἀχούσαντα σου τοιοῦτόν τι 
λέγειν σπερὸς ἐμαυτὸν ἐπέρχεται᾽ τίνι οὖν ἔτι τειστεύσομεν 
λόγῳ; ὡς γὰρ σφόδρα τὐυϑανὸς ὦν, ὃν ὁ Σωχράτης ἔλεγε 


Kap. 38. Der geniale Schrift- fühlen. Der Eindruck, den siehaben, 


steller kennzeichnet sich in Plato 
auch dadurch, dafs er selbst richtig 
beurteilt, was er geschrieben hat. 
Die beiden Einwände der thebani- 
schen Freunde scheinen der Sokra- 
tischen Zeit geläufige Gedanken, 
zumal der Vergleich der Seele mit 
einer Harmonie ein Gedanke viel- 
leicht der Schöngeister jener Tage, 
einzelner Sophisten gewesen zu 
sein. Beide Einwände haben, ohne 
dafs sie Wahrheit enthalten, wie 
so manche Modegedanken der einen 
oder anderen Zeit etwas Bestechen- 
des, das den nicht streng geschul- 
ten Denker — und strenge Denker 
hat es zu allen Zeiten doch immer 
nur wenige gegeben — leicht ge- 
winnt, Plato schildert nun in Ho- 
merischer Weise den Eindruck der 
eben gehörten Darlegungen: er zeigt 
uns, wie die Zuhörer, die an dem 
Gespräche bisher nur stumm teil- 
nahmen, von ihnen sich beeinflufst 


Plato, Phädon. 


ist ein unerquicklicher (ἀηδῶς δια- 
τεϑῆναι etwa: sich ungemütlich 
fühlen), weil sie sich einmal aus 
einer freudigen Zustimmung Jjäh 
herausgerissen fühlen in eine Un- 
ruhe (ἀναταράξαι) und eine Un- 
sicherheit der Überzeugung (eis 
ἀπιστίαν) und weil sie insofern an 
der Fähigkeit des eigenen Urteils 
irre geworden sind, als sie aus der 
tiefst empfundenen Überzeugung 
plötzlich hinausgestolsen ein ähn- 
liches Schicksal auch der weiteren 
Darlegung des Sokrates gegenüber 
befürchten müssen. Der Wieder- 
eintritt des Echekrates in den Dia- 
log sagt: Dieser ungemütlichen 
Stimmung verfielen nicht nur die 
Zuhörer des Sokrates, sondern ihr 
unterliegt auch leicht der, welcher 
des Plato Erzählung liest. Eche- 
krates bestätigt das Urteil des 
Phädo und stellt den Einwand des 
Simmias gewissermalsen als die 


Ὁ 


en I un τυ Be An 2 2 
ΜΟῚ τα συ 


66 HAATQNOL 


λόγον, νῦν εἰς ἀτειιστίαν χατατιέστωχε. ϑαυμαστῶς γάρ 
μου ὃ λόγος οὗτος ἀντιλαμβάνεται χαὶ νῦν καὶ ἀεί, τὸ ἀρ- 
μονέαν τινὰ ἡμῶν εἶναι τὴν ψυχήν, χαὶ ὥστιερ ὑπέμνησέ 
μὲ ῥδηϑεὶς ὅτι χαὶ αὐτῷ μοι ταῦτα προὐδέδοχτο" καὶ zcavv 
δέομαι “τἅλιν ὥστιερ ἐξ ἀρχῆς ἄλλου τινὸς λόγου, ὅς με 
weiosı ὡς τοῦ ἀποθανόντος οὐ συναποϑνήσχει 7 ψυχή. 
λέγε οὖν πρὸς Διός, ττῇ ὃ Σωχράτης μετῆλϑε τὸν λόγον; 
χαὶ τιότερον χαἀχεῖνος, ὥσπτερ ὑμᾶς φής, ἔνδηλός τι ἐγέ- 
vero ἀχϑόμενος ἢ οὔ, ἀλλὰ πράως ἐβοήϑει τῷ λόγῳ; καὶ 
ἱχανῶς ἐβοήϑησεν ἢ ἐνδεῶς; πάντα ἡμῖν δίελϑε ὡς δύνα- 
σαι ἀχριβέστατα. 

DA1A. Καὶ μήν, ὦ Ἐχέκρατες, wohhanıg ϑαυμάσας 
Σωχράτη οὐ πώτιοτε μᾶλλον ἡγάσϑην ἢ τότε wagayevo- 
μένος. τὸ μὲν οὖν ἔχειν ὅ τι λέγοι ἐ ἐκεῖνος ἴσως οὐδὲν ἄτο- 
στον" ἀλλ᾽ ἔγωγε μάλιστα ἐθαύμασα αὐτοῦ πρῶτον μὲν 
τοῦτο. ὡς ἡδέως χαὶ εὐμενῶς χαὶ ἀγαμένως τῶν veavi- 
σχων τὸν λόγον ἀπεδέξατο, Erreita ἡμῶν. ὡς ὀξέως ἤσϑετο 
ὃ σεδτόνϑειμεν ὑπὸ τῶν λόγων, Erreita ὡς εὑ ἡμᾶς ἰάσατο 
χαὶ ὥσπερ τιεφευγότας χαὶ ἡττημένους ἀνεχαλέσατο χαὶ 
σεροῦτρειψε 7009 τὸ :τταρέπεσϑαί Te χαὶ ξυσχοττεῖν τὸν 
λόγον. 

EX. Πώς δῆ; 


DAIA. Ἐγὼ ἐρῶ. ἔτυχον γὰρ ἐν δεξιᾷ αὐτοῦ χαϑή- 


Auffassung der gebildeten πολλοὶ 
seiner Zeit hin, wenn er sagt: ö 
λόγος (ὁ περὶ τῆς ἁρμονίας) 
ὥσπερ, ὑπέμνησέ we ῥηδεὶς ὅτι 
καὶ αὐτῷ μοι ταῦτα" (oder ταὺ- 
ta?) προὐδέδοχτο. Die diesen 
Worten sich anschliefsende instän- 
dige Bitte aber, welche die wei- 
tere Erzählung des Phädo kaum 
scheint erwarten zu können, zeich- 
net zugleich vorzüglich die Span- 
nung, in welcher sich Phädo und 
die übrigen Schüler des Sokrates 
befunden haben mochten. 

Des Phädo Antwort, welche durch 
das πῶς δή; des Echekrates kaum 
unterbrochen wird, verrät zunächst 


die tiefe Zuneigung des Phädo zu 
Sokrates in dem πολλάχις ϑαυμά- 
σᾶς οὐ πώποτε μᾶλλον ἡγάσϑην, 
in dem ὡς ἡδέως χαὲ εὐμενῶς χαὶ 
ἀγαμένως τὸν λόγον ἀπεδέξατο, 
sowie in all den übrigen Worten 
bis ξυσχοπεῖν τὸν λόγον, aus de- 
nen allen die bewundernde Ver- 
ehrung des Schülers redet. Nach 
diesen bewundernden Worten packt 
umsomehr die Herzlichkeit des 
Meisters gegenüber seinem Lieb- 
lingsschüler; empfinden wir doch 
nach ihnen umsomehr, welch hellen 
Wiederklang die herzliche Weise 
des alten Mannes in der Brust des 
jungen Freundes finden muls, In 


PAIAQN. 67 


μέγος παρὰ τὴν κλένην Erel χαμαιζήλου τινός, ὃ δὲ ἐπὶ 
σεολὺ ὑψηλοτέρου ἢ ἐγώ. καταψήσας οὖν μου τὴν κειραλὴν 
χαὶ ξυμπιέσας τὰς ἐπὶ τῷ αὐχένι τρίχας --- εἰώϑει γάρ, 
ὅπότε τύχοι, “παίζειν μου εἰς τὰς τρίχας --- Αὔριον δή, 
ἔφη, ἴσως, ὦ Φαίδων, τὰς καλὰς ταύτας χόμας ἀτίοχε- 
ET: 3 21 Me 7, =f ’ 27 BY} ΟῚ \ 
ρεῖ; Eoızev, ἣν ὃ Eyw, α Σώχρατες. Οὔχ, ἂν γε ἐμοὶ 
, 3 \ r 5 = Ra: | ’ 7, γ7- 2 \ τ 
σπεξέϑη. Alla τί; ἣν δ᾽ ἐγώ. Τήμερον, ἔφη, κἀγὼ τὰς 
ἐμὰς καὶ σὺ ταύτας, ἐάντιερ γε ἡμῖν ὃ λόγος τελευτήσῃ 
7 : RR 7 2 > 
χαὶ un δυνώμεϑα αὐτὸν ἀναβιώσασϑαι. al ἔγωγ᾽ ἄν, εἶ 
’ y , , ar 2 N 
σὺ εἴην χαί μὲ διαφεύγοι ὃ λόγος, ἔνορχον ἂν ττοιησαίμην 
= ’ , \ ἃ ᾽ὔ 
ὥσπερ “Ἵργεῖοι ‚ μὴ πρότερον κομήσειν, πρὶν ἂν γικήσω 
ἀγαμαχόμενος τὸν Σιμμίου τε χαὶ Κέβητος λόγον. AAN, 
ἤν δ᾽ ἐγώ, πρὸς δύο λέγεται οὐδ᾽ Ἡραχλῆς οἷός τε εἶναι. 
Alla χαὶ ἐμέ, ἔφη, τὸν ᾿Ιόλεων πιαραχάλει, ἕως ἔτι φῶς 
2 4 > , a 2 (= ς. ad > 2 ς 
ἐστίν. Παραχαλῶ τοίνυν, ἔφην, οὐχ wg Ἡραχλῆς, ἀλλ ὡς 
Ἰόλεως τὸν Ἣραχλῆ. Οὐδὲν διοίσει, ἔφη. 


39. Alla πρῶτον εὐλαβηϑῶμέν τι τάϑος μὴ wa- 


ϑωμεν. To ποῖον; ἦν δ᾽ 


μισόλογοι, ὥστιερ οἵ re γιγνόμενοι" 


dem Zwiegespräch des Sokrates und 
Phädo habe ich die Worte: Av- 
ριον δὴ ἰ ἴσως τὰς χαλὰς ταύτας 
χόμας ἀποχερεῖ als Frage gekenn- 
zeichnet, weil sie ohne das Frage- 
zeichen leicht auf Sentimentali- 
tät oder Träumerei des Sokrates 
schliefsen lassen können; sie sind 
aber vielmehr die bewulste Einlei- 
tung zu der folgenden Darlegung. 
Denn Sokrates, der überhaupt wohl 
von jeder Sentimentalität frei ist, 
geht auf seine Worte gleich scher- 
zend ein. Er sagt: Τήμερον χἀγὼ 
τὰς ἐμὰς χαὶ σὺ ταύτας d.h. ich 
werde meine Glatze scheren und 
du deine Locken — und so hätte 
Sokrates nicht gesprochen, wenn 
er wie träumend in die nächste Zu- 
kunft geschaut und seinen Liebling 
sich in tiefer Trauer vorgestellt 
hätte, 

Zu ὥσπερ Ἀργεῖοι sagt Stall- 


ἐγώ. Mn γενώμεϑα, n δ᾽. ὅς, 


ὡς 00% 


baum: Hi enim ab Lacedaemonüis 
vieti constituerunt non prius co- 
mas alere, quam vicloriam repor- 
tassent, narrante Herodoto 1, 82. 
Die Erwähnung des Herakles und 
Iolaos dürfte für den, welcher Plato 
liest, eine Erklärung kaum er- 
heischen. 

Kap. 39. Das Kapitel zeigt den 
Sokrates als den guten Arzt gegen- 
über der Verstimmung, welche sich 
aller wie eine Krankheit bemäch- 
tigt, hatte (siehe oben: ἔπειτα ὡς εὖ 
ἡμᾶς ἰάσατο x. τ. &). Er bemei- 
stert die unruhige Unzufriedenheit 
seiner Schüler durch die zufriedene 
Ruhe, mit welcher er das Gespräch 
wieder aufnimmt, das Folgende von 
neuem einleitet. Er beginnt mit 
einem Bilde und spinnt dies Bild 
weit aus mit einer Ruhe, welche 
der Unruhe seiner Freunde, die die 
Einwürfe des Simmias und Kebes 


55 


68 IIAATQNOZ 


ἔστιν, ἔφη, ὅ τι ἄν τις μεῖζον τούτου χαχὸν ττάϑοι ἢ λό- 
yovs μισήσας. γίγνεται δὲ ἐχ τοῦ αὐτοῦ τρόπου μισολογία 
τὲ χαὶ μισανϑρωπία. ἥ τὲ γὰρ μισανϑρωπία ἐνδύεται ἐχ 
τοῦ σφόδρα τινὶ τειστεῦσαι ἄνευ τέχνης, χαὶ ἡγήσασϑαι 
cavrasıaoi γε ἀληϑῆ εἶναι χαὶ ὑγιῆ χαὶ πιοτὸν τὸν ἂν- 
ϑρῶωπον, Erreıra ὀλίγον ὕστερον εὑρεῖν τοῦτον πονηρόν τὲ 
χαὶ ἄπιστον χαὶ αὖϑις ἕτερον" χαὶ ὅταν τοῦτο σιολλάχις 
γπάϑῃ τις, χαὶ ὑπὸ τούτων μάλιστα οὺὃς ἂν ἡγήσαιτο οἷ- 
χειοτάτους TE χαὶ ἑταιροτάτους, τελευτῶν δὴ ϑαμὰ προσ- 
κρούων μισεῖ Te πάντας καὶ ἡγεῖται οὐδενὸς οὐδὲν ὑγιὲς 
εἶναι τὸ τιαράτταν. ἢ οὐχ ἤσϑησαι σὺ τοῦτο γιγνόμενον; 
Πάνυ γε, ἦν δ᾽ ἐγώ. Οὐκοῦν, ἡ δ᾽ ὅς, αἰσχρόν, καὶ δῆ- 
λον ὅτι ἄνευ τέχνης τῆς zveol τἀνϑρώπεια ὃ τοιοῦτος xon- 
σϑαι Errigeigel τοῖς ἀγϑρώστοις; ; εἰ γάρ στοῦ μετὰ τέχνης 
ἐχρῆτο, ὥσπτερ ἔχει, οὕτως ἂν ἡγήσατο, τοὺς μὲν χρηστοὺς 
χαὶ πονηροὺς σφόδρα ὀλίγους εἶναι ἑχατέρους, τοὺς δὲ με- 
ταξὺ πλείστους. Πῶς λέγεις; ἔφην ἐγώ. Ὥσπερ, ἡ δ᾽ ὅς. 
zreol τῶν σφόδρα σμιχρῶν χαὶ μεγάλων" οἴει τι σπανιώ- 
τερον εἶναι ἢ σφόδρα μέγαν ἢ σφόδρα. σμικρὸν ἐξευρεῖν 
ἄνθρωπον ἢ χύγα ἢ ἄλλο ὁτιοῦν; ἢ αὐ ταχὺν ἢ Boadvr, 

ἢ αἰσχρὸν ἢ καλόν, ἢ λευχὸν ἢ μέλανα; ἢ οὐχ ἤσϑησαι 


nicht schnell genug widerlegt sehen 


können, fast nicht zu achten scheint. 
Wie man ein Misanthrop wird, 
sagt er, dadurch, dafs ‚man einzel- 
nen Menschen &vev τέχνης, plan- 
los, sich hingiebt, von diesen ge- 
täuscht aber alle nach dem Malse 
dieser falschen Freunde milst, so 
kann man auch ein Misolog — und 
das ist schlimmer — werden, wenn 
man, ohne die logische τέχνη τὰ 
gebrauchen, den einen oder anderen 
λόγος, der es nicht ist, für bare 
Münze annimmt und, sich getäuscht 
sehend, die Stichhaltigkeit aller Ao- 
you anzuzweifeln beginnt. Er zieht 
dann aus seinem Vergleiche ruhig 
die Lehre, wie aus einer Fabel: 
Der Vergleich lehrt: Du sollst nicht 
die Schuld von dir abwälzen und 


vielmehr dich und deine ἀτεχνέα, 
als die ἄνϑρωποι und die λόγοι 
beschuldigen. Er beruhigt seine 
Zuhörer so durch den Inhalt seiner 
Worte und er stimmt sie wieder 
freudiger, zuversichtlicher durch 
die Form seiner Darlegung. Denn 
diese Form ist, wenn ich nicht irre, 
die leiser Ironie, leisen Scherzes. 
Diese Ironie liegt einmal darin, dals 
Sokrates sich mit seiner Rede nicht 
an die Gesamtheit der Zweifler und 
auch nicht an deren Führer Sim- 
mias und Kebes wendet, sondern 
zu seinem Liebling Phädo spricht; 
sie giebt sich ferner darin zu er- 
kennen, dafs er wie seine thebani- 
schen Gegner ein Beispiel, einen 
Vergleich gebraucht ; sie verrät sich 
endlich in einzelnen Redewendun- 


ΦΑΙΔΩΝ. 69 


ὅτι τεάντων τῶν τοιούτων τὰ μὲν ἄκρα τῶν ἐσχάτων σττά- 
για χαὶ ὀλίγα, τὰ δὲ μεταξὺ ἄφϑονα χαὶ πτολλά; Πάνυ γε, 
ἦν δ᾽ ἐγώ. Οὐχοῦν οἴει, ἔφη, εἰ ττονηρίας ἀγὼν zroore- 
Hein, σπτάνυ ἂν ὀλίγους χαὶ ἐνταῦϑα τοὺς ττρώτους φανγῆ- 
ναι; Εἰχός γε, ἣν δ᾽ ἐγώ. Εἰχὸς γάρ, ἔφη ἀλλὰ ταύτῃ 
μὲν οὐχ ὅμοιοι οἱ λόγοι τοῖς ἀνθρώποις, ἀλλὰ σοῦ νῦν δὴ 
προάγοντος ἐγὼ Epeorounv, ἀλλ᾽ ἐχείνῃ ἧ; ἐπειδάν τις 
χειστεύσῃ λόγῳ τινὶ ἀληϑεῖ εἶναι ἄνευ τῆς wegl τοὺς λό- 
γους τέχνης, χἄτιειτα ὀλίγον ὕστερον αὐτῷ δόξῃ ψευδὴς 
εἶναι, ἐνίοτε μὲν ὦν, ἐνίοτε δ᾽ οὐχ ὧν, χαὶ αὖϑις ἕτερος 
χαὶ ἕτερος" χαὶ μάλιστα δὴ οἱ περὶ τοὺς ἀντιλογιχοὺς λό- 
γους διατρίψαντες οἶσϑ'᾽ ὅτι τελευτῶντες οἴονται σοφώ- 
τατοι γεγογέναι TE χαὶ χατανενοηχέναι μόνοι, ὅτι οὔτε τῶν 
sgayuarwv οὐδενὸς οὐδὲν ὑγιὲς οὐδὲ βέβαιον οὔτε τῶν λό- 
γῶν, ἀλλὰ πάντα τὰ ὄντα ἀτεχνῶς ὥστιερ ἐν Εὐρίσπεῳ ἄνω 
χαὶ χάτω στρέφεται, χαὶ χρόνον οὐδένα ἐν οὐδενὶ μένει. 
Πάνυ μὲν ον, ἔφην ἐγώ, ἀληϑῆ λέγεις. Οὐχοῦν, a Φαί- 
dwv, ἔφη, οἰχτρὸν ἂν εἴη τὸ τιάϑος, εἰ ὄντος δή τιγος ἀλη- 
ϑοῦς χαὶ βεβαίου λόγου χαὶ δυνατοῦ χαταγοῆσαι, Erreita 
διὰ τὸ παραγίγνεσθαι τοιούτοις τισὶ λόγοις τοῖς αὐτοῖς 
τοτὲ μὲν δοχοῦσιν ἀληϑέσιν εἶναι, τοτὲ δὲ μή, μὴ ἑαυτόν 
τις αἰτιῷτο μηδὲ τὴν ἑαυτοῦ ἀτεχνίαν, ἀλλὰ τελευτῶν διὰ 
τὸ ἀλγεῖν ἄσμενος ἐπὶ τοὺς λόγους ἀφ᾽ ἑαυτοῦ τὴν αἰτίαν 
ἀπώσαιτο χαὶ ἤδη τὸν Aoırcov βίον μισῶν τε χαὶ λοιδο- 
θών τοὺς λόγους διατελοῖ, τῶν δὲ ὄντων τῆς ἀληϑείας τε 
χαὶ ἐπιστήμης στερηϑείη; Νὴ τὸν Jia, nv δ᾽ ἐγώ, οἰχ- 
τρὸν δῆτα. 


gen, wie vor allem in der nicht 
denkbaren Hypothese: εἰ πονηρίας 
ἀγὼν προτεϑείη, in der Wieder- 
holung der Antwort des Phädo 
(Εἰχός γε) mit dem εἰκὸς γάρ, ein 
εἰχός, welches durch die folgenden 
Worte: ἀλλὰ ταύτῃ μὲν οὐχ ὅμοιοι 
— ἐγὼ ἐφεσπόμην eigentlich zu 
einem οὐ γὰρ εἰχος gemacht wird, 
sowie in dem Hinweis auf οἱ περὶ 
τοὺς ἀντιλογικοὺς λόγους διατρί- 


ψαντες, auf jene Schwätzer, welche 
eine Kunst darin suchten, heute für 
und morgen gegen dieselbe Sache 
zu sprechen und in dem Beispiel: 
πάντα τὰ ὄντα ἀτεχνῶς ὥσπερ 
ἐν Εὐρίπῳ ἄνω καὶ κάτω στρέφε- 
ται. (In der Meerenge zwischen 
Euböa und Aulis in Böotien sollen 
Flut und Ebbe in vierundzwanzig 
Stunden siebenmal gewechselt ha- 
ben) u. 8. w. 


70 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


40. Πρῶτον μὲν τοίνυν, ἔφη, τοῦτο εὐλαβηϑῶμεν, 
χαὶ μὴ παρίωμεν εἰς τὴν ψυχὴν, ὡς τῶν λόγων κινδυνεύει 
οὐδὲν ὑγιὲς εἶναι, ἀλλὰ ττολὺ μᾶλλον ὅτι ἡμεῖς οὔπω ὑγιῶς 
ἔχομεν, ἀλλ᾽ ἀνδριστέον χαὶ πιροϑυμητέον ὑγιῶς ἔχειν, σοὶ 
μὲν οὖν χαὶ τοῖς ἄλλοις καὶ τοῦ ἔπειτα βίου παντὸς ἕγεχα, 
ἐμοὶ δὲ αὐτοῦ ἕνεχα τοῦ ϑανάτου" ὡς χινδυνεύω ἔγωγε ἐν 
τῷ παρόντι τιερὶ αὐτοῦ τούτου οὐ φιλοσόφως ἔχειν, ἀλλ᾽ 
ὥστιερ οἱ πάνυ ἀπαίδευτοι φιλονείχως. χαὶ γὰρ ἐχεῖνοι, 
ὅταν zregi του ἀμφισβητῶσιν, ὅπῃ μὲν ἔχει περὶ ὧν ἂν 
ὃ λόγος ἢ οὐ φροντίζουσιν, ὅπως δὲ ἃ αὐτοὶ ἔϑεντο ταῦτα 
δόξει τοῖς παροῦσι, τοῦτο προϑυμοῦνται. Aal ἐγώ μοι 
δοχῶ ἐν τῷ πταρόντι τοσοῦτον μόνον ἐχείνων διοίσειν" οὗ 
γὰρ ὅπως τοῖς παροῦσιν ἃ ἐγὼ λέγω δόξει ἀληϑῆ εἶναι 
σπροϑυμηϑήσομαι, εἰ μὴ εἰ “τάρεργον, ἀλλ᾽ ὅπως αὐτῷ 
ἐμοὶ ὃ τι μάλιστα δόξει οὕτως ἔχειν. λογίζομαι γάρ, ὦ 
φίλε ἑταῖρε" ϑέασαι ὡς τιλεονεχτικῶς" εἰ μὲν τυγχάνει 


Kap. 40. Auch weiterhin mischt 
Sokrates Scherz und Ernst. Er 
schliefst sich in den Vorwurf ein, 
welchen er seinen Schülern macht, 
die sich durch des Simmias und 
Kebes Einwürfe haben entmutigen 
lassen, scherzend natürlich; denn 
für ihn ist ein εὐλαβεῖσϑαι nicht 
nötig. Er verschärft zugleich den 
Vorwurf, den er macht, in dem οὐχ 
ὑγιῶς ἔχομεν und fügt ihm eine 

ahnung bei: ἀνδριστέον καὶ προ- 
ϑυμητέον, die einmal ernst ist im 
Ausdruck: „wir müssen, wie es 
Männern ziemt, frischen Mutes 
wagen“ ὑγεῶς ἔχειν, und die dann 
zum tiefsten Ernste sich steigert in 
dem Zusatze: σοὶ χαὶ τοῖς ἄλλοις 
τοῦ ἔπειτα βίου ἕνεχα, ἐμοὶ δὲ 
Evexa τοῦ ϑαναάτου. Dieser ernsten 
Wendung folgt dann aber unmit- 
telbar wieder ein lächelndes Wort, 
eine Ironie: χινδυνεύω weg! αὐτοῦ 
rovrov (i. 6. περὶ τοῦ Yavarov) 
οὐ φιλοσόφως ἔχειν, der sich in 
dem Vergleiche sofort eine scharf 
satirische Wendung anschliefst: 
WONEO οἱ πᾶνυ ἀπαίδευτοι φιλο- 


γείχως ἃ. ji. ich (oder vielmehr ihr) 
laufe Gefahr, in den Fehler von 
Leuten zu fallen, denen jede n«i- 
δευσις, jede freie Bildung mangelt, 
und ein φιλόνεικος zu werden. 
Dies φιλόνειχος aber ist der posi- 
tive Ausdruck für das obige nega- 
tive μισόλογος und bedeutet einen 
Menschen, welcher am Widerspruch 
seine Freude, seine Lust hat, nicht 
aber an der Erforschung der Wahr- 


heit. Die Worte χαὲ γὰρ ἐχεῖνοι 
— προϑυμοῦνται erklären den 
Ausdruck. 


Ehe Sokrates nun die Wider- 
legung seiner Freunde beginnt, mil- 
dert er zunächst die scharfe Lehre, 
welche er ihrer Mutlosigkeit ge- 
geben hat, damit, dals er von dem 
Wir (εὐλαβηϑῶμεν) auf das Ich: 
ἐγώ μοι δοχῶ x. τ. & übergeht 
und halb heiter (ἐγὼ τοσοῦτον 
μόνον δοχῶ μοι ἐχείνων διοίσειν" 
οὐ γὰρ ὅπως x. τ. ὃ. ἀ. h. genau 
genommen: ich unterscheide mich 
durchaus von ihnen; das τοσοῦτον 
μόνον ist also eine Ironie; ebenso 
natürlich das ϑέασαι ὡς mAsovex- 


ΦΑΙΔΩΝ. ΣΙ 


ἀληϑῆ ὄντα ἃ ἐγὼ λέγω, καλῶς δὴ ἔχει τὸ πεισϑῆναι" εἰ 
δὲ μηδέν ἐστι τελευτήσαντι, ἀλλ᾽ οὖν τοῦτόν γε τὸν χρό- 
γον αὐτὸν τὸν τιρὸ τοῦ ϑανάτου ἧττον τοῖς πιαροῦσιν ἀη- 
δὴς ἔσομαι ὀδυρόμενος. ἡ δὲ ayvoıa μοι αὕτη οὐ ξυνδια- 
τελεῖ" χαχὸν γὰρ ἂν ν᾿ ἀλλ᾽ ὀλίγον ὕστερον ἀπολεῖται. 

Παρεσχευασμένος δή, ἔφη. ὦ Σιμμία τε χαὶ Κέβης, 
οὑτωσὶ ἔρχομαι ἐπὶ τὸν λόγον" ὑμεῖς μέντοι, ἂν ἐμοὶ zrei- 
ϑησϑε, σμιχρὸν φροντίσαντες Σωχράτους, τῆς δὲ ἀληϑείας 
πολὺ μᾶλλον, ἐὰν μέν τι ὑμῖν δοχῶ αἀληϑὲς λέγειν, ξυνο- 
μολογήσατε, εἰ δὲ μή, παντὶ λόγῳ ἀντιτείνετε, εὐλαβού- 
μενοι, ὅτεως μὴ ἐγὼ ὑπὸ προϑυμίας ἅμα ἑαυτόν τε χαὶ 
ὑμᾶς ἐξαπατήσας ὥσττερ μέλιττα τὸ κέντρον ἐγχαταλιπὼν 
oiyroouaı. 

41. HA ἱτέον, ἔφη. πρῶτόν με ὑττομνήσατε ἃ ἐλέ- 
γετε, ἐὰν μὴ φαίνωμαι μεμνημένος. Σιμμίας μὲν γάρ, ὡς 
ἐγῴμαι, ἀτπιιστεῖ τε καὶ φοβεῖται, μὴ ἢ ψυχὴ ὅμως καὶ 
θειότερον χαὶ χάλλιον ὁ ὃν τοῦ σώματος προαττολλύηται ἐν 
ἁρμονίας εἴδει οὖσα᾿ Κέβης δέ μοι ἔδοξε τοῦτο μὲν ἐμοὶ 
ξυγχωρεῖν, “τολυχρογιώτερόν γε εἶναι Wuynv σώματος, ἀλλὰ 
τόδε ἄδηλον παντί, μὴ πολλὰ δὴ σώματα zal πολλάχις 
κατατρίψασα ἡ ψυχὴ τὸ τελευταῖον σῶμα καταλιποῦσα 
γῦν αὐτὴ ἀγολλύηται, καὶ ῇ αὐτὸ τοῦτο ϑάνατος, ψυχῆς 
ὄλεϑρος, ἐχιεὶ σῶμα γ᾽ ἀεὶ ἀπολλύμενον οὐδὲν παύεται. 
ἄρα ἄλλ᾽ ἢ ταῦτ᾽ ἐστίν, ὦ Σιμμία τε χαὶ Κέβης, ἃ δεῖ 
ἡμᾶς ἐτεισχοτιεῖσϑαι; Ξυνωμολογείτην δὴ ταῦτ᾽ εἶναι ἄμφω. 


τιχῶς u. 5. w.), halb ernst von sich 
selber redet. Er schliefst dann seine 
Einleitung mit einem jener Gedan- 
ken, die in der gerade unserem 
Dialoge eigentümlichen Weise so 
wunderbar Humor und tiefen Ernst 
enthalten: 7 ἄγνοιά μοι αὕτη οὐ 
ξυνδιατελεῖ, ἀλλ᾽ ὀλίγον ὕστερον 
ἀπολεῖται: der Humor liegt in dem 
Ausdrucke ἄγνοια, den er von sich 
gebraucht, während er doch von 
der Wahrheit der Unsterblichkeit 
fest überzeugt ist, der Ernst in der 
Ruhe, mit welcher er über seine 
letzten Stunden hinausblickt, 


Kap. 41. Sokrates beweist aus 
der Lehre von der ἀνάμνησις, dals 
der Vergleich der Seele mit der 
Harmonie, den Simmias angegeben 
hat, nicht palst; denn die Harmonie 
entsteht, existiert also, später als 
Leier und Saiten und geht deshalb 
auch früher zu grunde (τελ ευταῖον 
πάντων ξυγίσταται ἡ ἡ ἁρμονία καὶ 
πρῶτον ἀπόλλυται); die Seele 
aber lebt nach der Lehre von der 
ἀνάμνησις, bevor sie in den Leib 
einzieht, kann also deshalb nicht 
das Resultat körperlicher Verhält- 
nisse sein. 


72 TAATQNOE 


Πότερον οὖν, ἔφη, χάντας τοὺς ἔμστροσϑεν λόγους οὐχ 
ἀπιοδέχεσϑε, ἢ τοὺς μέν, τοὺς δ᾽ οὔ; Τοὺς μέν, ἐφάτην, 
τοὺς δ᾽ οὐ. Τί οὖν, ἢ δ᾽ ὃς, γερὴ ἐχείνου τοῦ λόγου λέ- 
γετε, ἐν ᾧ ἔφαμεν τὴν μάϑησιν ἀνάμνησιν εἶναι, καὶ τού- 
του οὕτως ἔχοντος ἀναγχαίως ἔχειν ἄλλοθϑέ scov τερότερον 
ἡμῶν εἶγαι τὴν ἱψυχήν, πρὶν ἐν τῷ σώματι ἐνδεϑῆναι; 
Ἐγὼ μέν, ἔφη ὃ Κέβης, χαὶ τότε ϑαυμαστῶς ὡς ἐπεείσϑην 
ὑχε αὐτοῦ χαὶ vor ἐμμένω ὡς οὐδενὶ λόγῳ: Καὶ μήν, 
ἔφη ὃ Σιμμίας, χαὶ αὐτὸς οὕτως ἔχω, χαὶ πάνυ ἂν ϑαυ- 
μάζοιμι, εἴ μοι πτερέ γε τούτου ἄλλο τιοτὲ δόξειεν. χαὶ 
ὃ Σωχράτης, .1λλ᾽ ἀνάγχη σοι, ἔφη, ὦ ξένε Θηβαῖε, ἄλλα 
δόξαι, ἐάνττερ μείνῃ nde ἡ οἴησις, τὸ ἁρμονίαν μὲν εἶναι 
ξύνϑετον πρᾶγμα, ψυχὴν δὲ ἁρμονίαν τινὰ ἐχ τῶν χατὰ 
τὸ σῶμα ἐντεταμένων βξυγκεῖσϑαι. οὐ γάρ που ἀποδέξει 
γε σαυτοῦ λέγοντος, ὡς πρότερον ἦν ἁρμονία ξυγκξιμένη, 
σπερὶν ἐκεῖνα εἶναι, ἐξ ὧν ἔδει αὐτὴν ξυντεϑῆναι" ἢ ἀπτο- 
δέξει; Οὐδαμῶς, ἔφη, ὦ Σώχρατες. Αἰσϑάνει οὗν, ῃ δ᾽ 
ὅς, ὅτι ταῦτά σοι ξυμιβαίνει λέγειν, ὅταν φῆς μὲν εἶναι τὴν 
ψυχήν, πρὶν χαὶ εἰς ἀγνϑρώτεου εἶδός TE χαὶ σῶμα ἀφιχέ- 
σϑαι, εἶναι δ᾽ αὐτὴν ξυγχειμένην ἐχ τῶν οὐδέτεω ὄντων; 
οὐ γὰρ δὴ ἁρμονία γέ σοι τοιοῦτόν ἐστιν ᾧ ἀττειχάζεις, 
ἀλλὰ πρότερον χαὶ ἡ λύρα χαὶ αἱ χορδαὶ χαὶ οἱ φϑόγγοι 


r > , » ,ὔ - Φ 
ἔτι ἀνάρμοστοι ὄντες γίγνονται, τελευταῖον δὲ πιάντων ξυν- 


Sokrates wendet sich zunächst an 
seine beiden thebanischen Freunde 
und falst die Einwände, welche sie 
erhoben, in bündiger Kürze zusam- 
men. Dann beginnt er, wie das bei 
Widerlegungen seine Sitte ist, mit 
einer etwas ironisch gefärbten 
Frage: πότερον πάντας τοὺς ἔμ- 
προσϑεν λό γους οὐχ ἀποδέχεσϑε, 
ἢ τοὺς μέν, τοὺς δ᾽ οὔ; der Ant- 
wort ist er natürlich vorher sicher. 
Er greift nun aus seinen λόγοι den- 
jenigen heraus, dem beide Freunde 
aus vollem Herzen beigestimmt hat- 
ten, die Lehre von der ἀνάμνησις, 
und fragt nach ihrer Ansicht über 
diese. Er leitet die Beweisführung 


damit künstlerisch schön ein, weil 
er den für seinen Schlufs ihm not- 
wendigen Vordersatz wie zu- 
fällig zur Geltung bringt. Die 
Antworten charakterisieren beide 
Männer: Kebes antwortet mit siche- 
rer Bestimmtheit: χαὲ νῦν ἐμμένω 
ὡς οὐδενὶ λόγῳὶ i.e. ἐμμένω τούτῳ 
τῷ λόγῳ τῷ περὲ τῆς ἀναμνήσεως 
ὡς οὐδενί —; die weniger ener- 
gische, Natur des. Simmias sagt: 
ϑαυμάζοιμι ἄν, εἴ μοι ἄλλο ποτὲ 
δόξειεν... Gerade ihn aber belehrt 
nun Sokrates lächelnd, wie die 
Anrede: οὐ ξένε Θηβαῖε, beweist. 
Er neckt ihn mit seiner Harmonie, 
indem er musikalische Ausdrücke 


DAIAQN. 73 


ioraraı ἡ ἁρμονία Aal τυρῶτον ἀπτόλλυται. οὗτος οὖν 
σοι ὃ λόγος ἐχείνῳ πῶς ξυνάσεται; Οὐδαμῶς, ἔφη ὃ Zuu- 
μίας. Καὶ μήν, ἡ δ᾽ ὅς, πρέπει γε εἴττερ τῳ ἄλλῳ λόγῳ 
ξυγῳδῷ εἶναι χαὶ τῷ περὶ ἁρμονίας. Πρέτεει γάρ, ἔφη ὃ 
Σιμμίας. Οὗτος τοίνυν, ἔφη, σοὶ οὐ Ξυνῳδός, ἀλλ᾽ ὅρα" 
πότερον αἱρεῖ τῶν λόγων, τὴν μάϑησιν ἀνάμνησιν εἶναι ἢ 
ψυχὴν ἁρμονίαν; Πολὺ μᾶλλον, ἔφη, ἐχεῖνον, ὦ Σώχρα- 
τες. δὸς μὲν γάρ μοι γέγονεν ἄνευ ἀτιοδείξεως μετὰ εἶ- 
χότος τιγὸς καὶ εὐτερετιείας, ὅϑεν χαὶ τοῖς svohhoig δοχεῖ 
ἀνϑρώτιοις᾽ ἐγὼ δὲ τοῖς διὰ τῶν εἰχότων τὰς ἀποδείξεις 
ποιουμένοις λόγοις ξύγνοιδα οὖσιν ἀλαζόσι, χαὶ ἄν τις αὐ- 
τοὺς μὴ φυλάττηται, εὖ μάλα ἐξαττατῶσι, χαὶ ἐν γεωμε- 
τρίᾳ καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις ἀτίασιν. ὃ δὲ τιερὶ τῆς ἀναμνήσεως 
χαὶ μαϑήσεως λόγος δι᾿ ὑποθέσεως ἀξίας ἀττοδέξασϑαι 
εἴρηται. ἐρρήϑη γάρ που οὕτως ἡμῶν εἶναι ἡ ψυχὴ χαὶ 
γυρὶν εἰς σῶμα ἀφιχέσϑαι, ὥσπτερ αὐτῆς ἔστιν ἡ οὐσία 
ἔχουσα τὴν ἐπωνυμίαν τὴν τοῦ ὃ ἔστιν. 


2 \ \ 1 
ἐγὼ δὲ ταύτην, 
ὡς ἐμαυτὸν πείϑω, 


» 2 m ὔ 
iravog TE χαὶ ὀρϑῶς amodedeywar. 
2 G 2 \ n ’ - / 
avayın οὖν μοι, ὡς ἔοιχε, διὰ ταῦτα μήτε ἐμαυτοῦ μήτε 
γ 2 ΄ nr ς Re ς , 
ἄλλου ἀττοδέχεσθϑαι λέγοντος ὡς ψυχή ἔστιν ἁρμογία. 

7, ᾽ὔ 5 3, {ἢ 3 , - Au 

42. Τί δέ, ἡ δ᾽ ὅς, ὦ Σιμμία, τῇδε; δοχεῖ σοι ἀρ- 
)7 ἡ \ ,ὕ 7ὔ BI yr 
a τινὶ συγϑέσει προσήχειν ἄλλως ττως ἔχειν 
PL 
ἢ ὡς av Exeiva ἔχῃ ἐξ ὧν ἂν ξυγκέηται; Οὐδαμῶς. Οὐδὲ 
μὴν ποιεῖν τι, ὡς ἐγῴμαι, οὐδέ τι πάσχειν ἄλλο παρ᾽ ἃ 
ἂν ἐχεῖγα ἢ won ἢ τιάσχῃ; Ξυνέφη. Οὐχ ἄρα ἡγεῖσϑαί γε 


anwendet: οὗτος ὃ λόγος πῶς 
ξυνῴσ ET UL, πρέπει εἴπερ τῳ ἄλ- 
λῳ λόγῳ ξυνῳ δῷ εἶναι τῷ 'περὶ 
τῆς ἁρμονίας. Simmias giebt sich 
denn auch schnell gefangen und 
führt dabei, wie mir scheint, weil 
er dem Meister gern zustimmt, "einen 
Satz des Sokrates aus; denn in den 
Worten Ode μὲν γὰρ μοι γέγο- 
vev --- zul ἐν γεωμετρίᾳ καὶ ἐν 
τοῖς ἄλλοις ἀπασιν liegt eine be- 
kannte Lehre des Weisen. Seinem 
Vergleiche habe, sagt er, die rechte 
ὑπόϑεσις gefehlt, die Lehre von 


der ἀνάμνησις habe aber eine ὑπό- 
ϑεσις ἀξία ἀποδέξασϑαι υ. 8. W. 
So ist Simmias von Sokrates mit 
einem einzigen Zuge matt gesetzt, 
mit frappierender Schnelligkeit, und 
doch mit jener dem Meister eige- 
nen spafsenden Milde: ὡς εὐ ἡμᾶς 
ἰάσατο, sagte Phädo oben Kap. 38. 

Kap. 42. Der Gedankengang ist: 
Die Harmonie als eine σύγϑεσις ist 
in all ihrem Verhalten abhängig 
von dem, woraus sie zusammenge- 
setzt ist. Sie ist ferner mehr oder 
minder Harmonie, jenachdem ihre 


74 HAATQONOLZ 


’ c , ’ T ar m 
χιροσήχει ἁρμονίαν τούτων ἐξ ὧν ἂν ξυντεϑῇ, ἀλλ᾽ ἕπε- 
σϑαι. Ξυνεδόχει. Πολλοῦ ἄρα δεῖ ἐναντία γε ἁρμονία 
-“ \ ’ ” m En 
χινηϑῆναι ἢ φϑέγξασϑαι ἢ τι ἄλλο ἐναντιωϑῆναι τοῖς αὖ- 
- ΄ δ ὦ ᾽ 3} ΄ ’ 2 a ς 
τῆς μέρεσιν. Πολλοῦ μέντοι, ἔφη. Τί δέ; οὐχ οὕτως ἀρ- 
,ὔ , 3 G ᾿ ΡλῚ - 
uovia zeöpvrev εἶναι ἑχάστη ἁρμονία, ὡς ἂν ἁρμοσϑῇ; Οὐ 
,ὕ yr Ν᾽) N. 3 a 3er PT \ » in 
uavdavo, ἔφη. Η οὐχί, ἢ ὃ ὃς, av μὲν μᾶλλον aouo- 
σϑῇ καὶ ἐπεὶ χελέον, eizueg ἐνδέχεται τοῦτο γίγνεσϑαι, μᾶλ- 
λόν τὲ ἂν ἁρμονία εἴη χαὶ scheiwv, εἰ δ᾽ ἧττόν τε χαὶ ἐπ᾽ 
ἔλαττον. ἥττων τὲ χαὶ ἐλάττων; Πάνυ γε. Ἦ οὖν ἔστι 
τοῦτο ττερὶ τϑυχήν, ὥστε χαὶ χατὰ τὸ σμιχρότατον μᾶλλον 
ἘΠ 00 Ei \ δ "ν ; \ - “ἣν γε. 3 
ἑτέραν ἑτέρας, τϑυχὴν Wuyrg, Eret τελέον χαὶ μᾶλλον ἢ ὃπ' 
, τ ἜΡΙΝ -" 3 ’ 
ἔλαττον zal ἧττον, αὐτὸ τοῦτο εἶναι, ψυχήν; Οὐδ᾽ ὅπω- 
στιοῦν, ἔφη. Φέρε δή, ἔφη, πρὸς Διός" λέγεται ψυχὴ ἡ 
- , 2 \ y 2 , G 
μὲν νοῦν TE ἔχειν χαὶ ἀρετὴν zal εἶναι ἀγαϑή, ἡ δὲ avorav 
τε χαὶ μοχϑηρίαν χαὶ εἶναι χαχή; χαὶ ταῦτα ἀληϑῶς λέ- 
Er a 52 ’ n 3 , 
γεται; “ληϑῶς μέντοι. Τῶν οὖν ϑεμένων «νυχὴν ἀρμο- 
viav εἶναι τί τις φήσει ταῦτα ὄντα εἶναι ἐν ταῖς ψυχαῖς. 
, 2 , , ’ 5 
τήν τὲ ἀρετὴν χαὶ τὴν χαχίαν; πότερον ἁρμονίαν av τινα 
ἄλλην χαὶ ἀναρμοστίαν; χαὶ τὴν μὲν ἡρμόσϑαι, τὴν ἀγα- 
ϑήν, χαὶ ἔχειν ἐν αὑτῇ ἁρμονίᾳ οὔσῃ ἄλλην ἁρμονίαν, τὴν 
δὲ ἀνάρμοστον αὐτήν τὲ εἶναι χαὶ οὐχ ἔχειν ἐν αὑτῇ αλ- 


Voraussetzungen strenger oder min- 
der streng durchgeführt sind (οὔ- 
τως ἁρμονία ἑχάστη πέφυχεν εἰ- 
ναι ἁρμονία, ὡς ἂν ἁρμοσϑῇ). 
Von der Seele dagegen kann man 


mit hörte sie auf Harmonie, 
auch Seele zu sein. 

Die Darstellung ist rein dialek- 
tisch gehalten ohne jede ironische 
oder scherzende Wendung und 


nicht sagen, die eine sei mehr, die 
andere weniger Seele. Behauptet 
man nun aber, die Seele sei eine 
Harmonie, so mufls man folge- 
richtig schlielsen: weil die eine 
Seele ebensosehr wie die andere 
eben ‘Seele ist, so muls auch die 
eine ebensosehr als die andere Har- 
monie sein. Das ist aber erfahrungs- 
mäfsig falsch; denn harmonisch ge- 
stimmt ist nur die gute Seele, wäh- 
rend die schlechte vielmehr eine 
Disharmonie zur Schau trägt. Wäre 
aber die Seele Harmonie, so könnte 
sie niemals schlecht sein; denn da- 


dürfte für den, welcher sich etwas 
an die behagliche Breite Sokrati- 
scher Beweisführung gewöhnt hat, 
keine Schwierigkeiten bieten, In 
den Worten ὥστε καὶ χατὰ τὸ 
σμικρότατον μᾶλλον ἑτέραν ἑτέ- 
ρας ψυχὴν ψυχῆς ἐπὶ πλέον καὶ 
μᾶλλον x. τ. λ. wollen einige Er- 
klärer das erste μᾶλλον und das 
ψυχὴν streichen. Ich meine, es 
entsprechen diese Worte gerade der 
Sokratischen Genauigkeit, derschul- 
mälsigen Genauigkeit, mit welcher 
er logische Darlegungen so oft bie- 
tet. Auch wir können das wieder- 


PAIAQN. 75 


» , N » Ὁ » C 
λην; Οὐχ ἔχω ἔγωγε, ἔφη ὁ Σιμιμίας, εἰττεῖν" δῆλον δὲ ὅτι. 

RB) » > P)} ᾿ Gr τῶ (m ἂ > \ 
τοιαῦτ arı av λέγοι ὁ Exelvo ὑποϑέμενος. Alka πρροω- 
μολόγηται, ἔφη, μηδὲν μᾶλλον μηδ᾽ ἧττον ἑτέραν ἑτέρας 
ψυχὴν ψυχῆς εἶναι τοῦτο δ᾽ ἔστι τὸ ὁμολόγημα, μηδὲν 
μᾶλλον μηδ᾽ ἐπὶ πλέον μηδὲ ἧττον μηδ᾽ ἐπε ἔλαττον ἕτέ- 
ραν ἑτέρας ἁρμονίαν ἁρμονίας εἶναι" ἡ γάρ; Πάνυ γε. Τὴν 
δέ γε μηδὲν μᾶλλον μηδὲ 77708 ἁρμονίαν οὖσαν μήτε 
μᾶλλον μήτε ἧττον ἡρμόσϑαι" ἔστιν οὕτως; Ἔστιν. H δὲ 
μήτε μᾶλλον μήϑ᾽ ἧττον ἡρμοσμένη ἔστιν ὅ τι πλέον ἢ 

a 
ἔλαττον Gouoviag μετέχει, ἢ τὸ ἴσον; Τὸ ἴσον. Οὐχοῦν 

\ \ -n \ T Ian Inn > 
ψυχὴ ἐπειδὴ οὐδὲν μᾶλλον οὐδὲ ἧττον ἄλλη ἄλλης αὑτὸ 
τοῦτο ψυχὴ ἐστίν, οὐδὲ δὴ μᾶλλον οὐδὲ ἧττον ἡρμοσται; 
Οὕτως. Τοῦτο δέ γε πιεττογϑυῖα οὐδὲν χίλέον ἀναρμοστίας 
οὐδὲ ἁρμονίας μετέχοι ἄν; Οὐ γὰρ. οὗν. Τοῦτο δ᾽ αὖ σιε- 
πογϑυῖα ἀρ' ἄν τι schkov καχέας ῇ ἀρετῆς μετέχοι ἑτέρα 
ἑτέρας, εἴχτερ ἡ μὲν χαχία avaguooria, ἡ δὴ ἀρετὴ ἄρμο- 
via εἴη; Οὐδὲν sch£ov. ϊᾷάλλον δέ γέ που, ὦ Σιμμία, χατὰ 
τὸν ὀρϑὸν λόγον χαχίας οὐδεμία ψυχὴ μεϑέξει, εἴπτερ ἃρ- 

᾽ὔ 7 7 N)  / = RN -» 
μονία ἐστίν᾽ ἁρμονία γὰρ δήπου παντελῶς αὐτὸ τοῦτο 

3 ᾿ , ’ > ‘ , % ᾿ 
οὖσα ἁρμονία ἀναρμοστίας οὔτιοτ᾽ ἂν μετάσχοι. Οὐ μέν- 
τοι. Οὐδέ γε δήττου ψυχή, 0000 σπταντελῶς ψυχή, χαχίας. 
Πῶς γὰρ ἔχ γε τῶν προειρημένων; Ἔχ τούτου ἄρα τοῦ 
) ’ ον. “ \ ’ ’ c ’ 2 \ 
λόγου ἢ a0 ψυχαὶ πάντων ζώων ὁμοίως ἀγαϑαὶ 
ἔσονται; εἴστερ ὁμοίως ψυχαὶ γεφύχασιν αὐτὸ τοῦτο Woyai 
εἶναι. Ἔμοιγε δοκεῖ, ἔφη, ὦ Σώχρατες. Ἠ χαὶ καλώς 
δοχεῖ, ἤ δ᾽ ὅς, οὕτω λέγεσϑαι, χαὶ πάσχειν ἂν ταῦτα ὃ λό- 
γος, εἰ ὀρϑὴ ἡ ὑπόϑεσις nv, τὸ ψυχὴν ἁρμονίαν εἶναι; 
Οὐδ᾽ ὁττωστιοῦν, ἔφη. 

43, Τί δέ; ἡ δ᾽ ὅς᾽ τῶν ἐν ἀγϑρώττῳ ττάντων ἔσϑ᾽ 
geben, wenn wir überseizen: Steht griechischen Text wählen zu dürfen 
es ebenso mit der Seele, dafs die geglaubt, weil sie dem weniger er- 
eine mehr als die andere, Seele fahrenen Leser des Plato die Worte 
mehr als Seele, in höherem Grade am einfachsten klar macht. 
und mehr oder in geringerem Malse Kap. 43. Eine Harmonie kann 
und minder, gerade das sei, nämlich nie dem widerstreben, aus dem sie 


Seele? Ich habe die Interpunktion zusammengesetzt, dessen Zusam- 
dieser Übersetzung auch für den menstimmung sie ist, sondern sie 


76 IIAATQNOZ 


ὁ τι ἄλλο λέγεις ἄρχειν ἢ ψυχήν, ἄλλως τε καὶ φρόνιμον; 
Οὐχ ἔγωγε. Πότερον ξυγχωροῦσαν τοῖς κατὰ τὸ σῶμα 
"άϑεσιν ἢ καὶ ἐναντιουμένην; λέγω δὲ τὸ τοιόνδε, οἷον 
χαύματος ἐνόντος χαὶ δέψους ἐπὶ τοὐναντίον ἕλχειν, τὸ μὴ 
χείνειν, χαὶ zeirng ἐνούσης ἐπὶ τὸ μὴ ἐσθίειν, καὶ ἄλλα 
μυρία που ὁρῶμεν ἐναντιουμένην τὴν ψυχὴν τοῖς χατὰ τὸ 
σῶμα" ἢ οὔ; Πάνυ μὲν. οὐν. Οὐχοῦν αὐ ὡμολογήσαμεν 
ἐν τοῖς πτρόσϑεν μήποτ᾽ ἂν αὑτήν, ἁρμογίαν γε οὖσαν, ἕναν- 
τία ᾷδειν οἷς ἐπιτείνοιτο χαὶ χαλῷτο χαὶ πάλλοιτο χαὶ 
ἄλλο ὅτιοῦν πάϑος πάσχοι, ἐκεῖνα. ἐξ ὧν τυγχάνει οὖσα, 
ἀλλ᾽ ἕπεσϑαι ἐχείνοις καὶ οὔποτ᾽ ἂν ἡγεμονεύειν; Ὡμολο- 
γήσαμεν, ἔφη" ττῶς γὰρ οὔ; Τί οὖν; νῦν οὐ πᾶν τοὐναν- 
τίον ἡμῖν φαίνεται ἐργαζ :-ομένη, ἡγεμονεύουσά τὲ ἐχείνων 
σεάντων ἐξ ὧν φησί τις αὐτὴν εἶναι, καὶ ἐναντιουμένη oki- 
yov πάντα διὰ παντὸς τοῦ βίου καὶ δεσπτόζουσα πάντας 
τρόπους, τὰ μὲν χαλετεώτερον χολάζουσα χαὶ μετ᾽ ἀλγη- 
δόνων, τά τὲ χατὰ τὴν γυμναστιχὴν χαὶ τὴν ἰατριχήν, τὰ 
δὲ πραότερον, χαὶ τὰ μὲν ἀτειειλοῦσα, τὰ δὲ νουϑετοῦσα, 
ταῖς ἐπιϑυμίαις χαὶ ὀργαῖς καὶ φόβοις ὡς ἄλλη οὖσα ἄλλῳ 
πράγματι διαλεγομένη; οἷόν που χαὶ Ὅμηρος ἐν Ὀδυσσείᾳ 
scercoinnev, οὗ λέγει τὸν Οδυσσέα 
στῆϑος δὲ τελήξας χραδίην ηνίπτατεε μύϑῳ" 
τέτλαϑι δή, κραδίη" χαὶ κύντερον ἄλλο or ἔτλης. 


mufs ihm vielmehr folgen. Die 
Seele aber folgt dem Körper nicht, 
sondern sie ist fähig, ihm zu wider- 
streiten, indem sie ihm und seinen 
Neigungen befiehlt, ihn lenkt und 
leitet. Folglich ist die Seele ein 
der Harmonie Widersprechendes, 
ein ἐναντίον derselben. 

Der Beweis zeigt zurück auf das, 
was im Beginne des vorigen Ka- 
pitels gesagt war. Er korrespon- 
diert mit dem Satze: οὐ π οσήχει 
ἁρμονίᾳ ἡ ἢ ἄλλῃ τινὲ συνϑέσει hr 
λως ἔχειν ἢ, ὡς ἂν ἐχεῖνα ἔχῃ ἐξ 
ὧν ἂν ξυγχέηται. Die Stütze des 
Beweises ietet dem Simmias nicht, 
wie das offenbar der vorige Ge- 


danke (keine Seele ist weniger 
Seele als die andere) that, etwas, 
woran er nie gedacht hat; sie be- 
steht vielmehr in dem landläufigen 
Gedanken, dafs die Seele das den 
Körper Beherrschende sei. Weil es 
sich nun hier um einen allbekannten 
Satz handelt, geht Plato von der 
streng dialektischen Sprache des 
vorigen Kapitels ab und läfst den 
Sokrates wieder die scherzend iro- 
nische Miene annehmen. So weist 
er scherzend auf das Bild von der 
Leier zurück : ὡμολογήσαμεν un- 
nor ἂν αὐτὴν ἐναντία adsın 
οἷς ἐπιτείνοιτο καὶ χαλῷτο 
χαὶ πάλλοετο; 80 führt er scher- 


ΦΑΙΔΩΝ, 77 


5 > -» " ς c ᾽ὕ, 
ag’ οἴει αὐτὸν ταῦτα ποιῆσαι διανοούμενον ὡς ἁρμονίας: 
= , Ὁ \ n - 
αὐτῆς οὔσης χαὶ οἵας ἄγεσϑαι ὑπὸ τῶν τοῦ σώματος τία- 
- Jan) > [dj » m \ ’ \ ” 
ϑῶν, ἀλλ᾽ οὐχ οἵας ἄγειν τὲ ταῦτα καὶ deorcoleıy, καὶ OV- 
3.» ὦ ’ 2\ ΧΩ Ξ 
σης αὑτῆς πολὺ ϑειοτέρου τινὸς τὐράγματος ἢ χαϑ' ἀρμο- 
,ὕ \ , 5 4 BJ - > ΡῚ = 
viav; Νὴ Jia, ὦ Σώχρατες, ἔμοιγε δοχεῖ. Οὐχ ἀρα, ὦ 
ἧς 2 m m , ς , ’ 
ἄριστε, ἡμῖν οὐδαμῇ καλῶς ἔχει ψυχὴν ἁρμονίαν τινὰ φά- 
’ ς ’ 2 7 m 
var εἶναι" οὔτε γὰρ av, ὡς ἔοιχεν, Ὁμήρῳ Help ποιητῇ 
» ὩΣ 9 = τ [id 
ὁμολογοῖμεν οὔτε αὐτοὶ ἡμῖν αὐτοῖς. Ἔχει οὕτως, ἔφη. 
, 5 a 7, \ c ’ 
44, Εἶεν δή, ἡ δ᾽ ὃς ὁ Σωχράτης, τὰ μὲν Aouoviag 
ς -» “ες .. = ’ 4 4 7 s 
ἡμῖν τῆς Θηβαϊχῆς Ikea πως, ὡς ἔοιχε, μετρίως γέγονε 
τί δὲ δὴ τὰ Κάδμου, ἔφη, ὦ Κέβης, πῶς ἱλασόμεϑα χαὶ 
ὰ ΄ ’ 3 2 ς 7, Ns ’ 5 ? 
τίνι λόγῳ; Σὺ μοι δοχεῖς, ἔρη ὁ Κέβης, ESevonosıy' του- 
m nn, \ \ ’ ς Ψ > 
tovi γοῦν τὸν λόγον τὸν 77005 τήν ἁρμονίαν ϑαυμαστῶς 
\ , \ ny [4 
μοι εἶχτες ὡς παρὰ δόξαν. Σιμμίου γὰρ λέγοντος, ὁτὲ 
3 ’ ’ ; = ’ m 7, 
ἠπόρει, scavv ἐθαύμαζον, εἴ τι ἕξει τις χρήσασϑαι τῷ λόγῳ 
2 - , Ε ἌΝ "Ὁ ἢ 2 2 \ \ ΄ 
αὐτοῦ" zcavv οὖν μοι ἀτόπως ἔδοξεν εὐϑὺς τὴν τιρώτην 
2} 2 “ῷζ m “ἡ 7 DER \ 2 δ). 
ἔφοδον οὐ δέξασϑαι τοῦ σοῦ λόγου. ταὐτὰ δὴ οὐχ av ϑαυ- 
΄ \ \ » ’ ἀκ > ͵ 5 2 N 
μάσαιμι χαὶ τὸν τοῦ Κάδμου λόγον εἰ πιάϑοι. 2 ayade, 
ἔφη 6 Σωχράτης, μὴ μέγα λέγε, μή «τις ἡμῶν βασχανία 


zend die Worte des Odysseus an 
und so schlielst er spalsend: wir 
würden in Streit kommen mit einem 
göttlichen Dichter, wie Homer, und 
— mit uns selber. 


Kap. 44, Mit einem treffenden 
Scherze beginnt Sokrates die Aus- 
einandersetzung mit Kebes. Der 
Satz des Simmias von der Harmonie 
erinnert ihn an die Landesheroen 
der Thebaner, an Kadmos und seine 
Gattin Harmonia. „Mit der Har- 
monie aus Theben, d. i. mit dem 
Salze des Thebaners Simmias, ha- 
ben wir uns abgefunden, jetzt wol- 
len wir es mit dem stärkeren Gat- 
ten der Dame, mit Kadmos, d. i. 
dem schwierigeren Einwurf des 
Kebes, versuchen.“ Er bleibt da- 
bei auch in den Ausdrücken dem 
Bilde getreu; das ἵλεα, γέγονε und 
das ἱλασόμεϑα — die Harmonie 


war uns gnädig: nun wollen wir 
den Kadmos gnädig zu stimmen 
versuchen — haben eben die bei- 
den Halbgötter im Auge. Kebes 
antwortet bescheiden: der Einwurt 
seines Freundes hatte auch ihm im- 
poniert, und er hatte nicht ge- 
glaubt, dafs jemand etwas mit dem- 
selben anfangen könne (χρήσασϑαι 
τῷ λόγῳ): es hat ihn betroffen ge- 
macht, dafs Simmias dem Meister 
gegenüber eigentlich kaum zu einer 
Gegenwehr gekommen war, dafs er 
sich nach dem ersten Angriffe für 
besiegt erklären mulste, und da 
sieht er voraus, ihm werde es 
ebenso ergehen. Aus seinen Wor- 
ten spricht die Bewunderung, mit 
welcher er zu Sokrates aufschaut. 
Der kampflustige Streiter verrät 
sich aber in einem Kriegsausdrucke, 
welchen er gebraucht: τὴν πρώ- 
την ἔφοδον οὐ δέξασϑαι. Scher- 
zend greift Sokrates das Bild auf 


78 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


, x nr \ , 3 x 
σεδξριτρέψῃ τὸν λόγον τὸν μέλλοντα λέγεσϑαι. ἀλλὰ δὴ 
ταῦτα μὲν τῷ ϑεῷ μελήσει, ἡμεῖς δὲ Ὁμηρικῶς ἐγγὺς ἰόν- 
τὲς “τειρώμεϑα εἰ ἄρα τι λέγεις. ἔστι δὲ δὴ τὸ κεφάλαιον 
ὧν ζητεῖς" ἀξιοῖς ἐπιδειχϑῆναι ἡμῶν τὴν ψυχὴν ἀνώλε- 
ϑρόν TE χαὶ ἀϑάνατον οὖσαν, εἶ φιλόσοφος ἀνὴρ μέλλων 
ἀπτοϑανεῖσϑαι, ϑαρρῶν TE χαὶ ἡγούμενος ἀποϑαγὼν ἐχεῖ 
5 , ΄, 2,43: 5 BI , 32.3 ΄ 
ev πράξειν διαφερόντως ἢ εἰ ἐν ἄλλῳ βίῳ βιοὺς ἐτελεύτα, 

\ > ΄ ’ “32 N , ! \ \ > 
un ἀνόητόν τὲ χαὶ ἡλέϑιον ϑάρρος ϑαρρήσει. TO δὲ Arco- 
΄ c ’ f y 
φαίνειν ὅτι ἰσχυρόν Ti ἐστιν ἣ ψυχὴ χαὶ ϑεοειδὲς καὶ nv 
‚ -“ 2 
ἔτι πρότερον, zroiv ἡμᾶς ἀνϑρώπους γενέσϑαι, οὐδὲν κω- 
λύειν φὴς πάντα ταῦτα μηνύειν ἀϑανασίαν μὲν μή > ὅτι 
δὲ πολυχρόνιόν τέ ἔστι ψυχὴ χαὶ ἦν σου πρότερον ἀμή- 
xavov ὅσον χρόνον χαὶ ἤδει τε χαὶ ἔπραττε πόλλ᾽ ἄττα" 
3 29» -» 5 3 , 2 
ἀλλὰ γὰρ οὐδέν τε μᾶλλον ἣν ἀϑάνατον, ἀλλὰ χαὶ αὐτὸ 
\ b) 3 , »" > = 2 \ 3 en 4 ὁ 
τὸ εἰς ανϑρώπου σώμα ἐλϑεῖν ἀρχὴ ἣν αὑτῇ ὀλέϑρου, 
[4 [4 ΄, N “ , 
ὥστεερ νόσος" χαὶ ταλαιττωρουμένη τε δὴ τοῦτον τὸν βίον 
[4 - > N υ 
ζῴη καὶ τελευτῶσά γε Ev τῷ χαλουμένῳ ϑανάτῳ απολ- 
, 2 Ν u 
λύοιτο. διαφέρειν δὲ δὴ φὴς οὐδὲν εἴτε ἅπαξ εἰς σῶμα 
ἔρχεται εἴτε πολλάκις, πρός γε τὸ ἕχαστον ἡμῶν φοβεῖ- 
΄, Zu > > 
σϑαι᾿ τιροσήχειν γὰρ φοβεῖσϑαι, εἰ μὴ ἀνόητος εἴη. τῷ 
’ r ’ , 3 , 
μὴ εἰδότι μηδ᾽ ἔχοντι λόγον διδόναι ὡς ἀϑάνατόν ἐστι. 
aM ΟΡ ΩΣ 3 3 ΄ 0% . " ἐξ £ 
τοιαῦτ arra Eoriv, οἰμαι, ὦ Κέβης, ἃ λέγεις" καὶ ESeri- 
a ’ > , ΄ -" , 
τηδὲς πολλάχις ἀναλαμβάνω, ἵνα μή τι διαφύγῃ ἡμᾶς, εἰ 
’ ΄ - π᾿ Ἢ , \ N 2 > 
τέ τι βούλει προσϑῆς ἡ ἀφέλῃς. χαὶ ὃ Κέβης, All οὐ- 
r -»" A > = , 
δὲν ἔγωγε ἐν τῷ παρόντι, ἔφη, οὔτ᾽ ἀφελεῖν οὔτε 77000- 
m 4 , ad a 4 
ϑεῖναι δέομαι" ἔστι δὲ ταῦτα ἃ λέγω. 


El φιλόσοφος ἀνὴρ μέλλων ἀπο- 


in den Ausdrücken περιτρέψῃ und 
Wi ἰόντες, zu deren letzterem 

ohlrab bemerkt: „die ‚Worte &y- 
γὺς ἰόντες, σχεδὸν ἰόντες, ἐγ- 

ς ὅτῇ bezeichnen bei Homer in 
der Regel das Gegeneinanderrücken 
zweier Helden, die sich im Zwei- 
kampfe versuchen wollen, entspre- 
chen also unserer Redensart: eine 
Lanze miteinander brechen“, Eigen- 
tümlich herzlich muten dann die 
mit der heiteren Miene des Weisen 
gesprochenen folgenden Worte an: 


ϑανεῖσϑαι — ἠλίϑιον ϑάρρος ϑαρ- 

Ἴσει. 

2 > Rest des Kapitels giebt den 
Einwand des Kebes in nuce. Die 
Worte πρός γε τὸ ἕχαστον ἡμῶν 
φοβεῖσϑαι heilsen: „gegenüber der 
Furcht, die jeglichem von uns zu 
hegen zukommt.“ 

Kap. 45. Die Beweisführung 
schreitet in den folgenden Kapiteln 
langsam fort, und Plato geht ab- 
sichtlich langsam vor, macht ab- 


ΦΑΙΔΩΝ. 79 


45. Ὁ οὖν Σωκράτης συχνὸν χρόνον ἐπισχὼν καὶ 70008 
ἑαυτόν τι σκεψάμενος, Οὐ φαῦλον GER ἔφη, ὦ Μέβηβ; 
ζητεῖς᾽ ὅλως γὰρ dei πιερὴ γενέσεως χαὶ φϑορᾶς τὴν ai- 
τίαν διατεραγματεύσασϑαι. ἐγὼ οὖν σοι δίξιμι χερὶ αὖ- 
τῶν, ἐὰν βούλῃ, τά γ᾽ ἐμὰ πάϑη" ἔπειτα ἂν τέ σοι χρή- 
σιμον φαίνηται ὧν ἂν λέγω, πρὸς τὴν τιειϑὼ regt ὧν λέ- 
γεις χρήσει. Ahka μήν, ἔφη ὅ Κέβης, βούλομαί γε. Axove 
τοίνυν ὡς ἐροῦντος. ἐγὼ γάρ, ἔφη, w Κέβης, γέος ὧν ϑαυ- 
μαστῶς ὡς ἐπεϑύμησα ταύτης τῆς σοφίας, ἣν δὴ καλοῦσι 
χερὶ φύσεως ἱστορέαν. ὑπερήφανος γάρ μοι ἐδόκει εἶναι, 
εἰδέναι τὰς αἰτίας ἕχαστου, διὰ τί γίγνεται ἕχαστον xal 
διὰ τί ἀπόλλυται χαὶ διὰ τί ἔστι" χαὶ πολλάχις ἐμαυτὸν 
ἄνω χάτω μετέβαλλον σχοττῶν πρῶτον τὰ τοιάδε, ag” ἐπει- 
δὰν τὸ ϑερμὸν χαὶ τὸ ψυχρὸν σηπεδόνα τινὰ λάβη, ὥς 
τινὲς ἔλεγον, τότε δὴ τὰ ζῶα ξυντρέφεται" καὶ πότερον τὸ 


sichtlich hier und da länger Halt, 
weil er weils, dafs die folgende 
Darlegung ihre Schwierigkeiten hat. 
Auf diese macht er von Anfang an 
aufmerksam, sucht seine Leser, so- 
zusagen, für sie zu stimmen da- 
durch, dafs er den Sokrates als 
tiefer nachsinnend ‚schildert: Ὁ οὖν 
Σωωρέτιῃ συχνὸν χρόνον ἐπι- 
σχὼν zul πρὸς ξαυτόν τι σχεψά- 
μενος — und dadurch, dafs er ihn 
selbst sagen läfst, die vorliegende 
Frage sei schwer zu lösen: οὐ φαῦ- 
λον πρᾶγμα ζητεῖς. Über den In- 
halt dieses und des folgenden Ka- 
pitels sagt C. Steinhart: „Die in 
die Erörterungen verflochtene Dar- 
stellung seines philosophischen Bil- 
dungsganges, die dem Sokrates in 
den Mund gelegt wird, ist einer- 
seits eine genetische Entwicklung 
der Platonischen Ideenlehre, andrer- 
seits eine, im ganzen und grofsen 
wenigstens treue Darstellung des 
Ganges, den die Philosophie über- 
haupt bis auf Plato bei den Grie- 
chen genommen hat. Sie begann 
in der älteren Naturphilosophie mit 
den Bestrebungen, die Ursache des 


Werdens und Vergehens der ein- 
zelnen Dinge zu erforschen, und 
glaubte in ihrer jugendlichen Kühn- 
heit, dieselbe erkannt zu haben, 
wenn sie irgendein stoffliches, wenn 
auch möglichst einfaches Element 
hypothetisch als Naturprinzip auf- 
stellte und aus diesem nach Kräf- 
ten alles zu erklären suchte. Ziem- 
lich vollständig werden hier jene 
stofflichen Prinzipien oder Urele- 
mente aufgezählt und auch die 
grob materialistische Meinung nicht 
unberührt gelassen, die den Sitz 
und das Wesen des Lebens und der 
Seele in irgendeinen Teil des Kör- 
pers, sei es nun das Blut oder das 
Gehirn, zu versetzen liebte u. 8. w. 
Endlich schien in dem grofsen Ge- 
danken des Anaxagoras, dafs ein 
reiner, von aller Materie freier Geist 
alles in der Natur weise und ver- 
nünftig aus einem verworrenenen 
Durcheinander herausgebildet und 
geordnet habe, eine Antwort auf 
die Frage nach dem letzten Grunde 
aller Dinge gefunden zu sein. Aber 
auch diese Hoffnung täuscht u. s. νυ.“ 

Mit lebendiger Frische läfst Plato 


80 IHAATQNOZ 


aiua ἐστιν ᾧ φρονοῦμεν, ἢ ὃ ἀὴρ ἢ τὸ τεῦρ, ἢ τούτων μὲν 
οὐδέν, ὃ δὲ ἐγκέφαλός ὁ ἐστιν ὁ τὰς αἰσϑήσεις “παρέχων τοῦ 
ἀχούειν χαὶ ὁρᾶν χαὶ ὀσφραίνεσϑαι, ἐχ τούτων δὲ γίγνοιτο 
μνήμη καὶ δόξα, ἐχ δὲ μνήμης χαὶ δόξης λαβούσης τὸ 
ἠρεμεῖν χατὰ ταῦτα γίγνεσϑαι ἐπιστήμην" χαὶ αὖ τούτων 
τὰς φϑορὰς σχοτιῶν, χαὶ τὰ περὶ τὸν οὐρανόν τὲ χαὶ τὴν 
γῆν πάϑη, τελευτῶν οὕτως ἐμαυτῷ ἔδοξα πρὸς ταύτην 
τὴν σχέψιν ἀφυὴς εἶναι, ὡς οὐδὲν χρῆμα. τεχμήριον δέ 
σοι ἐρῶ ἱκανόν" ἐγὼ γὰρ ἃ καὶ πρότερον σαφῶς ἠπιστά- 
μὴν, ὥς γε ἐμαυτῷ καὶ τοῖς ἄλλοις ἐδόχουν, τότε ὑπὸ ταύ- 
της τῆς σχέψεως οὕτω σφόδρα ἐτυφλώϑην, ὥστε ἀπέμα- 
ϑὸν χαὶ ταῦτα, ἃ τιρὸ τοῦ ᾧμην εἰδέναι, τεερὶ ἄλλων τὲ 
πολλῶν χαὶ διὰ τί ἄνϑρωτσιος αὐξάνεται. τοῦτο γὰρ ᾧμην 
zcg6 τοῦ παντὶ δῆλον εἶναι, ὅτι διὰ τὸ ἐσθίειν χαὶ τείνειν" 
ἐπειδὰν γὰρ Ex τῶν σιτίων ταῖς μὲν σαρξὶ σάρχες 77000- 
γένωνται, τοῖς δὲ ὀστοῖς ὀστᾶ, καὶ οὕτω χατὰ τὸν αὐτὸν 
λόγον καὶ τοῖς ἄλλοις τὰ αὐτῶν οἰχεῖα ἑχάστοις τιροσγέ- 
γηται, τότε δὴ τὸν ὀλίγον ὄγχον ὄντα ὕστερον πολὺν γε- 
γογέναι, χαὶ οὕτω γίγνεσθαι τὸν σμιχρὸν ἄνϑρωττον μέ- 
γαν᾽ οὕτω τότε ᾧμην" οὐ δοχῶ σοι μετρίως; Ἔμοιγε, ἔφη 
ὃ Κέβης. Σκέψαι δὴ χαὶ τάδε ἔτι. ᾧμην γὰρ ἱκανῶς μοι 
δοχεῖν, ὁττότε τις φαίνοιτο ἄνϑρωτεος τταραστὰς μέγας 
σμιχρῷ μείζων εἶναι αὐτῇ τῇ χεφαλῇ, καὶ ἵπιτος ἵππου" 
χαὶ ἔτι γε τούτων ἐναργέστερα, τὰ δέχα μοι ἐδόχει τῶν 
ὀχτὼ τιλείονα εἶναι διὰ τὸ δύο αὐτοῖς περοσϑεῖναι, καὶ τὸ 


den Sokrates die einzelnen Schulen 
vor ihm kurz so durchgehen, als 
sei er zeitweise ihr Anhänger ge- 
wesen. Zuerst redet er von den 
alten Physikern und sagt, er habe 
ihren Spuren folgend die Ursache 
des Werdens, Vergehens und Seins 
im Warmen oder Kalten, in der 
Luft oder im Feuer gesucht, So- 
dann habe er mit Pythagoras nach 
dem Sitze der Erkenntnis geforscht 
und mit den Pythagoreern und 
den Eleaten über den Grund der 
Verhältnisse des Raumes und der 


Zahl nachgedacht. Dals er aber 
nicht objektiv die einzelnen Philo- 
sophen, sondern sich als ihren Schü- 
ler darstellt, giebt ihm Gelegenheit, 
hier und da nach seiner Eigenart 
in den Beweis einen Scherz einzu- 
flechten, wie in den Worten: ἐγὼ 
γὰρ ἃ χαὶ πρότερον. σαφῶς ἡπι- 
στάμην --- ἃ πρὸ τοῦ ῴμην εἰδέ- 
γαχι, welche an den bekannten Gö- 
theschen Vers erinnern: „Mir wird 
von alledem so dumm, als ging’ mir 
ein Mühlrad im Kopf herum“, oder 
wie am Schlusse des Kapitels in 


ΦΑΊΔΩΝ. 81 


δίστηχυ τοῦ σπιηχυαίου μεῖζον εἶναι διὰ τὸ ἡμίσει αὐτοῦ 
ὑτεερέχειν. Nüv δὲ δή, ἔφη ὃ Κέβης, τέ 001 δοκεῖ, τεερὶ 
αὐτῶν; “Πόρρω σου, ἔφη, m AU ἐμὲ εἶναι τοῦ οἴεσϑαι 
περὶ τούτων του τὴν αἰτίαν εἰδέναι, ὅς γε οὐχ ἀτιοδέχομιαι 
ἐμαυτοῦ οὐδὲ ὡς, ἐγεειδὰν ἑνί τις προσϑῇ ἕν, ἢ τὸ ἕν ᾧ 
προσετέϑη δύο γέγονεν, ἢ τὸ προστεϑὲν χαὶ ᾧ προσετέϑη 
διὰ τὴν πρόσϑεσιν τοῦ ἑτέρου τῷ ἑτέρῳ δύο ἐγένετο" ϑαυ- 
μάξω γὰρ εἶ, ὅτε μὲν ἑκάτερον αὐτῶν χωρίς ἀλλήλων ἣν, 
ἕν ἄρ᾽ ἑχάτερον ἦν καὶ οὐχ ἤστην τότε δύο, ἐπτξὶ δ᾽ Erchn- 
σίασαν ἀλλήλοις, αὕτη ἄρα αἰτία αὐτοῖς ἐγένετο δυοῖν γε- 
γέσϑαι, n ξύνοδος τοῦ nalen ἀλλήλων τεϑῆναι. οὐδέ 
γε ὡς, ἐάν τις ἕν διασχίσῃ, δύναμαι ἔτι πείϑεσϑαι ὡς αὕτη 
αὖ αἰτία γέγονεν, N σχίσις, τοῦ δύο γεγονέναι" ἐναντία γὰρ 
γίγνεται ἢ τότε αἰτία τοῦ δύο γίγνεσθαι" τότε μὲν γὰρ 
ὅτι ξυγήγετο ττλησίον ἀλλήλων χαὶ τιροσετίϑετο ἕτερον 
ἑτέρῳ, νῦν δ᾽ ὅτι ἀττάγεται χαὶ χωρίζεται ἕτερον ap ἕτέ- 
ρου. οὐδέ γε δι᾽ 0 τι ἕν γίγνεται ὡς ἐπίσταμαι ἔτι πείϑω 
ἐμαυτόν, οὐδ᾽ ἄλλα οὐδὲν ἑνὶ λόγῳ δι᾿ ὅ τι γίγνεται ἢ 
ἀπόλλυται ἢ ἔστι, χατὰ τοῦτον τὸν τρότιον τῆς μεϑόδου, 
ἀλλά τιν᾽ ἄλλον τρόπον αὐτὸς εἰχῇ φύρω, τοῦτον δὲ οὐ- 
δαμῇ τιροσίεμαι. 

46. AL) ἀχούσας μέν orte ἐχ βιβλίου τινός, ὡς ἔφη, 
“Ἀναξαγόρου ἀναγιγνώσκοντος, χαὶ λέγοντος ὡς ἄρα νοῦς 
ἐστὶν ὃ διαχοσμῶν τε χαὶ πάντων αἴτιος, ταύτῃ δὴ τῇ 
αἰτίᾳ ἥσϑην τε χαὶ ἔδοξέ μοι τρόττον τινὰ Ei ἔχειν τὸ 
τὸν γοῦν εἶναι ττάντων αἴτιον, καὶ ἡγησάμην, εἰ τοῦθ 
οὕτως ἔχει, τόν Je γοῦν χοσμοῦντα πάντα χοσμεῖν Kal ἕχα- 


den Worten: ἀλλά τιν᾽ ἄλλον τρό- 
πον αὐτὸς εἰχῇ φύρω ἀ. i. ich 
braue mir selber die Sache auf gut 
Glück zusammen. 

Kap. 46. In etwas schalkhafter 
Weise, wie mir scheint, führt er 


γὸς ἀναγιγνώσχοντος ἐχ βιβλίου 
Αναξαγόρου). Ich glaube, die Iro- 
nie ist nicht allein gegen Anaxa- 
goras gerichtet, er neckt damit auch 
einzelne seiner Schüler, vielleicht 
den Kebes selbst, die des Anaxa- 


die Lehre des Anaxagoras an, ὡς 

νοῦς ἐστιν ὁ διαχοσμῶν τε καὶ 

πάντων αἴτιος. Ein τις ist es, ein 

Herr Jemand, den er ein Buch des 

Anaxagoras irgend einmal hat vor- 

lesen hören (konstr. ἀχούσας rı- 
Plato, Phädon, 


goras Satz vielleicht oft im Munde 
führten, ohne ihn klar durchdacht 
zu haben. Der Grundgedanke des 
Anaxagoras, klar durchgeführt, 
hätte, nach Sokrates’ Ansicht, den 
vernünftigen Zweck alles Existie- 


6 


82 IAATQNOE 


στον τιϑέναι ταύτῃ, on ἂν βέλειστα ἔχῃ" εἰ οὖν τις βού- 
λοιτο τὴν αἰτίαν εὑρεῖν zregl ἑκάστου, ὅπῃ γίγνεται ἢ ἀτεόλ- 
λυται n ἔστι, τοῦτο δεῖν εερὶ αὐτοῦ εὑρεῖν ; om βέλτι- 
στον αὐτῷ ἐστιν ἢ εἶναι ἢ ἄλλο ὅτιοῦν τιάσχειν ἢ στοιεῖν" 
ἐχ δὲ δὴ τοῦ λόγου τούτου οὐδὲν ἄλλο σχοτεεῖν τεροσήχειν 
ἀγϑρώπῳ χαὶ τιξερὶ αὐτοῦ ἐχείνου χαὶ zcegl τῶν ἄλλων, 
ἀλλ᾽ 7 τὸ ἄριστον χαὶ τὸ βέλτιστον. ἀναγχαῖον δὲ εἶναι 
τὸν αὐτὸν τοῦτον χαὶ τὸ χεῖρον εἰδέναι" τὴν αὐτὴν γὰρ 
εἶναι ἐπιστήμην zregl αὐτῶν. ταῦτα δὴ λογιζόμενος ἄσμε- 
γος εὑρηχέναι μην διδάσχαλον τῆς αἰτίας τιερὶ τῶν OV- 
τῶν χατὰ γοῦν ἐμαυτῷ, τὸν “Αναξαγόραν, καί μοι φράσειν 
χιρῶτον μὲν πότερον ἡ γῆ τιλατεῖά ἐστιν ἢ στρογγύλη, 
ἐπεξιδὴ δὲ φράσειεν, ἐπεχδιηγήσεσϑαι τὴν αἰτίαν χαὶ τὴν 
ἀγάγκην, λέγοντα τὸ ἄμεινον χαὶ ὅτι αὐτὴν ἄμεινον nv 
τοιαύτην εἶναι" χαὶ εἰ ἐν μέσῳ φαίη εἶναι αὐτήν, ἐπεχ- 
διηγήσεσϑαι ὡς ἄμεινον nv αὐτὴν ἐν μέσῳ εἶναι" χαὶ εἶ 
μοι ταῦτα ἀτιοφαίνοιτο, τταρεσχευάσμην ὡς οὐχέτε τεοϑε- 
σόμενος αἰτίας ἄλλο εἶδος. χαὶ δὴ xal πεεϑὲ ἡλέου οὕτω 
σπεαρεσχευάσμην, ὡσαύτως τ:ιευσόμενος, καὶ σελήνης χαὶ τῶν 
ἄλλων ἀσιρὼν, τάχους τὲ ττέρι τερὸς ἄλληλα καὶ τροττῶν 
χαὶ τῶν ἄλλων τιαϑημάτων, ττῇ ττοτὲ ταῦτ᾽ ἄμεινόν ἐστιν 
ἕχαστον χαὶ τιοιεῖν χαὶ τεάσχειν ἃ τιάσχει. οὐ γὰρ ἄν ποτὲ 
αὐτὸν ᾧμην, φάσχοντά γε ὑττὸ νοῦ αὐτὰ κχεχοσμῆσϑαι, 
ἄλλην τινὰ αὐτοῖς αἰτίαν ἐεενεγχεῖν ἢ ὅτι βέλτιστον αὐτὰ 
οὕτως ἔχειν ἐστὶν ὥστιερ ἔχει᾽ ἑχάστῳ οὖν αὐτὸν ἀποδι- 
δόντα τὴν αἰτίαν χαὶ χοινῇ τιᾶσι τὸ ἑἕχάσεῳ βέλειστον 
ὥμην χαὶ τὸ χοινὸν στᾶσιν ἐτιεχδιηγήσεσϑαι ἀγαϑόν" χαὶ 


ben statt dessen nur die materiellen 
Mittel an, mittels deren der Geist 
wirke. Sokrates malt uns die Hofl- 
nungen aus, mit denen er an die 
Schriften des Anaxagoras herange- 
treten sei, auch wohl spaflshaft über- 
treibend: er habe gehofft, über 
Sonne und Mond un Gestirne be- 


renden, τὸ ἄριστον καὶ τὸ βέλτι- 
στον, anzugeben und auszulühren 
gehabt, ὅπ βέλτιστον αὐτῷ ἐστιν 
ἢ εἶναι ἢ ἄλλο δτιοῦν πάσχειν ἢ 
ποιεῖν. Anaxagoras und nach ihm 
seine Anhänger suchten aber nicht 
in dem vernünftigen Zwecke den 
Grund des Seins, wie es der νοῦς 


des Sokrates verlangt haben würde 
(εὑρηκέναι μην διδάσχαλον τῆς 
αἰτίας περὶ τῶν ὄντων χατὰ 
γοῦν Euavro), sondern sie ga- 


lehrt zu werden, τάχους τε πέρι 
πρὸς ἄλληλα χαὶ τροπῶν χαὶ τῶν 
ἄλλων παϑημάτων --- und schliefst 
dann scherzend: „nicht um viel 


ΦΑΙΔΩΝ. 89 


οὐλ ἂν ἀπεδόμην πιολλοῦ τὰς ἐλπίδας, ἀλλὰ “τἄἀνυ σπουδῇ 
λαβὼν τὰς βίβλους ὡς τάχιστα οἷός T ἦν ἀνεγίγνωσχον, 
ἵν᾿ ὡς τάχιστα εἰδείην τὸ βέλτιστον καὶ τὸ χεῖρον. 

47. Arno δὴ ϑαυμαστῆς ἐληείδος, ὦ ἑταῖρε, ὠχόμην 
φερόμενος, ἐτεειδὴ στιροϊὼν καὶ ἀναγιγνώσχων δρῶ ἄνδρα 
τῷ μὲν νῷ οὐδὲν χρώμενον οὐδέ τινας αἰτίας ἐπταιτιώμεγνον 
εἰς τὸ διακοσμεῖν τὰ πράγματα, ἀέρας δὲ καὶ αἰϑέρας καὶ 
ὕδατα αἰτιώμενον χαὶ ἄλλα :τολλὰ καὶ Arosa. χαί μοι 
ἔδοξεγ ὁμοιότατον χεττογϑέναι ὥσττερ ἂν εἴ τις λέγων 6 ὅτι 
Σωχράτης τιάντα 000 τιράττει γνῷ τιράττει, χἄτεδιτα Ertı- 
χειρήσας λέγειν τὰς αἰτίας ἑἕχάστων ὧν πράττω, λέγοι 
χερῶτον μὲν ὅτι διὰ ταῦτα νῦν ἐνθάδε κάϑημαι, ὅτι Ξύγ- 
χειταί μου τὸ σῶμα ἐξ ὀστῶν χαὶ γεύρων, χαὶ τὰ μὲν 
ὀστᾶ ἔστι στερεὰ καὶ διαφυὰς ἔχει χωρὶς ἀπ᾽ ἀλλήλων, 
τὰ δὲ νεῦρα οἷα ἐτειιτείνεσθϑαι χαὶ ἀγίεσϑαι, περιαμπέχοντα 
τὰ ὀστᾶ μετὰ τῶν σαρχῶν χαὶ δέρματος ὃ ξυνέχει αὐτά" 
αἰωρουμένων οὖν τῶν ὀστῶν ἐν ταῖς αὑτῶν ξυμβολαῖς χα- 
λῶντα χαὶ ξυντείνοντα τὰ γεῦρα χαμπτεσϑαί στου ττοϊεῖ 
οἷόν τ᾽ εἶναι ἐμὲ νῦν τὰ μέλη, χαὶ διὰ ταύτην τὴν αἰτίαν 
ξυγχαμφϑεὶς ἐνθάδε κάϑημαι" καὶ αὖ τιερὶ τοῦ διαλέγε- 
σϑαι ὑμῖν ἑτέρας τοιαύτας αἰτίας λέγοι, φωνάς τὲ χαὶ 
ἀέρας χαὶ ἀχοὰς χαὶ ἄλλα μυρία τοιαῦτα αἰτιώμενος, ἀμε- 
λήσας τὰς ὡς ἀληϑῶς αἰτίας λέγειν, ὅτι ἐπειδὴ A9m- 
γαίοις ἔδοξε βέλτιον εἶναι ἐμοῦ χαταψηφίσασϑαι, διὰ ταῦτα 
δὴ χαὶ ἐμοὶ βέλτιον αὖ δέδοχται ἐνθάδε χκαϑῆσϑαι, χαὶ 


man deutsch wohl sagen dürfte: 
wo blieb ich mit meiner wunder- 


Geld hätte ich das, worauf ich 
hoffte, preisgegeben (οὐχ ἂν ane- 


dounv πολλοῦ τὰς ἐλπίδας), las 
die Bücher mit gröfstem Eifer 
und möglichst schnell, um 
möglichst schnell das βέλτι- 
στον und das χεῖρον kennen zu 
lernen.“ Das πάνυ “σπουδῇ und das 
wiederholte ὡς τάχιστα charakte- 
risieren die Worte. 

Kap. 47. Es folgt zu dem letz- 
ten Gedanken des vorigen Kapitels 
das Aber: ano δὴ ϑαυμαστῆς ἐλ- 
πίδος ὠχόμην φερόμένος, wofür 


vollen Hoffnung! In jenem Buche 
war nicht vom vovc als der αἰτία 
τῶν ὄντων die Rede, sondern da 
wurden beständig ano und αἰϑὴρ 
und ὕδωρ und, weils Gott was, als 
αἰτίαι angegeben (αἰτισϑαι). ΠῚ 
folgenden liegt dann ein scharfer 
Sarkasmus. Der Inhalt der beiden 
angeführten Beispiele von dem xu- 
ϑῆσϑαι und dem διαλέγεσθαι ist 
schon sarkastisch: er hat von den 
Bewegungen der Gestirne und ihrem 


6* 


84 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


᾽Ὰ 4 7 
δικαιότερον παραμένοντα ὑττέχειν τὴν δίχην ἢ ἣν αν χελεύ- 
Wow‘ Ervel γὴ τὸν κύνα, ὡς ἐγῴμαι, πάλαι ἂν ταῦτα τὰ 
γεῦρά τὲ χαὶ τὰ ὀστᾶ ἢ τιερὶ Meyaga ἢ Βοιωτοὺς ἣν, ὑττὸ 

΄ [4 - ’ , , 
δόξης φερόμενα τοῦ βελτίστου, εἰ μὴ δικαιότερον μην 
\ δὴ δ \ - G 3 , 
χαὶ κάλλιον εἰναι τιρὸ τοῦ φεύγειν TE Aal arrodıdoaozsıy 
ς ᾿, -" ΄ ͵ ca > Rn 7 > e 
ὑπέχειν τῇ πόλει δίκην nyrıv ἂν τάττῃ. αλλ αἴτια μὲν 
\ - = ᾿ ’ ᾿ co 
τὰ τοιαῦτα χαλεῖν λίαν ἀἄτοτιον" εἰ δέ τις λέγοι ὅτι ἄνευ 
- x a ' > -" - ca Im 
τοῦ τὰ τοιαῦτα ἔχειν, χαὶ ὀστᾶ χαὶ νεῦρα zal 000 ἀλλα 
, 3 δ) το 3. 23 μὰ \ WW ΄ 2 - ΩΝ 
ἔχω, οὐκ ἂν οἷός T ἣν ποιεῖν τὰ δόξαντά μοι, ἀληϑῆ ἂν 
’ Ξ c ᾽, - - x -" - - 
λέγοι" ὡς μέντοι διὰ ταῦτα co ἃ ποιῶ χαὶ ταῦτα νῷ 
΄ 2 3 2 - - ᾿ N .. r 
πράττω, ἀλλ οὐ τῇ τοῦ βελτίστου αἱρέσει, ττολλὴ av χαὶ 
\ ’ > ἣ φ x \ z =’ 
μαχρὰ ῥῳϑυμία εἴη τοῦ λόγου. τὸ γὰρ μὴ διελέσϑαι οἷόν 
> 5 [42 ” , PR \ »᾽ - 2» »)ὴη > 
τ εἶναι ὁτι ἀλλο μέν τέ ἔστι τὸ αἴτιον τῷ ὃντι, ἀλλο ὃ 
τα BY} Τὰ \ ἢ b) 7 \ Sr 
ἐχεῖνο ἄνευ οὗ TO αἴτιον οὐχ ἂν scor’ εἴη αἴτιον" ὃ δὲ uoı 
, - ς EL. > , >» 
φαίνονται ψηλαφῶντες οἱ scohhoi WOTEQ Ev σχότει, ἀλλο- 
΄ I ’ ’ c > ΄ 
τρίῳ ὀνόματι προσχρώμενοι, ὡς αἴτιον αὐτὸ τεροσαγορεύ- 


Verhältnisse zu einander gesprochen 
und steigt nun vom Himmel herab 
in die irdischste Prosa. Er demon- 
striert ad oculos an sich selber und, 
wie wir nach der Lebhaftigkeit des 
Griechen annehmen dürfen, mit den 
nötigen Gesten, mit Arm und Bein; 
er führt sarkastisch das Wort αὐ 
τία, αἰτιᾶσϑαι wieder und wieder 
an; er wird in einzelnen Ausdrücken 
sarkastisch, wie in dem φωνάς τε 
χαὶ ἀέρας, χαὶ ἀχοὰς χαὶ ἄλλα 
μυρία τοιαῦτα „Stimme und Hauch 
und Gehörwerk und tausend andere 
Dinge der Art“; er ist endlich sar- 
kastisch in dem Gegensatze, in 
dem βέλτιστον, das er als Grund 
seines Sitzens anführt, und auch da 
wieder in der Form, in welche er 
seinen Gedanken kleidet: „dann 
würden beim Hunde die αἰτέαι 
des Anaxagoras, die Sehnen und 
Knochen, längst in Megara oder 
Böotien sein, aber nicht "nach sei- 
ner Art, sondern ὑπὸ do& Eng φερό- 
μενα τοῦ βελτίστου ἃ. h. nicht 
getragen von irgendeinem äulser- 
lichen Grunde, sondern ὑπὸ δόξης, 


von einem Gedanken, und zwar 
von der δόξα τοῦ βελτίστου. Es 
liegt in dem Beispiele zugleich ein 
anderer, noch spitzerer Stachel: die 
αἰτίαι des Anaxagoras und der Ma- 
terialisten, welche ihm folgen, füh- 
ren nicht zum sittlichen Han- 
deln; es fehlt jener Schule das 
sittliche Motiv. 

In der zweiten Hälfte des Kapi- 
tels setzt er den Unterschied zwi- 
schen dem αἴτεον und dem äulse- 
ren Mittel auseinander: ἄλλο τί 
ἐστι τὸ αἴτιον. τῷ ὄντι, ἄλλο δ᾽ 
ἐχεῖνο, ἄνευ, οὗ τὸ αἴτιον οὐχ ev 
ποτ᾽ εἴη (= οὔκ 2arı) αἴτιον. 
Die diesem Hauptgedanken vorher- 
gehenden Worte ὡς μέντοι διὰ 
ταῦτα ποιῶ — ῥᾳϑυμία ein τοῦ 
λόγου sind deutse γ νυ λύδ εἶμι 

„dafs ich indessen deswegen thue, 
was ich thue, und dafs darin der 
Verstand meines Handelns liege, 
aber nicht in der Wahl des Besten, 
das dürfte eine sehr leichifertige 
Behauptung sein.“ Der 2. Theil 
des Kapitels ist mehr scherzend, als 
bitter sarkastisch; mit einem scher- 


ΦΑΙΔΩΝ. 85 


ειν. διὸ δὴ καὶ ὃ μέν τις δίνην πιεριτιϑεὶς τῇ γῇ ὑττὸ τοῦ 
οὐρανοῦ μένειν δὴ σιοιεῖ τὴν γῆν, ὃ δὲ ὥστιερ καρδόττῳ 
πλατείᾳ βάϑρον τὸν ἀέρα ὑττιερείδει" τὴν δὲ τοῦ ὡς οἷόν 
τε βέλτιστα αὐτὰ τεϑῆναι δύναμιν οὕτω vov κεῖσϑαι, ταύ- 
τὴν οὔτε ζητοῦσιν οὔτε τινὰ οἴονται δαιμονίαν ἰσχὺν ἔχειν, 
ἀλλὰ ἡγοῦνται τούτου “Ἵτλαντα ἂν score ἰσχυρότερον χαὶ 
ἀϑανατώτερον χαὶ μᾶλλον ἅπαντα ξυγέχοντα ἐξευρεῖν καὶ 
ὡς ἀληϑῶς ταἀγαϑὸν καὶ δέον ξυνδεῖν καὶ ξυνέχειν οὐδὲν 
οἴονται. ἐγὼ μὲν οὖν τοιαύτης αἰτίας, ὅπῃ “τοτὲ ἔχει, 
μαϑητὴς ὅτουοῦν ἥδιστ᾽ ἂν γενοίμην" ἐπειδὴ δὲ ταύτης 
ἐστερήϑην χαὶ οὔτ᾽ αὐτὸς εὑρεῖν οὔτε rag ἄλλου μα- 
ϑεῖν οἷδς TE ἐγενόμην, τὸν δεύτερον πλοῦν ἐπὶ τὴν τῆς 
αἰτίας ζήτησιν N πεπραγμάτευμαι, βούλει σοι, ἔφη, ἐπί- 
δειξιν omowuaı, ὦ Κέβης; Ὑπερφυῶς μὲν οὐν, ἔφη, ὡς 
βούλομαι. 

48. Ἔδοξε τοίνυν μοι, ἢ δ᾽ ὅς, μετὰ ταῦτα, ἐπειδὴ 
ἀτυείρηχα τὰ ὄντα σχοπῶν, δεῖν εὐλαβηϑῆναι, μὴ τιάϑοιμι 
07189 οἱ τὸν ἥλιον ἐχλείστεοντα ϑεωροῦντες χαὶ σχοπούμε- 
vor’ διαφϑείρονται γὰρ που ἔνιοι τὰ ὄμματα, ἐὰν μὴ ἐν 
ὕδατι N τινι τοιούτῳ σχοτεῶνται τὴν εἰχόνα αὐτοῦ. τοιοῦ- 
τόν τι χαὶ ἐγὼ διενοήϑην, καὶ ἔδεισα, μὴ sravrancacı τὴν 
ψυχὴν τυφλωϑείην βλέπων τιρὸς τὰ πράγματα τοῖς ὄμ- 
μασι καὶ ἑκάστῃ τῶν αἰσϑήσεων ἐπιχειρῶν ἅτίτεσϑαι αὖ- 
τῶν. ἔδοξε δή μοι χρῆναι εἰς τοὺς λόγους καταφυγόντα 
- ἔν ἐκείνοις σχοτιεῖν τῶν ὄντων τὴν ἀλήϑειαν. ἴσως μὲν 
οὖν ᾧ εἰχάζω τρότιον τινὰ οὐκ ἔοιχεν. οὐ γὰρ πάνυ Evy- 


zenden Vergleiche schliefst Sokra- 
tes auch die Erörterung: er ver- 
gleicht den Forscherweg, den er 
gegangen, einer Irrfahrt, wenn er 
fragt, ob er nun von dem δεύτερος 
πλοῦς ἐπὶ τὴν τῆς αἰτίας ζήτησιν 
erzählen solle. 

Kap. 48. Sokrates spricht im 
Bilde: Wenn man bei einer Sonnen- 
finsternis direkt mit dem Auge die 
Sonne betrachtet, so verdirbt man 
das Auge. Wie man so das leib- 
liche Auge schädigt, so verdirbt 


man das geistige Auge, wenn man 
die πράγματα mit der sinnlichen 
Wahrnehmung erforschen will. Man 
soll vielmehr den λόγος, den Ge- 
danken jedes Seienden zu erfassen 
suchen; dann wird man auch all 
das andere erkennen ze περὶ al- 
τίας καὶ περὶ τῶν ἄλλων ἁπάντων. 
Man kommt dann zu der richtigen 
Se ἃ τῷ λόγῳ ξυμφωγεῖ, 
I πὸ ἐστιν. 

u den Worten οὐ γὰρ πάνυ 
ξυγχωρῶ --- τὸν ἐν τοῖς ἔργοις 


6 HAATQNOZ 


ν > PP ’ ΄ x , 
χωρῶ τὸν ἐν τοῖς λόγοις σχοτιούμεγον τὰ ὄντα ἐν εἰχόσι 
- en A \ 2 RT, ὟΝ > 5 \ ΄ 
μάλλον σχοτύδῖν ἢ τὸν ἕν τοῖς ἔργοις ἀλλ᾽ οὖν δὴ ταύτῃ 
di ς , 2\ ar} 
γε WOUNGa, Kal ὑποϑέμενος Eraorore λόγον ὃν ἂν χρίνω 
ἐρρωμενέστατον εἶναι, ἃ μὲν ἄν μοι δοχῇ τούτῳ ξυμφω- 
- N ς 3 ὧν, τε \ \ ao \ \ 
veiv, τίϑημι ὡς ἀληϑῆ ὄντα, χαὶ zregl αἰτίας χαὶ zreol 

- »# c ‚ a EUR \ ΄ ε 2 2 -. ΄ 
τῶν ἄλλων ἁπάντων, ἃ δ᾽ av μή, ὡς οὐκ ἀληϑῆ. βούλομαι 
δέ σοι σαφέστερον εἰτιεῖν ἃ λέγω" οἶμαι γάρ σὲ νῦν οὐ 
΄ 3 \ 7 r ΄ / 
μανϑάνειν. Οὐ ua τὸν Jia, ἔφη ὃ Κέβης, οὐ σφόδρα. 
3 2 5 Ὁ 3 ΄ 
49. AM, ἡ δ᾽ ὅς, ὧδε λέγω, οὐδὲν καινόν, ἀλλ᾽ 
a > »” - ΄ I 
arreg ἀεὶ καὶ ἄλλοτε χαὶ ἐν τῷ παρεληλυϑότι λόγῳ οὐδὲν 
7τέτταυμαι λέγων. ἔρχομαι γὰρ δὴ ἐπιχειρῶν σοι ἐπιδείξα- 
σϑαι τῆς αἰτίας τὸ εἶδος ὃ πτεττραγμάτευμαι, χαὶ εἶμι τεά- 
5 Ἂ Ἐπ , 
λὲν Et ἐχεῖνα τὰ π᾿ολυϑρύλητα χαὶ ἄρχομαι ar ἐχείνων, 
c ᾿, 3 N \ 2 x P} c \ \ > x 
vrroFEusvog εἰναί τι χαλὸν αὑτὸ καϑ αὑτὸ χαὶ ᾿ἀγαϑὸν 
χαὶ μέγα χαὶ τάλλα ττάντα᾽ ἃ εἴ μοι δίδως τὲ καὶ ξυγχω- 
ρεῖς εἶναι ταῦτα, ἑδλττίζω σοι ἐχ τούτων τήν τε αἰτίαν ἔτπει- 
fi 2 ΄ ς 2 , ΄ > , 
δείξειν χαὶ ἀνευρήσειν, ὡς ἀϑάνατον ἢ ψυχή. Alla μήν, 
BU c N ς ’, > ΒὶῚ , ,’ 
ἔφη ὁ Κέβης, ὡς διδόντος 001 οὐχ ἂν φϑάνοις :τεραίνων. 
’ , r \ m ; -- Ὁ 
Σχότσιει. δή, ἔφη, τὰ ἑξῆς ἐχείνοις, ἐάν σοι ξυνδοχῇ ὥσττερ 
,ὕ ,ὔ ΄ ,ὔ μ“ \ \ 
ἐμοί. φαίνεται γάρ μοι, εἴ τί ἐστιν ἄλλο χαλὸν πλὴν αὐτὸ 
\ ΄ γ) «Ἂν Σ ΕΝ “an A‘ y δ.) ΄, ᾿ 
τὸ καλόν, οὐδὲ δι ἕν ἀλλο χαλὸν εἶναι ἢ διότι μετέχει 
, -“" a [4 C 8.4 hang ni 
ἐχείγου τοῦ καλοῦ" χαὶ scavra δὴ οὕτω λέγω. τῇ τοιᾷδε 
" εἶ -- - > , 3 are γ᾽ 
αἰτίᾳ ξυγχωρεῖς; Ξυγχωρῶ, ἔφη. Ov τοίνυν, ἡ δ᾽ ὃς, ἔτι 
σμικρὸν νοῦν ἔχοντι εἰπεῖν ταῦτα. 
Sokrates sagt, er wolle zurück- 


greifen auf die von ihm so oft vor- 
getragene Lehre von den Ideen, und 


sagt Stallbaum mit der ihm eige- 
nen Klarheit: /ntellegit eum, qui 
rationibus utens ipsam rerum na- 
turam contemplatur ‚ eique oppo- 


nit τὸν σχοπούμενον ἐν τοῖς ἔρ- 
yoız,eum, qui ex effectis atque ocu- 
lorum, aurium, denique sensuum 
ope eam cognoscere studet. Et hune 
quidem censet non minus imaginem 
rerum, non res ipsas videre, quam 
qui rationis principia sequatur. 
Kap. 49. Uber die Art der Er- 
örterung dieses Kapitels urteilen 
am Schlufs desselben einmal Sim- 
mias und Kebes und sodann Eche- 
krates noch entschiedener: ϑαυμα- 
στῶς ὡς ἐναργῶς δοχεῖ τῷ καὶ 


wenn ihm Kebes die Richtigkeit 
dieser Lehre zugebe, aus ihr die 
Unsterblichkeit der Seele ableiten 
(ἀνευρήσειν, ὡς ἀϑάνατον ἡ ψυ- 
χή), aus den Ideen und dem, was 
daraus folge (τὰ ἑξῆς ἐχείνοις). 
Das Schöne nun ist schön nicht 
aus einem äufseren Grunde, wie 
ihn die blühende Farbe oder Ge- 
stalt bietet, sondern nur, weil es 
teilhat an der Idee des Schönen 
u.s. w. So ist der Grund τοῦ 
μείζω εἶναι. micht des Hauptes 


EZ 


ΦΑΙΔΩΝ. 87 


’ > δὶ G \ » εἰ ᾿ \ 3 ΄ 
μανϑάνω οὐδὲ δύναμαι τὰς ἄλλας αἰτίας τὰς σοφὰς ταύ- 
,ὔ = > > wer ,ὔ ,ὔ > [4 [4 
τας yıyvworeıv‘ ἀλλ Eav τίς μοι λέγῃ ὃδὲι ὁ τι χαλόν 
2 ς » PL} nm > \ ΡΥ) ΡΒ) - δ »») ς » 
ἔστιν οτιοῦν, ἢ χρῶμα ευανϑὲς ἔχον ἡ σχῆμα ἢ ἀλλο οτιοῦν 
- τέ N - 
τῶν τοιούτων, τὰ μὲν ἄλλα χαίρειν ἐῶ, ταράττομαι γὰρ 
x » - - » , \ 
ἐν τοῖς ἄλλοις πᾶσι, τοῦτο δὲ ἁπλῶς χαὶ ἀτέχνως Hai 
r τῆν, > m u b | ' Ξ5 
ἔσως εὐήϑως ἔχω sag ἐμαυτῷ, ὅτι οὐκ ἄλλο τι τπτιοιεῖ 
2 x r ’ « - N . , r 
αὑτὸ χαλὸν ἢ ἡ ἐχείνου τοῦ χαλοῦ εἴτε τταροὐσία εἴτε κοι- 
΄ὔ , oc [4 ΄, 5 > x 
γωνία εἴτε ὁπτῃ δὴ χαὶ ὁπὼς προσγεγομένη" οὐ γὰρ ἔτι 
AP ’ 9 MICH » 52 ΄ \ x 
τοῦτο Öuoyvollouaı, ἀλλ ὁτι τῷ χαλῷ πάντα τὰ χαλὰ 
, δι. »-" ’ 3 -- 2 [4 3 
γίγνεται χαλά. τοῦτο γάρ μοι δοχεῖ ἀσφαλέστατον εἶναι 
> - > , Ina r 
zal ἐμαυτῷ ἀποχρίνασϑαι χαὶ ἄλλῳ, καὶ τούτου ἐχόμενος 
ς = > ’ A: ΕΘ . 3 
ἡγοῦμαι οὐχ ἂν worte “τεσεῖν, ἀλλ ἀσφαλὲς εἶναι καὶ ἐμοὶ 
u. 8 - 7 ὴ ἡ 7 ͵ a n am \ \ 
χαὶ ὁτῳοῦν all ἀποχρίνασϑαι, ὁτι τῷ καλῷ τὰ χαλὰ 
’, αὐ 2\ > \ \ \ - - - \ 9 
γίγνεται χαλά᾿ m οὐ χαὶ σοὶ δοχεῖ; 4οχεῖ. Καὶ μεγέϑει 
ἄρα τὰ μεγάλα μεγάλα χαὶ τὰ μείζω μείζω, χαὶ σμικρό- 
᾿. αν αι τ 7 I δὰ ΡΣ ..9 ᾿ 
τητι τὰ ἐλάττω ἑλάττω; Ναί. Ουδὲ σὺ ἀρ ἂν ἀποδέχοιο, 
εἴ τίς τινα φαίη ἕτερον ἑτέρου τῇ κεφαλῇ μείζω εἶναι, καὶ 
x nr - 2 - ’ ἡ ἡ IJanN\ Κα 
τὸν ἐλάττω τῷ αὑτῷ τούτῳ ἐλάττω, ἀλλὰ διαμαρτύροιο 
pP} [d x \ > on me , No \ \ er m 
av ὁτι σὺ μὲν οὐδὲν ἀλλο λέγεις ἢ oTı τὸ μὲν μεῖζον car 
[4] c > \ Ir RIP, b) Ρ} N \ x 
ἕτερον ἑτέρου οὐδενὶ ἀλλῳ μεῖζόν ἔστιν ἢ μεγέϑει, χαὶ διὰ 
τοῦτο μεῖζον, διὰ τὸ μέγεϑος, τὸ δὲ ἔλαττον οὐδενὶ ἄλλῳ 
ἔλαττον ἢ σμιχρότητι, χαὶ διὰ τοῦτο ἔλαττον, διὰ τὴν σμι- 
χρότητα, φοβούμενος, οἶμαι, μή τίς σοι ἐναντίος λόγος 
> ’ \ - - , G m 5 Α 
αταντήσῃ, ἐὰν τῇ χεφαλῇ μείζονά τινα φῆς εἶναι καὶ 
, m \ 52 > m \ = = 5 \ 
ἐλάττω. τιρῶτον μὲν τῷ αὑτῷ τὸ μεῖζον μεῖζον εἶναι χαὶ 
\ 2 in r - - mn 14 \ 
τὸ ἔλαττον ἔλαττον, ἔπειτα τῇ χεφραλῦ σμιχρᾷ οὔσῃ τὸν 
μείζω μείζω εἶναι, χαὶ τοῦτο δὴ τέρας εἶναι, τὸ σμιχρῷ 
ἀξ ἡ τς ΡΟΝ Ἢ ” c , 
τινι μέγαν τινὰ εἰναι" ἢ οὐχ ἂν φοβοῖο ταῦτα; χαὶ ὁ Κέ- 


Länge, sondern μεγέϑει τὰ μεγάλα 
μεγάλα und σμικρότητι τὰ ἐλάττω 
ἐλάττω. So ist die αἰτία τοῦ δύο 
γενέσϑαι nicht die πρόσϑεσις oder 
die σχίσις, sondern die μετάσχε- 
σις τῆς δυάδος u. 5. w. Denn die 
τον ἀχ τε μμρώνιρᾷ Annahme führe zu 
zwei Widersprüchen: es würde ein- 
mal durch dasselbe das Gröfsere 
gröfser und das Kleinere kleiner, 


und es entstände durch seinen Ge- 
gensatz das Entgegengesetzte (τὸ 
σμιχρῷ τινι μέγαν τινὰ εἶναὺ. 
Die Frische der Darstellung re- 
sultiert aus einzelnen Ausdrücken 
und Wendungen. So nennt er iro- 
nisch die falschen Gründe αἰτίας 
τὰς σοφὰς ταύτας und stellt den 
σοφοί, die sich mit ihnen begnügen, 
seine Art und Weise als ein ἴσως 


88. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


βης γελάσας, Ἔγωγε, ἔφη. Οὐχοῦν, ἡ δ᾽ ὅς, τὰ δέκα τῶν 
ὀχτὼ δυοῖν “τλείω εἶναι, χαὶ διὰ ταύτην τὴν αἰτέαν ὕπερ- 
βάλλειν, φοβοῖο ἂν λέγειν, ἀλλὰ μὴ πλήϑει καὶ διὰ τὸ 
πιλῆϑος; χαὶ τὸ δίστηχυ τοῦ zunyvalov ἡμίσει μεῖζον εἶναι, 
ἀλλ᾽ οὐ μεγέϑει; ; ὃ αὐτὸς γάρ που φόβος. Πάνυ γε, ἔφη. 
Τί δέ; ἑνὶ ἑγὸς τροστεϑέντος τὴν πρόσϑεσιν αἰτίαν εἶναι 
τοῦ δύο γενέσϑαι ἢ διασχισϑέντος τὴν σχίσιν οὐχ εὐλα- 
βοῖο ἂν λέγειν; καὶ μέγα ἂν βοῴης ὅτι οὐχ οἶσϑα ἄλλως 
σζίως ἕκαστον γιγνόμενον ἢ μετασχὸν τῆς ἰδίας οὐσίας Exa- 
στου, οὗ ἂν μετάσχῃ, καὶ ἐν τούτοις οὐχ ἔχεις ἄλλην τινὰ 
αἰτίαν τοῦ δύο γενέσθαι ἀλλ᾽ ἢ τὴν τῆς δυάδος μετάσχε- 
σιν, καὶ δεῖν τούτου μετασχεῖν τὰ μέλλοντα δύο ἔσεσϑαι., 
χαὶ μονάδος ὃ ἂν μέλλῃ ἕν ἔσεσϑαι, τὰς δὲ σχίσεις ταύ- 
τας χαὶ τιροσϑέσεις χαὶ τὰς ἄλλας τὰς τοιαύτας χομψείας 
ἐῴης ἂν χαίρειν, παρεὶς ἀποχρίνασϑαι τοῖς σεαυτοῦ σο- 
φωτέροις᾽" σὺ δὲ δεδιὼς ἂν, τὸ λεγόμενον, τὴν ἑαυτοῖ 
σχιὰν καὶ τὴν ἀπειρίαν, ἐχόμενος ἐχείνου τοῦ ἀσφαλοῦς 
τῆς ὑτιοϑέσεως, οὕτως ἀπτοχρίναιο ἄν. εἰ δέ τις αὐτῆς 
τῆς ὑποϑέσεως ἔχοιτο, χαίρειν ἐῴης ἂν καὶ οὐκ ἀπεοχρί- 
γαιο, ἕως ἂν τὰ ἀπ᾽ ἐχείνης δρμηϑέντα σχέψαιο, εἴ σοι 
ἀλλήλοις Evupwvei ἢ διαφωνεῖ" ἐπειδὴ δὲ ἐχείνης αὐτῆς 
δέοι σε διδόναι λόγον, ὡσαύτως ἂν διδοίης, ἄλλην αὖ ὑπό- 
ϑεέσιν ὑτιοϑέμενος, ἥτις τῶν ἄνωϑεν βελτίστη φαίνοιτο, 
ἕως ἐπέ τι ἱχανὸν ἔλϑοις, ἅμα δὲ οὐχ ἂν φύροιο ὥστ:τερ 


εὐήϑως ἔχειν, als eine vielleicht 
thörichte Art, ‚entgegen, nennt fer- 
ner diese αἰτίαι χομψεῖαι, artige 
Scherzchen, und weist sie den &r- 
τιλογικοὶ zu, die er oben schon 
einmal erw ähnte, den Leuten, wel- 
che aus Freude am Widerspruch bei 
einer dialektischen Unterhaltung 
(διαλεγόμενος) die ἀρχὴ und τὰ ἐξ 
ἐχείνης ὡρμημένα, den ersten 
Grund und das aus ihm sich Er- 
gebende, bunt durcheinander wer- 
fen (οὐκ ἂν φύροιο und ὁμοῦ 
πάντα κυχῶντες), und die im Ge- 
fühle dieser ihrer Weisheit ἀπὸ 
σοφίας) sich selber genügen d. 


sich glänzend vorkommen. So sagt 
er von sich scherzend: ταράττο- 
μαι ἐν τοῖς ἄλλοις πᾶσι, „mir 
wird bei alledem angst und bange“, 
legt dem Kebes ein φοβεῖσθαι un- 
ter vor dem τέρας, dafs durch ein 
Kleines immer ein Grofser werden 
könne, sodals dieser in Lachen aus- 
bricht; so sagt er ihm: μέγα dv 
βοῴης „du würdest lauten Wider- 
spruch erheben“, oder, wie unsere 
Vulgärsprache sagt: „du würdest 
den Hals weit aufreifsen* ; so sagt 
er ferner von ihm: ov δὲ δεδιὼς 
ἄν, τὸ λεγόμενον, τὴν ἑαυτοῦ 
σχιὰν χαὶ τὴν ἀπειρίαν d.i. „du 


Bus... 


ΦΑΙΔΩΝ. 89 


οἱ ἀντιλογιχοὶ ττερί τὲ τῆς ἀρχῆς διαλεγόμενος καὶ τῶν 
ἐξ ἐχείνης ὡρμημένων, εἴτεερ βούλοιό τι τῶν ὄντων εὑρεῖν. 
ἐχείνοις μὲν γὰρ ἴσως οὐδὲ εἷς περὶ τούτου λόγος οὐδὲ 
φροντίς" ἱχανοὶ γὰρ ὑπὸ σοφίας ὁμοῦ πάντα κυκῶντες 
ὅμως δύνασϑαι αὐτοὶ αὑτοῖς ἀρέσχειν᾽ σὺ δ᾽ εἴπερ εἶ τῶν 
φιλοσόφον, οἶμαι ἂν ὡς ἐγὼ λέγω ποιοῖς. “4ληϑέστατα, 
ἔφη, λέγεις, ὅ τε Σιμμίας ἅμα καὶ ὃ Κέβης. 

EX. Νὴ Δία, ὦ Φαίδων, εἰχότως γε. ϑαυμαστῶς 
γάρ μοι δοκεῖ ὡς ἐναργῶς τῷ κχαὶ σμικρὸν νοῦν ἔχοντι εἰ- 
γχιεῖν ἐχεῖνος ταῦτα. 

Φ.414. Πάνυ μὲν οὖν, ὦ Ἐχέχρατες, χαὶ πᾶσι τοῖς 
scagovoıv ἔδοξεν. 

ΕΧ. Καὶ “γὰρ ἡμῖν τοῖς ἀπιοῦσι, νῦν δὲ ἀχούουσιν. 
ἀλλὰ τένα δὴ ἣν τὰ μετὰ ταῦτα λεχϑέντα; > 

50. DAIA. Ὡς μὲν ἐγὼ οἶμαι, ἐπεὶ αὐτῷ ταῦτα 
ξυγεχωρήϑη, χαὶ ὡμολογεῖτο εἶναί τι ἕχαστον τῶν εἰδῶν 
χαὶ τούτων τάλλα μεταλαμβάνοντα αὐτῶν τούτων τὴν 
ἐπτωνυμίαν ἴσχειν, τὸ δὴ μετὰ ταῦτα ἠρώτα, Εἰ ör, ῆ δ᾽ 
65, ταῦτα οὕτω λέγεις, ao οὐχ, ὅταν Σιμμίαν Σωχράτους 
φῇς μείζω εἶναι, FRECHEN δὲ ἐλάττω, λέγεις τότ᾽ εἶναι 
ἐν τῷ Σιμμίᾳ ἀμφότερα, χαὶ μέγεθος καὶ σμιχρότητα; 
"Eywys. Alla γάρ, ἡ δ᾽ ὅς, ὁμολογεῖς τὸ τὸν Σιμμίαν 
ὑτιερέχειν Σωχράτους οὐχ ὡς τοῖς ῥήμασι λέγεται οὕτω 
χαὶ τὸ ἀληϑὲς ἔχειν. οὐ γάρ σου ζεεφυκέναι Σιμμίαν ὕπερ- 
ἔχειν τούτῳ τῷ Σιμμίαν εἶναι, ἀλλὰ τῷ μεγέϑει ὃ τυγχά- 
γει ἔχωνγ᾽ οὐδ᾽ αὖ Σωκράτους ὑπερέχειν, orı Σωχράτης ὃ 
Σωχράτης ἐστίν, ἀλλ᾽ ὅτι σμιχρότητα ἔχει ὃ Σωχράτης 
zoög τὸ ἐχείνου μέγεθος; ᾿41ληϑῆ. Οὐδέ γε αὖ ὑπὸ Φαί- 
Öwvog ὑτιερέχεσϑαι τῷ ὅτι Φαίδων ὁ Φαίδων ἐστίν, ἀλλ᾽ 
ὕτι μέγεϑος ἔχει 6 Φαίδων τιρὸς τὴν Σιμμίου σμικρότητα; 
Ἔστι ταῦτα. Οὕτως ἄρα ὃ Σιμμίας ἐπωνυμίαν ἔχει σμι- 
χρός τε χαὶ μέγας εἶναι, ἐν μέσῳ ὧν ἀμφοτέρων, τοῦ μὲν 
τῷ μεγέϑει ὑτιερέχειν τὴν σμιχρότητα ὑτιερέχων, τῷ δὲ τὸ 


ἜΝ eine Angst vor deiner nem eigenen Schatten“ u. 8. w. 
ἀπειρία bekommen, wie nach dem Kap. 50. Der Gedanke läfst sich 
Sprichwort der Feigling vor sei- am kürzesten wohl mit den Wor- 


90 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


μέγεϑος τῆς σμιχρότητος τιαρέχων ὑτιερέχον. χαὶ ἅμα μει- 
διάσας, Ἔοικα, ἔφη, χαὶ ξυγγραφικῶς ἐρεῖν, ἀλλ᾽ οὖν ἔχει 
γέ που ὡς λέγω. Ἐυνέφη. “έγω δὲ τοῦδ᾽ ἕνεχα, βου- 
λόμενος δόξαι σοὶ ὅττερ ἐμοί. ἐμοὶ γὰρ φαίνεται οὐ μόνον 
αὐτὸ τὸ μέγεϑος οὐδέποτ᾽ ἐθέλειν ἅμα μέγα χαὶ σμιχρὸν 
εἶναι, ἀλλὰ χαὶ τὸ ἐν ἡμῖν μέγεϑος οὐδέποτε προσδέχε- 
σϑαι τὸ σμικρὸν οὐδ᾽ ἐϑέλειν ὑτεερέχεσϑαι, ἀλλὰ δυοῖν τὸ 
ἕτερον, ἢ φεύγειν χαὶ ὑγιεχχωρεῖν, ὅταν αὐτῷ προσίῃ τὸ 
ἐναντίον, τὸ σμικρόν, ῇ προσελϑόντος ἐχείνου ἀπολωλέ- 
γαι" ὑπομένον δὲ καὶ δεξάμενον. τὴν σμιχρότητα οὐχ ἐϑέ- 
λειν εἶναι ἕτερον ἢ ὅπερ ἢν. ὥσπερ ἐγὼ δεξάμενος χαὶ 
ὑπομείνας τὴν σμιχρότητα, χαὶ ἔτι ὧν ὅσττερ εἰμί, οὗτος 
ὃ αὑτὸς σμιχρός εἰμι" ἐχεῖνο δὲ οὐ τετόλμηχε μέγα ὃν σμι- 
χρὸν εἶναι" ὡς δ᾽ αὕτως χαὶ τὸ σμιχρὸν τὸ ἐν ἡμῖν οὖν 
ἐϑέλει τοτὲ μέγα γίγνεσϑαι οὐδὲ εἶναι, οὐδὲ ἄλλο οὐδὲν 
τῶν ἐναντίων ἔτι ὃν ὅητξρ ἣν ἅμα τοὐναντίον γίγνεσθαί 
τὲ χαὶ εἶναι, ἀλλ᾽ ἤτοι ἀπέρχεται ἢ ἀπόλλυται ἐν τούτῳ 


τῷ σταϑήματι. 
ταί μοι. 


ten des Sokrates ‚selbst wieder- 
geben: τὸ εἶδος n, ἀπέρχεται 7 
ἀπόλλυται, ὅταν αὐτῷ προσίῃ τὸ 
ἐγαντίον ἃ. i. die Teilnahme am 
Begrifflichen τὰμ verloren, sobald 
der entgegengesetzte Begriff sich 
geltend macht. Diesen Gedanken 
führt Sokrates scherzend an dem 
Beispiele des Simmias, des Phädon 
und seiner eigenen Person aus und 
zwar, wie er “über seine fast pein- 
lich genaue Erörterung lachend 
sagt: ξυγγραφιχῶς d.i.in der Weise 
eines ξυγγραφεύς, wie man einmal 
die Leute nannte, welche, natürlich 
mit juristischer Peinlichkeit, die 
Kontrakte aufsetzten; wir würden 
sagen: wie ein Notar; oder wie 
man ferner Männer, wie den Ge- 
schichtschreiber Thukydides, zu 
nennen pflegte, der mit derselben 
peinlichen Genauigkeit überall das 
Für und das Wider erwägt. Man 
streitet also nicht mit Recht über 


΄ , , “ ’ 
Παντάπασιν, ἔφη ὃ Κέβης, οὕτω φαίνε- 


die Frage, ob hier der Notar oder 
der pragmatische Geschichtschrei- 
ber das Objekt des Vergleiches ist: 
der ξυγγραφεὺς umfalst vielmehr 
als der weitere Begriff die Bedeutung 
des Notars und des Historikers. 

Sonst ist sprachlich wohl nur 
hinzuweisen auf das öfter wieder- 
kehrende ἐϑέλειν. Die Begriffe 

οὐλεσϑαι und ἐθέλειν decken sich 
im Griechischen zwar oft, wie man 
denn die griechische Sprache ganz 
falsch auffafst, wenn man ihr eine 
strenge Synonymik, wie sie, die 
lateinische hat, unterlegt. Öfter 
aber ist ἐθέλειν doch dem βούλε- 
σϑαι (wollen d. i. wünschen, be- 
gehren) gegenüber das „entschlos- 
sen sein“. 80 bezeichnet es auch 
hier wohl nicht das Begehren, son- 
dern die Energie. „Mir scheint es, 
als ob die Gröfse niemals den Trieb 
habe zugleich grofs und klein zu 
sein u. Ss. w,* 


ΦΑΙΔΩΝ, νι 


ὅ1. Καί τις eine τῶν τταρόντων ἀχούσας --- ὅστις δ᾽ 
nv, οὐ σαφῶς μέμνημαι --- Πρὸς ϑεῶν, οὐκ ἐν τοῖς 7700- 
σϑεν ἡμῖν λόγοις αὐτὸ τὸ ἐναντίον τῶν νυνὶ λεγομένων 
ὡμολογεῖτο, ἐκ τοῦ ἐλάττονος τὸ μεῖζον γίγνεσθαι χαὶ ἐκ 
τοῦ μείζονος τὸ ἔλαττον, χαὶ ἀτεχνῶς αὕτη εἶναι ἡ γένε- 
σις, τοῖς ἐναντίοις ἐχ τῶν ἐναντίων; νῦν dE μοι δοχεῖ λέ- 
γεσϑαι ὅτι τοῦτο οὐχ ἂν ποτε γένοιτο. χαὶ ὃ Σωχράτης 
παραβαλὼν τὴν χεφαλὴν χαὶ ἀχούσας, Avdgızag, ἔφη, 
ἀττεμνημόνευχας, οὐ μέντοι ἐνγοεῖς τὸ διαφέρον τοῦ τε 
γῦν λεγομένου χαὶ τοῦ τότε. τότε μὲν γὰρ ἐλέγετο ἔχ τοῦ 
ἐναντίου πράγματος τὸ ἐναντίον πρᾶγμα γίγνεσϑαι, νῦν 
δὲ ὅτι αὐτὸ τὸ ἐναντίον ἑαυτῷ ἐναντίον οὐκ ἂν “τοτὲ γέ- 
γοιτο, οὔτε τὸ ἐν ἡμῖν οὔτε τὸ ἐν τῇ φύσει. τότε μὲν γάρ, 
ὦ φίλε, περὶ τῶν ἐχόντων τὰ ἐναντία ἐλέγομεν, ἐπονομά- 
Covres αὐτὰ τῇ ἐχείνων ἐπωνυμίᾳ, νῦν δὲ περὶ ἐχείνων 
αὐτῶν ὧν ἐνόντων ἔχει τὴν ἐττωνυμίαν τὰ ὀνομαζόμενα" 
αὐτὰ δ᾽ ἐχεῖνα οὐγ ἄν σοτέ φαμεν ἐθελῆσαι γένεσιν ἀλλή- 
λων δέξασϑαι. χαὶ ἅμα βλέψας πρὸς τὸν Κέβητα eirtev, 
ρα μή που, ἔφη, ὠ Κέβης, χαὶ σέ τι τούτων ἐτάραξεν 
ὧν ὅδε εἶστεν; ὃ δ᾽, Οὐχ av, ἔφη, ὃ > Κέβης, οὕτως ἔχω" 
χαίτοι οὔτι λέγω εἶ οὐ rolle μὲ ταράττει. Ξυνωμολο- 
γήχαμεν ἄρα, ἢ δ᾽ ὅς, ἁπλῶς τοῦτο, μηδέποτε ἐναντίον 
ἑαυτῷ τὸ ἐναντίον ἔσεσϑαι. Παντάπασιν, ἔφη. 
wesen sei von einem πρᾶγμα, einem 


Dinge oder einem Zustande, das 
oder der an einem und dem andern 


Kap. 51. Einer der Zuhörer 
wirft ein, Sokrates habe doch früher 
behauptet, das Entgegengesetzte 


gehe (durch ein μεταξὺ) aus sei- 
nem Gegensätze hervor, und dieser 
Satz scheine dem eben behaupte- 
ten zu widersprechen. Die Behaup- 
tung scheint etwas schüchtern ge- 
macht zu sein; Sokrates wendet 
sich aber zu dem Sprecher (παρα- 
βαλὼν τὴν zeya)nv, wie wir auch 
sagen: den Kopf herumwerfend) und 
lobt mit dem ἀνδριχῶς ἀπεμνη- 
μόνευχας „das ist brav, dafs du 
daran erinnerst“ den schüchternen 
Freund, ihn sodann in Kürze dahin 
belehrend, dafs früher die Rede ge- 


εἶδος teilhabe und von diesem μετ- 
ἔχειν τοῦ εἴδους seine ἐπωνυμία 
(das Beiwort zu seinem Namen) 
trage, dafs man jetzt aber von den 
εἴδη, den Begriffen selbst spreche, 
und dafs an einen Übergang des 
einen Begriffes in den andern 
nicht zu denken sei. Kebes stimmt 
dem auf des Sokrates Frage natürlich 
bei, kennzeichnet aber den Ernst, 
mit welchem er der Erörterung 
folgt, mit dem Zusatz: χαίτοι͵ οὔτι 
λέγω ὡς οὐ πολλά με ταράττει, 
die zugleich eine Aufforderung ent- 


92 HAATQNOE 


52. Ἔτι δή μοι χαὶ τόδε σκέψαι, ἔφη, εἰ ἄρα ξυνο- 
μολογί σεις. ϑερμόν τι χαλεῖς καὶ ψυχρόν; "Eyoye. Ad’ 
ὕστερ χιόνα χαὶ χεῦρ; Ma Ai οὐχ ἔγωγε. Ak ἕτερόν τι 
πυρὸς τὸ ϑερμὸν χαὶ ἕτερόν τι χιόνος τὸ ψυχρόν; Ναί. 
Akka τόδε ἢ οἶμαι δοχεῖ σοι; οὐδέποτε χιόνα γ᾽ οὖσαν 
δεξαμένην τὸ ϑερμόν, ὥστιερ ἐν τοῖς EurrgooHev ἐλέγομεν, 
ἔτι ἔσεσϑαι 07089 nv, χιόνα καὶ ϑερμόν, ἀλλὰ προσιόντος 
τοῦ ϑερμοῦ ἢ ὑγιεχχωρήσειν αὐτῷ ἢ ἀπολεῖσϑαι. Πάνυ 
γε. Καὶ τὸ VE γε αὐ τροσιόντος τοῦ ψυχροῦ αὐτῷ ἢ 
ὑπεξιέναι n ἀπολεῖσϑαι, οὐ μέντοι “τοτὲ τολμήσειν δεξά- 
uevov τὴν Woyoornra ἔτι εἶναι ὕστερ ἢν»; χεῦρ χαὶ ψυχρόν. 
«ἡληϑῆ, ἔφη, λέγεις. Ἔστιν ἄρ᾽ ; ἢ δ᾽ ὅς, zregi ἔγια τῶν 
τοιούτων, ὥστε μὴ μόνον αὐτὸ τὸ εἶδος ἀξιοῦσϑαι τοῦ 
αὐτοῦ ὀνόματος εἰς τὸν ἀεὶ χρόνον, ἀλλὰ χαὶ ἄλλο τι, ὃ 
ἔστι μὲν οὐκ ἐχεῖνο, ἔχει δὲ τὴν ἐκείνου μορφὴν ἀεὶ σταν- 
7τξρ ἢ. ἔτι δ᾽ ἐν τοῖσδε ἴσως ἔσται σαφέστερον ὃ λέγω. 
τὸ γὰρ “τξριττὸν wei σου δεῖ τούτου τοῦ ὀγόματος τυ γχά- 
ve, 07180 γῦν λέγομεν" n οὔ; Πάνυ γε. ρα μόνον τῶν 
ὄντων --- τοῦτο γὰρ ἐρωτῶ --- ἢ καὶ ἄλλο τι, ὃ ἔστι μὲν 
οὐχ ὅττερ τὸ τιξριττόν, ὅμως δὲ δεῖ αὐτὸ μετὰ τοῦ ἑαυτοῦ 
ὀνόματος χαὶ τοῦτο χαλεῖν ἀεί, διὰ τὸ οὕτω πεφυχέναι 


halten, 
setzen. 


schliefsen sich Schnee und Warm, 
Feuer und Kalt aus, der Schnee 


die Beweisführung fortzu- 


Kap. 52. Nach der Episode des 
vorigen Kapitels knüpft Sokrates 
wieder an das Kap. 50 Dargelegte 
an. Wie sich die entgegengeselzten 
allgemeinen Begriffe, die εἰδὴ einan- 
der ausschlieflsen, z. B. un 
und das Kalte, so schliefsen auch 


πράγματα, denen der eine Begriff 


immer innewohnt, die ohne diesen 
einen Begriff nicht zu denken sind, 
den diesem ‚entgegengesetzten Be- 
griff aus; ἢ ἀπέρχονται ἢ ἀπόλ- 
λυνται ὅταν προσίῃ, um mit den 
Worten des 50. Kapitels zu reden. 
So ist das πρᾶγμα χιὼν nicht ohne 
das εἶδος ψυχρότης, so das πρᾶ- 
γμα πῦρ nicht ohne den Begriff 
ϑερμότης zu denken. Folglich 


kann nie warm, das Feuer niemals 
kalt sein. So trägt die Drei, die 
Fünf und die, ‚ganze eine Hälfte der 
Zahlen — ὃ ἥμισυς τοῦ ἀριϑμοῦ 
ἅπας — immer den Begrifl es Un- 
geraden in sich und ist deshalb für 
den entgegengesetzten Begriff, das 
εἶδος oder die ἐδέα des Geraden, 
niemals empfänglich, so wenig, wie 
die Zwei, die Vier und alle übrigen 
geraden Zahlen für \den Begriff des 
Ungeraden: οὐχ ὑπομένει τὰ ἐναν- 
tie: ἐπιόντα. 

Das 'xal in χιόνα, καὶ ϑερμὸν 
und in πῦρ καὶ ρὸν ist deutsch 
„und dabei“ „und zwar“, „Niemals 
kann Schnee den Begriff des War- 
men annehmen und bleiben, was 


DAIAQN. 95 


‚ - » γ x > % 
ὥστε τοῦ τυὐξριττοῦ μηδέποτε ατολείγεσϑαι; λέγω δὲ αὐτὸ. 
εἶναι οἷον χαὶ ἢ τριὰς τεέτεονϑε χαὶ ἄλλα πολλά. σχότεει 
δὲ περὶ τῆς τριάδος" ἄρα, οὐ δοχεῖ σοι τῷ τὲ αὑτῆς | ὀνό- 
ματι ἀεὶ ττροσαγορευτέα εἶναι χαὶ τῷ τοῦ περιττοῦ, ὄντος 

τ -" ’ δ Ἂν. ΩΡ [42 
οὐχ οὗτιερ τῆς τριάδος; ἀλλ΄ ὅμως οὕτω πως πέφυκε χαὶ 
ς co » > - 0 
ἡ τριὰς καὶ ἡ eustag χαὶ ὃ ἡμισὺς τοῦ ἀριϑμοῦ arcag, 

[4 2 Pi} [4 \ > ΄ > » > 
ὥστε οὐχ ὧν O77EQ τὸ 7LEQLTTOV El ἕχαστος αὐτῶν ἔστι 
ττεριττός᾽ χαὶ av τὰ δύο χαὶ τὰ τέτταρα χαὶ areas ὃ ἕτε- 
ρος αὖ στίχος τοῦ ἀριϑμοῦ, οὐχ ὧν ὅττεδρ τὸ ἄρτιον, ὅμως 
ἕχαστος αὐτῶν ἄρτιός ἐστιν ἀεί" ξυγχωρεῖς ἢ οὔ; Πῶς γὰρ 

γ7 yr «" ᾿, ΕΥ) κα nm 9» yr 
οὐχ; ἔφη. Ὃ τοίνυν, ἕφη, βούλομαι δηλῶσαι, αϑρει. ἔστι 

© [43 N P} ὩΣ \ ’ 
δὲ τόδε, ὅτι φαίνεται οὐ μόνον ἐχεῖνα τὰ ἐναντία ἀλληλα 

7 \ r 7 \ ch 7 3 EN 2 ’ BJ 
οὐ δεχόμενα, ἀλλὰ χαὶ 000 οὐχ ovra αλλήλοις ἐναντία ἔχει 
2 > 
ael ravavria, οὐδὲ ταῦτα ἔοιχε δεχομένοις ἐκείνην τὴν 
ἰδέαν 7 av τῇ ἐν αὑτοῖς οὔσῃ ἐναντία ἢ: ἀλλ᾽ ἐπιούσης 
αὐτῆς ἤτοι ἀπολλύμενα ἢ ὑττεχχωροῦντα. ἢ οὐ φήσομεν 

δ a ΄ Ian c m 
τὰ τρία χαὶ amokeiotaı τιρότερον χαὶ ἀλλο οτιοῦν τύξίσε-- 

ς = r ’ ’ N - 
σϑαι, τιρὶν vrrousivaı Erı τρία ὄντα ἄρτια γενέσϑαι; ΠἊαάνγυ 

, > ar ς 4% 3 3°C > n ; 
μέν οὖν, ἔφη ὃ Κέβης. Οὐδὲ μήν, ἡ δ᾽ ὅς, ἐναντίον γέ 
ἐστι δυὰς τριάδι. Οὐ γὰρ οὖν. Οὐχ ἄρα μόνον τὰ εἴδη 

x N > 
τὰ ἐναντία οὐχ ὑπομένει ἐπιόντα ἄλληλα, ἀλλὰ χαὶ ἀλλ᾽ 
, \ ‚ 2 , ΄ I , 
ἄττα τὰ ἐναντία οὐχ ὑπομένει ἐτιόντα. .“1ληϑέστατα, 
ἔφη, λέγεις. 

53. Βούλει οὖν, ἡ δ᾽ Ὁ 


05, ἐὰν οἷοί τε ὦμεν, ὁρισώ- 
c r = ) 
μεϑα 070010 ταῦτ 


> ‚ 

ἐστίν; Πάνυ γε. Ao’ οὖν, ἔφη, ὦ Κέ- 
ζ “ ’ ao r N 

βης, τάδε εἴη av, ἃ 0 τι ἂν zaraoyn, μὴ μόνον avayrakeı 


er war, nämlich Schnee, und zwar 
warmer“. Wir würden in einem 
deutsch geführten Beweise die 
Worte χαὶ ϑερμὸν und χαὶ ψυχρὸν 
weglassen. 

In der Frage ἦρα οὐ δοχεῖ σοι 
τῷ τε αὑτῆς ὀνόματι --- οὗπερ 
τῆς τριάδος sind die letzten Worte 
zu erklären: za τῷ (ὀνόματὴ τοῦ 
περιττοῦ, (χαίπερ) οὐκ ὄντος 
ὅπερ ἡ τριὰς ἔστιν. 

In dem Satze οὐδὲ ταῦτα ἔοικε 
δεχομένοις --- «πολλύμένα ἢ ὑπεκ- 


χωροῦντα ist die Konstruktion eine 
zwiefache, insofern mit &oıxe ein- 
mal der Dativ δεχομένοις verbum 
den ist und sodann die Nominative 
ἀπολλύμενα und ὑπεχχωροῦντα 
folgen. 

Kap. 53. Sokrates giebt das 
allen den πράγματα, von denen im 
vorigen Kapitel die Rede war, Ge- 
meinsamean in den Worten eo οὐν, 
οὐ Κέβης, τάδε ‚ein ἄν χ. τ. ἕ. Es 
sind das die πράγματα von zweier- 
lei Gestalt, die, welche an zwei 


94 TAATQNOZ 


\ ς In DEINER 23ηὴ vn , Ben I u 
τὴν αὑτοῦ ἰδέαν αὑτὸ ἰσχειν, ἀλλὰ nal ἐναντίου αὑτῷ ἀεί 
τενος; Πῶς λέγεις; Ὥσσιερ ἄρτι ἐλέγομεν. οἶσϑα γὰρ. δγ- 
ὅτου ὅτε ἃ ἂν ἡ τῶν τριῶν ἰδέα κατάσχῃ, ἀνάγκη αὐτοὶς 
οὐ μόνον τρισὶν εἶναι ἀλλὰ καὶ περιττοῖς. Πάνυ re. Ἐπὶ 
τὸ τοιοῦτον WE φαμέν, ἢ ἐναντία ἰδέα ἐχείνῃ τῇ μορφῇ, 
ἣ ἂν τοῦτο ἀτεεργάζηται, οὐδέποτ᾽ ἂν ἔλϑοι. Οὐ γάρ. 
Εἰργάζετο δέ γε ἡ περιττή; Ναί. Ἐναντία δὲ ταύτῃ ἡ τοῦ 
) , Tu wir 2 -Ἃ \ , “ Ἃ , , £ 
ἀρτίου; Ναί. Ἐπὶ va τρία ἄρα ἡ τοῦ ἀρτίου ἰδέα οὐδέ- 

[4 3 - ΡῚ \ - 3 ’ \ ’ 
στοτὲ ἢξει. Οὐ δῆτα. AÄuoıga δὴ τοῦ ἀρτίου τὰ τρία. 


2 39 , ιν ’ , \ , , 
Auoıga. Lvagrıog ἄρ ἢ τριάς. Ναί. Ὃ τοίνυν ἔλεγον 
ER 

ὁρίσασϑαι, σοῖα οὐχ ἐναντία τινὶ ὄντα ὅμως οὐ δέχεται 


αὐτὸ, τὸ ἐγαντίον, οἷον vor N τριὰς τῷ ἀρτίῳ οὐχ οὖσα 


ἐναντία οὐδέν τι μᾶλλον αὐτὸ δέχεται" 


Begriffen teilhaben, welche eine 
ἰδέα und ein ἐναντίον ἃ. i. einen 
Begriff, der ein contrarium hat, an 
sich tragen. Der Art ist 2. B. alles, 
was den Begriff der τριάς an sich 
trägt, alles, dessen sich, wie Plato 
sagt, die Drei bemächtigt: ἃ ἂν ἡ 
τῶν τριῶν ἰδέα κατάσχῃ; denn 
alles dies hat aufser an dem Be- 
griffe der τριὰς auch an dem des 
περιττόν teil. Die τριὰς lälst also 
Dich allein die Fünf, die Sieben 
u. s. w. nicht zu, sondern auch das 
En περιττὸν Entgegengesetzte 
nicht, nämlich das ἄρτιον, das Ge- 
rade. 

Sokrates ist also in seiner Be- 
weisführung von dem Satze aus- 
gegangen, dafs (Steinhart) kein Be- 
griff in sein Gegenteil übergehen 
könne; er hat dann gewisse πρά- 
yuara, gewisse Substanzen ange- 
nommen, in denen der allgemeine 
Begriff am reinsten verwirklicht er- 
scheint. Diese πράγματα nun kön- 
nen niemals Prädikate annehmen, 
die dem allgemeinen Begriff der 
πράγματα widersprechen, wie z. B. 
die τριάς und alles, was sie aul- 
nimmt, niemals ein Prädikat anneh- 
men kann, welches zu dem allge- 
meinen Begriff der roı«s, dem ne- 


τὸ γὰρ ἐναντίον 


oırrov, im Gegensatze steht, ihn 
aufhebt. 

Die Schwierigkeit des Verständ- 
nisses der Worte do οὖν, ἔφη, ὦ 
Κέβης — αὐτῷ δεῖ τινος liegt 
darin, dafs der Redner in dem Satze 
zweimal die Konstruktion ändert: 
er geht von dem ἃ ἃ, in den Singular 
des αὑτοῦ in τὴν αὑτοῦ ἐδέαν über, 
und er führt sodann mit dem δεῖ 
anakoluthisch in eine selbständige 
Wendung über. Die Worte würden 
grammatisch genau heilsen ‚müs- 
sen: do, οὖν τάδε εἴη ἄν, ἃ or 
ἂν χατάσχῃ, τοῦτο μὴ μόν ον 
ἀναγχάζει τὴν αὑτῶν ἰδέαν | ἔσχειν 
(an sich zu tragen), ἀλλὰ χαὶ τὴν 
ἰδέαν ἐναντίου τινός, oder: τοε- 
οὔτο εἴη ἄν, οἷον ὅτε ἂν χκατά- 
σχῇ, τοῦτο μὴ μόνον ἀναγχάζει 
τὴν αὑτοῦ ἰδέαν ἔσχειν, ἀλλὰ χαὶ 
τὴν ἐναντίου τινός. 

Den Ausdruck ἀνάρτεος schieht 
Plato, wie Wohlrab sehr tichtig 
bemerkt, statt des περιττὸν ein, 
weil er bereits das später zu Sa- 
gende im Auge hat. Das περιττὸν 
kann Plato nicht gebrauchen, da er 
der Seele als dem den ‚„Yavaros 
nicht Zulassenden das ἀϑάνατον 
vindizieren will. b 

Die Worte ἡ τριὰς τῷ ἀρτίῳ 


ΦΑΙΔΩΝ. 9ὅ 


! 

ἀεὶ αὐτῷ ἐπιφέρει" χαὶ ἡ δυὰς τῷ πιεριττῷ καὶ τὸ πῦρ 
τῷ ψυχρῷ καὶ ἄλλα πάμπολλα --- ἀλλ᾽ ὅρα δὴ εἰ οὕτως 
ὁρίζει, μὴ. μόνον τὸ ἐναντίον τὸ ἐναντίον μὴ δέχεσϑαι, 
ἀλλὰ καὶ ἐχεῖνο ὃ ἂν ἐπιφέρῃ τι ἐναντίον ἐχείνῳ, ἐφ᾽ ὃ 
Tı ἂν αὐτὸ in, αὐτὸ τὸ ἐπιφέρον τὴν τοῦ ἐπιφερομένου 
ἐναντιότητα μηδέποτε δέξασϑαι. σεάλιν δὲ ἃ ἀναμιμνήσκου᾽ 
οὐ γὰρ χεῖρον τολλάκες ἀχούειν. τὰ πέντε τὴν τοῦ ἀρτίου 
οὐ δέξεται, οὐδὲ τὰ δέκα τὴν τοῦ περιττοῦ, τὸ διτυλάσιον᾽ 
τοῦτο μὲν οὖν χαὶ αὐτὸ ἄλλῳ ἐναντίον, ὅμως δὲ τὴν τοῦ 
περιττοῦ οὐ δέξεται" οὐδὲ δὴ τὸ ἡμιόλιον οὐδὲ τάλλα τὰ 
τοιαῦτα, τὸ ἥμισυ, τὴν τοῦ ὅλου, xal τριτημόριον αὖ καὶ 
χεάγτα τὰ τοιαῦτα, εἴχυερ ἕπτει ve nal ξυνδοχεῖ σοι οὕτως. 
Πάνυ σφόδρα χαὶ ξυνδοχεῖ, ἔφη, καὶ ἕπομαι. 

᾿.- θ4. Πάλιν δή μοι, ἔφη, ἐξ ἀρχῆς λέγε. χαὶ μή μοι 
0 ἂν ἐρωτῶ ἀποχρίνου, ἀλλὰ μιμούμενος ἐμέ. λέγω δὲ 
sag ἣν τὸ τιρῶτον ἔλεγον ἀπόχρισιν, τὴν ἀσφαλῆ ἐκείνην, 
&4 τῶν νῦν λεγομένων ἄλλην δρῶν ἀσφάλειαν. εἰ γὰρ 
ἔροιό με, ᾧ ἄν, τί ἐν τῷ, σώματι ἐγγένηται, ϑερμὸν ἔσται, 
οὐ τὴν ἀσφαλῆ σοι ἐρῶ ἀπόκρισιν ἐχείνην τὴν ἀμαϑῆ, ὅτι 


οὐχ οὖσᾳ ἐναντία οὐδέν. τι μᾶλ- 
λον αὐτὸ δέχεται" τὸ γὰρ ἐναν- 
τίον ἀεὶ αὐτῷ ἐπιφέρει Sind zu 
erklären: Die Trias ist zwar nicht 
das ἐναντίον des Geraden — dies 
ἐναντίον ist vielmehr das Unge- 
rade —, sie nimmt aber {trotzdem 
nie das Gerade auf; denn sie bringt 
ihm immer sein ἐναντίον zu. D. ἢ, 
die Drei und das Gerade sind zwar 
nicht contraria, aber die Dreiheit 
kann doch niemals ein Prädikat des 
Geraden annehmen u. S. w. 

Kap. 54. Die Schlufsfolgerung 
der nächsten Kapitel ist leicht ver- 
ständlich: Sokrates führt den Be- 
weis fort, indem er sagt: Zu den 
Substanzen, in denen die allge- 
meine Idee am reinsten verwirk- 
licht erscheint, gehört die Seele, 
und zwar ist in ihr verwirklicht 
der Begriff des Lebens: N av ἡ ὅτι 
ἂν χατάσχῃ, ἀεὶ ἥκει ἐπ᾽ ἐχεῖνο 


φέρουσα ζωήν. Folglich kann sie 
das ἐναντίον dieses ihres Begriffes 
niemals annehmen; dies ἐναντίον 
ist aber der Tod. 

Die Worte λέγω δὲ παρ᾽ nv τὸ 
πρῶτον --- δρῶν ἀσφάλειαν sind 
zu übersetzen: „Ich sage das im 
Hinblick (im Vergleich zu) auf die 
Antwort, welche ich zuerst gab, 
auf jene zuverlässige, indem ich 
nach dem eben jetzt Gesaglen eine 
andere zuverlässige Antwort im 
Auge habe“. Er erläutert den Satz 
durch zwei Beispiele: er will auf 
die Frage, wann ein Körper warm 
wird, nicht die Antwort haben: 
wenn Wärme, sondern die: wenn 
Feuer hinzutritt u. 5. w. Die erstere 
Antwort nennt er eine ἀμαϑής, weil 
sie die Lehre von den eben ge- 
schilderten Substanzen nicht kennt. 
In der Frage selbst ist das Subjekt 
des Hauptsatzes (σῶμα ϑερμὸν 


96 ΠΑΛΤΏΝΟΣ 


ᾧ ἂν ϑερμότης, ἀλλὰ κομιψοτέραν ἐχ τῶν νῦν, ὅτι ᾧ ἂν 
og‘ οὐδὲ ἂν ἔρη, ᾧ ἂν σώματι τί ἐγγένηται, νοσήσει, 
> N τ AR ‚ » γὴν -Ἃ ΕΙΣ ἜΝ εν ΔᾺ 
οὐκ ἐρῶ οτι ᾧ ἂν νόσος, ἀλλ ᾧ ἂν πυρετός" οὐδ ᾧ ἂν 
) ἀν γὰ ; , > »ἡ ὦν ἃ 
ἀριϑμῷ τί ἐγγένηται, πτεριττὸς ἔσται, οὐχ ἐρῶ ᾧ ἂν στεριτ- 
’ Jan) ve \\ ΄ \ 3 ca I 2 Ἐν 5) 
τότης, ἀλλ ᾧ ἂν μονάς, χαὶ ταλλὰ ovrwg. ἀλλ᾽ 000 εἰ 
Υ̓͂ - > co ΄ > - 
ἤδη ixavog οἶσϑ᾽ ὁ τι βούλομαι. Alla πάνυ ἱχανῶς, 
yr > ’ ’ 5 2 .κὖᾧ A: \\ ‚> N ΄ 
ἔφη. Arorgivov δή, 7 ὃ ὃς, ᾧ ἂν τί ἐγγένηται σώματι, 
2 -Ψ’ > > a 
ζῶν ἔσται; Ὧι ἂν υ; ἔς Ουχοῦν ἀεὶ τοῦτο ovrws 
) Ψ᾽ 
ἔχει; Πῶς γὰρ οὐχί; ἢ δ᾽ 08. Ἢ ψυχὴ do τι ἂν αὐτὴ 
χατάσχῃ, ἀεὶ ἤχει Err ἐχεῖνο φέρουσα ζωήν; ἭΝει μέντοι, 


, ) , » fi Bi > γ᾽ 
ἔφη. Πότερον ὃ ἔστι τι ζωῇ Evavriov ἢ οὐδέν; Ἔστιν, 
» , ’ > - c \ N. 2 T u 
ἔφη. Ti; Oavaros. Ovxovv ἢ Ψυχὴ τὸ Evavriov ᾧ αὑτὴ 


ἐπειφέρει ἀεὶ οὐ μή πίοτε δέξηται, ὡς ἐχ τῶν τερόσϑεν ὡμο- 
λόγηται; Καὶ μάλα σφόδρα, ἔφη ὃ Κέβης. 

55. Ti οὖν; τὸ μὴ δεχόμενον τὴν τοῦ ἀρτίου ἰδέαν 
τί νῦν δὴ ὠνομάξ Souev; Avagrıov, ἔφη. Τὸ δὲ δέκαιον un 
δεχόμενον χαὶ ὃ ἂν μουσιχὸν μὴ δέχηται; Huovoov, ἔφη, 
τὸ δὲ ἄδιχον. Εἶεν" ὃ δ᾽ ἂν ϑάνατον μὴ δέχηται, τί χα- 
λοῦμεν; ϑάνατον, ἔφη. Οὐχοῦν ἡ ψυχὴ οὐ δέχεται ϑά- 
γατον; Οὺ. ᾿Αϑάνατον ἄρα ἡ ψυχή; ᾿ϑάνατον. Εἶεν, 
ἔφη τοῦτο μὲν δὴ ἀποδεδεῖχϑαι φῶμεν" ἢ πῶς δοχεῖ; 
Καὶ μάλα γε ἱχανῶς, ὦ Σώχρατες. Τί οὖν, ἡ δ᾽ ὅς, εἶ 
Κέβης; εἰ τῷ ἀναρτίῳ ἀγαγχαῖον nv ἀγωλέϑρῳ εἶναι, ἄλλο 
τι τὰ τρία ἢ ἀνγώλεϑρα ἂν ἢν; Πῶς γάρ οὔ; Οὐχοῦν ei 
χαὶ τὸ ἄϑερμον ἀναγχαῖον ἣν ἀνώλεθρον εἶναι, διτότε 


ἔσται) in den Temporalsatz aufge- 
nommen worden. Die Frage mülste 
eigentlich lauten: τὸ σῶμα ϑερμὸν 
ἔσται, ἐὰν τί αὐτῷ ἐγγένηται; Das 
Relativum ersetzt den Artikel; dar- 
um klammern manche, um ein Ana- 
koluth zu vermeiden, das ἐν τῷ 
ein. Es läfst sich aber auch wohl 
das ἐν τῷ σώματι erklären als 
appositionelle und parenthetische 
Erklärung des ᾧ oder aber das 
τῷ als Dativ des „Fragepronomens 
(tivi) auffassen: ᾧ ἄν, τί ἐν τίνι, 
σώματι x. τ. ὃ. 

ap. 55. Sokrates schliefst wei- 


ter: Weil die Seele die den Begriff 
des Lebens verwirklichende Sub- 
stanz ist, kann sie kein Prädikat 
des ἐναντίον der ζωὴ annehmen; 
sie kann also nie ΩΝ sein; 
folglich ist sie ein ἀϑάνατον. Weil 
sie aber ein ἀϑάνατον ist, ist sie 
auch ein ἀνώλεϑρον, ein Unver- 
gängliches; denn sie kann, wenn 
der Tod an sie herantritt, als ἐϑά- 
νατον nicht sterben, sondern nur 
eben entweichen d. h. zurückkehren 
in den Hades. 

In den Worten ἄλλο τι fa τρία 
ἢ ἀνώλεϑρα ἄν ἦν ist das scharf 


DAIAQN. 97. 


τις ἐπὶ χιόνα ϑερμὸν Errayayoı, ὑγιεξήει ἂν ἡ χιὼν οὖσα 
σῶς χαὶ ἄτηχτος; ; οὐ γὰρ ἂν ἀττώλετό γε, οὐδ᾽ αὖ ὑπομέ- 
γουσα ἐδέξατ᾽ ἂν τὴν ϑερμότητα. Ay, ἔφη N λέγεις. 
Ὡσαύτως, οἶμαι, κἂν εἶ τὸ ἄψυχτον ἀγώλεϑρον ἣν, ÖTLOTE 
ἐπὶ τὸ ττῦρ ψυχρόν τι ἔττήει, οὔτεοτ᾽ ἂν ἀτιεσβέννυτο οὐδ᾽ 
ἀπώλλυτο, ἀλλὰ σῶν ἂν ἀπτελϑὸν ᾧχετο. Avayın, ἔφη. 
Οὐχοῦν καὶ ὧδε, ἔφη, ἀνάγχη πιερὶ τοῦ ἀϑανάτου εἰπεῖν; 
εἰ μὲν τὸ ἀϑάνατον χαὶ ἀνώλεϑρόν ἐστιν, ἀδύνατον ψυχῆ, 
ὅταν ϑάνατος ἐπ αὐτὴν in, ἀπόλλυσθαι" ϑάνατον μὲν 
γὰρ δὴ ἐχ τῶν προειρημένων οὐ δέξεται οὐδ᾽ ἔσται τεϑγη- 
κυῖα, W070 τὰ τρία οὐχ ἔσται, ἔφαμεν, ἄρτιον, οὐδέ γ᾽ 
αὖ τὸ περιττόν, οὐδὲ δὴ τὸ πῦρ ψυχρόν, οὐδέ γὲ n ἐν τῷ 
πυρὶ ϑερμότης. ἀλλὰ τί χωλύει, φαίη ἂν τις, ἄρτιον μὲν 
τὸ περιττὸν μὴ γίγνεσθαι ἐπιόντος τοῦ ἀρτίου, ὥστιερ 
ὡμολόγηται, ἀττολομέγου δὲ αὐτοῦ ἀντ᾽ ἐχείνου ἄρτιον 
γεγονέναι; τῷ ταῦτα λέγοντι οὐχ ἂν ἔχοιμεν διαμάχεσϑαι 
ὅτι οὐχ ἀπόλλυται" τὸ γὰρ ἀνάρτιον οὐχ ἀνώ λεϑρόν ἐστιν᾿ 
ἐχεεὶ εἰ τοῦτο ὡμολόγητο ἡμῖν, δᾳδίως ἂν διεμαχόμεϑα 
ὅτι ἐπιελϑόντες τοῦ ἀρτίου τὸ περιττὸν καὶ τὰ τρία οἴ- 
χεται arıovra' χαὶ περὶ πυρὸς χαὶ ϑερμοῦ χαὶ τῶν ἄλ- 
λων οὕτως ἂν διεμαχόμεϑα. ἢ οὔ; Πάνυ μὲν οὖν. Οὐχ- 
οὖν χαὶ νῦν ττερὶ τοῦ ἀϑαγάτου, ei μὲν ἡμῖν ὁμολογεῖται 
χαὶ ἀνώλεϑρον εἶναι, ψνυχὴ ἂν εἴη πρὸς τῷ ἀϑάνατος εἷ- 
vaı χαὶ ἀνώλεϑρος" εἰ δὲ μή, ἄλλου ἂν δέοι λόγου. Ahh 
οὐδὲν δεῖ, ἔφη, τούτου γε Evera’ σχολῇ γὰρ ἂν τι ἄλλο 
φϑορὰν μὴ δέχοιτο, εἴ γε τὸ ἀϑάνατον ἀΐδιον ὃν φϑορὰν 

δέξεται. 
56. Ὁ δέ γε ϑεός, οἶμαι, ἔφη 6 Σωχράτης, χαὶ αὐτὸ 


betonte τὰ τρία zu ἄλλο τι ge- durchzufechten und darzulegen: οὐχ 
stellt, während die Frage korrekt ἀπόλλυται. 
lauten müfste: ἄλλο τι ἢ τὰ τρία Kap. 56. Das Kapitel zerfällt 
ἀνώλεϑρα ἂν nv; in zwei Teile: in dem ersten Ab- 
Der Satz τῷ ταῦτα λέγοντι οὐχ schnitte bringt Sokrates die bis- 
av ἔχοιμεν FR αμάχεσϑαι, ὅτι οὐκ  herige Erörterung, wie nach dem 
ἀπόλλυται heilst deutsch: „Mit bisher Gesagten leicht ersichtlich 
dem, der dies behauptet, dürften ist, zum Abschlufs; im zweiten lei- 
wir nicht imstande sein, den Streit tet er über zu dem Gegenstande, 


Plato, Phädon. 7 


98 IAATQONOZ 


τὸ τῆς ζωῆς εἶδος --- καὶ εἴ τε ἄλλο ἀϑάνατόν ἐστε — τεαρὰ 
χεάντων ἂν ὁμολογηϑείη μηδέτοοτε ἀπόλλυσθαι. Παρὰ 
χάντων μέντοι γὴ 4α, ἔφη, ἀνϑρώτειων τέ 7γὲ χαὶ ἔτι μᾶλ- 
λον, ὡς ἐγῴμαι; “παρὰ ϑεῶν. ὉτἊιότε δὴ τὸ ἀϑάνατον καὶ 
ἀδιάφϑορόν ἐστιν, ἄλλο τι ψυχὴ ἢ, εἰ ἀϑάνατος τυγχάνει 
οὖσα, χαὶ ἀγώλεϑρος ἂν εἴη; Πολλὴ waren. Ἑπιόντος 
ἄρα ϑανάτου ἐπὶ τὸν ἄνϑρωτιον τὸ μὲν ϑνητόν, ὡς ἔοι- 
KEV, αὐτοῦ ἀτιοϑνήσχει 3 τὸ δ᾽ ἀϑάνατον σῶν xal adıd- 
φϑορον οἴχηται arcıov, ὑπεχχωρῆσαν τῷ ϑανάτω. Φαίνε- 
ται. Παντὸς μᾶλλοι ἄρα, ἔφη, ὠ Κέβης, ψυχὴ ἀϑάνατον 
χαὶ ἀνώλεϑρον, χαὶ τῷ ὄντι ἔσονται ἡμῶν αἱ ψυχαὶ ἐν 
Audov. 

Οὔκουν ἔγωγε, ὦ Σώχρατες, ἔφη, ἔχω τιαρὰ ταῦτα 
ἄλλο τι λέγειν οὐδέ πῃ ἀπιστεῖν τοῖς λόγοις. ἀλλ᾽ εἰ δή 
τι Σιμμίας ὅδε ἢ τις ἄλλος ἔχει λέγειν, EU ἔχει μὴ κατα- 
σιγῆσαι" ὡς οὐχ οἶδα εἰς Ovrıva τις ἄλλον καιρὸν ἀναβάλ- 
λοιτο ἢ τὸν νῦν “ταρόντα, zregl τῶν τοιούτων βουλόμενος 
ἢ τι εἰγχεεῖν ἢ ἀχοῦσαι. Alla μέν, ἡ δ᾽ ὃς ὃ Σιμμίας, 
οὐδ᾽ αὐτὸς ἔχω ἔτι ὅτίῃ ἀπιστῶ ἔχ γὲ τῶν λεγομένων" 


welchen die nächsten Kapitel be- 
handeln, zunächst zu der sittlichen 
Forderung, welche die Lehre von 
der Unsterblichkeit, insofern sie auf 
ein Fortleben nach dem Tode hin- 
weist, an den denkenden Menschen 
stell. Zu den Worten χαὲ εἴ τι 
ἄλλο asavarov ἐστι bemerkt 
Wohlrab, sie seien zu übersetzen: 
„und eben deshalb alles, was sonst 
noch unsterblich ist“; die Seele 
werde hier offenbar von Gott und 
der Idee des Lebens getrennt; doch 
wäre ihr das Prädikat ἀϑάνατον 
zuerkannt worden. Ich erkläre mir 
die Stelle: „die Gottheit und die 
Idee des Lebens (die in der Gott- 
heit selbstverständlich gewisser- 
malsen verkörpert oder individuali- 
siert ist) und wenn die Idee des 
Lebens sonstwo gegenständlich wird 
und einer Substanz das Prädikat 
ἀϑάνατον giebt, geht nach dem ge- 


meinsamen Zugeständnis aller nie- 
mals zu Grunde. Sokrates weist 
also mit den Worten hin auf die 
gleich folgende Ausführung: ὁπότε 
δὴ τὸ ἀϑάνατον καὶ ἀδιάφϑορόν 
ἐστιν x. τ. £. 

Der zweite Abschnitt des Kapi- 
tels schildert den Eindruck, wel- 
chen die Beweisführung auf Kebes 
und Simmias gemacht hat, mit de- 
ren eigenen Worten und gemäls 
deren Charakter. Den entschiedenen 
Kebes hat die dialektische Sicher- 
heit der Erörterung vollkommen ge- 
wonnen: οὐχ ἔχω παρὰ ταῦτα 
ἄλλο τι λέγειν οὐδὲ πῃ ἀπιστεῖν 
τοῖς λόγοις --- er ist logisch über- 
zeugt worden. Die weichere Seele 
des Simmias steht dem Beweise des 
Meisters mehr empfindend gegen- 
über: einen logischen Widerspruch 
vermag auch er dem Sokrates nicht 
vorzuhalten, also muls auch er zu- 


ΦΑΙΔΩΝ. 99 


ὑχεὸ μέντοι τοῦ μεγέϑους περὶ ὧν οἱ λόγοι εἰσί, καὶ τὴν 
ἀνθρωπίνην ἀσϑένειαν ἀτιμάζων, ἀναγχάζομαι ἀγιιστίαν 
ἔτι ἔχειν πεαρ᾽ ἐμένα, περὶ τῶν εἰρημένων. Οὐ μόνον γ᾽, 
ἔφη, ὦ Σιμμία, 6 Σ ὠχράτης, ἀλλὰ ταῦτά τε εὐ λέγεις, 
χαὶ τὰς ὑτιοϑέσεις τὰς πιρώτας, καὶ εἰ πισταὶ ὑμῖν εἶσιν, 
ὅμως ἐπιισχετιτέαι σαφέστερον" καὶ ἐὰν αὐτὰς ἱκανῶς διέ- 
λητε, ὡς ἐγῴμαι, ἀκολουϑήσετε τῷ λόγῳ, χαϑ' ὅσον δυ- 
γατὸν μάλιστ᾽ ἀνϑρώτστῳ ἐτταχολουϑῆσαι" χἂν τοῦτο αὐτὸ 
σαφὲς γένηται, οὐδὲν ζητήσετε περαιτέρω. AlmIn, ἔφη, 
λέγεις. 

57. Alla τόδε γ᾽, ἔφη, ὦ ἄνδρες, δίκαιον διανοηϑῆ- 
γαι, ὅτι, εἴπτερ ἡ ψυχὴ ἀϑάνατος, ἐπιμελείας δὴ δεῖται 
οὐχ ὑπὲρ τοῦ χρόνου τούτου μόνον, ἐν ᾧ χαλοῦμεν τὸ ζῆν, 
ἀλλ᾽ ὑπὲρ τοῦ παντός, καὶ ὃ χίνδυνος νῦν δὴ χαὶ δόξειεν 
ἂν δεινὸς εἶναι, εἴ τις αὐτῆς ἀμελήσει. ‚ei μὲν γὰρ nv ὃ 
ϑάνατος τοῦ παντὸς ἀπταλλαγή; ἕρμαιον ἂν ἣν τοῖς κακοῖς 
ἀτοοϑανοῦσι τοῦ TE σώματος ἅμα ἀσηλλάχϑαι χαὶ τῆς αὐ- 
τῶν κακίας μετὰ τῆς ψυχῆς" γῦν δὲ ἐπειδὴ ἀϑάνατος φάί- 
γεται οὖσα, οὐδεμία ἂν ‚ein αὐτῇ ἄλλη ἀποφυγὴ χαχῶν 
οὐδὲ σωτηρία τιλὴν τοῦ ὡς βελτίστην τε χαὶ φρονιμωτά- 


dung wendet sich die folgende Dar- 
legung. 


stimmen; seine Zustimmung, hat 

aber ein „indessen“: ὑπὸ μέντοι 
c 

τοῦ μεγέϑους x. τ. ξ. Weniger 


Denker als Kebes und mehr em- 
pfindend als dieser zwingt ihn die 
Gröfse, die grolse Bedeutung der 
behandelten Frage, der gegenüber 
der Mensch sich immer schwach 
und klein fühlen muls, zu der Ein- 
schränkung seines Zugeständnisses: 
„dennoch vermag alle menschliche 
Dialektik, wenn ich ihren Beweisen 
auch nichts zu entgegnen vermag, 
nicht in dieser Frage mein Herz zu 
gewinnen“. Sokrates stimmt die- 
sem Geständnis edler Empfindung 
bei. Dem Plato aber ist es gelungen, 
den Leser in aller Kürze aus dem 
Reiche dialektischen Denkens in 
das Gebiet edler Empfindung hin- 
überzuleiten, und an die Empfin- 


Kap. 57. Um eine ethische For- 
derung zu erhärten — εἴπερ ἥ ψυχὴ 
ἀϑάνατος, ἐπιμελείας N δεῖται 
οὐχ ὑπὲρ τοῦ χρόνου τούτου μό- 
γον, ἐν ᾧ καλοῦμεν τὸ ζῆν, ἀλλ᾽ 
ὑπὲρ τοῦ παντός--- führt uns Plato 
in die Gefilde der Phantasie und der 
Dichtkunst, in eine von gläubigem 
Ahnen erschaute Welt. Diese Welt 
ist die der Gerechtigkeit, die das 
Böse straft und dem Guten seinen 
Lohn giebt. Jedem Menschen, sagt 
Plato, ist als ἡγεμὼν ein δαίμων 
zugeordnet, der seine Seele nach 
dem Tode in den Hades führt, wo 
ein Rechtsspruch ihrer wartet, 
(διαδικάζεσθαι est causam suam 
alicui iudicandam committere, iu- 


ἣΨ 


100 TIAATQONOE 


, 2 \ r \ 
τὴν γενέσϑαι. οὐδὲν γὰρ ἄλλο ἔχουσα εἰς Ardov ἢ ψυχὴ 
ἔρχεται zchnv τῆς παιδείας ve χαὶ τροφῆς, ἃ δὴ χαὶ μέγε- 

g ΄ 2 im δ, ΄ \ ’ N 
στα λέγεται ὠφελεῖν ἢ βλάπτειν τον τελευτήσαντα ευϑυς 
>) > m m 25 , ΄ € 
ἐν ἀρχὴ τῆς ἐχεῖσε rropeiag. λέγεται δὲ οὕτως, ὡς ἄρα 
τελευτήσαντα ἕχαστον ὃ ἑχάστου δαίμων, 007.80 ζῶντα εἰ- 

[4 en; 7 er 3 τε x 
λήχει, οὗτος ἄγειν ἐτειχειρεῖ εἰς δή τινα τόπον, ol δεῖ τοὺς 

7 , σ“ x 
ξυλλεγέντας διαδιχασαμένους εἰς Audov πορεύεσϑαι μετὰ 
c B ᾿ T x ᾿΄ x m 
ἡγεμόνος ἐχείνου ᾧ δὴ ττροστέταχται τοὺς ἐνϑένδε ἐκεῖσε 
70080001’ τυχόντας δ᾽ ἐχεῖ ὧν δεῖ τυχεῖν χαὶ μείναντας 
« \ 4 ’ » -“ , . 
ὃν χρὴ χρόνον ἄλλος δεῦρο scakıy ἡγεμὼν χομέζει ἐν τεολ- 
λαῖς χρόνου χαὶ μαχραῖς τιεριόδοις. ἔστι δὲ ἄρα ἢ πορεία 

2 Cu FIG “9 ΄ In ΄ a $ \ \ [4 “- 
οὐχ ὡς 6 «Αἰσχύλου Τήλεφος λέγει" ἐχεῖνος μὲν γὰρ ἀτλὴν 
ΕῚ LA > co , ς > >» c - » ΄ 
οἰμὸν φησιν εἰς Αἰἰδου φέρειν, ἢ δ᾽ οὔτε arıım ovre μία 

΄, ΄ = > RN ’ > , 
φαίνεταί μοι εἶναι. οὐδὲ γὰρ ἂν ἡγεμόνων ἔδει" οὐ γὰρ 

΄ BIT ’ ἣν - ν - 
σού τις ἂν διαμάρτοι οὐδαμόσε μιᾶς δδοὺ οὔσης. νῦν δὲ 


dieium subire. Stallbaum). Die 
reine und verständige Seele folgt 
ihrem Dämon willig; denn sie er- 
fafst ihre Lage richtig (οὐχ ἀγνοεῖ 
τὰ παρόντα); die aber den Begier- 
den fröhnte (ἐπιϑυμητικῶς τοῦ 
σώματος ἔχουσα), will sich durch- 
aus nicht trennen von dem ὅρα- 
τὸς τόπος und muls von ihrem 
Dämon mit Gewalt entführt wer- 
den. Im Hades bekommt nun jede 
Seele einen andern Dämon als nys- 
μῶν zu einem neuen Aufenthalt. 
Die ganz schlechte Seele aber, wel- 
che Mord und andere Todsünden 
im Leben auf sich geladen hat, 
diese flieht jeder Dämon und keiner 
will ihr ἡγεμὼν werden (ταύτην 
μὲν ἅπας, Sc. δαίμων, φεύγει οὔτε 
ἡγεμὼν ἐϑέλει γίγνεσθαι). So irrt 
sie planlos umher, bis die Aveyxn 
sie an den ihr bestimmten Wohn- 
ort bringt (εἰς τὴν αὐτῇ πρέπου- 
σαν οἴχησιν). Der reinen, mals- 
vollen Seele aber nehmen sich die 
Götter an und geleiten sie zu der 
ihr gebührenden Stätte auf Erden. 
„In dem Satze οὐδὲν γὰρ ἄλλο 
ἔχουσὰ — πλὴν τῆς παιδείας TE 


χαὶ τροφῆς Sind die letzten Worte 
zu erklären: „aufser dem, womit 
sie sich gebildet und genährt hat“. 

Seinen Mythos beginnt Sokrates 
mit einem λέγεται οὕτως, ὡς χ. τ. ἑ.. 
wie er auch sonst Mythen, welche er 
selbst erfindet oder doch umgestal- 
tend ausschmückt, gern so hinstellt, 
als habe er sie von anderen ver- 
nommen. So pflegt er scherzend 
zu sagen: „Alte Dichter erzählen“, 
wo es ihm schwer werden sollte, 
einen solchen Dichter anzuführen; 
so legt er im Symposion eine lange 
Erzählung der Diotima unter u. 5. w. 
Diese Art der Darstellung ist inso- 
fern künstlerisch, als sie uns den 
Erzähler über der Erzählung ver- 
gessen lälst. Auch ein einzelnes 
Stammwort pflegt Sokrates bei sei- 
nen Erzählungen festzuhalten; so 
treibt er hier sein harmloses Spiel 
mit dem Stamme Mog—: εὐϑὺς ἐν 
ἀρχῇ τῆς ἐχεῖσε πορείας — ᾧ 
δὴ πρόστέταχται τοὺς ἐνθένδε 
ἐχεῖσε πορεῦφαι --- ἔστε δὲ ἄρα 
n πορείᾳ οὐχ ὡς ὁ Αἰσχύλου 
Τήλεφος λέγει — αὐτὴ δὲ πλανᾶ- 
ται ἐν πάσῃ ἐχομένη ἀπορίᾳ 


ΦΑΙΔΩΝ. 101 


ἔοικε σχίσεις τε χαὶ περιόδους ττολλὰς ἔχειν" ano τῶν 
ὁσίων TE χαὶ γομίμων τῶν ἐνϑάδε τεχμαιρόμενος λέγω. ἢ 
μὲν οὖν χοσμία τε χαὶ φρόνιμος ψυχὴ ἕπεταί τε καὶ οὐχ 
ἀγνοεῖ τὰ παρόντα ἢ δὲ ἐπιϑυμητικῶς τοῦ σώματος 
ἔχουσα, ὅττερ ἐν τῷ ξιισεροσϑὲν eircov, περὶ ἐχεῖνο πολὺν 
χρόνον ἐπττοημένη χαὶ περὶ τὸν ὁρατὸν τόπον, πολλὰ av- 
τιτείνασα χαὶ ττολλὰ παϑοῦσα, βίᾳ χαὶ μόγις ὑπὸ τοῦ 
χεροστεταγμένου δαίμονος οἴχεται ἀγομένη. ἀφιχομένην 
δὲ σϑιττερ αἱ ἄλλαι, τὴν μὲν ἀχάϑαρτον χαί τι τεξττοίη- 
χυῖαν τοιοῦτον, ἢ φόνων ἀδίκων ἡμμένην ἢ ἄλλ᾽ ἄττα 
τοιαῦτα εἰργασμένην, ἃ τούτων ἀδελφά τε καὶ ἀδελφῶν 
ψυχῶν ἔργα τυγχάνει ὄντα, ταύτην μὲν ἅπτας φεύγει TE 
χαὶ ὑπιεχτρέττεται χαὶ οὔτε ξυνέμπτορος οὔτε ἡγεμὼν ἐϑέ- 
λει γίγνεσθαι, αὐτὴ δὲ τελανᾶται ἐν raon ἐχομένη ἀπορίᾳ, 
ἕως ἂν δή τινες χρόνοι γένωνται, ὧν ἐξελϑόντων ὑτε᾽ 
Avayıng φέρεται εἰς τὴν αὐτῇ πρέπουσαν οἴχησιν" ἡ δὲ 
χαϑαρῶς τε χαὶ μετρίως τὸν βίον διεξελϑοῦσα, καὶ ξυνεμ- 
πόρων καὶ ἡγεμόνων ϑεῶν τυχοῦσα, ᾧχησε τὸν αὐτῇ Erd- 
στη τόπον προσήκοντα. εἰσὶ δὲ “τολλοὶ χαὶ ϑαυμαστοὶ τῆς 
γῆς τόποι, καὶ αὐτὴ οὔτε οἵα οὔτε ὅση δοξάζεται ὑπὸ τῶν 
περὶ γῆς εἰωϑότων λέγειν, ὡς ἐγὼ bzo τινος τεέπεισμαι. 

58. Kal ὁ Σιμμίας, Πῶς ταῦτα, ἔφη, λέγεις, ὦ Σώ- 
χρατὲς; τιερὶ γάρ τοι τῆς γῆς χαὶ αὐτὸς πολλὰ δὴ ἀχή- 
χοα, οὐ μέντοι ταῦτα ἃ σὲ melde" ἡδέως ἂν οὖν ἀκού- 


— καὶ ξυνεμπό ρων καὶ ἡγεμό- 
vov ϑεῶν τυχοῦσα. 

Die Worte ἀπὸ τῶν ὁσίων τε 
zul νομίμων τῶν ἐνθένδε τεχμαι- 
ger: werden auf abergläubische 

pfer bezogen, die man der Göt- 
tin Hekate auf Kreuzwegen am 
Abend jedes dreifsigsten Monats- 
tages brachte. Sokrates scherzt 
auch mit diesen Worten; denn die 
ganze Begründung seines Satzes, 
dafs nicht einer, sondern sehr viele 
Wege in den Hades führen, ist ein 
Scherz; sind doch die ἡγεμόνες, 
von denen sie spricht, von Sokra- 
tes selbst erfunden. 


Kap. 58. Sokrates versteht es 
vorzüglich, seine wunderbare Be- 
schreibung der Erdoberfläche ein- 
zuleiten. Es hat für niemanden et- 
was Überraschendes gehabt, dals er 
den schlechten und den guten See- 
len verschiedene Aufenthaltsorte 
zuweist; erzählte doch die land- 
läufige Mythologie ganz dasselbe. 
Da regt er mit einem scheinbar 
harmlos hingeworfenen Worte am 
Schlusse des vorigen Kapitels die 
Neugierde seiner Zuhörer lebhaft 
an; denn er stellt ihnen eine neue 
ee über die Gestalt unseres 

eltkörpers in Aussicht, wenn er 


102. ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


σαιμι. Alla μέντοι, Σιμμία. οὐχ ἡ Γλαύχου τέχνη γέ 
μοι δοχεῖ εἶναι διηγήσασϑαι ὃ @ γ᾽ ἐστίν" ὡς μέντοι ἀληϑῆ, 
χαλετεώτερόν μοι φαίνεται ἢ χατὰ τὴν R λαύχου τέχνην, 
καὶ ἅμα μὲν ἐγὼ ἴσως οὐδ᾽ ἂν οἷός τε —_ ἅμα δέ, εἰ καὶ 
ἠτειστάμην, ὃ βίος μοι dorei ὃ ἐμός, ὦ Σιεμιμία, τῷ μήκει 
τοῦ λόγους οὐχ ἐξαρχεῖν. τὴν μέντοι ἰδέαν τῆς γῆς, οἵαν 
χεξτεξισιιαι εἶναι, χαὶ τοὺς τόπους αὐτῆς οὐδέν us χωλύει 
λέγειν. AN, ἔφη ὃ Σιμμίας, καὶ ταῦτα ἀρχεῖ. 
Πέπεισμαι τοίνυν, ῃ δ᾽ ὅς, ἐγὼ ὡς χυρῶτον μέν, εἰ 
ἔστιν ἐν μέσῳ τῷ οὐρανῷ περιφερὴς οὖσα, μηδὲν αὐτῇ 
δεῖν μήτε ἀέρος πρὸς τὸ μὴ πεσεῖν wire ἄλλης ἀνάγχης 
μηδεμιᾶς τοιαύτης, alla ἱχανὴν εἶναι αὐτὴν ἴσχειν τὴν 
ὁμοιότητα τοῦ οὐρανοῦ αὐτοῦ ἑαυτῷ πάντῃ χαὶ τῆς γῆς 
αὐτῆς τὴν ἰσορροτιίαν" en yao πρᾶγμα ὁμοίου τι- 
γὸς ἐν μέσῳ τεϑὲν οὐχ ἕξει μᾶλλον οὐδ᾽ ἧττον οὐδαμόσε 
κλιϑῆναι, ὁμοίως δ᾽ ἔχον ἀκλινὲς μενεῖ. σπιρῶτον μέν, ἡ 
δ᾽ ὅς, τοῦτο :τέπεεισμαι. Καὶ ὀρϑῶς γε, ἔφη ὃ Σιμμίας. 
Ἔτι τοίνυν, ἔφη, τιἀμιιεγά τι εἶναι αὐτό, χαὶ ἡμᾶς οἰκεῖν 


sagt: αὐτὴ οὔτε οἵα οὔτε ὅση δο- 
ξάζεται ὑπὸ τῶν περὶ γῆς εἰω- 
ϑότων λέγειν, sie ist weder so be- 
schaffen noch so grols, als es an- 
nehmen, die über die Erde gewohnt 
sind zu reden“. Die Naivität des 
Simmias geht denn auch richtig in 
die Falle; sie fragt erstaunt und 
bittet dringend. Sokrates antwortet 
scherzend mit einer sprichwört- 
lichen Redensart von der Kunst des 
Glaukos, über deren Ursprung wir 
nicht unterrichtet sind, deren Sinn 
Ja aber klar ist. In dem Satze 
Ἀλλὰ μέντοι, ὦ Σιμμία, --- ἢ κατὰ 
τὴν Γλαύχου τέχνην stehen sich 
entgegen die Worte & γ᾽ ἐστίν und 
ὡς ἀληϑῆ, beide Ausdrücke sind 
abhängig von διηγήσασϑαι: es ver- 
langt keine grolse Kunst zu erzäh- 
len, was ist d. h. etwas wirklich 
Gegebenes darzulegen; es geht aber 
über die Kunst des Glaukos hinaus, 
ταῦτα δϑιηγήσασϑαι ὡς ἀληϑῆ seil. 
ὄντα, etwas zu erzählen, wie es in 


Wahrheit ist. Sokrates scheint mir 
spalsend zu sagen: eine Hypothese 
über die Gestalt der Erde aufzu- 
stellen ist kein Kunststück, wohl 
aber ist es schwierig, wie ich es 
Jetzt vorhabe, ins einzelne gehend 
ein Bild der Erde zu geben. Er 
will deshalb auch nur eine ἐδέα 
τῆς γῆς und eine Beschreibung der 
Orte, von denen er im vorigen Ka- 
pitel gesprochen, bieten. Simmias 
geht wohl auf Sokrates’ scherzen- 
den Ton ein, wenn er mit seinem 
χαὶ ταῦτα ἀρχεῖ auf das vorher- 
gehende οὐχ ἐξαρχεῖν zurück weist. 

In den Worten ἑχανὴν εἶναι αὐ- 
τὴν ἴσχειν τὴν ὁμοιότητα τοῦ οὐ- 

ανοῦ αὐτοῦ ἑαυτῷ ist ἑαυτῷ von 
ὁμοιότητα abhängig, αὐτοῦ aber 
durch das reflexive ἑαυτῷ veran- 
latst. Wie man sagt ὃ ἄνϑρωπος 
ἀποχτείνει αὐτὸς. ἑαυτόν, so auch 
ὸ οὔρανος ὁμοιὸς ἐστιν αὐτὸς 
ἑαυτῷ und τοῦ οὐρανοῦ ἡ ὁμοιό- 
της αὐτοῦ ἑαυτῷ. 


DAIAQON. 105 


τοὺς μέχρι Ἡραχλείων στηλῶν ἀπὸ Φάσιδος Ev σμικρῷ 
τινι μορίῳ, ὥσττερ περὶ τέλμα μύρμηκας ἢ βατράχους ττερὶ 
τὴν ϑάλατταν οἰχοῦντας, καὶ ἄλλους ἄλλοϑι στολλοὺς ἐν 
πολλοῖς τοιούτοις τόποις οἰχεῖν. εἶναι γὰρ ττανταχῇ τεδρὶ 
τὴν γῆν πολλὰ γχοῖλα καὶ παντοδαπὰ χαὶ τὰς ἰδέας καὶ 
τὰ μεγέϑη, εἰς ἃ ξυνερρυηχκέναι τό τε ὕδωρ καὶ τὴν Öui- 
χλην χαὶ τὸν ἀέρα" αὑτὴν δὲ τὴν γῆν χαϑαρὰν Ev καϑαρῷ 
χεῖσϑαι τῷ οὐρανῷ, ἐν ᾧτστερ ἐστὶ τὰ ἄστρα, ὃν δὴ ai- 
ϑέρα ὀνομάζειν τοὺς πολλοὺς τῶν πιερὶ τὰ τοιαῦτα εἴω- 
ϑότων λέγειν" οὗ δὴ ὑποστάϑμην. ταῦτα εἶναι καὶ ξυρρεῖν 
ἀεὶ εἰς τὰ χοῖλα τῆς γῆς. ἡμᾶς οὖν οἰχοῦντας ἐν τοῖς κοί- 
λοις αὐτῆς λεληϑέναι καὶ οἴεσϑαι ἄνω ἐτεὶ τῆς γῆς οἰκεῖν, 
ὥσπερ ἂν εἴ τις ἐν μέσῳ τῷ πυϑμένι τοῦ πιελάγους ol- 
χῶν οἴοιτό τε ἐτοὶ τῆς ϑαλάττης οἰχεῖν χαὶ διὰ τοῦ ὑδα- 
τος ὁρῶν τὸν ἥλιον χαὶ τὰ ἄλλα ἄστρα τὴν ϑάλατταν 
ἡγοῖτο οὐραγὸν εἶναι, διὰ δὲ βραδυτῆτά τε χαὶ ἀσϑένειαν 
underewrore ἐπὶ τὰ ἄγρα τῆς ϑαλάττης ἀφιγμένος μηδὲ 
ἑωραχὼς εἴη, ἐχδὺς χαὶ ἀναχύψας ἐκ τῆς ϑαλάττης εἰς τὸν 
ἐνθάδε τόπον, ὅσῳ χαϑαρώτερος χαὶ καλλίων τυγχάνει ὧν 
τοῦ παρὰ σφίσι, μηδὲ ἄλλου ἀχηχοὼς εἴη τοῦ ξωραγχότος. 
ταὐτὸν δὴ τοῦτο χαὶ ἡμᾶς τιεττονϑέναι" οἰχοῦντας γὰρ ἔν 
τινι χοίλῳ τῆς γῆς οἴεσθαι ἐπάνω αὑτῆς οἰχεῖν, χαὶ τὸν 
ἀέρα οὐρανὸν καλεῖν, ὡς διὰ τούτου οὐρανοῦ ὄντος τὰ 


ΕΣ) » Ν \ \ ’ ς 3 2 , \ 
ἄστρα χωροῦντα" τὸ δὲ δεινότατον, vr ἀσϑενείας καὶ 


In dem Satze οὗ δὴ ὑποσταϑμὴν der Himmel wäre, den die Gestirne 


ταῦτα. εἶναι x. τ. δ. bezieht sich 
das οὗ natürlich auf das vorher- 
gehende αἰϑήρ, das ταῦτα aber 
auf das frühere τό τε ὕδωρ χαὶ 
τὴν ὁμίχλην zul τὸν ἀέρα. Was- 
ser und Nebel und unsere Luft, 
die immerdar in die Höhlungen der 
Erde sich ergielsen, sind die Basis 
und gleichsam der Bodensatz des 
reinen Athers. 

‚In den ‚Worten ὡς διὰ τούτου 
οὐρανοῦ ὄντος τὰ ἄστρα χωροῦν- 
τα steht οὐρανοῦ ὄντος apposi- 
tionell zu τούτον ἀ. i. als ob dies 


durchschreiten. 

Die ruhige Freudigkeit des Wei- 
sen wird wieder charakterisiert 
durch die Schalkhaftigkeit der Er- 
zählung. Schalkhaft ist die kolos- 
sale Vorstellung, dafs die ganze 
damals bekannte Menschheit in 
einem ungeheuren Loche wohne, 
das sich von dem Phasis bis zu 
den Säulen des Herkules erstrecke ; 
schalkhaft ist der Vergleich der 
Menschen mit Ameisen und Frö- 
schen und fliegenden Fischen; 
schalkhaft der Gedanke: ἡμᾶς οἱ- 


104 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


- | 2 a 3 Ὶ c m a γι = ν᾽ 
βραδυτῆτος οὐχ οἵους re εἶναι ἡμᾶς διεξελϑεῖν ἐπε ἔσχα- 
\ 3 5 , b)7 2 Ὁ BR » I 
τὸν τὸν ἀέρα" Ervei, εἴ τις αὑτοῦ ἐπ ἄχρα ἔλϑοι ἢ τιτη- 

\ ,ὔ > ἊΝ εν r > ao 
γὸς γενόμενος ἀνατίτοῖτο, χατιδεῖν ἂν ἀναχύψαντα, ὥσπερ 
, nd , , 2 ’ - 
ἐνθάδε οἱ ἐκ τῆς ϑαλάττης ἰχϑύες ἀναχύπτοντες δρῶσι τὰ 
ς \ a » . 4 
ἐνθάδε, οὕτως ἂν τινα χαὶ τὰ ἐχεῖ χατιδεῖν, χαὶ εἰ ἡ φύ- 
ΘΟ A a N ΓΝ Br 
σις ἱκανὴ εἴη ἀνέχεσϑαι ϑεωροῦσα, γνῶναι ἂν ὅτι ἐχεῖνός 
3 ς 2 » > \ \ \ 3 - - \ ς ς 
ἔστιν ὁ ἀληϑῶς οὐρανὸς χαὶ τὸ ἁληϑῶς φῶς χαὶ ἢ ὡς 
> - -" u \ \ c -»- c ny \ co c 
ἀληϑῶς γῆ. nde μὲν γὰρ ἢ γῆ καὶ οἱ λέϑοι καὶ ἀπὰς 6 
, ς 2 ΄ , 2 \ \ [4 
τόπος ὁ ἐνϑάδε διεφϑαρμένα Lori χαὶ καταβεβρωμένα, 
x - 4 - a 
u.0rreg τὰ Ev τῇ ϑαλάττῃ ὑπὸ τῆς ἅλμης, καὶ οὔτε φύεται 
I 4«ν" ΕΖ: , 2 - , >» c »} 
οὐδὲν ἀξιον λόγου ἐν τῇ ϑαλάττῃ, οὔτε τέλειον, ὡς ἔπος 
εἰγεεῖν, οὐδέν ἐστι, σήραγγες δὲ καὶ ἄμμος χαὶ πηλὸς ἃ au- 
χανος χαὶ βόρβοροί εἰσιν, ὅττου ἂν χαὶ γῆ ἢ, καὶ πρὸς τὰ 
rag ἡμῖν κάλλη κρίνεσϑαι οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν ἄξια" ἐχεῖνα 
δὲ αὖ τῶν παρ᾽ ἡμῖν 7 πολὺ ἂν ἔτι πελέον φαγξίη διαφέ- 
ge. el γὰρ δεῖ χαὶ μῦϑον λέγειν χαλόν, ἄξιον ἀχοῦσαι, 
ὦ Σιμμία, οἷα τυγχάνξι, τὰ ἐπὶ τῆς γῆς ὑπὸ τῷ οὐρανῷ 
ὄντα. “Ἵλλὰ μήν, ἔφη ὃ Σεμμέας, ὦ Σώχρατες, ἡμεῖς γὲ 
τούτου τοῦ μύϑου ἡδέως ἂν ἀκούσαιμεν. 
59. “2ἐγεται τοίνυν, ἔφη, (ὁ ἑταῖρε, πρῶτον μὲν εἶναι 
’ 55 > \ δὶ 
τοιαύτη ἡ γῆ αὐτὴ ἰδεῖν, εἴ τις ἄνωϑεν ϑεῷτο, ὥστεερ αἱ 
δωδεχάσχυτοι σφαῖραι, ποιχίλη, χρώμασι διδιλημμένη, ὧν 
, ΄ ΄“ N T 
χαὶ τὰ ἐνθάδε εἶναι χρώματα ὥσπερ δείγματα, οἷς δὲ οἱ 
γραφεῖς χαταχρῶνται" ἐχεῖ δὲ “τᾶσαν τὴν γὴν ἔχ τοιούτων 


κοῦντας ἐν τοῖς κοίλοις λεληϑέ- 
ναι καὶ οἴεσθαι ἄνω ἐπὶ τῆς γῆς 
οἰχεῖν, und der spätere: σήραγγες 
καὶ ἄμμος καὶ πηλὸς ἀμήχανος 
χαὶ βορβοροί εἰσιν, ὅπου ἂν 
zal yn gu. S. W. 

Kap. 59. Märchenhaft schildert 
Sokrates die reinere Welt und das 
Leben und das Sein in ihr. Er giebt 
erst ein Bild von der ganzen Erde, 
wie sie dort oben erscheint, sie 
scherzend mit einem Balle verglei- 
chend, der aus zwölf verschie- 
den gefärbten Lederstücken zusam- 
mengesetzt ist. Er schildert dann 
die Pflanzen auf ihr, Bäume und 


Blumen und ihre Früchte (τοὺς 
χαρπούς). Sodann zeigt er uns 
das Edelgestein und das Geld und 
das Silber, von dem alles glänzt. 
Endlich läfst er Tiere und Men- 
schen in ihrem Glücke an uns vor- 
überziehen und geleitet uns zuletzt 
gar in die wirklichen Wohnungen 


der Götter. Auch die Form der 


zählung erinnert vielfach an unsere 
Märchendichter. Da ist keine lange 
Periode, kein logischer Bau der 
Sätze; mit dem δέ, das unserem 
„und“ entspricht, werden die Sätze 
verknüpft und auch das χαὲ spielt 
eine Rolle selbst nach stärkeren 


ΦΑΙΔΩΝ. 105 


εἶναι, καὶ πολὺ ἔτι 24 λαμτιροτέρων χαὶ καϑαρωτέρων ἢ 
τούτων" τὴν μὲν γὰρ ἁλουργῆ εἶναι χαὶ ϑαυμαστὴν τὸ 
χάλλος, τὴν δὲ χρυσοειδῆ, τὴν δὲ ὅση λευχὴ γύψου ἢ χιό- 
γος λευχοτέραν, χαὶ ἐχ τῶν ἄλλων χρωμάτων ξυγχειμένην 
ὡσαύτως, καὶ ἔτι τελειόνων nal καλλιόνων ἢ ὅσα ἡμεῖς 
ἑωράκαμεν. καὶ γὰρ αὐτὰ ταῦτα τὰ χοῖλα αὐτῆς, ὕδατός 
τὲ καὶ ἀέρος ἔχτελεα ὄντα, χρώματός τι εἶδος πταρέχεσϑαι 
στίλβοντα ἐν τῇ τῶν ἄλλων χρωμάτων ττοιχιλίᾳ, ὥστε 
ἕν τε ἀὐτῆς εἶδος ξυνεχὲς “τοιχέλον φαντάζεσθαι. ἐν δὲ 
ταύτῃ οὔσῃ τοιαύτῃ ἀνὰ λόγον τὰ φυόμενα φύεσϑαι, δέν- 
ὅρα τε καὶ ἄνϑη χαὶ τοὺς καρπούς" nal αὖ τὰ ὄρη ὡσαύ- 
τως χαὶ τοὺς λίϑους ἔχειν ἀνὰ τὸν αὐτὸν λόγον τήν TE 
λειότητα καὶ τὴν διαφάνειαν καὶ τὰ χρώματα χαλλίω, ὧν 
χαὶ τὰ ἐνθάδε λιϑίδια εἶναι ταῦτα τὰ ἀγαττώμενα μόρια, 
σάρδιά τε καὶ ἰάσπιδας χαὶ σμαράγδους χαὶ πάντα τὰ 
τοιαῦτα᾽ ἐκεῖ δὲ οὐδὲν 0 τι οὐ τοιοῦτον εἶναι καὶ ἔτι τού- 
των χαλλίω. τὸ δ᾽ αἴτιον τούτου εἶναι, ὅτι ἐχεῖνοι οἵ 
λέϑοι εἰσὶ καϑαροὶ καὶ οὐ χατεδηδεσμένοι οὐδὲ διεφϑὰρ- 
μένοι ὥσπερ οἱ ἐνθάδε ὑττὸ σηπεδόνος χαὶ ἅλμης ὑττὸ τῶν 
δεῦρο ξυνερρυηχότων, ἃ χαὶ λέϑοις καὶ γῇ καὶ τοῖς ἄλλοις 
ζώοις τὲ χαὶ φυτοῖς αἴσχη τὲ χαὶ γόσους παρέχϑι. τὴν δὲ 
γῆν αὐτὴν κεκοσμῆσϑαι τούτοις τε ἅπασι καὶ ἔτι χρυσῷ 
Te χαὶ ἀργύρῳ χαὶ τοῖς ἄλλοις αὖ τοῖς τοιούτοις. Expavı) 
γὰρ αὐτὰ τιεφυχέναι, ὄντα :τολλὰ πλήϑει χαὶ μεγάλα καὶ 
πολλαχοῦ τῆς γῆς, ὥστε αὐτὴν ἰδεῖν εἶναι ϑέαμα εὐδαι- 
μόνων ϑεατῶν. ζῶα δ᾽ ἐπ᾽ αὐτῇ εἶναι ἄλλα τὲ πολλὰ 
χαὶ ἀνθρώπους, τοὺς μὲν ἐν μεσογαίᾳ οἰχοῦντας, τοὺς δὲ 
περὶ τὸν ἀέρα, ὥσπτερ ἡμεῖς περὶ τὴν ϑάλατταν, τοὺς δὲ 
Interpunktionszeichen: καὶ «γὰρ holten Malen: „und das war alles 
αὐτὰ ταῦτα τὰ κοῖλα κ. τ. ἑ. --- noch viel prachtvoller“; 50: χαὶ 

καὶ av τὰ ὄρη ὡσαύτως κ. 1.8. πολὺ ἔτι λαμπροτέρων καὶ κα- 


-- ὧν χαὶ τὰ ἐνθάδε λιϑίδια el- ϑαρωτέρων ἢ τούτων --- καὶ «ἔτι 
ναι — zul ἑνὶ λόγῳ — καὶ δὴ πλειόνων καὶ καλλιόνων ἢ ὅσα 


καὶ ϑεῶν ἄλση — zal τόν γε ἡμεῖς ἑωράκαμεν --- καὶ τὴν δια- 
ἥλιον x. τ. ἑ. Nach Art der Mär- φάνειαν zul τὰ χρώματα καλλίω 
chen giebt er eine Schilderung in -- ἐχεῖ δὲ οὐδὲν ὅτι οὐ τοιοῦτον 


prächtigen Farben und schliefst εἶναι χαὶ ἔτι τούτων καλλίω. Auch 
seine Beschreibungen zu wieder- die behäbige Breite des Märchens 


106 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


’ a ἘΦ \ > we “ἢ ” = 
ἐν νήσοις ἃς περιρρεῖν τὸν ἀέρα πρὸς τῇ Nreeiow οὔσας 
’ ‚= Nee Ἷ , 
χαὶ ἑνὶ λόγῳ, οπερ ἡμῖν τὸ ὕδωρ χαὶ ἡ ϑάλαττά ἐστι 7008 
x ς ,ὕ αν» “- 3 ς - ς 
τὴν ἡμετέραν χρείαν, τοῦτο ἐχεῖ τὸν ἀέρα, ὃ δὲ ἡμῖν ὃ 
3% N a ᾿ "ες -" 
ἀήρ, ἐχείνοις τὸν αἰϑέρα. τὰς δὲ ὥρας αὑτοῖς χϑᾶσιν ἔχειν 
«“ "2 ΄ , - 
τοιαύτην, ὥστε ἐχείνους ανόσους εἶναι καὶ χρόνον ‚ve ζῆν 
old τιλείω τῶν ἔνϑάδε, χαὶ ὄψει zul ἀχοῇ καὶ ὀσφρήσει 
χαὶ πᾶσι τοῖς τοιούτοις ἡμῶν ἀφεστάναι τῇ αὐτῇ ἀπτοστά- 
σει, ἧπερ ἀήρ TE ὕδατος ἀφέστηχε χαὶ αἰϑὴρ ἀέρος πρὸς 
’ nz . 3 = 
χαϑαρότητα. χαὶ δὴ καὶ ϑεῶν ἄλση τε χαὶ iega αὑτοῖς 
3 < . » ͵ 
εἶναι, ἐν οἷς τῷ ὄντι οἰχητὰς ϑεοὺς εἶναι, καὶ φήμας τὲ 
χαὶ μαντείας χαὶ αἰσϑήσεις τῶν ϑεῶν χαὶ τοιαύτας ξυνου-- 
, , 2 ἕω 2 Be, ΄ cr 
σίας γίγνεσθαι αὑτοῖς 77905 αὐτούς" καὶ τόν yenkıov zei 
, - > 3 - τς 4 ν᾿ 
σελήνην χαὶ ἄστρα δρᾶσϑαι Urt αὑτῶν οἷα τυγχάνει ὄντα, 
v ΒῚ , 7 > , 5 
zal τὴν ἄλλην εὐδαιμονίαν τούτων ἀχόλουϑον εἶναι. 
co \ \ - [42 z 
60. Kai oAnv μὲν δὴ τὴν γῆν ovrw τεεφυχέναι χαὶ 
\ 52 ’ 2 9 - 3 4 
τὰ περὶ τὴν γῆν" τόπους ὃ ἐν αὐτῇ εἶναι κατὰ τὰ ἔγχοιλα 
2 -»" , \ co [4 \ \ [4 
αὐτῆς χύχλῳ περὶ ολὴν πολλούς, τοὺς μὲν βαϑυτέρους 
> ’ -" ΡΒ} & Ze - 
χαὶ ἀνατιεπιταμένους μᾶλλον ἢ ἐν ᾧ ἡμεῖς οἰχοῦμεν, τοὺς 
’ ΄ 2 , ᾿ - 
δὲ βαϑυτέρους ὄντας τὸ χάσμα αὑτοὺς ἔλαττον ἔχειν τοῦ 
> 4 r B ’ 2 © 7 - ,΄ 
ao ἡμῖν τόπου, ἔστι δ᾽ οὺς χαὶ βραχυτέρους τῷ βάϑει 
τοῦ ἐνθάδε εἶναι χαὶ τιλατυτέρους᾽ τούτους δὲ πάντας 
ς \ “« 2 > , - , - δὴ \ 
ὑπτὸ γὴν εἰς ἀλλήλους συντετρῆσϑαί ve πολλαχῇ καὶ κατὰ 
der Erdoberfläche und sagt, es be- 
finden sich auf ihr vielfache Höh- 
lungen nach Art der, in welcher 
die Völker des Mittelmeeres woh- 
nen. Diese Höhlungen seien ver- 
schieden, die eine flacher und brei- 
ter als die andere, die eine mit 
einem weiteren, die andere mit 


einem engeren Schlunde (χάσμα), 
der hineinführe Sie seien unter- 


charakterisiert die Erzählung: da 
werden die Farben einzeln auf- 
geführt, purpurn und goldfarben 
und schneeweils; da zählt er die 
Edelsteine auf, Karneol und Jaspis 
und Smaragd, und später selbst die 
einzelnen Sinne, Gesicht und Ge- 
hör und Geruch und alle die an- 
dern, ferner Sonne und Mond und 
Sterne, und wendet bei seinen Auf- 


zählungen, wie unser Märchen, das 
Polysyndeton an u. 8. w. 

Kap. 60. Die Erzählung dieses 
Kapitels hat schon Aristoteles ge- 
tadelt, weil sie unklar sei und Un- 
mögliches schildere, und in der That 
scheint das Innere der Erde nicht 
gerade deutlich geschildert zu sein. 
Zunächst spricht Sokrates noch von 


irdisch verbunden (τούτους πάντας 
ὑπὸ γὴν εἰς ἀλλήλους συντετρὴ- 
σϑαι) durch weitere und engere 
Gänge, durch welche die Wasser 
von οἰ ποὺ Höhlung in die andere 
auf unterirdischem Wege flielsen, 
und zwar werden sie hinauf und 
hinabgetrieben durch eine Schwebe 
oder Schaukel (ἀώρα), die sich in 


ΦΑΙΔΩΝ. 107 


στενότερα χαὶ εὑρύτερα (χαὶ διεξόδους ἔχειν, ἡ πολὺ μὲν 
ὕδωρ δεῖν ἐξ ἀλλήλων εἰς ἀλλήλους ὥσπερ - εἰς χρατῆρας, 
χαὶ ἀενάων ποταμῶν ἀμήχανα μεγέϑη ὑπὸ τὴν γῆν καὶ 
ϑερμῶν ὑδάτων χαὶ ψυχρῶν, πολὺ δὲ στῦρ χαὶ πυρὸς με- 
γάλους ποταμούς, πτολλοὺς δὲ ὑγροῦ ᾽τηλοῦ χαὶ χαϑαρω- 
τέρου χαὶ βορβορωδεστέρου, ὥσττερ ἐν Σιχελίᾳ οἱ πρὸ τοῦ 
ῥύαχος στηλοῦ δέοντες ποταμοὶ χαὶ αὐτὸς ὃ δύαξ' ὧν δὴ 
χαὶ ἐκείνους τοὺς τόπους πληροῦσϑαι, ὧν ἂν ἑκάστοις 
τύχῃ ἑχάστοτε N zwegLgg γιγνομένη). ταῦτα δὲ πάντα χι- 
γεῖν ἄνω χαὶ κάτω ὥσπερ αἰώραν τινὰ ἐνοῦσαν ἐν τῇ γῇ" 
ἔστι δὲ ἄρα αὕτη ἡ αἰώρα διὰ φύσιν τοιάνδε τινά" ἕν τι 
τῶν χασμάτων τῆς γῆς ἄλλως τε μέγιστον τυγχάνξι ὃν χαὶ 
δεαμιεεθὲς τενρημένον δι᾿ ὅλης τῆς γῆς, τοῦτο ὅτιερ Ὅμη- 
ρος eine, λέγων αὐτὸ 
τῆλε μάλ᾽, ἦχι βάϑιστον ὑττὸ χϑονός ἐστι βέρεϑρον" 

ὃ zal ἄλλοϑι χαὶ ἐχεῖνος χαὶ ἄλλοι σπτολλοὶ τῶν ποιητῶν 
Τάρταρον χεχλήχασιν. εἰς γὰρ τοῦτο τὸ χάσμα συρρέουσί 
TE στάντες οἱ ποταμοὶ χαὶ ἔχ τούτου στάλιν ἐχρέουσι" Yi- 
γνονται δὲ ἕχαστοι τοιοῦτοι δι᾿ οἵας ἂν χαὶ τῆς γῆς δέω- 
σιν. ἡ δ᾽ αἰτία ἐστὶ τοῦ ἐχρεῖν τε ἐντεῦϑεν χαὶ εἰσρεῖν 
γχάντα τὰ δεύματα, ὅτι πυϑμένα οὐχ ἔχει οὐδὲ βάσιν τὸ 
ὑγρὸν τοῦτο. (αἰωρεῖται δὴ χαὶ χυμαίνει ἄνω χαὶ χάτω, 
χαὶ ὅ ἀὴρ χαὶ τὸ τινεῦμα τὸ τιερὶ αὐτὸ ταὐτὸν τιοιεῖ" ξυν- 


der Erde bewege, in der Mitte einer 
Höhlung arbeitend, welche durch 
die ganze Erde gehe und der Tar- 
taros heilse. Diesen Tartaros pas- 
sieren all’ die unterirdischen Ströme, 
tauchen in ihn hinein und dringen 
aus ihm wieder hervor. In ihm 
aber wogt es auf und ab und der 
Strömung, die emporgetrieben, wie 
der, welche hinabgerissen wird, 
folgten 6 ἀὴρ καὶ τὸ πνεῦμα, der 
emporgetriebene Strom aber füllt 
Meere und Flüsse und Bäche in den 
Höhlungen der Erdoberfläche, der 
hinabgerissene läfst das Wasser in 
ihnen sinken und zurücktreten. Das 
dürfte ungefähr des Sokrates Vor- 


stellung sein. Einem der gröls- 
ten Stilisten aller Zeiten nun, wie 
Plato es doch ohne Zweifel ist, 
darf man wohl hier, wie bei der 
ersten Rede des Dialogs Phädrus, 
Absicht unterschieben, wenn seine 
Darstellung nicht klar ist. Im Phä- 
drus ist die absichtlich unklare 
Sprache das Bild unklarer Gedan- 
ken oder vielmehr der Gedanken- 
losigkeit des Lysias. Hier will 
Plato das Durcheinander im Inneren 
der Erde zeichnen, das sich nicht 
entwirren lälst, und so muls sein 
Sokrates hier und da anknüpfend 
an einen einzelnen Ausdruck sei- 
ner Phantasie die Zügel schiefsen 


108. ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ἕπεται γὰρ αὐτῷ χαὶ ὅταν εἰς τὸ Er ἐχεῖνα τῆς γῆς ὃρ- 
μήσῃ χαὶ ὅταν εἰς τὸ ἐπὶ τάδε, χαὶ ὥσσιερ τῶν ἀνατενεόν- 
των ἀεὶ ἐχτινεῖ τὲ χαὶ ἀναπνεῖ δέον τὸ τινεῦμα, οὕτω καὶ 
ἐχεῖ ξυναιωρούμενον τῷ ὑγρῷ τὸ πνεῦμα δεινούς τινας 
ἀνέμους χαὶ ἀμηχάνους, παρέχεται χαὶ εἰσιὸν καὶ ἐξιόν. 
ὅταν τε οὖν [ἰδρμῆσαν] ὑποχωρήσῃ τὸ ὕδωρ εἰς τὸν τόπον 
τὸν δὴ χάτω χαλούμεγον, τοῖς κατ᾽ ἐχεῖνα τὰ δεύματα διὰ 
τῆς γῆς εἰσρεῖ τὲ χαὶ πληροῖ αὐτὰ ὥσττερ οἱ ἐπαντλοῦν- 
τες ὅταν τε αὖ ἐχεῖϑεν μὲν ἀπολίπῃ, δεῦρο δὲ ὁρμήσῃ, 
τὰ ἐνθάδε τιληροὶ αὖϑις, τὰ δὲ πληρωϑένκα δεῖ διὰ τῶν 
ὀχετῶν χαὶ διὰ τῆς γῆς, καὶ εἰς τοὺς τόττους ἕχαστα ἀφι- 
χγούμενα, εἰς οὺς ἑχάστους δδοτιοιεῖται, ϑαλάττας TE χαὶ 
λίμνας χαὶ ποταμοὺς χαὶ χρήγας ποιεῖ᾽ ἑντεῦϑεν δὲ scakıy 
δυόμενα χατὰ τῆς γῆς, τὰ μὲν μαχροτέρους τόπους τεξριελ- 
ϑόντα χαὶ τελείους, τὰ δὲ ἐλάττους χαὶ βραχυτέρους. πά- 
λιν εἰς τὸν Τάρταρον ἐμβάλλει, τὰ μὲν πολὺ κατωτέρω ἢ 
ἐπηντλεῖτο, τὰ δὲ ὀλίγον" zcavra δὲ ὑποχάτω εἰσρεῖ τῆς 
ἐχροῆς). Καὶ ἔνια μὲν χαταντιχρὺ ἡ εἰσρεῖ ἐξέπεσεν, ἔνεα 
δὲ χατὰ τὸ αὐτὸ μέρος" ἔστι δὲ ἃ zcavrancacı χύχλῳ σπε- 
ριελθόντα, ἢ ἀπαξ ἢ xal πλεογάχις περιελιχϑέντα περὶ 
τὴν γῆν ὥσπερ οἱ ὄφεις, εἰς τὸ δυνατὸν χάτω καϑέντα 
zrahıy ἐμβάλλει. δυνατὸν δ᾽ ἐστὶν ἑχατέρωσε μέχρι τοῦ 
μέσου χαϑιέναι, πέρα δ᾽ οὔ ἄναντες γάρ πῶς ἀμφοτέ- 
ροις τοῖς δεύμασι τὸ ἑἕχατέρωϑεν γίγνεται μέρος. 

61. Te μὲν οὖν δὴ ἄλλα πολλά ve καὶ μεγάλα χαὶ 
zravrodarıa δεύματά ἐστι" τυγχάνει δ᾽ ἄρα ὄντα ἐν τού- 


lassen und eine vorher klar ausge- 
sprochene Vorstellung in das Über- 
mälsige und damit in das Unklare 
ausspinnen. Ich habe die Stellen, 
in denen er seine Phantasie, sozu- 
sagen, durchgehen lälst, angedeutet, 
indem ich sie eingeklammert habe. 
In der ersten Stelle knüpft er an 
den Ausdruck συντετρῆσϑαι πολ- 
λαχῇ an, den er mit und Worten 
χαὶ διεξόδους ἐ ἔχειν wiederholt, um 
dann das wirre Getriebe in diesen 
unterirdischen Strafsen zu schil- 


dern, in denen sich Wasser und 
Feuer und Wärme und Kälte, das 
χαϑαρὸν und das βορβὸ 
mischen. In der zweiten Stelle schil- 
dert er die Wirkungen, welche die 
Bewegungen der ἀώρα haben, 
Die Worte bg rc δὲ ἕχαστοι 


τοιοῦτοι δι᾿ οἵα in av καὶ γῆς ; ῥέω- 
σιν sind = γέγν. ἕχ “τοιοῦτοι, ole 
καὶ ἡ γῆ ἐστι, δι ἂν ῥέωσιν. 


Kap. 61. ὮΝ den vielen dev- 
ματα, die im Erdinnern strömen, 
nimmt Sokrates vier Ströme her- 


ΦΑΙΔΩΝ. 109 


= . - ΄ 3 © ax \ Y - 
τοις τοῖς ττολλοῖς τέτταρ᾽ ἄττα δεύματα, ὧν τὸ μὲν μέγε 
΄, ᾿ ΄ > 
στον χαὶ ἐξωτάτω δέον reägı χύχλῳ ὃ καλούμενος Ὥχεα- 
7, ee, , , 9 ΄ 
γός ἐστι, τούτου δὲ χκαταντιχρὺ χαὶ ἐναντίως δέων «χέρων, 
a EEE, ’ ἘΠ ὁ Ὑ \ \ \ € \ mn 
ὃς δὲ ἐρήμων τὲ Torcwv ῥεῖ ἄλλων nal δὴ χαὶ ὑπὸ γῆν 
΄ \ N > 4: 2) ’ =. 
δέων eig τὴν λίμνην ἀφιχνεῖται τὴν Aysoovoıada, οὗ ai 
-»" ,ὔ -“»“ » > - , 
τῶν τετελευτηχότων ψυχαὶ τῶν πολλῶν αφιχγνοῦνται καί 
τινας εἱμαρμένους χρόνους μείνασαι, αἱ μὲν μαχροτέρους, 
ai δὲ βραχυτέρους, πάλιν ἐχττέμστιονται εἰς τὰς τῶν ζώων 
γεγέσεις. τρίτος δὲ ττοταμὸς τούτων χατὰ μέσον ἐχβάλλει, 
χαὶ ἐγγὺς τῆς ἐχβολῆς ἔἐχτείτοτει εἰς τόπον μέγαν πυρὶ 
am wu ΄ , » ᾽ὔ ee 9 ς - 
zoll) χαιόμενον, χαὶ λίμνην worst μείζω τῆς rag ἡμῖν 
δ ἢ ᾿ u \ αὐ νοι. 5 n \ - 
ϑαλάττης, ζέουσαν ὕδατος χαὶ τηλοῦ" ἐντεῦϑεν δὲ χωρεῖ 
χύχλῳ ϑολερὸς χαὶ πηηλώδης, περιελιττόμενος δὲ [τῇ γῇ] 
ν , 2 = \ 2 ’ - > 
ἄλλοσέ τε ἀφιχνεῖται χαὶ scag ἔσχατα τῆς ““χερουσιάδος 
ὕ, > ,ὔ “ὦ 
λέμνης, οὐ ξυμμιγνύμενος τῷ υδατι᾿ περιελιχϑεὶς δὲ πολ- 
λάχκις ὑπὸ γῆς ἐμβάλλει χατωτέρω τοῦ Ταρτάρου" οὗτος 
> a ) .- N Ξ ,ὔ 
ὃ ἐστὶν ὃν ὀνομάζουσι Πυριφλεγέϑοντα, οὗ χαὶ οἱ δύα- 
> 3 > - a ΡΒ} r Er - 
χες ἀποσπάσματα ἀγαφυσῶσιν ὁπῃ ἂν τύχωσι τῆς γῆς. 
΄ 2 5 \ ΄ , , 
τούτου ὃ αὖ χαταγτιχρὺ ὃ τέταρτος Excite εἰς τόττον 
γερῶτον δεινόν τὲ χαὶ ἄγριον, ὡς λέγεται, χρῶμα δὲ ἔχοντα 
aus, sich an Homer Od. X, 508 u. f. 
anschliefsend. Der grölste, wel- 
cher der Oberfläche der Erde am 
nächsten (£?£wratw) im Kreise her- 
umfliefst, ist der Okeanos (ὁέον 
πέρι χύυκλῳ — χύχλῳ περιρρέον). 
Die diesem entgegengesetzte Strö- 
mung (Tovrovzuravrızyv καὶ ἐναν- 
τίως ῥέων) hat der Acheron, der 
erst öde Gegenden durchfliefst und 
dann sich in die Tiefe senkt (ὑπὸ 
γῆν ῥέων), bis er den Acherusischen 


See erreicht, auf dessen Inseln die 
Seelen der Abgeschiedenen woh- 


σαν ὕδατος καὶ πηλοῦ). Diesen 
See verläfst er im Strudel weiter 
flielsend (χωρεῖ χύχλῳ, περιελιτ- 
τόμενος) nr eilt bis an die Gren- 
zen (παρ᾽ ἔσχατα längs den Gren- 
zen hin) des Acherusischen Sees, 
um sich von hier in den Tartaros 
zu stürzen. Das ist der Pyriphlege- 
thon, aus dem die Lavaströme der 
Vulkane stammen. Der vierte 
Strom ist der Stygische, der Ko- 
kytos, der aus dem Styx sich 
Kraft holt, tief in die Erde dringt 
und dem Pyriphlegethon gegenüber 


nen, die nach längerer oder kürze- 
rer Zeit wieder in das Leben auf 
der Oberwelt zurückkehren. Der 
dritte Strom entspringt zwischen 
ÖOkeanos und Acheron, stürzt sich 
in einen Feuerschlund und bildet 
dort einen grofsen See, der von 
schlammigem Wasser kocht (G£ov- 


im Wirbel ebenfalls den Acherusi- 
schen See streift, um dann eben- 
falls im Strudel in den Tartaros zu 
versinken. 

Nach der biblischen Sage sind es 
auch vier Ströme, welche das Pa- 
radies bewässerten. Vergl. 1. Buch 
Mosis 2, 10 u. f, 


110 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ὅλον οἷον ὃ κυανός, ὃν δὴ ἐπονομάζουσι Στύγιον, καὶ τὴν 
λέμνην, ἣν “εοιεῖ ὃ zcorauog ἐμβάλλων, Σεύγα" ὃ δ᾽ ἐμπε- 
σὼν ἐνταῦϑα χαὶ δεινὰς δυνάμεις λαβὼν ἐν τῷ ὕδατι, δὺς 
χατὰ τῆς γῆς. σπιεριξδλιττόμενος χωρεῖ Evavriog τῷ Πυρι- 
φλεγέϑοντι χαὶ ἀτεαντᾷ ἐν τῇ ““χερουσιάδι λίμνῃ ἐξ ἐναν- 
τίας" χαὶ οὐδὲ τὸ τούτου ὕδωρ οὐδενὶ μίγνυται, ἀλλὰ καὶ 
οὗτος κύχλῳ τιεριελϑὼν ἐμβάλλει εἰς τὸν Τάρταρον ἔναν- 
τίος τῷ Πυριφλεγέϑοντι" ὄνομα δὲ τούτῳ ἐστίν, ὡς οἱ 
σεοιηταὶ λέγουσι, Κωχυτός. 

62. Τούτων δὲ οὕτω τιεφυχότων, ἐτεειδὰν ἀφίκωνται 
οἱ τετελευτηχότες εἰς τὸν τόπον ol ὃ δαίμων ἕχαστον χο- 
μέζει, πιρῶτον μὲν διεδιχάσαντο οἵ τε χαλῶς χαὶ ὁσίως 
βιώσαντες χαὶ οἱ μή. χαὶ οἱ μὲν ἂν δόξωσι μέσως βε- 
βιωχέναι, ττορευϑέντες ἐτεὶ τὸν ᾿“χέροντα, ἀναβάντες ἃ δὴ 
αὐτοῖς ὀχήματά ἐστιν, ἐπὶ τούτων ἀφιχνοῦνται εἰς τὴν λέ- 
μνην, χαὶ Exel οἰχοῦσέ τὲ χαὶ χαϑαιρόμενοι τῶν τὲ ἀδε- 
χημάτων διδόντες δίχας ἀτιολύονται, εἴ τίς τε ἡδίκηχε, τῶν 
TE εὐεργεσιῶν τιμὰς φέρονται χατὰ τὴν ἀξέαν ἕκαστος" 

ἡ δ᾽ ἂν δόξωσιν avıarwg ἔχειν διὰ τὰ μεγέϑη τῶν ἁμαρ- 
τημάσων ἢ ἱεροσυλέας γολλὰς καὶ μεγάλας ἢ φόγους ἀδέ- 
χοὺυς χαὶ scagavöuovg :τολλοὺς ἐξειργασμένοι, ἢ ἄλλα ὅσα 
τοιαῦτα τυγχάνει ὄντα, τούτους δὲ N) τεροσήχουσα μοῖρα 
ῥίσετει εἰς τὸν Τάρταρον, ὅϑεν οὔτοτε ἐχβαένουσιν. ol δ᾽ 
ἂν ἰάσιμα μέν, μεγάλα δὲ δόξωσιν ἡμαρτηκέναι ἁμαρτή- 
ματα, οἷον τιρὸς zarega ἢ μητέρα ὑτε ὀργῆς βίαιόν τι 


Kap. 62. Sokrates schildert das 
Schicksal der Seelen nach dem 
Tode. Drei Arten der Seelen schei- 
det er: οἵ καλῶς καὶ ὁσίως, οἱ 
μὴ καλῶς μηδὲ ὁσίως und οἱ μέ- 
σως βιώσαντες ἄνϑρωποι haben 
dreifach verschiedenes Geschick zu 
erwarten (οἱ μέσως βιώσαντες = 
οἱ τότε μὲν καλῶς, ἄλλοτε δὲ κα- 
χῶς βιώσαντες). Die Seelen derer, 
welche gute und schlechte Thaten 
begingen, kommen auf den Ache- 
rusischen See und erleiden dort 
Strafe und empfangen dort Lohn, 


bis sie geläutert selbstverständlich 
(weshalb Sokrates das auch nicht 
erwähnt) in einen Körper zurück- 
kehren. Die Schlechten sind ent- 


weder solche, οἵ ἀνιάτως ἔχουσι 


διὰ τὰ μεγέϑη τῶν ἁρμαρτημά- 
τῶν, für die es eine Reinigung und 
Läuterung, oder, wie Sokrates ein 
andercs Bild gebrauchend sagt, eine 
Heilung (ldodaı, ἀνεάτως) nicht 
giebt; diese werden für alle Ewig- 
keit in den Tartaros gestürzt; oder 
solche, οὗ ἐάσιμα μέν, μεγάλα δὲ 
ἡμαρτήκασιν ἁμαρτήματα; von 


ΦΑΙΔΩΝ. ” ὃ 


γεράξαντες, χαὶ μεταμέλον αὐτοῖς τὸν ἄλλον βίον βιῶσιν, 
ἢ ἀνδροφόνοι τοιούτῳ τινὶ ἄλλῳ τρότιῳ γένωνται, τούτους 
δὲ ἐμσιεσεῖν μὲν εἰς τὸν Τάρταρον ἀνάγχη, ἐμτιεσόντας δὲ 
αὐτοὺς χαὶ ἐνιαυτὸν ἐχεῖ γενομένους ἐχβάλλει τὸ χῦμα, 
τοὺς μὲν ἀνδροφόνους χατὰ τὸν Κωχυτόν, τοὺς δὲ rarga- 
λοίας χαὶ μητραλοίας χατὰ τὸν Πυριφλεγέϑοντα" ἐπειδὰν 
δὲ φερόμενοι γένωνται χατὰ τὴν λίμνην τὴν Aysgovouada, 
ἐνταῦϑα βοῶσί τε καὶ χαλοῦσιν, οἱ μὲν οὺς ἀτιέχτειναν, 
οἱ δὲ οὺς ὕβρισαν, χαλέσαντες δ᾽ ἱχετεύουσι nal δέονται 
ἐᾶσαι σφᾶς ἐχβῆναι εἰς τὴν λέμνην χαὶ δέξασϑαι, χαὶ ἐὰν 
μὲν πείσωσιν, ἐχβαίνουσί τὲ χαὶ λήγουσι τῶν καχῶν, εἶ 
δὲ μή, φέρονται αὖϑις εἰς τὸν Τάρταρον κἀκεῖϑεν zcakıy 
εἰς τοὺς ποταμούς, καὶ ταῦτα ττάσχοντες οὐ τιρότερον 
wavoyral, πρὶν av πείσωσιν obs ἠδίκησαν" αὕτη γὰρ ἡ 
δίχη ὑπὸ τῶν δικαστῶν αὐτοῖς ἐτάχϑη. Oi δὲ δὴ ἂν δό- 
Ewor διαφερόντως πρὸς τὸ ὁσίως βιῶναι, οὗτοί εἰσιν οἱ 
τῶνδε μὲν τῶν τόττων τῶν ἐν τῇ γῆ ἐλευϑερούμενοί TE καὶ 
ἀτεαλλαττόμενοι ὥστιερ δεσμωτηρίων, ἄνω δὲ εἰς τὴν κα- 
ϑαρὰν οἴχησιν ἀφιχνούμενοι nal ἐπεὶ γῆς οἰχιζόμεγοι. τού- 
των δὲ αὐτῶν οἱ φιλοσοφίᾳ ἱκανῶς χκαϑηράμενοι ἄνευ τὲ 
σωμάτων ζῶσι τὸ τταράτταν εἰς τὸν ἔπειτα χρόγον, χαὶ 
εἰς οἰχήσεις ἔτι τούτων χαλλίους ἀφιχνοῦνται, ἃς οὔτε 
ῥάδιον δηλῶσαι οὔτε ὅ χρόνος ἱκανὸς ἐν τῷ ττιαρόντι. 
ἀλλὰ τούτων δὴ ἕνεχα χρὴ ὧν διεληλύϑαμεν, ὦ Σιμμία, 
γεᾶν τιοιεῖν, ὥστε ἀρετῆς καὶ φρονήσεως ἐν τῷ βίῳ μετα- 
σχεῖν" χαλὸν γὰρ τὸ ἀϑλον καὶ ἡ &hrrig μεγάλη. 

63. To μὲν οὖν ταῦτα διισχυρίσασϑαι οὕτως ἔχειν, 


diesen kommen die einen in den 
Kokytos, die andern in den Pyri- 
phlegeihon und müssen nun, wenn 
sie die Strömung an den Acheru- 
sischen See trägt, Verzeihung de- 
rer erflehen, welche sie im Leben 
verletzt haben, ehe sie den Strom 
der Feuersglut und den des Seuf- 
zens verlassen dürfen: αὐτή γὰρ ἡ 
dien ὕπο τῶν δικαστῶν αὐτοῖς 
ἐτάχϑη. Die Seelen der Guten aber, 


οἱ av δόξωσι διαφερόντως. πρὸς 
τὸ ὁσίως βιῶναι i. e. ol av δό- 
ξωσι διαφερόντως βιῶναι πρὸς 
τὸ ὁσίως βιῶναι, kommen nicht 
in die Unterwelt, sondern erheben 
sich nach dem Tode aus den χοῖλα 
der Erdoberfläche bis auf den obe- 
ren Rand der Erde und führen hier 
körperlos ein seliges Leben. 

Kap. 63. „Ihr habt mir gläubig 
zugehört, dürft aber selbstverständ- 


112 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ὡς ἐγὼ διελήλυθα, οὐ "πρέπει γοῦν ἔχοντι ἀνδρί" ὅτι μέν- 
τοι ἢ ταῦτ᾽ ἐστὶν ἢ τοιαῦτ᾽ ἄττα περὶ τὰς ψυχὰς ἡμῶν καὶ 
τὰς οἰκήσεις, Erveizueg adavarov a % voyn φαίνεται οὖσα, 
τοῦτο χαὶ τιρέττειν ἐμοὶ δοχεῖ nal ἄξιον χενδυνεῦσαι οἷο- 
μένῳ οὕτως ἔχειν" χαλὸς γὰρ ὃ κίνδυνος" καὶ χρὴ τὰ τοι- 
αὔτα ὥσπερ Erradew ἑαυτῷ, διὸ δὴ ἔγωγε καὶ raheı μη- 
χύνω τὸν μῦϑον. ἀλλὰ τούτων δὴ ἕνεχα ϑαρρεῖν χρὴ τιερὶ 
τῇ ἑαυτοῦ ψυχῇ ἄνδρα, ὅστις ἐν τῷ βίῳ τὰς μὲν ἄλλας 
ἡδονὰς τὰς περὶ τὸ σώμα χαὶ τοὺς χόσμους εἴασε χαίρειν, 
ὡς ἀλλοτρίους τὲ ὄντας χαὶ πλέον ϑάτερον ἡγησάμενος 
ἀτιξργάζεσϑαι, τὰς δὲ περὶ τὸ μανϑάνειν ἐσπούδασέ τε 
χαὶ χοσμήσας τὴν ψυχὴν οὐχ ἀλλοτρίῳ, ἀλλὰ τῷ αὐτῆς 
χόσμῳ, σωφροσύνῃ TE χαὶ δικαιοσύνῃ καὶ ἀνδρείᾳ χαὶ ἐλευ- 
ϑερίᾳ χαὶ ἀληϑείᾳ, οὕτω περιμένει τὴν εἰς Audov -το- 
θείαν, ὡς πορευσόμενος ὅταν ἣ δἱμαρμένη χαλῇ. ὑμεῖς 
μὲν οὖν, ἔφη, ὦ Σιμμία τε χαὶ Κέβης χαὶ οἱ ἄλλοι, εἰσ- 
αὖϑις ἔν τινι χρόνῳ ἕχαστοι πορεύσεσϑε" ἐμὲ δὲ νῦν ἤδη 
χαλεῖ, φαίη ἂν ἀνὴρ τραγιχός, ἡ εἱμαρμένη, καὶ σχεδόν τί 
μοι ὥρα τραπέσϑαι πρὸς τὸ λουτρόν" δοχεῖ γὰρ δὴ βέλ- 
τιον εἶναι λουσάμενον τιιεῖν τὸ φάρμαχον χαὶ μὴ τεράγ- 
ματα ταῖς γυναιξὶ “ταρέχειν γεχρὸν λούειν. 


lich nicht annehmen, dafs ich an- 
ders als im Bilde gesprochen habe. 
Wohl aber ist es geziemend, sich, 
wenn man die Unsterblichkeit der 
Seele für erwiesen hält, von dem 
Leben derselben dahin eine Vor- 
stellung zu machen, dals man an- 
nimmt, in ihm walte Gerechtigkeit, 
und jede Seele lebe nach dem Tode 
entsprechend ihrem bisherigen Le- 
ben. (Πρέπειν ἐμοὶ δοχεῖ οἰομένῳ 
οὕτως Sue καὶ, ἄξιον κινδυνεῦ- 
σαι οἰομένῳ οὕτως ἔχειν). Im 
Hinblick auf die Gerechtigkeit des 
Jenseits und in der Überzeugung, 
dafs das Leben der Seele durch den 
Tod nicht willkürlich unterbrochen 
werde, sondern dafs sie sich kon- 
tinuierlich weiter entwickele, soll 
ein wackerer Mann auch im An- 


gesichte des Todes frohen Mutes 
sein d. i. sollt ihr es später sein 
und soll ich es jetzt sein, wo, wie 
der ‚Tragiker > ausdrückt, yes 

εἱμαρμέ okrates giebt dann 
ων ὩΣ der Ruhe, die ihn be- 
seelt, mit dem Verlangen nach dem 
Bade, das er nehmen will, um, wie 
er sich ausdrückt, den Frauen die 
Mühe zu sparen, eine Leiche zu 
waschen. In dem νεχρὸν λούειν 
liegt wohl das Charakteristische der 
Schlufsworte, — 

Zu den Worten xal πλέον ϑά- 
τερον αμενὸς ἀπ ἄζεσϑαι 
at γα να mean ἡ. m qui in 
ea fuit sententia, ut alienos illos 
esse el magis obesse quam pro- 
desse putaret. Etenim Attici seri- 
ptores per euphemismum ϑάτερον 


ΦΑΙΔΩΝ. 118 


64. Ταῦτα δὴ εἰπόντος αὐτοῦ ὃ Κρίτων, Εἶεν, ἔφη, 
ω Σώκρατες" τί δὲ τούτοις ἢ ἐμοὶ ἐπιστέλλεις ἢ περὶ τῶν 
σαίδων ἢ χερὶ ἄλλου του, ὃ τι ἄν σοι ποιοῦντες ἡμεῖς 
ἐν χάριτι μάλιστα ποιοῖμεν; Are ἀεὶ λέγω, ἔφη, ὦ Κρί- 
των, οὐδὲν καινότερον" ὅτι ὑμῶν αὐτῶν ἐπιμελούμενοι 
ὑμεῖς χαὶ ἐμοὶ χαὶ τοῖς ἐμοῖς καὶ ὑμῖν αὐτοῖς ἐν χάριτι 
ποιήσετε ἅττ᾽ ἂν ποιῆτε, av μὴ νῦν Öuokoynonte' ἐὰν 
δὲ ὑμῶν μὲν αὐτῶν ἀμελῆτε, χαὶ μὴ ϑέλητε ὥσττερ κατ᾽ 
ἴχνη κατὰ τὰ γῦν τε εἰρημένα χαὶ τὰ ἕν τῷ ἔμπροσϑεν 
χρόνῳ ζῆν, οὐδ᾽ ἐὰν πολλὰ ὅμολογήσητε ἐν τῷ παρόντι 
χαὶ σφόδρα, οὐδὲν πλέον ποιήσετε. Ταῦτα μὲν τοίνυν 
προϑυμηϑησόμεϑα, ἔφη, οὕτω ποιεῖν" ϑάπτωμεν δέ σε 
τίγα τρύπον; Ὅπως ἄν, ἔφη, βούλησϑε, ἐάνπερ γε λάβητέ 
μὲ χαὶ μὴ ἐχφύγω ὑμᾶς. γελάσας δὲ ἅμα ἡσυχῇ χαὶ πρὸς 
ἡμᾶς ἀποβλέψας εἶστεν, Οὐ πείϑω, ἔφη, ὠ ἄνδρες, Κρί- 
τωγα, ὡς ἐγώ εἶμι οὗτος ὃ Σωχράτης, ὃ νυνὶ διαλεγόμενος 


χαὶ διατάττων ἕχαστον τῶν 


solent vocare τὸ χακόν. Itaque 
τὸ ἕτερον ἀπεργάζεσθαι πλέον 
est malam rem peiorem reddere, 
malum augere. 


Kap. 64. Das Gespräch zwischen 
Sokrates und seinem praktischen 
Freunde Krito trägt hinter einem 
humoristischen Gewande eine tiefe 
Herzlichkeit. Krito fragt, was So- 
krates ihm auftrage περὶ τῶν παί- 
dv περὶ ἄλλου τοῦυ --- er hat 
mit a ἄλλο τι offenbar seine 
spätere Frage nach der Art der 
Bestattung, welche Sokrates wün- 
sche, im Sinne, das Wort will ihm 
aber nicht über die Lippen. Er 
fügt dann seiner Frage die eigent- 
lich überflüssigen Worte ὅτι ἄν — 
ποιοῖμεν hinzu, die besagen: wir 
möchten dir ja gern so recht (μά- 
Jıore) etwas zuliebe thun; die 
Worte quellen ihm offenbar aus 
tiefstem Herzen. Sokrates erwidert 
in anderer Fassung der Worte ei- 


Plato, Phädon, 


λεγομένων, ἀλλ᾽ οἴεταί- με 


gentlich. mit demselben Gedanken; 
denn seine Antwort bedeutet: Auch 
ich möchte gern euch eine rechte 
Liebe erweisen, damit dafs ich euch 
verpflichte, meinen Lehren zu fol- 
gen und brave Männer zu sein und 
zu bleiben. Krito folgt mit einer 
kurzen, männlichen Versicherung: 
ταῦτα προϑυμησόμεϑα οὕτω ποι- 
εἶν; ihm ist es nicht möglich, viel 
Worte zu machen; und fragt dann 
nach dem obigen ἄλλο τι mit wie- 
derum charakteristischer Wortstel- 
lung: ϑάπτωμεν δέ σε τίνα τρό- 
πον; „Wie ihr wünscht — ent- 
gegnet Sokrates und sucht dann 
durch einen Scherz den Freund aus 
seiner wehmütigen Stimmung zu 
reilsen, ihn und — in den folgen- 
den Worten — auch die andern 
Freunde. Diese scheinbar scher- 
zende Auseinandersetzung des So- 
krates hat ebenfalls eine tiefere 
Bedeutung: sie will den Schmerz 
seiner Schüler bannen, dem sie nach 
seinem Tode, wie er fürchtet, sich 


8 


114 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἐχεῖνον εἶναι, ὃν ὄιννεται ὀλίγον ὕστερον νεχρόν, καὶ ἐρωτᾷ 
δή, eos μὲ ϑάπτῃ. ὅτι δὲ ἐγὼ aha πολὺν λόγον zre- 
ποίημαι, ὡς, ἐπειδὰν πίω τὸ φάρμακον, οὐχέτι ὑμῖν στα- 
ραμενῶ, ἀλλ᾽ οἰχήσομαι ἀπτιὼν εἰς μαχάρων δή τινας εὑ- 
δαιμογίας, ταῦτά μοι doxa αὐτῷ ἄλλως λέγειν, “ταραμυ- 
ϑούμενος ἅμα μὲν ὑμᾶς, ἅμα δ᾽ ἐμαυτόν. ἐγγυήσασϑε 
οὖν μὲ πρὸς Κρίτωνα, ἔφη, τὴν ἐναντίαν ἐγγύην ἢ ἣν οὐ- 
τος πρὸς τοὺς δικαστὰς ἠγγυᾶτο. οὗτος μὲν γὰρ ἢ μὴν 
χπαραμενεῖν᾽" ὑμεῖς δὲ ἡ μὴν μὴ παραμενεῖν ἐγγυήσασϑε, 
ἐπειδὰν ἀποϑάνω, ἀλλὰ οἰχήσεσϑαι ἀπιόντα, ἵνα Κρίτων 
ὁᾷον φέρῃ, καὶ μὴ δρῶν μου τὸ σῶμα ἢ καιόμενον ἢ κατ- 
ορυττόμενον ἀγαναχτῇ ὑπὲρ ἐμοῦ ὡς δεινὰ πάσχοντος, 
μηδὲ λέγῃ ἐν τῇ ταφῇ, ὡς ἢ προτίϑεται Σωκράτη ἢ ἐκχ- 
φέρει ἢ κατορύττει. Eu γὰρ ἴσϑι, ἡ δ᾽ ὅς, (0) ἄριστε Kei- 
των, τὸ μὴ χαλῶς λέγειν οὐ μόνον εἰς αὐτὸ τοῦτο τελημ- 
μελές, ἀλλὰ χαὶ χαχόν τι ἐμσιοιεῖ ταῖς ψυχαῖς. ἀλλὰ ϑαρ- 
θεῖν τὲ χρὴ χαὶ ‚para τοὐμὸν σῶμα ϑάπτειν, χαὶ ϑάπτειν 
οὕτως, ὅσχίως ἄν σοι φίλον ı χαὶ μάλιστα ἡγῇ νόμιμον 
εἶναι. 

65. Ταῦτ᾽ εἰπὼν ἐχεῖνος μὲν avioraro eis οἴκημά τι 
ὡς λουσόμενος, χαὶ ὃ Κρίτων εἵπετο αὐτῷ, ἡμᾶς δ᾽ ἐχέ- 
heve περιμένειν. περιεμένομεν οὖν πρὸς ἡμᾶς αὐτοὺς δια- 
λεγόμενοι zregl τῶν εἰρημένων χαὶ ἀγασχοποῦντες, τοτὲ 
δ᾽ αὖ περὶ τῆς ξυμφορᾶς διεξιόντες, ὅση ἡμῖν γεγονυῖα 


hingeben werden; er wünscht, dafs 
sie sich seiner erinnern „sollen in 
dem Gedanken: οἴχεται ἀπιὼν εἰς 
μαχάρων δή τινὰς εὐδαιμονίας 
und an das ϑαρρεῖν χρή; sie will 
ferner warnen davor, dals sie mit 
ihm jenen häfslichen Leichenkultus 
treiben, der freilich zu allen Zeiten 
Sitte gewesen ist: dahin deuten die 
Worte: οἴεταί με ἐχεῖνον εἶναι, 
ὃν ,ὄψεται ὁλί 'ov ὕστερον νε- 
χρόν, und die Warnung vor einer 
dem Weisen fade dünkenden Lei- 
chenrede. Einen sehr schönen Ab- 
schluls aber bekommt die Rede mit 
der in dem Hinweis auf das vow«- 


wo» ausgesprochenen Achtung vor 
der Sitte. 

Kap. 65. In musterhaft künst- 
lerischer Darstellung hat Plato die 
letzte Stunde des Meisters geschil- 
dert. Ruhig wie Sokrates selbst ist 
die Form der Erzählung, der jede 
längere, kompliziertere Periode 
fehlt und die vorherrschend mit 
eincm δὲ oder einem χαὲ fortge- 
führt wird. Dabei ist die Darstel- 
lung reich an kleinen, die Reden- 
den so wahr zeichnenden Zusätzen, 
auf die ich besonders hinweisen 
möchte. So beklagen die Freunde 
in Sokrates’ Abwesenheit den ihnen 


ΦΑΙΔΏΩΝ. 115 
ein, ἀτεχνῶς ἡγούμενοι ὥσττερ πατρὸς στερηϑέντες διά- 
ξειν ὀρφανοὶ τὸν Erreıta βίον. ἐπειδὴ δὲ ἐλούσατο χαὶ 
ἠνέχϑη σταρ᾽ αὐτὸν τὰ παιδία --- δύο γὰρ αὐτῷ υἱεῖς σμι- 
χροὶ ἤσαν, εἷς δὲ μέγας --- καὶ αἱ οἰχεῖαι γυναῖχες ἀφί- 
χοντο, [ἐκείναις ἐναντίον τοῦ Κρίτωγος διαλεχϑείς τε χαὶ 
ἐπειστείλας ἅττα ἐβούλετο, τὰς μὲν γυναῖχας χαὶ τὰ παιδία 
ἀπιιέναι ἐχέλευσεν, αὐτὸς δὲ ἧχε παρ᾽ ἡμᾶς. χαὶ ἣν ἤδη 
ἐγγὺς ἡλίου δυσμῶν" χρόνον γὰρ “τολὺν διέτριιψεν ἔνδον. 
ἐλϑὼν δ᾽ ἐχαϑέζετο λελουμένος, χαὶ οὐ coll ἄττα μετὰ 
ταῦτα διελέχϑη, χαὶ ἧκεν ὃ τῶν ἕνδεχα ὑπιηρέτης χαὶ στὰς 
γαρ᾽ αὐτόν, Ὦ Σώκρατες, ἔφη, ov χαταγνώσομαι σοῦ ὅγίξρ 
ἄλλων χαταγιγνώσχω, ὅτι μοι χαλεπαίνουσι Kal χαταρῶν- 
ται, ἐτεειδὰν αὐτοῖς σπταραγγέλλω τείνειν τὸ φάρμαχον avay- 
χαζόντων τῶν ἀρχόντων. σὲ δ᾽ ἐγὼ χαὶ ἄλλως ἔγνωχα 
ἐν τούτῳ τῷ χρόνῳ γενναιότατον χαὶ τυραότατον χαὶ ἄρι- 
στον ἄνδρα ὄντα τῶν 7τὠτίοτε δεῦρο ἀφικομένων, χαὶ δὴ 
χαὶ νῦν εὖ οἶδ᾽ ὅτι οὐχ ἐμοὶ χαλεσταίνεις, γιγνώσκεις γὰρ 
τοὺς αἰτίους, ἀλλ᾽ ἐχείνοις. νῦν οὔν, οἶσϑα γὰρ ἃ ἦλϑον 
ἀγγέλλων, χαῖρέ τε καὶ πειρῶ ὡς ὅᾷστα φέρειν τὰ avay- 
χαῖα. χαὶ ἅμα δαχρύσας μεταστρεφόμενος arımeı. χαὶ ὃ 
Σωχράτης ἀναβλέψας τιρὸς αὐτόν, Καὶ σύ, ἔφη, χαῖρε, 
χαὶ ἡμεῖς ταῦτα ττοιήσομεν. χαὶ ἅμα zoög ἡμᾶς, Ὥς 
ἀστεῖος, ἔφη, ὃ ἄνϑρωττος" χαὶ τιαρὰ τιάντα μοι τὸν χρό- 


bevorstehenden Verlust, kommen 


χόντων; aus vollster Überzeugung 
sich vor, als ob sie den Vater ver- 


preist er dann den Sokrates mit 


lieren und Waisen werden sollten 
τὸν ἔπειτα βίον, wie der Zusatz 
heifst, an sich rein selbstverständ- 
liche Worte, die aber aus dem tief- 
sten Herzensgrunde entspringen. 
Ebenso tief empfunden sind die 
schlichten Worte des ὑπηρέτης τῶν 
ἕνδεχα : er beklagt sein Geschick, 
klagt, dafs die Gefangenen immer 
ihm zürnen — zel καταρῶνται 
fügt er hinzu, ein Wort, das in uns 
tiefes Bedauern gegenüber dem 
Manne mit dem unglücklichen Amte 
erweckt, wie ebenso das entschul- 
digende avayzubovrov τῶν ἀρ- 


drei Superlativen, γενναιότατον 
καὶ πραότατον zul ἄριστον ἄν- 
ὅρα, und setzt in seiner Naivität 
hinzu τῶν πώποτε δεῦρο ἀφικχο- 
μένων; gleich naiv ist der Zusatz 
ἀλλ᾽ ἐχείνοις dem Manne gegen- 
über, welchem das χαλεπαίνειν so 
fremd ist, und die so schön ein- 
fachen Worte πειρῶ ὡς ῥᾷστα φέ- 
ρειν τὰ ἀναγκαῖα. Und wie schön 
anerkennend klingen die Wor te des 
Sokrates: ὡς ἀστεῖος ὃ ἄνϑρο- 
πος, die nicht heilsen: „wie höf- 
lich ist der Mann“, sondern: „wie 
zart ist der Mann“ ; denn sie wei- 


g8* 


116 JIAATQNOZ 


γον προσῇξι χαὶ διελέγετο ἐνίοτε nal ἣν ἀνδρῶν λῴστος, 
χαὶ νῦν ὡς γενναίως με ἀποδακχρύει. ἀλλ᾽ ἄγε δή, ὠ Κρί- 
vun) πειϑώμεϑα αὐτῷ, χαὶ ἐνεγκάτω τις τὸ φάρμαχον, 
ei τέτριπται᾽ εἰ δὲ μή, τριψάτω ὃ ἄνθρωπος. χαὶ ὃ Κρί- 
τῶν, AAN οἶμαι, ἔφη, ἔγωγε, ὦ Σώχρατες, ἔτι ἥλιον εἶναι 
ἐπὶ τοῖς ὄρεσι χαὶ οὔτεω δεδυχέναι. χαὶ ἅμα ἐγὼ οἶδα καὶ 
ἄλλους πάνυ ὀψὲ πίνοντας. ἐτεειδὰν “πταραγγελϑῇ αὐτοῖς, 
δειτινήσαντάς ve χαὶ rıovrag εὖ μάλα, καὶ ξυγγενομένους 
γ᾽ ἐνίους ὧν ἂν τύχωσιν ἐπιϑυμοῦντες. ἀλλὰ μηδὲν Errei- 
γου" ἔτι γὰρ ἐγχωρεῖ. καὶ ὃ Σωχράτης, Εἰχότως γ᾽, ἔφη, 
ὦ Κρίτων, ἐχεῖνοί τε ταῦτα ττοιοῦσιν, οὺς σὺ λέγεις" οἵον- 
ται γὰρ χερδανεῖν ταῦτα ποιήσαντες" χαὶ ἔγωγε ταῦτα 
εἰχότως οὐ ποιήσω" οὐδὲν γὰρ οἶμαι χερδαίνειν ολίγον 
ὕστερον πιὼν ἄλλο γε ἢ γέλωτα ὀφλήσειν παρ᾽ ἐμαυτῷ, 
γλιχόμενος τοῦ ζῆν καὶ φειδόμενος οὐδενὸς ἔτι ἐνόντος. 
ἀλλ᾽ ἴϑι, ἔφη, πιϑοῦ χαὶ μὴ ἄλλως ποίει. 

66. Καὶ ö Κρίτων ἀχούσας ἔνευσε τῷ παιδὶ σελη- 
σίον ἑστῶτι, χαὶ ὃ σταῖς ἐξελϑὼν καὶ συχνὸν χρόνον δια- 
τρίψας ἧκεν ἄγων τὸν μέλλοντα διδόναι τὸ φάρμαχον, ἐν 
χύλιχι φέροντα τετριμμένον" ἰδὼν δὲ ὃ “ωχράτης τὸν ἂν- 
ϑρωπόον, Εἶεν, ἔφη, w βέλτιστε, σὺ γὰρ τούτων ἑπιστή- 
μων, τί χρὴ σιοιεῖν; Οὐδὲν ἄλλο, ἔφη, ἢ πιόντα τεεριιέναι, 
ἕως av σου βάρος ἐν τοῖς σχέλεσι γένηται, ἔτεειτα χατα- 
sen auf das zarte: οἶσϑα γὰρ ἃ Kap. 66. Mit einem freundlichen 
ἴλθον ἀγγέλλων zurück; und die Worte empfängt Sokrates selbst den 

orte χαὶ νῦν ὡς γενναίως μὲ Diener, welcher ihm den Giftbeche: 
ἀποδακχρύει, mit denen Sokrates bringt: ὦ βέλτιστε. Die Antwort 
das in γενναιότατον liegende Lob des Dieners kann auch einen star- 
zurückgiebt. Ebenso giebt sich in ken Mann erbangen machen , das 


jedem seiner Worte der derb-prak- unabsichtlich kalte Wort: ἕως ev 
tische Krito zu erkennen, und den σοὺ βάρος ἐν τοῖς σχέλεσι γένη- 


Sokrates selbst kennzeichnen trefl- 
lich die Worte: εἰχότως ἐχεῖνοί 
τε ταῦτα ποιοῦσιν und καὶ ἐ ἔγωγε 
ταῦτα εἰχότως οὐ ποιήσω, sowie 
die ebenso milde, wie energisch ge- 
sprochene Aufforderung ἀλλ᾽ ἴϑι, 
πιϑοῦ καὶ μὴ ἄλλως ποίει „folge 
und erhebe weiter keinen Ein- 
wand!“ 


ται und χαὶ οὕτως αὐτὸ ποιήσει 
„und so wird es von selbst wir- 
κοι“, Sokrates aber verzieht keine 
Miene, sondern fragt mit seinem 
gewöhnlichen ruhigen Blicke, der 
die Furcht nicht kennt (das heilst 
wohl ταυρηδόν), ob wie sonst beim 
Trunke eine Spende gestattet sei, 
um wieder eine Antwort zu bekom- 


De ht 


ΦΑΙΔΩΝ. β 117 


- 


χεῖσϑαι" χαὶ οὕτως αὐτὸ ποιήσει. χαὶ ἅμα ὦρεξε τὴν 
χύλικα τῷ Σωχράτει" χαὶ ὃς λαβὼν χαὶ μάλα ἵλεως, ὦ 
Ἐχέχρατες, οὐδὲν τρέσας οὐδὲ διαφϑείρας οὔτε τοῦ χρώ- 
ματος οὔτε τοῦ προσώπου, ἀλλ᾽ ὥσπερ εἰώϑει ταυρηδὸν 
ὑποβλέψας πρὸς τὸν ἄνϑρωπον, Τί λέγεις, ἔφη, περὶ 
τοῦδε τοῦ πόματος πρὸς τὸ ἀποστιεῖσαί τινι; ἔξεστιν, ἢ 
οὔ; Τοσοῦτον, ἔφη, ὦ Σώχρατες, τρίβομεν, ὅσον οἰόμεϑα 
μέτριον εἶναι τιιεῖν. Ἰανϑάνω, ἡ δ᾽ ὅς" ἀλλ᾽ εὐχεσϑαί 
γέ που τοῖς ϑεοῖς ἔξεστί τε χαὶ χρή, τὴν μετοίχησιν τὴν 
ἐνθένδε ἐχεῖσε εὐτυχῆ γεγέσϑαι" ἃ δὴ καὶ ἐγὼ εὔχομαί τε 
χαὶ γένοιτο ταύτῃ. καὶ ἅμα εἰττὼν ταῦτα ἐτεισχόμενος Kal 
μάλα εὐχερῶς καὶ εὐχόλως ἐξέσπιε. χαὶ ἡμῶν οἱ πολλοὶ 
τέως μὲν ἐπιειχῶς οἷοί τε ἦσαν χατέχειν τὸ μὴ δαχρύειν, 
ὡς δὲ εἴδομεν πίνοντά τὲ καὶ nenwrota, οὐχέτι, ἀλλ᾽ 
ἐμοῦ γε βίᾳ χαὶ αὐτοῦ ἀσταχτὶ ἐχώρει τὰ δάχρυα, ὥστε 
ἐγχαλυψάμενος ατιέχλαιον ἐμαυτόν" οὐ γὰρ δὴ ἐχεῖνόν γε, 
ἀλλὰ τὴν ἐμαυτοῦ τύχην, οἵου ἀγδρὸς ἑταίρου ἐστερημένος 
εἴην. ὁ δὲ Κρίτων ἔτι 760078909 ἐμοῦ, ἐπειδὴ οὐχ οἷός τ΄ 
ἤν χατέχειν τὰ δάχρυα, ἐξανέστη. Yrrollödweog δὲ χαὶ ἐν 
τῷ ἔμπροσθεν χρόνῳ οὐδὲν ἐταύετο δαχρύων, χαὶ δὴ χαὶ 
τότε ἀναβρυχησάμεγος χλαίων καὶ ἀγαναχτῶν οὐδένα ὅν- 
rıva οὐ χατέχλασε τῶν τταρόντων, “τλήν γε αὐτοῦ Σωχρά- 
τους. ἐκεῖνος δέ, Οἷα, ἔφη, ττοιεῖτε, ὦ ϑαυμάσιοι. ἐγὼ 
μέντοι οὐχ ἥχιστα τούτου ἕνεχα τὰς γυναῖχας ἀττέπεμιψα, 
ἵνα μὴ τοιαῦτα στλημμελοῖεν" χαὶ γὰρ ἀχήχοα, ὅτι ἐν εὑ- 
φημίᾳ χρὴ τελευτᾶν. ἀλλ᾽ ἡσυχίαν τε ἄγετε χαὶ χαρτε- 
men, welche seine Freunde eisig 
berühren mufs. Wie schön ver- 
bietet er dann diesen ihre laute 
Klage: ein πλημμελεῖν nennt er 
sie, eine Disharmonie, ruft ihnen 
ein εὐφημεῖτε zu und schliefst: 
„seid stark, falst euch!“ Auch seine 


letzten Worte sind so chakteris- 
tisch: an Krito wendet er sich 


den nun bald Genesenen, nicht ver- 
gessen. Ist das nicht auch ein 
Trostwort für seine Freunde ? 

Die Darstellung entspricht der des 
vorigen Kapitels. Plato erzählt mit 
epischer Genauigkeit: er vergifst 
nicht das @ge&e τὴν κύλικα, nicht 
das ἐπισχόμενος; er lälst den Er- 
zähler an so richtiger Stelle die 


sterbend, an den, dem er die Sorge 
um Weib und Kind übertragen hat; 
noch eine häusliche Sorge trägt er 
ihm auf: er soll das Opfer für ihn, 


Anrede (ὦ ᾿Εχέχρατες) anwenden; 
er zeigt uns in den vollen Worten 
des Phädon die Erregung desselben ; 
er charakterisiert den treuen Krito 


ον αυ 


118 ο΄ ΠΛΆΤΩΝΟΣ ΦΑΙΔΩΝ. 


- - I > , 
ρεῖτε. χαὶ ἡμεῖς ἀχούσαντες ἡσχύνθϑημέν τὲ καὶ Ert&ogouev 
-“ 4 ’ A . 
τοῦ δαχρύειν. ὃ δὲ zregueidv, ἐτεειδὴ οἱ βαρύνεσϑαι ἔφη 
\ ᾿ , Id a x > er 
τὰ σχέλη, κατεχλίϑη vrrrıog‘ ουτω γὰρ ἑχέλευεν ὁ ἀνϑρω- 
co P} 52 T ς 
og‘ χαὶ ἅμα ἐφατίτόμενος αὑτοῦ οὗτος ὃ δοὺς τὸ φάρ- 
μαχον, διαλιτιὼν χρόγον ErVEOROTUEL τοὺς πόδας χαὶ τὰ 
σχέλη, χἄσιειτα σφόδρα γιέσας αὐτοῦ τὸν πόδα ἤρετο, εἰ 
αἰσθάνοιτο" ὃ δ᾽ οὐχ ἔφη: χαὶ μετὰ τοῦτο αὖϑις τὰς 
Ἔ ar ä ς 
χγήμας" χαὶ ἐτιανιὼν οὕτως ἡμῖν αὐτοῖς ἐπιεδείχνυτο, ὅτι 
΄ ’ ’ 2. Ἂ . = ς 
ψύχοιτό τε καὶ τεήγνυτο. καὶ αὐτὸς Nrrrero χαὶ elscev ὅτι. 
ἐπειδὰν σπιρὸς τῇ καρδίᾳ γένηται αὐτῷ, τότε οἰχήσεται. 
’ 5 
ἤδη οὖν σχεδόν τι αὐτοῦ ἣν τὰ περὶ τὸ ἦτρον ψυχόμεγα, 
χαὶ ἐχχαλυψάμενος" Evererahvrto γάρ᾽ elrcev, ὃ δὴ τελευ- 
> ,ὔὕ = ’ὔ , -- “ὦ ἢ , 
ταῖον ἐφϑέγξατο, Ὦ Κρίτων, ἔφη, τῷ «Ισχλητειῷ ὀφείλομεν 
2 , Ἢ 2 2.738 , \ Δ ! > x - 
ἀλεχτρυόνα" ἀλλ ἀπόδοτε χαὶ μὴ ἀμελήσητε. Alla ταῦτα. 
r Ἂ γ WE: “: 
ἔφη, ἔσται, ὃ Κρίτων" ἀλλ᾽ ὅρα, εἴ τι ἄλλο λέγεις. ταῦτα 
ὔ, > - 2 , 2 N > > ᾿ , 
ἐρομένου αὐτοῦ οὐδὲν ἔτι ἀπεχρίνατο, ἀλλ᾽ ὀλίγον χρόνον 
4 \ , 2 , 
διαλιτὼν ἐχινήϑη TE χαὶ ὃ ἄνϑρωτιος ἐξεχάλυψεν αὑτόν. 
\ a \ 2 13 = ΒῚ \ \ - ᾿ » ᾿ 4 
χαὶ ὃς τὰ ouuara ἔστησεν" ἰδὼν δὲ ὃ Κρίτων ξυνέλαβε 
[4 \ > , 
τὸ στόμα τε χαὶ τοὺς οφϑαλμούς. 
a ς ’ I γα, -.-΄ς , mon u, 
Hode ἢ τελευτή, ὦ Ἐχέχρατες, τοῦ ἑταίρου ἡμῖν ἐγέ- 
9 ΄, = = ’ -" ’ T 7 
vero, ἀνδρός, ὡς ἡμεῖς φαῖμεν ἂν, τῶν τότε ὧν ἐτεειράϑη- 
der ΄, ΄ 
μὲν ἀρίστου χαὶ ἄλλως φρονιμωτάτου χαὶ δικαιοτάτου. 


so schön mit dem ἀλλ᾽ ὅρα el τι 
ἄλλο λέγεις, hinter dem ja doch 
der Gedanke steckt: hast du mir 
nicht irgend noch etwas aufzu- 
tragen? und er schliefst den Dialog 


mit dem Worte δικαιοτάτου d.h. 
zu den Athenern gesprochen: „ihr 
habt ihn unter dem Scheine des 
Rechts gerichtet und er ist der ge- 
rechteste Mensch gewesen !* 


Druck von J, B. Hirschfeld in Leipaig. 


PLATOS 
AUSGEWÄHLTE DIALOGE. 


ERKLÄRT 


VON 


C. SCHMELZER, 


GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN. 


VIERTER BAND. 


APOLOGIE. KRITO. 


BERLIN ni 
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. ᾿ 
1883. 


VORWORT. 


Ich wulste, dafs ich bei meiner Erklärung des Plato scharfen 
Angriffen ausgesetzt sein würde; wer von der breiten Heerstralse 
abzuweichen wagt, mufs auf Tadel immer gefalst sein. Ich erwar- 
tete, dals man mir Irrtümer, Fehler nachweisen würde, konnte 
dem aber ruhig entgegensehen; denn ich war mir bewufst, mit 
Fleifs gearbeitet zu haben, und ein fleilsiger Arbeiter wird für 
jede Zurechtweisung dankbar sein, auch wenn ihm das Bekennt- 
nis, geirrt zu haben, nicht angenehm ist. Ich habe aber nicht 
geahnt, dafs man mir mit so wenig logischer Schärfe entgegen- 
treten würde, wie es der Recensent meiner Ausgabe des Sym- 
posion im litterarischen Centralblatt gethan hat. 

Was soll es heilsen, wenn der Recensent an meine Worte, 
ich wolle bei der Erklärung des Plato die Pfade der Gelehrsam- 
keit, philologischer zumal und auch philosophischer, meiden, 
anknüpfend sagt: „Wer das erste Mal das Symposion liest, wird 
auf viele Stellen stolsen, deren Verständnis ihm nur pbilolo- 
“ gische und philosophische Gelehrsamkeit erschliefst?“ Der Re- 
censent führt ja doch selbst an, dafs ich als Gegensatz der ge- 
lehrt-philologischen und der gelehrt-philosophischen Erklärung 
die populär-ästhetische hinstelle. Eine ästhetische Erklärung 
des Plato ohne philologische oder philosophische Klarstellung 
giebt es selbstverständlich nicht, und ich will dankbar sein, wenn 
man mir nachweist, dals ıch Stellen, welche eine philologische 
oder eine philosophische Erklärung erheischen, in meinem Kom- 
mentar zu erklären unterlassen habe. Freilich habe ich so wenig 
zum Kommentar Lexikon und Grammatik ausschreiben zu müs- 
sen geglaubt, wie ich aus früheren Kommentatoren allen Ballast 
gesammelt habe; freilich habe ich keine Anmerkungen gegeben 
aus der philologischen Sammelbüchse des Recensenten, Anmer- 
kungen zu einzelnen Worten, welche man, so oft das Wort wie- 
derkehrt, zu jedem Schriftsteller wiederholen kann. 

Der Recensent fügt dann an meine Worte, dafs ich durch 
meine Erklärung propädeutisch für ein tieferes Studium der 
Platonischen Philosophie wirken möchte, die Frage: „Aber wer 
wird zu diesem Zwecke den Phädrus und das Symposion wäh- 
len ?* Hat er wirklich nicht begriffen, dafs ich meine Ansicht da- 
hin geäulsert habe, ein jeder Dialog Platos müsse, wenn man 
zu einem tieferen Studium des Philosophen reizen wolle, zu- 
nächst populär-ästhetisch erklärt werden ? Glaubt der Recensent, 

1* 


4 VORWORT. 


ich sei der Ansicht, wer Plato verstehen lernen wolle, müsse zuerst 
den Phädrus und dann das Symposion lesen? Dann ist das eine 
gewils geistreiche Annahme, an welcher ich aber schuldlos bin. 

Die nächste Bemerkung lautet: „Ob überdies bei Werken, 
wie die genannten, die schwerlich jemand populär nennen kann, 
eine populär -ästhetische Erklärung angebracht sei, unterliegt 
sehr erheblichen Zweifeln.“ Ich fürchte, hinter diesen Worten 
birgt sich der schöne Gedanke: nur populäre Werke dürfen po- 
pulär -ästhetisch erklärt werden — und bitte den Recensenten 
um Verzeihung, wenn ich ihn falsch verstanden habe. 

Mit der folgenden Bemerkung: „Wer sich der neuen Aus- 
gabe bedient, kann gewisse, vielleicht selbst erhebende Ahnungen 
und Eindrücke vom Symposion empfangen, eine klare Einsicht 
in dasselbe wird er nicht gewinnen“, kann ich zufrieden sein, 
wenn auch aus den letzten Worten hervorzugehen scheint, dals 
Rec. an einen bekannten Satz Herbarts dabei nicht gedacht hat. 

Für das Citat: οἰόμενος μὲν εἰδέναι τι, εἰδὼς δὲ ὀλέγα 
ἢ οὐδέν danke ich verbindlichst. 

Weiterhin sagt dann die Recension: „Man kann den Kom- 
mentar selbst geistreich finden.“ Ich bedaure lebhaft, dals Re- 
censent diesen Satz nicht etwas ausgeführt hat; ich hätte so gern 
erfabren, was Leute wie er für geistreich halten. 

Unter den „vielfach nicht unerheblichen Bedenken, die sich 
geltend machen lielsen“ führt Recensent eines an, das sich für 
jeden, der meinen Kommentar zu lesen versteht, von selbst er- 
ledigt. Zum Schlufs heilst es: „Auch philologische Akribie ver- 
milst man vielfach. So ist aus dem δεοεκεσμός Mantineas eine 
διοίκησις geworden“. Ich frage: „in wessen Kopfe?* “ιοί- 
χησις ist von mir in einer Bedeutung gebraucht worden, welche 
die Lexika, weil sie keine Beispiele dafür anführen können, nicht 
angeben, die aber deswegen so gewils richtig ist, wie δεοεχεῖν 
„abgesondert, vereinzelt wohnen“ heilst. Das scheint die philo- 
logische Akribie des Recensenten übersehen zu haben. 

Dem Inhalte der Kritik entspricht die Art der Unterschrift: 
M. W.hlr.b. So versteckt sich ein Kind hinter einer Glasscheibe. 

Will nun der Recensent noch einmal mit mir einen kri- 
tischen Gang machen, so bin ich gern erbötig mich ihm zu stel- 
len, mufs aber dringend bitten, dafs er mich dann nicht wieder 
mit einem Faschingsscherz angreife. Für solche Spälse werde 
ich nichts mehr übrig haben als ein Lächeln. 

Hamm im März 1883. 

Ü. Schmelzer. 


ATIOAOTIA SQKPATOYE. 


ς ἰὼ 5 Y 3 > , 
1. Ὅ τι μὲν ὑμεῖς, ὦ ἄνδρες ϑηναῖοι, τεετεόν- 
ϑατε ὑπὸ τῶν ἐμῶν κατηγόρων, οὐκ οἶδα" ἐγὼ δ᾽ οὖν 


Kap. 1. Sokrates verteidigt sich 
vor einem Gerichtshofe von 500 Ge- 
schworenen, einer Abteilung der 
jährlich in Athen durchs Los be- 
stimmten 6000 geschworenen Rich- 
ter. Der Vorsitzende des Gerichts- 
hofes war der ἄρχων βασιλεύς; 
denn es handelte sich um eine 
γραφὴ͵ ἀσεβείας. Die Anklage Jau- 
tete: Adızet Iwxgerng, οὺς μὲν ἡ 
πόλις νομίζει ϑεοὺς οὐ νομίζων, 
ἕτερα δὲ καινὰ δαιμόνια εἰσηγού- 
μενος" ἀδικεῖ δὲ zul τοὺς γέους 
διαφρϑείρων᾽ τίμημα ϑάνατος. 

Die Ankläger hiefsen Meletos, 
Anytos und Lykon. Von ersterem 
läfst Plato den Sokrates im Euthy- 
phron sagen: Οὐδ᾽ αὐτὸς πάνυ τι 
γιγνώσχω τὸν ἀἄνδρα᾽ νέος γάρ 
τίς μοι φαίνεται καὶ ἀγνώς" 
ὀνομάζουσι μέντοι αὐτόν, ὡς 
num; Μέλητον. ἔστι δὲ τῶν 

μων Πιτϑεύς, εἴ τινα vo ἔχεις 
τ ἀπίῆς Μέλητον, οἷον τετανό- 
τριχα καὶ οὐ πάνυ εὐγένειον, ἐπί- 

yovnov δέ. Anytos war unter den 
Dreifsig geflüchtet und kehrte mit 
Thrasybul zurück ; er soll unter den 
drei Klägern der einflufsreichste ge- 
wesen sein. Dafls auch Lykon ein 
πολιτευόμενος gewesen sei, deutet 
Sokrates selbst an Kap. 10: ME- 
λητός μοι ἐπέϑετο ὑπὲρ τῶν 
ποιητῶν ἀχϑόμενος, "Avvrog δὲ 
ὑπὲρ τῶν δημιουργῶν καὶ τῶν 
πολιτικῶν, Avzov δὲ ὑπὲρ τῶν 
ῥητόρων. ΟΡ übrigens Meletos 
selbst Dichter oder der Sohn eines 


Dichters gewesen sei, steht nicht 
fest. 

Wie weit die Rede der von So- 
krates wirklich gehaltenen ent- 
spricht, wird sich schwerlich dar- 
legen lassen. Dafs sie, wie Schleier- 
macher und Stallbaum annehmen, 
eine möglichst genaue Wiedergabe 
der Rede des Sokrates sei, ist wohl 
kaum anzunehmen; Plato hat ge- 
wils bei Abfassung der Apologie 
nieht blofs ein historisches Akten- 
stück für die Nachwelt retten wol- 
len. Dafs sie allzusehr von dem 
Gedankengange der von Sokrates 
gesprochenen abweiche, ist auch 
nicht denkbar: die Pietät gegen 
seinen Lehrer dürfte dem Plato 
solche Abweichungen verboten ha- 
ben. Ich möchte Steinhart beistim- 
men, wenn er sagt, Plato habe die 
wirklich gehaltene Rede nach Art 
des ‚Thucydides mit dichterischer 
Freiheit umgebildet. 

Von den Geschworenen stehen 
dem Sokrates so entgegen, dals sie 
gar nicht oder doch nur durch einen 
glücklichen Zufall, durch eine glück- 
liche Stimmung, gewonnen werden 


konnten, einmal natürlich die per- 


sönlichen Anhänger der Ankläger, 
ihre persönlichen Freunde oder die 
Mitglieder ihrer Hetärie, sodann die 
beschränkten Köpfe, die eine Er- 
scheinung wie die des Sokrates 
nicht fassen konnten, endlich alle 
diejenigen, welche den Groll über 
das Schicksal ihrer Vaterstadt in 


or 
er 


.— m τι τ 


ne m — 
nn 2 


ne en = Er EEE ge. gez ες δου: τς 
Pen > een: BP =. > 2 en τ - «νος ος- nn un 
2 δε τ can En Ei gg Ξ Ξ 
ee τὴ un men zn m. ΤᾺ et nu en αι 


EEE TEE 


. ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


χαὶ αὐτὸς ὑπ᾿ αὐτῶν ὀλίγου ἐμαυτοῦ ἐπελαϑόμην" οὕτω 
χιιϑανῶς ἔλεγον. χαί τοι ἀληϑές γε, ὡς ἔπος εἰπεῖν, 
οὐδὲν εἰρήκασι. μάλιστα δὲ αὐτῶν ἕν ἐϑαύμασα τῶν 
χεολλῶν ὧν ἐψεύσαντο, τοῦτο ἐν ᾧ ἔλεγον ὡς χρῆν ὑμᾶς 
εὐλαβεῖσθαι, μὴ ὑτε ἐμοῦ ἐξαπατηϑῆτε, ὡς δεινοῦ ὄν- 
τος λέγειν. τὸ γὰρ μὴ αἰσχυνϑῆναι, ὅτι αὐτέχα Um ἐμοῦ 
ἐξελεγχϑήσονται ἔργῳ, ἐπειδὰν μηδ᾽ διτωστιοῦν φαίνω- 
μαι δεινὸς λέγειν, τοῦτό μοι ἔδοξεν αὐτῶν ἀναισχυντό- 
τατον εἶναι, εἰ μὴ ἄρα δεινὸν καλοῦσιν οὗτοι λέγειν τὸν 
τἀληϑῆ λέγοντα" ei μὲν γὰρ τοῦτο λέγουσιν, ὁμολογοίην 
ἂν ἔγωγε οὐ κατὰ τούτους εἶναι ῥήτωρ. οὗτοι μὲν οὖν, 
ὥσττερ ἐγὼ λέγω, ἤ τι ἢ οὐδὲν ἀληϑὲς εἰρήκασιν" ὑμεῖς 


ungerechter, aber psychologisch 
leicht erklärbarer Weise auf ein- 
zelne Persönlichkeiten zu übertra- 
gen, das Unglück des Vaterlandes 
an einzelnen Personen zu rächen 
geneigt waren. Wir dürfen uns 
durch den objektiven Wert der herr- 
lichen Darlegung nicht täuschen 
lassen über die Bedeutung, welche 
sie den athenischen Geschworenen 
des Jahres 399 a. Chr. gegenüber 
hatte. Auch der banausisch oder nur 
pessimistisch empfindende Mensch 
unserer Zeit hat kein Verständnis 
für eine ideale Auffassung der 
Lebensaufgabe. 

Die ersten Worte der Verteidi- 
sung verraten den tiefen Eindruck, 
welchen die Reden der Ankläger 
gemacht hatten. Sokrates sieht, 
wie viele, von der Anklage hinge- 
rissen, gewonnen sind und sagt 
nun mit ironischer Bitterkeit: „Wie 
- es euch ergeht mit meinen Anklä- 
gern, kann ich nicht wissen: ich 
habe mich fast selbst bei ihren Re- 
den vergessen: mit so überzeugen- 
der Wärme suchten sie zu spre- 
chen“ (ἔλεγον). Die Ironie liegt in 
der vox media πάσχειν und in dem 
ἐμαυτοῦ ἐπελαϑόμην. Das 1. Ka- 
pitel bietet sodann dreierlei: ein- 
mal ein summarisches Urteil über 
die den Sokrates anklagenden Per- 


sönlichkeiten; sodann eine Erklä- 
rung der Eigenart des Angeklagten 
und endlich einen Appell an die 
Geschworenen. Das Urteil über die 
Ankläger wird mit schneidender 
Härte “eingeleitet: auf ein schein- 
bares Zugeständnis — οὕτω πιϑα- 
νῶς ἔλεγον -- folgt in knappen 
Worten, denen das ὡς ἔπος εἰπεῖν 
wie ein bedauerndes Wort einge- 
fügt ist, das niederschmetternde 
Verdikt: ἀληϑὲς οὐδὲν εἰρήχασιν. 
Diese verblüffende Wendung muls 
den Erfolg haben, dem Redner die 
Aufmerksamkeit der Geschworenen 
zu gewinnen. Mit einer ähnlichen 
Wendung leitet er das Urteil ein: 
das scheinbar lobende ἐθαύμασα 
läuft überraschend aus in das ἐψεύ- 
σαντο: „ich bewunderte* und „sie 
logen“. Das Urteil gipfelt in dem 
un αἰσχυνϑῆναε und dem ἄμαι- 
σχυντότατον und die Verachtung 
des Sokrates giebt sich darin zu 
erkennen, dals er den Namen kei- 
nes der Ankläger in den Mund 
nimmt, sondern sie nur mit οὗτοι 
bezeichnet: χαλοῦσι» οὗτοι τὸν 
ταἀληϑῆ. λέγοντα, οὐ κατὰ τού- 
τους, οὗτοι μὲν οὖν, ὥσπερ οἱ 
τούτων. Die Verachtung seiner 
Feinde begründet, rechtiertigt er 
mit dem verächtlichen Inhalt ihrer 
Reden, der Unwahrheit derselben, 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 9 


δ᾽ ἐμοῦ ἀχούσεσϑε πᾶσαν τὴν ἀλήϑειαν. οὐ μέντοι μὰ 
Al, ὦ ἄνδρες Admvaioı, κεχαλλιεπημένους ye λόγους, 
ὥστεερ οἱ τούτων, ῥδήμασέ τε καὶ ὀνόμασιν, οὐδὲ κεχο- 
σμημένους, ἀλλ᾽ ἀκούσεσϑε εἰχῇ λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦ- 
σιν ὀνόμασι" πιστεύω γὰρ δίχαια εἶναι ἃ λέγω, χαὶ μη- 
δεὶς ὑμῶν προσδοχησάτω ἄλλως" οὐδὲ γὰρ ἂν δήπου 
χερέποι, ὦ ἄνδρες, τῇδε τῇ ἡλικίᾳ ὥσπερ μειραχίῳ πλάτ- 
τοντι λόγους εἰς ὑμᾶς εἰσιέναι. χαὶ μέντοι χαὶ πάνυ, W 
» > - - ς “- [24 \ ὔ TEN 
ἄνδρες Asmvaloı, τοῦτο ὑμῶν δέδμαι χαὶ παρίεμαι" ξὰν 
διὰ τῶν αὐτῶν λόγων ἀχούητέ μου ἀπολογουμένου, ÖL’ 
wvreg εἴωϑα λέγειν χαὶ ἐν ἀγορᾷ ἐπὶ τῶν τραπεζῶν, 
[4] ς - \ > ΄ ἊΣ ΣΡ Ὰ , x ’ 
ἵνα ὑμῶν πολλοὶ ἀκηκόασι, καὶ ἄλλοϑι, unte ϑαυμαζειν 
μήτε ϑορυβεῖν τούτου ἕνεκα. ἔχει γὰρ οὑτωσί. νῦν ἐγὼ 
χερῶτον ἐπὶ δικαστήριον ἀναβέβηχα, ἔτη γεγονὼς πλείω 
ς ΄ ie - 5 , 5») - 2 ΄, η 
ἑβδομήχοντα᾽ ἀτεχνῶς οὖν ξένως ἔχω τῆς Evdade λέξεως. 
ὥσττερ οὖν ἄν, εἰ τῷ ὄντι ξένος ἐτύγχανον ὦν, ξυνεγιγνώ-- 
σχετε δήπου ἄν μοι, εἰ ἐν ἐκείνῃ τῇ φωνῇ τὲ καὶ τῷ 
τρόπῳ ἔλεγον, Ev οἷσπερ ἐτεϑράμμην, χαὶ δὴ χαὶ νῦν 
τοῦτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον, ὥς γ᾽ ἐμοὶ δοχῶ, τὸν μὲν 
τρόπον τῆς λέξεως ἐᾶν ἴσως μὲν γὰρ χείρων, ἴσως δὲ 
βελτίων ἂν εἴη" αὐτὸ δὲ τοῦτο σχοπεῖν χαὶ τούτῳ τὸν 
γοῦν προσέχειν, εἰ δίχαια λέγω ἢ μή" δικαστοῦ μὲν γὰρ 
2 ΄ \ ’ 
αὕτη ἀρετή, δήτορος δὲ τἀληϑῆ λέγειν. 
und mit der verächtlichen Form vor dem Gerichte, da er mehr als 
derselben: κεχαλλιεπημένους λὸς 70 Jahre alt zum erstenmale vor 
yovs ῥήμασί τε zal ὀνόμασιν, ihm erscheint, Worte, die wieder 
welcher er, zur Entschuldigung sei- auf seine jugendlichen Ankläger ge- 


ner Eigenart übergehend, die εἰκῆ münzt, packen mufsten. Von den 
΄ = - > ΄ . - 
λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦσιν 0v0- Richtern erbittet er zuerst das 


μασι entgegenhält, das was für 
sein Alter ein πρέπον sei gegen- 
über der jugendlichen Spielerei, der 
Künstelei jener (ὥσπερ usı γακίῳ 
πλάττοντι λόγους). Seine Eigen- 
art ist aber nicht allein ein πρέ- 
πον, sondern sie ist für ihn be- 
rechtigt, wie die Ausdrucksweise 
eines Fremden, der Dialekt eines 
Ausländers (τρόπος und φωνή); 
denn er ist in der That ein ξένος 


μὴ ϑορυβεῖν, die immer wieder- 
kehrende Forderung auch des De- 
mosthenes, die dem Thucydides 
noch nicht geläufig ist, und ver- 
langt dann von ihnen als ein 
Recht, τοῦτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον, 
ihm seine Sprechweise zu gestatten 
und nur im Auge zu haben, εἰ δί- 
zu λέγω ἢ un. Die kraftvolle, 
männlich stolze Einleitung der Rede 
schliefst dann nach Art’ des Thu- 


10° ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


2. Πρῶτον μὲν οὖν δίκαιός εἶμι ἀττολογήσασϑαι, 
w ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, πρὸς τὰ πρῶτά μου ψευδῆ κατη- 
γορημένα καὶ τοὺς τιρώτους κατηγόρους, ἔπειτα δὲ πρὸς 


cydides, dem auch hierin Demo- 
sthenes folgt, mit einer unanfecht- 
baren Sentenz: δικαστοῦ μὲν γὰρ 
αὕτη ἀρετή, δήτορος δὲ τἀληϑῆ 
λέγειν. 

Die Schwäche des Proömiums 
liegt in dem Versuche, die War- 
nung der Ankläger vor der dswo- 
τῆς des Sokrates zurückzuweisen; 
denn das Proömium selbst zeigt den 
δεινότατος λέγειν. Freilich ist die 
Satzbildung ganz ungesucht und die 
Wortstellung ganz "einfach natür- 
lich. Man vergleiche aber diese 
Form mit der einer Rede des De- 
mosthenes; dort findet man die- 
selbe einfache Natürlichkeit: Red- 
ner wie Thucydides und Demosthe- 
nes, und denen ist Plato ebenbürtig 
zur Seite zu stellen, lachen der 
Kunst der Schule. Die Einfachheit 
der Form macht den kunstvollen 

Angriff auf die ψυχαὶ der Zuhörer 
nur wirksamer. Die schulgemälse 
Kunstform erweckt ein Gefallen an 
der Kunstleistung, ein Behagen; der 
gewaltige Redner wünscht das 
nicht, er will vielmehr seine Zu- 
hörer leidenschaftlich erregen, fort- 
reilsen mit sich und zu sich hin- 
über. Das Ziel, welches sich unser 
Proömium gesteckt hat, ist, die 
Richter an ihre Pflicht zu erinnern. 
Der Redner geht nun so vor, dals 
er zunächst mit dem ersten Satze 
den Eindruck, den die Anklage ge- 
macht hat, scheinbar anerkennt. Er 
wirkt sodann mit dem xairoı ἀλη- 
ϑὲς οὐδὲν εἰρήχασιν überraschend, 
die beste Art, die Aufmerksamkeit 
zu gewinnen. Beschämend wirkt 
er durch die Charakterisierung der 
Ankläger: wie konnte man sich von 
unverschämten Lügnern und ju- 
gendlichen Schwätzern so hinreilsen 
lassen! Er weckt dann zunächst das 
Billigkeitsgefühl, wenn er hinweist 


auf seine Jahre und das Recht eines 
ξένος vor Gericht fordert, und dann 
erst wendet er sich an das Pflicht- 
gefühl, seinen Appell an dasselbe 
schliefsend mit der Form eines un- 
abweisbaren Gebotes: δικαστοῦ 
γὰρ αὕτη ἀρετή x. τ. ἑ. 

Ἢ τι ἢ οὐδὲν λέγειν heilst „we- 
nig oder nichts vorbringen“. Der 
Deutsche drückt sich in der Um- 
gangssprache ebenso aus: „sie sagen 
was (etwas) und nichts“. 

Kap. 2. Die Aufgabe des ersten 
Teiles der Verteidigung ist es, der 
Anklage die historische Grundlage 
zu entziehen. Der Redner thut dies 
mit drastischer Lebendigkeit, wenn 
er seinen jetzigen Anklägern ge- 
genüber frühere Ankläger fingiert. 
Rein logisch ausgedrückt hätte der 
erste Satz der Verteidigung gelau- 
tet: Meine drei Ankläger stützen 
sich, natürlich ohne das zu ver- 
raten, zuerst auf die Meinung, wel- 
che die grofse Menge von mir hat. 
Sie rechnen weniger auf das Durch- 
schlagende, Überzeugende ihrer 
Gründe, als auf die Stimmung der 
Geschworenen, die in ihrer Mehr- 
heit gegen den Angeklagten einge- 
nommen sind. Von diesem dürren 
logischen Felde spielt Sokrates 
durch die Personifikation der An- 
klage, der ihm gemachten Vorwürle 
die Frage hinüber auf das lebens- 
frischere psychologische Gebiet. Die 
Anklage, abstrakt hingestellt, hätte 
nur mit logischen Gründen sich an 
die Denkkraft der Geschworenen 
wenden können; dadurch aber dafs 
statt der Anklage Ankläger gesetzt 
werden, läfst sich auch an das Herz 
des Richters appellieren. Durch die 
Personifizierung wird das unge- 
rechte Urteil als unbillige That em- 
pfunden, Es ist zur Empfindung 
geredet, wenn Sokrates diese seine 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. ΣῈ 


τὰ ὕστερα χαὶ τοὺς ὑστέρους. ἐμοῦ γὰρ πολλοὶ κατή- 
γοροι γεγόνασι πρὸς ὑμᾶς zal ττάλαι ττολλὰ ἤδη ἔτη καὶ 
οὐδὲν ἀληϑὲς λέγοντες, οὺς ἐγὼ μᾶλλον φοβοῦμαι ἢ τοὺς 
ἀμφὶ Ἄνυτον, χαίπτερ ὄντας χαὶ τούτους δεινούς" ἀλλ᾽ 
ἐχεῖνοι δεινότεροι, ὦ ἄνδρες, οἱ ὑμῶν τοὺς πολλοὺς ἐχ 
παίδων παραλαμβάνοντες ἔπειϑόν τε καὶ χατηγόρουν 
ἐμοῦ οὐδὲν ἀληϑές, ὡς ἔστι τις Σωχράτης, σοφὸς ἀνήρ, 
τά TE μετέωρα φροντιστὴς καὶ τὰ ὑττὸ γῆς ἅπαντα ἄνε- 
ζητηκὼς καὶ τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιῶν. οὗτοι, ὦ 
ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, οἱ ταύτην τὴν φήμην χατασχεδάσαν- 
τες, οἱ δεινοί εἰσί μου κατήγοροι" οἱ γὰρ ἀχούοντες ἡγοῦν- 
ται τοὺς ταῦτα ζητοῦντας οὐδὲ ϑεοὺς νομίζειν. ἔπειτα 
εἶσιν οὗτοι οἱ κατήγοροι στολλοὶ καὶ πολὺν χρόνον ἤδη 
χατηγορηχότες, ἔτι δὲ χαὶ ἐν ταύτῃ τῇ ἡλικίᾳ λέγοντες 
πρὸς ὑμᾶς, ἐν ἡ ἂν μάλιστα ἐπιστεύσατε, παῖδες ὄντες, 
ἔνιοι δ᾽ ὑμῶν χαὶ μειράκια, ἀτεχνῶς ἐρήμην χατηγοροῦν- 


Ankläger πολλοί nennt, wenn er 
sagt, dafs sie lange Jahre schon 
gegen ihn agitieren, wenn er ihnen 
dem Anytos gegenüber die stärkere 
δεινότης zuspricht und dies damit 
begründet, dafs er behauptet, sie 
hätten die grofse Menge gewonnen 
zu einer Zeit, wo die Menschen 
allen Einflüsterungen leicht zugäng- 
lich sind — τοὺς πολλοὺς 2x παί- 
dv παραλαμβάνοντες ---: „nein, 
jene sind schlimmer, ihr Männer, 
welche die meisten von euch in 
euren Knabenjahren bei Seite nah- 
men (παραλαμβάνοντες) und da 
auf euch einzureden suchten und 
mich zu verklagen.“ Das 2x παί- 
ὅων παραλαμβάνοντες darf man 
nicht vergessen, wenn man die For- 
mulierung der Anklage würdigen 
will. Sie beginnt, wie ein Ammen- 
märchen, und endet auch so: „Da 
lebt einer, Sokrates heilst er, ein 
weiser Mann, macht sich über den 
Himmel Sorge und sucht, was die 
Erde birgt, alles zu erforschen, und 
der schwächeren Sache kann er zum 
Siege verhelfen“. Die Naivität die- 


ser Anklage liegt in der erzählen- 
den Form, welcher das „weil“ der 
ernsten Anklage fehlt, in den über- 
treibenden Worten φροντιστής und 
ἅπαντα und in der äufseren Gleich- 
stellung des Gedankens der letzten 
Worte τὸν ἥττω λόγον χρείττω 
ποιῶν mit dem Gedanken der vor- 
hergehenden Worte, in dem χαί, 
das den letzten Gedanken dem ihm 
nicht homogenen ersten anschlielst. 
Die Hinterlist dieser Anklageformel 
aber kennzeichnet sich eben durch 
das verschwiegene ἀδικεῖ. Einen 
überraschenden Eindruck macht 
nach dieser halb spaflshaften, ironi- 
schen Klageformel der schnelle 
Übergang zum tiefen Ernst, wie er 
aus den Worten οἱ γὰρ ἀκούοντες 
— οὐδὲ ϑεοὺς νομίζειν spricht. Sie 
enthalten den eigentlichen Kern der 
Klage der πρῶτοι κατήγοροι. Die 
Schwierigkeit, diesem Kern beizu- 
kommen, legt die zweite Hälfte des 
Kapitels dar. „Die Leute, die mich 
vor euch anklagten, hatten eine 
leichte Aufgabe; denn sie fanden 
keinen Gegner — ἐρήμην se. δίκην 


12 ΠΛΆΤΩΝΟΣ ᾿ 


> , I [4 au \ U 3 ΄ 
τὲς ἀπολογουμένου οὐδενός. ὃ δὲ πάντων ἀλογώτατον, 
ὅτι οὐδὲ τὰ ὀνόματα οἷόν τε αὐτῶν εἰδέναι χαὶ εἰτεεῖν, 
’ G a , 
σελὴν εἴ τις κωμῳδιοποιὸς τυγχάνει ὦν" ὅσοι δὲ φϑόνῳ 
χαὶ διαβολῇ χρώμενοι ὑμᾶς ἀνέπτειϑον, οἱ δὲ καὶ αὐτοὶ 
χιεπεισμένοι ἄλλους πείϑοντες, οὗτοι στάντες ἀττορώτατοί 
> 5 φν \ > 7 EM Ἄν δ \ 3. ἂν 2 
eioıw' οὐδὲ γὰρ ἀναβιβάσασϑαι οἷόν T ἐστὶν αὑτῶν Ev- 
- NER 38» 2 ϑ΄-: ET, 2 > «“ 
ταυϑοῖ οὐδ᾽ ἐλέγξαι οὐδένα, ἀλλ᾽ ἀναάγχη ἀτεχνῶς ὥσπερ 
σχιαμαχεῖν ἀπολογούμενόν TE καὶ ἐλέγχειν μηδενὸς ἄστο- 
κρινομένου. ἀξιώσατε οὖν χαὶ ὑμεῖς, ὥσπερ ἐγὼ λέγω, 
διττούς μου τοὺς κατηγόρους γεγονέναι, ἑτέρους μὲν τοὺς 
΄ ,ὕ x ‚nn. a x 
ἄρτι κατηγορήσαντας, ἑτέρους δὲ τοὺς πάλαι, οὖς ἐγὼ 
΄ [4 - αὐ ᾿ν 2 
᾿λέγω, καὶ οἰήϑητε δεῖν πρὸς ἐκείνους πρῶτόν μὲ ἀπο- 
λογήσασϑαι" χαὶ γὰρ ὑμεῖς ἐκείνων πρότερον ἠχούσατε 
κατηγορούντων, χαὶ πολὺ μᾶλλον ἢ τῶνδε τῶν ὕστερον. 
εἶεν" ἀτιολογητέον dr, ὦ ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι, καὶ ἐτειχειρη- 
τέον ὑμῶν ἐξελέσϑαι τὴν διαβολήν, ἣν ὑμεῖς ἐν πολλῷ 
χρόνῳ ἔσχετε, ταύτην ἐν οὕτως ὀλίγῳ χρίνῳ. βουλοίμην 


κατηγοροῦντες 1. €. ἀπολογουμέ- 
vov οὐδενός. In der Kinderstube 
und in der Schule impfte man euch 
den Hafs gegen Gottesleugner ein 
und identifizierte mich ungerechter 
Weise mit diesen. Ich soll mich 
jetzt verteidigen und stehe vor der 
thörichten (ἀλογώτατον) Sachlage, 
dafs ich nicht einmal den Namen 
eines Anklägers nennen kann, höch- 
stens einen Namen wie den des 
Aristophanes oder anderer Lust- 
spieldichter, die mit mirihren Scherz 
getrieben haben“. Das ist gewils 
der Sinn der Worte πλὴν εἴ τις 
χκωμφῳδιοποιὸς τυγχάνει ὦν. Es 
beweist das der Gegensatz zu dem 
κωμῳδιοποιός; die Männer, ὅσοι 
φϑόνῳ καὶ διαβολῇ χρώμενοι 
ὑμᾶς ἀνέπειϑον. Den Aristopha- 
nes wegen der Art, wie er (gleich 
andern Lustspieldichtern seiner Zeit) 
den Sokrates in den „Wolken“ mit- 
nahm, zu tadeln ist philisterhaft. 
Dafs der Lustspieldichter und So- 
krates nicht blofs gute Freunde wa- 
ren, sondern manchen verwandten 


Zug gehabt haben, beweist zur Ge- 
nüge Platos Symposion. Hier 
spricht Plato selbst den Dichter von 
jedem φϑόνος und jeder διαβολή 
frei und lehrt uns damit, dals es 
in Athen erlaubt war, in tollster 
Laune selbst den originellen Freund 
auf die. Bühne zu bringen und 
öffentlich zum besten zu haben. 
Und der originelle Freund verstand 
das nicht falsch, wie die sehr tref- 
fende Anekdote zeigt, die den So- 
krates im Zuschauerraum sein köst- 
liches Ebenbild auf der Bühne be- 
klatschen läfst. Wenn irgendein 
Athener, so würde gewils Plato an 
dieser Stelle den Dichter getadelt 
haben; statt dessen weist er ge- 
radezu jeden Vorwurf zurück. 
Sokrates schliefst die Darlegung 
von der Schwierigkeit seiner Auf- 
gabe sehr gut mit einer Wendung 
zum Ethischen, berechnet, wie mir 
scheint, vornehmlich auf diejenigen 
seiner Zuhörer, die sein Wesen ver- 
standen und eine Apologie nicht 
nötig hatten: βουλοίμην μὲν οὖν 


AHOAOTIA ZQKPATOTZ. 13 


μὲν οὖν ἂν τοῦτο οὕτω γενέσϑαι, εἴ τι ἄμεινον καὶ ὑμῖν 
χαὶ ἐμοί, καὶ πλέον Ti με ποιῆσαι ἀπολογούμενον" οἶμαι 
δὲ αὐτὸ χαλεττὸν εἶναι, καὶ οὐ πάνυ us λανϑάνει οἷόν 
ἐστιν. ὅμως τοῦτο μὲν ἴτω ὅπῃ τῷ ϑεῷ φίλον, τῷ δὲ 
γόμῳ πειστέον χαὶ ἀπολογητέον. 

If Avakaßayıev ovv ἐξ ἀρχῆς, τίς ἡ κατηγορία 
ἐστίν, ἐξ ἧς ἡ ἐμὴ διαβολὴ γέγονεν, N δὴ καὶ πιστεύων 
Melmrog μὲ ἐγράψατο τὴν γραφὴν ταύτην. εἶεν" τί δὴ 
λέγοντες διέβαλλον οἱ διαβάλλοντες; ὥσπερ οὖν κατηγό- 
ρων τὴν ἀντωμοσίαν δεῖ ἀναγνῶναι αὐτῶν: Σωχράτης 
ἀδικεῖ καὶ περιεργάζεται ζητῶν τά τε ὑπὸ γῆς καὶ τὰ 
ἐπουράνια, καὶ τὸν ἥττω λόγον κρείττω ποιῶν, καὶ ἄλ- 
λους ταὐτὰ ταῦτα διδάσχων. τοιαύτη τίς ἐστι ταῦτα γὰρ 
ἑωρᾶτε καὶ αὐτοὶ ἐν τῇ Αριστοφάνους κωμῳδίᾳ, Σω- 
χράτη τινὰ ἐχεῖ περιφερόμενον, φάσχοντά τε ἀεροβατεῖν 


— ἀπολογούμενον und τοῦτο ἴτω 
ὅπῃ τῷ ϑεῷ φίλον, τῷ δὲ γόμῳ 
πειστέον καὶ ἀπολογητέον. 

Kap. 3. Sokrates giebt den Vor- 
würfen, welche ihm die grolse 
Menge macht, die zweite Anklage- 
form, die Form, unter welcher ei- 
gentlich seine Ankläger hätten vor- 
gehen müssen, wenn sie sich einzig 
auf das Gerede über ihn hätten 
stützen wollen. Wie im vorigen 
Kapitel (ovg ἐγὼ μᾶλλον φοβοῦ- 
μαι 7 τοὺς ἀμφὶ ᾿Ανυτον), behält 
er dabei immer seine jetzigen An- 
kläger im Auge, wirft hier dem 
Meletos geschickt in einem Neben- 
satze, wie in einer beiläufigen Be- 
merkung, Unehrlichkeit, das zuı- 
στεύειν τῇ διαβολῇ vor. Die An- 
klageformel steht der offiziellen 
Formulierung der Anklage des Me- 
letos eigentümlich gegenüber; sie 
ist ungleich milder als diese, und 
ein τίμημα ϑάνατος würde als 
Schlufs lächerlich klingen. Das «dı- 
zei der Anklage des Meletos ist hier 
erklärt durch das zul περιεργάζε- 
ται „und zwar treibt er unnütze 
Dinge“; von einer ἀσέβεια, wie sie 
das οὖς N πόλις νομίζει ϑεοὺς οὐ 


νομίζων, ἕτερα δὲ καινὰ ϑαιμό- 
για εἰσηγούμενος so Scharf betont, 
ist hier keine Rede; ein διαφϑεί- 
0819 τοὺς νέους wird schwach an- 
gedeutet. Die ἀντωμοσία des Me- 
letos und seiner Genossen stützt 
sich, wie der Redner sagt, auf diese, 
fast "unschuldige διαβολή ἃ. h. sie 
zieht aus ihr ganz und gar unbe- 
rechtigte Folgerungen, aus dem 57- 
τεῖν τά τε ὑπὸ τῆς γῆς καὶ τὰ 
ὑπουράνια, und dem τὸν ἥττω 
λόγον χρείττω ποιεῖν die Folge- 
rung der Gottesleugnung und aus 
dem διδάσχειν ταῦτα die des staats- 
gefährlichen Einflusses auf die Ju- 
gend. Während also die eigentliche 
διαβολή den Sokrates nur zu einem 
περιεργαζόμενος oder περιφερό- 
μενος, zu einem Tagedieb und Her- 
umtreiber macht, versteigen sich 
Meletos und Genossen bis zum Got- 
tesleugner und Jugendverderber. 
Und doch sind es nichts als pAve- 
ol«ı, die man mir vorwirft, fährt 
den Redner fort, Narrenspossen, 
wie mein Freund "Aristophanes sie 
richtig gezeichnet hat, wenn er 
mich sagen läfst: degoßaro „ich 
wandele auf Wolken®. Mit bitte- 


B 
Ἢ 
Mn 
Ü 
4 


14 ᾿ HAATQNOE 


χαὶ ἄλλην πολλὴν φλυαρίαν φλυαροῦντα, , ὧν ἐγὼ οὐδὲν 
οὔτε μέγα οὔτε σμικρὸν πέρι ἐπιαΐω. καὶ οὐχ ὡς ἀτιμά- 
ζων λέγω τὴν τοιαύτην ἐπιστήμην, εἴ τις τεερὶ τῶν τοιού- 
των σοφός ἐστι μή wg ἐγὼ ὑπὸ Μελήτου τοσαύτας 
δίκας φύγοιμι" ἀλλὰ γὰρ ἐμοὶ τούτων, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑη- 
γαῖοι, οὐδὲν μέτεστι. μάρτυρας δ᾽ αὐτοὺς ὑμῶν τοὺς 
πολλοὺς παρέχομαι, καὶ ἀξιῶ ὑμᾶς ἀλλήλους διδάσκειν 
re χαὶ φράζειν, ὅσοι ἐμοῦ πώποτε ἀκηκόατε διαλεγομέ- 
γου" πολλοὶ δὲ ὑμῶν οἱ τοιοῦτοί εἶσι" φράζετε οὖν ἀλλή- 
λοις, εἰ πώποτε ἢ σμικρὸν ἢ μέγα ἤχουσέ τις ὑμῶν ἐμοῦ 
χερὶ τῶν τοιούτων διαλεγομένου" καὶ ἐκ τούτου γνώσεσϑε 
ὅτι τοιαῦτ᾽ ἐστὶ χαὶ τἄλλα περὶ ἐμοῦ ἃ οἱ πολλοὶ λέ- 
γουσιν. 

4, ᾿Αλλὰ γὰρ οὔτε τούτων οὐδέν ἐστιν, οὐδέ γ᾽ εἴ 
τινος ἀχηχόατε ὡς ἐγὼ πταιδεύειν ἐπιχειρῶ ἀνθρώπους 
χαὶ χρήματα πράττομαι, οὐδὲ τοῦτο ἀληϑές. ἐπεὶ χαὶ 
τοῦτό γέ μοι δοχεῖ χαλὸν εἶναι, εἴ τις οἷός τ᾽ εἴη παι- 
δεύειν ἀνθρώπους ὥσπερ Γοργίας τε ὃ Asovrivog xei 
Πρόδικος ὃ Κεῖος χαὶ Ἱτιτείας ὃ Ἠλεῖος. τούτων γὰρ ἕχα- 


rem Hohn erklärt er dann: Freilich Kap. 4. Der Gedanke ist: die 
muls es eine schöne Wissenschaft Kunst, die Jugend zu belehren und 


sein, dies Luftwandeln: möchte nur 
Meletos nicht auf diese φλυαρία 
eine so gewaltige Anklage auf- 
bauen (an τοσαύτας δίκας φύ- 
yoıwı)! denn ich verstehe ja leider 
von der Kunst nichts! Diesem Hohn 
folgt dann eine captatio des Billig- 
keitsgefühls, der Ehrlichkeit der 
Geschworenen: „eurer sind so viele, 
die mich kennen, so viele, die mich 
oft haben reden hören: hat jemals 
einer gehört, dafs ich von τὰ ὑπὸ 
γῆς oder τὰ ὑπουράνια gesprochen, 
dafs ich mich gerühmt, mit meiner 
Dialektik der schwächeren Sache 
zum Siege verhelfen zu können 
oder gar imstande zu sein, andere 
dies zu lehren? Ist das aber nicht 
der Fall, dann gebraucht euren Ver- 
stand bei der Beurteilung alles an- 
dern, was man von mir redet. 


damit Geld zu verdienen, ist, wenn 
sie nicht mit Schwindelei verknüpft 
ist, gar nicht zu tadeln; ich aber 
habe mich nie darin versucht, son- 
dern mich trifft hier in ganz un- 
gerechtfertigter Weise ein Vorwurf, 
den man anderen Männern machen 
muls. Diese andern freilich, ein 
Gorgias und Prodikos und Hippias 
haben ihr Geschäft hier in toller 
Weise betrieben: gegen sie ist aber 
ein Ankläger nicht aufgetreten. Die- 
ser letzte Gedanke, welcher ein 
Vorwurf gegen die Ankläger des 
Sokrates ist, wird lustig ein- und 
lustig durchgeführt. Er führt ihn 
scherzend ein „damit dals er das 
οἷός τε aus εἴ τις οἷός τε εἶν 

man beachte den Optativ — mit dem 
Indikativ zu dem folgenden ἔχα- 
orog wiederholt und dadurch, dals 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 15 


στος, ὦ ἄνδρες, οἷός τ᾽ ἐστὶν ἰὼν εἰς ἑκάστην τῶν πό- 
λεων τοὺς νέους, οἷς ἔξεστι τῶν ἑαυτῶν τιολιτῶν προῖχα 
ξυγεῖναι ᾧ ἂν βούλωνται, τούτους rei --- ϑουσι τὰς ἐχεί- 
γων ξυνουσίας ἀπολιτεόντας σφίσι ξυνεῖναι χρήματα δι- 
δόντας χαὶ χάριν περοσειδέναι. ἐπεὶ χαὶ ἄλλος ἀνήρ ἔστι 
Πάριος ἐνθάδε σοφός, ὃν ἐγὼ ἠσθόμην ἐπιδημοῦντα" 
ἔτυχον γὰρ προσελϑὼν ἀνδρὶ ὃς τετέλεχε χρήματα σο- 
φισταῖς πλείω ἢ Euuravreg οἱ ἄλλοι, Καλλίᾳ τῷ Ἱππο- 
νέχου" τοῦτον οὖν ἀνηρόμην — ἐστὸν γὰρ αὐτῷ δύο υἱέε 
- ὦ Καλλία, ἣν δ᾽ ἐγώ, εἰ μέν σου τὼ υἱέε πώλω ἢ 
μόσχω ἐγενέσϑην, εἴχομεν ἂν αὐτοῖν ἐπιιστάτην λαβεῖν 
χαὶ μισϑώσασϑαι, ὃς ἔμελλεν αὐτὰ χαλώ Te χἀγαϑὼ 
ποιήσειν τὴν τιροσήχουσαν ἀρετήν" ἦν δ᾽ ἂν οὗτος ἢ 
τῶν ἱχετειχῶν τις ἢ τῶν γεωργιχῶν" νῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἂν- 
Fousw ἐστόν, τίνα αὐτοῖν ἐν νῷ ἔχεις ἐπιστάτην λα- 
βεῖν; τίς τῆς τοιαύτης ἀρετῆς, τῆς ἀνθρωπίνης τε καὶ 


er mit dem πείϑουσι spielt. Der 
Zuhörer erwartet nach ᾧ ἂν βού- 
λωνται die Worte: τούτους παι- 
ὁδεύων χρήματα πράττεσϑαι; So- 
krates beginnt auch: τούτους πει--- 
(im Klange = παι), macht dann 
aber eine kleine Pause, wie ich sie 
durch die Trennung der Silben in 
scel — ϑουσι anzudeuten versucht 
habe, und giebt nun statt des σπαι- 
δεύειν das schnöde πείϑειν mit 
seinem Objekt ξυνεῖναι, das ehren- 
werte παιδεύειν geradezu um- 
gehend und mit dem χάριν προ- 
σειδέναι seinen Ausspruch satirisch 
abschliefsend. Er führt den Gedan- 
ken mit gröfster Komik durch in 
dem Beispiel, das er giebt, in der 
Erzählung von Kallias. Ein ver- 
steckter Vorwurf gegen Anytos und 
(Genossen liegt in der Nennung ge- 
rade dieses Namens. Kallias war 
der vornehmste Beschützer der 
Hauptvertreter der Sophistik. Bei 
ihm kehrten, wie wir aus Platos 
Protagoras erfahren, diese Männer 
ein, fanden bei ihm gastliche Auf- 
nahme und Gesinnungsgenossen, 


Dafür plünderten sie, wie es heilst, 
den reichen Mäcen so aus, dafs er 
als armer Mann gestorben ist. 
Wollte man also der Sophistik bei- 
kommen, so hätte man vielmehr 
einen Kallias als einen Sokrates an- 
greifen müssen. Die Komik liegt 
einmal in der Derbheit der Frage, 
welche er dem Patron der Sophi- 
sten vorgelegt haben will: ὦ Ka)- 
Ha, εἰ μέν σου τὼ ὑιέε πώλω ἢ 
μόσχω ἐγενέσϑην x. τ. &., in dieser 
höchst spafshaften Annahme, die ja, 
auf Kallias gemünzt, auch lauten 
könnte: wenn du ein Rofs oder 
ein Ochse wärest —; sie liegt ferner 
in den Worten νῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἀν- 
ϑρώπω ἐστόν, welche nach dem 
ersten Teile der Frage, dem εἰ μέν 
σου τὼ ὑιέε x. τ. &. wie ein ÄAus- 
druck des Bedauerns klingen: „jetzt 
aber, da sie — leider — Menschen 
sind u. s. w.; sie liegt ferner in 
der satirischen Frage τίς τῆς ἀρε- 
τῆς τῆς ἀνθρωπίνης τε χαὶ πολι- 
τιχῆς (die Tugend, welche den 
Menschen als Einzelwesen und als 
Mitglied einer Gemeinde ziert, also 


16° TAATQNOE 


πολιτιχῆς, ἐπιστήμων ἐστίν; οἶμαι γάρ σε ἐσκέφϑαι διὰ 
τὴν τῶν υἱέων κτῆσιν. ἔστι τις, ἔφην ἐγώ, ἢ οὔ; Πάνυ 
γε, ἡ δ᾽ ὅς. Τίς, ἣν. δ᾽ ἐγώ, χαὶ ποδαπός, καὶ πόσου 
διδάσκει; Εὐηνός, ? ἔφη, ὦ Σώκρατες, Πάριος, πέντε μνῶν" 
καὶ ἐγὼ τὸν Εὐηνὸν ἐμακάρισα, εἰ ὡς ἀληϑῶς ἔχει ταύ- 
τὴν τὴν τέχνην χαὶ οὕτως ἐμμελῶς διδάσχει. ἔγωγ᾽ οὖν 
χαὶ αὐτὸς ἐκαλλυνόμην τε xal ἡβρυνόμην ἄν, εἰ ἠτπειιστά- 
unv ταῦτα' ἀλλ᾽ οὐ γὰρ ἐπίσταμαι, ὠ ἄνδρες ᾽4ϑη- 
γαῖοι. 

ὅ. Ὑπολάβοι ἂν οὖν τις ὑμῶν ἴσως" ἀλλ᾽, ὦ Σώ- 
χρατες, τὸ σὸν τί ἐστι πρᾶγμα; ττόϑεν αἱ διαβολαί σοι 
αὗται γεγόνασιν; οὐ γὰρ δήπου σοῦ γε οὐδὲν τῶν &l- 
λων ττεριττότερον TTORYURTEVOUEVOV ἔπειτα τοσαύτη φήμη 
τε χαὶ λόγος γέγονεν, εἰ μή τι ἔπραττες ἀλλοῖον ἢ oi 
πολλοί" λέγε οὖν ἡμῖν, τέ ἔστιν, ἵνα μὴ ἡμεῖς περὶ σοῦ 
αὐτοσχεδιάξωμεν. ταυτί μοι δοκεῖ δίχαια λέγειν ὃ λέγων, 
κἀγὼ ὑμῖν πειράσομαι ἀποδεῖξαι, τί ποτ᾽ ἔστι τοῦτο ὃ 
ἐμοὶ τεεττοίηχε τό τε ὄνομα καὶ τὴν διαβολήν. ἀχούετε δύ. 


der Inbegriff‘, der Ausbund aller 


Tugend) ἐπιστήμων ἐστίν; auf 
welche jedermann antworten mußs: 
einen solchen Lehrer giebt es nicht; 
sie liegt weiter in dem schnöden 
Zusatze zu πῆς, dem ποϑαπός, καὶ 
πόσου διδάσκει und in der korrek- 
ten Antwort des Thoren Kallias: 
Evnwos, ein ziemlich obskurer So- 
phist, Πάριος, ein Mann, der von 
der kleinen Insel Paros nach dem 
ruhmreichen Athen kommt, πέντε 
μνῶν, und der das höchste, das 
ein Mensch geben kann, die Lehre 
von der ἀνθρωπίνη καὶ πολιτικὴ 

ἀρετή für hundert Thaler feilbietet! 

ie lachend klingt danach das: χαὶ 
ἐγὼ τὸν Εὐηνὸν ἐμαχάρισα und 
wie komisch schmerzlich die be- 
dauernden, die mit komischem 
Ernst gesprochenen _ Worte: ἀλλ᾽ 
οὐ γὰρ ἐπίσταμαι, ὦ ἄνδρες ϑη- 
νγαῖοι. Das ist allerdings keine 
Schulrhetorik, aber man darf be- 
haupten: selbst Demosthenes hat es 


nicht besser verstanden, eine an 
sich eigentlich einfache Erzählung 
so trefflich auszunutzen. 

Kap. 5. Sokrates erkennt den 
Haupteinwurf, welchen man gegen 
seine bisherige Auseinandersetzung 
machen kann, an, den Einwurf: 
worin liegt dann aber der Grund zu 
deiner Gehässigkeit? Er giebt ihn 
in der Form der dringenden Frage 
d. h. durch zwei Fragen und der 
ebenso eindringlichen Begrün- 
dung, die sich ebenfalls wiederholt: 
σοῦ οὐδὲν τῶν ἄλλων περιττὸ- 
τερον πραγματευομένου. und el 
um τι ἔπραττες ἀλλοῖον ἡ ἢ οἱ πολ- 
λοί. Man hat deshalb mit Unrecht 
die letzteren Worte eingeklammert. 
Er schlielst dem Einwurfe nicht so- 
fort die Widerlegung an, sondern 
läfst dem Zuhörer zunächst Zeit, 
demselben nachzudenken, wenn er 
sagt, er wolle die Entstehung sei- 
nes Beinamens (ὃ σοφός) und sei- 
nes Rufes erklären, und er spannt 


ἈΠΟΛΟΓΊΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 17 


" \ [4 \ c - ’ 3 ,ὕ 2) ᾿ 
χαὶ ἴσως μὲν δόξω τισὶν ὑμῶν τταίζειν, ev μέντοι ἴστε, 
- .. , - 5. 3 
πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐρῶ. ἐγὼ γάρ, w ἄνδρες AIN- 
- δἰ ες αν τ 2 RE) \ N \ n Re; ͵ 
γαῖοι, δι᾿ οὐδὲν ἀλλ᾽ ἢ διὰ σοφίαν τινὰ τοῦτο τὸ Ovoud 
ἔσχηχα. ποίαν δὴ σοφίαν ταύτην; ἥττερ ἔστιν ἴσως ἂν- 
ϑρωχοίνη σοφία. τῷ ὄντι γὰρ χινδυνεύω ταύτην εἶναι 
σοφός" οὗτοι δὲ τάχ᾽ ἂν, οὗς ἄρτι ἔλεγον, μείζω τινὰ 
ἢ κατ᾽ ἄνθϑρωτστον σοφίαν σοφοὶ εἶεν, ἢ οὐκ ἔχω τί λέγω" 
> \ δ 5.7 2 \ > , 2 RER \ ΄ 
οὐ γὰρ δὴ ἔγωγε αὑτὴν ἐπίσταμαι, ἀλλ᾽ ὅστις φησὶ ψεύ- 
δεταί τε καὶ ἐπὶ διαβολῇ τῇ ἐμῇ λέγει. καί μοι, ὦ ἂν- 
ὄρες ᾿4΄ϑηναῖοι, μὴ ϑορυβήσητε, μηδ᾽ ἐὰν δέξω τι ὑμῖν 


μέγα λέγειν" 


) Ἁ I Ἁ 2; - x 4 a P)) ’ 
οὐ γὰρ ἐμὸν ἐρῶ τὸν λόγον, ὃν ἂν λέγω, 
7 > 2 P} [4 ς - \ , 7 ’ 
ἀλλ᾽ εἰς ἀξιόχρεων ὑμῖν τὸν λέγοντα ἀνοίσω. 


τῆς γὰρ 


» ΄, Y , ’ Erd ΄ 
ἐμῆς, εἰ δή τίς ἔστι σοφία χαὶ οἵα, μάρτυρα ὑμῖν τταρέ- 


ἔομαι τὸν ϑεὸν τὸν ἐν “ελφοῖς. 


σου. 


ihre Aufmerksamkeit mit den Wor- 
ten: zul ἴσως δόξω τισὶν ὑμῶν 
παίζειν. Er giebt dann die Ant- 
wort auf die obigen Fragen in der 
That in der Form eines Scherzes, 
also i in einer überraschenden Form: 
ἔσχηχα τὸ ὄνομα τοῦ σοφοῦ διὰ 
σοφίαν τινά, und steigert die Über- 
raschung durch ein scheinbar prah- 
lendes Beiwort, welches er seiner 
σοφία mit satirischem Rückblick 
auf die im vorigen Kapitel erwähnte 
ἀνθρωπίνη ἀρετή giebt. Dort hatte 
er zweilelnd gefragt: τίς τῆς τοι- 
αὐτης ἀρετῆς ἐπιστήμων ἐστίν, 
hier nennt er sich den ἐπιστήμων: 
meine Weisheit ist wirklich (daher 
ἔστιν zu accentuieren) eine «v- 
ϑρωπίνη σοφία. Wer nun den So- 
krates nicht genauer kennt, wohl 
aber das prahlende Wesen eines der 
Sophisten, der wird natürlich jetzt 
sich auf ein bombastisches Selbst- 
lob des Redners gefalst machen. 
Statt dessen folgt das Gegenteil: 
Sokrates setzt sich in scharfen Ge- 
gensatz zu den Sophisten, mit denen 
man ihn in eine Kategorie stellt 
und nennt deren Weisheit gegen- 
Plato, Apologie. Krito. 


“Χαιρεφῶντα γὰρ ἴστε 


οὗτος ἐμός τε ἑταῖρος ἣν dx νέου, χαὶ ὑμῶν τῷ 


über der seinigen eine übermensch- 
liche, μείζω ἢ zer’ ἀνϑρωπον. 
Was ist denn nun aber die Wahr- 
heit? Woher hat Sokrates den Bei- 
namen σοφός bekommen? Der be- 
kannte Spruch des delphischen Ora- 
kels: σοφὸς Σοφοκλῆς, σοφώτε- 
ρος Εὐριπίδης, ἀνδρῶν δ᾽ anav- 
των Σωκράτης σοφώτατος trägt 
offenbar die Schuld an diesem Bei- 
namen. Hätte er dies schlicht zu- 
gestanden und auf den delphischen 
Gott sich berufen, wie wenig wirk- 
sam würde das gewesen sein, und 
wie ganz anders macht sich jetzt 
die Erzählung vom Chärephon, nach- 
dem die Auseinandersetzung von 
der hausbacknen, von der durchaus 
nicht wunderbaren, sondern dem 
Menschen als solchem zukommen- 
den Weisheit vorangegangen ist! 
So schwächt ein weiser Redner ein 
Zugeständnis, das er nicht umgehen 
kann, ab, nimmt ihm von vorn- 
herein das Verletzende. Auch die 
Erzählung selbst hat noch manch 
abschwächendes Moment. Sie trägt 
die Form der schlichtesten Darstel- 
lung, sie ist schmucklos; sie nennt 


2 


18 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


sehn Fer ἑταῖρός τε καὶ ξυνέφυγε τὴν φυγὴν ταύτην zul 

3 « - - . » x - 3 - « 
μεϑ᾽ ὑμῶν κατῆλϑε. χαὶ ἴστε δὴ οἷος ἣν Χαιρεφῶν, ὡς 
σφοδρὸς ἐφ᾽ ὅ τι ὁρμήσειε. καὶ δή ποτὲ καὶ eig Jek- 
φοὺς ἐλϑὼν ἐτόλμησε τοῦτο μαντεύσασϑαι" Kal, ὅπερ 
λέγω, μὴ ϑορυβεῖτε, ὠ ἄνδρες" ἤρετο γὰρ δή, εἴ τις 
ἐμοῦ εἴη σοφῴτερος. ἀνεῖλεν οὖν ἡ Πυϑία μηδένα σοφώ- 
τέρον εἶναι. χαὶ τούτων πέρι ὃ ἀδελφὸς ὑμῖν αὐτοῦ οὗ- 
Tool μαρτυρήσει, ἐττειδὴ ἐκεῖνος τετελεύτηχεν. 

0. Σχέψασϑε δὲ ὧν ἕνεχα ταῦτα λέγω" μέλλω γὰρ 
ς - 4 co ς \ , - x 
ὑμᾶς διδάξειν, ὅϑεν μοι ἡ διαβολὴ γέγονε. ταῦτα γὰρ 
ἐγὼ ἀχούσας ἐνεϑυμούμην οὑτωσί" τί ποτε λέγει ὃ ϑεός, 
χαὶ τί ποτε αἰνίττεται; ἐγὼ γὰρ δὴ οὔτε μέγα οὔτε σμι- 
χρὸν ξύυνοιδὰα ἐμαυτῷ σοφὸς av‘ τί οὖν ποτὲ λέγει φά- 
σχων ἐμὲ σοφώτατον εἶναι; οὐ γὰρ δήπου ψεύδεταί γε" 


οὐ γὰρ ϑέμις αὐτῷ. χαὶ πολὺν μὲν χρόνον ἠπόρουν, τί 


den Ghärephon einen übereifrigen 
Menschen — ὡς σφοδρὸς ἐφ᾽ 
ὅτι δρμήσειε —; Sie nennt die 
Frage an die Py thia eine Kühnheit, 
ein Wagnis: ἐτόλμησε τοῦτο 
μαντεύσασϑαι; sie sucht, ehe sie 
die an die Pythia gestellte Frage 
mitteilt, die Gemüter der Geschwo- 
renen durch ein un ϑορυβεῖτε, ὦ 
ἄνδρες, zu beschwichtigen; sie giebt 
endlich die Antwort des Orakels 
nicht so, wie sie gelautet hat, son- 
dern in einer weit milderen Fassung. 

Kap. 6. Nachdem er die Ent- 
stehung seines Beinamens so er- 
klärt hat, geht er dazu über zu 
zeigen, ὅϑεν ἡ διαβολὴ γέγονεν, 
schwächt aber auch bei dieser Ge- 
legenheit in gescheitester Weise das 
Gehässige seines Beinamens ab. Ja, 
das letztere zu erreichen, ist ihm 
wohl Hauptsache. Wie klug ist es 
nun, dem Begrifle σοφός die ob- 
jektive Giltigkeit zu nehmen und 
ihm nur relative Bedeutung zuzu- 
messen! Diese Klugheit ist dazu 
angethan, nicht nur dem Neide, der 
Scheelsucht die Grundlage fortzu- 
ziehen, sondern das Übelwollen in 
Wohlwollen zu verwandeln. Ich 


kenne bei keinem Redner eine so 
klassisch kluge Stelle, wie die 
Worte χενδυνεύει μὲν γὰρ ἡμῶν 
οὐδέτερος — ὥσπε a οὖν οὐχ οἶδα, 
οὐδὲ οἴομαι. welche tiefe 
Wahrheit Er sich dabei hin- 
ter dieser geradezu komischen Wen- 
dung! Erinnert sie nicht jeden un- 
willkürlich an das Wort des Apo- 
stels: Unser Wissen ist Stückwerk 
und unser Weissagen ist Stück- 
werk!? Wie kunstvoll aber geht 
er wieder seinem Ziele entgegen! 
Er hat im vorigen Kapitel gezeigt, 
wie er zu seinem Beinamen ganz 
ohne Schuld gekommen ist. Damit 
hat er aber die Mifsgunst der Leute 
nicht überwunden; es kann ihren 
Neid vielmehr erhöhen, dals die 
Weisheit des delphischen Gottes 
den Namen gegeben hat. Da stellt 
er sich nun, als hätte des Gottes 
Spruch ihn in Verlegenheit gesetzt; 
statt sich durch ihn gehoben zu 
fühlen, sagt er bescheiden: Ich bin 
nicht weise; dennoch sagt es der 
Gott in Delphi; lügen kann der 
nicht: wie rette ich mich aus die- 
sem Irrgange? Kal πολὺν μὲν 
χρόνον ἠπόρουν, τὲ ποτὲ λέγει 


ATIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 19 


ποτε λέγει, ἔπειτα μόγις scavv Ent ζήτησιν αὐτοῦ τοιαύ- 
τὴν τινὰ ἐτραπόμην. ἦλϑον ἐπί τινα τῶν δοκούντων σο- 
φῶν εἶναι, ug ἐνταῦϑα, εἴ ττέρ ττου, ἐλέγξων τὸ μαντεῖον 
χαὶ ἀποφαγνῶν τῷ χρησμῷ ὅτι οὑτοσὶ ἐμοῦ σοφώτερός 
ἐστι, σὺ δ᾽ ἐμὲ ἔφησϑα. διασχοπιῶν οὖν τοῦτον — ὃνό- 
ματι γὰρ οὐδὲν δέομαι λέγειν, ἣν δέ τις τῶν πτολιτιχῶν, 
πρὸς ὃν ἐγὼ σκοπῶν τοιοῦτόν τι ἔπαϑον, ὦ ἄνδρες ’Asn- 
γαῖοι --- καὶ διαλεγόμενος αὐτῷ, ἔδοξέ μοι οὗτος ὃ ἀνὴρ 
δοχεῖν μὲν εἶναι σοφὸς ἄλλοις τε πολλοῖς ἀνϑρεποις 
χαὶ μάλιστα ἑαυτῷ, εἶναι δ᾽ οὔ κἄπειτα ἐπειρώμην 
αὐτῷ δεικνύναι, ὅτι οἴοιτο μὲν εἶναι σοφός, εἴη δ᾽ οὔ. 
ἐντεῦϑεν οὖν τούτῳ TE ἀπηχϑόμην καὶ ττολλοῖς τῶν rag- 
ὄντων, πρὸς ἐμαυτὸν δ᾽ οὖν ἀπιὼν ἐλογιζόμην ὅτι τού- 
του μὲν τοῦ ἀνϑρώπου ἐγὼ σοφώτερός εἶμι" κινδυνεύει 
μὲν γὰρ ἡμῶν οὐδέτερος οὐδὲν καλὸν χἀγαϑὸν εἰδέναι, 
ἀλλ᾽ οὗτος μὲν οἴεταί τι εἰδέναι οὐχ eldug, ἐγὼ δέ, 
ὥσττερ οὖν οὐκ οἶδα, οὐδὲ οἴομαι" ἔοικα γοῦν τούτου γε 
σμικρῷ τινε αὐτῷ τούτῳ σοφώτερος εἶναι, ὅτι ἃ μὴ οἶδα 
οὐδὲ οἴομαι εἰδέναι. ἐντεῦϑεν ini’ ἄλλον na τῶν ἐχείνου 
δοκούντων σοφωτέρων εἶναι, χαί μοι ταὐτὰ ταῦτα ἔδοξε" 
χαὶ ἐνταῦϑα κἀκείνῳ χαὶ ἄλλοις πολλοῖς ἀπηχϑόμην. 

ἢ. Mera ταῦτ᾽ οὖν ἤδη ἐφεξῆς 7%, αἰσϑανόμενος 
μὲν — xal λυπούμενος καὶ δεδιὼς — ὅτε ἀπηχϑανόμην, 


ἃ, i. „der Spruch des Gottes hat beide unwissende Gesellen, aber der 


mir lange Zeit Kopfzerbrechen ge- 
macht“. Dann hilft er sich mit 
einem Entschlusse von jugendlicher 
Frische: „Ich werde weisere Män- 
ner als ich bin, aufsuchen und dann 
den Gott fragen: warum nennst du 
mich weiser als den und jenen?“ 
Und nun besucht er einen πολιτι- 
x0g, einen Mann, der anderen für 
weise gilt und sich selbst am mei- 
sten, d. i, einen jener Männer, die 
es sich, wie seine Ankläger, zur 
Lebensaufgabe gemacht haben, den 
Staat zu retten, Und was findet 
er? Das überraschendste Resultat, 
das man sich denken kann; sie sind 


eine ist wenigstens nicht so thö- 
richt, sich für klug zu halten. Zu 
dieser Erkenntnis lälst er sich auch 
nicht plötzlich kommen , sondern: 
πρὸς ἐμαυτὸν δ᾽ οὐν ἀπιων ἐλο- 
γιζόμην „ich ging also nach Hause 
und kalkulierte“ oder, wie wir sagen 
würden: „und zog die Moral“ u, S.W.; 
denn auch das Wort λογίζεσθαι 
ist ironisch gebraucht worden. 
Kap. 7. Die Participia χαὶ Av- 


πούμενος zul δεδιώς im Anfange ἢ 


des Kapitels vertreten die Stelle 

eines eingeschalteten Satzes: „ich 

merkte zu meiner Betrübnis, wie 

zu meiner Besorgnis, dafs ich in 
7% 


20 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ὅμως δὲ ἀναγχαῖον ἐδόκει εἶναι τὸ τοῦ ϑεοῦ περὶ τελεί- 
στου ποιξῖσϑαι" ἱτέον οὖν σκοποῦντι τὸν χρησμόν, τί 
λέγει, ἐπὶ ἅπαντας τούς τι δοκοῦντας εἰδέναι. καὶ νὴ 
τὸν κύνα, ὦ ἄνδρες “᾿ϑηναῖοι" δεῖ γὰρ πρὸς ὑμᾶς τάλη- 
ϑῆ λέγειν" n μὴν ἐγὼ ἔπαϑόν τι τοιοῦτον" οἱ μὲν μά- 
λιστα εὐδοκιμοῦντες ἔδοξαν μοι ὀλίγου δεῖν τοῦ πλεί- 

2 “- 3 - - \ \ , 2» \ 
orov ἐνδεεῖς εἶναι Inrovvrı χατὰ τὸν ϑεόν, ἄλλοι δὲ 
δοκοῦντες φαυλότεροι ἐτπιιεικέστεροι εἶναι ἄνδρες πρὸς 
\ , 14 - NINE m \ 2 \ , 2 
τὸ φρονίμως ἔχειν. δεῖ δὴ ὑμῖν τὴν ἐμὴν πλάνην ἐπι- 
δεῖξαι ὥσττερ πόνους τινὰς πονοῦντος, ἵνα μοὲ καὶ ἂν- 
ελεγχτὸς ἡ μαντεία γένοιτο. μετὰ γὰρ τοὺς πολιτιχοὺς 
N@ ἐπὶ τοὺς ποιητὰς τούς τε τῶν τραγῳδιῶν καὶ τοὺς 


Gehässigkeit geriet“; die Worte ὅτι 
ἀπηχϑανόμην sind also Objekt zu 
αἰσϑανόμενος. Es liegt wohl zu 
tage, dals die Ankläger in ihren 
Reden den Sokrates als einen mit 
Recht in der ganzen Stadt gehalsten 
Bürger charakterisiert oder zu zeich- 
nen versucht hatten. Ein weniger 
geschickter Anwalt, als Sokrates 
und Plato, würde sich da leicht 
haben verleiten lassen, die ἀπέ- 
χϑεια überhaupt zu leugnen, und 
ran für Sokrates hätte eine solche 
Zurückweisung gar nicht so fern 
gelegen; denn er konnte ja auch 
sich vieler Freunde rühmen. Das 
absolute Leugnen der Berechtigung 
der Klage ist aber nicht immer die 
beste Art der Verteidigung. So- 
krates weist deswegen nicht die 
Gehässigkeit zurück, sondern ent- 
zieht ihr nur die vernünftige Be- 
gründung. Er gesteht selbst zu, 
dals er nicht blind in den Hals 
hineingerannt, dals er vielmehr mit 
offenem Auge und selbst mit Be- 
trübnis ihm entgegen gegangen sei. 
Das giebt dem Zwänge, der ihn sei- 
ner Darstellung nach zu seiner Le- 
bensweise nötigte — ἀναγκαῖον 
ἐδόχει εἶναι, ἐτέον οὖν σκοποῦντι 
τὸν χρησμόν — ein ganz anderes 
Aussehen ; das bedeutet: „ich stellte 
des Gottes Befehl höher, als alle 


Unbill, die mir von Menschen wi- 
derfahren konnte“. 

‚Zu der Schwurformel νὴ τὸν 
χύνα bemerkt Cron: „Dieser Be- 
teuerungsform bedient 'sich_Sokra- 
krates mit Vorliebe. Die Überlie- 
ferung giebt ihm hierin den Rha- 
damanthys zum Vorgänger, der zu- 
erst οὐχ εἴα ὅρκους 1 ποιεῖσϑαι 
χατὰ ϑεῶν, ἀλλ᾽ ὀμνύναι, χῆνα 
καὶ χύνα καὲ χριὸν καὶ τὰ ὁμοία, 
und zwar ὑπὲρ τοῦ μὴ τοὺς ϑεοὺς 
ἐπὶ πᾶσιν ὀνομάζειν. δυϊά." Mir er- 
scheint diese Erklärung zu gesucht: 
ich möchte den Schwur mit dem 
deutschen: dafs dich das Mäuslein 
beilse! zusammenstellen und vielen 
anderen Versicherungsformeln des 
Altertums und unserer Zeit, bei de- 
nen miemand daran gedacht hat, 
dafs er mit ihrer Hilfe dem Vor- 
wurfe, den Namen Gottes zu mils- 
brauchen, entgehen könne. 

In den Worten i ἵνα woı zul ἄνε- 
λεγχτὸς ἡ μαντεία γένοιτο hat 
α. Ρ. Hermann die Lesart geändert 
und χὰν ἐλεγχτός geschrieben, weil 
er - wie mir scheint, mit vollem 
Recht an dem Gedanken Anstols 
nahm, Sokrates habe den delphi- 
schen Spruch als unwiderleglich, 
also als durchaus der Wahrheit ent- 
sprechend erweisen wollen. Hatte 
doch Sokrates vor kaum einer Mi- 


AHOAOTIA ZQKPATOTE. 21 


τῶν διϑυράμβων χαὶ τοὺς ἄλλους, ὡς ἐνταῦϑα ἐπ᾽ αὐὖὐ- 
τοφώρῳ κχαταληψόμενος ἐμαυτὸν ἀμαϑέστερον ἐχείνων 
ὄντα. ἀναλαμβάνων οὖν αὐτῶν τὰ ποιήματα, ἅ μοι 
ἐδόχει μάλιστα πεπραγματεῦσϑαι αὐτοῖς, διηρώτων ἂν 
αὐτοὺς τί λέγοιεν, ἵν᾽ ἅμα τι χαὶ μανϑάνοιμι rap’ αὖ- 
τῶν. αἰσχύνομαι οὖν ὑμῖν εἰπεῖν, ω ἄνδρες, τἀληϑῆ᾽ 
ὅμως δὲ δητέον. ὡς ἔπος γὰρ εἰπεῖν ὀλίγου αὐτῶν ἅτταν- 
τες οἵ παρόντες ἂν βέλτιον ἔλεγον περὶ ὧν αὐτοί ἔπεποι- 
ἤχεσαν. ἔγνων οὖν χαὶ περὶ τῶν ποιητῶν Evi λόγῳ τοῦτο, 
ὅτε οὐ σοφίᾳ ποιοῖεν ἃ ποιοῖεν, ἀλλὰ φύσει τινὶ καὶ 
ἐνθουσιάζοντες, ὥσπερ οἱ ϑεομάντεις χαὶ οἱ χρησμῳδοί" 
καὶ γὰρ οὗτοι λέγουσι μὲν πολλὰ χαὶ καλά, ἴσασι δὲ οὐ- 
δὲν ὧν λέγουσι. τοιοῦτόν τέ μοι ἐφάνησαν πάϑος χαὶ 
οἱ ποιηταὶ πεττογνϑότες" χαὶ ἅμα σϑόμην αὐτῶν διὰ τὴν 
ποίησιν οἰομένων χαὶ alla σοφωτάτων εἶναι ἀνϑρώ- 
πων, ἃ οὐχ ἦσαν. ἀπῇα οὖν καὶ ἐντεῦϑεν τῷ αὐτῷ olo- 
μενος τιεριγεγονέναι, ᾧπερ χαὶ τοῦν στολιτιχῶν. ; 
8. Τελευτῶν οὖν ἐπὶ τοὺς χειροτέχνας ne" ἐμαυ- 
τῷ γὰρ ξυνήδειν οὐδὲν. ἐπτισταμένῳ, ὡς ἔττος εἰπιεῖν, τού- 
τους δέ γ᾽ ἤδειν ὅτι εὑρήσοιμι σπτολλὰ καὶ χαλὰ ἐπιστα- 
μένους. καὶ τούτου μὲν οὐχ ἐψεύσϑην, ἀλλ᾽ jreioravro 
ἃ ἐγὼ οὐκ ἠπιστάμην χαί μου ταύτῃ σοφώτεροι ἤσαν. 


nute das gerade Gegenteil gesagt: 
ὡς ἐνταῦϑα ἐλέγξων τὸ μαντεῖον. 
Dennoch dürfte die allgemein über- 
lieferte Lesart nicht zu ändern sein: 
in dem ἄν- des Wortes ἄνελεγ- 
χτός steckt hier kein « privati- 
vum, sondern die Präposition ἀνά 
und diese heifst, wie oft in Kom- 
er „wiederum, von neuem“. So 

ifst auch ἀνελέγχω bei Eurip. 
lon 1470 „von neuem erforschen“. 
Der Gedanke unserer Stelle ist also: 
„ich mühte mich ab, um wieder 
und wieder das Orakel zu über- 
führen, dafs ich nicht der σοφώ- 
τατος Sei, 

Die hier ausgesprochene Ansicht 
über die Dichter, dafs sie φύσει 
τινὶ zul ἐνθουσιάζοντες, infolge 


einer Naturanlage und weil ein Gott 
aus ihnen rede, Dichter seien, ist 
nicht etwa ein mit Ironie ausge- 
sprochener Satz. Sokrates äufsert 
sich bei Plato öfter ähnlich und 
giebt dem Dichter in der Rangord- 
nung der Geister, welche er im 
Phädrus aufstellt, eine ziemlich tiefe 
Stellung. 

Kap. 8. Von den Männern des 
Geistes wendet er sich zu den Hand- 
werkern und schont auch sie nicht, 
sondern sucht auch die Gegner, 
welche er unter ihnen hatte, lächer- 
lich zu machen, und gerade hier 
ergeht er sich mehr als vorher in 
mild-ironischen Worten. Solcher 
Ausdrücke sind: χαί μου ταύτῃ 
σοφώτεροι ἤσαν, ein Wort, das 


5." ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἀλλ᾽, α ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, ταὐτόν μοι ἔδοξαν ἔχειν ἅμάρ- 
τημα, ὅπερ χαὶ οἱ ποιηταί, χαὶ οἵ ἀγαϑοὶ δημιουργοί" 
διὰ τὸ τὴν τέχνην χαλῶς ἐξεργάξεσϑαι ἕκαστος ἠξίου 
χαὶ τἄλλα τὰ μέγιστα σοφώτατος εἶναι, χαὶ αὐτῶν αὕτη 
ἡ πλημμέλεια ἐκείνην τὴν σοφίαν ἀπέκρυτιτεν" ὥστ᾽ 
ἐμὲ ἐμαυτὸν ἀνερωτᾶν ὑττὲρ τοῦ χρησμοῦ, πότερα δεξαί- 
μὴν ἂν οὕτως ὥσπερ ἔχω ἔχειν, μήτε τι σοφὸς ὧν τὴν 
ἐκείνων σοφίαν μήτε ἀμαϑὴς τὴν ἀμαϑίαν, ἢ ἀμφότερα 
ἃ ἐχεῖνοι ἔχουσιν ἔχειν. ἀπεκρινάμην. ovv ἐμαυτῷ καὶ 
τῷ χρησμῷ, ὅτι μοι λυσιτελοῖ ὥστεερ ἔχω ἔχειν. 

9. Ex ταυτησὶ δὴ τῆς ἐξετάσεως, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑη- 
γαῖοι, ττολλαὶ μὲν ἀπέχϑειαέξ μοι yeyovaoı καὶ οἷαι χαλε- 
χεώταται χαὶ βαρύταται, ὥστε ττολλὰς διαβολὰς arı’ αὐὖ- 
τῶν γεγονέναι, ὄνομα δὲ τοῦτο λέγεσϑαι, σοφὸς εἶναι. 
οἴονται γάρ με ἑκάστοτε ol παρόντες ταῦτα αὐτὸν εἶναι 
σοφόν, ἃ ἂν ἄλλον ἐξελέγξω" τὸ δὲ κινδυνεύει, ὦ ἄνδρες, 
τῷ ὄντι ὃ ϑεὸς σοφὸς εἶναι, xal ἐν τῷ χρησμῷ τούτῳ 


er, als er von den Dichtern sprach, 
verschmähte und das vom Hand- 
werker gebraucht, von der Hand- 
fertigkeit, schelmisch klingt, Fer- 
ner das Epitheton in οἱ ἀγαϑοὶ 
δημιουργοί, die Phrase ἡ πλημμέ- 
λειὰ (eigentlich: der Milston, der 
Fehler im Gesang) τὴν σοφίαν 
ἀπέχρυπτεν, sodann das ἀγε- 
ροωτᾶν ὑπὲρ τοῦ χρησμοῦ ἃ. i. im 
Interesse des Orakelspruches, und 
endlich das λυσιτελοῖ in den letz- 
ten Worten. 

Kap. 9. Die Worte des ὄνομα 
δὲ τοῦτο λέγεσϑαι, σοφὸς εἶναι 
sind.in der lockeren Weise der Um- 
gangssprache in die Konstruktion 
des ὥστε πολλὰς διαβολὰς en’ 
αὐτῶν γενέσϑαι hineingezogen. 
Streng logisch hätte Sokrates nicht 
λέγεσθαι, sondern ἐλέγετο oder 
λέγεται sagen müssen, das Verbum 
in Verbindung mit &x ταυτησὶ τῆς 
ἐξετάσεως bringen müssen. Denn 
der Beiname ist nach des Redners 
Darstellung, nach der folgenden 


Begründung οἴονται yag us χ. τ. ἑ. 
nicht infolge der ἀπέχϑειαι, wie 
die διαβολαί, entstanden, sondern 
er ist eine Folge seiner ἐξετάσεις: 
wenn er einem anderen nachwies, 
er verstehe nicht, was er zu ver- 
stehen wähne (ἃ ἂν ἄλλον ἐξε- 
λέγξω), dann glaubten die Anwe- 
senden, er sei ein σοφός in diesem 
Punkte. 

Zu den kunstreichsten Wendun- 
gen der Rede gehört die Erklärung 
der Wahrheit des Orakelspruches. 
Sie kommt überraschend; ‚man er- 
wartet nach den Worten ἃ ἂν al- 
λον ἐξελέγξω etwa: ἀλλ᾽ ἔγωγε 
οὐχ εἰμι ταῦτα σοφός. Sein Ge- 
dankengang ist: ἀλλ᾽ οὐχ ἔγωγε 
σοφὸς εἰμι, ἀλλὰ ὃ ϑεὸς μόνος. 
Er ziebt den \etzten Satz ohne das 
vermittelnde οὐχ ἔγωγε, und zwar 
giebt er ihn zögernd: τὸ δὲ χιν- 
δυνεύει, οὐ ἄνδρες, τῷ ὄντι -- 
Worte, die man sich langsam ge- 
sprochen denken muß, die, weil 
man sich bei ihnen nichts denken 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 23 


τοῦτο λέγειν, ὅτε ἡ Avdowreivn σοφία ὀλίγου τινὸς ἀξία 
ἐστὶ χαὶ οὐδενός" καὶ φαίνεται τοῦτ᾽ οὐ λέγειν τὸν 
Σωχράτη, προσχεχρῆσϑαι δὲ τῷ ἐμῷ ὀνόματι, ἐμὲ παρά- 
δειγμα ποιούμενος, ὥσπερ ἂν εἰ εἴχτοι ὅτι οὗτος ὑμῶν, 
α ἄνθρωποι, σοφώτατός ἐστιν, ὅστις ὥσπερ Σωχράτης 
ἔγνωκεν ὅτι οὐδενὸς ἄξιός ἐστι τῇ rn πρὸς σοφίαν. 
ταῦτ᾽ οὖν ἐγὼ μὲν ἔτι καὶ νῦν περιιὼν ζητῶ χαὶ ἐρευνῶ 
χατὰ τὸν ϑεόν, χαὶ τῶν ἀστῶν χαὶ τῶν ξένων Av τινὰ 
οἴωμαι σοφὸν εἶναι" χαὶ ἐπειδάν μοι μὴ δοκῇ. τῷ ϑεῷ 
βοηϑῶν ἐνδείχνυμαι ὅτι οὐκ ἔστι σοφός. χαὶ ὑπὸ ταύ- 
της τῆς ἀσχολίας οὔτε τι τῶν τῆς πόλεως τιρᾶξαί μοι 
σχολὴ γέγονεν ἄξιον λόγου οὔτε τῶν οἰχείων, ἀλλ᾽ ἐν 


γεενία μυρία εἰμὶ διὰ τὴν τοῦ ϑεοῦ λατρείαν 
[A u [ ἣν μι nv υ ᾽ 0 { ” 


10. Πρὸς δὲ τούτοις οἱ 
οἷς μάλιστα σχολή ἐστιν, οἵ 


kann, auf den Gedanken spannen, 
der nun endlich kommen soll. Bei 
Demosthenes finden sich ähnliche 
Wendungen häufig. Sokrates giebt 
dann zunächst den allgemeinen Ge- 
‚danken: ἥ ἀνθρωπίνη σοφία ὁλί- 
γου τινὸς ἀξία ἐστὶ zul οὐδενός, 
der besonders von dem Σωχράτης 
ὃ σοφός gesprochen so schön 
klingt; denn er kennzeichnet ihn 
als den entschiedensten Gegner der 
Sophisten, als den edeln, beschei- 
denen Mann gegenüber der frivolen 
Unbescheidenheit vieler Sophisten. 
Er erklärt dann den Ausspruch des 
Gottes etwa wie ein Dichterwort 
und mit der behaglichen Breite des 
docierenden Lehrers, der zu Schü- 
lern redet, die ihn nicht immer 
schnell verstehen: „der (οί meint 
(λέγειν) nicht den Sokrates, er hat 
sich nur meines Namens bedient, 
mich als Beispiel angeführt, wie 
wenn er sagte“. Er legt endlich 
die Erklärung des Orakels dem Gotte 
selbst in den Mund, läfst diesen 
selbst reden und zwar nicht, als 
gäbe er dem Chärephon auf seine 
Frage eine Antwort, sondern als 


[4 > - 
γέοι μοι ἑπαχολουϑοῦντες, 
τῶν πλουσιωτάτων, αὐτό- 


biete er ‚allen Menschen eine Lehre: 
οὗτος ὑμῶν, ὦ, ἀἄνϑρωποι," σο- 
φώτατός ἐστιν, οστις ὡσπερ Σω- 
χράτης “. τ. ἕ. 

Der letzte Satz des Kapitels ent- 
hält eine stolze Zurückweisung des 
Vorwurfes der Anklage, Sokrates 
sei ein schlechter Bürger. Meine 
Ankläger nennen mich, sagt er, 
einen σχολαῖος, einen Mülsiggän- 
ger. Ich gebe ihnen mehr zu; auch 
um mein Hauswesen habe ich mich 
zu wenig bekümmert und lebe des- 
halb in gröfster Dürftigkeit, Aber 
der Grund dieser angeblichen σ ολή 
ist eine ἀσχολία, die durch keine 
ἀσέβεια, wie die Anklage behauptet, 
sondern vielmehr durch eine fromme 
λατρεία τοῦ ϑεοῦ bedingt ist. 

ap. 10. Der erste Satz des Ka- 
pitels hebt das oben Gesagte her- 
vor: scherzend im Hinblick auf 
seine Schüler sagt er: ich verkehre 
mit vielen jungen Leuten, die σχολή 
zur Genüge haben, lebe "aber dabei 
in einer steten ἀσχολία, und: die 
Söhne der reichsten Männer suchen 
mich täglich auf und dennoch bin 
ich ἐν πενίᾳ μυρίᾳ geblieben. Er 


un 


= 
ee 


24 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


ματοι χαίρουσιν ἀχούοντες ἐξεταζομένων. τῶν ἀνϑρώπων, 
χαὶ αὐτοὶ πολλάκις ἐμὲ μιμούμενοι εἶτ᾽ ἐτπειιχειροῦσιεν 
ἄλλους ἐξετάζειν" χἄττειτα, οἶμαι, εὑρίσχουσι πολλὴν 
ἀφϑονίαν οἰομένων μὲν εἰδέναι τε ἀνθρώπων, εἰδότων 
δὲ ὀλίγα ἢ οὐδέν. ἐντεῦϑεν οὖν οἱ in’ αὐτῶν ἐξεταζό- 
μενοι ἐμοὶ ὀργίζονται, ἀλλ᾽ οὐχ αὑτοῖς, καὶ λέγουσιν 
ὡς Σωχράτης τίς ἔστι μιαρώτατος καὶ διαφϑείρει τοὺς 
γέους" καὶ ἐπειδάν τις αὐτοὺς ἐρωτᾷ, ὅ τι ποιῶν χαὶ ὅ 
τι διδάσκων, ἔχουσι μὲν οὐδὲν εἰπεῖν, ἀλλ᾽ ἀγνοοῦσιν, 
ἕνα δὲ μὴ δοκῶσιν ἀπορεῖν, τὰ κατὰ πάντων τῶν φιλο- 
σοφούντων πρόχειρα ταῦτα λέγουσιν, ὅτε τὰ μετέωρα 
χαὶ τὰ ὑπὸ γῆς, καὶ ϑεοὺς μὴ νομίζειν, καὶ τὸν ἥττω 
λόγον χρείττω ποιεῖν. τὰ γὰρ ἀληϑῆ, οἶμαι, οὐκ ἂν ἐϑέ- 
λοιεν λέγειν, ὅτι κατάδηλοι γίγνονται σεροσττοιούμενοι 
μὲν εἰδέναι, εἰδότες δὲ οὐδέν. ἅτε οὐν, οἶμαι, φιλότιμοι 
ὄντες χαὶ σφοδροὶ χαὶ πολλοί, χαὶ ξυντεταμένως χαὶ 
σπιϑανῶς λέγοντες περὶ ἐμοῦ, ἐμτιδπλήχασιν ὑμῶν τὰ 
ὦτα χαὶ πάλαι καὶ σφοδρῶς διαβάλλοντες. ἐκ τούτων 
deutet damit wieder an, in welchem ρώτατος gehört τὶς zum Prädikat 
Gegensatz er zu den Sophisten steht, = Σωκράτης μιαρώτατός τίς 


mit denen die Anklage ihn auf die- ἐστι. Hieron. Müller übersetzt also 
selbe Stufe stellt. Diese reiche Ju- falsch: „ein gewisser Sokrates ist 


gend folgt nun seinem Beispiele und, 
da sie einen grolsen Überfluls — so 
dürfte ἀφϑονία am besten wieder- 
zugeben sein — von Thoren findet, 
ist gerade sie es, sind es gerade 
seine Schüler, welche ihn immer 
mehr in Gehässigkeit bringen. Denn 
statt sich selbst zu zürnen, wenn 
sie ihrer Thorheit überführt wer- 
den, zürnen die Leute ihm als dem 
geistigen Urheber dieser Art des 
Verkehrs. Die Lesart ἐμοὲ ὀργί- 
ζονται, ἀλλ᾽ οὐχ αὑτοῖς verteidigt 
Stallbaum treflend: quwod se erro- 
ris et inseitiae ab üllis coargui pa- 
tiantur. Gravi cum ironia haec 
dieta sunt. Mihi, inquit, isti suc- 
censent, quum tamen sibi potius 
debeant, ul qui se paliantur refu- 
tari ab illis adolescentulis. In den 
Worten Σωκράτης (τίς ἐστι wea- 


ein höchst nichtswürdiger Mensch “., 
Sehr geschickt ist dann erklärt, 
wie die dı« ολή: geh δια- 
zus τοὺς a: τὴν entstanden ist. 

ie Schüler des Sokrates halten 
den Leuten deren Thorheit vor. Die 
Leute ärgern sich, weil sie in ihrem 
Selbstbewulstsein gekränkt wer- 
den. Sie sagen deshalb: die jungen 
Männer sind Taugenichtse und ihr 
Muster, Sokrates, verdirbt sie. 
Fragt man sie nun, wodurch, mit 
welchen Lehren, so erwidern sie 
natürlich nicht: ἐξετάζεεν ἡμᾶς 
διδάσχων; denn mit einer solchen 
Antwort würden sie sich blofsstel- 
len. Sie bringen vielmehr jene 
vagen Reden vor, die der Unge- 
bildete gegen alle Philosophen zu 
führen pflegt d. h. sie verleumden 
munter drauf los (σφοδρῶς δια- 


ATIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 25 


καὶ ἸΠέλητός μοι ἐπέϑετο χαὶ ’Avvrog καὶ Avrwv, Mein- 
τος μὲν ὑπὲρ τῶν ποιητῶν ἀχϑόμενος, Ἄνυτος δὲ ὑπὲρ 
τῶν δημιουργῶν χαὶ τῶν ττολιτιχῶν, Avawv δὲ ὑπὲρ τῶν 
ῥητόρων" ὥστε, Örceg ἀρχόμενος ἐγὼ ἔλεγον, ϑαυμαζοιμ᾽ 
ἂν ei οἷός τ᾽ εἴην ἐγὼ ὑμῶν ταύτην τὴν διαβολὴν ἐξε- 
λέσϑαι ἐν οὕτως ὀλίγῳ χρόνῳ οὕτω πολλὴν yeyovolan. 
ταῦτ᾽ ἔστιν ὑμῖν, ὠ ἄνδρες “1ϑηναῖοι, τἀληϑῆ, καὶ ὑμᾶς 
οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν ἀποχρυψάμενος ἐγὼ λέγω οὐδ᾽ 


4 ’ 5 [4 - 2 Ξ 
ὑποστειλάμενος. χαί τοι οἶδα σχεδὸν ὅτι τοῖς αὑτοῖς 
2 ΄ a \ ΄ “ 2 - , Vor αν 
ἀπεχϑάνομαι" 0 καὶ τεχμήριον ὅτι ἀληϑῆ λέγω καὶ ὅτε 


αὕτη ἐστὶν ἡ διαβολὴ ἢ ἐμὴ καὶ τὰ αἰτια ταῦτα ἐστι. 
χαὶ ἐάν τε νῦν ἐάν τε αὖὐϑις ζητήσητε ταῦτα, οὕτως 


εὑρήσετε. 


11. Περὶ μὲν οὖν ὧν οἱ πρῶτοί μου κατήγοροι χα- 


c ‚ \ 
τηγόρουν αὕτη ἔστω ἱχανὴ 


βάλλειν). Es ist nun ganz der Sitte 
des Plato oder des Sokrates ge- 
mäfls, dafs er die Klassifizierung der 
Menschen, welche er ad absurd 
geführt, nicht nach den Charakteren, 
welche ihn angeklagt haben, zuge- 
schnitten hat: das wäre schulmäfsig 
gewesen und diese Schulmälsigkeit 
der Darstellung weist Plato überall 
zurück. Dennoch kann man die 
beiden Genossen des Meletos gar 
wohl unterbringen. Anytos, der 
Staatsmann, geht ärgerlich vor im 
Interesse, zu gunsten der δημιουρ- 
yol und der πολιτιχοί, weil er 
selbst ein πολιτικός ist und als 
solcher gewohnt ist die δημιουργοί 
zu haranguieren: ob er dabei eine 
Gerberei besessen hat oder nicht, 
ist gleichgiltig. Lykon aber ist 
wohl einer der vielen Lehrer der 
Rhetorik gewesen, die ja Plato und 
Sokrates so oft lächerlich machen 
und als deren Typus Lysias dem 
Sokrates galt. Dann steckt er als 
ποιητὴς τῶν λόγων oder λογο- 
ποιός unter den ποιηταὶ τῶν τρα- 
γῳδιῶν καὶ τῶν διϑυράμβων καὶ 
οἱ ἄλλοι, von denen im 7. Ka- 


ἀτεολογία πρὸς ὑμᾶς" πρὸς 


pitel die Rede war. Die Ruhe und 
das stolze Selbstbewufstsein des 
Redners kennzeichnet der Schlufs 
des ersten ‚Teiles der Rede, das 
ϑαυμάζοιμ᾽ ἂν εἰ οἷός T εἴην 
γὼ ὑμῶν ταύτην τὴν διαβολὴν 
ἐξελέσϑαι κι τ. &. Dals Sokrates 
mit seinem Zweifel an dem Erfolg 
seiner Rede recht hatte, kann man 
sich auch sagen, ohne den Aus- 
gang des Prozesses zu kennen: ein 
gewöhnlicher Geist vermag die Be- 
rechtigung einer Erscheinung, wie 
die des athenischen Weisen ist, 
nicht zu begreifen. Würde $okra- 
tes in unseren Tagen von 500 Ge- 
schworenen freigesprochen sein, 
wenn man die Anklage zu einer 
Frage der sogenannten höheren Po- 
litik gemacht hätte? Würde man 
ihn etwa nach dem Kriege von 
1870—1871 in Frankreich freige- 
sprochen haben, wenn es seine An- 
kläger verstanden hätten, den tief- 
gekränkten Nationalstolz gegen ihn 
aufzuregen? Ich glaube kaum. Wir 
Wilden sind nicht etwa bessere 
Menschen! 


26 HAATQNOL 


δὲ Πέλητον τὸν ἀγαϑόν re χαὶ φιλόττολιν, ὥς φησι, χαὶ 
τοὺς ὑστέρους μετὰ ταῦτα πειράσομαι ἀπολογεῖσϑαι. 
αὖὐϑις γὰρ δή, ὥσπερ ἑτέρων τούτων ὄντων χατηγόρων, 
λάβωμεν αὖ τὴν τούτων ἀντωμοσίαν. ἔχει δέ πως ὧδε" 
Σωχράτη φησὶν ἀδικεῖν τούς τε νέους διαφϑεέροντα χαὶ 
ϑεοὺς οὺς ἡ πόλις νομίζει οὐ νομίζοντα, ἕτερα δὲ δαι- 
μόνια χαινά. τὸ μὲν δὴ ἔγχλημα τοιοῦτόν ἐστι" τούτου 
δὲ τοῦ ἐγχλήματος ἕν ἕχαστον ἐξετάσωμεν. φησὶ γὰρ 
δὴ τοὺς νέους ἀδικεῖν με διαφϑείροντα. ἐγὰ δέ, « ἄν- 
does ᾿ϑηναῖοι, ἀδικεῖν φημὶ Meinrov, ὅτι σπουδῇ χα- 
ριεντίζεται, δᾳδίως εἰς ἀγῶνας χαϑιστὰς ἀνϑρεπους, 
περὶ πραγμάτων προσποιούμενος σπουδάζειν χαὶ κήδε- 
σϑαι, ὧν οὐδὲν τούτῳ πώποτε ἐμέλησεν. ἐς δὲ τοῦτο 


ca » G \ δὺς 2 ὃ “Ὁ 
ουτῶς EYEL, ζεξειρασομαιΐν χαι υμὲν ETTLOELSAL. 


12. Καί μοι δεῦρο, w Πέλητε, εἰπέ" ἄλλο τε n 


Kap. 11. Die Worte ὡς φησι 
zu MEintov τὸν ἀγαϑόν τε χαὶ 
φιλόπολιν sagen deutlich, dals die 
Ankläger den Sokrates einen x«- 
χὸς πολίτης genannt hatten, der 
sich um das Wohl des Staates nicht 
kümmere. Natürlich haben sie sich 
selbst dabei nicht als gute und va- 
terlandsliebende Männer gepriesen, 
sondern Sokrates legt ihnen sar- 
kastisch die Epitheta bei: wenn 
sie, sagt er, es für ihre Pflicht er- 
achten, einen schlechten Bürger, 
der sein Vaterland vernachlässigt, 
anzuklagen, dann müssen sie sich 
doch für Musterbürger halten. Höh- 
nisch verliest er dann die Anklage, 
deren einzelne Teile ja bereits als 
haltlos hingestellt worden sind, und 
dreht nunin überraschendster Weise 
den Spie(s um, macht aus dem «dı- 
κεῖ Σωχράτης ein ἀδιχεῖ Ἠέλη- 
τος. Er begründei dann das ἀδὲ- 
χεῖ mit dem bittersten Sarkasmus, 
wenn er den Meletos Ernst erheu- 
cheln lälst (σπουδῇ χαριεντίζεσθαι 
„mit ernster Miene Scherz und Spott 
treiben“), wenn er ihm Leichtfertig- 
keit vorwirft, mit der er Leute vor 


Gericht ziehe (eis ἀγῶνας χαϑι- 
στάναι!) und wenn er sagt, er si- 
muliere ernstliche Sorge (σπονδά- 
Gew xal χήδεσϑαι) um Dinge, die 
ihn gar nicht kümmern, eine Sorge, 
an die zu glauben schon sein Name 
verbietet; denn in den Worten ὧν 
οὐδὲν τούτῳ πώποτε ἐμέλησεν 
weist das ἐμέλησεν ironisch auf 
den Namen Meinrog zurück. 

Kap. 12. Die Anspielung des 
μέλει auf den Namen έλητος geht 
durch das ganze Kapitel, und man 
fühlt die Wirkung dieses Hohnes 
recht, wenn man die so oft wie- 
derholte Anrede ὦ Meinre etwa 
mit „Freund Kummer“ übersetzt. 
Zumal der Schluls des Kapitels 
klingt dann sehr wirkungsvoll: „Ja, 
Freund Kummer, du zeigst zur Ge- 
nüge, dafs du niemals besorgt warst 
um die Jugend und beweisest klar 
deire Kummerlosigkeit; denn dn 
hast dich gar nicht gekümmert um 
die einzelnen Klagepunkte.“ 

Der Satz, dals man einen Poli- 
liker am sichersten zu grunde 
richte, wenn man ihn lächerlich 
mache, dürfte sich auch auf einen 


ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 27 


περὶ πολλοῦ moLel, όπως ὡς βέλτιστοι ol νεώτεροι ἔσον- 
ται; Ἔγωγε. Ἴϑι δὴ νῦν εἰπὲ τούτοις, τίς αὐτοὺς βελ- 
τίους ποιεῖ; δῆλον γὰρ ὅτι οἶσϑα, μέλον γέ σοι. τὸν μὲν 
γὰρ διαφϑείροντα ἐξευρών, ὡς φής, ἐμὲ εἰσάγεις του- 
τοισὶ καὶ κατηγορεῖς" τὸν δὲ δὴ βελτίους ποιοῦντα ἴϑι 
eirtt χαὶ μήνυσον αὐτοῖς, τίς ἐστιν. δρᾷς, ὦ Πέλητε, 
ὅτε σιγᾷς nal οὐχ ἔχεις einelv; χαί τοι οὐχ αἰσχρόν σοι 
δοχεῖ εἶναι χαὶ ἱχανὸν τεκμήριον οὗ δὴ ἐγὼ λέγω, ὅτι 
σοι οὐδὲν μεμέληκεν; ἀλλ᾽ εἰπέ, ὦ ᾿γαϑέ, τίς αὐτοὺς 
ἀμείνους morei; Οἱ νόμοι. AAN οὐ τοῦτο ἐρωτῶ, ὦ ὠ βέλ- 
τιστε, ἀλλὰ τίς ἄνθϑρωτστος, ὅστις χερῶτον χαὶ αὐτὸ τοῦτο 
οἶδε, τοὺς γόμους. Οὗτοι, ὦ Σώχρατες, οἱ δικασταί. 
Πῶς λέγεις, ὠ Μέλητε; οἵδε τοὺς νέους παιδεύειν οἷοί 
τέ εἰσι καὶ βελτίους ποιοῦσι; Πάλιστα. Πότερον ἅττιαν- 
τες, ἢ οἱ μὲν αὐτῶν, οἱ δ᾽ οὔ; Ἅπαντες. Ev γε νὴ τὴν 
Hoav λέγεις, καὶ πολλὴν ἀφϑονίαν τῶν ὠφελούντων. 
τί δὲ δή; οἵδε οἱ ἀχροαταὶ βελτίους τιοιοῦσιν, ἢ οὔ; 
Καὶ οὗτοι. Τί δὲ οἱ βουλευταί; Καὶ οἱ βουλευταί. 
Ah) ἄρα, a Μέλητε, μὴ οἱ ἐν τῇ ἐκκλησίᾳ, οἱ ἐκκλη- 


Ankläger anwenden lassen; denn τίς αὐτοὺς βελτίους ποιεῖ; die 
die erste Voraussetzung der An- Worte: in weilst’s ja natürlich, 


klage ist der Ernst; sobald ihr da- 
her die Schellenkappe aufgesetzt 
wird, mufs sie verloren sein. Die 
drastische Komik unseres Kapitels 
spricht nun fast aus jedem Worte. 
Spalshaft sind in ihrem Hohne 
gleich die ersten Worte: χαί μοι 
δεῦρο, ὦ έλητε, εἰπέ. Denn das 
δεῦρο ist natürlich nicht zu εἰπέ 
zu ziehen, sondern bildet einen 
Ausruf, eine Aufforderung für sich, 
der das Verbum der Bewegung, das 
ἐλϑέ, fehlt. In dieser Weise redet 
man aber niemand an, den man 
achtet, sondern höchstens jemand, 
den man blotlsstellen und den man 
von vornherein seine Überlegenheit 
fühlen lassen will. Höhnisch ist 
dann das lange Zaudern mit der 
Antwort auf die im Hinblick auf 
die Anklage überraschende Frage: 


du kümmerst dich ja drum“ u. 8. w. 
Höhnisch ist die dem Meletos zu- 
erst untergeschobene Antwort: οἱ 
vouoı, denn sie klingt schlau und 
ist dabei doch einfältig, weil sie 
eine ausweichende Antwort ist; und 
dann die Art, wie Sokrates ihn 
zwingt Schritt vor Schritt dem Ge- 
ständnis zuzueilen, dafs alle Welt 
aulser dem Angeklagten die Ju- 
gend besser mache. Darf er doch 
nicht nein sagen, auch nicht auf 
die Frage ἅπαντα; Denn sonst 
wird ihm entgegengehalten: Warum 
klagst du denn allein den Sokrates 
an? Bitter ironisch ist ferner das 
Staunen, welches der Redner simu- 
liert, die Frage: πῶς λέγεις; der 
Schwur: εὖ γε vn τὴν “Πραν λέ- 
γεις, die verwunderten Ausrufe : 
καὶ πολλὴν ἀφϑονίαν τῶν ὠφε- 


28 TIAATONOE 


, ‚ x , a > - 
σιασταί, διαφϑείρουσι τοὺς νεωτέρους; ἢ κἀκεῖνοι βελ- 
τίους ποιοῦσιν ἅπαντες; Κακεῖνοι. Πάντες ἄρα, ὡς 
» > - \ > N - \ 2 - 
ἔοιχεν, «ϑηναῖοι καλοὺς χαγαϑοὺς ποιοῦσι τιλὴν ἐμοῦ, 
> N \ [4 ’ a ΄ 4 ΄ 
ἐγὼ δὲ μόνος διαφϑείρω. οὕτω λέγεις; Πάνυ σφόδρα 
ταῦτα λέγω. Πολλήν γ᾽ ἐμοῦ κατέγνωχας δυστυχίαν. 
χαί μοι ἀπόχριναι᾽ ἡ xal περὶ ἵππους οὕτω σοι δοχεῖ 
ἔχειν" οἱ μὲν βελτίους ποιοῦντες αὐτοὺς πάντες ἄνϑρω- 

5 Ὁ ΄ ’ A ΄ ΄ 
σοι εἶναι, εἷς δέ τις ὃ διαφϑείρων; ἢ τοὐναντίον τούτου 
πᾶν εἷς μέν τις ὃ βελτίους οἷός τ᾽ ὧν ποιεῖν ἢ πάνυ 
29, ΕΠ Ε διε c \ εν - \ - 
ὀλίγοι, οἱ ἱτεπτικοί" οἱ δὲ πολλοὶ ξάντεερ ξυνῶσιε καὶ χρῶν- 

[4] " 2 ar 2 3 
ται ἵπποις, διαφϑείρουσιν; οὐχ οὕτως ἔχει, ὦ Meint, 
χαὶ περὶ ἵπσπτων καὶ τῶν ἄλλων ἁπάντων ζώων; πάντως 
δήπου, ἐάν τε σὺ χαὶ Γάνυτος οὐ φῆτε ἐάν τε pre’ 
πολλὴ γὰρ ἂν τις εὐδαιμονία εἴη περὶ τοὺς νέους, εἰ εἷς 
\ ’ > \ ’ ς 2 » > - 
μὲν μόνος αὐτοὺς διαφϑείρει, οἱ δ᾽ ἄλλοι ὠφελοῦσιν. 
> \ ΄ 3 , ς - 2 " a > 7 
ἀλλὰ γάρ, ὦ έλητε, ἱκανῶς ἐπιδείχνυσαι ὅτε oVderw- 
rote ἐφρόντισας τῶν νέων, χαὶ σαφῶς ἀποφαίνεις τὴν 
σαυτοῦ ἀμέλειαν, ὅτε οὐδέν σοι μεμέληκε περὶ ὧν ἐμὲ 
εἰσάγεις. 

13. Ἔτι δὲ ἡμῖν εἶπέ, ὦ πρὸς Διὸς Meiyre, πό- 

= , ᾿ - δ.) 
τερον ἔστιν οἰχεῖν ἄμεινον ἐν πολέταις χρηστοῖς ἢ πὸο- 


λούντων und πολλήν γ᾽ ἐμοῦ κα- 
τέγνωχας δυστυχίαν d. ἢ. „grols 
ist das Unglück, auf welches du 
gegen mich erkennst“; denn x«- 
ταγιγνώσκχειν ist hier gewils mit 
einem Anklang an die gerichtliche 
Bedeutung des Wortes gebraucht. 
Und nun die echt sokratische Wi- 
derlegung: Ist’s mit den Pferden 
ebenso? machen alle Menschen sie 
besser und nur einer verdirbt sie? 
u. s. w. Fragen, denen dann mit 
schneidender Kürze die Antwort an- 
gefügt wird, die Antwort, die jede 
Widerrede zurückweist: πάντως 
δήπου, ἐάν τε σὺ καὶ “Ἄνυτος οὐ 
φῆτε ἐάν TE φῆτε. 

Kap. 13. Und doch ist die ganze 
Beweisführung des vorigen Kapi- 
tels nichts als ein Scherz, bei wel- 


chem nicht dialektische Schärfe, 
sondern einzig Spott, Ironie, Sar- 
kasmus das Wort der Widerlegung 
geführt haben. Es scheint, dals 
Meletos in seiner gewils prunk- 
haften Rede die Gesetze angerufen, 
sich in deklamatorischer Weise 
nicht allein an die δικασταί, son- 
dern auch an die βουλευταί und 
selbst an die ἐχχλησιαστικοί ge- 
wendet habe, dals er sich etwa ge- 
äulsert habe: „Welcher δικαστής, 
welcher βουλευτής, ja welcher &x- 
κληοιχστικὸς wird den Angeklag- 
ten freisprechen können!* Sonst 
würde Plato kaum so wenig logisch 
scharf gesprochen haben. Denn der 
eine Einwurf schlägt ja den Sokra- 
tes: „Ich weils nicht, ob unter den 
Leuten, welche du anführst, sich 


AIOAOTIA ZQKPATOT?. 29 


γηροῖς; ὦ ᾽τᾶν, ἀπόκριναι" οὐδὲν γάρ τοι χαλεττὸν ἐρωτῶ. 
οὐχ οἱ μὲν τπτονηροὶ κακόν τι ἐργάζονται τοὺς del ἐγγυ- 
τάτω ἑαυτῶν ὄντας, οἱ δ᾽ ‚ayadoi ἀγαϑόν τι; Πανυ γε. 
Ἔστιν οὖν ὕστις βούλεται ὑπὸ τῶν ξυνόντων βλάπτεσϑαι 
μᾶλλον ἢ ὠφελεῖσθαι; ἀπόκριναι, ὦ ᾿᾽γαϑέ᾽ καὶ γὰρ ὃ 
γόμος κελεύει ἀποχρίνεσϑαι. ἔσϑ᾽ ὅστις βούλεται βλα- 
πτεσϑαι; Οὐ δῆτα. Φέρε δή, πότερον ἐμὲ εἰσάγεις 
δεῦρο ὡς διαφϑείροντα τοὺς νεωτέρους Aal πονηροτέ- 
ρους ποιοῦντα ἑκόντα ἢ ἄχοντα; Ἑκχόντα ἔγωγε. Τί δῆτα, 
ὦ Μέλητε; τοσοῦτον σὺ ἐμοῦ σοφώτερος εἶ τηλικούτου 
ὄντος τηλικόσδε ὦν, ὥστε σὺ μὲν ἔγνωχας ὅτι οἵ μὲν 
χαχοὶ χαχόν τι ἐργάζονται ἀεὶ τοὺς μάλιστα πλησίον 


-» > \ - 
ἑαυτῶν, οἱ δὲ ἀγαϑοὶ ἀγαϑόν᾽ ἐγὼ δὲ δὴ εἰς τοσοῦτον 
ἀμαϑίας ἥκω, ὥστε χαὶ τοῦτ᾽ ἀγνοῶ, ὅτι, ἐάν τινα μο- 


Männer befinden, welche die Ju- 
gend verderben, und kann solche 
deshalb nicht verfolgen; von dir 
aber glaube ich zu wissen, dafs 
deine Lehre schädlich auf die Jüng- 
linge wirkt“. Denn es ist wohl 
kaum zu denken, dafs Meletos die 
Antworten, welche Plato ihm in 
den Mund legt, gegeben habe, trotz 
der Worte: ἀπόχριναι, ω ᾽γαϑέ, 
χαὶ γὰρ ὃ νόμος χελεύει ἀποχρί- 
γνεσϑαι. Mag immerhin ein Gesetz, 
wie es zu einer Rede des Demo- 
sthenes angegeben wird, in Athen 
giltig gewesen sein: τοῖν ἀντιδί- 
κοιν ἐπάναγκες εἶναι ἀποχρίνα- 
or ἀλλήλοις τὸ ἐρωτώμενον, 
μαρτυρεῖν δὲ un, so ist es doch 
durchaus nicht wahrscheinlich, dafs 
ein Kläger auf so schnöde Fragen 
des Angeklagten zu erwidern ge- 
zwungen gewesen wäre, dafs er 
auf Fragen hätte antworten müs- 
sen, welche wie die des vorigen 
Kapitels gar nicht zur Sache ge- 
hören, wie die: Machen die Richter 
die Jünglinge besser? und dafs Me- 
letos und Anytos so dumm ge- 
wesen wären zu antworten, wie 
das vorige Kapitel angiebt. "Nein, 
die Ironie liegt wohl gerade darin, 


dafs der Redner seinen Gegnern 
solche Antworten unterschiebt. 

Die Logik unseres Kapitels ist 
zwingender: οἵ πονηροὶ χαχόν τι 
ἐργάζονται τοὺς ἀεὶ ἐγγυτάτω 
ἑαυτῶν ὄντας" οὐχ ἕστιν ὅστις 
βούλεται ὑπὸ τῶν ξυνόντων βλα- 
πτεσϑαι᾿ διὸ διαφϑείρων ἐγὼ 
τοὺς νεωτέρους ἄχων διαφϑείρω 
καὶ προσήκει Μελήτῳ ἰδίᾳ λα- 
βόντι ἐμὲ διδάσκειν, ἀλλὰ μὴ 
a εἰσάγειν. Dennoch läfst sich 
auch dagegen sagen: Kann man 
nicht den Umgang aufgeben, sobald 
die νεώτεροι verdorben worden 
sind, wie Sokrates sicher den Um- 
gang mit Kritias in dessen letzter 
Zeit aufgegeben hatte? und sodann: 
Soll denn eine gottilose, die Jugend 
verderbende Lehre deshalb nicht 
geahnt werden, weil der Lehrende 
sie im guten Glauben verbreitet? 
Nein, mit der Wendung: εἰ δὲ ἄκων 
διαφϑείρω x. τ. ὃ. und der vor- 
hergehenden: τοσοῦτον σὺ ἐμοῦ 
σοφώτερος εἶ x. τ. &. kann der 
Redner den Charakter des Anklägers 
herabsetzen, den Richter bestimmen 
kann er damit wohl kaum. 


90. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χϑηρὸν πιοιήσω τῶν ξυνόντων, κινδυνεύσω χαχόν τι λα- 
βεῖν Arc’ αὐτοῦ, ὥστε τοῦτο τὸ τοσοῦτον καχὸν ἑκὼν 
ποιῶ, ὡς φὴς σύ; ταῦτα ἐγώ σοι οὐ τιεέϑομαι, w Me- 
Inte, οἶμαι δὲ οὐδὲ ἄλλον ἀνϑρώτειων οὐδένα" ἀλλ᾽ ἢ 
οὐ διαφϑεί ) εἰ διαφϑεί χ υ ) y 
φϑείρω, ἢ εἰ διαφϑείρω, ἄκων, ὥστε σύ γε κατ 
ἀμφότερα ψεύδει. εἰ δὲ ἄκων διαφϑείρω, τῶν τοιούτων 
χαὶ ἀχουσίων ἁμαρτημάτων οὐ δεῦρο νόμος εἰσάγειν 
ἐστίν, ἀλλ᾽ ἰδίᾳ λαβόντα διδάσκειν καὶ νουϑετεῖν" δῆλον 
γὰρ ὅτι, ἐὰν μάϑω, παύσομαι ὅ γε ἄκων ποιῶ. σὺ δὲ 
, , \ , BU \ > > , 
ξυγγενέσϑαι μέν μοι καὶ διδάξαι ἔφυγες καὶ οὐχ ηϑέλη- 
σας, δεῦρο δὲ εἰσάγεις, οἵ νόμος ἐστὶν εἰσάγειν τοὺς 
κολάσεως δεομένους, ἀλλ᾽ οὐ μαϑήσεως. 
2 ’ 5 Pr a 
14. Alla γάρ, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, τοῦτο μὲν 
δῆλον ἤδη ἐστίν, ὃ ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι ἹΜΠελήτῳ τούτων 
οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν πώποτε ἐμέλησεν" ὅμως δὲ δὴ 
λέγε ὑμῖν, πῶς μὲ φὴς διαφϑεέρειν, ὦ Μέλητε, τοὺς 
γεωτέρους; ἢ δῆλον δὴ Ürı κατὰ τὴν γραφήν, ἣν ἐγράψω, 
ϑεοὺς διδάσχοντα un νομέζειν οὺς ὑ πόλις νομίζει, ἕτερα 
δὲ δαιμόνια χαινά; οὐ ταῦτα λέγεις ὅτι διδάσκων δια- 
N ΄ \ 3 ΄ - ͵΄ \ Fe 
φϑείρω; Πάνυ μὲν οὖν σφόδρα ταῦτα λέγω. Πρὸς αὐτῶν 


Kap. 14. Nachdem Sokrates noch 
einmal im Eingange den Meletos 
einen Jeichtfertigen Mann genannt 
hat (ὅτι Μελήτῳ τούτων οὔτε 
μέγα οὔτε σμιχρὸν πώποτε ἐμέ- 
λησεν), zerlegt er, immer sarka- 
stisch auf den anwesenden Klä- 
ger zeigend und ihn durch Anre- 
den und durch Antworten, welche 
er seiner Anklagerede entnimmt 
und ihm von neuem in den Mund 
legt, blofsstellend, die Anklage wie 
mit dem Seciermesser und weist 
je langsamer, um so bitterer die 
Haltlosigkeit derselben nach. Nur 
darf man sich, ich wiederhole es, 
ja nicht einbilden, dafs Meletos die 
Fragen des Redners wirklich jedes- 
mal so beantwortet, wie die Rede 
es anführt. Was würde das für 
eine Rede gewesen sein, die den 
Redner nach jedem Satze eine Pause 


machen und auf die Antwort des 
Gegners, die zögernde Antwort 
eines an dem Pranger stehenden 
Mannes warten läfst! Nein, Mele- 
tos hat in seiner Rede in deklama- 
torischer Art gesagt, Sokrates ge- 
höre zu jener Art von Philosophen, 
welche überhaupt an keine Götter 
glauben, welche die Sonne für einen 
glühenden Stein und den Mond für 
eine Erde halten u. s. w. und diese 
seine Ausführung vergleicht nun 
Sokrates mit der Formel der An- 
klage. Also langsamen Schrittes wi- 
derlegt er die Klageformel, nach 
jedem Schritt halt machend und auf 
seinen Ankläger mit dem Finger 
zeigend. Zuerst nimmt er das Wort 
διϑάσχων aus der Klageformel her- 
aus und beschwört dann den Geg- 
ner ironisch gerade bei den Göttern, 
von denen die Klage spricht — πρὸς 


ATIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. sl 


τοίνυν, ὦ Μέλητε, τούτων τῶν ϑεῶν, ὧν νῦν ὃ λόγος 
ἐστίν, εἰπὲ ἔτι σαφέστερον χαὶ ἐμοὶ καὶ τοῖς ἀνδράσι 
τουτοισί. ἐγὼ γὰρ οὐ δύναμαι μαϑεῖν, πότερον λέγεις 
διδάσκειν μὲ νομίζειν εἶναί τινας ϑεούς, καὶ αὐτὸς ἄρα 
vouilw εἶναι ϑεούς, χαὶ οὐκ εἰμὶ τὸ παράπαν ἄϑεος 
οὐδὲ ταύτῃ ἀδικῶ, ol μέντοι οὕσττερ γε 1 πόλις, ἀλλ᾽ 
ἑτέρους, χαὶ τοῦτ᾽ ἔστιν ὅ μοι ἐγκαλεῖς, ὅτε ἑτέρους" ἢ 
παντάπασί μὲ φὴς οὔτε αὐτὸν νομίζειν ϑεοὺς τούς τὲ 
ἄλλους ταῦτα διδάσχειν. Tavra λέγω, ὡς τὸ παράπαν 
οὗ νομίζεις ϑεούς. Ὦ ϑαυμάσιε ἸΠέλητε, ἵνα τί ταῦτα 
λέγεις; οὐδὲ ἥλιον οὐδὲ σελήνην ἄρα νομίζω ϑεοὺς εἶναι, 
ὥστεερ οἱ ἄλλοι ἄνϑρωποι; Ma Ai’, ὦ ἄνδρες δικασταί, 
ἐπεὶ τὸν μὲν ἥλιον λέϑον φησὶν εἶναι, τὴν δὲ σελήνην 
γῆν. ᾿Αναξαγόρου οἴει κατηγορεῖν, ὦ φίλε Μέλητε, καὶ 
οὕτω καταφρονεῖς τῶνδε καὶ οἴει αὐτοὺς ἀπείρους γραμ- 
μάτων εἶναι, ὥστε οὐχ εἰδέναι ὅτι τὰ ᾿Αναξαγόρου βι- 
βλία τοῦ Κλαζομενίου γέμει τούτων τῶν λόγων; χαὶ δὴ 
χαὶ οἱ νέοι ταῦτα παρ᾽ ἐμοῦ μανϑάνουσιν ἃ ἔξεστιν 
ἐνίοτε, εἰ πάνυ πολλοῦ, δραχμῆς ἐκ τῆς ὀρχήστρας περι- 
αμένους Σωχράτους χαταγελᾶν, ἐὰν ττροσποιῆται ἑαυτοῦ 


αὐτῶν τούτων τῶν ϑεῶν -- 
das Objekt der Sokratischen Lehre 
zu bestimmen. Dann vergleicht er 
das νομίζειν ϑεοὺς der Klage mit 
dem der Rede des Meletos. Die 
Klageformel behauptet nur, dafs der 
Angeklagte die Götter des Staates 
verleugne; die Klagerede sagt: ro 
παράπαν Iwzoorns οὐ νομίζει 
ϑεούς. Würde ein einigermalsen 
überlegender Mann, durch den Frage- 
steller aufmerksam gemacht, eine 
solche Antwort gegeben und sich 
nicht vielmehr einfach auf den Wort- 
laut der ἀντωμοσία berufen ha- 
ben? Sehr drastisch verweilt der 
Redner bei dieser Antwort; ὦ ϑαυ- 
μάσιε Μέλητε nennt er ironisch 
den Gegner und wirft ihm sofort 
das Gedankenlose seines Satzes 
vor: ἵνα τί ταῦτα λέγεις; (ἵνα τί 


scil. γένηται, wie gewöhnlich er- 
klärt wird) d. i. „damit du was be- 


weisest, sagt du das?“ oder: „was 


willst du damit sagen?“ Treflend 
benutzt er das angezogene Beispiel 
von der Sonne und dem Monde. 
Die Anklage ist formell falsch; denn 
sie trifft nicht den Angeklagten, 
sondern den Anaxagoras; sie ist 
rücksichtslos gegen die Richter; 
denn sie hält diese für ἀπείρους 
γραμμάτων, für Männer, die in der 
attischen Litteratur (γράμματα) 
nicht zu Hause sind; sie zeugt end- 
lich von der Beschränktheit des 
Klägers; denn soviel wenigstens 
mulste er sich sagen können, dafs 
Sokrates keine Zuhörer finden 
werde für Sätze, die man bereits 
von der Bühne herab zu hören be- 
kommen konnte, 


32° TIAATONOX 


εἶναι, ἄλλως Te καὶ οὕτως ἄτοπα ὄντα. ἀλλ᾽ ὦ πρὸς 
Διός, οὑτωσί σοι δοκῶ οὐδένα νομίζειν ϑεὸν εἶναι; Οὐ 
μέντοι μὰ NM οὐδ᾽ διτωστιοῦν. ᾿Απιστός γ᾽ εἶ, ὦ Me- 
λητε, χαὶ ταῦτα μέντοι, ὡς ἐμοὶ δοχεῖς, σαυτῷ. ἐμοὶ γὰρ 
δοκεῖ οὗτοσί, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, πιάνυ εἶναι ὑβριστὴς 
χαὶ ἀκόλαστος, χαὶ ἀτεχνῶς τὴν γραφὴν ταύτην ὕβρει 
τινὶ χαὶ ἀκολασίᾳ καὶ νεότητι γράψασϑαι. ἔοιχε γὰρ 
ὥσττερ αἴνιγμα ξυντιϑέντι διαπειρωμένῳ, ἄρα γνώσεται 
Σωχράτης ὃ σοφὸς δὴ ἐμοῦ χαριεντιζομένου χαὶ ἐναντέ᾽ 
ἐμαυτῷ λέγοντος, ἢ ἐξαττατήσω αὐτὸν χαὶ τοὺς ἄλλους 


τοὺς ἀχούοντας; 


οὗτος γὰρ ἐμοὶ φαίνεται τὰ ἐναντία 


λέ DES ς ἕω Ἢ - - [4 ΒΡ) 2 » Ξ 
EYELIV αὑτὸς ξαυτῳ ὃν τῇ γραφῇ; WOTTEO ἂν δὶ ξίσοι 


ἀδιχεῖ 


Die Worte ἄλλως τε χαὶ οὕτως 
ἄτοπα ὄντα heilsen: „zumal da 
es sich um Fragen so seltsamer, 
auffälliger Art handelt“. Zu einem 
abfälligen Urteil über Anaxagoras 
ist hier gar nicht der Ort, wenn 
auch nicht blofs nach der von Cron 
angezogenen Stelle (Xenoph. IV, 
7, 7), sondern aus Aulserungen Pla- 
tos selbst geschlossen werden muls, 
dafs Sokrates und er keine grolsen 
Verehrer des Klazomeniers gewe- 
sen sind. — Die auf die nächste 
höhnische Frage erfolgende Ant- 
wort kann nun Meletos sicher nicht 
gegeben haben, schon deshalb nicht, 
weil er sie kurz vorher (τὸ παρά- 
παν οὐ νομίζεις ϑεούς) schon ein- 
mal gegeben hatte und nach der 
Auseinandersetzung des Sokrates 
über die Lehre des Anaxagoras, 
durch die er blamiert ist, doch un- 
möglich in noch stärkerer Form 
wiederholen kann; denn eine stär- 
kere Versicherung als οὐ μέντοι μὰ 
A οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν läfst sich 
kaum denken, „Nein, die rhetorische 
Frage (ἀλλ᾽ ὦ πρὸς Διὸς x. τ. ὃ.) 
dient mit ihrer Antwort nur als 
Übergang zu dem absprechendsten, 
schärfsten Urteile: ἄπιστος εἶ du 


Σωχράτης ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἀλλὰ ϑεοὺς νομίζων. 
χαί τοι τοῦτό ἐστι τταίζοντος, 


verdienst keinen Glauben, χαὲ 
ταῦτα μέντοι σαυτῷ und zwar 
nicht einmal seitens deiner selbst 
d. i. „du glaubst selbst nicht, was 
du sagst“. Und nun die in der 
Apostrophe an die Richter gebrauch- 
ten niederschmetternden Ausdrücke, 
die an Demosthenes’ Urteil über 
Philipp oder an Ciceros Catilinarien 
in ihrer Fülle erinnern: vo ἱστὴς 
καὶ ἀκόλαστος, ὕβρει καὶ ἀχο- 
λασίᾳ καὶ ᾿γεότητι, ferner die Aus- 
drücke αἴνιγμα ξυντιϑέναι, χάρις 
εἐντίζεσϑαι, ἐξαπατᾶν, ἐναντία 
λέγειν ἑαυτῷ und endlich die ver- 
besserte Klageformel: ἀδικεῖ Σὼ- 
χράτης ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἀλλὰ 
ϑεοὺς νομίζων mit ihrem Schlufs- 
wort: τοῦτο ἐστι παίζοντος „das 
ist dummes Zeug“, 

Zu den Worten & & ἔξεστιν ἐνίοτε 
δραχμῆς ἐχ τῆς ὀρχήστρας πρια- 
μένοις x. τ. ὃ. ist zu bemerken, 
dafs Dichter, wie Euripides, es lieb- 
ten.-von der Bühne herab oder in 
den Chorgesängen (die ὀρχήστρα 
ist der dem Chor zugewiesene 
Raum zwischen Bühne und Zu- 
schauerraum) philosophische Leh- 
ren vorzutragen, Mit δραχμή ist 
auf das geringe Eintrittsgeld hin- 


ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 33 


15. Ξυνεπισχέψασϑε δή, ὦ ἄνδρες, ἣ μοι φαίνεται 
ταῦτα λέγειν" σὺ δὲ ἡμῖν ἀπόκριναι, ὠ Μέλητε" ὑμεῖς 
δέ, ὅπερ κατ᾽ ἀρχὰς ὑμᾶς παρητησάμην, μέμνησϑέ μοι 
μὴ ϑορυβεῖν, ἐὰν ἐν τῷ εἰωθότι τρόπῳ τοὺς λόγους 
ποιῶμαι. ἔστιν ὅστις ἀνϑρώπων, ὦ Meinte, ἀνθρώπεια 
μὲν νομέζει πράγματ᾽ εἶναι, ἀνϑρώπους δὲ οὐ νομίζει; 
ἀτιοχρινέσϑω, ὦ ἄνδρες, χαὶ μὴ ἄλλα καὶ ἄλλα Jogv- 
βείτω" E09 ὕστις ἵππους μὲν οὐ νομέζει εἶναι, ἱτετεικὰ 
δὲ πράγματα; ἢ αὐλητὰς μὲν οὐ γομέξει, αὐλητικὰ δὲ 
πράγματα; 00% ἔστιν, ὦ ἄριστε ἀνδρῶν" εἰ μὴ σὺ βούλει 
ἀποχρίνασϑαι, ἐγὼ σοὶ λέγω χαὶ τοῖς ἄλλοις τουτοισί. 
ἀλλὰ τὸ ἐπὶ τούτῳ γε ἀπόκριναι" ἔσϑ᾽ ὅστις δαιμόνια 


\ / 3 
μὲν νομίζει πράγματ 
2 32) 
Οὺυχ ἔστιν. 
τωνὶ ἀναγχαζόμενος. 


gewiesen: für eine Drachme konnte 
man das Theater dreimal besuchen. 

Kap. 15. Formell ist der Beweis 
auch dieses Kapitels tadellos: Mele- 
tos sagt in seiner Klage, ich, So- 
krates, glaube an δαιμόνια (ἕτερα 
δὲ δαιμόνια καινὰ εἰσηγούμενος); 
δαιμόνια weisen auf δαίμονες hin, 
wer also an δαιμόνια glaubt, mufs 
auch an δαίμονες glauben; δαίμο- 
vec sind aber Kinder der ϑεοί; der 
Glaube an δαίμονες hat also den 
an ϑεοί zur Voraussetzung; folg- 
lich leidet die Anklage an einem 
Widerspruch, wenn sie meinen Glau- 
ben an δαιμόνια zugiebt und mir 
den an ϑεοί abspricht. Hätte sich 
Meletos in seiner Rede streng an 
seine Anklageformel gehalten, so 
würde ihm Sokrates mit seiner 
Schlufsfolgerung nicht haben bei- 
kommen können; denn die ἄντω- 
μοσία sagt nur: οὗς ἡ πόλις νομί- 
ζει ϑεοὺς οὐ νομίζων, sie schliefst 
also den Glauben an Götter über- 
haupt nicht aus. Der Kläger hat 
sich aber in seiner Rede, wie wir 
sahen, bis zu dem Satze verstiegen: 

Plato, Apologie. Krito. 


εἶναι, δαίμονας δὲ οὐ νομέζει; 
Ὥς ὥνησας, ὅτι μόγις ἀπεχρίνω ὑπὸ του- 
οὐχοῦν δαιμόνια μὲν φής με καὶ 
γομίέζειν καὶ διδάσχειν, εἴτ᾽ 


οὖν χαιγὰ εἴτε παλαιά" ἀλλ᾽ 


Σωχράτης τὸ παράπαν οὐ νομί- 
ζει ϑεούς, deshalb kann er jetzt 
kaum ausweichen. Anders steht die 
Sache aber mit den Richtern, die 
sich mit dem Kläger zu verrennen 
nicht nötig haben. Die ἀντωμο- 
σία hat augenscheinlich das soge- 
nannte δαιμόνιον des Sokrates im 
Auge, wenn sie sagt, er führt dau- 
μόνια χαινά ein d. i. δαιμόνια, 
welche als χαινά mit den δαίμο- 
vec und den ϑεοί der Götterlehre 
gar nichts zu thun haben. Sokrates 
widerlegt also nur die Rede, nicht die 
Anklage. Sodann aber verliert der 
Beweis seine erste Voraussetzung 
und fällt damit zusammen, sobald 
wir unter δαιμόνια Arten des δαι- 
μόνιον verstehen, von dem Sokra- 
tes als von einer inneren Stimme, 
welche ihn vor allem Unrecht warnt, 
redet. Sein δαιμόνιον ist nichts als 
ein bildlicher Ausdruck, der als sol- 
cher auf einen Glauben an δαίμο- 
γες oder an ϑεοί gar nicht schlielsen 
lälst. 

Dafs klare Köpfe wie Sokrates 
und Plato das nicht Stichhaltige 


3 


34 HAATQNOE 


οὖν δαιμόνιά γε νομίζω κατὰ τὸν σὸν λόγον, χαὶ ταῦτα 
χαὶ διωμόσω ἐν τῇ ἀντιγραφῆ. εἰ δὲ δαιμόνια νομίζω, 
χαὶ δαίμονας δήπου zcollm ἀνάγκη νομίζειν μέ ἔστιν" 
οὐχ οὕτως ἔχει; ἔχει δή" τίϑημι γάρ σε ὁμολογοῦντα, 
ἐπειδὴ οὐκ ἀποχρίνει. τοὺς δὲ δαέμονας οὐχὶ ἤτοι 
ϑεούς γε ἡγούμεϑα ἢ ϑεῶν παῖδας; φὴς ἢ οὔ; Πάνυ γε. 
Οὐχοῦν εἴπερ δαίμονας ἡγοῦμαι, ὡς σὺ φής, εἰ μὲν ϑεοί 
τινές εἶσιν οἱ δαίμονες, τοῦτ᾽ ἂν εἴη ὃ ἐγώ φημέ oe 
αἰνίττεσϑαι χαὶ χαριεντίζεσϑαι, ϑεοὺς οὐχ ἡγούμενον 
φάναι ἐμὲ ϑεοὺς αἱ ἡγεῖσϑαι πάλιν, ἐπειδήπερ γε δαί- 
μονας ἡγοῦμαι" εἰ δ᾽ αὖ οἱ δαίμονες ϑεῶν παῖδές εἰσι 
νόϑοι τινὲς ἢ ἐκ νυμφῶν ἢ ἔχ τινων ἄλλων, ὧν δὴ καὶ 
λέγονται, τίς ἂν ἀνθρώπων ϑεῶν μὲν παῖδας ἡγοῖτο 
εἶναι, ϑεοὺς δὲ μή; ὁμοίως γὰρ ἂν ἄτοττον εἴη, ὥσπερ 
ἂν εἴ τις ἵσισιων μὲν παῖδας ἡγοῖτο — ἢ καὶ ὄνων τοὺς 
ἡμιόνους ---, ἵππους δὲ καὶ ὄνους μὴ ἡγοῖτο εἶναι. ἀλλ᾽, 


auch dieses Beweises nicht sollten 
erkannt haben, ist natürlich nicht 
anzunehmen, und noch weniger, 
dafs so edle Herzen sich eines Ad- 
vokatenkniffes sollten bedient ha- 
ben, um den Gegner zu schlagen. 
Nein, Sokrates verfolgt hier viel- 
mehr nur ein anderes Ziel, als das, 
sich selbst zu ver teidigen; er will 
nur nachweisen, ὅτι “Μελήτῳ οὐ- 
δὲν “μεμέληκε περὶ ὧν Σωχράτη 
εἰσάγει oder, wie er Kap. ‚16 sagt, 
ὅτι οὐχ ἀδικῶ κατὰ τὴν Με. 
λήτου γραφήν. Dem eigent- 
lichen Wesen der Klage geht er da- 
bei nicht aus dem Wege, wie der 
erste Teil der Apologie und wie 
der bald folgende Teil zeigt; er 
bietet ihm vielmehr mit edler Über- 
zeugungstreue und klarem Mannes- 
mute die Stirn. Diese Art der Wi- 
derlegung des Meletos hat dann für 
die ganze Rede noch eine andere 
Bedeutung: sie giebt ein Beispiel 
des τρόξοος ἐξετάσεως, von dem 
der Teil der Apologie gespro- 
ἐμᾶς hatte. Mit viel rhetorischer 
Kunst wiederholt der Redner die 


Aufforderung an Meletos zu ant- 
worten: σὺ δὲ ἡμῖν ἀπόκριναι — 
ἀποχρινέσϑω, ὦ ἄνδρες --- εἰ ven 
σὺ βούλει ἀποχρίνασϑαι x. τ. ὃ. 
— oc ὥνησας (d. i, was du gut 
bist!), ὅτι μόγις ἀπεχρίνω und 
endlich τίϑημι γάρ σε ὁμολογοῦν- 
τα, ἐπειδὴ οὐχ ἀποχρίνει. So- 
krates braucht aber nach jedem 
Schritte vorwärts ein retardieren- 
des Moment, um seinen Hohn wir- 
ken zu lassen, und das bietet ihm 
jede solche Anrede. 

Mit Stallbaum habe ich die Les- 
art der Handschriften ὥσπερ ἂν εἴ 
τις ἵππων μὲν παῖδας ἡγοῖτο ἢ 
καὶ ὄνων, τοὺς ἡμιόνους, beibe- 
halten und weder mit Hermann 
τοὺς ἡμιόνους noch mit Cron das 
χαὶ eingeklammert, ‚habe aber zwi- 
schen ἡγοῖτο und ἡ einen Gedan- 
kenstrich gesetzt, weil ich mir 
denke, ‚ein fingierter Zwischenruf: 
»καὶ ὄνων" veranlasse ‚den Redner 
zu den Worten ἢ καὶ “ὄνων hen 
ἵππων καὶ ὄνων, τοὺς ἡμιόνους. 
Ein solcher Zwischenruf ist bei der 
Unruhe einer Versammlung, die Ja 


AIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 35 
5 N 2 27 Ω \ » 3. ἀν τὸ , x 
ω ἸΜέλητε, οὔκ ἔστιν ὅπως σὺ ταῦτα οὐχί EIER ΠΒ Θ ΟΊ 
γος ἡμῶν ἐγράψω τὴν γραφὴν ταύτην ἢ ἀποριῶν ὅ τι 
ἐγκαλοῖς ἐ ἐμοὶ ἀληϑὲς ἀδίκημα" ὅπως δὲ σύ τινα πείϑοις 
ἂν καὶ σμιχρὸν νοῦν ἔχοντα ἀνϑρώπων, ὡς οὐ τοῦ αὖ- 
τοῦ ἐστὶ χαὶ δαιμόνια καὶ ϑεῖα ἡγεῖσϑαι, nal av τοῦ 
αὐτοῦ μήτε δαίμονας μήτε ϑεοὺς μήτε ἥρωας, οὐδεμία 
μηχανή ἔστιν. 
16. ᾿“λλὰ γάρ, w ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ὡς μὲν Eye 
2 2 - \ \ ’ 7 2 » 
οὐχ ἀδιχῶ χατὰ τὴν ελήτου γραφὴν, οὐ πολλῆς μοι 
δοχεῖ εἶναι ἀπολογίας, ἀλλ᾽ ἱκανὰ καὶ ταῦτα" ὃ δὲ καὶ 
2 Ἃ "3 2 “ ‚ 2 ᾿ - 
ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν ἔλεγον, ὅτι πολλή μοι ἀπέχϑεια γέ- 
γονε χαὶ πρὸς πολλούς, εὖ ἴστε ὅτε ἀληϑές ἔστι. καὶ 
αὖ. DE 5» ER EN ET; > BB 4 cc» 2 , 
τοῦτ᾽ ἔστιν ὁ ἐμὲ αἱρήσει, ξάνπερ αἵρῇ, οὐ ἸΠέλητος 
οὐδὲ Avvrog, ἀλλ᾽ ἡ τῶν πολλῶν διαβολή τε καὶ φϑόνος. 
ἃ δὴ πολλοὺς καὶ ἄλλους χαὶ ἀγαϑοὺς ἄνδρας ἥρηκεν, 
οἶμαι δὲ χαὶ αἱρήσειν" οὐδὲν δὲ δεινὸν μὴ ἐν ἐμοὶ στῇ. 
ἴσως δ᾽ ἂν οὖν εἴποι τις εἶτ᾽ οὐκ αἰσχύνει, ὠ Σώχρα- 
τες, τοιοῦτον ἐπιτήδευμα ἐπιτηδεύσας, ἐξ οὗ κινδυνεύεις 
γυνὶ ἀποθανεῖν; ἐγὼ δὲ τούτῳ ἂν δίκαιον λόγον ἀντεί- 
σέοιμε, ὅτε οὐ καλῶς λέγεις, ὦ ἄνθρωτστε, ei οἴει δεῖν 


die Rede selbst mit ihrem oft wie- 
derkehrenden un ϑορυβεῖτε zuge- 
steht, nicht unwahrscheinlich, zu- 
mal von jemand, der des Redners 
Art Pferde und Kühe und Esel zum 
Vergleich heranzuziehen, kannte; 
er kennzeichnet diese Unruhe 
vielmehr ganz gut. 

Kap. 16. Der folgende Teil der 
Rede trägt eine ganz andere Fär- 
bung als die bisherige Verteidigung. 
Sokrates wendet sich gegen einen 
ehrenwerteren oder wenigstens 
würdigeren Ankläger, als es der 
unreife Meletos war, dessen er nur 
noch beiläufig Erwähnung thut, 
gegen den älteren Staatsmann Any- 
tos. Dem würdigeren Gegner tritt 
er mit der vollen Manneswürde, 
mit dem edelsten Selbstgefühl ent- 
gegen, dem er dabei die reinste 

escheidenheit zu paaren versteht. 


Y 
Und wie kunstvoll leitet er mit 


einem Satze von der bisherigen 
Ironie zum tiefen Ernst über! Er 
erinnert mit kurzem Wort an die 
früher von ihm in ihrem Entstehen 
erklärte ἀπέχϑεια und sagt dann: 
ich weils, als ich verloren bin; 
ἡ τῶν πολλῶν διαβολή τε καὶ 
φϑόνος hat viele wackere Männer 
hinweggerafft und wird auch mich 
fortraffen: οὐδὲν δὲ δεινὸν μὴ ἐν 
ἐμοὶ στῇ „es hat gar keine Gefahr, 
dafs das bei mir halt mache!“ Dann 
weist er den scheinbar verstän- 
digen Vorwurf, dafs er sich einer 
Lebensweise schämen müsse, wel- 
che ihm eine Anklage auf Leben 
und Tod eintrage, mit den herr- 
lichen Worten zurück: οὐ καλῶς 
λέγεις, ὦ «ἄνϑρωπε, εἰ oleı δεῖν 
κίνδυνον ὑπολογίζεσϑαι mr. 8. 
Worte, welche das unumstöfsliche 


3 Ὲ 


Er a 


Tr Te 


u: τ πες 


ἢ 
Mi 
Ἰ 

[ἢ 

fi 


nn ne 


36 ΠΛΑΤΩΝΟΣ f 


xivdvvov ὑπολογίζεσθαι τοῦ ζῆν ἢ τεϑνάναι ἄνδρα ὅτου 
τι χαὶ σμιχρὸν ὄφελός ἔστιν, ἀλλ᾽ οὐχ ἐκεῖνο μόνον σκο- 
χεξῖν, ὅταν πράττῃ, πότερον δίκαια ἢ ἄδικα πράττει, καὶ 
ἀνδρὸς ἀγαϑοῦ ἔργα ἢ χκαχοῦ. φαῦλοι γὰρ ἂν τῷ γε σῷ 
λόγῳ εἶεν τῶν ἡμιϑέων ὅσοι ἐν Τροίᾳ τετελευτήκασιν 
οἵ τε ἄλλοι καὶ ὃ τῆς Θέτιδος υἱός, ὃς τοσοῦτον τοῦ 
κινδύνου κατεφρόνησε παρὰ τὸ αἰσχρόν τι ὑπομεῖναι, 
ὥστε ἐπειδὴ εἶσιεν N μήτηρ αὐτῷ προϑυμουμένῳ Ἕκτορα 
ἀποκτεῖναι, ϑεὸς οὖσα, οὑτωσέ πως, ὡς ἐγῴμαι" ὦ cal, 
el τιμωρήσεις Πατρόχλῳ τῷ ἑταίρῳ τὸν φόνον καὶ Ἕχτορα 
ἀποκτενεῖς, αὐτὸς ἀποϑανεῖ" αὐτέχα γάρ τοι, φησί, μεϑ᾽ 
Ἕχτορα πότμος ἑτοῖμος" ὃ δὲ ταῦτ᾽ ἀχούσας τοῦ μὲν 
ϑανάτου καὶ τοῦ χινδύνου ὠλιγώρησε, πολὺ δὲ μᾶλλον 
δείσας τὸ ζῆν κακὸς ὧν καὶ τοῖς φίλοις μὴ τιμωρεῖν, 
αὐτίκα, φησί, τεϑναίην δίκην ἐπιϑεὶς τῶ ἀδικοῦντι, ἵνα 
μὴ ἐνθάδε μένω καταγέλαστος ΄“ταρὰ γηυσὶ κορωνίσιν. 
ἄχϑος ἀρούρης. μὴ αὐτὸν οἴει φροντέσαι ϑανάτου χαὶ 
χινδύνου; οὕτω γὰρ ἔχει, ὦ ἄνδρες ᾿᾿ϑηναῖοι, τῇ ἀλη- 
Hein‘ οὗ ἂν τις ἑαυτὸν τάξη ἢ ἡγησάμενος βέλτιστον 
εἶναι ἢ ὑπ ἄρχοντος ταχϑῆ, ἐνταῦϑα δεῖ, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ, 
μένοντα χινδυνεύειν, μηδὲν ὑπολογιξόμενον μήτε ϑάνατον 
μήτε ἄλλο μηδὲν 700 τοῦ αἰσχροῦ. 

17. Ἐγὼ οὖν δεινὰ ἂν εἴην εἰργασμένος, ὦ ἄνδρες 


ζ" 
ς 
ö 


Grundgesetz aller wahren Ethik ent- 
halten, und führt zum Beweise eine 
der schönsten Stellen des grölsten 
und populärsten Dichters der Grie- 
chen an, deren letzte Worte den 
Sokrates leiteten, als er trotz der 
Einrede all seiner Freunde, den Tod 
der Flucht vorzog: {va μὴ ἐνθάδε 
μένω καταγέλαστος παρὰ 
γηυσὶ χορώνισιν ἄχϑος ἀρούρης. 
Auch den grofsen Redner kenn- 
zeichnet das Kapitel. Zuerst führt 
er seinen Satz in der Form einer 
direkten Antwort (οὐ χαλῶς λέ- 
γεις, ὦ ἄνϑρωπε) ein, dann folgt 
in einer langen Periode, die den 
Rat der Thetis und die Antwort 


ihres Sohnes wieder in direkter 
Rede giebt, das Beispiel und zum 
Schluls das Gesetz in abstrakter 
Form: οὗ ἄν τις ἑαυτὸν τάξῃ -- 
ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ αἰσχροῦ. --- 

In dem letzten Satze ist die Stel- 
lung des ersten ἡ in ἢ ἡγησάμενος 
— ταχϑῇ auffällig: in strafferer 
Rede würde es heilsen: οὗ ἂν τις 
ἢ ἑαυτὸν τάξῃ, ἡγησάμενος, βέλ- 
τιστὸν εἶναι SC. ἐνταῦϑα τάττε- 
σϑαι, ἢ ὑπ᾽ ἄρχοντος (von einem 
Höheren) ταχϑῇ. 

Kap. 17. Der Gedankengang ist: 
Ich würde schlimm handeln, wenn 
ich auf dem Posten, welchen mir in 
den drei Feldzügen, an denen ich 


AIOAOTIA ZQKPATOYE. 37 


᾿Αϑηναῖοι, ei, ὅτε μέν μὲ οἱ ἃ € vg ὑμεῖ 
‚el, μέν ἢ ἄρχοντες ἔταττον, οὺς ὑμεῖς 
εἵλεσϑε ἄρχειν μου, χαὶ ἐν Ποτιδαίᾳ καὶ ἐν ᾿Αμφιπόλει 
nal ἐπεὶ Amkiw, τότε μὲν οὗ ἐκεῖνοι ἔταττον ἔμενον ὥσπερ 
\ ” \ 4 2 - - Ἁ - 
χαὶ ἄλλος τις nal ἐκινδύνευον ἀποϑαγεῖν, τοῦ δὲ ϑεοῦ 
; 2 7 »-Ό-Ό- 
τάττοντος, ὡς ἐγὼ φὠήϑην τε καὶ ὑπέλαβον, φιλοσοφοῦντά 
- - \ > ’ 2 x \ - \ » 
μὲ δεῖν ζῆν χαὶ ἐξετάζοντα ἐμαυτὸν χαὶ τοὺς ἄλλους, 
Ἧς a\ G > - m 
ἐνταῦϑα δὲ φοβηϑεὶς ἢ ϑάνατον ἢ ἄλλο ὅτιοῦν πρᾶγμα 
λέποιμε τὴν τάξιν. δεινὸν μέντ᾽ ἂν εἴη, καὶ ὡς ἀληϑῶς 
τότ᾽ ἂν με δικαίως εἰσάγοι τις εἰς δικαστήριον, ὅτι οὐ 
νομέζω ϑεοὺς εἶναι ἀπειϑῶν τῇ μαντείᾳ χαὶ δεδιὼς ϑά- 
varov χαὶ οἰόμενος σοφὸς εἶναι οὐχ ὦν. τὸ γάρ τοι 
ϑάνατον δεδιέναι, ὠ ἄνδρες, οὐδὲν ἄλλο ἐστὶν ἢ δοκεῖν 
σοφὸν εἶναι μὴ ὄντα δοχεῖν γὰρ εἰδέναι ἐστὶν ἃ οὐκ 
3 5 \ N 2 \ \ ΄ 2.99 2 , 
οἶδεν. οἷδε μὲν γὰρ οὐδεὶς τὸν ϑάνατον οὐδ᾽ εἰ τυχχάνει 
τῷ ἀνθρώπῳ πάντων μέγιστον ὃν τῶν ἀγαϑῶν, δεδίασι 


> Si , ΄ - - , 
δ᾽ ὡς Ev εἰδότες ὅτι μέγιστον τῶν χαχῶν ἐστί. καὶ 
τοῦτο πῶς οὐκ ἀμαϑία ἐστὶν αὕτη ἡ ἐπονείδιστος," ἢ 


teilnahm, die von euch erwählten 
Oberen (of ἄρχοντες sagt er mit 
Rückblick auf den letzten Satz des 
16. Kapitels: 7 ὑπ᾿ ἄρχοντος 
ταχϑη) erwiesen, verharrte und da- 
gegen den Posten, den mir der &o- 
χων ϑεός anwies, verliefse. Schlimm 
wäre es, wenn ich das aus Todes- 
furcht ibäte; denn diese ist eine 
Thorheit, ‚da niemand weils, ob der 
Tod ein Übel oder ein Glück sei. 
Ich versichere euch vielmehr, dafs 
mich euer Urteil in keiner Weise 
ändern wird: auch wenn ihr mich 
freisprecht, werde ich meine Le- 
bensweise beibehalten. 

Das Kapitel ist ein Muster edler 
Beredsamkeit durch die Reihenfolge 
der Gedanken und der durch sie 
wachgerufenen Empfindungen,durch 
den Wechsel der Konstruktionen 
und durch die Fülle des Ausdrucks. 
Er stellt ihnen zuerst in voller 
Periode, die wie nebenbei seiner 
eigenen höchst ehrenvollen Kriegs- 
thaten erwähnt, die Erbärmlichkeit 


des λείπων τὴν τάξιν vor, den 
nach athenischem Recht Atimie 
traf, und appelliert damit an ihr 
Ehrgefühl. Er wendet sich dann 
mit einer logischen Deduktion, der 
die Form kurzer Sätze und das 
wiederkehrende γάρ entsprechen 
(τὸ γάρ τοι ϑάνατον δεδιέναι --- 
δοκεῖν γὰρ εἰδέναι --- οἶδε μὲν 
γὰρ οὐδείς), an den Verstand 
der Richter und beruft sich dann 
anihr Ehrgefühl zugleich, das 
in ihm den Ehrenmann schätzen, 
und an ihre Überlegung, 
welche ihm die Konsequenz des 
Gedankens und des Handelns zuge- 
stehen soll. Das, was ihm nun 
Ehre und Logik als Lebensaufgabe 
zu lösen vorschreiben, giebt er dann 
in eindringlichster Weise durch die 
verschiedensten Wendungen, ganz 
wie es Demosthenes, wenn er einen 
Gedanken recht sicher haften lassen 
will, thut. Er bietet sein Lebens- 
prinzip zuerst im logischen Ge- 
gensatz und dem entsprechend in 


38 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


τοῦ οἴεσϑαι εἰδέναι ἃ οὐκ οἶδεν; ἐγὼ δέ, ὦ ἄνδρες, 
τούτῳ χαὶ ἐνταῦϑα ἴσως διαφέρω τῶν πολλῶν ἀνϑρώ- 
πων, χαὶ εἰ δή τῳ σοφώτερός του φαίην εἶναι, τούτῳ 
“ a I > \ ς - \ - > a [4 x 
av, ὅτι οὐκ εἰδὼς ἱχανῶς περὶ τῶν ἐν Ἅιδου οὕτω καὶ 
» B) . ᾿᾿ 4 \ “3 - N a - - 
οἴομαι οὐχ εἰδέναι" τὸ δὲ ἀδικεῖν καὶ ἀπειϑεῖν τῷ βελ- 
- > ’ 
tiovi, χαὶ ϑεῷ καὶ ἀνθρώπῳ, ὅτι καχὸν χαὶ αἰσχρόν 
> a 3 - - T 5 , 
ἔστιν οἰδα. πρὸ οὖν τῶν καχῶν, ὧν οἶδα ὅτε καχά ἔστιν, 
a \ 3 " > ΄ 
ἃ μὴ oida εἰ ἀγαθὰ ὄντα τυγχάνει οὐδέττοτε φοβήσομαι 
ἡ δὲ ’ e ao 0 DI - c - 2 , 3 [2 
οὐδὲ φεύξομαι" ὥστε οὐδ᾽ εἴ μὲ νῦν ὑμεῖς ἀφίετε ᾿Ανύτῳ 
2 3 «a ᾽Ὰ “ - 
ἀπιστήσαντες, ὃς ἔφη ἢ τὴν ἀρχὴν οὐ δεῖν ἐμὲ δεῦρο 
2 - » - ΄ 
εἰσελθεῖν ἢ, ἐπειδὴ εἰσῆλθον, οὐχ οἷόν τε εἶναι τὸ μὴ 
2 - , , - ’ 
ἀποχτεῖναί με, λέγων πρὸς ὑμᾶς ὡς, εἰ διαφευξοίμην, 
70 a 3 - ς (I > ΄ a x G ’ 
ἤδη ἂν ὑμῶν οἱ υἱεῖς ἐπιτηδεύοντες ἃ Σωχράτης διδά- 
σκει πάντες παντάπασι διαφρϑαρήσονται, --- εἴ μοι τερὸς 
ταῦτα εἴποιτε" ὠ Σώχρατες, νῦν μὲν ᾿Ανύτῳ οὐ ττιεισό- 
μεϑα, ἀλλ᾽ ἀφίεμέν σε, ἐττὶ τούτῳ μέντοι, ἐφ᾽ ᾧτε μη- 
χέτι ἐν ταύτῃ τῇ ζητήσει διατρίβειν μηδὲ φιλοσοφεῖν" 
ἐὰν δὲ ἁλῷς ἔτι τοῦτο πράττων, ἀτιοϑανεῖ" εἰ οὖν us, 
Ortso εἶττον, ἐπὶ τούτοις ἀφίοιτε, εἴποιμ᾽ ἂν ὑμῖν ὅτι 
ENDE Din FAM 2 = 2 , \ \ “ 
ἐγὼ ὑμᾶς, ὦ ἄνδρες Aymvaloı, ἀσπάζομαι μὲν καὶ φιλῶ, 
σεείσομαι δὲ μᾶλλον τῷ ϑεῷ ἢ ὑμῖν, χαὶ ἕωσπερ ἂν 
ἐμτυνέω χαὶ οἷός τε ὦ, οὐ μὴ σεαύσωμαι φιλοσοφῶν καὶ 
ὑμῖν παραχελευόμενός Te nal ἐνδεικνύμενος ὅτῳ ἂν ἀεὶ 
7 ς - , re ’ 3 
ἐντυγχάνω ὑμῶν, λέγων οἵάπερ εἴωϑα, ὅτε ὦ ἄριστε ἀν- 
ὁρῶν, ᾿ϑηναῖος ὦν, πόλεως τῆς μεγίστης καὶ εὐδοχεμω- 


kurzer Satziorm: οὐχ εἰδὼς περὶ 
τῶν ἐν Ἅιδου καὶ οἴομαι οὐχ εἰ- 
δέναι" τὸ δὲ ἀπειϑεῖν. τῷ βελτίονι 
ὅτι αἰσχρόν ἐστιν οἶδα. Er giebt 
es dann im psychologischen 
Gegensatz (ἀσπάζομαι ὑμᾶς χαὶ 

φιλῶ, πείσομαι δὲ τῷ ϑεφ), wie- 
der die vollste Satziorm 'anwen- 
dend, wie das gute Redner immer 
thun, wenn sie das Gemüt mitreden 
lassen, mit zweimal wieder aufge- 
nommener Prodosis: εἴ μὲ νῦν 
ὑμεῖς ἀφίετε — εἴ μοι πρὸς ταῦ- 
ra εἴποιτε — εἰ οὖν με, ὅπερ εἶ- 


πον, ἐπὶ τούτους ἀφίοιτε, mit einer 
indirekten (λέγων πρὸς ὑμᾶς ὡς, 
εἰ διαφευξοίμην x. τ. δ.) und zwei 
direkten Redewendungen (® No- 
χρατες, νῦν εἰὲν Ἀνύτῳ. οὐ πει- 
σόμεϑα MT. &. und ἐγὼ ὑμᾶς, ῳ 
ἄνδρες ἀιϑηναῖοι, ἀσπάζομαι μὲν 
x. τ ὃ), d. i. mit einer überaus 
srolsen Geschicklichkeit in der 
Form der Rede: die Periode ist 
trotz ihrer Länge, trotz der ver- 
schiedensten Redewendungen durch- 
sichtig, klar, wie die einfachsten 
Sätze. Er zeigt uns zuletzt seinen 


AHOAOTIA ZQKPATOT?. 39 


τάτης εἰς σοφίαν χαὶ ἰσχύν, χρημάτων μὲν οὐχ αἰσχύνει 
ἐπιμελούμενος, ὅπως σοι ἔσται ὡς πλεῖστα, καὶ δόξης 
χαὶ τιμῆς, φρονήσεως δὲ καὶ ἀληϑείας καὶ τῆς ψυχῆς, 
önws ὡς βελτίστη ἔσται, οὐκ ἐπιμελεῖ οὐδὲ φροντίζεις; 
χαὶ ἐάν τις ὑμῶν ἀμφισβητῇ καὶ φῇ ἐπιμελεῖσθαι, 00% 
εὐθὺς ἀφήσω αὐτὸν οὐδ᾽ ἄπειμι, ἀλλ᾽ ἐρήσομαι αὐτὸν 
χαὶ ἐξετάσω καὶ ἐλέγξω, καὶ ἐάν μοι μὴ δοκῇ κεχτῆσϑαι 
ἀρετήν, φάναι δέ, ὀνειδιῶ ὅτι τὰ πλείστον ἄξια περὶ 
ἐλαχίστου ποιεῖται, τὰ δὲ φαυλότερα περὶ πλείονος. 
ταῦτα χαὶ νεωτέρῳ καὶ πρεσβυτέρῳ, ὅτῳ ἂν ἐντυγχάνω, 
ποιήσω, al ξένῳ καὶ ἀστῷ, μᾶλλον δὲ τοῖς ἀστοῖς, ὅσῳ 
μου ἐγγυτέρω ἐστὲ γένει. ταῦτα γὰρ κελεύει ὃ ϑεός, εὖ 
ἔστε, καὶ ἐγὼ οἴομαι οὐδέν πω ὑμῖν μεῖζον ἀγαϑὸν γε- 
γέσϑαι ἐν τῇ πόλει ἢ ἢ τὴν ἐμὴν τῷ ϑεῷ ὑπηρεσίαν. οὐδὲν 
γὰρ ἄλλο σπτεράττων ἐγὼ περιέρχομαι ἢ ττείϑων ὑμῶν χαὶ 
γεωτέρους χαὶ περεσβυτέρους μήτε σωμάτων ἐπιμελεῖσϑαι 
μήτε χρημάτων πρότερον μηδὲ οὕτω σφόδρα ὡς τῆς 
ψυχῆς, ὅπως wg ἀρίστη ἔσται, λέγων ὅτι οὐκ ἐκ χρημά- 
των ἀρετὴ γίγνεται, ἀλλ᾽ ἐξ ἀρετῆς χρήματα χαὶ τἀλλα 
ἀγαθὰ τοῖς ἀνθρώποις ἅπαντα xal ἰδίᾳ χαὶ δημοσίᾳ. 
εἰ μὲν οὖν ταῦτα λέγων διαφϑείρω τοὺς νέους, ταῦτ᾽ ἂν 
εἴη βλαβερά" εἰ δέ τίς μέ φησιν ἄλλα λέγειν ἢ ταῦτα; 
οὐδὲν λέγει. 70908 ταῦτα; φαίην ἂν, ὦ “Ἵϑηναῖοι, ῆ 
πείϑεσϑε ᾿Ανύτῳ ἢ μή, καὶ ἢ ἀφίετε ἢ μὴ ἀφίετε, ὡς 


- > ’ 14 2 ὕ ’ 
ἐμοῦ οὐχ ἂν ποιήσοντος ἄλλα, οὐδ᾽ εἰ μέλλω τιολλάκις 
τεϑνάγαι. 

Grundsatz als den eines zielbe- φροντίζεις -- οὐχ ἀφήσω αὖ: 


wulsten Mannes: οἴομαι οὐδέν πω 
ὑμῖν μεῖζον ἀγαϑὸν γενέσϑαι ἐν 
τῇ πιόλ ει: ἢ τὴν ἐμὴν τῷ ϑεῷ ὑπη- 
ρεσίαν, wieder mit grolser Kunst 
zuerst den Stolz der Richter 
weckend: ὦ ἄριστε ἄνδρων, Αϑη- 
γναῖος ὦν, πόλεως τῆς μεγίστης 
zul εὐδοκιμωτάτης x. το &, und 
sie so empfänglich machend für den 
männlichen Stolz, der aus den fol- 
genden Worten blickt. Die Fülle 
des Ausdrucks: οὐχ ἐπιμελεῖ οὐδὲ 


τὸν οὐδ᾽ ἄπειμι -- ἐρήσομαι αὐ- 
τὸν zul ἐξετάσω zul ἐξελέγξω 
u. 8. w. braucht blofs angedeutet 
zu werden. Auch der sehr effekt- 
volle Schlufs einzelner Sätze fällt 
leicht ins Auge: οὐδέποτε͵ ‚goßn- 
σομαι οὐδὲ φεύξομαι -- ἅπαντα 
καὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ — οὐδ᾽ εἰ 
μέλλω πολλάκις τεϑγάναι. 

Zu dem τούτῳ ἄν in den Worten 
εἰ δή τῳ ,»σοφώτερός του φαίην 
εἶναι, τούτῳ ἄν, ist εἴην zu er- 


40. ΠΑΛΑΤΩΝΟΣ 


18. Mn ϑορυβεῖτε, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ἀλλ᾿ ἐμμείνατέ 

(4 ) , σ΄. ἰῷ \ = RE, = ἊΝ , 
μοι οἷς ἐδεηϑὴν. ὑμῶν, μὴ ϑορυβεῖν ἐφ᾽ οἷς ἂν λέγω, 
ἀλλ᾽ ἀχούειν" χαὶ γάρ, ὡς ἐγὼ οἶμαι, ὀνήσεσϑε ἀκούοντες. 
μέλλω γὰρ οὖν ἄττα ὑμῖν ἐρεῖν καὶ ἄλλα, ἐφ᾽ οἷς ἴσως 
βοήσεσϑε' ἀλλὰ μηδαμῶς ποιεῖτε τοῦτο. εὖ γὰρ ἴστε, 
ἐὰν ἐμὲ ἀποχτείνητε τοιοῦτον ὄντα, οἷον ἐγὼ λέγω, οὐκ 
P} \ ,ὕ ΄ pP) ς - 3 “ «ΝΣ \ Ἁ x > ᾿ 
ἐμὲ μείζω βλάψετε ἢ ὑμᾶς αὑτούς" ἐμὲ μὲν γὰρ οὐδὲν 
ἂν βλάψειεν οὔτε Πέλητος οὔτε ’Avvrog‘ οὐδὲ γὰρ ἂν 
δύναιτο" οὐ γὰρ οἴομαι ϑεμιτὸν εἶναι ἀμείνονε ἀνδρὶ ὑτεὸ 
’ , 3 , ,΄ > »” »„ - Mike" 2 
χείρονος βλάπτεσϑαι. ἀποχτείνειε μένε ἂν ἴσως ἢ ξξελά- 
σειεν ἢ ἀτιμώσειεν" ἀλλὰ ταῦτα οὗτος ἴσως οἴεται καὶ 
2» , ΄ ’ 3 \ 2 2 >12 2 \ 
ἄλλος τίς που μεγάλα χαχά, ἐγὼ δ᾽ οὐκ οἴομαι, ἀλλὰ 
πολὺ μᾶλλον ποιεῖν ἃ οὗτος νυνὶ ποιεῖ, ἄνδρα ἀδίκως 
ἐπιχειρεῖν ἀπτοχτιννύναι. νῦν οὖν, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, 
- , τ x ς \ 2 - 2 - σ΄ ὃ 
σπτολλοῦ δέω ἐγὼ ὑπὲρ ἐμαυτοῦ ἀπολογεῖσϑαι, ὥς τις ἂν 


2} 7 = BE: x c - 
οἴοιτο, ἀλλ᾽ ὑπὲρ ὑμῶν, 


ϑεοῦ δόσιν ὑμῖν ἐμοῦ καταψηφισάμενοι. 


gänzen; andere sprachliche Schwie- 
rigkeiten bietet das Kapitel nicht. 

Kap. 18. Die ersten Worte un 
ϑορυβεῖτε x. τ. &. haben das oben 
Gesagte im Auge, die Absage, welche 
der letzte Saz des vorigen Kapitels 
enthielt, und den Lärm, welchen 
wegen derselben die ihm feindlich 
gesinnten Geschworenen erheben 
mufsten. Das ὀνήσεσϑε ἀκούοντες 
leitet dann als der erste Ausdruck des 
Stolzes das Folgende ein: „es wird 
euch nützen mich anzuhören“. Den 
Hauptgedanken des ‚Kapitels ent- 
halten die Worte: ἐὰν ἐμὲ ἀπο- 
κτείνητε, οὐχ ἐμὲ μείζω βλάψετε 
ἢ ὑμᾶς αὐτούς. Der Redner spricht 
zuerst über den ersten Teil der 
Apodosis: οὐχ ἐμὲ βλάψετε, in der 
Form logischen Beweises, in kurzen 
Sätzen, mit dem wiederholten γάρ, 
die volle hypothetische Periode ver- 
meidend; denn der Satz anoxtel- 
γξιξ μέντ᾽ ἂν — ἐπιχειρεῖν ἀπο- 
χτιννύναι ist dem Gedanken nach 
eine Hypothese: εἰ ἀποχτενεῖ, av- 


un τι ἐξαμάρτητε seegl τὴν τοῦ 


N N 3 \ 
gay γὰρ Euk 


τὸς μὲν οἰήσεται ταῦτα μεγάλα 
χαχά, ἐγὼ δὲ x. τ. ἕ. Das zweite 
stolze Wort ist: ἐμὲ οὐχ ἂν βλά- 
ψειεν οὔτε Μέλητος οὔτε Ἄνυτος 
„mir wird kein M. und kein A. 
schaden“, mit dem die edelste Hoch- 
achtung vor dem unwandelbaren 
Sittengesetz kundgebenden Aus- 
drucke: οὐ γὰρ οἴομαι ϑεμι- 
τὸν εἶναι x. τ. &., mit diesem Hin- 
weis auf die ϑέμιστες, die ewigen 
Satzungen der Götter. In „längerer 
Rede behandelt er das ἀποχτεί- 
ναντες ἐμὲ βλάψετε ὑμᾶς αὐτούς. 
Wieder mit einem stolzen Worte 
geht er zum Beweise dieses zwei- 
ten Satzes über: „ich halte hier 
eine Verteidigungsrede nicht in mei- 
nem, sondern in eurem Interesse, 
zu eurem Besten“ πολλοῦ δέω ἐγὼ 
ὑπ ὲ 9. «ἐμαυτοῦ ἀπολογεῖσθαι, 

ἀλλ᾽ ὑπὲρ ὑμῶν, und scheut sich 
dann nicht, den kühnsten Gedanken 
der Rede auszusprechen: un τι 
ἐξαμάρτητε περὲ τὴν τοῦ ϑεοῦ 
δόσιν ὑμῖν ἐμοῦ χαταψηφισάμε- 


AHOAOTIA ZQKPATOTZ. 41 


ἀποχτείνητε, οὐ ῥᾳδίως ἄλλον τοιοῦτον εὑρήσετε, Are- 
χνῶς, εἰ καὶ γελοιότερον εἰπεῖν, ττροσχείμενον τῇ πόλει 
ὑπτὸ τοῦ ϑεοῦ, ὥσπερ ἵππῳ μεγάλῳ μὲν καὶ γενναίῳ, 
ὑπὸ μεγέϑους δὲ νωϑεστέρῳ χαὶ δεομένῳ ἐγείρεσϑαι ὑπὸ 
μύωπός τινος" οἷον δή μοι δοχεῖ ὃ ϑεὸς ἐμὲ τῇ πόλει 
προστεϑειχέναι τοιοῦτόν τινα, ὃς ὑμᾶς ἐγείρων καὶ rrei- 
ϑων καὶ ὀνειδίζων ἕνα ἕχαστον οὐδὲν παύομαι τὴν ἡμέ- 
ραν ὅλην πανταχοῦ προσχαϑίζων. τοιοῦτος οὖν ἄλλος οὐ 
ῥᾳδίως ὑμῖν γενήσεται, ὦ ἄνδρες, ἀλλ᾽ ἐὰν ἐμοὶ πεί- 
ϑησϑε, φείσεσϑέ μου" ὑμεῖς δ᾽ ἴσως τάχ᾽ ἂν ἀχϑόμενοι, 
ὥσπερ οἱ νυστάζοντες ἐγειρόμενοι, ὀρούσαντες ἄν με, 
πειϑόμενοι ᾿Ανύτῳ, ῥᾳδίως ἂν ἀποχτείναιτε, εἶτα τὸν 
λοιττὸν βίον χαϑεύδοντες διατελοῖτ᾽ ἄν, εἰ μή τινα ἄλλον 
ὃ ϑεὸς ὑμῖν ἐπιπέμψειε κηδόμενος ὑμῶν. ὅτι δ᾽ ἐγὼ 
τυγχάνω ὧν τοιοῦτος, οἷος ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ τῇ πόλει δε- 
δόσϑαι, ἐνθένδε ἂν χατανοήσαιτε᾽ οὐ γὰρ ἀνθρωτπείνῳ 
ἔοιχε τὸ ἐμὲ τῶν μὲν ἐμαυτοῦ ἁπάντων ἡμεληχέναι καὶ 
ἀνέχεσϑαι τῶν οἰχείων ἀμελουμένων τοσαῦτα ἤδη ἔτη, 


γοι (ὑμῖν von δόσις abhängig), in 
welchem er denen, die in ihrer 
Mehrzahl ihn zu verurteilen ge- 
neigt sind, sagt: „ich bin eine Got- 
tesgabe für euch“, ein Gedanke, 
der an die stolzesten Worte der 
alten Propheten erinnert. Sobald 
er nun mit dieser Wendung wieder 
zu einem Appell an das Gemüt der 
Athener übergegangen ist, fällt er 
wieder, wie oben, in vollere Pe- 
rioden, in eine gröfsere Fülle des 
Ausdrucks, in eine Häufung der Sy- 
nonymen: μέγας zal γενναῖος, vo- 
ϑέστερος zul δεόμενος ἐγείρε- 
σϑαι, ἐγείρων zul πείϑων zul 
ὀνειδίζων u. 5. w. Und mit wel- 
cher psychologischen Klugheit führt 
er wieder seine Warnung durch! 
Er verbindet dem warnenden Tadel 
das Lob in dem ersten Vergleiche: 
οὐ ῥᾳόίως ἄλλον εὑρήσετε προσ- 
χείμενον τῇ πόλει ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ 
(προσχεῖσϑαι als Passivum von 
προστιϑέναι mit ὑπό verbunden), 


ὥσπερ ἵππῳ μεγάλῳ καὶ γεν- 
ναίω κα. τ. &; er spricht in dem 
zweiten Vergleiche nicht von einem 
sittlichen Fehler, sondern von einem 
unbewufsten Irrtum, einem γυστά- 
Lew, wo ein ἁμαρτάνειν nicht zu 
viel sagen würde. Die Begründung 
des ὑμᾶς αὐτοὺς βλάψετε giebt er 
dann zuletzt durch eine demonstra- 
tio ad oculos, durch den Hinweis 
auf seine Uneigennützigkeit: „seht, 
ich bin blutarm geblieben!“ und 
schliefst dann mit einer Hervor- 
hebung der Schamlosigkeit seiner 
Ankläger, die es nicht verdienen, 
dafs die Richter ihnen folgen. Auch 
hier ist aufmerksam zu machen auf 
den kraftvollen Schlufs einzelner 
Perioden, kraftvoll deshalb, weil 
die letzten Worte einen Hauptbe- 
griff, einige oder ein stark zu be- 
tonendes Wort enthalten: τὴν ἡμέ- 
ραν ὅλην πανταχοῦ προσχαϑί- 
ζων --- χηδόμενος ὑμῶν --- πεί- 
ϑοντα ἐπιμελεῖσϑαι ἀρετῆς--- τὸν 


42 ° HAATQNOZ 


τὸ δὲ ὑμέτερον πράττειν ἀεί, ἰδίᾳ ἑχάστῳ τεροσιόντα 
ὥσπερ πατέρα ἢ ἀδελφὸν πρεσβύτερον, πεέίϑοντα ἐπιι- 
μελεῖσϑαι ἀρετῆς. χαὶ εἰ μέν τε ἀπὸ τούτων ἀττέλαυον 
χαὶ μισϑὸν λαμβάνων ταῦτα τταρεχελευόμην, εἶχον ἄν 
τινα λόγον" νῦν δὲ δρᾶτε δὴ χαὶ αὐτοί, ὅτι ol κατήγοροι 
τἄλλα πάντα ἀναισχύντως οὕτω κατηγοροῦντες τοῦτό γε 
οὐχ οἷοί TE ἐγένοντο ἀπτιαναισχυντῆσαι παρασχόμενοι μάρ- 
τυρα, ὡς ἐγώ ποτέ τινὰ ἢ ἐπραξάμην μισϑὸν ἢ ἤτησα. 
ἱχανὸν γάρ, οἶμαι, ἐγὼ παρέχομαι τὸν μάρτυρα, ἀληϑῆ 
ὡς λέγω, τὴν πεενίαν. 

19. Ἴσως ἂν οὖν δόξειεν ἄτοπον εἶναι, ὅτε δὴ ἐγὼ 
ἰδίᾳ μὲν ταῦτα ξυμβουλεύω περιιὼν xal ττολυτεραγμογῶ, 
δημοσίᾳ δὲ οὐ τολμῶ ἀναβαίνων εἰς τὸ πλῆϑος τὸ ὑμέ- 
τερον ξυμβουλεύειν τῇ πόλει. τούτου δὲ αἴτιόν ἔστιν ὃ 
ὑμεῖς ἐμοῦ πολλάκις ἀχηχόατε πολλαχοῦ λέγοντος, ὅτι 


μοι ϑεῖόν τι χαὶ δαιμόνιον γίγνεται [φωνή], 
ἐν τῇ γραφῇ ἐπιχωμῳδῶν Πέλητος ἐγράψατο" 


) - ς ’ \ 
μάρτυρα, αἀληϑὴ ὡς λέγω, τὴν 
πενίαν. 

Zu ἀπαναισχυντῆσαι bemerkt 


Cron: „In «no liegt der Begriff der 
Vollendung, wie „ihrer Unver- 
schämtheit damit die Krone auf- 
setzen“, oder der Erfüllung einer 
Aufgabe, wie „etwas leisten in der 
Unverschämtheit“. — Das ἀνά des 
Kompositums bezeichnet die Wie- 
derholung. 

Kap.19. Sokrates geht zur Wür- 
digung des letzten Teiles ‚der An- 
klage über: ἕτερα δὲ καινὰ dauuo- 
yır εἰσηγούμενος. Den natürlichen 
Übergang, bildet ein angenommener 
Einwurf: ἴσως ἂν οὖν δόξειεν ἄτο- 
πον εἶναι χ. τ. &., der Vorwurf, 
den man ihm vielleicht daraus ma- 
chen könnte, dafs er nur /dl« und 
nicht δημοσίᾳ sein Ziel verfolge. 
Er erklärt seine Art des Vorgehens 
einmal aus einer angeborenen Ab- 
neigung gegen Staatsgeschäfte und 
zweitens aus einer logischen Über- 
zeugung. Die angeborene Antipathie 


ὃ δὴ χαὶ 
> \ \ 
ἐμοὶ δὲ 


nennt er eine ϑεία φωνή, eine 
göttliche und deshalb glückliche 
Stimme in seiner Brust, die ihm 
öfter ein Halt! zurufe, wenn er et- 
was unternehmen wolle, ein d«:- 
uovıov, die Gabe eines glücklichen 
Dämon, wie er es nenne, eine Be- 
zeichnung, aus welcher dann Mele- 
tos, wie ein Komödiendichter etwas 
hinzudichtend (enıxwunden) die 
ἕτερα δαιμόνια zuwe gemacht 
habe. Dals Sokrates von Meletos, 
wie immer, so auch hier ironisch 
spricht, beweist aufser dem ange- 
führten Beiwort, das er ihm giebt 
(ἐπικωμῳδῶν), auch der Umstand, 
dafs er ihn wie beiläufig in einem 
Nebensatze abfertigt. In Bezug auf 
die innere Stimme, die Sokrates 
sich- beilegt, ist jedenfalls darauf 
zu achten, dafs er ihr nicht blind- 
lings folgt, sondern sich von ihr 
nur zur Überlegung antreiben lälst, 
dals er mit dem dauuono» (wie 
hier, so im Phädrus Kapitel 20 u. 
ἃ. ἃ, 0.) nur die äulsere Veranlas- 


ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 45 


- 


τοῦτ᾽ ἐστὶν Er παιδὸς ἀρξάμενον φωνή τις γιγνομένη, ἢ 
ὅταν γένηται, ἀεὶ ἀποτρέπει μὲ τούτου, ὃ ἂν μέλλω 
χεράττειν, προτρέττει δὲ οὔπτοτε᾽ τοῦτ᾽ ἔστιν ὅ μοι ἔναν- 
τιοῦται τὰ τπιολιτικὰ πράττειν. καὶ παγχάλως γέ μοι 

, ἐξ BR 3 > Ἂ 
δοχεῖ ἐναντιοῦσϑαι" εὖ γὰρ ἴστε, ὦ ἄνδρες Aymvaioı, εἰ 
ἐγὼ πάλαι ἐπεχείρησα πράττειν τὰ πολιτιχὰ πράγματα, 

\ - 
σπάλαι ἂν ἀπολώλη χαὶ οὔτ᾽ ἂν ὑμᾶς ὠφελήχη οὐδὲν 
οὔτ᾽ ἂν ἐμαυτόν. χαὶ μή μοι ἄχϑεσϑε λέγοντι end 
οὐ γὰρ ἔστιν ὅστις ἀνθρώπων σωϑήσεται οὔτε ὑμῖν 
Υ͂ ὌΝ [4 2 \ ’ 2 3 \ 
οὔτε ἄλλῳ πλήϑει οὐδενὶ γνησίως ἐναντιούμενος Aal 
διαχωλύων τιολλὰ ἄδιχα καὶ παράνομα Ev τῇ πόλει γί- 
γνεσϑαι, ἀλλ᾽ ἀναγχαῖόν ἔστι τὸν τῷ ὄντι μαχούμενον 
ὑχτὲρ τοῦ δικαίου, καὶ εἰ μέλλει ὀλίγον χρόνον σωϑήσε- 
ἊΝ Ρ' An x \ 7 
σϑαι, ἰδιωτεύειν ἀλλὰ μὴ δημοσιεύειν. 
΄ 2 5} Ὁ ἃ ΄ , 

20. Πεγάλα δ᾽ ἔγωγε ὑμῖν τεχμήρια παρέξομαι 
τούτων, οὐ λόγους, ἀλλ᾽ ὃ ὑμεῖς τιμᾶτε, ἔργα. ἀκούσατε 
δή μου τὰ ἐμοὶ ξυμβεβηκότα, iv’ εἰδῆτε ὅτι οὐδ᾽ ἂν ἕνὶ 
ὑτεειχάϑοιμι παρὰ τὸ δίκαιον δείσας ϑάγατον, μὴ ὑτεεί- 
χων δὲ ἅμ᾽ ἂν καὶ ἀττολοέμην. ἐρῶ δὲ ὑμῖν φορτιχὰ μὲν 

μ ἯΝ 
‘ > x 4 DU Zn ’ 
χαὶ δικανιχά, ἀληϑῆ δέ. ἐγὼ γάρ, ὦ Admveioı, ἄλλην 


sung seines Nachdenkens zu be- 
gründen sucht. Das Resultat sei- 
nes Nachdenkens über die Frage, 
ob ein δίκαιος ἀνήρ sich den 
Staatsgeschäften widmen müsse, 
giebt der letzte Satz des Kapitels: 
οὐ γὰρ ἔστιν ὅστις ἀνθρώπων 
σωϑήσεται x. τ. ἕ. 

Kap. 20. Das Kapitel giebt zwei 
Beispiele zu dem Satze, dals, wer 
für das Recht eintreten will, Pri- 
vatmann bleiben muls, wenn er 
nicht bald verloren sein will. Iro- 
nisch leitet der Redner die Bei- 
spiele ein: οὐ λόγους, ἀλλ᾽ ὃ ὑμεῖς 
τιμᾶτε (zu schätzen wilst), ἔργα. 
Hatte man ihm doch vorgeworfen, 
dafs er ein Nichtsthuer sei. „Frei- 
lich — sagt er — werden es für 
euch lästige Prozefsgeschichten sein, 
aber sie sind wahr“. Doprıza sind 
die τεχμήρια, weil an der unge- 


rechten Verurteilung der Feldherrn, 
welche nach der Schlacht bei den 
Arginusen sich um die Leichen der 
umgekommenen Athener nicht soll- 
ten gekümmert haben, viele der 
Anwesenden teilgenommen hatten. 
Bei der Verurteilung der zehn, oder 
richtiger acht Feldherrn, von denen 
aber zwei entkommen waren, war 
man παρανόμως vorgegangen, weil 
man sie nicht einem zuständigen 
Gerichtshofe überwiesen, sondern 
in der Volksversammlung verurteilt 
hatte, und weil man über sie 
ἀϑρόους. d. i. insgesamt, über alle 
zugleich in einer Abstimmung und 
nicht über jeden einzelnen in be- 
sonderem Stimmgang abgestimmt 
hatte (δίχα ἕκαστον χρίνειν), wie 
das Gesetz es vorschrieb. Aber 
auch die zweite Erzählung hat ihr 
φορτικόν; es liegt in dem Satze 


44 HAATQNOLE 


\ 3 \ 2 , , 5 2 - , ΄ 
μὲν ἀρχὴν οὐδεμίαν ττώττοτε ἡρξα ἐν τῇ πόλει, ἐβούλευσα 
9 - ς . 
δέ" χαὶ ἔτυχεν ἡμῶν ἡ φυλὴ ᾿Αντιοχὶς πττρυτανεύουσα, ὅτε 
ὑμεῖς τοὺς δέκα στρατηγοὺς τοὺς οὐκ ἀνελομένους τοὺς 
ἐχ τῆς ναυμαχίας ἐβούλεσϑε ἀϑρόους χρίνειν, παρανό- 
μως, ὡς ἐν τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ πᾶσιν ὑμῖν ἔδοξε. τότ᾽ 
ἐγὼ μόνος τῶν πρυτάνεων ἠναντιώϑην ὑμῖν μηδὲν ποιεῖν 
παρὰ τοὺς νόμους χαὶ ἐναντία ἐψηφισάμην, καὶ ἑτοίμων 
ὄντων ἐνδεικνύναι μὲ χαὶ ἀπάγειν τῶν ῥητόρων, καὶ 
ὑμῶν χελευόντων xal βοώντων, μετὰ τοῦ νόμου χαὶ τοῦ 
δικαίου ᾧμην μᾶλλόν μὲ δεῖν διακινδυνεύειν ἢ μεϑ' 
ὑμῶν γενέσϑαι μὴ δίκαια βουλευομένων, φοβηϑέντα δε- 
σμὸν ἢ ϑάνατον. καὶ ταῦτα μὲν ἣν ἔτει δημοκρατουμένης 
τῆς τιόλεως" ἐπειδὴ δὲ ὀλιγαρχία ἐγένετο, οἱ τριάχοντα 
av μεταπεμψάμενοί μὲ ττέμτττον αὐτὸν εἰς τὴν ϑόλον 
΄ 2 - > Ay m x x , 
προσέταξαν ἀγαγεῖν Er Σαλαμῖνος “έοντα τὸν Σαλαμί- 
κῷ τὰν Ἰὼ , 3 τ \ Ve > 2 “ 
yıov, ἵν ἀἁποϑαάνοι" οἷα δὴ καὶ ἄλλοις ἐκεῖνοι πολλοῖς 
πολλὰ προσέταττον, βουλόμενοι ὡς πλείστους ἀναπλῆσαι 
αἰτιῶν" τότε μέντοι ἐγὼ οὐ λόγῳ ἀλλ᾽ ἔργῳ av ἐνεδει- 
ξάμην, ὅτι ἐμοὶ ϑανάτου μὲν μέλει, εἰ μὴ ἀγροικότερον 
3 2 - 92) € no. - ᾿ \ ” DE DE, 
nv εἰπεῖν, οὐδ᾽ ὁτιοῦν, τοῦ δὲ μηδὲν ἄδιχον μηδ᾽ ἀνό- 
σιον ἐργάζεσϑαι, τούτου δὲ τὸ πᾶν μέλει. ἐμὲ γὰρ Exeivn 
φ,9 \ > I, ) ἕξ a > \ 2 a X ᾿ 
ἡ ἀρχὴ οὐχ ἐξέπληξεν οὕτως ἰσχυρὰ οὐσα, ὥστε ἄδικόν 


οἷα δὴ καὶ ἄλλοις ἐχεῖνοι πολ- 
λοῖς — ἀναπλῆσαι αἰτιῶν. Die 
Dreifsig wollten möglichst viele in 
ihre Schuld verwickeln, zu ihren 
Mitschuldigen machen, und die Er- 
innerung an dies Bestreben mag 
manchen haben erröten lassen, der 
sich gegen ihre Befehle nicht gleich 
Sokrates aufgelehnt oder sie nicht 
unberücksichtigt gelassen hatte. 
Die Erzählung hat übrigens eine 
sehr wohl berechnete Breite. Der 
Redner hat zweierlei im Auge: er 
will die Richter überzeugen, dals 
er den Tod nicht fürchte und sich 
durch nichts von dem, was er für 
ein δίκαιον halte, abbringen lasse, 
und er will sie sodann daran erin- 
nern, dafs in Athen das Recht nicht 


immer auf seiten der Verurteilen- 
den gewesen sei, will ihnen ihre 
eigenen Sünden in das Gedächtnis 
zurückrufen. Daher die wieder- 
holte Zurückweisung der Todes- 
furcht: οὐδ᾽ ἂν ἑνὲ ὑπεικάϑοιμι 
— χαὶ ἀπολοίμην, φοβηϑέντα de- 
σμὸν ϑάνατον; ἐμοὶ ϑανάτου 
μὲν μέλει οὐδ᾽ ὁτιοῦν, und das 
Hervorheben des ὑμεῖς: ὃ ὑμεῖς 


τιμᾶτε, ὑμῖν φορτιχόν, ὅτε 
ὑμεῖς ποὺς dere στρατηγι οὺς 
x. 7.8, ὡς ἐν τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ 


πᾶσιν ὑμῖν͵ ἔδοξε, ἐγὼ μόνος 
Ἰναντιώϑην ὑμῖν (wo Cron das 
ὑμῖν mit Unrecht fallen lälst), χαὲ 
ὑμῶν κελευόντων xal Bowrrar 
u.a. ἃ. St. 

Zu εἰς τὴν ϑόλον bemerkt Stall- 


AIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 45 


τι ἐργάσασϑαι, ἀλλ᾽ ἐπειδὴ ἐκ τῆς ϑόλου ἐξήλθομεν, οἱ 
μὲν τέτταρες ᾧχοντο εἰς Σαλαμῖνα καὶ ἤγαγον “έοντα, 
2 \ \ 2 [4 > \ 2} ἘΠΕ ᾽Ν Ἁ - ) 
ἐγὼ δὲ ὠχόμην ἀπιὼν οἴχαδε. καὶ ἴσως ἂν διὰ ταῦτ 
ἀπέϑανον, εἰ μὴ ἡ ἀρχὴ διὰ ταχέων χατελύϑη᾽" καὶ τού- 


των ὑμῶν ἔσονται πολλοὶ μάρτυρες. 

21. Ao’ οὖν ἄν us οἴεσϑε τοσάδε ἔτη διαγενέ- 
σϑαι, εἰ ἔπραττον τὰ δημόσια, καὶ πράττων ἀξίως ἀν- 
δρὸς ἀγαϑοῦ ἐβοήϑουν τοῖς δικαίοις καί, ὥσττερ χρή, 


- 
2 


τοῦτο ττερὶ πλείστου ἐποιούμην; πολλοῦ γε δεῖ, ὦ ἂν- 
τα; ΄ > τ 
ὃρες ᾿4ϑηναῖοι. οὐδὲ γὰρ ἂν ἄλλος ἀνϑρώπων οὐδείς. 
2 2 3 \ N % “- ΄, Ζ 2} ’ 
ἄλλ᾽ ἐγὼ διὰ παντὸς τοῦ βίου δημοσίᾳ τὲ εἴ πού τι 


ἔσπραξα, τοιοῦτος φανοῦμαι. 


\ ἰδί ς e δες T 
xal ἰθίᾳ, ὁ αὕτος OUVTOG, 


BG ’ > \ 7 ’ 
οὐδενὶ wrote ξυγχωρήσας οὐδὲν παρὰ τὸ δίχαιον οὔτε 
ἄλλῳ οὔτε τούτων οὐδενί, οὺς οἱ διαβάλλοντές μέ φασιν 
2 x x 5 3 \ \ ΄ \ > \ 
ἐμοὺς μαϑητὰς εἶναι. ἐγὼ δὲ διδάσκαλος μὲν οὐδενὸς 
γεώποτ᾽ ἐγενόμην᾽ εἰ δέ τίς μου λέγοντος καὶ τὰ ἐμαυ- 
τοῦ πράττοντος ἐπιϑυμεῖ ἀχούειν, εἴτε νεώτερος εἴτε 
πρεσβύτερος, οὐδενὶ ττώποτε ἐφϑόνησα, οὐδὲ χρήματα 


μὲν λαμβάνων διαλέγομαι, 


μὴ λαμβάνων δ᾽ οὔ, ἀλλ᾽ 


΄,ὔ ΄, 7 2 
ὁμοίως καὶ πλουσίῳ χαὶ zeevnrı παρέχω ἐμαυτὸν ἐρω- 


baum: fwit ϑόλος aedificium pu- 
blicum prope τὸ βουλευτήριον 
τῶν πενταχοσίων, auctore Paus. 
1. 5, in quo prytanes quotidie epu- 
labantur et sacrificabant, ita dic- 
tum a forma et figura testudinis, 
quam referebai. 

Leon ist seines Vermögens wegen 
von den Dreifsig verfolgt worden. 

Kap. 21. In den Worten εἰ ἔπρατ- 
τον τὰ δημόσια — ἐποιούμην ist 
zu ,πράττων zu ergänzen τὰ δη 
μόσια und deshalb nicht mit C. F. 
Hermann zwischen τὰ δημόσια und 
zal ein Komma zu setzen, ἀξίως 
gehört zu ἐβοήϑουν und nicht zu 
πράττων, τοῖς δικαίοις ist der dat. 
gen. neutr. und das χρή ist das 
ethische, „man soll“, wie oft bei 
Plato und Thucydides, Auch im 
folgenden Satze habe ich anders, 
als es gewöhnlich geschieht, inter- 


pungiert. In diesem Satze gehört 
offenbar das δημοσίᾳ nicht zu φα- 
νοῦμαι; wie der hinzugefügte Ao- 
rist εἰ ἔπραξα beweist und wie 
der zu Grunde liegende Gedanke 
auch darlegt. Denn Sokrates will 
ja nach dem, was er Kap. 19 zum 
Schlufs gesagt hat, in Zukunft gar 
nicht δημόσια πράττειν, sondern 
vielmehr wie bisher ἐδιωτεύειν. 
Die Worte enthalten vielmehr eine 
Breviloquenz: ἐγὼ δημοσίᾳ τε εἴ 
ποῦ τι ἔπραξα, τοιοῦτος ἐφάνην 
zal ἰδίᾳ τοιοῦτος φανοῦμαι κ. τ. ἕ. 
Der Deutsche spricht übrigens eben- 
80: „nein (ἀλλα), ich für meine 
Person, all mein Lebtag, bin ich 
öffentlich wo aufgetreten, so will 
ich auch im Privatleben ebenso er- 
scheinen, derselbe Mann, der kei- 
nem je nachgiebt“. u. 8. w. 

In den Worten ἀλλ᾽ ὁμοίως χαὶ 


46 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


τᾶν χαὶ ἐάν τις βούληται ἀποχρινόμενος ἀχούειν ὧν ἂν 
λέγω. χαὶ τούτων ἐγὼ εἴτε τις χρηστὸς γίγνεται εἴτε 
μή, οὐχ ἂν δικαίως τὴν αἰτίαν ὑπέχοιμι, ὧν μήτε ὕπε- 
σχόμην μηδενὲ μηδὲν πώποτε μάϑημα μήτε ἐδέδαξα" εἰ 
δέ τίς φησι παρ᾽ ἐμοῦ πώποτέ τι μαϑεῖν ἢ ἀκοῦσαι 
ἰδίᾳ ὅ τι μὴ καὶ οἱ ἄλλοι πάντες, εὖ ἴστε ὅτι οὐκ ἀλη- 
In λέγει. 

22. ᾿Αλλὰ διὰ τί δή ποτε μετ᾽ ἐμοῦ χαίρουσέ τινες 
πολὺν χρόνον διατρίβοντες; ἀχηχόατε, ὠ ἄνδρες “48η- 
γαῖοι" πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐγὼ εἶπον" ὅτε ἀκούον- 
τες χαίρουσιν ἐξεταζομένοις τοῖς οἰομένοις μὲν εἶναι σο- 


φοῖς, οὖσι δ᾽ οὔ" ἔστι γὰρ οὐκ ἀηδές. 


πλουσίῳ καὶ πένητι ὧν ἂν λέγω 
ist nach ἐρωτᾶν καὶ wiederholt zu 
denken παρέχω ἐμαυτόν: „ich 
stelle mich zur Verfügung, mich zu 
fragen, und (stelle mich zur Ver- 
fügung), wenn jemand wünscht ant- 
wortend (durch Rede und ῥπέποσι 
zu hören, was ich behaupte d. 
wenn jemand sich meiner dialek- 
tischen Methode fügen will“. 

Der Gedanke des Kapitels ist 
klar: ich habe niemand jemals eine 
Wissenschaft (wie die Sophisten) 
zugesagt (ὑπεσχόμην), noch auch 
eine solche gelehrt (ἐδίδαξα seil. 
μάϑημα); deshalb trage ich auch 
nicht die Schuld (im Griechischen 
ist auf das ὑπέχοιμι und ὑπεσχό- 
μὴν zu achten) elte τις χρηστὸς 
UNIBEES: εἴτε μή. 

ap. 22. 16 Redner sagt, die 
jungen Männer folgen ihm aus Lust 
an den Prüfungen derer, die weise 
zu sein glauben, ohne es zu Sein, 
Dals sie “aber von ihm nicht ver- 
dorben werden, dafür sei der beste 
Beweis, dafs einmal keiner seiner 
Schüler, älter geworden und zu 
selbständigem Urteil fortgeschrit- 
ten, sich jemals über ihn beschwert 
habe, und sodann, dafs auch keiner 
ihrer Verwandten gegen ihn auf- 
trete, dals Meletos keinen von ihnen 


ἐμοὶ δὲ τοῦτο, 


als Zeugen gegen ihn habe gewin- 
nen können. 

In dem ersten Satze tritt das 
Wort χαέρουσι etwas ironisch her- 
vor, und wir geben es mit unse- 
rem „gern“ in zu schwacher Fär- 
bung wieder. Es liegt eine Ironie 
darin, weil die Anklage das Wort 
nicht hat gebrauchen können: die 
Ankläger konnten nicht ὁ sagen: οἱ 
νέοι χαίρουσι μετὰ Σωχράτους 
διατρίβοντες πολὺν χρόνον --- sie 
durften sich höchstens ausdrücken : 
οἱ νέοι μετὰ Iwxgdrovs πολὺν 
χρόνον διατρίβουσιν. Es liegt also 
in χαίρουσι Schon ein Schlag ; gegen 
Meletos und Genossen. In den fol- 
genden Worten bin ich in Bezug 
auf die Interpunktion Stallbaum 
gefolgt, der nach πᾶσαν ὑμῖν τὴν 
ἀλήϑειαν ἐγὼ εἶπον ein stärkeres 
Interpunktionszeichen, ein Semiko- 
lon statt eines Komma setzt, um 
anzudeuten, dals ὅτι ἀχούοντες 
gel ουὔυσιν nicht von εἶπον abhängig 

enken, sondern als Antwort auf 
PN δια τὶ χαίρουσι zu fassen ist 
und nur von der Frage durch einen 
Zwischensatz ἀχηκόατε — εἶπον, 
wie ihn der Redner liebt, getrennt 
ist. Neckisch ist das ἔστι γὰρ οὐχ 
ἀηδές „denn es ist nicht uninteres- 
sant“, wie wir mit einem Fremd- 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 47 


ὡς ἐγώ φημι, προστέταχται ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ πράττειν καὶ 
ἐχ μαντείων χαὶ ἐξ ἐνυπνίων χαὶ παντὶ τρόπῳ, ᾧπερ 
τές ποτε καὶ ἄλλη ϑεία μοῖρα ἀνθρώπῳ καὶ ὁτιοῦν τεροσ- 
ἔταξε πράττειν. ταῦτα, ὦ ᾿Αϑηναῖοι, καὶ ἀληϑῆ ἐστι 
χαὶ εὐέλεγχτα. εἰ γὰρ δὴ ἔγωγε τῶν νέων τοὺς μὲν δια- 
φϑείρω, τοὺς δὲ διέφϑαρχα, χρῆν δήπου, εἴτε τινὲς αὖ- 
τῶν πρεσβύτεροι γενόμενοι ἔγνωσαν ὅτι νέοις οὐσιν αὖ- 
τοῖς ἐγὼ χακὸν πώτπιοτέ τι ξυνεβούλευσα, νυνὶ αὐτοὺς 
ἀναβαίνοντας ἐμοῦ χατηγορεῖν zal τιμωρεῖσϑαι" εἰ δὲ 
μὴ αὐτοὶ ἤϑελον, τῶν οἰχείων τινὰς τῶν ἐκείνων, πα- 
τέρας καὶ ἀδελφοὺς καὶ ἄλλους τοὺς προσήχοντας, εἴπερ 
ὑπ᾿ ἐμοῦ τι καχὸν ἐπτεπόνϑεσαν αὐτῶν οἱ οἰκεῖοι, νῦν 
μεμνῆσϑαι καὶ τιμωρεῖσϑαι. ττάντως δὲ πάρεισιν αὐτῶν 
σπεολλοὶ ἐνταυϑοῖ, οὺς ἐγὼ ὁρῶ, πρῶτον μὲν Κρίτων οὗὐ- 
tool, ἐμὸς ἡλικιώτης καὶ δημότης, Κριτοβούλου τοῦδε 
πατήρ᾽ ἔπειτα Avoaviag ὃ Σφήττιος, Αϊσχένου τοῦδε 
πατήρ᾽ ἔτι ᾿Αντιφῶν ὃ Κηφισιεὺς οὑτοσί, ᾿Ἐπιγένους 
πατήρ᾽ ἄλλοι τοίνυν οὗτοι, ὧν οἱ ἀδελφοὶ ἐν ταύτῃ τῇ 
διατριβῇ γεγόνασι, Νικόστρατος, ὃ Θεοζοτίδου, ἀδελφὸς 
Θεοδότου — χαὶ ὃ μὲν Θεόδοτος τετελεύτηχεν, ὥστε 
οὐχ ἂν ἐκεῖνός γε αὐτοῦ καταδεηϑείη —, καὶ Πάραλος 
ὅδε, ὃ Δημοδόκου, οὗ ἣν Θεάγης ἀδελφός" ὅδε δὲ Adei- 
μαντος, ὃ ᾿Αρίστωνος, οὗ ἀδελφὸς οὑτοσὶ Πλάτων, καὶ 
«Αἰαντόδωρος, οὗ ᾿““΄πολλόδωρος ὅδε ἀδελφός. καὶ ἄλλους 
σπολλοὺς ἐγὼ ἔχω ὑμῖν εἰπεῖν, ὧν τινὰ ἐχρῆν μάλιστα 
μὲν ἐν τῷ ἑαυτοῦ λόγῳ παρασχέσϑαι έλητον μάρτυρα" 
εἰ δὲ τότε ἐπιελάϑετο, νῦν τταρασχέσϑω, ἐγὼ παραχωρῶ, 
χαὶ λεγέτω, εἴ τι ἔχει τοιοῦτον. ἀλλὰ τούτου πᾶν τοῦὐ-- 


worte sagen würden, wenn wir μένοι ἔγνωσαν entspricht, wie öf- 
nicht mit etwas anderer Wendung 1er das δέ dem re, das εἰ δέ in εἰ 
unserer Sprache getreu bleiben wol- d& μὴ αὐτοὶ ἤϑελον. Der Aufzäh- 
‚en: „denn es macht Spals“. Wei- lung der einzelnen Männer nimmt 


terhin ist das zei in πράττειν χαὶ der Redner das Langweilige, das 
ἐκ μαντείων „und zwar“; denn die jede Aufzählung hat, durch kleine 
Worte ἐκ μαντείων --- προσέταξε Zusätze, durch das ἐμὸς ἡλικιώτης 

πράττειν zerlegen den Ausdruck zul δημότης „der mit mir in dem- 
ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ. Dem εἴτε in εἴτε selben Demos aufgewachsen ist“, 
τινὲς αὐτῶν πρεσβύτεροι yevo- und den Zwischensatz: zei ὃ μὲν 


WW ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


, u IE | , 2 \ - ς ΄ 
γαντίον εὑρήσετε, ὦ ἄνδρες, πάντας ἐμοὶ βοηϑεῖν Eroi- 
μους τῷ διαφϑείροντι, τῷ κακὰ ἐργαζομένῳ τοὺς οἰχείους 

DE τὼ u vr 2 \ \ \ € 
αὐτῶν, ὡς φασι Πέλητος καὶ «Ἄνυτος. αὑτοὶ μὲν γὰρ οἱ 

᾿ χν 3 ’ - 
διεφϑαρμένοι ray ἂν λόγον ἔχοιεν βοηϑοῦντες" οἱ δὲ 
ἀδιάφϑαρτοι, πρεσβύτεροι ἤδη ἄνδρες, οἱ τούτων προ- 
σήχοντες, τένα ἄλλον ἔχουσι λόγον βοηϑοῦντες ἐμοὶ ἀλλ᾽ 
a\ x > [4 \ ,ὕ τ΄ , ΄ \ 
ἢ τὸν ὀρϑόν τε καὶ δίκαιον, ὅτι ξυνίσασι Πελήτῳ μὲν 
ψευδομένῳ, ἐμοὶ δὲ ἀληϑεύοντι; 
" ’ a ; ἈΠ \ > Rn 

23. Εἶεν δή, ὦ ἄνδρες" ἃ μὲν ἐγὼ ἔχοιμ᾽ ἂν ἄπο- 
λογεῖσϑαι, σχεδόν ἔστι ταῦτα χαὶ ἄλλα ἴσως τοιαῦτα. 
τάχα δ᾽ an τις ὑμῶν ἀγαναχτήσειεν ἀναμνησϑεὶς ἕαυ- 
τοῦ, εἰ ὃ μὲν χαὶ ἐλάττω τουτουὶ τοῦ ἀγῶνος ἀγῶνα 
ἀγωνιζόμενος ἐδεήϑη TE καὶ ἱχέτευσε τοὺς δικαστὰς 
μετὰ πολλῶν δαχρύων, τταιδία τε αὑτοῦ ἀναβιβασάμενος, 
“ u ΄ 2 ‚ \ ” - > ᾽ \ 
ἵνα ὅ τι μάλιστα ἑλεηϑείη, καὶ ἄλλους τῶν οἰχείων καὶ 

, ΄ ’ , 
φίλων ττολλούς, ἐγὼ δὲ οὐδὲν ἄρα τούτων ποιήσω, καὶ 
- ’ὔ ς ΄, ’ ᾿ 
ταῦτα κινδυνεύων, ὡς ἂν δόξαιμι, τὸν ἔσχατον xivövvor. 
τάχ᾽ οὖν τις ταῦτα ἐννοήσας αὐθϑαδέστερον ἂν πρός μὲ 
σχοίη, χαὶ ὀργισϑεὶς αὐτοῖς τούτοις ϑεῖτο ἂν μετ᾿ ὀργῆς 
τὴν ψῆφον. εἰ δή τις ὑμῶν οὕτως ἔχει, --- οὐχ ἀξιῶ 
μὲν γὰρ ἔγωγε" εἰ δ᾽ οὖν, ἐπιειχῆ ἂν wor δοχῶ πρὸς 
τοῦτον λέγειν λέγων ὅτι ἐμοί, ὠ ἄριστε, εἰσὶ μέν πού 
τινες χαὶ οἰχεῖοι" χαὶ γὰρ τοῦτο αὐτὸ τὸ τοῦ Ὁμήρου. 
οὐδ᾽ ἐγὼ αττὸ δρυὸς οὐδ᾽ ἀπτὸ πέτρης πέφυκα, ἀλλ᾽ 
ἀνθρώπων, ὥστε χαὶ οἰκεῖοί μοί εἰσε καὶ υἱεῖς, ὦ ἄνδρες 
᾿Αϑηναῖ ig, εἷς μὲ Ἵ ἤδη, δύο δὲ die 
ηναῖοι, τρεῖς, εἷς μὲν μειράκιον ἤδη, δύο δὲ zraudia 
P} 2 [03 a ὦ 3 - - = , ᾽ 
ἀλλ᾽ ὅμως οὐδέν᾽ αὐτῶν δεῦρο ἀναβιβασάμενος δεήσο- 
μαι ὑμῶν ἀποψηφίσασϑαι. τί δὴ οὖν οὐδὲν τούτων ττοιή- 
’ 5 ΄ - 

σω; οὐκ αὐϑαδιζόμενος, ὦ ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, --- οὐδ᾽ 
ς - > ’ > > > \ % » x 
ὑμᾶς ἀτιμάζων — ἀλλ᾽ εἰ μὲν ϑαρραλέως ἐγὼ ἔχω πρὸς 


Θεόδοτος τετελεύτηκεν χ. τ. ἑ. Der 
bittere Sarkasmus der Worte πάν»- 
τας ἐμοὶ βοηϑεῖν ἑτοίμους τῷ 
διαφϑείροντι, τῷ χκαχὰ ἐργαζο- 
μένῳ x. τ. ὃ. liegt ζυΐαρο. Der kräf- 
tige "Schlufs des Kapitels ὅτι &v- 
γίσασι --- ἀληϑεύοντιε erinnert leb- 


haft an den Schlufs des 19. Kapi- 
tels. ὦΣ 

Kap. 23. Mit dem εἶεν δή, οὐ 
ἄνδρες beginnt die peroratio, in 
welcher der Redner die Unsitte der 
Angeklagten schildert, das Mitleid 
der Richter zu wecken. Er sagt, 


ADOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 49 


ϑάνατον ἢ μή, ἄλλος λόγος, πρὸς δ᾽ οὖν δόξαν καὶ ἐμοὶ 
χαὶ ὑμῖν nal ὅλῃ τῇ πόλει οὔ μοι δοκεῖ καλὸν εἶναι ἐμὲ 
τούτων οὐδὲν ποιεῖν χαὶ τηλιχόνδε ὄντα χαὶ τοῦτο τοὔ- 
γομα ἔχοντα, εἴτ᾽ οὖν ἀληϑὲς εἴτ᾽ οὖν ψεῦδος" ἀλλ᾽ οὖν 
δεδογμένον γέ ἐστι τὸ Σωχράτη διαφέρειν τινὶ τῶν πολ- 
λῶν ἀνθρώπων. εἰ οὖν ὑμῶν οἱ δοκοῦντες διαφέρειν 
εἴτε σοφίᾳ εἴτε ἀνδρείᾳ εἴτε ἄλλῃ ἡτινιοῦν ἀρετῇ τοιοῦ- 
τοι ἔσονται, αἰσχρὸν ἂν ein‘ οἵουσπερ ἐγὼ πολλάχες 
ἑώραχά τινας ὅταν χρίνωνται, δοκοῦντας μέν τι εἶναι, 
ϑαυμάσια δὲ ἐργαζομένους, ὡς δεινόν τι οἰομένους πεί- 


ihm verbiete die δόξα d. i. die Ach- 
tung vor dem guten Rufe, vor dem 
eigenen, dem der Richter und dem 
des ‚ganzen Staates, so zu handeln: 
πρὸς δ᾽ οὖν δόξαν καὶ ἐμοὶ καὶ 
ὑμῖν καὶ ὅλῃ τῇ πόλει οὔ μοι do- 
χεῖ χαλὸν εἶναι. Es ist gewils die 
schwerste Aufgabe, welche der Red- 
ner sich hier stellt, wenn er, der 
Angeklagte, in den letzten Worten 
seiner Verteidigung als Sittenrich- 
ter derer, die über ihn abzuurteilen 
haben, auftritt. Kehrt er doch den 
Spiels geradezu um. Die Aufgabe 
ist schwierig, weil sie leicht den 
Eindruck des Hochmutes aufkom- 
men lälst. Dem beugt der Redner 
vor dadurch, dafs er selbst sagt, 
er sehe die Gefahr ein, welche er 
laufe, und dadurch, dafs er den Be- 
weggrund, welchen ihm niedrig 
denkende Menschen unterschieben 
könnten, nennt und zurückweist: 
τί δὴ οὖν οὐδὲν τούτων ποιήσω; 
οὐχ αὐϑαδιζόμενος “. τ. &., „nicht 
aus Trotz, sondern aus Ehrgefühl“. 
Er läfst dann den Vorwurf als eitel 
erscheinen durch die edlen Beweg- 
gründe, die sein Ehrgefühl bestim- 
men : einmal die Rücksicht auf seine 
Person: τηλικόνδε ὄντα χαὶ τοῦτο 
τοὔνομα ἔχοντα, mit der schönen, 
selbstbewulsten und doch auch be- 
scheidenen Erklärung des Beina- 
mens σοφός: δεδογμένον γέ ἐστι 
τὸ Σωχράτη διαφέρειν τινὶ τῶν 
πολλῶν ἀνθρώπων — und sodann 
Plato, Apologie. Krito. 


die Rücksicht auf die Richter und 
mit ihnen auf das ganze Vater- 
land, welches die erwähnte Unsitte 
schändet. 

Wieder spricht der Redner in 
vollen Perioden, weil er sich an 
das Gemüt der Richter und der 
übrigen Zuhörer wendet, ihr Ehr- 
gefühl zu wecken bestrebt ist. -Er 
verschmäht dabei auch die rheto- 
rische Figur nicht, wie denn gleich 
im ersten Satze der Chiasmus klar 
herv ortritt: ὃ μὲν καὶ ἐλάττω του- 
τουὶ τοῦ ἀγῶνος ἀγῶνα ἀγωνι- 
ζόμενος ἐδεήϑη TE zul ἱκέτευσε 
τοὺς δικαστᾶς, ἐγὼ δὲ οὐδὲν τού- 
των ποιήσω, χαὶ ταῦτα κινδυνεύων 
τὸν ἔσχατον κίνδυνον. Und mit 
wie kunstgerechter psychologischer 
Kenntnis geht er vor: er läfst den 
einzelnen sich an einen groben Feh- 
ler erinnern (& ναμνησϑεὶς ἑαυτοῦ), 
erweckt also in ihm die Reue; er 
setzt als möglich eine ungerechte 
That, die dieser Reue entspringen 
könnte (ταῦτα ἐννοήσας αὐϑαϑδέ- 
στερον ἂν πρός με σχοίη), ruft 
damit also zur Überlegung auf; er 
führt dann sich als Beispiel vor mit 
einem Scherze, der immer zur Milde 
stimmt; οὐδ᾽ ἐγὼ ἀπὸ δρυὸς οὐδ᾽ 
ἀπὸ πέτρης πέφυχα; er giebt nach 
dem guten Beispiele dann das ‚böse: 
οἵουσπερ ἐγὼ πολλάχις ἑώραχά 


τινὰς ἐργαζομένους („derlei 

Männer habe ich oft gesehen vor 

Gericht — ῥώραχά τινας ὅταν 
4 


50° ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


> > n «“ > ’ > 

σεσϑαι εἰ ἀποθανοῦνται, WOTTEO ἀϑανάτων ἐσομένων, 
ἐὰν ὑμεῖς αὐτοὺς μὴ ἀποχτείνητε" οἱ ἐμοὶ δοχοῦσιν ai- 
σχύνην τῇ πόλει ττεριάπιτειν, ὥστ᾽ ἄν τινα χαὶ τῶν ξένων 
ς - a c , > N > 3 ΄ a 
ὑπολαβεῖν ὅτι ol διαφέροντες ϑηναίων eig ἀρετήν, οὺς 

2 - - "᾿ -" - 
αὑτοὶ ἑαυτῶν ἔν τε ταῖς ἀρχαῖς xal καῖς ἄλλαις τιμαῖς 
σπιροχρένουσιν, οὗτοι γυναιχῶν οὐδὲν διαφέρουσι. ταῦτα 
γάρ, ὦ ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, οὔτε ὑμᾶς χρὴ ποιεῖν τοὺς 

«« - κ] , \ Pe . 
δοχοῦντας χαὶ ὁτιοῦν εἶναι, οὔτ᾽, ἂν ἡμεῖς ποιῶμεν, 
c - > 2 I x - 3 Ἁ 2 ,ὔ σ 
ὑμᾶς ἐπιτρέπειν, ἀλλὰ τοῦτο αὐτὸ ἐνδείχνυσϑαι, ὅτι 
πολὺ μᾶλλον καταψηφιεῖσϑε τοῦ τὰ ἐλεεινὰ ταῦτα δρά- 
ματα εἰσάγοντος χαὶ χαταγέλαστον τὴν στόλεν “τοιοῦντος 
ἢ τοῦ ἡσυχίαν ἄγοντος. 

24. Χωρὶς δὲ τῆς δόξης, ὦ ἄνδρες, οὐδὲ δίκαιόν 
μοι δοχεῖ εἶναι δεῖσϑαι τοῦ δικαστοῦ οὐδὲ δεόμενον ἄττο- 
φεύγειν, ἀλλὰ διδάσκειν καὶ πείϑειν. οὗ γὰρ ἐπὶ τούτῳ 
κάϑηται δ᾽ δικαστής, ἐπὶ τῷ καταχαρίζεσϑαι τὰ δίκχαια, 
ἀλλ᾽ ἐπὶ τῷ χρίνειν ταῦτα" χαὶ ὁμώμοχεν οὗ χαριεῖσϑαι 
οἷς ἂν δοχῇ αὐτῷ, ἀλλὰ διχάσειν χατὰ τοὺς νόμους. 

» x ” c “- 3 , c - 3 - 3 2 ς - 
οὔχουν χρὴ οὔτε ἡμᾶς ἐϑίζειν ὑμᾶς ἑἐπιορχεῖν, οὐϑ'᾽ ὑμᾶς 
2 ὶ > \ γν Cal 2 »- \ 3 
ἐϑίζεσθαι" οὐδέτεροι γὰρ av ἡμῶν εὐσεβοῖεν. μὴ ovv 
7 - N 3 ” 32 “ - “ x < - 
ἀξιοῦτέ με, ὦ ἄνδρες .ϑηναῖοι, τοιαῦτα δεῖν τερὸς ὑμᾶς 
χεράττειν, ἃ μήτε ἡγοῦμαι χαλὰ εἶναι μήτε δίκαια μήτε 
ὅσια, ἄλλως τὲ μέντοι νὴ Jia πάντως καὶ ἀσεβείας φεύ- 


bietet es die &xn, die Richter durch 


κρίνωνται = ἑώρακα ὅταν τινὲς 
Bitten gewinnen zu wollen: nach er- 


χρίνωνται —, die schienen was 


vorzustellen, hatten sich aber wun- 
derlich*) und weist endlich mit einer 
sehr scharfen Wendung auf des Va- 
terlandes Ehre hin, wenn er einem 
ξένος die Worte in den Mund legt: 

οἱ διαφέροντες ᾿᾿Αϑηναίων εἰς ἀρε- 
τὴν — γυναιχῶν οὐδὲν διαφέρου- 
σιν. 

Die Worte οὐδ᾽ ὑμᾶς ἀτιμάζων 
in der Mitte des Kapitels habe ich 
in Parenthesen geschlossen, um an- 
zudeuten, dals der Satz ἀλλ᾽ εἰ 
ϑαρραλέως auf 
αὐθαϑδιζόμενος zurück weist, 

Kap. 24. Aufser der δόξει 


ver 


sterer ist dies kein χαλόν, ‚nach letz- 
terer βίο οὔτε δίχαιον οὔτε ὅσιον. 
Das δεῖσϑαι ist kein δίκαιον, or 
χάϑηται ὃ δικαστὴς οὐχ ἐπὶ τῷ 
χαταχαρίζεσϑαι τὰ δίχαια „nicht 
um nach Gunst das Recht zu hand- 
haben“, ἐλλ᾽ ἐπὲ τῷ xolvew ταῦ- 
τα, sondern Ὁ" ein Urteil darüber 
zu fällen d. i. die Thätigkeit des 
Richters Ruf keine Gemüls-, son- 
dern soll eine Verstandesthätigkeit 
sein. Es ist sodann kein ὅσιον, 
weil der Richter durch seinen 
Schwur dem Gotte verpflichtet ist, 
weil also er ein ἀσεβής wird, wenn 


ATIOAOTIA ZQKPATOTE. 51 


yoyra ὑπὸ Ἰελήτου vovrovi. σαφεῖς γὰρ ἄν, εἰ πείϑοιμι 


ὑμᾶς χαὶ τῷ δεῖσϑαι βιαζοίμην ὁμωμοχότας, ϑεοὺς ἂν 
διδάσχκοιμι μὴ ἡγεῖσϑαι ὑμᾶς εἶναι, xal ἀτεχνῶς ἄτπτο- 
λογούμενος χατηγοροίην ἂν ἐμαυτοῦ ὡς ϑεοὺς οὐ νομίζω. 
2 \ - PB 5») τ , , 3,3 
ἀλλὰ πολλοῦ δεῖ οὕτως ἔχειν" νομίζω τε γάρ, ὦ ἄνδρες 

- 2 » “ ar 
᾿Αϑηναῖοι, ὡς οὐδεὶς τῶν ἐμῶν χκατηγέρων, καὶ ὑμῖν 
ἐπιτρέπω καὶ τῷ ϑεῷ χρῖναι περὶ ἐμοῦ ὅπῃ μέλλει ἐμοί 
τὲ ἄριστα εἶναι καὶ ὑμῖν. 


25. Τὸ μὲν μὴ ἀγαναχτεῖν, a ἄνδρες ᾿4“ϑηναῖοι, ἐπὶ 
τούτῳ τῷ γεγονότι, ὅτε μου κατεψηφίσασϑε, ἄλλα τέ μοι 

N G \ > 2 , [4 ’, Ν 
πολλὰ ξυμβάλλεται, χαὶ οὐχ ἀνέλπιστον μοι γέγονε τὸ 

x - 2 x \ mn ’ ς , 
γεγονὸς τοῦτο, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον ϑαυμάζω ἕχατέρων 
τῶν ψήφων τὸν γεγονότα ἀριϑμόν. οὐ γὰρ ᾧμην ἔγωγε 
u 3,297 2} 2 x \ ΟὟ - ς 
οὕτω παρ᾽ λίγον ἔσεσϑαι, ἀλλὰ παρὰ πολύ" νῦν δέ, ὡς 
ἔοικεν, εἶ τριάκοντα μόναι μετέπεσον τῶν ψήφων, ἄπο- 


er nach Gunst urteilt und weil 
ebenso der Angeklagte sich einer 
ἀσέβεια schuldig macht, wenn er 
versucht, durch Bitten den Richter 
von seiner Pflicht abzuziehen. Der 
Schlufsgedanke ist jedenfalls sehr 
wirksam ; denn er stellt den der & ἀσέ- 
βεια Angeklagten (ἀσεβείας φεύ- 
γοντα) als frommer denn all seine 
Gegner, Richter wie Publikum, hin. 


Kap. 25. Bei der Abstimmung 
sollen von den 500 oder 501 Rich- 
tern 281 gegen und 220 für So- 
krates sich ausgesprochen haben. 
Da es sich um einen τιμητὸς ἀγών 
handelte, folgte eine zweite Ver- 
handlung über die festzusetzende 
Strafe. 

Dafs der Redner sein Todesurteil 
voraussah, ist wohl selbstverstän- 
lich; um so imponierender ist die 
wahrhaft göttliche Ruhe, welche 
die zweite, kurze Rede atmet. 
Gleich das erste Wort — τὸ μὴ 
ἀγαναχτεῖν — weist die Unruhe 


zurück, und die Breite der Sprache 
kennzeichnet die gröfste Gemüts- 
ruhe. Οὐχ ἀγαναχτῶ, ὅτι οὐχ 
ἀγέλπιστόν μοι γέγονε τὸ γεγο- 
γὸς τοῦτο --- diese Worte würden 
den Gedanken vollkommen wieder- 
geben; die Worte ἐπὲ τούτῳ τῷ 
γεγονότι --- ξυμβάλλεται sind be- 
häbige Beigaben. Der Redner er- 
geht sich sodann, was auch nur 
ein ruhiger Mensch thut, in einem 
längeren Rechenexempel, welches 
eigentlich schon mit dem ξυμβάλλε- 
ται „beisteuern“ und mit der rech- 
nenden Wendung ἄλλα τε πολλὰ 
— χαὶ οὐχ ἀνέλπιστον eingeleitet 
wird. Das Exempel selbst wird 
auch mit der ruhigsten Breite ge- 
geben: die Worte οὐ γαρ ῴμην --- 
ἀλλὰ παρὰ πολὺ sind, wenn es 
blofs auf die Rechnung "ankommt, 
überflüssig, ebenso das ὡς ἔοικειν. 
Den Meletos behandelt er in seiner 
Rechnung, wie immer, als einen un- 
reifen Menschen, insofern als er 
dem Siegesbewulstsein des jungen 
Mannes ein Scherzexempel vorrech- 


4 


52° HAATQNOZ 


πεφεύγη ἄν. Meintov μὲν οὖν, ὡς ἐμοὶ δοκῶ, χαὶ νῦν 
ἀποπέφευγα, καὶ οὐ μόνον ἀποττέφευγα, ἀλλὰ παντὶ 
δῆλον τοῦτό γε, ὅτι, ei μὴ ἀνέβη ᾿άνυτος καὶ “ύχων 
κατηγορήσοντες ἐμοῦ, κἂν ὦφλε χιλίας δραχμάς, οὐ με- 
ταλαβὼν τὸ πέμτιτον μέρος τῶν “ψήφων. 

20. Τιμᾶται δ᾽ οὖν μοι ὃ ἀνὴρ ϑανάτου. εἶεν" 
ἐγὼ δὲ δὴ τίνος ὑμῖν ἀντιτιμήσομαι, ὠ ἄνδρες “4ϑηναῖοι; 
ἢ δῆλον ὅτι τῆς ἀξίας; τί οὖν; τί ἄξιός εἶμι παϑεῖν ἢ 
ἀποτῖσαι, ὅ τι μαϑὼν ἐν τῷ βίῳ οὐχ ἡσυχίαν ἦγον, ἀλλ᾽ 
ἀμελήσας ὧνττερ οἱ πολλοί, χρηματισμοῦ τε καὶ oixovo- 
μίας καὶ στρατηγιῶν καὶ δημηγοριῶν καὶ τῶν ἄλλων ἀρ- 
χῶν χαὶ ξυνωμοσιῶν Kal στάσεων τῶν ἕν τῇ πόλει γιγνο- 
μένων, ἡγησάμενος ἐμαυτὸν τῷ ὄντι ἐπιεικέστερον εἶναι 
ἢ ὥστε εἰς ταῦτ᾽ ἰόντα σώζεσϑαι, ἐνταῦϑα μὲν οὐκ ἦα, 


net: 280 haben mich verurteilt; 


3 Kläger sind es; also kamen auf 
Meletos 90 Stimmen, oder, da Any- 
tos und Lykon schwerer wiegen als 
er, noch nicht 90 Stimmen, noch 
nicht der fünfte Teil der 500 Stim- 
men, ein Resultat, das ihm eigent- 
lich die für so wenige Stimmen 
erzielende Kläger festgesetzte Strafe 
von 1000 Drachmen eintragen 
mülste. 

Kap. 26. In einen Scherz läuft 
auch dies Kapitel aus, in einen 
harmlosen Scherz, den ich nicht als 
Ironie oder gar als Sarkasmus auf- 
fassen möchte. Wieder mit aller 
Behäbigkeit leitet er den Scherz 
ein. „Es schlägt also der Mann 
als Strafe für mich den Tod vor. 
Gut. Aber ich, welche Strafe soll 
ich euch dagegen vorschlagen? na- 
türlich die verdiente? Was also? 
Was verdiene ich“ u. s. w. Hieron. 
Müller übersetzt die Worte τιμᾶται 
δ᾽ οὖν μοι ὃ ἀνὴρ ϑανάτου wohl 
nicht richtig, wenn er, den Dativ 
wo. nicht als ethischen, sondern als 
Dativ bei Passiven (= ὑπό e. gen.) 
auffassend sagt: „Sonach acht’ ich 
den Mann des Todes schuldig“ und 
in der Stelle ein Citat aus des Me- 


letos Rede sieht. Τιμᾶσϑαί τιν 
τινος sagt ja Sokrates auch ‚im fol- 
genden Kapitel: ὡς ἀξιὸς εἰμί του 
χαχοῦ καὶ τιμήσεσϑαι τοιούτου 
τινὸς. ἐμαυτῷ - ἢ un πάϑω τοῖ- 
το, οὗ Μέλητός μοι τιμᾶται x. τ. ἃ. 
Zu ὅτι μαϑών bemerkt Cron: ὅτι 
μαϑὼν ist ‚eigentlich die indirekte 
Form zu τί μαϑών, welches, we- 
nig unterschieden von τί παϑών, 
mit Verwunderung oder Mifsbilli- 
gung nach dem Grund einer Hand- 
lung fragt, ungelähr wie im Deut- 
schen „was hast du dir in den Kopf 
gesetzt“ oder „was wandelte dich 
an, dafs“, statt des einfachen „war- 
um?“ Hier hängt der indirekte Aus- 
druck nur lose mit dem Hauptsatze 
zusammen, der implieite den Be- 
griff der Erwägung in sich schliefst: 
„was verdiene ich für eine Strafe, 
insofern die Frage ist, was 
ich mir in den Sinn kommen liefs* 
etc. statt „dafür „dafs ich mir“. In 
dem Ausdrucke ἢ ὥστε εἰς ταῦτ᾽ 

ἐόντα σώζεσϑαι steht σώζεσϑαι 
für σῶν εἶναι, σῶν ὄντα διάγειν 
„unversehrt bleiben“. Die lange 
polysyndetische Aufzählung: yon- 
ματισμοῦ TE καὶ οἰκονομίας -- 
xal στάσεων τῶν ἐν τῇ πόλει γε- 


\ 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 53 


oi ἐλϑὼν μήτε ὑμῖν μήτε ἐμαυτῷ ἔμελλον μηδὲν ὄφελος 
εἶναι, ἐπὶ δὲ τὸ ἰδίᾳ ἕκαστον ἰὼν εὐεργετεῖν τὴν μεγί--: 
στην εὐεργεσίαν, ὡς ἐγώ φημι, ἐνταῦϑα ἢα, ἐσειχειρῶν 
ἔχαστον ὑμῶν πεέϑειν μὴ πρότερον μήτε τῶν ἑαυτοῦ 
μηδενὸς ἐπειμελεῖσϑαι, τερὶν ἑαυτοῦ ἐπιμεληϑείη, ὅπως 
ὡς βέλτισξος καὶ φρονιμώτατος ἔσοιτο, μήτε τῶν τῆς 
πόλεως; πρὶν αὐτῆς τῆς πόλεως, τῶν τε ἄλλων οὕτω 
χατὰ τὸν αὐτὸν τρόπον ἐπιμελεῖσθαι" τί οὖν εἶμι ἄξιος 
παϑεῖν τοιοῦτος ὦν; ἀγαϑέν τι, ὦ ἄνδρες ᾿Α'ϑηναῖοι, εἶ 
δεῖ γε κατὰ τὴν ἀξίαν τῇ ἀληϑείᾳ τιμᾶσϑαι" καὶ ταῦτά 
γε ἀγαϑὸν τοιοῦτον, ὅ τι ἂν πρέποι ἐμοί. τέ οὖν πρέπει 
ἀνδρὶ πένητι εὐεργέτῃ, δεομένῳ ἄγειν σχολὴν ἐπὶ τῇ 
ὑμετέρᾳ παρακελεύσει; οὐκ ἔσϑ᾽ ὅ τι μᾶλλον, ὦ ἄνδρες 
Asnvaioı, πρέπει οὕτως, ὡς τὸν τοιοῦτον ἄνδρα ἐν 
πρυτανείῳ σιτεῖσϑαι, πολύ γε μᾶλλον ἢ εἴ τις ὑμῶν 
ἵπστῳ ἢ ξυνωρίδε ἢ ζεύγει νενίκηκεν Ὀλυμπίασιν. ὃ μὲν 
γὰρ ὑμᾶς ποιεῖ εὐδαίμονας δοκεῖν εἶναι, ἐγὼ δὲ εἶναι" 
χαὶ ὅ μὲν τροφῆς οὐδὲν δεῖται, ἐγὼ δὲ δέομαι. εἶ οὖν 
δεῖ μὲ χατὰ τὸ δίχαιον τῆς ἀξίας τιμᾶσϑαι, τούτου τι- 
μῶμαι, Ev πρυτανείῳ σιτήσεως. 

27. Ἴσως ουν ὑμῖν καὶ ταυτὲ λέγων παραπλησίως 
δοχῶ λέγειν ὥστιερ περὶ τοῦ οἴχτου καὶ τῆς ἀντιβολή- 


γνομένων charakterisiert scherz- 
haft die Vielgeschäftigkeit der no- 
Jırızol gegenüber der einfachen 
Thätigkeit des Weisen: ἐπιχειρῶν 
ἕχαστον ὑμῶν πείϑειν 2. τ. ἑ. 
Scherzhaft ist die Frage τί οὺν 
πρέπει ἀνδρὲ πένητι εὐεργέτῃ, in 
welcher die Stellung der Adjektiva 
bezeichnend ist: die Worte ὠνδρὶ 
πένητι εὐεργέτῃ sind wohl recht 
langsam gesprochen worden; denn 
ihr Sinn verlangt es: „was ziemt 
einem Manne, welcher arm ist und 
ein Wohlthäter?“ ‚Spalsend ist der 
Zusatz δεομένῳ ἄγειν σχολὴν ἐπὶ 
τῇ ὑμετέρᾳ ρος παραχελεύσει: die 

orstellung dals Sokrates nach 
dem, was er in seiner Verteidigungs- 
rede gesagt hat, als δεόμενος ἄγειν 


σχολήν auftreten sollte, litte an 
einem Widerspruche in sich und 
die, dafs der δεόμενος seine Ent- 
schuldigung in der παρακέλευσις 
τῶν ᾿ϑηναίων suchen sollte, aus 
der seine διαβολή entstanden, reizt 
zum Lachen. 

Das Prytaneum lag auf der Akro- 
polis; es wurden dort die Gäste 
des Staates gespeist. “Ἵππῳ νικᾶν 
ist „mit dem Rennpferd siegen“ 
bei den olympischen Spielen, wäh- 
rend zwei, drei und vier Rosse vor 
den Wagen gespannt in den Kampf 
eintreten. Die Sportsmen waren 
natürlich nur reiche Leute; daher: 
ὃ μὲν τροφῆς οὐδὲν δεῖται. 

ap. 27. Von dem Scherz geht 
er wieder über in eine rühige Be- 


54 HAATQNOE 


σεως, ἀπαυϑαδιζόμενος" τὸ δὲ οὐχ ἔστιν, ὦ “1ϑηναῖοι, 
τοιοῦτον, ἀλλὰ τοιόνδε μᾶλλον: πέπεισμαι ἐγὼ ἑχὼν 
εἶναι μηδένα ἀδικεῖν ἀνθρώπων, ἀλλὰ ὑμᾶς τοῦτο οὐ 

, δες \ ΄ 297 1 , 
πείϑω" ὁλέγον γὰρ χρόνον ἀλλήλοις διειλέγμεϑα" ἐπεί, 
ὡς ἔγῳμαι, εἰ ἣν ὑμῖν νόμος, ὥσπερ καὶ ἄλλοις ἀνϑρώ- 
ποις, περὶ ϑανάτου μὴ μίαν ἡμέραν μόνον χρένειν, ἀλλὰ 
πολλάς, ἐπείσϑητε ἄν" νῦν δ᾽ οὐ ῥάδιον ἐν χρόνῳ ὀλίγῳ 
μεγάλας διαβολὰς ἀπολύεσϑαι. πεπεισμένος δὴ ἐγὼ μη- 
δένα ἀδικεῖν πολλοῦ δέω ἐμαυτόν γε ἀδικήσειν καὶ zar' 
ἐμαυτοῦ ἐρεῖν αὐτός, ὡς ἄξιός εἰμέ του κακοῦ, καὶ τιμή- 
σεσϑαι τοιούτου τινὸς ἐμαυτῷ, τί δείσας; ἢ μὴ πάϑω 
τοῦτο, οὗ ἸΠέλητός μοι τιμᾶται, ὅ φημι οὐχ εἰδέναι οὔτ᾽ 
εἰ ἀγαϑὸν οὔτ᾽ εἰ κακόν ἐστιν; ἀντὶ τούτου δὴ ἕλωμαι 
ὧν εὺ οἶδ᾽ ὅτι καχῶν ὄντων, τούτου τιμησάμενος; ττότε- 
ρον δεσμοῦ; χαὶ τί μὲ δεῖ ζῆν ἐν δεσμωτηρίῳ, δου- 
λεύοντα τῇ ἀεὶ χαϑισταμένῃ ἀρχῇ, τοῖς ἕνδεχα; ἀλλὰ. 
χρημάτων, χαὶ δεδέσϑαι ἕως ἂν ἐχτίσω; ἀλλὰ ταὐτόν 
μοί ἔστιν, ὅττερ νῦν δὴ ἔλεγον " οὐ γὰρ ἔστι μοι χρήματα, 


für ihn haben, ab. Das Leben im 
Gefängnis erscheint ihm als das 


rechnung. „Haltet meinen Scherz, 
sagt er, nicht für einen Ausfluls 


trotzigen Sinnes (ἀπαυϑαδιζόμε- 
γος); das ist er so wenig, wie 
meine obige Auseinandersetzung 
über die Erregung des Mitleids und 
den Wert der Fürbitte. Ich ziehe 
vielmehr nur die Konsequenz aus der 
Überzeugung von meiner Unschuld, 
wenn ich eine ernste Strafe nicht 
in Vorschlag bringe, (zat’ ἐμαυ- 
τοῦ ἐρεῖν αὐτός, ὡς ἀξιός εἰμί 
του χαχοῦ „ich bin weit entfernt 
gegen mich selbst zu erklären, ich 
hätte etwas verdient, das ein x«- 
χόν wäre“). Sodann habe ich nichts 
zu fürchten; denn des Meletos τίς 
unue ϑάνατος"“ fürchte ich nicht, 
da ich den Tod für ein χαχόν nicht 
halte; also kann ich statt der To- 
desstrafe eine andere Strafe, die 
wirklich ein χαχόν meiner Ansicht 
nach ist, auch nicht vorschlagen“, 
Im folgenden wägt er dann andere 
Strafen nach dem Werte, den sie 


eines δουλεύων, als eines Mannes, 
der immer von der den Gefängnissen 
vorstehenden Behörde, den ἕνδεχα, 
abhängig ist, nicht lebenswert; eine 
Geldstrafe würde ihn, da er arm 
ist, auch zunächst in das Gefängnis 
bringen; sie gilt also für ihn das- 
selbe, wie eine Gefängnisstrafe (ταὺ- 
τόν μοί ἐστιν, ὅπερ νῦν δὴ ἔλε- 
γονὴ; auf Verbannung endlich an- 
zutragen widerrät ihm die vernünf- 
tige Berechnung, die ihm sagt, den 
Bürgern eines anderen Staates werde 
er noch weniger erträglich erschei- 
nen, als seinen Mitbürgern. 

Mit den Worten εἰ ἦν ὑμῖν vo- 
μος — μὴ μίαν ἡμέραν μόνον 
χρίνειν soll Sokrates auf die Lace- 
dämonier hindeuten, die ein Todes- 
urteil nicht nach einmaliger Bera- 
tung gefällt haben sollen. Da aber 
die aus Plutarch und aus Thucy- 
dides angeführten Stellen durchaus 


ANOAOTIA ZQKPATOTE. δῦ 


ὅὁπόϑεν ἐχτίσω. ἀλλὰ δὴ φυγῆς τιμήσωμαι; ἴσως γὰρ 
ἄν μοι τούτου τιμήσαιτε. πολλὴ μέντ᾽ ἂν με φιλοψυχία 
ἔχοι, εἰ οὕτως ἀλόγιστός εἶμι, ὥστε μὴ δύνασϑαι λογέ- 
ζεσϑαι, ὅτι ὑμεῖς μὲν ὄντες πολῖταί μου οὐχ οἷοί τε 
ἐγένεσϑε ἐνεγχεῖν τὰς ἐμὰς διατριβὰς χαὶ τοὺς λόγους, 
ἀλλ᾽ ὑμῖν βαρύτεραι γεγόνασι χαὶ ἐπιφϑονώτεραι, ὥστε 
ξητεῖτε αὐτῶν νυνὶ ἀπεαλλαγῆναι, ἄλλοι δὲ ἄρα αὐτὰς 
οἴσουσι ῥᾳδίως. πολλοῦ γε δεῖ, ὦ Admvaioı. καλὸς οὖν 
ἄν μοι ὃ βίος εἴη ἐξελϑόντι τηλιχῷδε ἀνϑρώπῳ ἄλλην 
ἐξ ἄλλης χυόλεν πόλεως “ἀμειβομένῳ χαὶ & ἐλαυνομένῳ 
ζῆν. εὖ γὰρ οἶδ᾽ ὅτε, ὅτεοι ἂν ἔλθω, "λέγοντος ἐμοῦ 
ἀκροάσονται οἱ νέοι ὥσπερ ἐνθάδε᾽ χἂν μὲν τούτους 
ἀπτελαύνω, οὗτοι ἐμὲ αὐτοὶ ἐξελῶσι, πείϑοντες τοὺς 
πρεσβυτέρους" ἐὰν δὲ μὴ ἀπελαύνω, οἱ τούτων πτατέρες 
τε χαὶ οἰχεῖοι ÖL’ αὐτοὺς τούτους. 

28. Ἴσως οὖν ἂν τις εἴποι" σιγῶν δὲ καὶ ἡσυχίαν 
ἄγων, ὦ Σώκρατες, οὐχ οἷός τ᾽ ἔσει ἡμῖν ἐξελϑὼν ζῆν; 
τουτὶ δή ἐστι πάντων χαλεπώτατον σπτεῖσαί τινας ὑμῶν. 
ἐάν τε γὰρ λέγω ὅτι τῷ ϑεῷ ἀπειϑεῖν τοῦτ᾽ ἐστὶ χαὶ 
διὰ τοῦτ᾽ ἀδύνατον ἡσυχίαν ἄγειν, οὐ πείσεσϑέ μοι ὡς 
εἰρωνευομένῳ᾽ ἐάν τ᾽ αὖ λέγω ὅτι καὶ τυγχάνει μέγιστον 
ἀγαϑὸν ὃν ἀνθρώπῳ τοῦτο, ἑκάστης ἡμέρας περὶ ἀρετῆς 
τοὺς λόγους ττοιεῖσϑαι χαὶ τῶν ἄλλων, περὶ ὧν ὑμεῖς 


nicht mit Sicherheit beweisen, dafs 
die Spartiaten ein Todesurteil im- 
mer erst nach mehrtägiger Berat- 
schlagung gesprochen haben, ist 
unsere Stelle vielleicht anders zu 
erklären. „Wenn es bei euch Rich- 
tern Sitte wäre, .wie bei anderen 
Leuten, z. B. bei mir und meinen 
Freunden, περὶ ϑανάτου d. i. über 
den Tod, über das, was der Tod 
ist und zu bedeuten hat, nicht an 
einem Tage schlüssig zu werden, 
sondern wenn ihr, wie wir, viele 
Tage auf die Betrachtung wenden 
würdet“ u. 5. w. 

In Bezug auf die Worte ἀντὶ 
τούτου δὴ ἕλωμαι ὧν εὖ οἶδ᾽ ὅτι 


ZULOV, ὄντων ist zu bemerken, dafs 
εὖ οἶδ᾽ ὅτι wie δῆλον ὅτι zur ad- 
verbialen Formel geworden ist, Die 
Worte sind gesagt_ für ᾿ξλωμαί (τὴ 
τῶν χαχῶν ἃ εὖ οἶδ᾽ ὅτι Sc. χαχά 
ἐστιν „soll ich wählen aus den 
Übeln, die, wie ich wohl weils, 
wirklich Übel sind?“ 

Kap. 28. Noch einmal weist er 
den Einwand zurück, er könne ja 
σιγῶν καὶ ἡσυχίαν vet im Aus- 
lande (ἐξελϑών) leben d. i. als τί- 
μημα die Verbannung vorschlagen, 
und zwar wehrt er die Einrede wie- 
der mit einer gewissen Umständ- 
lichkeit ab, wie sie die mit ἐάν τε 
— ἐάν re eingeleiteten Sätze kenn- 


56 ΠΑΛΤΩΝΟΣ 


ἐμοῦ ἀχούετε διαλεγομένου χαὶ ἐμαυτὸν χαὲ ἄλλους ἐξε- 
τάζοντος, ὃ δὲ ἀνεξέταστος βίος οὐ βιωτὸς ἀνϑρώπῳ, 
ταῦτα δ᾽ ἔτι ἧττον πείσεσϑέ μοι λέγοντι. τὰ δὲ ἔχει μὲν 
οὕτως, ὡς ἐγώ φημι, ὦ ἄνδρες, σπείϑειν δὲ οὐ δάδιον. 
χαὶ ἐγὼ ἅμ᾽ οὐκ εἴϑισμαι ἐμαυτὸν ἀξιοῦν χαχοῦ οὐδενός. 
εἰ μὲν γὰρ ἣν μοι χρήματα, ἐτιμησάμην ἂν χρημάτων 
ὅσα ἔμελλον ἐχτίσειν᾽ οὐδὲν γὰρ ἂν ἐβλάβην" νῦν δέ — 
οὐ γὰρ ἔστιν, εἰ μὴ ἄρα ὅσον ἂν ἐγὼ δυναέμην ἐκτῖσαι, 
τοσούτου βούλεσϑέ μοι τιμῆσαι. ἴσως δ᾽ ἂν δυναίμην 
ἐχτῖσαι ὑμῖν μνᾶν ἀργυρίου: τοσούτου οὖν τιμῶμαι. 
Πλάτων δὲ ὅδε,. ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, καὶ Κρίτων καὶ 
Κριτόβουλος καὶ “Ἵπολλόδωρος κελεύουσέ μὲ τριάχοντα 
μνῶν τιμήσασϑαι, αὐτοὶ δ᾽ ἐγγυᾶσϑαι" τιμῶμαι οὖν 
τοσούτου, ἐγγυηταὶ δ᾽ ὑμῖν ἔσονται τοῦ ἀργυρίου οὗτοι 


2 ’ 
ἀξιόχρεῳ. 


29. Οὐ πολλοῦ γ᾽ ἕνεκα χρόνου, ὦ ἄνδρες ᾿ϑη- 
γαῖοι, ὄνομα ἕξετε χαὶ αἰτίαν ὑπὸ τῶν βουλομένων τὴν 


satzes — will ich eine Mine, etwa 
75 Mark, bezahlen und wenn Krito 
und Plato u. s. w. sich gar nicht 
beruhigen, meinetwegen auch 
dreilsigmal soviel — dafür müssen 
sie dann aber aufkommen. 


zeichnen; denn die Worte ὃ δὲ 
ἀνεξέταστος βίος οὐ βιωτὸς ἀν- 
ϑρώπῳ. würden als egründung 
eines οὐχ οἷός τέ εἰμι σιγῶν ζῆν 
vollkommen genügen. Als ihn so 
seine ‚Freunde zu einem «τίμημα 
φυγή", wie es scheint, nicht bestim- 
men können, drängen sie ihn — 
wie das Πλάτων δὲ öde καὶ Koi- 
τῶν καὶ MEN x. τ. &. deut- 
lich verrät — dazu, auf eine Geld- 
strafe anzutragen. Die erste Ant- 
wort auf ihr, Zureden ist sicherlich: 
zu ἐγὼ οὐχ εἰϑισμαι ἐμαυτὸν 
ἀξιοῦν κακοῦ οὐδενός. Da fällt 


Kap. 29. Die Schlufsrede zer- 
fällt in zwei Teile: der erste Teil 
wendet sich an die Geschworenen, 
welche das Todesurteil über den 
Redner gefällt, der zweite an die 
anderen, welche ihn freigesprochen 
hatten. Der Grundzug der Rede ist 


ihm wohl der von ihm oft ausge- 
sprochene Satz, dals das Geld kein 
hohes Gut sei, ein, und er sagt: 
Ja, wenn ich Geld hätte, würde ich 
eine beliebige Summe nennen (ὅσα 
ἔμελλον ἐχτίσειν); denn ich achte 
das Geld nicht (οὐδὲν dv ἐβλά- 
6)»}: damit ihr aber den guten 

illen seht — das ist ungefähr der 
Gedanke des scherzenden Schlufs- 


ebenfalls die philosophische Ruhe, 
welche durch die sichere Aussicht 
auf den Tod in keiner Weise ge- 
stört ist. Seinen Feinden wirft 
er selır wirksam nicht das Unrecht 
vor, das sie durch seine Verurtei- 
lung auf sich geladen haben, son- 
dern die Thorheit, in welcher 
sie dem Vorwurfe eines Justizmor- 
des verfallen sind. „Euer Urteil ist 


AIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 57 


G Pr ’ ,ὔ ’ ’ ν᾿ 
σόλιν λοιδορεῖν, ὡς Σωχράτη ἀπεεκτόνατε, ἄνδρα σοφόν 
φήσουσι γὰρ δή μὲ σοφὸν εἶναι, ei χαὶ μὴ εἰμί, οἵ βου- 
λόμενοι ὑμῖν ὀνειδίξειν. el οὖν περιεμεένατε ὀλίγον χρό- 
γον, Arco τοῦ αὐτομάτου ἂν ὑμῖν τοῦτο ἐγένετο" ὁρᾶτε 

,ὔ - , ’ 

γὰρ δὴ τὴν ἡλικίαν, ὅτε πόρρω ἤδη ἐστὶ τοῦ βίου, ϑανά- 

’ A - ς - 3 x 

του δὲ ἐγγύς. λέγω δὲ τοῦτο οὐ πρὸς πάντας ὑμᾶς, ἀλλὰ 

7905 τοὺς ἐμοῦ χαταψηφισαμένους ϑάνατον. λέγω δὲ 

χαὶ τόδε πρὸς τοὺς αὐτοὺς τούτους. ἴσως με οἴεσϑε, ὦ 

,ὕ ’ , ΄ zT a c - 

ἄνδρες, ἀπορίᾳ λόγων ἑαλωκέναι τοιούτων, οἷς ἂν ὑμᾶς 

ἔπεισα, εἰ ᾧμην δεῖν ἅπαντα ποιεῖν χαὶ λέγειν, ὥστε 
,ὕ - τ΄ 2 7 

ἀποφυγεῖν τὴν δίκην. πολλοῦ γε δεῖ. ἀλλ᾽ ἀπορίᾳ μὲν 

ἑάλωχα, οὐ μέντοι λόγων, ἀλλὰ τόλμης καὶ ἀναισχυντίας 

- , ΄, - - - ᾽ν Ka 

καὶ τοῦ ἐϑέλειν λέγειν πρὸς ὑμᾶς τοιαῦτα, οἵ ἂν ὑμῖν 

ἥδιστ᾽ ἣν ἀκούειν, ϑρηνοῦντός τέ μου καὶ ὀδυρομένου 

\ 2 -» \ \ NER, , > 
χαὶ ἄλλα ποιοῦντος χαὶ λέγοντος πολλὰ καὶ ἀνάξια ἐμοῦ, 
ὡς ἐγώ φημι" οἷα δὴ καὶ εἴϑισϑε ὑμεῖς τῶν ἄλλων 
> ’ > > 27 ΄ 29. , > [4] -" ΄, 
ἀχούειν. ἀλλ οὔτε τότε φήϑην δεῖν ἕνεχα τοῦ χινδύνου 
πρᾶξαι οὐδὲν ἀνελεύϑερον, οὔτε νῦν μοι μεταμέλει οὗ- 

> 2 \ \ - ς - τ 
τως ἀπολογησαμένῳ, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον αἱροῦμαι ὧδε 
ἀπτολογησάμενος τεϑνάναι ἢ ἐχείνως ζῆν" οὔτε γὰρ ἐν 


δίκῃ οὔτ᾽ ἐν πολέμῳ οὔτ᾽ ἐμὲ οὔτ᾽ ἄλλον οὐδένα δεῖ 


thöricht, sagt er, einmal weil ihr 
damit etwas erzielt, was ihr ‚nicht 
beabsichtigt habt (φήσουσι γὰρ δή 
με σοφὸν εἶναι κ. τ. ξ.), und zwei- 
tens, weil ihr einen so schlimmen 
Vorwurf durch Ubereilung euch zu- 
gezogen habt; denn bei verstän- 
diger Überlegung hättet ihr die 
kurze Zeit abgewartet, die euren 
Wunsch euch, ohne dafs ihr gehäs- 
sig geworden wäret, erfüllt haben 
würde“ (ὁρᾶτε γὰρ δὴ τὴν ἡλι- 
zlav κ. τ. £.). Diesen Vorwurf der 
mangelnden Klugheit giebt er ihnen 
in um so wirksamerer Form, als er 
sie anfangs nicht ahnen läfst, dafs 
er nur sie, die verurteilenden "Rich- 
ter, ins Auge fasse. Ὦ ἄνδρες 
ἀϑηναῖοι Jautet die erste Anrede, 
die verurteilende und _freispre- 


chende Geschworene scheinbar zu- 
sammenfafst und die erst nach aus- 
gesprochenem Tadel ihre Beschrän- 
kung erfährt: λέγω δὲ τοῦτο οὐ 
πρὸς πάντας ὑμᾶς, ἀλλὰ πρὸς 
τοὺς ἐμοῦ καταψηφισαμένους ϑά- 
vorov. Der Vorwurf selbst ist aber 
um so packender, als sich jeder 
sagen muls: „Hier wird ein Moment 
eingeführt, das in der ersten Rede 
wirksam gewesen wäre, aber stolz 
verschwiegen worden ist.“ Die sich 
steigernde Wirksamkeit des näch- 
sten Vorwurfes bezeichnen einzelne 
Ausdrücke: „ich bin unterlegen ἀπο- 
ρίᾳ τόλμης καὶ ἀναισχυν- 
τίας (frecher Unverschämtheit) ; 
ich bin unterlegen, weil ich mich 
nicht entschliefsen konnte πρᾶξαι 
οὐδὲν ἀνελεύϑερον; ich bin un- 


- 


58° ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τοῦτο μηχανᾶσϑαι, ὅπως ἀποφεύξεται τᾶν ττοιῶν ϑάνα- 
τον. χαὶ γὰρ ἐν ταῖς μάχαις πολλάκις δῆλον γίγνεται 
[4 > « - ’ 
ὅτι τό γε anodaveiv ῥᾷον ἄν τις ἐχφύγοι χαὶ ὅπλα ἀφεὶς 
χαὶ ἐφ᾽ ἱχετείαν τραπόμενος τῶν διωκόντων" χαὶ ἄλλαι 
μηχαναὶ πολλαέ εἰσιν ἐν ἑχάστοις τοῖς κινδύνοις, ὥστε 
διαφεύγειν ϑάνατον, ἐάν τις τολμᾷ τιᾶν ποιεῖν καὶ λέγειν. 
> \ \ > τὸ 5. 059. , Ἵν , 2 
ἀλλὰ μὴ οὐ τοῦτ᾽ ἢ χαλεπόν, ὦ ἄνδρες, ϑάνατον Expv- 
γεῖν, ἀλλὰ πολὺ χαλεπώτερον πονηρίαν. ϑᾶττον γὰρ 
ϑανάτου ϑεῖ. χαὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἅτε βραδὺς ὧν xal πρε- 
’ c \ - ‚ ey ς 3 3 \ 4 
oßvrng ὑπὸ τοῦ βραδυτέρου ἑάλων, οἱ δ᾽ ἐμοὶ κατήγο- 
ροι ἅτε δεινοὶ καὶ ὀξεῖς ὄντες ὑπὸ τοῦ ϑάττονος, τῆς 
κακίας. χαὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἄπειμι ὑφ᾽ ὑμῶν ϑανάτου δίκην 
w τ 2 c x - 2 ᾿ > ’ ᾿, 
ὄφλων, οὗτοι δ᾽ ὑπὸ τῆς ἀληϑείας ὠφληχότες μοχϑηρίαν 
2 , ΄ - ‚ ’ 

καὶ ἀδικίαν. καὶ ἐγώ TE τῷ τιμήματι ἐμμένω xal οὗτοι. 
ταῦτα μέν που ἴσως οὕτω καὶ ἔδεε σχεῖν, χαὶ οἶμαι αὐτὰ 


, yr 
HUETOLWS ἔχειν. 


30. To δὲ δὴ μετὰ τοῦτο ἐπιϑυμῶ ὑμῖν χρησμῳ- 


δῆσαι, ὦ χαταψηφισάμενοί μου" 
ἄνϑρωσπιοι χρησμῳδοῦσιν, ὅταν 
φημὶ γάρ, w ἄνδρες, οἱ ἐμὲ 


ταῦϑα, ἐν ᾧ μαλιστ᾽ 
μέλλωσιν ἀποϑανεῖσϑαι. 


terlegen, weil ich mich nicht ent- 
schliefsen konnte ἀποφεύγειν 
πᾶνποιῶν ϑάνατον." Die Rede 
steigt also von der τόλμα zum &ve- 
λεύϑερον und zum πᾶν ποιῶν i. 6. 
πανοῦργος. Die Geschworenen 
trifft der indirekte Vorwurf, dals 
sie derlei haben provozieren wollen. 
Zum direkten Vorwurf gegen sie geht 
er zuerst mit einer Maxime über: 
οὐ χαλεπὸν ϑάνατον ἐχφυγεῖν, 
ἀλλὰ πολὺ χαλεπώτερον πονη- 
olav. Er giebt in dem allgemeinen 
Satze einen Vergleich, den er dann 
in jedenfalls auch kaum erwarteter 
und darum um so mehr packender 
Weise spezialisiert: χκαὶὲ γὺν ἐγὼ 
μὲν ἅτε βραδὺς ὧν --- οἱ δ᾽ ἐμοὶ 
κατήγοροι ἅτε δεινοὶ καὶ ὀξεῖς 
ὄντες x. τ. &., und zwar von sei- 
nen Feinden in der dritten Person 
sprechend d. i. verächtlich, Die di- 


καὶ γάρ εἰμι ἤδη ἐν- 


rekten Vorwürfe steigert er dann 
ebenfalls, von der πονηρία zur χα- 
κία bis zur μοχϑηρία χαὶ adı- 
κία, dem schärfsten buske für 
die δικαστ αἰ, fortschreitend. 
Kap. 30. Besser konnte der Red- 
ner seine Gegner kaum züchtigen, 
als dadurch dals er ihnen unter der 
Form eines Scherzes die herbsten 
Wahrheiten sagt. Er beginnt mit 
der Versicherung, er wolle ihnen 
weissagen, und erweckt damit die 
Erwartung, als ob er in tragischem 
Pathos Verwünschungen gegen sie 
ausstolsen werde. Er macht sie 
wie die Kinder ängstlich mit dem 
in der That tragisch klingenden Aus- 
spruche, er stehe jetzt auf dem 
Punkte, in welchem allermeist den 
Menschen ein Blick in die Zukunft 
vergönnt sei, ὅταν μέλλωσιν ἀπο- 
ϑανεῖσθαι. Und welches ist nun 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 59 


> , FE ΤΡ ΠΟΘΣ a nr \ x Par 
ἀπεχτόνατε, τιμωρίαν ὑμῖν ἥξειν εὐθὺς μετὰ τὸν ἐμὸν 

΄ \ \ 2 x cr Dr EN > 7, 
ϑάνατον πολὺ χαλεττωτέραν vn Ai ἢ οἵαν ἐμὲ ἀττεκτό- 
γατε" νῦν γὰρ τοῦτο εἰργάσασϑε οἰόμενοι μὲν ἀπαλλάξε- 

-» / » > “ , \ NEE m ἈΠ 
σϑαι τοῦ διδόναι ἔλεγχον τοῦ βίου, τὸ δὲ υμῖν πολὺ ἔναν- 
τίον ἀποβήσεται, ὡς ἐγα φημι. πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ 
ἐλέγχοντες, οὺς νῦν ἐγὼ κατεῖχον, ὑμεῖς δὲ οὐχ ἡσϑάνε- 
σϑε" χαὶ χαλεπώτεροι ἔσονται ὅσῳ νεώτεροίέ εἰσι, καὶ 
ὑμεῖς μᾶλλον ἀγαναχτήσετε. εἰ γὰρ οἴεσϑε ἀποχτείνοντες 
,) ’ - ,ὕ ς - 
ἀνθρώπους ἐπισχήσειν τοῦ ὀνειδίζειν τινὰ ὑμῖν ὅτε οὐκ 
- - - as ᾿ I ? 

ὀρϑῶς ζῆτε, οὐχ ὀρϑῶς διανοεῖσϑε᾽ οὐ γάρ 809 αὕτη 
ἢ ἀπαλλαγὴ οὔτε πάνυ δυνατὴ οὔτε χαλή, ἀλλ᾽ ἐχείνη 

\ , wie; “ \ \ „ ΄ ΕῚ 2 
χαὶ καλλίστη χαὶ δάστη, μὴ τοὺς ἄλλους κολούειν, ἀλλ, 


ξαυτὸν παρασχευάζειν ὅπως ἔσται ὡς βέλτιστος. 
χαταψηφισαμένοις μαντευσάμενος 


μὲν οὖν ὑμῖν τοῖς 
2 ’ 
ἀπαλλαττομαι. 


91. 


das Schrecknis, das er ihnen vor 
Augen führt? Πλείους ἔσονται 
ὑμᾶς οἱ ἐλέγχοντες --- empfindet 
man nicht, wie diese flachen Ge- 
müter aufatmen, da ihnen nichts 
weiter als dies in Aussicht gestellt 
wird? Sagen sie sich nicht ein je- 
der: vor diesem Unglück werden 
wir uns zu wahren wissen? Und 
doch, wie scharf, wie beifsend steht 
hinter der scherzenden Form der 
ernste Gedanke! Die Anrede ὦ χα- 
ταψηφισάμενοί μου klingt erst un- 
verfänglich; aber sie ergänzt sich, 
sie definiert sich gewissermalsen, in 
der stechendsten Weise durch das 
οὐ ἄνδρες, οἱ ἐμὲ ἀπεχτόνατε, de- 
ren strenges, eigentlich prolepti- 
sches Perfektum mit den folgenden 
Worten τιμωρίαν ὑμῖν ἥξειν — 
οἵαν ἐμὲ ἀπεχτόνατε das erste 
ἀπεχτόνατε der Anrede, sozu- 
sagen, der Empfindung nur tiefer 
einimpft. Es folgt dann der Vor- 
wurf der Furcht — οἰόμενοι μὲν 
ἀπαλλάξεσϑαι τοῦ διδόναι ἔλεγ- 
χον τοῦ βίου ---, dem sich treff- 
lich wieder ein Motiv der Beängsti- 


ταῦτα 


Τοῖς δὲ ἀποψηφισαμένοις ἡδέως ἂν διαλε- 


gung der χαταψηφισάμενοι ἃπ- 
schliefst: „aber wartet nur; es ‚wird 
viel schlimmer kommen (τὸ ἔναν- 
τίον ἀποβήσεται); ihr werdet von 
vielen Sokrates zu leiden haben 
(πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ ἐλέγχον- 
tes)“; und der wieder mit dem 
schrillen Anklang an das ὦ ἄνδρες, 
οἱ ἀπεχτόνατε, an das „ihr Herrn 
Mörder“ abschliefst: εἰ γὰρ οἴεσϑε 
ἀποκτείνοντες ἀνϑρώπους 
x. τ. & Mit einem milden Scherz 
schlielst er dann, den χαταψηφι- 
σάμενοι das ἀπαλλάττομαι ent- 
gegensetzend, den Verurteilenden 
das Freikommen: „Das ist's, wo- 
mit ich von euch den Verurteilen- 
den wie ein Seher mich löse!“ 
Kap. 31. Auch aus jedem Satze 
der Anrede, welche er an die ihn 
und sein Thun anerkennenden Ge- 
schworenen richtet, spricht die 
Ruhe des Philosophen, den das To- 
desurteil nicht im geringsten er- 
schüttert hat. Der Redner geht auch 
hier gar nicht sparsam mit den 
Worten um, sondern spricht, als 
ob er seinen Schülern etwas genau 


60 IIAATQNOZ 


χϑείην ὑττὲρ τοῦ γεγονότος τουτουὶ πράγματος, ἐν ᾧ οἱ 
ἄρχοντες ἀσχολίαν ἄγουσι καὶ οὔπω ἔρχομαι οἵ ἐλϑόντα 
us δεῖ τεϑνάναι. ἀλλά μοι, ὦ ἄνδρες, παραμεένατε το- 
- > ’ - 
σοῦτον χρόνον" οὐδὲν γὰρ κωλύει διαμυϑολογῆσαι πρὸς 
2 ΄ , » Ei x ς , 3 2 = 
ἀλλήλους, ἕως ἔξεστιν. ὑμῖν γὰρ ὡς φέλοις οὖσιν ἐτειδεῖ-- 
ξαι ἐϑέλω τὸ νυνί μοι ξυμβεβηκὸς Ti ποτε νοεῖ. ἐμοὶ 
γάρ, ὦ ἄνδρες δικασταί --- ὑμᾶς γὰρ δικαστὰς καλῶν 
ὀρϑῶς ἂν χαλοίην --- ϑαυμάσιόν τι γέγονεν. ἡ γὰρ 
εἰωϑυῖά μοι μαντικὴ ἡ τοῦ δαιμονίου ἐν μὲν τῷ πρό- 
σϑεν χρόνῳ παντὶ πάνυ zevayn ἀεὶ ἣν καὶ ττάνυ ἐτεὶ σμε- 
χροῖς ἐναντιουμένη, εἴ τι μέλλοιμε μὴ ὀρϑῶς πράξειν" 
\ \ , ΄ u er \ 2 ἡ ἂν 
γυνὶ δὲ ξυμβέβηχέ μοι, αττερ ὁρᾶτε καὶ αὑτοί, ταυτὶ ἅ 
γε δὴ οἰηϑείη ἂν τις xal νομίζεται ἔσχατα κακῶν εἶναι. 
τ Ἁ \ ” > [4 [dj » 3 ΄ x - 
ἐμοὶ δὲ οὔτε ἐξιόντι ἕωϑεν οἴχοϑεν ἠναντιωϑὴ τὸ τοῦ 
ϑεοῦ σημεῖον, οὔτε ἡνίκα ἀνέβαινον ἐνταυϑοῖ ἐπὶ τὸ 
δικαστήριον, οὔτ᾽ ἐν τῷ λόγῳ οὐδαμοῦ μέλλοντέ τι ἐρεῖν" 
N Υ͂ ’ - ΄ , [4 
χαίτοι ἐν ἄλλοις λόγοις πολλαχοῦ δὴ μὲ ἐπέσχε λέγοντα 
μεταξύ" νυνὶ δὲ οὐδαμοῦ περὶ ταύτην τὴν πρᾶξιν οὔτ᾽ 
ἐν ἔργῳ οὐδενὶ οὔτ᾽ ἐν λόγῳ ἠναντίωταέ μοι. Ti οὖν 
αἴτιον εἶναι ὑπττολαμβάνω; ἐγὰ ὑμῖν ἐρῶ" κινδυνεύει γάρ 
μοι τὸ ξυμβεβηκὸς τοῦτο ἀγαϑὸν γεγονέναι, καὶ οὐκ 
2} Ἀγ ς > 2 - ς , u 2, 
ἔσϑ᾽ ὅπως ἡμεῖς ὀρϑῶς ὑπολαμβάνομεν, ὅσοι οἰόμεϑα 


auseinandersetzte. Unbeschadet des 
Sinnes könnten aus dem Kapitel 
die Worte ἐν ᾧ οἱ ἄρχοντες “- 
ἕως ἔξεστιν, das Kompliment ὑ ὑμᾶς 
γὰρ δικαστὰς καλῶν ὀρϑῶς ἂν 
zakoinv, das ἀπερ ϑρᾶτε καὶ αὐ- 
τοί und das ἐγὼ ὑμῖν ἐρῶ. die 
Worte χαίτοι ἐν ἄλλοις λόγοις --- 
ἠναντίωταί μοι wegfallen. Auch 
sonst zeigt der Ausdruck Fülle; 
statt eines einfachen πρότερον ἀεί 
sagt er ἐν τῷ πρόσϑεν χ χρόνῳ 
παντί; er sagt πάνυ πυχγνὴ ἣν 
καὶ πάνυ ἐπὶ σμιχροῖς (ἐπὲ πάνυ 
σμικροῖς) ἐναντιουμένη, wo nach 
dem ersten Epitheton das zweite 
sich von selbst versteht; er zer- 
legt die Zeit des ganzen Tages 
mit dem οὔτε ἐξιόντι oder, οὔτε 


ἡνίχα ἀνέβαινον, οὔτ᾽ ἐν τῷ λόγῳ 
οὐδαμοῦ ἃ. 5. w. Dabei ist doch 
die Breite der Rede wieder rheto- 
risch trefflich berechnet. Weder 
die frühere Darlegung über das 
Wesen des Todes, noch die jetzige 
Auseinandersetzung über das dar- 
uovıov lassen den so sehr über- 
raschenden Satz ahnen: χερδὺ νεύει 
μοι τὸ ξυμβεβηκὸς τοῦτο ἀγα- 
ϑὸν γεγονέναι. Denn früher hatte 
Sokrates ja nur behauptet, man 
könne nicht wissen, ob der Tod 
ein χαχόν oder ein ἀγαϑὸν sei, 
und die Rede vom dauuorıo» lälst 
eigentlich nur den Schluls erwar- 
ten: „die innere Stimme rief mir 
heute "kein balt! zu; folglich habe 
ich meiner Überzeugung nach heute 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 61 


- 


χαχὸν εἶναι τὸ τεϑναναι. μέγα μοι τεχμήριον τούτου 
γέγονεν" οὐ γὰρ ἔσϑ᾽ ὅπως οὐκ ἠναντιώϑη ἄν μοι τὸ 
> N - > ’ Pu | x > h ΄ 
εἰωθὸς σημεῖον, El μὴ τι ἔμελλον ἐγὼ ἀγαϑὸν πράξειν. 
32. Ἐννοήσωμεν δὲ χαὶ τῇδε, ὡς πολλὴ ἐλπίς 
μὲ I x 23 Ἁ 5 n - x ’ [4 3 x 
ἔστιν ἀγαϑὸν αὐτὸ εἰναι" δυοῖν γὰρ ϑατερίν ἔστι TO 
’ = ΡΒ} \ 24 \ 7 2 ΝΣ 
τεϑνάναι" ἢ γὰρ οἷον μηδὲν εἶναι und αἴσϑησιν μηδε- 
΄ \ , = δ) ΄ 
uiav μηδενὸς ἔχειν τὸν τεϑνεῶτα, ἡ χατὰ τὰ λεγόμενα 
μεταβολή τις τυγχάνει 0000 χαὶ ueroinnoıg τῇ ψυχῇ τοῦ 
τόπου τοῦ ἐνθένδε εἰς ἄλλον τόπον. χαὶ εἴ γε μηδεμία 
αἴσϑησίς ἔστιν, ἀλλ᾽ οἷον Unvog, ἐπειδάν τις καϑεύδων 
= ei \ ς - G , > 2} ς , 
und ὄναρ μηδὲν ὁρᾷ, ϑαυμάσιον χέρδος ἂν εἴη ὁ ϑανα- 


recht gehandelt“. Sokrates fügt 
sich dieser natürlichen Schlufsfol- 
gerung auch mit den letzten Wor- 
ten εἶ um, τι ἔμελλον ἐγὼ ἀγα- 
ϑὸν πράξειν, die auf das εἴ τι 
μέλλοιμι μὴ ὀρϑῶς πράξειν 
mit einem Anflug von Scherz zu- 
rückblicken ; denn das ἀγαϑὸν 
πράττειν ist nur äufserlich dem 
ὀρϑῶς πράττειν ähnlich, aber ihm 
nicht synonym, da es dem εὖ πράτ- 
τειν vielmehr entspricht, ‚also ein 
Leiden und nicht eine Thätigkeit 
bezeichnet, 

Im einzelnen ist der Gedanke der 
Worte ἔν ᾧ οἱ ἄρχοντες ἀσχο- 
λίαν ἄγουσι nicht klar; wir wis- 
sen weder, wer die ἄρχοντες Sind, 
noch womit beschäftigt sie dem 
Sokrates zu einer Ansprache Zeit 
lassen. Stallbaums Annahme ist 
wahrscheinlich, aber doch immer 
willkürlich: „dum undecimviri 
oceupati sunt. Videlicet judices 
tradebant undecimviris eos, qui ad 
supplicium damnati essent. Hos 
igitur oportebat ministris suis im- 
perare, ut damnalum in carce- 
rem abducerent et sumerent ab eo 
suppliecium, quod constitutum es- 
set, — Tu διαμυϑολογῆσαι sag 
Cron: „vertraulicher als διαλέγε- 
σϑαι, insofern das Folgende nicht 
mehr zur Sache gehört und zugleich 
ein Gebiet berührt, das mehr der 
Vorstellung als dem Begriff anheim- 


fällt.“ Im Kommentar zum Phädo 
habe ich darauf hingewiesen, dafs 
in dem Worte die beiden Begriffe 
μῦϑος und λόγος vertreten sind. 
Phädo Kap. 5. 

Kap. 32. Der Redner sagt: Der 
Tod kann kein Übel sein. Denn 
entweder ist er ein Aufhören alles 
Empfindens; dann führt er uns in 
einen Zustand hinüber, welcher 
dem des traumlosen, glücklichen 
Schlafes gleich ist. Oder er ist der 
Übergang zu dem Leben nach dem 
Tode, an welches die Menschen 
glauben; dann ist er eine Fort- 
setzung dieses Lebens bis in alle 
Ewigkeit: τά τε γὰρ ἄλλα εὐδαι- 
μονέστεροί εἰσιν οἱ ἐχεῖ τῶν ἐν- 
ϑάδε καὶ ἤδη τὸν λοιπὸν χρόνον 
αἀϑάνατοί εἰσιν. Das Kapitel ist, 
wie kein anderes der Apologie, mit 
feinem Sokratischem Scherz durch- 
setzt. Schon das Entweder, wel- 
ches er aufstellt, ist ein Scherz; 
Sokrates denkt gar nicht an die 
Möglichkeit, dafs der Mensch mit 
dem Tode in das ewige Nichts zu- 
rücksinken könne ; wir wissen aus 
dem Phädo, wie fest er an die Un- 
sterblichkeit der Seele glaubt, und 
die ganze Art seiner Philosophie 
weist den Ernst eines solchen Ge- 
dankens zurück. Der Scherz liegt 
aber auch zutage schon in dem 
übersehwänglichen Ausdruck Yav- 
μάσιον χέρδος, mit dem er den 


62 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τος. ἐγὼ γὰρ ἂν οἶμαι, εἴ τινα ἐχλεξάμενον δέοι ταύτην 
τὴν νύχτα, ἐν ἡ οὕτω κατέδαρϑεν, ὥστε μηδ᾽ ὄναρ ἰδεῖν, 
καὶ τὰς ἄλλας νύχτας re χαὶ ἡμέρας τὰς τοῦ βίου τοῦ 
ἑαυτοῦ ἀντιπαραϑέντα ταύτῃ τῇ νυχτὶ δέοι σχεψψάμενον 
εἰπεῖν, πόσας ἄμεινον καὶ ἥδιον ἡμέρας καὶ νύχτας ταύ- 
της τῆς νυχτὸς βεβίωκεν Ev τῷ ἑαυτοῦ βίῳ, οἶμαι ἂν 
μὴ ὅτι ἰδιώτην τινά, ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέα εὐαριϑμή- 
τους ἂν εὑρεῖν αὐτὸν ταύτας χερὸς τὰς ἄλλας ἡμέρας χαὶ 
γύχτας. εἶ οὖν τοιοῦτον ὃ ϑάνατός ἐστι, κέρδος ὁ ἔγωγε 
λέγω" καὶ γὰρ οὐδὲν πλείων ὃ σᾶς χρόνος φαίνεται οὕτω 
ö7 εἶναι ἢ μία νύξ. εἰ δ᾽ αὖ οἷον ἀποδημῆσαί ἔστιν ὃ 
ϑάνατος ἐνϑένδε εἰς ἄλλον τόπον, καὶ ἀληϑῆ ἐστι τὰ 
λεγόμενα, ὡς ἄρα ἐκεῖ εἰσὶν ἅπαντες οἱ τεϑνεῶτες, τί 
μεῖξον ἀγαϑὸν τούτου εἴη ἄν, ὦ ἄνδρες δικασταί; ei 
γάρ τις ἀφιχόμενος εἰς Ἅιδου, ἀπαλλαγεὶς τούτων τῶν 
φασχόντων διχαστῶν εἶναι, εὑρήσει τοὺς ἀληϑῶς dıxa- 
στάς, οἵπερ χαὶ λέγονται ἐχεῖ δικάζειν, Mivwg τε καὶ 
Ῥαδάμανϑυς χαὶ Alaxroc χαὶ Τριπτόλεμος χαὶ ἄλλοι 
ὅσοι τῶν ἡμεϑέων δέκαιοι ἐγένοντο ἐν τῷ ἑαυτῶν βίῳ, 
ἄρα φαύλη ἂν εἴη ἡ ἀποδημία; ἢ αὖ Ὀρφεῖ ξυγγενέσϑαι 
χαὶ Movoaiw καὶ Ἡσιόδῳ καὶ Ὁμήρῳ ἐπὶ πόσῳ ἄν τις 
δέξαιτ᾽ ἂν ὑμῶν; ἐγὼ μὲν γὰρ πολλάκις ἐϑέλω τεϑνά- 
γαι, εἶ ταῦτ᾽ ἐστὶν ἀληϑῆ" ἐπεὶ ἔμοιγε καὶ αὐτῷ ϑαυ- 
μαστὴ ἂν εἴη ἡ διατριβὴ αὐτόϑι, ὅπότε ἐντύχοιμιε Παλα- 
μήδει καὶ Αἴαντι τῷ Τελαμῶνος χαὶ εἴ τις ἄλλος τῶν 


empfindungslosen Tod wie den em- ten eine solche we νύξ für ein 


pfindungslosen Schlaf bezeichnet, 
in der langen Periode, in welcher 
er die süls durchschlafene Nacht 
preist mit vollen Worten, in der 
Wendung un ὅτι ἰδιώτην τινά, 
ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέα „ich rede 
nicht von einem einfachen Bürgers- 
mann, nein, selbst der Grofskönig“ 
u. 8. W.; endlich in der spalshaften 
Begründung des χέρδος: xal ya 

οὐδὲν πλείων ὃ πᾶς χρόνος φαί- 

νεται οὕτω δὴ εἶναι ἢ μία νύξ. 
Wie viele der Geschworenen dürf- 


χέρδος gehalten haben? Ebenso 
blickt der Schelm aus dem zweiten 
Teile des Kapitels, aus der Gegen- 
überstellung seiner Richter und der 
der Unterwelt, des Minos und Rha- 
damanthys und Aiakos und Tripto- 
lemos, wie er sie alle vier nament- 
lich aufführt; aus der Vorstellung, 
er werde mit dem euböischen Kö- 
nigssohne Palamedes, den nach einer 
nachhomerischen Sage die Griechen, 
bei denen ihn Odysseus des Ver- 
rats anklagte, ungerechter Weise 


ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 63 


- Ἃ ’ εὐ ,’ὔ > ’ 

παλαιῶν διὰ κρίσιν ἄδικον τέϑνηχεν, ἀντιπαραβάλλοντι 
x m ’ ς = 

τὰ ἐμαυτοῦ ττάϑη πρὸς τὰ ἐκείνων, ὡς ἐγὼ οἶμαι, οὐκ 
pP) > x 2 \ x \ [4 \ 3 - Ὁ ΄ 
ἂν ἀηδὲς εἴη. καὶ δὴ τὸ μέγιστον, τοὺς ἐκεῖ ἐξετάζοντα 
χαὶ ἐρευνῶντα ὥσπερ τοὺς ἐνταῦϑα διάγειν, τίς αὐτῶν 
σοφός ἔστι καὶ τίς οἴεται μέν, ἔστι δ᾽ οὔ. ἐπὶ πόσῳ δ᾽ 
»” τ (ΔΆ , , 3 γί N REN 
ἄν τις, ὦ ἄνδρες διχασταί, δέξαιτο ξξετάσαι τὸν ἐπὶ 

N , 2} 

Τροίαν ἀγαγόντα τὴν πολλὴν στρατιὰν ἢ Ὀδυσσέα ἢ 
Σίσυφον, ἢ ἄλλους μυρίους ἂν τις εἴποι χαὶ ἄνδρας καὶ 
γυναῖχας; οἷς ἐκεῖ διαλέγεσθαι καὶ ξυνεῖναι χαὶ ἐξετά- 
2 , B 
ζειν ἀμήχανον ἂν εἴη εὐδαιμονίας. πάντως οὐ δήπου 
τούτου γε ἕνεχα οἱ ἐχεῖ ἀποχτείνουσι᾽ Ta τε γὰρ ἄλλα 
2 ’ , 2 ΕΣ - - > £ We. \ 
εὐδαιμονέστεροί εἶσιν οἱ ἐχεῖ τῶν ἐνθάδε, χαὶ ἤδη τὸν 
λοιττὸν χρόνον ἀϑανατοί εἶσιν, εἴπερ γε τὰ λεγόμενα 
ἀληϑῆ ἔστιν. 

33. Alla χαὶ ὑμᾶς χρή, w ἄνδρες διχασταί, εὐέλ- 
σγιδας εἶναι πρὸς τὸν ϑάνατον, χαὶ ἕν τι τοῦτο διανοεῖ- 
σθαι ἀληϑές, ὅτι οὐκ ἔστιν ἀνδρὶ ἀγαϑῷ χαχὸν οὐδὲν 
οὔτε ζῶντι οὔτε τελευτήσαντι, οὐδὲ ἀμελεῖται ὑπὸ ϑεῶν 
τὰ τούτου πράγματα οὐδὲ τὰ ἐμὰ νῦν Arco τοῦ αὐτομά- 

2 ᾽ Er, 3 m “ »” ’ 
του γέγονεν, ἀλλά μοι δῆλόν ἐστι τοῦτο, ὅτι ἤδη τεϑνά- 
var χαὶ ἀττηλλάχϑαι πιρραγματωγ βέλτιον ἣν μοι. διὰ 


Kap. 88. Treffend hat der harm- 


steinigten, und mit dem Telamoni- 
lose Scherz gezeigt, mit welcher 


schen ‚Ajax über seinen Prozels Te- 


den, ἀντιπαραβάλλοντα τὰ ἐμαυ- 
τοῦ πάϑη πρὸς τὰ ἐκείνων, Sein 
Geschick mit dem ihren verglei- 
chend; aus dem Gedanken, er werde 
den Agamemnon und den listenrei- 
chen Odysseus und den schlausten 
in der se, den Sysyphus 
prüfen und auch ihnen nötigen- 
falls nachweisen, dals sie zwar 
glaubten, etwas zu wissen, aber 
nichts wülsten; aus dem spals- 
haften Schlufs endlich: πάντως οὐ 
δήπου τούτου γε (τοῦ ἐξετάζει») 
ἕνεχα οἱ ἐχεῖ ἀποχτείνουσι, und 
endlich aus der Begründung dieses 
Satzes: sie verurteilen niemand zum 
Tode; denn das hilft nichts, da es 
keinen Tod mehr giebt. 


freudigen Hoffnung der Redner dem 
Tode ins Auge sieht. Verwundert 
mögen die Richter zu ihm auf- 
blicken, staunend über die Ruhe 
und Sicherheit, mit welcher er zum 
letzten Gange sich anschickt. Um 
so tiefer müssen sie in ihrer Ver- 
wunderung die herrlichen Worte 
packen: „auch ihr müfst freudiger 
Hoffnung sein; denn für einen Mann, 
der wacker ist, giebt es kein Übel, 
sundern die Götter wachen über 
sein Geschick“. Mit edlem Stolze 
wendet er sich dann an seine An- 
kläger und an die, welche ihn ver- 
dammt haben, um ihnen zu sagen: 
„Ihr wufstet nicht, was ihr.thatet; 
darum scheide ich von euch auch 


ee 
,»- ra Te) Sr - Bar ς 


er 


m ὌΣΞῚ 


64 ΠΛΑΤΏΝΟΣ AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 
τοῦτο χαὶ ἐμὲ οὐδαμοῦ ἀτιέτρειψε τὸ σημεῖον, καὶ ἔγωγε 
τοῖς χαταψηφισαμένοις μου χαὶ τοῖς κατηγόροις οὐ πάνυ 
χαλετταίνω. καίτοι οὐ ταύτῃ τῇ διανοίᾳ κατεψηφέζοντό 
μου χαὶ χατηγόρουν, ἀλλ᾽ οἰόμενοι βλάτιτειν" τοῦτο αὖ- 
τοῖς ἄξιον μέμφεσϑαι. τοσόνδε μέντοι αὐτῶν δέομαι" 
τοὺς υἱεῖς μου, ἐπειδὰν ἡβήσωσι, τιμωρήσασϑε, ὦ Ar- 
ὃρες, ταὐτὰ ταῦτα λυποῦντες, ἅπερ ἐγὼ ὑμᾶς ἐλύπουν, 
ἐὰν ὑμῖν δοχῶσιν ἢ χρημάτων ἢ ἄλλου Tov τιρότερον 
ἐπειμελεῖσϑαι ἢ ἀρέετῆς, καὶ ἐὰν δοκῶσίέ τι εἶναι μηδὲν 
ὄντες, ὀνειδίζετε αὐτοῖς, ὥστεερ ἐγὼ ὑμῖν, ὅτε οὐχ ἔπει- 
μελοῦνται ὧν δεῖ, καὶ οἴονταί τι εἶναι ὄντες οὐδενὸς 
ἄξιοι. χαὶ ἐὰν ταῦτα ποιῆτε, δίκαια πεπονϑὼς ἐγὼ 
ἔσομαι ὑφ᾽ ὑμῶν αὐτός τε καὶ οἱ υἱεῖς. 

᾿Αλλὰ γὰρ ἤδη ὥρα ἀπιέναι, ἐμοὶ μὲν ἀποϑανου- 


μένῳ, ὑμῖν δὲ βιωσομένοις" 
ἐπεὶ ἄμεινον πρᾶγμα, ἄδηλον 


nicht im Zorne, sondern tadele euch 
nur, weil ihr schädigen wolltet 
(οἰόμενοι βλάπτειν ohne Objekt) 
und das soll man nicht“. Sie for- 
dert er vielmehr auf zur Rache 
(τιμωρήσασϑε): sie sollen seinen 
Söhnen vergelten, was er ihnen 
gethan; sie sollen sie vornehmen, 
wenn sie auf falschem Wege sind: 


ὁτεότεροι δὲ ἡμῶν ἔρχονται 
\ \ a - - 
χιαντὶ πλὴν ἢ τῷ ϑεῷ. 


das ist das δίκαιον, was die unge- 
rechten Ankläger und Richter ihm 
schulden. Das Abschiedswort end- 
lich imponiert durch seine klassische 
Einfachheit: „Es ist Zeit zu gehen, 
für mich zum Tode, für euch in 
das Leben: wer von uns zum bes- 
seren Ziele kommt, das weils nie- 
mand aulser der Gottheit!“ 


Plato, Apologie.. Krito. 


KPITS2N 


“᾿ x r " , 
[ἡ περὶ πρακτέου, ἡϑικος.] 


TA ΤΟΥ͂ AIAAOTOY ΠΡΟΣΩΠᾺ 
ΣΟ ΝΚΡΙΑΓΗΣ, KPITEN. 


x Ei ὦ 3 
1. Ti τηνιχάδε ἀφῖξαι, ὦ Κρίτων; ἢ οὐ πρῷ ἔτι 


ἐστίν; 
ΚΡ. Πάνυ μὲν οὐν. 


ΣΩ. Πηνίχα μάλιστα; 


Kap. 1. Die Frage, ob unserem 
Dialoge ein historischer Vorgang 
zu grunde liege oder nicht, wird 
sich kaum entscheiden lassen; je- 
denfalls trägt er gleich dem Phädo 
eine sehr lebensfrische Farbe. Die 
Persönlichkeit des Krito schildert 
Plato mit tiefer Verehrung aufser 
in unserem Dialoge besonders im 
Phädo. Dort erscheint uns der nAı- 
χιώτης καὶ δημότης des Sokrates, 
wie ihn die Apologie nennt, als der 
reiche alte Herr, welcher nicht nur 
seinem Freunde alle äufsere Sorge 
abnimmt, — Plato läfst deutlich 
durchblieken, dafs Krito nach des 
Sokrates Tode für die Frau und 
die Kinder des Weisen sorgen wird 
— nicht nur sein und seiner Fa- 
milie Patron ist, sondern auch durch 
die tiefste Herzensfreundschaft mit 
ihm verbunden ist. Der Phädo ver- 
rät das mit wenigen Meisterstri- 
chen: Krito allein ist zugegen, als 
Sokrates von Weib und Kind Ab- 
schied nimmt; Krito bittet den 
Freund, als dieser den Giftbecher 
nehmen will, die kurze Spanne Zeit, 
die ihm gestattet sei, zu zögern, zu 


warten, bis der letzte Strahl der 
untergehenden Sonne geschieden 
sei; zu ihm spricht Sokrates sein _ 
letztes Wort, und er ist es, der dem 
toten Weisen die Augen zudrückt. 
Will man ihn kurz charakterisieren, 
so kann man vielleicht sagen: er 
ist des Sokrates praktischer Bruder. 
Den Sokrates macht die Philoso- 
phie, die Gottesgabe, unbefangen 
und konsequent denken zu können, 
zum edlen Menschen, den Krito das 
mit dieser Gabe korrespondierende 
Geschenk der Götter, der natürliche 
Hang zum Guten, das gute Herz. 

Die philosophische Erörterung des 
Dialogs knüpft an die ernste Frage: 
darf der verurteilte Sokrates, der 
unschuldig ist, entfliehen oder nicht? 
Diesem Ernste entsprechend hat 
Plato den Dialog eingeleitet. Er 
verlegt ihn in das Dunkel der Nacht, 
in die tiefe Dämmerung vor Sonnen- 
aufgang. Zwei Greise sind die han- 
delnden Personen; der eine, ob- 
wohl zum Tode verurteilt, liegt in 
ruhigem Schlafe auf seinem Lager; 
der andere, der ihn so gern retten 
möchte, sitzt tief betrübt da und 


5%* 


68 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ΚΡ. Ὄρϑρος βαϑύς. 
20: 
oiov φύλαξ ὑπακοῦσαι. 
Er. 


Ξυνήϑης ἤδη μοί ἔστιν, ὦ 


Θαυμάζω, ὅπως ἠϑέλησέ σοι ὃ τοῦ Ösouwrn- 


2 


Iwxgares, διὰ τὸ 


, -Ψ - ΄ ς 2 - 
πολλάκις δεῦρο φοιτᾶν, καί Tu καὶ εὐεργέτηται ὑπ᾽ ἐμοῦ. 
ΣΩ. Aorı δὲ ἥκεις ἢ πάλαε; 


ΚΡ. Ἐπιειχῶς παλαι. 

an: 
σπεαραχάϑησαι; 

ΚΡ. Οὐ μὰ τὸν N, 


Εἶτα πῶς οὐκ εὐϑὺς ἐπήγειράς με, ἀλλὰ σιγῇ 


3 ‚ ee N 
ὦ Σώχρατες, οὐδ᾽ ἂν αὐτὸς 


2 N ’ 5 > \ 
ἤϑελον ἐν τοσαύτῃ τε ἀγρυπνίᾳ καὶ λύπῃ εἶναι, ἀλλὰ καὶ 
σοῦ πάλαι ϑαυμάζω αἰσϑανόμενος ὡς ἡδέως καϑεύδεις" 
χαὶ ἐπίτηδές σε οὐκ ἤγειρον, ἵνα ὡς ἥδιστα διάγῃς. χαὶ 


schaut verwundert auf den süls 
schlummernden Freund: ihn selbst 
hat die Sorge nicht schlafen lassen. 
Da erwacht Sokrates und fragt ganz 
wie ein Erwachender, der sich den 
Schlaf noch aus den Augen reibt: 
„warum kommst du um diese Zeit? 
oder irre ich mich in meiner Schläf- 
rigkeit und ist es nicht mehr früh Ὁ“ 
Dann entwickelt sich das Gespräch 
allmählich, mit kurzer Frage und 
kurzer Antwort, bis Krito sich in 
längerer, bewundernder Rede er- 
geht. Schwierig sind in dieser Rede 
die Worte οὐδ ἂν αὐτὸς ἤϑελον 
--- λύπῃ εἶναι. „Möcht ich doch 
selbst nicht so schlaflose Nächte 
und so betrübte Stunden haben!“ 
übersetzt Hieron. Müller, und Stall- 
baum sagt: Ne ipse quidem vellem 
in tanla insomnia tantoque moe- 
rore versari propter curam ac sol- 
lieitudinem, qua tua causa diseru- 
Οἷον; atque adeo te dudum ad- 
miror (hie assidens) sentiens et 
animadvertens, quam suaviter dor- 
mias etc. Müllers Übersetzung ist 
gewifs nicht richtig: wir fragen 
vergeblich nach dem Vergleich zu 
dem τοσαύτῃ, wo ist ein ὅσος, 
das dem τοσοῦτος entspräche? 
Denn dafs Sokrates ruhig schläft, 


weils Krito, weils, dafs die Verur- 
teilung seine Gemütsruhe nicht im 
geringsten gestört hat. Stailbaum 
andrerseits giebt zwar .einen den 
vorhergehenden und den folgenden 
vermittelnden Gedanken, übersetzt 
aber zu dem Zwecke Worte, die 
Plato nicht geschrieben hat (pre- 
pter curam ae sollieitudinem, qua 
tua causa discrucior) und die man 
kaum ergänzen darf. Ich möchte 
die Worte οὐδ᾽ ἂν ἤϑελον εἶναι 
für nicht viel mehr ansehen, als ein 
οὐδ᾽ ἂν ἦν, und übersetzen: „auch 
ich würde nicht wollen, würde mich 
nicht dazu verstehen (ἐθέλειν eig. 
entschlossen sein, gegenüber βού- 
λεσϑαι wünschen) in einer so 
grolsen Schlaflosigkeit und Trauer 
zu leben (nämlich wie sonst die 
zum Tode Verurteilten in ihr leben 
sollen), aber doch bewundere ich 
dich lange, wenn ich sah, wie süls 
du schläfst“. Dieser Auffassung 
nach habe ich das stärkere Inter- 
praktionszeichen, welches die Aus- 
gaben hinter gives haben, in ein 
Komma verändert. Im übrigen ist 
darauf zu achten, wie Krito mit sei- 
ner, wie er meint, bösen Botschaft 
nicht recht wagt hervorzutreten, 
wenn er auch von der Ruhe, mit 


KPITON. 69 


’ Α - ’ > 
πολλάκις μὲν δή σε Kal πρότερον ἐν παντὶ τῷ βίῳ εὐδαι- 
μόνισα τοῦ τρόπου, πολὺ δὲ μάλιστα ἐν τῇ νῦν παρε- 


στώσῃ ξυμφορᾷ, ὡς ῥᾳδίως αὐτὴν καὶ πράως φέρεις.. 
ΣΩ. Καὶ γὰρ ἄν, ὠ “Κρίεῶν!, πλημμελὲς εἴη ἀγα- 
γαχτεῖν τηλικοῦτον ὄντα, εἰ δεῖ ἤδη τελευτᾶν. 
ΚΡ. Καὶ ἄλλοι, ὦ Σώκρατες, τηλικοῦτοι ἐν τοιαύ- 
ταις ξυμφοραῖς ἁλίσχονται, ἀλλ᾽ οὐδὲν αὐτοὺς ἐπιλύεται 


ni 


ἡλικέα τὸ μὴ οὐχὶ ἀγαναχτεῖν τῇ παρούσῃ τύχῃ. 


ΣΩ. Ἔστι ταῦτα. ἀλλὰ τί δὴ οὕτω πρῷ ἀφῖξαι; 
, 5 ,ὔ , , 2 
ΚΡ. ᾿4γγελίαν, ὦ Σώκρατες, φέρων χαλεπήν, οἱ 
σοί, ὡς ἐμοὶ φαίνεται, ἀλλ᾽ ἐμοὶ καὶ τοῖς σοῖς ἐτπτιτη- 


, - \ N x » 
δείοις πᾶσι καὶ χαλετεὴν χαὶ βαρεῖαν, 


a 23 F- ς 3 \ 
ἣν ἔγω, WG Euol 


δοχῶ, ἐν τοῖς βαρύτατ᾽ ἂν ἐνέγκαιμι. 

22. Τίνα ταύτην; ἢ τὸ πλοῖον ἀφῖχται ἐχ Ankov, 
οὗ δεῖ ἀφικοιιένου τεϑνάγαι με; 

ΚΡ. Οὔ τοι δὴ ἀφῖχται, ἀλλὰ δοχεῖ μέν μοι ἥξειν 
τήμερον ἐξ ὧν ἀπαγγέλλουσιν ἥκοντές τινες ἀπὸ Σουνίου 


χαὶ καταλιπόντες ἐχεῖ αὐτό. 


δῆλον οὖν ἐχ τούτων τῶν 


ἀγγέλων. ὅτι ἥξει τήμερον, nal ἀνάγκη δὴ εἰς αὔριον 
ἔσται, ὦ Σώχρατες, τὸν βίον σε τελευτᾶν. 


2. ΣΩ. ᾿Α4λλ᾽, ὦ Κρίτων, τύχῃ ἀγαϑῆ. 
τοῖς ϑεοῖς φίλον, ταύτῃ ἔστω. 


αὐτὸ τήμερον. 


welcher der Freund sie aufnehmen 
wird, überzeugt ist, Auf des So- 
krates Frage: τί οὕτω πρῷ ἀφιῖ- 
&cı ; kann er sich nicht überwinden, 
die klare Antwort zu geben; Sokra- 
tes selbst mufs die χαλεπὴ καὶ Ba- 
ρεῖα ἄγγελ io aussprechen, und die 
Ruhe, mit welcher er sie erwartet, 
zeigt "sich in seinen Worten. Ein 
anderer würde mit den Worten τὸ 
πλοῖον ἀφῖχται ἔχ Δήλου sich be- 
gnügt und sich gescheut haben, 
die folgenden selbstverständlichen 
Worte οὗ δεῖ ἀφιχομένου τεϑνά- 
var σὲ hinzuzufügen. Sokrates 
selbst spricht die kalten Worteruhig 
aus, geradeso wie er auch im Phädo 
gar nicht zögert sich ähnlich zu 


ei ταύτῃ 
2 , = 
οὐ μέντοι οἶμαι ἥξειν 


äufsern und das in Worte zu fas- 
sen, was seine Freunde nur anzu- 
deuten wagen. Auch in seiner Ant- 
wort vermeidet Krito das τεϑνά- 
γαι und gebraucht dafür das mil- 
dere τὸν βίον τελευτᾶν. 

Kap. 2. Sokrates erwidert die 
Nachricht von seinem nahe bevor- 
stehenden Ende zunächst mit einem 
Worte der Ergebung in den gött- 
lichen Willen. Weit mehr als dies 
kennzeichnet aber seine Seelenruhe 
die kleinere Episode, welche folgt. 
Schon die Worte οὐ μέντοι οἶμαι 
ἥξειν αὐτὸ τήμερον klingen, als 
ob der Redende von einem Ereig- 
nisse spräche, das ihn wenig oder 
gar nicht angehe. Dann erzählt er 


ΕΣ - = 2 m — mr in ἜΘ ΞΕ: 


————— 


Er 
-- πα ὦ 


mega >= 


m τος»: - 


πῶς τε 


BE Tr nes 


δες --.. τ. EEE 


> == 


70 HAATONOLE 


ΚΡ. Ilosev τοῦτο τεχμαίρει; 
ΣΩ, Ἐγώ σοι ἐρῶ. τῇ γάρ που ὑστεραίᾳ δεῖ ue 


ἀτιοϑνήσχειν ἢ 


ἡ ἂν ἔλϑη τὸ πλοῖον. 


ΚΡ. Φασί γέ τοι δὴ οἱ τούτων κύριοι. 


“ΠΩ, 


Οὐ τοίνυν τῆς ἐπιούσης ἡμέρας οἶμαι αὐτὸ 


ἥξειν, ἀλλὰ τῆς ἑτέρας. τεχμαίρομαι δὲ ἔχ τινος ἐνυ- 
sıvlov, ὃ ἑώρακα ὀλίγον πρότερον ταύτης τῆς νυχτός" 
χαὶ χινδυνεύεις ἐν χαιρῷ τινι οὐκ ἐγεῖραΐέ με. 

ΚΡ. Ἦν δὲ δὴ τί τὸ ἐνύτπινιον; 

ΣΩ. Ἐδόχει τίς μοι γυνὴ προσελϑοῦσα καλὴ καὶ 
εὐειδής, λευχὰ ἱμάτια ἔχουσα, χαλέσαι μὲ καὶ εἰπεῖν" 


> 


ὦ Σώχρατες, Nuari xev τριτάτῳ DIinv ἐρίβωλον ἵκοιο. 


ΚΡ. Ὡς ἄτοπον τὸ ἐνύτινιον, ὦ Σώχρατες. 
3 5 N “ 5 ᾿ 
ΣΩ. Evapyss μὲν οὖν, ὥς γέ μοι δοκεῖ, ὦ Κρίτων. 


9.  KP. Aiav γε, ὡς ἔοικεν. 


ἀλλ᾽, ὠ δαιμόνιε 


Σώχρατες, ἔτι καὶ νῦν ἐμοὶ πείϑου χαὶ σώϑητι" ὡς 


seinen Traum mit einer Art Be- 
quemlichkeit; erst die dritte Frage 
des Krito lockt aus ihm die Erzäh- 
lung des Traumbildes heraus. Der 
Vers, welchen ihm die Traumer- 
scheinung zuruft, ist eine Remini- 
scenz an Ilias IX 363. Dort droht 
Achilleus dem Odysseus, welcher 
ihn mit dem Atriden versöhnen will, 
er werde nach Hause zurückkehren 
und sagt: ἡματί χε τριτάτῳ Φϑίην 
ἐρίβωλον ἱκοίμην. Will man aber 
hier den Vers verstehen, so muls 
man den ihm in der llias vorher- 
gehenden anziehen: εἰ δέ χεν εὖ- 
πλοίην δώῃ κλυτὸς ἐννοσίγαιος, 
ἡματί χε τριτάτῳ κ. τ. δ. Die ev- 
πλοια des ersten Verses, die glück- 
liche Fahrt in den Hades, auf die 
Sokrates hofft, späht hinter dem 
zweiten Verse hervor. 

Kap. 3. Der Anfang der Aus- 
einandersetzung beider Männer weist 
in dem ἔτε χαὶ νῦν πείϑου, in dem 
„auch jetzt noch“ auf frühere Un- 
terredungen zurück. Wahrschein- 
lich ist der Dialog von Plato erst 
nach dem Tode des Krito heraus- 


gegeben worden; wäre es doch 
sonst eigentümlich gewesen, ihm 
die Rolle eines Mannes zuzuweisen, 
der zur Auflehnung gegen die 
Staatsgesetze auffordert. Nennt 
doch auch im folgenden Plato keinen 
einzigen der athenischen Freunde 
des Meisters, wenn er den Krito 
erklären läfst, dafs die Geldsumme, 
welche die Thüren des Gefängnis- 
ses öffnen würde, leicht aufzubrin- 
gen sei, sondern nur den Simmias 
und den Kebes, die beiden theba- 
nischen Verehrer des Sokrates, mit 
denen er an seinem letzten Lebens- 
tage das Gespräch über die Un- 
sterblichkeit der Seele führte, wel- 
ches den Namen des Phädo trägt. 
Krito führt zwei Gründe an, die 
ihm die Erhaltung des Sokrates er- 
sehnen lassen, den Verlust eines so 
wackeren Frenndes, der ihm droht, 
und den Schaden, den er durch den 
Tod des Sokrates an seinem guten 
Rufe nehmen kann. Auf den erste- 
ren Grund geht er als auf einen 
sich von selbst verstehenden nur 
kurz ein; in Bezug auf den zweiten 


KPITON. 71 


ἐμοί, ἐὰν σὺ ἀποϑάνῃς, οὐ μία ξυμφορά ἔστιν, ἀλλὰ 
χωρὶς μὲν σοῦ ἐστερῆσϑαι τοιούτου ἐπιτηδείου, οἷον 
ἐγὼ οὐδένα μή score εὑρήσω, ἔτε δὲ καὶ πολλοῖς δόξω, 
ol ἐμὲ καὶ σὲ μὴ σαφῶς ἴσασιν, ὡς οἷός τ΄ ὧν σε σώζειν, 
εἰ ἤϑελον ἀναλίσχειν χρήματα, ἀμελῆσαι. καίτοι τίς ἂν 
αἰσχίων εἴη ταύτης δόξα ἢ δοχεῖν χρήματα περὶ πλείο- 
γος ποιεῖσϑαι ἢ φίλους; οὐ γὰρ πείσονται οἱ ττολλοί, 
ὡς σὺ αὐτὸς οὐκ ἠϑέλησας ἀπιέναι ἐνθένδε ἡμῶν προ- 
ϑυμουμένων. 

ΣΩ. Alla τί ἡμῖν, ὦ μαχάριε Κρίτων, οὕτω τῆς 
τῶν πολλῶν δόξης μέλει; οἱ γὰρ ἐπιεικέστατοι, ὧν μᾶλ- 
λον ἄξιον φροντίζειν, ἡγήσονται αὐτὰ οὕτω τιεπρᾶχϑαι, 
ὥσττερ ἂν πραχϑῆ. 

ΚΡ. ᾿Αλλ ὁρᾷς δὴ ὅτε ἀνάγκη, ὦ Σώχρατες, χαὶ 
τῆς τῶν πολλῶν δόξης μέλειν. αὐτὰ δὲ δῆλα τὰ παρόντα 
γυνέ, ὅτι οἷοί τ᾽ εἰσὶν οἱ ττολλοὶ οὐ τὰ σμιχρότατα τῶν 
χαχῶν ἐξεργάζεσθαι, ἀλλὰ τὰ μέγιστα σχεδόν, ἐάν τις 
ἐν αὐτοῖς διαβεβλημένος 1. 

ΣΩ. Ei γὰρ ὥφελον, ὦ Κρίτων, οἷοί ve εἶναι οἱ 
πολλοὶ τὰ μέγιστα χαχὰ ἐξεργάζεσϑαι, ἵνα οἷοί τε ἦσαν 
αὖ χαὶ ἀγαϑὰ τὰ μέγιστα, χαὶ καλῶς ἂν εἶχε" vov δὲ 
οὐδέτερα οἷοί τε" οὔτε γὰρ φρόνιμον οὔτε ἄφρονα δυ- 
γατοὶ ποιῆσαι, ποιοῦσι δὲ τοῦτο ὅ τι ἂν τύχωσιν. 


ist darauf hinzuweisen, dafs er den 
Ausdruck οἱ πολλοί vermeidet und 
nur sagt: ἔτι δὲ καὶ πολλοῖς δόξω; 
in Bezug auf den zweiten führt er 
treffend einen von Sokrates oft be- 
sprochenen Satz an, die Lehre, dafs 
man materielle Güter ( χρήματα) 
nicht höher als ideelle (7 φίλους) 


δρᾷς δὴ ὅτι x. τ. δ.) ist der des 
eifrigen Freundes, der seine Worte 
nicht abwägt; sonst würde er das 
ἀλλὰ τὰ μέγιστα σχεδόν nicht ge- 
sagt haben. Sokrates knüpft _in 
seiner Antwort an das ὅτι οἷοί 
τέ εἰσεν οἱ πολλοί des Krito an, 
den Ausdruck dreimal wiederholend 


schätzen dürfe. Sokrates macht aus 
den πολλοί des Freundes das, was 
sie sind, die οἱ πολλοί, und stellt 
ihnen die ἐπιεικέστατοι entgegen, 
zu welchem als ergänzendes Ver- 
bum aus dem vorhergehenden do- 
&ng ein δοχεῖν zu nehmen ist: £rer- 
ειχέστατοι 80. δοκεῖν 1. 6. die tüch- 
tigsten zu meinen, zu urteilen. Der 
nächste Einwurf "des Krito (ἀλλ᾽ 


und ihn zum viertenmal mit dem 
δυνατοί wieder aufnehmend. „Die 
Macht der grolsen Menge ist nichts 
wert, sagt er; denn sie ‚vermag 
nicht zum Thoren zu machen ἃ. i. 
sie vermag mich nicht zu einer un- 
überlegten That zu bewegen, weil 
die grolse Menge selbst unüberlegt 
handelt: ποιοῦσι τοῦτο ὅτι ἂν τύ- 
wow“. 


“1 
τῷ 


TAATQNOE 


4. ΚΡ. Ταῦτα μὲν δὴ οὕτως ἐχέτω" τάδε δέ, ὦ 
Σώκρατες, εἶχτέ μοι. ἀρά γε μὴ ἐμοῦ προμηϑεῖ καὶ τῶν 
ἄλλων ἐπιτηδείων, μή, ἐὰν σὺ ἐνθένδε ἐξέλϑης, οἵ συχο- 
φάνται ἡμῖν πράγματα τταρέχωσιν ὡς σὲ ἐνθένδε ἐχχλέ- 
wacı, χαὶ ἀναγκασϑῶμεν ἢ καὶ πᾶσαν τὴν οὐσίαν ἀπτο- 
βαλεῖν ἢ συχνὰ χρήματα, ἢ καὶ ἄλλο τε πρὸς τούτοις 
παϑεῖν; εἰ γάρ τι τοιοῦτον φοβεῖ, ἔασον αὐτὸ χαίρειν" 
ἡμεῖς γάρ που δίκαιοέ ἐσμεν σώσαντές σὲ χινδυνεύειν 
τοῦτον τὸν χένδυνον χαὶ ἐὰν δέῃ ἔτι τούτου μείζω. ἀλλ᾽ 
ἐμοὶ πιείϑου καὶ μὴ ἄλλως ποίει. 

ΣΩ. Καὶ ταῦτα προμηϑοῦμαι, ὦ Κρίτων, καὶ ἄλλα 
σολλα. 

ΚΡ. More τοίνυν ταῦτα φοβοῦ" χαὶ γὰρ οὐδὲ πολὺ 
τἀργύριόν ἐστιν, ὃ ϑέλουσι λαβόντες τινὲς σῶσαί σε χαὶ 
ἐξαγαγεῖν ἐνθένδε. ἔπειτα οὐχ ὁρᾷς τούτους τοὺς συχο- 
φάντας ὡς εὐτελεῖς, καὶ οὐδὲν ἂν δέοι re’ αὐτοὺς πολ- 
λοῦ ἀργυρίου; σοὶ δὲ ὑπάρχει μὲν τὰ ἐμὰ χρήματα, ὡς 
ἐγῴμαι, ἱκανά" ἔπειτα καὶ εἴ τι ἐμοῦ χηδόμενος οὐχ 
οἴει δεῖν ἀναλίσκειν τἀμά, ξένοι οὗτοι ἐνϑάδε ἕτοιμοι 
ἀναλίσκειν" εἷς δὲ χεκόμιχεν ἐπε αὐτὸ τοῦτο ἀργύριον 
ἱχανόν, Σιμμίας ὃ Θηβαῖος" ἕτοιμος δὲ χαὶ Κέβης καὶ 
ἄλλοι πολλοὶ πάνυ. ὥστε, ὅπερ λέγω, μήτε ταῦτα φο- 
βούμενος ἀττοκάμῃς σαυτὸν σῶσαι, μήτε ὃ ἔλεγες ἐν τῷ 


Καρ. 4. Krito kennt seines Freun- 
des Ansichten über das berührte 
Thema, weils, dafs er ihn nicht 
widerlegen kann, und bricht des- 
halb mit dem ταῦτα δὴ οὕτως 
ἐχέτω, mit dem Zugeständnis, dafs 
Sokrates recht habe, ab und geht 
zu einer neuen Begründung über. 
Die Gründe, mit denen er seinen 
Freund zu bestimmen sucht, sind 
die eines schlicht verständigen Man- 
nes, die aber natürlich einer höhe- 
ren Auffassung der Lebensaufgabe 
gegenüber, wie sie Sokrates ver- 
tritt, nicht standhalten. Die Be- 
deutung, die Kraft der Gründe stei- 
gert sich. Zuerst bittet Krito, der 
Freund möge nicht um ihn besorgt 


sein und um seine anderen Freunde 
(ἀρά γε ἐμοῦ προμηϑεῖ du 
bist St doch je Are ons! ? 
Das um also abwehrend), dafs ihnen, 
wenn sie den Sokrates befreien, un- 
angenehme Folgen erwachsen mö- 
gen. Dann sucht er ihn darüber 
zu beruhigen, dafs seine Befreiung 
zuviel Geld kosten könne, und end- 
lich stellt er ihm das Leben im 
Auslande, etwa in Thessalien, als 
nicht so abstofsend hin, wie es So- 
krates sich in der Apologie ausge- 
malt hatte. Das wre in wjre vol- 
νυν ταῦτα φοβοῦ wird später wie- 
der aufgenommen in ὥστε, ὅπερ 
λέγω μήτε ταῦτα φοβούμενος 
x. τ. &. und findet in dem folgen- 


KPITQN. 73 


διχαστηρίῳ δυσχερές σοι γενέσθω, ὅτι οὐχ ἂν ἔχοις 
ἐξελϑὼν ὅ τι χρῷο σαυτῷ" τιολλαχοῦ μὲν γὰρ καὶ ἄλλοσε 
ὅποι ἂν ἀφίχῃ ἀγαττήσουσέ σε ἐὰν δὲ βούλῃ εἰς Θετ- 
ταλίαν ἰέναι. εἰσὶν ἐμοὶ ἐκεῖ ξένοι, οἵ σε περὶ σολλοῦ 
σεοιήσονται καὶ ἀσφάλειάν σοι a ὥστε σὲ un- 
δένα λυπεῖν τιῦν χατὰ Θετταλίαν. | 

5. Ἔτι δέ, ὦ Σώχρατες, οὐδὲ δίχαιόν μοι doxeic 
ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα, σαυτὸν προδοῦναι, ἐξὸν σωϑῆναι" 
χαὶ τοιαῦτα σττεύδεις ττερὶ σεαυτὸν γενέσϑαι, ἅττερ ἂν 
χαὶ οἱ ἐχϑροί σου σπεύσαιέν TE καὶ ἔστεευσᾶν σε διαφϑεῖ- 
ραι βουλόμενοι. πρὸς δὲ τούτοις χαὶ τοὺς υἱεῖς τοὺς 
σαυτοῦ ἔμοιγε δοχεῖς προδιδόναι, οὕς σοι ἐξὸν χαὶ ἐχ- 
ϑρένψαι χαὶ ἐχτταιδεῦσαι οἰχήσει χαταλιπτών, χαὶ τὸ σὸν 
μέρος, ὅ τι ἂν τύχωσι, τοῦτο πράξουσι᾽ τεύξονται δέ, 
ὡς τὸ εἶχός, τοιούτων οἷάατπτερ εἴωϑε γέγνεσϑαι ἐν ταῖς 
ὀρφανίαις τεερὶ τοὺς ὀρφανούς. ἢ γὰρ οὐ χρὴ ποιεῖσϑαι 


den μήτε in μήτε ὃ ἔλεγες Sein 
πὴ Die ur die über- 
redende Freund anwendet, ist die 
der herzlichen Bitte. Er erklärt 
sich bereit, sein ganzes Vermögen 
preiszugeben (πᾶσαν τὴν οὐσίαν 
ἀποβαλεῖν») und mehr als das zu 
wagen (ἄλλο τι πρὸς. τούτοις); 
er bittet dringend: ἀλλ᾽ ἐμοὶ πεί- 
ϑου καὶ μὴ ἄλλως ποίει; er giebt 
mit aller Herzlichkeit blinder Freun- 
desliebe Versicherungen, die, er 
nicht beweist: ὅποι ἂν ἀφίχῃ ἀγα- 
πήσουσί ge und οἵ σε περὶ πολ- 
λοῦ ποιήσονται καὶ ἀσφάλειαν 
σοι παρέξονται, ὥστε σε μηδένα 
λυπεῖν „sie werden für dich ein- 
treten, sodafs dich niemand betrü- 
ben darf“. 

Kap. 5. Das vorige Kapitel ver- 
langte von Sokrates, μὴ nooun- 
ϑεῖσθαι τῶν φίλων, suchte et- 
waige Rücksichten auf die Freunde 
als unberechtigt hinzustellen; das 
vorliegende Kapitel wird dringen- 
der mit dem Hauptsatze: οὐδὲ δί- 
zuov doxeis ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα. 
Das vorige wandte sich an das Herz, 


das jetzige an die sittliche Über- 
zeugung des Sokrates. Das οὐ di- 
χαιον wird als solches dreifach be- 
gründet: es ist kein δίχαιον πρᾶ- 
yua, σαυτὸν προδοῦναι, ἐξὸν 
σωϑῆναι; es ist kein δίκαιον πρᾶ- 
γμα, die Kinder dem Zufall zu über- 
lassen — die Worte ὅτε ἂν τύ- 
χωσι, τοῦτο πράξουσι weisen zu- 
rück auf den Schlufs des Kap. 3: 
ποιοῦσι τοῦτο ὅτι ἂν τύχωσιν 
und bedeuten: „du sagtest, dals das 
ποιεῖν nach dem Zufall nichts wert 
sei, das πράττειν (intrans. τοῦτο 
πράττειν ---καχῶς πράττειν) nach 
dem Zufali taugt aber erst recht 
nicht“ —; es ist endlich kein δί- 
χαιον πρᾶγμα, sich und die Freuhde 
dem Vorwurfe der Feigheit und 
Unmännlichkeit und dem Spotte 
preiszugeben. Den Krito als prak- 
tischen Mann charakterisiert Plato 
trefflich durch einzelne Begründun- 
gen, die er ihn geben läfst; so 
durch das σπεύδεις περὶ σαυτὸν 
γενέσϑαι, ἅπερ οἱ ἐχϑροὶ ἔσπευ- 
σάν σε διαφϑείρειν βουλόμενοι 
und durch das derbere 7 οὐ χρὴ 


74 TAATQNOE 


παῖδας, ı, ξυνδιαταλαιπωρεῖν καὶ τρέφοντα καὶ τεαιδεύ- 
ovra‘ σὺ δέ μοι δοχεῖς τὰ ῥᾳϑυμότατα αἱρεῖσϑαι" χρὴ 
δέ, ἅπερ ἂν ἀνὴρ ἀγαϑὸς χαὶ ἀνδρεῖος ἕλοιτο, ταῦτα 
αἱρεῖσϑαι, φάσχοντά γε δὴ ἀρετῆς διὰ :ταντὸς τοῦ βίου 
ἐπιμελεῖσθαι" ὡς ἔγωγε καὶ ὑπὲρ σοῦ χαὶ ὑπὲρ ἡμῶν τῶν 
σῶν ἐπιτηδείων αἰσχύνομαι, μὴ δόξῃ ἅπαν τὸ πρᾶγμα 
τὸ σιερὶ σὲ ἀνανδρίᾳ τινὶ τῇ ἡμετέρᾳ πεπρᾶχϑαι, καὶ ἡ 
εἴσοδος τῆς δίκης εἰς τὸ δικαστήριον ὡς εἰσῆλϑες, ἐξὸν 
μὴ εἰσελθεῖν, χαὶ αὐτὸς ὃ ἀγὼν τῆς δίκης ὡς ἐγένετο, 
χαὶ τὸ τελευταῖον δὴ τουτί, ὥσπερ κατάγελως τῆς τιρά- 
ξεως, χαχίᾳ τινὶ καὶ ἀνανδρίᾳ τῇ ἡμετέρᾳ διαπεφευ- 
γέγαι ἡμᾶς δοκεῖν, οἵτινές σὲ οὐχὶ ἐσώσαμεν οὐδὲ σὺ 
σαυτόν, οἷόν τε ὃν καὶ δυνατόν, εἴ τι χαὶ σμικρὸν ἡμῶν 
ὄφελος ἢν. ταῦτ᾽ οὖν, ὦ ΞΣώχρατες, ὅρα μὴ ἅμα τῷ κακῷ 
χαὶ αἰσχρὰ ἢ σοί ve καὶ ἡμῖν. ἀλλὰ βουλεύου, μᾶλλον δὲ 
οὐδὲ βουλεύεσϑαι ἔτι ὥρα, ἀλλὰ βεβουλεῦσϑαι. μία δὲ 
βουλή" τῆς γὰρ ἐπιούσης νυχτὸς πάντα ταῦτα δεῖ πε- 
πρᾶχϑαι. εἰ δέ τι περιμενοῦμεν, ἀδύνατον χαὶ οὐχέτι 
οἷόν τε. ἀλλὰ παντὶ τρότεῳ, ὦ Σώχρατες, πείϑου μοι χαὶ 
μηδαμῶς ἄλλως zroieı. 


6. ΣΩ. Ὦ φίλε Κρίτων, ἡ προϑυμία σου πολλοῦ 


einer χαταστροφή, Sondern zum 


ποιεῖσϑαι παῖδας, n ξυνδιαταλαι- 
Schlusse den Schauspielern einen 


πωρεῖν x. τ. ὃ, durch das φά- 


σχοντά γε δὴ ἀρετῆς διὰ παντὸς 
τοῦ βίου ἐπιμελεῖσϑαι und end- 
lich durch den zur That drängen- 
den Schlufs der Rede: ἀλλὰ βου- 
λεύου x. τ. £. 

Zu den Worten χαὶ ἢ εἴσοδος 
τῆς δίχης εἰς τὸ δικαστήριον κ. τ. ὃ. 
ist zu bemerken, dafs dem Krito 
der Vergleich mit einem Drama vor- 
schwebt, dessen Teile er angiebt 
als die εἴσοδος, den ἀγών und das 
τελευταῖον. Letzteres nennt er 

„gleichsam er χατάγελως τῆς 
πράξεως d. i. einen Hohn auf die 
een rot Dramas“. Wir haben 
hier, sagt er, eine Art Tragödie 
aufgeführt, die aber nicht ernsten 
Eindruck hinterlassend ausläuft in 


χατάγελως, Verhöhnung einträgt. 
Diese Schauspieler aber sind wir 
(ἡμᾶς doxeiv) d. i. deine Freunde 
und du selbst mit ihnen (οἵτενἐς 
σε οὐχὲ ἐσώσαμεν οὐδὲ σὺ σαυ- 
τόν). 

Es sind ernste, teilweise selbst 
bittere Worte, die Krito gesprochen 
hat. Darum wiederholt er aus Kap. N 
das bittende ἐμοὲ πείϑου χαὶ μὴ 
ἄλλως ποίει hier mit fordern er 
Entschiedenheit: παντὲ τ ὁπῳ πεί- 
ϑου μοι καὶ μηδαμῶς ἄλλως ποίει. 

Kap. 6. Den ersten Satz der 
Erwiderung des Sokrates übersetzt 
Stallbaum: studium luum mei ser- 
vandi magni faciendum est et lau- 
dandum, si cum recta ratione con- 


KPITON. 75 


, - \ ΄ ξεν ἢ . , 
ἀξία, εἰ μετὰ τινὸς ὀρϑότητος εἴη" εἰ δὲ μή, ὅσῳ μεί- 
is [4 » «ὦ 5 Ἃ E - 
ζων, τοσούτῳ χαλετιωτέρα. σχοπεῖσϑαι οὖν χρὴ ἡμᾶς, 

-» ‚ A N ’ - 2 
εἴτε ταῦτα πιραχτέον εἴτε μή ὡς ἐγὼ οὐ μόνον νῦν ἀλλὰ 

\ 3..." - T - 2 - \ 57 ’ 
χαὶ del τοιοῦτος, οἷος τῶν ἐμῶν μηδενὶ ἄλλῳ πεέϑεσϑαι 

a ’ , , ’ 

ἢ τῷ λόγῳ, ὃς ἄν μοι λογιζομένῳ βέλτιστος φαίνηται. 
Ε \ ,ὔ ει > - >» > P 2 ’ὔ 
τοὺς δὲ λόγους, οὺς ἐν τῷ ἔμπροσϑεν ἔλεγον, οὐ δύνα- 

- > m > ὃ [4 20 ς ’ ’ χλλ N 
μαι νῦν ἐχβαλεῖν, ἐπειδή μοι ἥδε ἢ τύχη γέγονεν, ἀλλὰ 

΄ er; \ γ 
σχεδόν τι ὅμοιοι φαίνονταί μοι, χαὶ τοὺς αὐτοὺς πρε- 
σβεύω χαὶ τιμῶ, οὔστιερ καὶ πρότερον" ὧν ἐὰν μὴ βελ- 

,ὕ - ΄ 5 ) ’ 

τίω ἔχωμεν λέγειν ἐν τῷ παρόντι, εὖ ἴσϑι ὅτι οὐ un σοι 
ξυγχωρήσω, οὐδ᾽ ἂν πλείω τῶν νῦν παρόντων ἡ τῶν 
πολλῶν δύναμις ὥστιερ παῖδας ἡμᾶς μορμολύττηται, δε- 
σμοὺς καὶ ϑανάτους ἐτπειτεέμτεουσα καὶ χρημάτων ἀἄφαι- 
ρέσεις. WG οὖν ἂν μετριώτατα σχοποίμεϑα αὐτά; εἶ 
γερῶτον μὲν τοῦτον τὸν λόγον ἀναλάβοιμεν, ὃν σὺ λέγεις 
περὶ τῶν δοξῶν, ττότερον χαλῶς ἐλέγετο ἑχάστοτε ἢ οὔ, 


iunctum sit; Schleiermacher: „Deine 
Sorge um mich ist viel wert, wenn 
sie nur irgend mit dem Richtigen 
bestehen könnte; wo aber nicht, 
so ist sie je dringender um desto 
peinlicher“*; und Hieron. Müller: 
„Dein Eifer wäre viel wert, wenn 
er einigermalsen die rechte Rich- 
tung hätte; wo aber nicht, dann 
wird er um so peinlicher, je grölser 
er ist“, Müller nimmt offenbar An- 
stofs an der Übersetzung des Wortes 
προϑυμία, das er denn auch rich- 
tiger als Stallbaum und Schleier- 
macher wiedergiebt; ich würde es 
mit „Zuversichtlichkeit“ übersetzen. 
Das τινός habe ich accentuiert, 
weil mir seine Stellung dafür zu 
sprechen scheint, dafs der Redner 
es betont und in der Bedeutung 
des lateinischen aliguwid gebraucht 
hat, wo dasselbe „etwas Bedeuten- 
des“ bezeichnet. Dafs aber Sokra- 
tes sagen sollte, die προϑυμία des 
Freundes sei ihm peinlich, 
scheint mir der ganzen Art des 
Philosophen wenig zu entsprechen. 
Ich übersetze also: „Mein lieber 


Krito, deine Zuversichtlichkeit 
dürfte viel wert sein (zu ἀξία ist 
nicht mit Stallbaum ἐστί, sondern, 
dem εἴη des Vordersatzes entspre- 
chend, ἂν εἴ zu ergänzen), wenn 
ihr eine nennenswerte Richtigkeit 
zur Seite stände; wo nicht, je grölser 
sie ist, um so schlimmer“ d. i. 
wenn sie nicht auf richtigem Grunde 
ruht, dann wird es ihr schlimm er- 
gehen, insofern sie als nichtig er- 
wiesen werden wird. Dem Gedan- 
ken nach fährt Sokrates dann fort: 
Nicht προϑύμως ἔχειν heilst es 
hier, sondern σχοπεῖσϑαι und dann 
πείϑεσθαι nicht der προϑυμία, 
sondern τῷ λόγῳ, ὃς ἂν βέλτι- 
στος φαίνηται; unter den λόγοι 
welche du vorbrachtest, war auch 
der περὶ τῶν δοξῶν; mit Bezug 
auf ihn wollen wir nun fragen: 
mufs man jeder δόξα τῶν πολλῶν 
folgen, oder nur der δόξα τῶν 
yoovluov? 

In den Worten «si τοιοῦτος, 
οἷος (= ὠὡστε) τῶν ἐμῶν μηδενὶ 
ἄλλῳ πείϑεσθαι ἢ τῷ λόγῳ ist 
die erste Antwort auf die zuver- 


76 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ὅτι ταῖς μὲν δεῖ τῶν δοξῶν προσέχειν τὸν νοῦν, ταῖς δὲ 
οὐ" ἢ πρὶν μὲν ἐμὲ δεῖν ἀποϑνήσχειν καλῶς ἐλέγετο, 
γῦν δὲ χατάδηλος ἄρα ἐγένετο, ὅτε ἄλλως ἕνεχα λόγου 
ἐλέγετο, ἣν δὲ παιδιὰ καὶ φλυαρία ὡς ἀληϑῶς; ἐπιϑυμῶ 
δ᾽ ἔγωγε ἐπισχέψασϑαι, w Κρίτων, κοινῇ μετὰ σοῦ, εἴ 
τέ μοι ἀλλοιότερος φανεῖται, ἐπειδὴ ὧδε ἔχω, ἢ ὃ αὐτός, 
χαὶ ἐάσομεν χαίρειν ἢ πεισόμεϑα αὐτῷ. ἐλέγετο δέ πως, 
ὡς ἐγῴμαι, ἑκάστοτε ὧδε ὑπὸ τῶν οἰομένων τί λέγειν, 
ὥσπερ νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι τῶν δοξῶν, ἃς οἱ ἄνϑρω- 
σεοι δοξάζουσι, δέοι τὰς μὲν πτερὶ πολλοῦ τιοιεῖσϑαι, τὰς 
δὲ μή. τοῦτο πρὸς ϑεῶν, ὦ Κρίτων, οὐ δοκεῖ καλῶς 
σοι λέγεσϑαι; σὺ γάρ, ὅσα γε τἀνϑρώπεια, ἐχτὸς εἶ τοῦ 
μέλλειν ἀποθνήσκειν αὔριον, καὶ οὐκ ἄν σὲ παραχρούοι 
ἡ παροῦσα ξυμφορά" σχόττει δή" οὐχ ἱκανῶς δοκεῖ σοι 
λέγεσϑαι, ὅτι οὐ πάσας χρὴ τὰς δόξας τῶν ἀνϑρώττων 
τιμᾶν, ἀλλὰ τὰς μέν, τὰς δ᾽ οὔ; οὐδὲ πάντων, ἀλλὰ τῶν 


’ Pe ” ,ὔ 4 - - ,᾿ὔ 
μέν, τῶν δ᾽ οὔ; τί φής; ταῦτα οὐχὶ χαλῶς λέγεταε; 


ΚΡ, Καλῶς. 
SD. 
νηρὰς μή; 

ΡΝ ας 


sichtliche Aufforderung Kritos: 
παντὶ τρόπῳ πείϑου μοι enthal- 
ten. Τῶν ἐμῶν fasse ich gegen- 
über Stallbaum und Cron als Ge- 
netiv von οἱ ἐμοί, nicht von τὰ 
ἐμά. Zu den οἱ ἐμοί zählt So- 
krates auch den Krito und, was er 
hier sagt, wiederholt er bald mit 
deutlicheren Worten: οὐ μή σοι 
ξυγχωρήσω. Die Worte begegnen 
dem Ernst des Krito mit einem 
Scherze, dem ein Anflug von Ironie 
beigegeben ist. 

In der Stelle ὅτι ἄλλως ἕνεχα 
λόγου ἐλέγετο weist ἄλλως zu- 
rück auf die Worte πρὲν μὲν --- 
χαλῶς ἐλέγετο und wird durch 
ἕνεχα λόγου erklärt: „oder war 
die Behauptung, ehe mein Tod be- 
schlossen war, richtig (χαλῶς ἐλέ- 
yero), erwies sich jetzt aber oflen- 


Οὐχοῦν Tag μὲν χρηστὰς τιμᾶν, τὰς δὲ πο- 


bar anders, als eine die nur eben 
ἕνεχα λόγου, eines Grundes halber, 
um einen Grund vorbringen zu kön- 
nen, gemacht und nichts als ein 
Scherz und ein Geschwätz war?“ 
Neckend sind ‚die Worte σὲ γάρ, 
ὅσα γε ἀνθρώπεια (nach mensch- 
lichen Verhältnissen und mensch- 
licher Beurteilung) — ἡ παροῦσα 
ξυμφορά gesprochen; denn ihr Sinn 
ist: „du, alter Freund, tratst so 
sicher mit deinen Behauptungen 
auf; nun zeige einmal, ob du dem 
besten λόγος auch so sicher stand- 
halten kannst; brauchst du doch 
morgen nicht zu sterben, und es 
dürfte dich also das gegenwärtige 
Milsgeschick nicht irre leiten*. So- 
krates meint mit den letzten Wor- 
ten das Gegenteil dessen, was er 
sagt; er meint gerade, dafs Krito 


KPITON. 77 


- 


22, Χρησταὶ δὲ οὐχ αἱ τῶν φρονέμων, οι οὐ δὲ 
αἱ τῶν ἀφρόνων; 
KP. Πῶς δ᾽ οὔ; : 
τ ΄ [4 - 3 N - δλέ 
ἢ. 22. Φέρε δή, πῶς αὖ τὰ τοιαῦτα ἐλέγετο, 
- \ 
γυμναζόμενος ἀνὴρ χαὶ τοῦτο τιράττων τιότερον παντὸς 
ἀνδρὸς ἐπαίνῳ καὶ ψόγῳ καὶ δόξῃ τὸν νοῦν προσέχει, 
΄ ΄ 7Ν , 
ἢ ἑνὸς μόνου ἐχείνου, ὃς ἂν τυγχάνῃ ἰατρὸς ἢ παιδοτρί- 


βης ὧν; 
ΚΡ. Ἕνὸς μόνου. 


- - \ \ ’ > ΄ 
ΣΩ. Οὐκοῦν φοβεῖσϑαι χρὴ τοὺς ψόγους χαὶ ἀστιάώ- 
ξεσϑαι τοὺς ἐπαίνους τοὺς τοῦ ἑνὸς ἐκείνου, ἀλλὰ μὴ 


τοὺς τῶν ττολλῶν. 
ΚΡ. Hilo δή. 


22. Ταύτῃ ἄρα αὐτῷ πραχτέον, --- χαὶ γυμναστέον 
χαὶ ἐδεστέον γε χαὶ ποτέον --- ἡ ἂν τῷ Evi δοχῇ τῷ 
ἐπιστάτῃ χαὶ ἐπαΐοντι, μᾶλλον ἢ ἡ Byron τοῖς ἤβλοις. 


ΚΡ, Ἔστι ταῦτα. 


3 ΄ - . ΄, 7 

ΣΩ, Eiev. ἀπειϑήσας δὲ τῷ Evi χαὶ ἀτιμάσας αὖ- 

τοῦ τὴν δόξαν χαὶ τοὺς ἐπαίνους, τιμήσας δὲ τοὺς τῶν 
χπεολλῶν λόγους χαὶ μηδὲν ἐπταϊόντων, ἀρα οὐδὲν χαχὸν 


σιξείσεται; 


sich in seinen Behauptungen durch 
des Freundes παροῦσα ξυμφορά 
habe beirren lassen. 

Kap.?. Das Kapitel führt einen 
Vergleich durch. Wie ein yvuva- 
ζόμενος ἀνὴρ χαὶ τοῦτο πράτ- 
τῶν, ein Mann, welcher Gymnastik 
treibt und hierin d. i. in dem yvu- 
νάζεσϑαι seine πρᾶξις, seine Le- 
bensbeschäftigung sucht, nur denen, 
welche von der Gymnastik etwas 
verstehen, dem Arzt und dem σαι- 
δοτρίβης 4. i. dem Turnlehrer fol- 
gen darf, wenn er nicht seinen 
Körper zu grunde richten will, so 
muls derjenige, welcher durch Phi- 
losophie seine Seele veredlen, also 
gewissermalsen geistige Gymnastik 
treiben will, nur dem folgen, wel- 
cher Verständnis hat von dem δί- 
χαιοὸν und dem ἄδιχον, dem αἱ- 


σχρόν und dem χακόν, nicht aber 
der grofsen Menge, die offenbar 
davon nichts begreift, sondern eben 
nur, ‚wie es oben hiefs, ποιοῦσιν 
ὅτι ἂν τύχωσιν. 

Sokrates zerlegt den Begr ἽΠ δόξα 
in die Unterabteilungen ἔπαινος 
und ψόγος und den Begriff τὸν 
γοῦν προσέχειν τῇ δόξῃ in die 
beiden φοβεῖσθαι τοὺς ıyoyovg und 
ἀσπάζεσϑαι (eigentlich freudig be- 
grülsen) τοὺς ἐπαίνους, und wei- 
terhin das πρακτέον des Gymnas- 
tikers in die drei dasselbe ausma- 
chenden Thätigkeiten des yvuve- 
στέον und ἐδεστέον und ποτέον; 
denn die Praxis des Gyınnastikers 
war nicht einseitig auf das γυμνά- 
ζεσϑαι gerichtet; sonst hätte er ja 
nur den παιδοτρίβης, aber nicht 
den ἐατρός nötiz gehabt; er mufste 


Fe 


Ah 
Ϊ Γ 
ΗΝ 
Hi 
N ἡ; 


rn 
κά, τ δ. 


76° NAATQNOE 


KP. Πῶς γὰρ οὔ; 

ΣΩ. Ti δ᾽ ἔστι τὸ χαχὸν τοῦτο; χαὶ τεοῖ τείνει;. καὶ 
εἰς τί τῶν τοῦ ἀπειϑοῖντος; 

ΚΡ. Ζῆλον ὅτι εἰς τὸ σῶμα τοῦτο γὰρ διόλλυσι. 

IR. Καλῶς λέγεις. οὐχοῦν χαὶ τάλλα, ὦ Κρίτων, 
οὕτως, ἵνα μὴ πάντα διίΐωμεν, χαὶ δὴ χαὶ περὶ τῶν δι- 
καίων καὶ ἀδίχων χαὶ αἰσχρῶν χαὶ χαλῶν χαὶ ἀγαϑῶν 
χαὶ καχῶν, περὶ ὧν νῦν ἡ βουλὴ ἡμῖν ἐστί, πότερον τῇ 
τῶν πολλῶν δόξῃ δεῖ ἡμᾶς ἕπεσϑαι χαὶ φοβεῖσϑαι αὐ- 
τήν, ἢ τῇ τοῦ ἑνός, εἴ τίς ἔστιν ἐπαΐων, ὃν δεῖ χαὶ ei- 
σχύνεσϑει χαὶ φοβεῖσϑαι μᾶλλον ἢ ξύμτιαντες τοὶς ἂλ- 
λους; ᾧ εἰ μὴ ἀκολουϑήσομεν, διαφϑεροῦμεν ἐκεῖνο χαὶ 
λωβησόμεϑα, ὃ τῷ μέν δικαίῳ βέλτιον ἐγίγνετο, τῷ δὲ 
ἀδέκῳ ἀτιώλλυτο. ἢ οὐδέν ἔστε τοῦτο; 

ΚΡ. Οἶμαι ἔγωγε, ὦ Σώχρατες. 

8. ΣΩ. Φέρε δή, ἐὰν τὸ ὑπὸ τοῦ ὑγιεινοῦ μὲν 
βέλτιον γιγνόμενον, ὑπὸ τοῦ νοσώδους δὲ διαφϑειρόμε- 
γον διολέσωμεν πειϑόμενοι μὴ τῇ τῶν ἐπταϊόντων δόξῃ, 
ἀρα βιωτὸν ἡμῖν ἐστὶ διεφϑαρμένου αὐτοῦ; ἔστι δέ τίου 
τοῦτο τὸ σῶμα" ἢ οὐχί; 

KP. Ναξ. 

ΣΩ, ἾΑρ᾽ οἷν βιωτὸν ἡμῖν ἔστι μετὰ μοχϑηροῦ καὶ 
διεφϑαρμένου σώματος; 

ΚΡ. Οὐδαμῶς. 

ΣΩ, ᾿Αλλὰ μετ᾽ ἐχείνου ἄρα ἡμῖν βιωτὸν διεφϑαρ- 
μένου, ᾧ τὸ ἄδικον μὲν λωβᾶται, τὸ δὲ δέκαιον ὀνίνησιν; 


σῶδες verdorbene Körper das Leben 


vielmehr auch auf die verständige, 
nicht mehr lebenswert erscheinen 


planmäfsige Ernährung des Körpers 


seine Sorge richten. 

Kap. 8. Der Gedanke, auf wel- 
chen Sokrates zielt, ist am Schlusse 
des Kapitels ausgesprochen: οὐ τὸ 
ζῆν περὶ πλείστου ποιητέον, ἀλλὰ 
τὸ εὖ ζῆν. Wieder spricht er in 
einem Vergleiche. Das Lebensglück, 
sagt er nach griechischer An- 
schauung, ist bedingt durch die Ge- 
sundheit des Körpers und die der 
Seele. Wie nun der durch das vo- 


lälst, ebenso nimmt die durch das 
ἄδικον herbeigeführte Verderbnis 
der Seele dem Leben den Wert. 
Das tertium comparationis liegt 
einerseits in den Worten τὸ ὑπὸ 
τοῦ ὑγιεινοῦ μὲν βέλτιον yıyvo- 
μενον, ὑπὸ τοῦ νοσώδους δὲ δια- 
φϑειρόμενον und andrerseits in 
dem ᾧ τὸ ἄδικον μὲν λωβᾶται, 
τὸ δὲ δίχαιον ὀνίνησιν, Worte, in 
denen das ᾧ selbstverständlich nicht 


KPITON. . 79 


ἢ φαυλότερον ἡγούμεϑα εἶναι τοῦ σώματος ἐκεῖνο, ὅ τί 
2 - ς ει 4} 4 
σον ἐστὶ τῶν ἡμετέρων, ττερὶ ὃ ἢ τε ἀδιχία καὶ ἡ δικαιο- 
σύνη ἐστίν; 
ΚΡ. Οὐδαμῶς. 
ΣΩ. ᾿Αλλὰ τιμιώτερον ; 
ΚΡ. Πολύ γε. 
ΣΩ. Οὐχ ἄρα, w βέλτιστε, πάνυ ἡμῖν οὕτω φρον- 
ἂν ΤᾺ - ᾿Ξ ΠΥ m Ian2 ὦ ς “» 
τιστέον, τί ἐροῦσιν οἱ πολλοὶ ἡμᾶς, ἀλλ᾽ ὁ τι ὁ ἐτταΐων 
\ - , ee W; € τε x INN ΠΟ FTARE 
περὶ τῶν δικαίων χαὶ ἀδίκων, ὁ εἷς, καὶ αὐτὴ ı, ἀλήϑεια. 
- I - - 
ὥστε πρῶτον μὲν ταύτῃ οὐχ ὀρϑῶς εἰσηγεῖ, εἰσηγούμενος 
- - - λο; ς “- ’ - 
τῆς τῶν πολλῶν δόξης δεῖν ἡμᾶς φροντίζειν περὶ τῶν δι- 
, -“- 2 “ «-« N - 
χαίων χαὶ καλῶν καὶ ἀγαϑῶν χαὶ τῷν ἐναντίων. ἀλλὰ μὲν 
,΄ ,ὕ > » γᾷ ,ὕ 3 2 x ς - ς \ > 
δή, φαίη γ᾽ ἂν τις, οἷοί τ εἰσὶν ἡμᾶς οἱ πολλοὶ ἀπο- 
χτιννύγαι; 
ΚΡ. Aika δὴ καὶ ταῦτα" φαίη γὰρ ἄν, ὦ Σώχρατες. 
-» N 497 > ’ Ki 
Zn. ᾿Ζ4ληϑῆ λέγεις. ἀλλ᾽, ὦ ϑαυμάσιε, οὗτός τε ὃ 
λόγος, ὃν διεληλύϑαμεν, ἔμοιγε δοκεῖ ὅμοιος εἶναι τῷ 
καὶ πρότερον" καὶ τόνδε αὖ σκότει, εἰ ἔτι μένει ἡμῖν 
ONE, a > 1.72 \ λ " , 2 \ \ 
ἡ οὔ, τε οὐ To ζῆν περὶ πλεέστου ποιητέον, ἀλλὰ τὸ 
ev ζῆν. 
2 , 
ΚΡ. Alla μένει. 
3 “ ’ ’ 
22. To δὲ εὖ χαὶ χαλῶς καὶ δικαίως ὅτι ταὐτόν 
N > ΄, 
ἐστι, μένει ἢ οὐ μένει; 
ΚΡ. Μένει. 
9. ΣΩ. Οὐκοῦν ἐκ τῶν ὁμολογουμένων τοῦτο σχε- 
, , , 2 \ 2 ’ - 2 4 
zt&ov, τιότερον δίχαιον ἐμὲ ἐνθένδε σιειρᾶσϑαι ἐξιέναι 
Ἀ 2 ΄ 3 , a > ᾿, " ἈΝ Τ᾿ \ ᾿, 
μὴ ἀφιέντων ᾿4ϑηναίων, ἢ οὐ δίκαιον" καὶ ἐὰν μὲν φαί- 
ἊΝ , “ a 
vnraı δίχαιον, πειρώμεϑα, εἰ δὲ μή, ἐῶμεν. ἃς δὲ σὺ 


zu dem den Akkusativ regierenden 
Verbum ὀνενάναι zu wiederholen 
ist, die vielmehr nach echt grie- 
ehischer Redeweise, wie sie schon 
ım Homer sich findet, gesagt sind, 
wie das deutsche (s. Luther): „dem 
das Ungerechte Schaden bringt, das 
Gerechte aber nützt ihm“, 

Das χαί in ὃ εἷς ζαὶ αὐτὴ ἡ 
εἰλήϑεια ist „und zwar“, das χαί 


in dozet ὅμοιος εἶναι τῷ καὶ πρό- 
τερον das χαί des ‚Vergleiches, das 
der Grieche nach ὥσπερ so häufig 
setzt. 

Kap. 9. Sokrates fixiert nach dem 
bisher Gesagten das Thema der wei- 
teren Auseinandersetzung dahin: 
ἀδικήσομεν ah καὶ ἐξαγό- 
μενοι ῇ οὔ; d begehen wir ein 
ἄδιχον, schaden u unserer Seele 


30 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


λέγεις τὰς σχέψεις τιερί τὲ ἀναλώσεως χρημάτων χαὶ 
δόξης Kal παίδων τροφῆς, μὴ ὡς ἀληϑῶς ταῦτα, ὦ Κρί- 
των, σχέμματα ἢ τῶν ῥᾳδίως ἀπιοχτιννύντων καὶ ἀνα- 
βιωσχομένων γ᾽ ἄν, εἰ οἷοί τε ἦσαν, οὐδενὶ ξὺν νῷ, τού- 
- - ς ’ [4 - 
των τῶν τιολλῶν. ἡμῖν δ᾽, ἐπειδὴ ὁ λόγος οὕτως αἱρεῖ, 
μὴ οὐδὲν ἄλλο σκεπιτέον ἢ ἢ ὅτεερ γῦν δὴ ἐλέγομεν, τεό- 
τερον δίκαια τιράξομεν χαὶ χρήματα τελοῦντες τούτοις 
τοῖς ἐμὲ ἐνθένδε ἐξάξουσι, χαὶ χάριτας, χαὶ αὐτοὶ ἐξα- 
γοντές τε χαὶ ἐξαγόμενοι, ἢ τῇ ἀληϑείᾳ ἀδικήσομεν ταῦτα 
χεάντα τιοιοῦντες᾽ χἂν φαινώμεϑα ἄδιχα αὐτὰ Loyalo- 
\ 2 , ς ‚7 2 2 2 πὸ 
μενοι, μὴ οὐ δέῃ ὑτιολογίζεσϑαι οὔτ΄ εἰ ἀτιοϑνήσχειν 
De m , , . ς - 
δεῖ τταραμένοντας καὶ ἡσυχίαν ἄγοντας, οὔτε ἄλλο ὁτιοῦν 
χιάσχειν τερὸ τοῦ ἀδιχεῖν. 
ΚΡ, Καλῶς μέν μοι δοκεῖς λέγειν, W Σώχρατες, 
ὅρα δὲ τί δρῶμεν. 
Χο ἘΣ Ἐς ΣΝ νει 
ΣΩ, Σχοτεῶμεν, ὦ ᾿γαϑέ, χοινῇ, χαὶ εἴ zum ἔχεις 
ἀντιλέγειν ἐμοῦ λέγοντος, ἀντίλεγε, καί 001 τεείσομαι" 
εἰ δὲ μή, παῦσαι ἤδη, ὦ μαχάριξ, τεολλάκες wor λέγων 
\ > x ΄ ς x > , > , 2 2 
τὸν αὐτὸν λόγον, ὡς χρὴ ἐνθένδε ἀχόντων ϑηναίων 
ὡς ἐγὼ τιξρὶ τειολλοῦ 


ἐμὲ ἀπιέναι" σχιοιοῦμαε τεξίσας σὲ 


wendet er sich mit voller Herzlich- 
keit an den Freund und bittet ihn, 
wenn ich dem zustimme und gegen seiner Darlegung zu folgen (oxo- 


den Willen der Athener von hier πῶμεν χοινῇ, weil es ihn glück- 
entweiche. Er giebt dies Thema lich mache, mit Zustimmung des 


ihr, wenn ihr die Sykophanten 
und die Wachen bestecht, und ich, 


mit jener Breite, mit welcher Plato 
ihn immer reden läfst, wenn er 
einen für den Gang des Dialogs be- 
sonders wichtigen Satz aufstellt. 
Er falst den Satz zuerst in die 
Worte πότερον δίκαιον — ἢ οὐ 
δίχαιον; er stellt dagegen die Ge- 
fahr auf, welche man läuft, wenn 
man sich gleich seinem Freunde 
durch äufsere Rücksichten, wie die 
ἀνάλωσις χρημάτων, die δόξα und 
die παίδων τροφή, leiten lälst; er 
wiederholt dann ik Satz, ihn ge- 
nauer auf den vorliegenden kon- 
kreten Fall anwendend: πότερον 
δίκαια πράξομεν — ταῦτα πάντα 
ποιοῦντες x. τ. ὃ. Zuletzt endlich 


treuen Altersgenossen so zu handeln, 
wie es ihm das δέκαεον und die 
αληϑειὰ vorzuschreiben scheinen). 
Das ist, glaube ich, der Sinn der 
vielfach besprochenen Worte ὡς 
ἐγὼ περὲ πολλοῦ ποιοῦμαι -- 
ἄκοντα, und dieser Sinn stimmt zu 
der Lesart einer Handschrift, die 
ἄκοντα statt ἔχοντος bietet. Ταὺ- 
re πράττειν ist in diesem Satze 
zu erklären nach Analogie des τοῦτο 
πράττων im Anlange des 7. ‚Kapi- 
tels: γὺ μναζόμενος ἀνὴρ καὶ τοὺ- 
τὸ πράττων x. τ. &; Zu ἄχοντα 
liegt aber der Gegensatz in πεῖσαι, 
sodafs, mit grammalischer Genauig- 

keit gesprochen, Sokrates gesagt 


KPITQON. 81 


ταῦτα πράττειν, ἀλλὰ μὴ ἄκοντα. ὅρα δὲ δὴ τῆς σχέψεως 
τὴν ἀρχήν, ἐάν σοι ἱκανῶς λέγηται, χαὶ πιειρῶ ἄποκρί- 
γεσϑαι τὸ ἐρωτώμενον, 1 ἂν μάλιστα οἴῃ. 

ΚΡ. ᾿Δ4λλὰ πειράσομαι. 

10. 22. Οὐδενὶ τρόπῳ φαμὲν ἕχόντας ἀδικητέον 
εἶναι, ἢ τινὶ μὲν ἀδικητέον τρόπῳ, τινὶ δὲ οὔ; ἢ οὐδα- 
μῶς τό γε ἀδικεῖν οὔτε ἀγαϑὸν οὔτε χαλόν, ὡς τιολλά- 
xıs ἡμῖν χαὶ ἐν τῷ ἔμτιροσϑεν χρόνῳ ὡμολογήϑη" ὕὅτεερ 
καὶ ἄρτι ἐλέγετο" ἢ τιᾶσαι ἡμῖν ἐκεῖναι ai πρόσϑεν ὅμο- 
λογίαι ἐν ταῖσδε ταῖς ὀλίγαις ἡμέραις ἐχχεχυμέναι εἰσί, 
χαὶ πάλαι, ὦ Κρίτων, ἄρα τηλικοίδε γέροντες ἄνδρες 
πρὸς ἀλλήλους σπουδῇ διαλεγόμενοι ἐλάϑομεν ἡμᾶς αὖ- 
τοὺς παίδων οὐδὲν διαφέροντες; ἢ παντὸς μᾶλλον οὕ- 
τως ἔχει, ὥσττερ τότε ἐλέγετο ἡμῖν, εἴτε φασὶν οἵ πολ- 
λοὶ εἴτε μή, καὶ εἴτε δεῖ ἡμᾶς ἔτι τῶνδε χαλεπώτερα 
χιάσχειν εἴτε χαὶ τιραότερα, ὅμως τό γε ἀδικεῖν τῷ adı- 


haben würde: περὶ πολλοῦ ποιοῦ- 
μαι πεισϑέντα σε ταῦτα τῶμ! 
τειν, ἀλλὰ μὴ ἄκοντα scil. 

ταῦτα πράττειν. Die Worte heilsen 
„Ich gebe viel darum, wenn ich 
dich zu einer solchen Praxis be- 
re kann (nämlich ῇ ἀντιλέγειν 

ἔ πῃ ἔχεις ἢ παῦσαι πολλάκις 
u λέγοντα τὸν αὐτὸν λόγον), 
wünsche aber nicht, dafs du sie mit 
Widerstreben befolgst“. 

Kap. 10. Der Gedankengang ist: 
Unrecht thun ist unter allen Um- 
ständen unerlaubt; folglich ist es 
auch nicht gestattet, Unrecht mit 
Unrecht zu vergelten; zwischen 
ἀδικεῖν und χαχῶς ποιεῖν ist aber 
kein Unterschied; folglich ist auch 
dem χαχῶς πάσχων ein χαχῶς 
ἀντιδρᾶν unter allen Verhältnissen 
untersagt. 

Krito ist während der ganzen 
Beweisführung des Freundes ein- 
silbig in seinen Antworten, und 
wir müssen uns denken, dals er 
einzelne Fragen des Sokrates nur 
mit einem Kopfnicken beantwortet. 
Plato führt uns ja eben in ihm 

Plato, Apologie. Krito. 


einen alten verständigen Mann 
vor, der zudem im Umgange mit 
seinem weisen Altersgenossen einer 
Auseinandersetzung mit Verständ- 
nis zu folgen gelernt hat. Plato 
erinnert wohl absichtlich, wie auch 
in unserem we wieder (τηλι- 
χοίδε γέροντες ἄνδρες), daran, ἐς 
wir uns nicht in der Gesellschaft 
eines sophistischen Schwätzers be- 
finden, sondern eines Mannes, der 
die Entwicklung des Gedankens 
nicht aufhält, vielmehr sie mit Wen- 
dungen, wie ὅρα δὲ τί δρῶμεν 
(Kap. 9) oder mit einem ἀλλὰ λέγε 
(wie im vorliegenden Kapitel) zu 
fördern bestrebt ist. 

Die Worte ὅπερ zul ἄρτι ἐλέ- 
yero halte ich nicht (wie Gron) für 
einen Zusatz von späterer Hand; 
sie erscheinen mir vielmehr, da sie 
einen wenige Minuten zuvor A 
gesprochenen Gedanken (Kap. 
τοὺς δὲ λόγους, οὺς ἐν τῷ ἔμ. 
προσϑεν ἔλεγον, οὐ δύναμαι νῦν 
ἐχβαλεῖν), der sich so schnell wie- 
derholt, einleiten, ihre volle Berech- 
tigung zu haben. Charakteristisch 


6 


82. ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


- ΑΙ: N 
χοῦντι nal χακὸν χαὶ αἰσχρὸν τυγχάνει ὃν παντὶ τρόπῳ; 


φαμὲν ἢ 00; 
KP. Φαμέν. 
ΣΩ, Οὐδαμῶς ἄρα δεῖ ἀδικεῖν. 


ΚΡ. Οὐ δῆτα. | 

32. Οὐδὲ ἀδικούμενον ἄρα avradıneiv, wg οἱ nol- 
λοὲ οἴονται, ἐτιειδή γε οὐδαμῶς δεῖ ἀδικεῖν. 

ΚΡ, Οὐ φαίνεται. 

ΣΩ. Τί δὲ δή; κακουργεῖν δεῖ, ὦ Κρίτων, ἢ οὔ; 

ΚΡ. Οὐ δεῖ δή που, ὦ Σώχρατες. 

ΣΩ, Τί δέ; ἀντιχαχουργεῖν χαχῶς πάσχοντα, ὡς 
οἱ πολλοί φασι, δίκαιον ἢ οὐ δίκαιον; 

ΚΡ, Οὐδαμῶς. 

ΣΩ. Τὸ γάρ που χαχῶς ποιεῖν ἀνϑρώτιους τοῦ 
ἀδικεῖν οὐδὲν διαφέρει. 

ΚΡ. ᾿Δ4ληϑῆ λέγεις. 

IR. Οὔτε ἄρα ἀνταδιχεῖν δεῖ οὔτε καχῶς ποιεῖν 
οὐδένα ἀνθρώπων, οὐδ᾽ ἂν ὁτιοῦν πάσχῃ ὑπ᾽ αὐτῶν. 
χαὶ ὅρα, ὦ Κρίτων, ταῦτα καϑομολογῶν, ὅπως μὴ παρὰ 
δόξαν ὁμολογῇς. οἶδα γὰρ ὅτι ὀλίγοις τισὶ ταῦτα χαὶ 
δοχεῖ χαὶ δόξει. οἷς οὖν οὕτω δέδοχται καὶ οἷς μή, 
τούτοις οὐχ ἔστι χοινὴ βουλή, ἀλλ᾽ ἀνάγχη τούτους ἀλ- 
λήλων καταφρονεῖν, ὁρῶντας τὰ ἀλλήλων βουλεύματα. 
σχύπει δὴ οὖν χαὶ σὺ εὖ μάλα, πότερον χοινωνεῖς χαὶ 
Evvdoxei σοι καὶ ἀρχώμεϑα ἐντεῦϑεν βουλευόμενοι, WS 
οὐδέπιοτε ὀρϑῶς ἔχοντος οὔτε τοῦ ἀδικεῖν οὔτε τοῦ ἀντ- 
αδικεῖν οὔτε χαχῶς πάσχοντα ἀμύνεσϑαι ἀντιδρῶντα 
χαχῶς" ἢ ἀφίστασαι χαὶ οὐ χοινωνεῖς τῆς ἀρχῆς; ἐμοὶ 


ist in den von ihnen eingeleiteten 
Worten der Ausdruck ἐχχεχυμένοι 
εἰσί, den wir vielleicht mit „über 
Bord werfen“ ‚übersetzen dürften. 

Die Worte ὅπως μὴ παρὰ δό- 
ξαν ὁμολογῇς übersetzt Schleier- 
macher: „siehe wohl zu, dals du 
es nicht gegen deine Meinung ein- 
gestehest“* und Hieronymus Müller: 
„sieh dich vor, ob du nicht etwas 


deiner Meinung Widersprechendes 
zugiebst“. Von einem „dein* steht 
aber in den Worten nichts, und 
die Stelle muls wohl übersetzt wer- 
den: „sieh, dals du nichts Seltsames 
zugestehst*, Denn Sokrates erklärt 
das παρὰ δόξαν im folgenden Satze, 
wie ich glaube: τοῦτο παρὰ do- 
Ser ἐστίν, ὃ ὀλίγοις τισὲ χαὶ do- 
χεῖ χαὶ δόξει. 


KPITON. 85 


μὲν γὰρ καὶ τιάλαι οὕτω καὶ νῦν ἔτει δοκεῖ, σοὶ δ᾽ εἴ m 
ἄλλῃ δέδοκται, λέγε καὶ δίδασκε. εἰ δὲ ἐμμένεις τοῖς 
σερόσϑεν, τὸ μετὰ τοῦτο üxove. 

ΚΡ. ᾿4λλ᾽ ἐμμένω τε καὶ ξυνδοχεῖ wor’ ἀλλὰ λέγε. 

ΣΩ. Ayo δὴ αὖ τὸ μετὰ τοῦτο, μᾶλλον δ᾽ ἐρωτῶ" 
πότερον ἃ ἂν τις ὁμολογήσῃ τῷ δίκαια ὄντα ποιητέον ἢ 
ἐξαπατητέον: 

ΚΡ, Ποιητέον. 

11. ΣΩ; Ἔχ τούτων δὴ ἄϑρει" ἀπιόντες ἐνθένδε 
ἡμεῖς μὴ τεείσαντες τὴν πτόλιν πότερον καχῶς τινὰς ποι- 
οὔμεν, καὶ ταῦτα ovg ἥκιστα δεῖ, ἢ οὖ; καὶ ἐμμένομεν 
οἷς ὡμολογήσαμεν δικαίοις ovow ἢ οὔ; 

KP. Οὐκ ἔχω, wu Σώχρατες, ἀποκρίνασϑαι πρὸς 
ὃ ἐρωτᾷς᾽ οὐ γὰρ ἐννοῶ. 

ΣΩ. "All ὧδε σκότει" εἰ μέλλουσιν ἡμῖν ἐνθένδε 
εἴτε ἀποδιὸδράσχειν, εἰϑ᾽ ὅπως δεῖ ὀνομάσαι τοῦτο, ἐλ- 
ϑόντες οἱ νόμοι χαὶ τὸ χοινὸν τῆς πόλεως ἐπιστάντες 
ἔροιντο᾽ eine μοι; ὦ Σώκρατες, ti ἐν νῷ ἔχεις ποιεῖν; 
ἄλλο τι ἢ τούτῳ τῷ ἔργῳ, ᾧ ἐπιχειρεῖς, διανοεῖ τούς 
τε νόμους ἡμᾶς ἀπολέσας. καὶ ξύμπασιν τὴν πόλιν τὸ 
σὸν μέρος; ἢ δοχεῖ σοι οἷόν τε ἔτι ἐκείνην τὴν πόλιν εἶ- 
var χαὶ μὴ ἀνατετράφϑαι, ἐν ἡ αἱ γενόμεναι δίκαι μη- 
δὲν ἰσχύουσιν, ἀλλ᾽ ὑπὸ ἰδιωτῶν ἄκυροί τε γίγνονται 
χαὶ διαφϑείρονται; τί ἐροῦμεν, ὦ Κρέτων, πρὸς ταῦτα 
χαὶ ἄλλα τοιαῦτα; τιολλὰ γὰρ av τις ἔχοι, ἄλλως τε χαὶ 
ῥήτωρ, εἰπεῖν ὑπὲρ τούτου τοῦ νόμου ἀπολλυμένου, ὃς 
Gegenfrage: „wer sind die zuves, 


denen wir unrecht thun? und wel- 
ches ist das δίκαιον, dem wir nicht 


Zun ἐξαπατητέον bemerkt Cron: 
„S. sagt 7 ἐξαπατητέον statt ein- 
fach ἢ οὐ ποιητέον in Rücksicht 


auf das vorhergehende ἃ ἄν τις 
ὁμολογήσῃ τῳ, da ein solches Zu- 
geständnis die Verpflichtung danach 
zu handeln einschlieflst. 

Kap. 11. Da die ersten Fragen 
des Sokrates ganz allgemein gehal- 
ten sind, läfst sie Plato den prak- 
tischen Kopf Krito nicht verstehen; 
die Antwort desselben ist unter an- 
derer Form nichts weiter, als eine 


getreu bleiben? (Die Dative οἷς dı- 
χαίοις οὔσι Sind von ἐμμένειν ab- 
hängig.) In dem folgenden werden 
diese letzten Fragen beantwortet: 
die rıves, denen Sokrates durch 
eine Flucht unrecht thun würde, 
sind seine Mitbürger, seine Vater- 
stadt, τὸ χοινὸν τῆς πόλεως, und 
das δίχαιον, das er verletzen würde, 
ist in den Satz gefalst: ὃ νόμος 


ΘῈ 


84 IIAATQNOXZ 


τὰς δίχας τὰς δικασϑείσας προστάττει χυρίας εἶναι. ἢ 
ἐροῦμεν πρὸς αὐτοὺς ὅτι ἠδίκει γὰρ ἡμᾶς ἡ πόλις. καὶ 
οὐχ ὀρϑῶς τὴν δίκην ἔχρινε; ταῦτα ἢ τέ ἐροῦμεν; 

ΚΡ. Ταῦτα νὴ A’, ὦ Σώκρατες. 

12. ΣΩ, Τί οὖν, ἂν εἴπωσιν οἱ νόμοι" ὦ Σώχρα- 
τες, ἢ καὶ ταῖτα ὡμολόγητο ἡμῖν τε καὶ σοί, ἢ ἐμμένειν 
ταῖς δίκαις αἷς ἂν ἡ πόλις δικάζῃ; εἰ ovv αὐτῶν ϑαυ- 
μάζοιμεν λεγόντων, ἴσως ἂν εἴποιεν ὅτε ὦ Σώχρατες, μὴ 
ϑαύμαζε τὰ λεγόμενα, ἀλλ᾽ ἀποχρίνου, ἐπειδὴ χαὶ εἴω- 
ϑας χρῆσϑαι τῷ ἐρωτᾶν ve χαὶ ἀποκρίνεσϑαι.. φέρε γάρ, 
ti ἐγχαλῶν ἡμῖν χαὶ τῇ πόλει ἐπιχειρεῖς ἡμᾶς ἀττολλύ-- 
ναι; οὐ πρῶτον μέν σε ἐγεννήσαμεν ἡμεῖς, καὶ δι᾽ ἡμῶν 
ἐλάμβανε τὴν μητέρα σου ὃ πατὴρ χαὶ ἐφύτευσέ σε; 
φράσον οὖν, τούτοις ἡμῶν, τοῖς νόμοις τοῖς περὶ τοὺς 
γάμους, μέμφει τι ὡς or καλῶς ἔχουσιν; οὐ μέμφομαι, 
φαίην ἄν. ἀλλὰ τοῖς περὶ τὴν τοῦ γενομένου τροφήν τε 
χαὶ παιδείαν, ἐν ἡ καὶ σὺ ἐπαιδεύϑης; ἢ οὐ χαλῶς 


τὰς δίχας τὰς δικασϑείσας προ- 
στάττει χυρίας εἶναι. Charakte- 
ristische Ausdrücke sind das ἀποδι- 
δράσχειν, welches einem ἀποφεύ- 
ysıy gegenüber verächtlich klingt, 
und die Perfektform ἀνατετρά- 
φϑαι, welche wir nicht übersetzen 
dürfen: „glaubst du, dafs derjenige 
Staat nicht umgestürzt werde“ 
(Hieron. Müller), sondern: „glaubst 
du, dafs der Staat nicht verloren 
sei“. Mit der letzten Frage nimmt 
Sokrates dem Freunde eine Ant- 
wort, eine Entschuldigung für die 
Flucht aus dem Munde, die Ant- 
wort des weniger philosophisch ge- 
schulten Mannes: ἀλλ᾽ ἠδίκει ἡμᾶς 
ἡ πόλις d.i. „einem gerechten Ur- 
teile soll man sich wohl unterwer- 
fen, nimmermehr aber einem un- 
gerechten“. 

Kap. 12. Den Gedanken, auf 
welchen Sokrates ausgeht, enthal- 
ten am Schlusse des Kapitels die 
Worte βιάζεσϑαι οὐχ ὅσιον οὔτε 
μητέρα οὔτε πατέρα, πολὺ δὲ 


τούτων ἔτι ἧττον τὴν πατρίδα. 
Er läfst die Gesetze, die er weiter- 
hin personifiziert, anknüpfend an 
die letzten Worte des vorigen Ka- 
pitels, fragen: 7 ταῦτα 1. 6. λέγειν 
ὅτι ἀδικεῖ ἡμᾶς A πόλις, ὡμολό- 

τὸ ἡμῖν τε χαὲ σοί, ἢ ἐμμένειν 
Ἂμ T. f d. i. „hast du 3% Bürger 
gelobt, den Gesetzen und ihren Ent- 
scheidungen dich zu unterwerfen 
oder dich gelegentlich gegen sie 
aufzulehnen, wenn du glaubst, sie 
thäten dir unrecht?“ Er lälst sie 
dann gerade ihn, den Sokrates, 
scharf aufs Korn nehmen, mit dem 
anoxglvov, ἐπειδὴ καὶ εἴωϑας --- 
ἀποχρίνεσϑαι d.i. „stehe uns Rede 
und Antwort, da du gerade dir auf 
deine Dialektik etwas zu gute thust; 
folge also dialektischen und keinen 
anderu Gründen“, und weiter unten 
mit dem sarkastischen ὃ τῷ ἀλη- 
ϑείᾳ τῆς ἀρετῆς ἐπιμελόμενος und 
der folgenden ironischen Frage ἡ 
οὕτως εἶ σοφὸς χ. τ. ἑ. Sie legen 
sodann dar, dafs vermöge der Ord- 


ΚΡΙΤΩΝ. | 85 


προσέταττον ἡμῶν οἱ ἐπὶ τούτοις τεταγμένοι γόμοι, 
παραγγέλλοντες τῷ πατρὶ τῷ σῷ σε ἐν μουσιχῇ καὶ γυ- 
μναστιχῇ τταιδεύειν; χαλῶς, φαίην av. εἶεν. ἐπειδὴ δὲ 
ἐγένου χαὶ ἐξετράφης χαὶ ἐπαιδεύϑης, ἔχοις ἂν εἰπεῖν 
πρῶτον μὲν ὡς οὐχὶ ἡμέτερος ἦσϑα χαὶ ἔχγονος χαὶ 
δοῦλος, αὐτός τε χαὶ οἱ σοὶ τερόγονοι; καὶ εἰ τοῦϑ᾽ οὔ- 
τως ἔχει, Go’ ἐξ ἴσου οἴει εἶναι σοὶ τὸ δίκαιον χαὶ ἡμῖν, 
χαὶ ἅττ᾽ ἂν ἡμεῖς σε ἐπιχειρῶμεν ττοιεῖν, nal σοὶ ταῦτα 
ἀντιττοιεῖν οἴει δίκαιον εἶναι; ἢ τιρὸς μὲν ἄρα σοι τὸν 
πατέρα οὐκ ἐξ ἴσου ἦν τὸ δίκαιον χαὶ πρὸς τὸν δεσττό- 
τὴν, εἴ σοι ὧν ἐτύγχανεν, ὥστε, ἅττερ πάσχοις, ταῦτα καὶ 
ἀντιποιεῖν, οὔτε χαχῶς ἀχούοντα ἀντιλέγειν οὔτε τυτῦτό- 
μενον ἀντιτύπτειν οὔτε ἄλλα τοιαῦτα πολλά" πρὸς δὲ 
τὴν πατρίδα ἄρα καὶ τοὺς νόμους ἐξέσται σοι, ὥστε, 
ἐάν σε ἐπιχειρῶμεν ἡμεῖς ἀπολλύναι δίκαιον ἡγούμενοι 
εἶναι, καὶ σὺ δὲ ἡμᾶς τοὺς νόμους χαὶ τὴν πατρίδα καϑ' 
ὅσον δύνασαι ἐπιχειρήσεις ἀνταπολλύναι, καὶ φήσεις 
ταῦτα ποιῶν δίχαια πράττειν, ὃ τῇ ἀληϑείᾳ τῆς ἀρετῆς 
ἐπιμελόμενος; ἦ οὕτως εἶ σοφός, ὥστε λέληϑέ σε ὅτι 
μητρός τε χαὶ πατρὸς χαὶ τῶν ἄλλων προγόνων ἅττάν- 
των τιμιώτερόν ἔστιν ἡ πατρὶς καὶ σεμνότερον καὶ ἁγιώ- 
τερον καὶ ἐν μείζονι μοίρᾳ καὶ παρὰ ϑεοῖς καὶ rap’ ἀν- 


nung des Staates der Mensch ent- 
steht, erzogen und geistig wie kör- 
perlich (ἐν μουσικῇ zal γυμναστι- 
χῇ) herangebildet wird, dafs er also 
dem χοινόν seine ganze Existenz 
verdankt. Deshalb darf der Bürger 
sich dem Vaterlande nicht gleich- 
berechtigt gegenüberstellen (οὐχ ἐξ 
ἴσου σοὶ τὸ δίχαιον καὶ ἡμῖν) und, 
wenn die Gesetze ihn verderben 
wollen, sie nicht wieder zu ver- 
derben bestrebt sein, so wenig er 
dem Vater oder einem Herrn Glei- 
ches mit Gleichem, einen Schlag 
mit einem Schlage vergelten dürfe. 
Im Gegenteil stehe das Vaterland 
viel höher als Vater und Mutter 
nach göttlichem Recht und nach 
dem vernünftiger Menschen (παρὰ 


Ξ ADB: 2 - 
θεοῖς καὶ παρ αἀνϑρώποις τοῖς 
νοῦν ἔχουσι) U. 8. W. 

Die Darstellung ist ungleich 
schwungvoller als die bisherige. Sie 
bietet eine Menge rhetorischer Fra- 
gen, eine Steigerung im Ausdruck, 
wie in dem ἔχγονος χαὶ δοῦλος, 
αὐτός TE χαὶ οἱ σοὶ πρόγονοι „du 
bist unser ΞΡΓΟΙΒ und unser Knecht, 
du und deine Ahnen“ oder in dem 
τιμιώτερον καὶ σεμνότερον καὶ 
ἁγιώτερον καὶ ἐν μείζονι μοίρᾳ 
(„Ev μείζονι μοίρᾳ εἶναι dieitur 
quod pluris aestimatur, quod in 
maiore pretio est et honore“, Fi- 
scher; wogegen ÜGron sagt: „aus 
dem Homerischen Sprachgebrauch 
zu erklären, wie ll. XV, 195 Posei- 
don von Zeus sagt: μεγρέτω τρι- 


36 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ὁὡρώζιοις τοῖς νοῦν ἔχουσι, χαὶ σέβεσϑαι δεῖ καὶ μᾶλλον 
ὑχιείχειν χαὶ ϑωττεύειν πατρίδα χαλετταίνουσαν ἢ πατέρα, 
καὶ ἢ πείϑειν ἢ ποιεῖν ἃ ἂν κελεύῃ, καὶ πάσχειν, ἐάν 
τι προστάττῃ τπαϑεῖν, ἡσυχίαν ἄγοντα, ἐάν TE τύπτεσϑαι 


ἐάν τε δεῖσθαι, ἐάν τὲ εἰς τιόλεμον ἄγῃ τρωϑησόμενον᾽ 


BI 2 ΄ - \ \ , “u 
ἢ ἀοϑανούμενον, τιοιητέον ταῦτα, xal τὸ Ölxaıov οὕτως 
ἔχει, καὶ οὐχὶ ὑτιειχτέον οὐδὲ ἀναχωρητέον οὐδὲ Asırrdov 
\ ’ 9 \ Nerie3 NR | \ 
τὴν τάξιν, ἀλλὰ καὶ ἐν πολέμῳ χαὶ ἐν δικαστηρίῳ χαὶ 
πανταχοῦ ποιητέον ἃ ἂν χελεύῃ ἢ πόλις καὶ ἡ πατρίς, 
Pi DER ® \ , ’ ΄ > > 
ἢ τυξέϑειν αὑτὴν ἡ τὸ δίκαιον πέφυχε, βιάζεσθαι δ᾽ οὐχ 
ὅσιον οὔτε μητέρα οὔτε πατέρα, πολὺ δὲ τούτων ἔτι ἧτ- 
τὸν τὴν πατρίδα; τί φήσομεν πρὸς ταῦτα, ὦ Κρίτων; 
ἀληϑῆ λέγειν τοὺς νόμους ἢ οὔ; 
ΚΡ. Ἔμοιγε δοκεῖ. 
13. ΣΩ, Σχόπει τοίνυν, ὦ Σώχρατες, φαῖεν ἂν 
γ ς LA 3 ς - - > - , Ὁ > 
ἴσως οἱ νόμοι, εἰ ἡμεῖς ταῦτα ἀληϑῆ λέγομεν, ὅτι οὐ 
δίκαια ἡμᾶς ἐπιχειρεῖς δρᾶν ἃ νῦν ἐτειχειρεῖς. ἡμεῖς γάρ 
σὲ γεννήσαντες, ἐκϑρέψαντες, παιδεύσαντες, μεταδόντες 
ἁγιάντων ὧν οἷοί τ᾽ ἦμεν καλῶν σοὶ nal τοῖς ἄλλοις πᾶσι 
πολέταις, ὅμως προαγορεύομεν τῷ ἐξουσίαν πιεττοιηκέναι 
᾿αϑηναίων τῷ βουλομένῳ, ἐττειδὰν δοχεμασϑῇ καὶ ἔδη τὰ 


τάτῃ Evi μοίρῃ als dem Anteil der 
Welt, welcher von den drei Söhnen 
des Kronos dem Zeus zugefallen 
ist“); sie bietet ferner eine sehr 
grolse Fülle des Ausdrucks: χαὲ 
σέβεσθαι δεῖ xal ὑπείχειν χαὶ 
ϑωπεύειν, οὐχὲ ὑπεικτέον οὐδὲ 
ἀναχωρητέον οὐδὲ λειπτέον τὴν 
τάξιν u. 8. W. 

δὰ ἡ ἢ πείϑειν αὐτὴν ἡ τὸ δίκαιον 
πέφυχε sagt Stallbaum: infinitivus 
γιείϑειν posilus est ac si praeces- 
sissel ποιεῖν del, quae ratio est 
longe [requentissima. Die Worte 
πείϑειν τὸ δίχαιον πέφυχε 
heilsen deutsch wohl: „von der Na- 
tur, dem Wesen des Gerechten über- 
zeugen“, 

Kap. 13. „Wer sich uns von den 
Bürgern widersetzt, sagen die Ge- 


setze, vergeht sich in dreifacher 
Beziehung: er verletzt in uns, wie 
dargelegt, seine γεννηταί, seine 
τροφεῖς, und er bricht drittens 
einen mit uns eingegangenen Ver- 
trag. Denn weil wir Freiheit ins 
Land gebracht haben (τῷ ἐξουσίαν 
πεποιηκέναι dadurch dals wir Frei- 
heit geschaffen haben, statt der 
früheren Despotie, welche dem ein- 
zelnen die freie Bewegung, das 
Auswanderungsrecht nicht zuge- 
stand), lassen wir jeden wissen, er 
dürfe auswandern, wenn wir ihm 
nicht behagen, mit Hab und Gut, 
ja bieten ihm in unseren Kolonien 
eine sichere Stätte oder nehmen 
uns selbst seiner noch an, wenn er 
als Metöke anderswo leben will. 
Bleibt er aber, so unterwirft er sich 


KPITON. 87 


- 
en 
ς 


ἐν τῇ πόλει πράγματα χαὶ ἡμᾶς τοὺς νόμους, ᾧ ἂν μὴ 
ἀρέσκωμεν ἡμεῖς, ἐξεῖναι λαβόντα τὰ αὑτοῦ ἀπιέναι ὅποι 
ἂν βούληται. χαὶ οὐδεὶς ἡμῶν τῶν νόμων ἐμποδών ἔστιν 
οὐδ᾽ ἀπαγορεύει, ἐαν τέ τις βούληται ὑμῶν εἰς ἀποικίαν 
ἰέναι, εἰ μὴ ἀρέσχοιμεν ἡμεῖς ve καὶ ἢ πόλις, ἐάν τε 
μετοικεῖν ἄλλοσέ ποι ἐλϑών, ἰέναι ἐκεῖσε ὅττοι ἂν βού- 
ληται, ἔχοντα τὰ αὑτοῦ. ὃς δ᾽ ἂν ὑμῶν τταραμείνῃ, 
ὁρῶν ὃν τρόπον ἡμεῖς τάς τε δίχας δικάζομεν χαὶ τάλλα 
τὴν πόλιν διοιχοῦμεν, ἤδη φαμὲν τοῦτον ὡμολογηκέναι 
ἔργῳ ἡμῖν ἃ ἂν ἡμεῖς κελεύωμεν ποιήσειν ταῦτα, καὶ 
τὸν μὴ πειϑόμενον τριχῇ φαμὲν ἀδιχεῖν, ὅτι τε γεννη- 
ταῖς οὖσιν ἡμῖν οὐ πείϑεται, καὶ ὅτι τροφεῦσι, καὶ ὕτι 
ὁμολογήσας ἡμῖν πείϑεσϑαι οὔτε neideraı οὔτε πεέϑει 
ἡμᾶς, εἰ μὴ καλῶς τι ποιοῦμεν, προτιϑέντων ἡμῶν καὶ 
οὐχ ἀγρίως ἐπιταττόντων ποιεῖν ἃ ἂν κχκελεύωμεν, ἀλλὰ 
ἐφιέντων δυοῖν ϑάτερα, ἢ πείϑειν ἡμᾶς ἢ ποιεῖν, τού- 


των οὐδέτερα ποιεῖ. 


14, Ταύταις δή φαμεν χαὶ σέ, ὦ Σώχρατες, ταῖς 
/ Ζ [4 ΒΜ - > 
αἰτίαις ἐνέξεσθαι, εἴπερ ττοιήσεις ἃ ἐπινοεῖς, χαὶ οὐχ 


uns thatsächlich (φαμὲν τοῦτον 
ὡμολογηχέναι ἔργῳ), und dann 
sind wir berechtigt von ihm Gehor- 
sam zu verlangen. Aber selbst dann 
treten wir nicht ἀγρίως (sondern 
πράως, wie der Gegensatz lauten 
würde) gegen ihn auf, sondern stel- 
len ihm immer noch die Wahl zwi- 
schen dem πείϑεσθαι oder πείϑειν 
ἡμᾶς." 

Mit ἐπειδὰν δοχιμασϑῇ weist 
Sokrates auf die Prüfung hin, wel- 
che der mündig Werdende in Bezug 
auf seine Abkunft zu bestehen 
hatte, wenn er seinen Namen in 
die Bürger-Stammrolle eingetragen 
wissen wollte. 

Kap. 14. Ganz besonders So- 
krates hat thatsächlich die Gesetze 
anerkannt; denn er hat seltener als 
fast alle anderen Bürger die Stadt 
verlassen; er hat in ihr Kinder ge- 
zeugt; er hat die Strafe der Ver- 


bannung in seiner Verteidigungsrede 
für schlimmer erachtet als selbst 
die ihm drohende Todesstrafe; er 
würde deshalb, wie ein erbärm- 
licher Sklav handeln, wenn er jetzt 
entlaufen wollte; er ist endlich den 
Gesetzen in hervorragender Weise 
verpflichtet, weil er sie längere 
Zeit, als die meisten seiner Mit- 
bürger, 70 Jahre lang anerkannt hat. 

In den Worten ταύταις δή φα- 
μεν — ἐνέξεσθϑαι heifst αἰτία wohl 
nicht die Verschuldung (Schleier- 
macher) oder der Vorwurf (H. Mül- 
ler), sondern der Grund; denn in 
der vorhergehenden Rede haben ja 
die Gesetze dem Sokrates nicht so- 
wohl Vorwürfe gemacht, als viel- 
mehr das Recht, welches sie an 
ihm zu haben glauben, begründet. 
„Mit diesen Gründen wirst auch du 
gefalst werden können, wenn du 
deinen Plan ausführen wirst u.s. w.“ 


88. ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


ἥκιστα ᾿ϑηναίων σέ, ἀλλ᾽ ἐν τοῖς μάλιστα. εἰ οὖν ἐγὼ 
εἴσιοιμι" διὰ τί δή; ἴσως ἄν μου δικαίως χαϑάπτοιντο 
λέγοντες, ὅτι ἕν τοῖς μάλιστα ᾿41ϑηναίων ἐγὼ αὐτοῖς ὡὧμο- 
λογηχὼς τυγχάνω ταύτην τὴν ὁμολογίαν. φαῖεν γὰρ ἂν 
ὅτι ὦ Σώχρατες, μεγάλα ἡμῖν τούτων τεχμήριά ἔστιν, 
ὅτι σοι χαὶ ἡμεῖς ἠρέσκομεν χαὶ ἡ πόλις" οὐ γὰρ ἄν 
- ” > , c 4 [4 2 > 
score τῶν ἄλλων AInvalwv ἁττάντων διαφερόντως ἐν αὐ- 
τῇ ἐπεδήμεις, εἰ μή σοι διαφερόντως ἤρεσχε, καὶ οὔτ᾽ 
> \ ’ [4 2 - [4 3 nd ΄“ \ 
ἐπὶ ϑεωρίαν πώποτε ἐκ τῆς πόλεως ἐξῆλϑες, ὅτι μὴ 
© > 3 7, 9 2 2 [4 > f 
ἅπαξ εἰς Ισϑμόν, οὔτε ἄλλοσε οὐδαμόσε, εἰ un σοι στρα- 
τευσόμενος, οὔτε ἄλλην ἀποδημίαν ἐποιήσω τεώπτοτε, 
ὥστεερ οἱ ἄλλοι ἄνϑρωποι, οὐδ᾽ ἐπιιϑυμία σε ἄλλης τιό- 
λεως οὐδ᾽ ἄλλων νόμων ἔλαβεν εἰδέναι, ἀλλὰ ἡμεῖς σοι 
ἱκανοὶ μεν χαὶ ἡ ἡμετέρα τιόλις᾽ οὕτω σφόδρα ἡμᾶς 
ς m Σὺ: , DR: Θὰ , ΄ ” 
N000, καὶ ὡμολόγεις χαϑ'΄ ἡμᾶς πολιτεύεσϑαι, τά τε ἄλλα 
χαὶ παῖδας ἐν αὐτῇ ἐποιήσω, ὡς ἀρεσκούσης σοι τῆς 
πόλεως. ἔτι τοίνυν ἐν αὐτῇ τῇ δέκῃ ἐξῆν σοι φυγῆς 
τιμήσασϑαι, εἰ ἐβούλου, καὶ ὅπερ νῦν ἀχούσης τῆς πό- 
λεως ἐπιχειρεῖς, τότε ἑκούσης ποιῆσαι. σὺ δὲ τότε μὲν 
ἐχαλλωτείζου ὡς οὐκ ἀγαναχτῶν, εἰ δέοι τεϑνάγαι σε, 
2 αἱ Ὁ - ς » \ - - , Ξ - \ 
ἀλλ᾽ ἡροῦ, ὡς ἔφησϑα, πρὸ τῆς φυγῆς ϑαάνατον᾽ νῦν δὲ 
οὔτ᾽ ἐκείνους τοὺς λόγους αἰσχύνει, οὔτε ἡμῶν τῶν νό- 
μων ἑντρέτιει, ἐτειχειρῶν διαφϑεῖραι, τιράτεεξις τὲ ἅττερ 
ἂν δοῦλος φαυλότατος πράξειεν, ἀποδιδράσχειν ἐττιχει- 
Sokrates’ Absicht ist, wie die einen andern an die Heimat fes- 
Darstellung beweist, nicht nur sei- selte, ihn, den keine “ἐπιϑυμία ἄλ- 
nen Freund durch logische Gründe Ang πόλεως οὐδ᾽ ἄλλων» νόμων 
zu überzeugen; er will ihn auch ἔλαβεν scil. εὐδέναι ἄλλην πόλιν 
durch ethische Gründe gewinnen χαὲ ἄλλους νόμους. Er fürchtet 
und verrät ihm deshalb, wie er em- sich als Prahler (ἐχαλλωπίζου) 
pfindet. Er sagt, dals ihn, wenn blofszustellen durch eine Flucht, 
er fliehe, gerechter Tadel treffe (δ weil er die Strafe der Verbannung 
καίως χαϑάπτοιντο), dals er sich zurückgewiesen habe. Ihm bangt 
also in der schlimmen Lage befin- ferner vor der gröfsten Schande, 
den werde, den über ihn ausge- die er kennt, vor dem gerechten 
sprochenen Tadel nicht zurückwei- Vorwurfe des ἀνελεύϑερον, davor 
sen zu können. Er giebt dann der dals man sagen werde, er sei wie 
gerade ihm eigentümlichen Anhäng- ein δοῦλος φαυλότατος entlaulen 


lichkeit an seine Vaterstadt Aus- (ἀποϑιδράσχειν). Er weist endlich 
druck, die ihn mehr als irgend- im letzten Abschnitte die Entschul- 


KPITON. 89 


ρῶν παρὰ τὰς ξυνϑήκας ve καὶ τὰς ὁμολογίας, καϑ'᾽ ἃς 
ἡμῖν ξυνέϑου πτολιτεύεσϑαι. πρῶτον μὲν οὖν ἡμῖν τοῦτ᾽ 
αὐτὸ ἀπόχριναι, ei ἀληϑῆ λέγομεν φάσχοντές σὲ WuoAo- 
γηχέναι σπτολιτεύεσϑαι καϑ᾽ ἡμᾶς ἔργῳ, ἀλλ᾽ οὐ λόγῳ, ἢ 
οὐκ ἀληϑῆ. τί φῶμεν πρὸς ταῦτα, ὦ Κρίτων; ἄλλο τι 
ἢ ὁμολογῶμεν; ᾿ 

ΚΡ, Avayın, ὦ Σώχρατες. 

ΣΩ, ᾽4λλο τι οὖν, ἂν φαῖεν, ἢ ξυνϑήκας τὰς πρὸς 
ἡμᾶς αὐτοὺς καὶ ὁμολογίας τταραβαίνεις, οὐχ ὕτε᾽ ἀνάγ- 
χης ὅμολογήσας οὐδὲ ἀπατηϑεὶς οὐδὲ ἐν ὀλίγῳ χρόνῳ 
ἀναγχασϑεὶς βουλεύσασϑαι, ἀλλ᾽ ἐν ἔτεσιν ἑβδομήκοντα, 
ἐν οἷς ἐξῆν σοι ἀπιέναι, εἰ μὴ ἠρέσχομεν ἡμεῖς μηδὲ 
δίχαιαι ἐφαίνοντό σοι ai ὁμολογίαι εἶναι. σὺ δὲ οὔτε 
Aarsdaluova προηροῦ οὔτε Κρήτην, ἃς δὴ ἑκάστοτε φὴς 
εὐνομεῖσθαι, οὔτε ἄλλην οὐδεμίαν τῶν “Ἑλληνίδων πό- 
λεων οὐδὲ τῶν βαρβαρικῶν, ἀλλ᾽ ἐλάττω ἐξ αὐτῆς ἄπε- 
δήμησας ἢ οἱ χωλοί τε χαὶ τυφλοὶ καὶ οἱ ἄλλοι ἀνάπηροι" 
οὕτω σοι διαφερόντως τῶν ἄλλων ᾿ϑηναίων ἤρεσκεν ἡ 
πόλεις τε χαὶ οἱ νόμοι ἡμεῖς δῆλον ὅτι" τίνι γὰρ ἂν πόλις 
ἀρέσκοι ἄνευ νόμων; νῦν δὲ δὴ οὐκ ἐμμένεις τοῖς ὧμο- 
λογημένοις; ἐὰν ἡμῖν γε πεείϑῃ, ὦ Σώχρατες" καὶ οὐ κα- 
ταγέλαστός γε ἔσει ἐκ τῆς ττόλεως ἐξελϑών. 

15. Σχόσει γὰρ δή, ταῦτα παραβὰς καὶ ἐξαμαρ- 
τάνων τι τούτων τί ἀγαϑὸν ἐργάσει σαυτὸν ἢ τοὺς Erut- 
τηδείους τοὺς σαυτοῦ. ὅτι μὲν γὰρ κινδυνεύσουσί γέ σου 
οἵ ἐπιτήδειοι καὶ αὐτοὶ φεύγειν καὶ στερηϑῆναι τῆς σποό- 
λεως ἢ τὴν οὐσίαν ἀπολέσαι, σχεδόν τι δῆλον" αὐτὸς δὲ 


digungen, die vielleicht für einen 
anderen gelten könnten, als für ihn 
ungiltig zurück: er kann weder 
einen Zwang, der gegen ihn aus- 
geübt, noch eine Täuschung, die 
ihm widerfahren, noch endlich bei 
seinen 70 Jahren Mangel an Er- 
fahrung vorschützen. Sehr drastisch 
schliefst er: „Und nach alledem (νῦν 
δὲ δή) bleibst du nicht getreu dem 
Vertrage? Ὁ doch (γε), wenn du 


uns folgen wirst, o Sokrates; she" 
dich doch nicht lächerlich machen 
durch den Abschied von deiner Hei- 
mat?“ 

Kap. 15. Die Gesetze behaupten 
weiter, dals Sokrates durch eine 
Flucht weder sich noch seinen 
Freunden ein «&y«$0v verschaffen 
werde (τί ἀγαϑὸν ἐργάσει κ. τ. &.). 
Seine Freunde werde Verbannung 
und Vermögenseinbulse treffen, 


90 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


πρῶτον μὲν ἐὰν εἰς τῶν ἐγγύτατά τινα πόλεων ἔλθῃς, 
ἢ Θήβαζε ἢ Meyagade — εὐνομοῦνται γὰρ ἀμφότεραι — 

“ολέμιος ἥξεις, ὦ Σώκρατες, τῇ τούτων πολιτείᾳ, καὶ 
ὅσοιχερ κήδονται τῶν αὐτῶν τιόλεων, ὑττοβλέψονταέ σὲ 
διαφϑορέα ἡγούμενοι τῶν νόμων, χαὶ βεβαιώσεις τοῖς 
δικασταῖς τὴν δόξαν, ὥστε δοχεῖν ὀρϑῶς τὴν δίκην δὲ- 
χάσαι᾽ ὅστις γὰρ νόμων διαφϑορεύς ἔστι, σφόδρα ττου 
δόξειεν ἂν νέων γε nal ἀνοήτων ἀνϑρώτεων διαφϑορεὺς 
εἶναι. πότερον οὖν φεύξει τάς τε εὐνομουμένας πόλεις 
χαὶ τῶν ἀνδρῶν τοὺς κοσμιωτάτους ; καὶ τοῦτο ττοιοῦντι 
ἀρὰ ἄξιόν σοι ζῆν ἔσται; ἢ πλησιάσεις τούτοις καὶ ἀναι- 
σχυντήσεις διαλεγόμενος --- τίνας λόγους, ὦ Σώχρατες, 
ἢ οὕσπτερ ἐνϑάδε, ὡς ἡ ἀρετὴ καὶ ἡ δικαιοσύνη τελείστου 
ἄξιον τοῖς ἀνϑρώποις χαὶ τὰ νόμιμα καὶ οἱ νόμοι; χαὶ 
οὐκ οἴει ἄσχημον ἂν φανεῖσϑαι τὸ τοῦ Σωχράτους πρᾶ- 
γμα; oleosai γε χρή. ἀλλ᾽ ἐκ μὲν τούτων τῶν τόπων 
ἀπαρεῖς, ἥξεις δὲ εἰς Θετταλίαν παρὰ τοὺς ξένους τοὺς 
Κρίτωνος" ἐκεῖ γὰρ δὴ πλείστη ἀταξία χαὶ ἀχολασία, 
χαὶ ἴσως ἂν ἡδέως σου ἀχούοιεν ὡς γελοίως ἐκ τοῦ de- 


weil sie ihm geholfen hätten. Er 
selbst werde in einen gesitteten 
Staat (das εὐνομεῖται πόλις erklärt 
Plato in den Worten τῶν ἄνδρων 
τοὺς χοσμιωτάτους), wie Theben 
oder Megara nicht ziehen kön- 
nen; denn dort werde man in ihm 
einen διαφϑορεὺς τῶν νόμων er- 
kennen und ihn deshalb auch für 
einen διαφϑορεὺς τῶν νέων hal- 
ten ; Philosophie werde er auch dort 
nicht mehr treiben können, nach- 
dem er selbst seinen Lehren untreu 
geworden. Aber auch in einem 
Staate, wie Thessalien, wo neben 
der ἀταξία (welcher er sich durch 
die Flucht schuldig mache) auch die 
gröfste ἀκολασία herrsche, werde 
er nur das Leben eines δουλεύων 
führen können, Endlich gewinne 
er auch damit keinen Nutzen, dafs 
er sich durch die Rücksicht auf 
seine Kinder zur Flucht bewegen 
lasse. Denn in ein Land, wie Thes- 


salien, könne er sie nicht mitneh- 
men; lielse er sie aber zurück, so 
würden seine Freunde ebensogut 
für sie sorgen, wenn er in den Ha- 
des, wie wenn er in das Ausland 
gehe. 

Der ethischen Gründe hat auch 
dies Kapitel viele aufzuweisen: So- 
krates wird in einem gesitteten 
Staate scheel angesehen werden 
(ὑποβλέψονται); er wird den Spruch 
seiner Richter als einen gerechten 
hinstellen; er wird schamlos auf- 
treten müssen, wenn er ferner will 
Dialektik treiben (ἀναισχυντήσεις 
διαλεγόμενος — τίνας λόγους); 
ὄσχημον φανεῖται τὸ τοῦ Σωχρᾶ- 
τους πρᾶγμα (in φανεῖσϑαε liegt 
natürlich ein oplat, fut., wie ἂν 
beweist), wo wir wohl sagen wür- 
den: „die ganze Geschichte mil 
Sokrates hat oflenbar keine Hal- 
tung“; mau wird ihn als lustige 
Person ansehen: ὡς γελοίως ans- 


KPITEN. 91 


,ὔ ’ , ὃι 
σμωτηρίου ἀπεδίδρασχες σχευήν τέ τινὰ σπιεριϑέμενος, ἢ 
διφϑέραν λαβὼν ἢ ἄλλα οἷα δὴ εἰώϑασιν ἐνσχευάζεσϑαι 
οἱ ἀποδιδράσκοντες, χαὶ τὸ σχῆμα τὸ σαυτοῦ μεταλλά- 
ξας᾽ ὅτι δὲ γέρων ἀνὴρ σμιχροῦ χρόνου τῷ βίῳ λοιποῦ 
Övrog, ὡς τὸ εἶχός, ἐτόλμησας οὕτω γλίσχρως ἐπιϑυμεῖν 
ζῆν, νόμους τοὺς μεγίστους παραβάς, οὐδὲεὶς ὃς ἐρεῖ; 
ἴσως, ἂν μή τινα hung’ εἰ δὲ μή, ἀκούσει, ὦ Σώχρατες, 
πολλὰ χαὶ ἀνάξια σαυτοῦ. ὑπερχόμενος δὴ βιώσει zrav- 
’ ,’ὔ - 3 
τας ἀνϑρώπους χαὶ δουλεύων" τί ποιῶν ἢ εὐωχούμενος 
Ψ , a 2 \ - 2 \ 2 
ἐν Θετταλίᾳ, ὥσττερ ἐπὶ δεῖτονον ἀποδεδημηκὼς εἰς Θετ- 
ταλίαν; λόγοι δὲ ἐκεῖνοι οἱ τιερὶ δικαιοσύνης τε καὶ τῆς 
» e | - - c "ὦ „ > x \ ΕΞ N 
ἄλλης ἀρετῆς ποῦ ἡμῖν ἔσονται; ἀλλὰ δὴ τῶν παίδων 
ἕγεχα βούλει ζῆν, ἵνα αὐτοὺς ἐχϑρέψης χαὶ παιδεύσῃς; 
,ὕ ,ὔ 2 ,ὔ 3 N 2 \ ΄, \ 
ti δαί; eis Θετταλίαν αὐτοὺς ἀγαγὼν ϑρέψεις τε καὶ 
παιδεύσεις, ξένους ποιήσας, ἵνα χαὶ τοῦτό σου ἀπολαύ-- 
σωσιν; ἢ τοῦτο μὲν οὔ, αὐτοῦ δὲ τρεφόμενοι σοῦ ζῶν- 
τος βέλτιον ϑρέψονται χαὶ παιδεύσονται, μὴ ξυνόντὸος 
σοῦ αὐτοῖς; οἱ γὰρ ἐπιτήδειοι οἵ σοὶ ἐπιμελήσονται αὐ- 
τῶν. τιότερον ἐὰν eis Θετταλίαν ἀποδημήσῃς, ἐπιμελή- 
u \ 2 Ὡ > ’ » Neu Wi, 
σονται, ἐὰν δὲ εἰς Ἅιδου ἀποδημήσῃς, οὐχὶ ἐπιμελήσον- 
ται; εἴπερ γέ τι ὄφελος αὐτῶν ἐστὶ τῶν σοι φασκόντων 
ἐπιτηδείων εἶναι, οἴεσϑαί γε χρή. 
2 τὰ , τ δ = 
61. Ai), ὦ Σώχρατες, ττειϑόμενος ἡμῖν τοῖς σοῖς 
τροφεῦσι μήτε παῖδας σπιερὶ πλείονος ποιοῦ μήτε τὸ ζῆν 
μήτε ἄλλο μηδὲν πιρὸ τοῦ δικαίου, ἵνα εἰς “Αιδου ἐλϑὼν 
ἔχῃς ταῦτα πάντα ἀπολογήσασϑαι τοῖς ἐχεῖ ἄρχουσιν" 
οὔτε γὰρ ἐνθάδε σοι φαίνεται ταῦτα πράττοντι ἄμεινον 
εἶναι οὐδὲ δικαιότερον οὐδὲ ὁσιώτερον, οὐδὲ ἄλλῳ τῶν 
δίδρασκχες; er wird kriechen „müs- Mannes allein die Rücksicht auf das 
sen, wie eine Bedientenseele: ὑπερ- δίχαιον malsgebend sein könne. Sie 


χόμενος βιώσει zul δουλεύων; er bieten als letztes ethisches Moment 
2 nach Thessalien, wie zu einem die nötige Rücksicht auf die Rich- 


Ὁ u Schmause ziehen u. s. w. ter im Jenseits, vor denen ihm eine 

un Die Gesetze schliefsen Apologie sehr schwer fallen ‚werde; 
ihre Rede, indem sie auf den von denn was ihm hier als ein ἄμεινον 
Sokrates i im 9. Kapitel aufgestellten χαὶ δικαιότερον zul ὁσιώτερον 


Hauptsatz zurück weisen , dals für für ihn erscheine, das werde dort 
die Handlungsweise eines weisen ein ἄμεινον sein für ihn. Wenn 


99 ΠΛΑΤΏΝΟΣ KPITON. 


σῶν οὐδενί, οὔτε ἐκεῖσε ἀφιχομένῳ ἄμεινον ἔσται. ἀλλὰ 
γῦν μὲν ἠδικημένος ürreı, ἐὰν ἀττίῃς, οὐχ ὑφ᾽ ἡμῶν τῶν 
γόμων ἀλλ᾽ ὑπ ἀνθρώπων" ἐὰν δὲ ἐξέλϑης οὕτως αἷ- 
σχρῶς ἀνταδιχήσας TE χαὶ ἀντιχαχουργήσας, τὰς σαυτοῦ 
ὁμολογίας τε χαὶ ξυνϑήχκας τὰς πρὸς ἡμᾶς παραβὰς καὶ 
καχὰ ἐργασάμενος τούτους οὺς ἥκιστα ἔδει, σαυτόν τε 
χαὶ φίλους καὶ πατρίδα καὶ ἡμᾶς, ἡμεῖς τέ σοι χαλεττα- 
γοῦμεν ζῶντι, καὶ ἐκεῖ οἵ ἡμέτεροι ἀδελφοὶ οἱ ἐν “Αιδου 
νόμοι οὐχ εὐμενῶς σε ὑποδέξονται, εἰδότες ὅτε χαὶ ἡμᾶς 
ἐπεχείρησας ἀπολέσαι τὸ σὸν μέρος. ἀλλὰ μή σὲ πείση 
Κρίτων ποιεῖν ἃ λέγει μᾶλλον ἢ ἡμεῖς. 

17. Ταῦτα, ὦ φίλε ἑταῖρε Κρίτων, εὖ ἴσϑι ὅτι ἐγὼ 
δοχῶ ἀχούειν, ὥσττερ οἱ χορυβαντιῶντες τῶν αὐλῶν do- 
χοῦσιν ἀκούειν, χαὶ ἐν ἐμοὶ αὕτη ἡ ἠχὴ τούτων τῶν λό- 
γων βομβεῖ καὶ ποιεῖ μὴ δύνασϑαι τῶν ἄλλων ἀκούειν" 
ἀλλὰ ἴσϑι, ὅσα γε τὰ νῦν ἐμοὶ δοκοῦντα, ἐάν τι λέγης 
παρὰ ταῦτα, μάτην ἐρεῖς. ὅμως μέντοι εἴ τι oleı ττλέον 
ποιήσειν, λέγε. 

ΚΡ. ᾿Α4λλ᾽, ὦ Σώχρατες, οὐκ ἔχω λέγειν. 

ΣΩ. Ἔα τοίνυν, ὦ Κρίτων, χαὶ πράττωμεν ταύτῃ, 
ἐπειδὴ ταύτῃ ὃ ϑεὸς ὑφηγεῖται. 


er sich aber des ἀνταδικεῖν und 
ἀντιχαχουργεῖν hier gegen seine 
Überzeugung schuldig mache, wür- 
den ihn die Gesetze des Hades nicht 
freundlich empfangen. 

Kap. 17. Es ist wohl ein Scherz, 
wenn sich Sokrates mit den Kory- 
banten, mit den Priestern der phry- 
gischen mag’na mater, der Kybele, 
vergleicht, die bei den Festen ihrer 
(öttin die Schwärmerei bis zur 
Malslosigkeit trieben, sich krank- 


haft überreizten und die rauschende 
Musik noch zu hören wähnten, 
nachdem sie längst verstummt war, 
Wie vor ihren Ohren die Flöten- 
musik, so braust in die seinigen die 
laute Stimme der Gesetze. Der 
Scherz nimmt dem entschiedenen 
Schlufswort: ἐὰν λέγῃς παρὰ ταῦ- 
τὰ das Verletzende; die letzten 
Worte aber sind vollends versöh- 
nender Art: πράττωμεν ταύτῃ, 
ἐπειδὴ ταύτῃ ὁ ϑεὸς ὑφηγεῖται. 


Druck von J. B. Hirschfeld in Leipzig. 


u he ED nie 


EEE A nn un en. Ὁ 


--ὄ nn nn 


PLATOS 
AUSGEWÄHLTE DIALOGE. 


ERKLÄRT 


VON 


C. SCHMELZER, 


GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN. 


2 


\V ve 


und 


SYMPOSION. 


BERLIN 
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. 
1882. 


T 


εν 


VORWORT. 


Wie beim Kommentar des Phädrus, so habe ich bei der 
Erklärung des Symposion die Pfade der Gelehrsamkeit, philo- 
logischer zumal und auch philosophischer, gemieden. Ich 
habe auch weder einen andern Dialog Platos noch das Sym- 
posion Xenophons zum Vergleich herangezogen. Die erste 
Lektüre der vorliegenden herrlichen Schrift Platos verlangt 
die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers: je weniger die Auf- 
merksamkeit abgelenkt wird, um so intensiver ist die Freude 
am Gelesenen. 

Hamm 1. W. im Juli 1882. 


C. Schmelzer. 


ZYMIIO3ION 


[ἢ περὶ ἀγαϑοῦ- ἡϑικός] 


TA ΤΟΥ AIAAOTOY UPOZQLHA 


ἈΠΟΛΛΟΔΩΡΟΣ, ETAIPOZ ATIOAAOALPOY, ΓΛΑΎΚΩΝ, 
APIZTOAHMOZ, Z2KPATHE, ATABQN, BAIAPOZ, 
HAYZANIAZ, EPYZIMAXOZ, APISTO®PANHZ, AIOTIMA, 
AAKIBIAAH*. 


1, Δοχῶ μοι περὶ ὧν πυνϑάνεσϑε οὐχ ἀμελέτητος 
εἶναι. χαὶ γὰρ ἐτύγχανον πρώην εἰς ἄστυ οἴχοϑεν ἀνιὼν 
Φαληρόϑεν" τῶν οὖν γνωρίμων τις ὄπισϑεν χατιδών ue 


ΟἂΡ. 1. Das Gastmahl zerfiel bei 
den Griechen, wie bei allen alten 
und neueren Völkern bis auf un- 
seren Tag, seiner Natur nach in 
zwei Teile, in das δεῖπνον, die 
Mahlzeit, das Essen, und das ovu- 
πόσιον, das Trinkgelage. Zur Lei- 
tung des letzteren ernannte man, 
wie bei uns einen Vorsitzenden, so 
in Athen einen Symposiarchen, der, 
so lange es möglich war, die Ord- 
nung aufrecht erhielt, dessen Lei- 
tung aber an bestimmte Formen 
sich binden mulste, ebenso wie bei 
uns heute noch. Dem anregenden 
Genusse des Weines ist dann in 
ebenfalls ganz natürlicher Verbin- 
dung die Begierde nach gleichzei- 
tigem geistigen Genusse entsprun- 
gen: zu allen Zeiten hat beim Becher 
die Musik, der Gesang eine Rolle 
gespielt, hat man mit Scherzreden 
oder mit begeistertem und begei- 
sterndem Worte das Mahl zu würzen 
gesucht. Idealisiert sind die Unter- 
haltungen beim Weine schon von 
Homer, der bei den Gelagen seiner 
Helden den Sänger seine Lieder oder 


den viel gewandten Odysseus seine 
Mährchen vortragen läfst. Wie Ho- 
mer die Sitte seiner Tage, so haben 
Xenophon und zumal Plato wohl 
die Sitte ihrer, ich möchte sagen, 
redesüchtigen Zeit idealisiert durch 
ihre „Symposien“, die dann bis in 
die christliche Zeit hinein nachge- 
ahmt worden sind. Dals das Pla- 
tonische Gastmahl irgend welchen 
historischen Hintergrund habe, geht 
aus keinem Worte desselben her- 
vor. Stellen, die man dahin ge- 
deutet hat und noch deutet, be- 
weisen nur, dals Plato als guter 
Dichter es verstanden hat, seine 
Darstellung möglichst wahrschein- 
lich zu machen, seiner Erzählung 
srolse Lebensfrische zu geben. 
Die Aufgabe, welche Plato dem 
Appollodor stellt, aus dem Gedächt- 
nisse eine ganze Anzahl Reden wie- 
derzugeben, ist eine sehr schwierige 
und Plato hat ihn deshalb so cha- 
rakterisiert, dafs es scheint, als sei 
er der geeignetste, eine solche Aul- 
gabe zu lösen. Er nennt ihn einen 
μανιχός, ein Wort, das, wie mir 


ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ ZYMIOZION, ὄ 


- 


πόρρωϑεν ἐχάλεσε, χαὶ παίζων ἅμα τῇ κλήσει, Ὦ Φαλη- 
ρεύς, ἔφη, οὗτος ᾿Απολλόδωρος, οὐ περιμενεῖς; κἀγὼ 
2 \ εὐ τ R u iee = '3 , 2} \ \ 
ἐπιστὰς περιέμεινα᾽ καὶ ὅς, ᾿Απολλόδωρε, ἔφη, καὶ μὴν 
x 14 [4 2 4 ’ ’ Ἁ 
χαὶ ἔναγχός σε ἐζήτουν βουλόμενος διαπυϑέσϑαι τὴν 
Ayaswvos ξυνουσίαν καὶ Σωχράτους χαὶ ᾿Αλκιβιάδου καὶ 
τῶν ἄλλων τῶν τότε ἐν τῷ συνδείπνῳ παραγενομένων, 
περὶ τῶν ἐρωτιχῶν λόγων, τίνες ἦσαν. ἄλλος γάρ τίς μοι 
διηγεῖτο ἀχηχοὼς Φοίνιχος τοῦ Φιλίππου, ἔφη δὲ xal σὲ 


scheint, weder Schleiermacher noch 
Hier. Müller richtig wiedergiebt, 
der erstere mit „ein Toller“, der 
andere mit „Schwärmer“. Beide 
Ausdrücke sind zu stark; Plato 
deutet vielmehr mit dem μανιχὸς 
auf die ϑεία μανία im Phädrus, 
welche mit einem leisen Anflug von 
Satire dasselbe bezeichnet wie der 
ἐνθουσιασμός. Ich würde das Epi- 
theton mit „Idealist“ übersetzen. 
Plato läfst ferner seinen Erzähler 
sich dahin äufsern, dafs er nicht 
zum ersten Male seine Erzählung 
gebe, dals er erst vor kurzem der- 
selben Aufforderung, welche ihm 
heute gestellt werde, entsprochen 
habe, dafs er sich von Sokrates 
selber, mit dem er täglich verkehre, 
sein ihm von einem anderen über- 
kommenes Wissen habe ergänzen 
lassen, dafs er_also ein οὐχ ἀμε- 
λέτητος περὶ ὧν πυνϑάνεσϑε sei. 
Eigentümlich ist es unserem Dia- 
loge, dafs er mit einer Antwort 
beginnt, einer Antwort an fingierte 
Freunde, welche zur Erzählung auf- 
gefordert haben. ᾿ 
Über die W. ὦ Φαληρεύς, οὗτος 
Ἀπολλόδωρος ist viel geschrieben 
und gestritten. Durch das vorher- 
gehende παίζων veranlalst, hat man 
dem Ausdruck Φαληρεὺς wunder- 
liche Bedeutungen untergelegt. Man 
hat das Lexikon aufgeschlagen und 
hat gefunden, dafs Φαληρεὺς und 
φαλαρίς, das weilse Wasserhuhn, 
anklingen. Das weilse Wasserhuhn 
soll nun eine Glatze 'haben, also 
schlofs man: „Da das Wasserhuhn 


«-- 


eine Glatze hat und da Φαληρεὺς 
und φαλαρὶς anklingen, mufs auch 
Apollodor eine Glatze gehabt und 
daher das Scherzhafte des Anrufes 
verstanden haben.“ Man brachte 
dann diese Stelle mit einer von 
Aleibiades späterhin citierten Stelle 
aus Aristophanes’ Wolken in Ver- 
bindung, in welcher Sokrates ein 
βρενϑυόμενος von βρένϑος, das 
Wasserhuhn, genannt wird, und war 
nun sicher, dafs man es auch hier 
mit einem Huhne zu thun habe. 
Einer der jüngsten gelehrten Heraus- 
geber, Arnold Hug, sucht (nach 
Schütz) den Scherz in der Feier- 
lichkeit der officiellen Anrede mit 
dem Demotikon, wie sie vor Gericht 
u. 5, w. üblich gewesen sei. Mir 
kommt der Scherz so zu gesucht 
vor und ich erkläre: das Phaleron 
war ein Fischerdorf; der Anruf 
„Phalereer“ hatte also für den Athe- 
ner ungefähr die Bedeutung, wie 
wenn man einen Berliner, der in 
Stralau eine Villa bewohnt, „Stra- 
lauer! Du, Schulze!“ anrufen wollte. 
Es liegt so hier derselbe Scherz 
vor, den Plato im Phädrus mit dem 
Demotikon mutatis mutandis macht 
cap. 22: ὃ μὲν πρότερος nv λόγος 
Φαίδρου τοῦ Πυϑοκχλέους, Μυῤ- 
ῥινουσίου ἀνδρός. 

Scherzhaft, wie die Anrede, klingt 
auch manche andere Wendung in 
des Apollodor Erzählung. So, wenn 
er erzählt, der Freund habe ge- 
äufsert, er habe ihn zul ἔναγχος 
— wir würden wohl sagen: schon 
seit langem — gesucht; Phoinix’ 


m ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


2.5) 2 \ \ I o\ Ξ. \ , \ 5 
εἰδέναι. ἀλλα γὰρ οὐδὲν εἶχε σαφὲς λέγειν" σὺ οὖν μοι 
διήγησαι" δικαιότατος γὰρ εἰ τοὺς τοῦ ἑταίρου λόγους 
> , ΄ , 3 ψ ἘΝ 3 x ER 
ἀπαγγέλλειν. πρότερον δέ μοι, ἡ δ᾽ ὅς, eine, σὺ αὐτὸς 
, “- , δ. = 

σπιαρεγένου τῇ συνουσίᾳ ταύτῃ ἢ οὔ; κἀγὼ εἶπον ὅτι Παν- 
τάπασιν ἔοικέ σοι οὐδὲν διηγεῖσϑαι σαφὲς ὃ διηγούμενος. 
εἰ νεωστὶ ἡγεῖ τὴν συνουσίαν γεγονέναι ταύτην ἣν ἐρω- 
τᾷς, ὥ ὶ ἐμὲ ἔσϑαι. Ἔγωγε δή. Πόϑεν, ἢ 

ἃς, ὥστε χαὶ ἐμὲ παραγενέσϑαι. Ἔγωγε δή. Πόϑεν, ἣν 

3 > - [2 5 - - ’ 
δ᾽ ἐγώ, ὦ Γλαύχων; οὐκ οἶσϑ᾽ ὅτι πολλῶν ἑτῶν Ayadwv 
2 ’ 2 >} ΄ EIER, τ BE ER ΄, 
ἐνθάδε οὐχ ἐπιδεδήμηχεν; ἀφ οὗ ὃ ἐγὼ Σωχράτει συν- 
διατρίβω καὶ ἐπιμελὲς τεεττοίημαι ἑχάστης ἡμέρας εἰδέναι 
N , ’ὔ ᾿, , N 
ὅ τι ἂν λέγῃ ἢ πράττῃ, οὐδέπω τρία ἔτη ἐστίν" zrg6 τοῦ δὲ 
στεριτρέχων ὅπῃ τύχοιμι χαὶ οἰόμενος τὶ ποιεῖν ἀϑλιώτε- 
ρος ἡ ὁτουοῦν οὐχ ἧττον ἢ) σὺ νυνί, οἰόμενος δεῖν πάντα 
μᾶλλον πράττειν ἢ φιλοσοφεῖν. χαὶ ὅς, Mn σχῶπτ᾽, ἔφη, 
2 , [4 4 ’ 
ἀλλ᾽ εἶπέ μοι zröre ἐγένετο ἡ συνουσία αὕτη. κἀγὼ εἶπον 
ὅτι Παίδων ὄντων ἡμῶν ἔτι, ὅτε τῇ τερώτῃ τραγῳδίᾳ ἐνέ- 
χησεν ᾿γάϑων, τῇ ὑστεραίᾳ ἡ τὰ ἐπινίκια ἔϑυεν αὐτός 
τε χαὶ οἱ χορευταί. Πάνυ, ἔφη, ἄρα πάλαι, ὡς ἔοιχεν. 
ἀλλὰ τί ὃ “ 3 a N τ ΄ he Οὐ x x Ai 
is σοι διηγεῖτο; ἢ αὐτὸς Σωχράτης; Οὐ μὰ τὸν Δία, 

ἣν δ᾽ ἐγώ, ἀλλ᾽ ὅσπερ Φοίνικι" ᾿Αριστόδημος ἣν τις, Κυ- 
δαϑηναιεύς, σμιχρός, ἀνυπόδητος ἀεί" παραγεγόνει δ᾽ 


Erzählung sei unklar gewesen; da diese Ironie noch für eine Be- 


Apollodor sei der tüchtigste (δὲ- 
χαιότατοςφ), als Freund des Sokra- 
tes (τοὺς τοῦ ἑταίρου λόγους) 
dessen Reden zu verkünden (ἀπαγ- 
γέλλειν, von öffentlicher Bekannt- 
machung gesagt). 

In den W. πρὸ τοῦ δὲ περι- 
τρέχων --- ἢ φιλοσοφεῖν sehe ich 
nicht (nach Hug) eine Ironie Platos 
gegen gewisse wohlmeinende, aber 
beschränkte Schüler des Sokrates, 
die ihm wie ein Schatten Tag für 
Tag nachliefen und meinten Wunder 
was zu thun, wenn sie sich kein Wort 
und keine Handlung des Meisters 
entgehen lielsen. Man berechnet, 
dals das Symposion etwa zwanzig 
Jahre nach dem Tode des Sokrates 
abgelalst worden sei: was hätte 


deutung gehabt? Mir scheint viel- 
mehr in den W, eine Ironie gegen 
die Männer zu liegen, zu denen 
Apollodor hier spricht, gegen die 
πλούσιοι und χρηματιστιχοί, wie 
er sie bald nennt, die, praktische 
Männer, auch um das Jahr 380, 
wie zu Sokrates’ Lebzeiten, auf die 
Philosophen tadelad herabsahen, 
wie auf Herumtreiber und Nichts- 
thuer (περιεργάζεσθαι, Plat. Socr. 
apol.). Dieselbe Ironie der auf die 
Philosophen vornehm herabblicken- 
den Praktiker spricht, glaube ich, 
aus den Beiwörtern, welche Apol- 
lodor seinem Gewährsmann Aristo- 
dem giebt σμικρός, ἀνυπόδητος: 
als winzige Kerle, die nicht einmal 
Schuhe hatten, mochten die reichen 


ZYMIIOZION. 7 


ἐν τῇ συνουσίᾳ, Σωχράτους ἐραστὴς ὧν ἐν τοῖς μάλιστα 
τῶν τότε, ὡς ἐμοὶ δοχεῖ. οὐ μέντοι ἀλλὰ χαὶ Σωκράτη γε 
ἔνια ἤδη ἀνηρόμην ὧν ἐχείνου ἤχουσα, καί μοι ὡμολόγει 
χαϑάπερ ἐχεῖνος διηγεῖτο. Τί οὖν, ἔφη, οὐ διηγήσω μοι; 
zeavewg δὲ ἡ ὅδὸς ἡ εἰς ἄστυ ἐτειτηδεία ττορευομένοις καὶ 
λέγειν χαὶ ἀχούειν. οὕτω δὴ ἰόντες ἅμα τοὺς λόγους περὶ 
αὐτῶν ἐποιούμεϑα, ὥστε, ὅττερ ἀρχόμενος εἶττον, 00% 
ἀμελετήτως ἔχω. εἰ οὖν δεῖ χαὶ ὑμῖν διηγήσασϑαι, ταῦτα 
χρὴ ποιεῖν. χαὶ γὰρ ἔγωγε χαὶ ἄλλως, ὅταν μέν τινὰς πιερὶ 
φιλοσοφίας λόγους ἢ αὐτὸς ποιῶμαι ἢ ἄλλων ἀχούω, χω- 
gig τοῦ οἴεσϑαι ὠφελεῖσϑαι ὑτετερφυῶς ὡς χαίρω" ὅταν δὲ 
ἄλλους τινάς, ἄλλως TE χαὶ τοὺς ὑμετέρους τοὺς τῶν 
χελουσίων χαὶ χρηματιστιχῶν, αὐτός τε ἄχϑομαι ὑμᾶς τε 
τοὺς ἑταίρους ἐλεῶ, ὅτι οἴεσϑέ τι scoLelv οὐδὲν τιοιοῦντες. 
χαὶ ἴσως αὖ ὑμεῖς ἐμὲ ἡγεῖσϑε χαχοδαίμονα εἶναι, καὶ 
οἴομαι ὑμᾶς ἀληϑῆ οἴεσθαι" ἐγὼ μέντοι ὑμᾶς οὐχ οἴομαι 
ἀλλ᾽ εὖ οἶδα. - 

ETAI. ᾿Δεὶ ὅμοιος εἶ, ὦ ᾿Απολλόδωρε᾽ ἀεὶ γὰρ σαυ- 
τόν τε χαχηγορεῖς καὶ τοὺς ἄλλους, καὶ δοχεῖς μοι ἀτε- 
wog πάντας ἀϑλίους ἡγεῖσθαι πλὴν Σωχράτους, ἀπὸ 
σαυτοῦ ἀρξάμενος. καὶ ὁτιόϑεν τιοτὲ ταύτην τὴν ἐπωγυ- 
μίαν ἔλαβες τὸ μανιχὸς χαλεῖσϑαι, οὐχ οἶδα ἔγωγε" ἐν 
μὲν γὰρ τοῖς λόγοις ἀεὶ τοιοῦτος el’ σαυτῷ τε χαὶ τοῖς 
ἄλλοις ἀγριαίνεις schnv Σωχράτους. 


75 \ N ao 
AIOA. φίλτατε, καὶ δῆλόν γε δὴ ὅτι οὕτω δια- 
γοούμεγος χαὶ τιερὶ ἐμαυτοῦ χαὶ τιερὶ ὑμῶν μαίνομαι καὶ 
ζιαρατταίω. 


ETAI. Οὐκ ἄξιον περὶ τούτων, ᾿ΑἸπτολλόδωρε, νῦν 


Herren die Philosophen ansehen. Die dich einen Idealisten nennt, weils 


ich nicht; 


Ironie gipfelt dann in den W. zul 
ἔγωγε καὶ ἄλλως -- ἐγὼ μέντοι 
ὑμᾶς οὐχ οἴομαι ἀλλ᾽ εὖ οἶδα. 
Wenn man ‚in den W. καὶ ὁπό- 
dev ποτὲ ταύτην τὴν ἐπωνυμίαν 
ἔλαβες, οὐχ οἶδα! ἔγωγε allen Hand- 
schriften entgegen das οὐχ in εὖ 
verwandelt, verwischt man den Sinn 
der W,, welcher ist: warum man 


denn du ‚bist eigentlich 
ein ἀγριαίνων, ein ἄγριος. In sei- 
ner Antwort, die ironisch zustimmt, 
nimmt dann Apollodor das μανικὸς 
in dem μαίνομαι auf, falst es aber 
nicht von der guten, sondern von 
der schlimmen Seite, wie das hinzu- 
gelügte παραπαίω beweist: „Mein 
liebster Freund, wie kannst du an 


8. IIAATQNOE 


, 2 ΄ τ Ω 
ἐρίζειν" ἀλλ᾽ Orceo ἐδεόμεϑά σου, μὴ ἄλλως romons, 
ἀλλὰ διήγησαι, τένες σαν οἱ λόγοι. 

AIIOA. Ἦσαν τοίνυν ἐκεῖνοι τοιοίδε τινές" μᾶλλον 

7 
ὃ ἐξ ἀρχῆς ὑ ὑμῖν, ὡς ἐκεῖνος διηγεῖτο, χαὶ ἐγὼ πεειράσομαι 
διηγήσασϑαι. 

2. Ἔφη γάρ οἱ Σωχράτη ἐντυχεῖν λελουμένον τε καὶ 
τὰς βλαύτας ὑποδεδεμένον, ἃ ἐκεῖνος ὀλιγάκις ἐποίει" 
χαὶ ἐρέσϑαι αὐτὸν ὅποι ἴοι οὕτω καλὸς γεγενημένος. χαὶ 
τὸν εἰπεῖν ὅτι Ἐπεὶ δεῖτενον eig Ayadwvog. χϑὲς γὰρ αὐὖὐ- 

x ,͵ - ,ὔ 
τὸν διέφυγον τοῖς ἐπινικίοις, φοβηϑεὶς τὸν ὄχλον" ὡμο- 
λόγησα δ᾽ εἰς τήμερον παρέσεσϑαι. ταῦτα δὴ ἐκαλλωττι- 
σάμην, ἵνα χαλὸς παρὰ καλὸν ἴω. ἀλλὰ σύ, ἢ δ᾽ ὅς, πῶς 
>» \ | , > Ἂ 4 » > \ «᾿ > [4 
ἔχεις πρὸς τὸ ἐϑέλειν ἂν ἰέναι ἄχλητος Erel δεῖπνον; χἀγώ, 
BU 3 ΄“ u ΄“ r \ ’ [4 , 
ἔφη, εἶπον ὅτι Οὕτως ὅπως ἂν σὺ χελεύης. Ἕπου τοί- 
γυν, ἔφη, ἵνα χαὶ τὴν παροιμίαν διαφϑείρωμεν μεταβάλ- 
λοντες, ὡς ἄρα χαὶ Ayaswy ἐτηὶ δαῖτας ἴασιν αὐτόματοι 
ἀγαϑοί. Ὅμηρος μὲν γὰρ χινδυνεύει οὐ μόνον διαφϑεῖ- 
ραι ἀλλὰ χαὶ ὑβρίσαι εἰς ταύτην τὴν τταροιμίαν" ποιήσας 


der Richtigkeit meines Beinamens 
μανικὸς zweifeln, da ich doch na- 
türlich, wenn ich so über mich und 
über euch denke, toll sein, oder 
einen Hieb sitzen haben muls.* 
cap. 2. Der Ausdruck λελουμέ- 
vov umfalst die ganze Toilette und 
hat etwas Neckisches, wie wenn 
wir sagen: Du bist wie aus dem 
Ei geschält, Neckisch ist auch der 
Ausdruck οὕτω χαλὸς γεγενημένος, 
in welchem γίγνεσϑαι wie so oft 
passivisch ‚aufzufassen ist (ef. αἱ 
σπονδαὶ ἐγένοντο als passiver 
Ausdruck zu τὰς σπονδὰς ἐποιή- 
σαντο). Schleiermacher übersetzt 
daher sehr richtig: „dals er sich 
so schön gemacht habe“. Hier, 
Müller aber nimmt mit der Über- 
setzung: „so schön geschmückt“ 
dem Ausdrucke das ironisch Spa- 
(sende. Sokrates geht mit den Wor- 
ten ταῦτα δὴ ἐχαλλωπισάμην, ἵνα 
χαλὺὸς παρὰ χαλὸν ἴω, in denen 
der Äccusativ ταῦτα das obige 


οὕτω wieder aufnimmt, auf den 
Scherz ein. 

In den W. ἵνα χαὶ τὴν πα ἊΣ 
μίαν κ. τ. δ. erkläre ich nach 
den Ausdruck διαφϑείρωμεν πον 
βάλλοντες ἃ15 οἶπδ scherzhafte Über- 
treibung für „eine Korrektur, Inter- 
polation vornehmen“. Das Sprüch- 
wort aber 

— ἀγαϑῶν ἐπὶ δαίτας ἴασιν 

αὐτόματοι ἀγαϑοί --- 
welchem Sokrates, auf Agathon 
anspielend, die Lesart ‚giebt: Ἀγά- 
ϑων᾽ (Ὁ ἐπὲ δαῖτας ἔασιν αὐτό- 
μᾶτοι ἀγαϑοί, hat, wie ich glaube, 
überhaupt nicht existiert, sondern 
Sokrates erdichtet es hier ad hoc, 
als ihm die Stelle 1. 11,408: αὐτό- 
ματος δὲ οἱ ἦλϑε βοὴν ἀγαϑὸς 
Μενέλαος einfällt. Auch im Phä- 
drus ist er ja mit solchen Versen, 
an 'die es oflenbar nie auch nur 
einen Anklang bei irgend einem 
Dichter gegeben hat, „freigebig. So 
Phädr. cap. XVII: ὡς λύχοι dor 


ZYMIIOZION. 9 


/ 
γὰρ τὸν ᾿Αγαμέμνονα διαφερόντως ἀγαϑὸν ἄνδρα τὰ 
πολεμιχά, τὸν δὲ ΠΠενέλεων μαλϑαχὸν αἰχμητήν, ϑυσίαν 
ποιουμένου χαὶ ἑστιῶντος τοῦ ᾿Αγαμέμνονος ἄχλητον 
ἐποίησεν ἐλϑόντα τὸν Πενέλεων ἐπὶ τὴν ϑοίνην, χείρω 
ὄντα ἐπὶ τὴν τοῦ ἀμείνονος. ταῦτ᾽ ἀκούσας eirveiv ἔφη 
Ἴσως μέντοι κινδυνεύσω χαὶ ἐγὼ οὐχ ὡς σὺ λέγεις, ὦ Σώ- 
πράεες, ἀλλὰ χαϑ' Ὅμηρον φαῦλος ὧν ἐττὶ σοφοῦ ἀνδρὸς 
ἰέναι Poly? ἄκλητος. Go’ οὖν ἄγων μέ TU ἀπολογήσει; 
ὡς ἐγὼ μὲν οὐχ ὁμολογήσω ἄχλητος ἥκειν, ἀλλ᾽ ὑπὸ σοῦ 
χεχλημένος. Σύν τε δύ᾽, ἔφη, ἐρχομένω πρὸ ὃ τοῦ βου- 
λευσόμεϑα ὅ τι ἐροῦμεν. ἀλλὰ ἴωμεν. 

Τοιαῦτ᾽ ἄττα σφᾶς ἔφη διαλεχϑέντας ἰέναι. τὸν 
οὖν Σωχράτη ἑαυτῷ πως προσέχοντα τὸν γοῦν χατὰ τὴν 
ὁδὸν πορεύεσθαι ὑπολειττόμενον, xal περιμένοντος οὗ 
χελεύειν τεροϊέναι εἰς τὸ πρόσϑεν. ἐπειδὴ δὲ γενέσϑαι 
ἐπὶ τῇ οἰκίᾳ τῇ Ayaswvog, ἀνεῳγμένην καταλαμβάνειν 
τὴν ϑύραν, χαί τι ἔφη αὐτόϑι γελοῖον παϑεῖν. οἵ μὲν 
γὰρ εὐϑὺς παῖδά τινα ἔνδοϑεν ἀτταντήσαντα ἄγειν οὗ κατ- 
ἔχειντο οἱ ἄλλοι, καὶ καταλαμβάνειν ἤδη μέλλοντας δει- 
πνεῖν" εὐϑὺς δ᾽ οὖν ὡς ἰδεῖν τὸν ᾿γάϑωνα, Ὦ, φάναι, 
᾿Αριστόδημε, εἰς χαλὸν ἥκεις, ὅττως TE τε ΓΑ ἢ 
ἄλλου τινὸς ἕνεχα ἦλϑες, εἰς αὖϑις ἀναβαλοῦ, ὡς καὶ 
χϑὲς ζητῶν σε, ἵνα χαλέσαιμι, οὐχ οἷός τ᾽ ἢ ἰδεῖν. ἀλλὰ 


ἀγαπῶσ᾽, ὡς παῖδα φιλοῦσιν ἐρα- 
σταί, und Phädr. cap. XXX: τὸν 
δ᾽ ἤτοι ϑνητοὶ μὲν Ἔρωτα καλοῦσι 
ποτηνόν, ἀϑάνατοι δὲ Πτέρωτα, 
διὰ πτερόφοιτον ἀνάγκην. Dals 
er dann weiterhin nur im Scherz 
den Menelaus einen μαλϑαχὸς 
αἰχμητὴ ς (nach Il. XVII, 588) nennt, 
ist Slbuizerständlich; auch Apollo 
nennt ihn ja bei dem Homer „bicht 
im Ernst so, sondern im Arger. 
Auf des Aristodem Versicherung, 
er werde bei Agathon sagen, So- 
krates habe ihn eingeladen, hilft 
er sich dann noch einmal mit einem 
Citat aus Homer, das er sich ad 
hoc zurechtlegt: 11. X, 224: σύν re 


δύ᾽ ͵ ἐρχομένω καί τε πρὸ ὃ τοῦ 
ἐνόησεν, ὅπως κέρδος ἔῃ. 

Der Infinitiv im Temporalsatz 
ἐπειδὴ δὲ γενέσϑαι kommt im 
Grischiaehön in abhängiger Rede 
öfter vor. 

Das γελοῖον, das dem Aristodem 
begegnet, besteht darin, dals er, 
als er, nach Sokrates gefragt, sich 
wendet und den Weg, auf dem 
dieser hinter ihm zurückgeblieben, 
überblickt, seinen Freund nicht 
mehr sieht. Man scheint es in den 
W. des Agathon, mit denen dieser 
den Aristodem begrüfst: εἰς χαλὸν 
ἥκεις, ὅπως συνδειπνήσῃς͵ und καὶ 
χϑὲς ζητῶν σε οὐχ οἷός τε ἡ 


10 - TIAATQONOE 


Zwxgarn ἡμῖν κῶς οὐχ ἄγεις; χαὶ ἐγώ, ἔφη, μεταστρε- 
φόμενος οὐδαμοῦ δρῶ Σωχράτη Ertouevov' eimoy οὖν; ὅτι 
χαὶ αὐτὸς μετὰ Σωχράτους ἥχοιμι, χληϑεὶς ὑττ᾽ ἐχείνου 
δεῦρ᾽ ἐπὶ δεῖπνον. Καλῶς, ἔφη, ποιῶν σύ" ἀλλὰ στοῦ 
ἔστιν οὗτος; Ὄπισϑεν ἐμοῦ ἄρτι εἰσήει ἀλλὰ ϑαυμάζω 
χαὶ αὐτός, τοῦ ἂν εἴη. Οὺ σχέψει, ἔφη, παῖ, φάναι τὸν 
Ayaswva, καὶ εἰσάξεις Σωχράτη; σὺ δ᾽, ἡ δ᾽ ὅς, Agı- 
στόδημε, παρ᾽ Ἐρυξίμαχον καταχλίνου. 

3. Kai € μὲν ἔφη ἀπονίζειν τὸν παῖδα, ἵνα χατα- 
χέοιτο" ἄλλον δέ τινα τῶν παίδων ἥχειν ἀγγέλλοντα, ὅτι 
Σωκράτης οὗτος ἀναχωρήσας ἐν τῷ τῶν γειτόνων προ- 
ϑύρῳ ἕστηχε χαὶ οὗ καλοῦντος οὐχ ἐθέλει εἰσιέναι. Aro- 
cov γ᾽, ἔφη, λέγεις" οὔχουν χαλεῖς αὐτὸν χαὶ μὴ ἀφή- 
σεις; καὶ ὃς ἔφη εἰπεῖν Mndauwg, ἀλλ᾽ ἐᾶτε αὐτόν. ἔϑος 
γάρ τι τοῦτ᾽ ἔχει᾽ ἐνίοτε ἀποστὰς ὅποι ἂν τύχῃ ἕστηχεν. 
ἥξει δὲ αὐτίκα, ὡς ἐγὼ οἶμαι. μὴ οὖν χινεῖτε, ἀλλ᾽ ἐᾶτε. 
Ak οὕτω χρὴ σοιεῖν, εἰ σοὶ δοκεῖ, φάναι τὸν Ayadwva. 
ἀλλ᾽ ἡμᾶς, εὖ παῖδες, τοὺς ἄλλους Eorıare. πάντως παρα- 
τίϑετε ὅ τι ἂν βούλησϑε, ἐπειδάν τις ὑμῖν μὴ ἐφεστήκχῃ, 
ὃ ἐγὼ obdenwrore ἐττοίησα᾽ νῦν οὖν, νομίζοντες χαὶ uf 


ἰδεῖν gesucht zu haben und hat wohl Dichter seiner Zeit eine -kindische 
deshalb diese W. für eine „Höflich- Albernheit vor, die er im Kreise 
keitsnotlüge“ erklärt. Ich glaube, der gebildetsten Männer seiner Stadt 
hochgebildete Männer aus Sokrates’ begehen soli. Diese Erklärung ist 
Zeit würden sich eine solche fade jedenfalls nicht richtig und man 
Redewendung so wenig haben zu thäte besser zu sagen: wir verstehen 
Schulden kommen lassen, wie sie die Worte nicht. lch suche mir die 
es heute thun würden. Die W. des Stelle anders zu erklären: ich frage 
Agathon sind vielmehr durchaus auch, welcher vernünftige Ge- 
ernst zu nehmen. Steht ihm doch dauke des Agathon ist hier wahr- 


Aristodem so nahe, dafs er auf ein 
Wort des Sokrates hin zu ihm un- 
geladen als Gast geht. 

cap. 3. Die W. ὃ ἐγὼ οὐδεπώ- 
ποτε ἐποίησα haben den Erklärern 
viel Schwierigkeit gemacht. Man 
sagt, Agathon brüste sich mit den 
W., die er an seine Diener richtet, 
vor seinen Gästen mit der Libera- 
lität, mit welcher er seine Leute 
behandle. Man wirft also, um die 
Stelle zu erklären, einem der ersten 


scheinlich? und antworte: Agathon 
will seinen Leuten sagen, er wünsche 
sich ganz seinen Gästen zu widmen 
und habe keine Lust, auf die Diener- 
schaft zu achten; diese möge des- 
halb nicht seine Befehle abwarten, 
sondern. nach eigenem Ermessen 
die Speisen, natürlich in der ihnen 
bekannten Folge, auftragen. Darauf 
hin sehe ich mir die W, Agathons 
genauer an und finde, dals er un- 
gewöhnlich sagt: ἐπεεδεν τὰς dulv 


ZYMNOZION. : 11 


ὑφ᾽ ὑμῶν χεχλῆσϑαι ἐπὶ δεῖπνον καὶ τούσδε τοὺς ἄλλους, 
ϑερατιεύετε, ἵνα ὑμᾶς ἑἔπαινῶμεν. 

Mera ταῦτα ἔφη σφᾶς μὲν δειτινεῖν, τὸν δὲ Σωχράτη 
οὐχ εἰσιέναι. τὸν οὖν ᾿4γάϑωνα τιολλάχις κελεύειν μετα- 
πέμψασϑαι τὸν Σωχράτη, ὃ δὲ οὐχ ἐᾷν. ἥχειν οὖν αὐτὸν 
οὐ πολὺν χρόνον, ὡς εἰώϑει, διατρίψαντα, ἀλλὰ μάλιστα 
σφᾶς μεσοῦν δειπνοῦντας. τὸν οὖν ᾿4γάϑωτγα, τυγχάνειν 
γὰρ ἔσχατον χαταχείμενον μόνον, 4εῦρ᾽, ἔφη φάναι, Σώ- 
χρατες, τταρ᾽ ἐμὲ κατάχεισο, ἵνα χαὶ τοῦ σοφοῦ ἀπολαύσω, 
ὅ σοι προσέστη ἐν τοῖς προϑύροις. δῆλον γὰρ ὅτι εὗρες 
αὐτὸ χαὶ ἔχεις" οὐ γὰρ ἂν προαπέστης. χαὶ τὸν Σωχράτη 
χαϑίζεσϑαι καὶ εἰπεῖν ὅτι Εὖ ἂν ἔχοι, φάναι, ὦ Ayaswv, 
εἰ τοιοῦτον εἴη ἡ σοφία, ὥστ᾽ ἐκ τοῦ πληρεστέρου εἰς 
τὸν χενώτερον δεῖν ἡμῶν, ἐὰν ἁπστώμεϑα ἀλλήλων, ὥσπερ 
τὸ ἐν ταῖς χύλιξιν ὕδωρ τὸ διὰ τοῦ ἐρίου δέον ἐκ τῆς 
χυληρεστέρας εἰς τὴν χενωτέραν. εἶ γὰρ οὕτως ἔχει χαὶ 
ἡ σοφία, πολλοῦ τιμῶμαι τὴν παρὰ σοὶ κατάχλισιν" οἶμαι 
γάρ μὲ παρὰ σοῦ πολλῆς καὶ καλῆς σοφίας πληρωϑήσε- 
σϑαι. ἡ μὲν γὰρ ἐμὴ φαύλη τις ἂν εἴη καὶ ἀμφισβητή- 
σιμος, ὥσττερ ὄναρ οὖσα, ἡ δὲ σὴ λαμπρά τε καὶ πολλὴν 


μὴ ἐφεστήκῃ, statt des . gewöhn- den, zeigt uns dann eine Sonder- 
lichen: ἐπειδὰν μηδεὶς, ὑμῖν ἐφε- barkeit desselben, spannt durch 
στήχῃ. Dies τες ist „einer, man“, Aussendung des Dieners nach So- 
ein Ausdruck, der näher bestimmt krates, wie die Erwartung der Gäste 
wird durch das gleich folgende £ ἐγώ. des Agathon, so die der Leser des 
Ich setze deshalb hinter ἐφεστήχῃ Dialogs, läfst dann endlich, obwohl 
nur ein Komma und kein Semikolon Sokrates als der letzte Gast er- 
und übersetze: „Tragt durchaus scheint, ihn den Ehrenplatz an der 
nach eurem Belieben auf, da man Seite des Wirtes einnehmen, der 
nicht auf euch achten wird, was ihn mit einer scherzhaften Schmei- 


ich nie zu thun pflege“. D.h. setzt chelei zu sich ruft. Sokrates er- 
die Speisen vor, wenn ihr meint, widert den Scherz des Agathon mit 
dals es Zeit ist: ihr wilst, dafs ich einer allerliebsten satirischen Wen- 


mich durch Fragen nicht gern in 
der Unterhaltung stören lasse. 
Plato versteht es in ganz vor- 


dung. „Was gilt meine Weisheit 
gegenüber der deinigen, die glän- 
zend geleuchtet hat vor mehr denn 
30,000 Athenern.“ 


züglicher Weise, seinen Haupthel- 
den einzuführen und auf ihn von 
Anfang an die Aufmerksamkeit zu 
eoneentrieren. Er läfst den Sokra- 
tes zuerst durch Aristodem anmel- 


Er sagt, seine 
Weisheit sei ἀμφισβητήσιμος, die 
des Agathon aber habe den Beifall 
der Massen, auf welchen Sokrates, 
wie allen bekannt war, gar nichts 


12. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἐπίδοσιν ἔχουσα, ἥ ye παρὰ σοῦ νέου ὄντος οὕτω σφόδρα 
ἐξέλαμψε καὶ ἐχφανὴς ἐγένετο πρώην ἐν μάρτυσι. τῶν 
Ἑλλήνων. πλέον ἢ τρισμερέοιφ. Ὑβριστὴς εἶ, ἔφη, ὠ Σώ- 
χρατες, ὃ ᾿Αγάϑων. χαὶ ταῦτα μὲν χαὶ ὀλίγον ὕστερον 
διαδικασόμεϑα ἐγώ τε καὶ σὺ περὶ τῆς σοφίας, διχαστῇ 


χρώμενοι τῷ Διονύσῳ" νῦν δὲ πρὸς τὸ δεῖτενον πρῶτα 


TOETTOV. 

4. Mera ταῦτα, ἔφη, καταχλινέντος τοῦ Σωχράτους 
χαὶ δειπινήσαντος χαὶ τῶν ἄλλων, σπονδάς τε σφᾶς ποιή- 
σασϑαι, χαὶ ᾷἄσαντας τὸν ϑεὸν χαὶ τάλλα τὰ νομιζόμενα 
τρέπεσϑαι πρὸς τὸν πότον" τὸν οὖν Παυσανίαν ἔφη λόγου 
τοιούτου τινὸς χατάρχειν. Εἶεν, ἄνδρες, φάναι, τίνα 
τρόπον ῥᾷστα πιόμεϑα; ἐγὼ μὲν οὖν λέγω ὑμῖν, ὅτι τῷ 
ὄντι πάνυ χαλεπῶς ἔχω ὑττὸ τοῦ χϑὲς πότου χαὶ δέομαι 
ἀναψυχῆς τινός, οἶμαι δὲ καὶ ὑμῶν τοὺς πολλούς" πεαρ- 
ἦστε γὰρ χϑές" σχοττεῖσϑε οὖν, τένε τρόπῳ ἂν ὡς ῥᾷστα 
πίνοιμεν. τὸν οὖν Agıoroparn εἰπεῖν, Τοῦτο μέντοι εὖ 
λέγεις, ὦ Παυσανία, τὸ παντὲ τρόπῳ παρασχευάζεσϑαι 
ῥᾳστώνην τινὰ τῆς πόσεως" χαὶ γὰρ αὐτός εἰμε τῶν χϑὲς 
βεβαπτισμένων. ἀκούσαντα οὖν αὐτῶν ἔφη Ἐρυξίμαχον 


gab. Agathon versteht, empfindet Er lehrt uns die starken Trinker 
den sanften Schlag. „Ein schlechter kennen, den Pausanias und Aristo- 
Kerl bist du, sagt er; wir werden phanes und Agathon, und die schwä- 
aber, ich und du, später ein Wort cheren Helden des’ Bechers, Ery- 
von der Weisheit reden, wenn wir ximachus, den Arzt, den Phädrus 
beim Becher sind — dıx«ory χρώ- und Aristodem, hebt aber wieder 
μενοι τῷ Διονύσῳ, jetzt greife den Sokrates aus der Zahl aller 
erst zu den Speisen.“ hervor: der kann trinken und kann 

cap. 4. Plato zeichnet nur mit es lassen. Ich halte es für einen 
wenigen Strichen die für seine Zeit- sehr feinen Zug des Dialogs, dals 
genossen ja bekannte Art des Über- Plato seinen Lesern Männer vor- 
ganges vom δεῖπνον zum πότος führt, die nach eigenem Geständnis 
oder συμπόσιον: als Sokrates ge- am Katzenjammer leiden, Dieser 
speist hatte und die übrigen auch starke Trinker Pausanias, der von 
(χαὶ τῶν ἄλλων Sc. deunvr σάντων), sich „aus tiefstem Herzen” „gesteht: 
spendete man, sang dem Gotte Dio- τῷ ὄντι πάνυ χαλεπῶς ἔχω, mir 
nysos zu Ehren ein Lied und that ist verdammt schlecht zu Mute — 
sonst, was üblich war (wir wissen dieser Aristophanes, der bekennt, 
nicht recht, was) u.s.w. Alsdann er sei auch einen τῶν χϑὲς ϑεβα- 
stellt uns von den Gästen Plato πεισμένων (ein Ausdruck, den wir 
diejenigen vor, welche später reden. deutsch nicht mit Schleiermacher 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. : 18 


τὸν Axovusvov, Ἢ χαλῶς, φάγαι, λέγετε. καὶ ἔτι ἑνὸς 
δέομαι ὑμῶν ἀχοῦσαι, πῶς ἔχει 70005 τὸ ἐρρῶσϑαι πίνειν 
» Ζ 2 \ r 
"dyadwv. Οὐδαμῶς, φάναι, οὐδ᾽ αὐτὸς ἔρρωμαι. Ἕρ- 
a γ δὰ 2 35% ς »" 2 , wa 
μαιον ἂν ein ἡμῖν, ἡ δ᾽ ὅς, wg ἔοικεν, ἐμοί ve καὶ Apıoro- 
δήμῳ χαὶ Φαίδρῳ καὶ τοῖσδε, εἰ ὑμεῖς οἱ δυνατώτατοι 
, = Ξ ΄ὔ δ Ὁ τ \ > ,. ἢν 
πίνειν νῦν ἀπειρήκατε᾽ ἡμεῖς μὲν γὰρ ἀεὶ ἀδύνατοι. Σω- 
m ’ N u 2 
χράτη δ᾽ ἐξαιρῶ λόγου" ἱκανὸς γὰρ χαὶ ἀμφότερα, ὥστ 
7 - ΄ PD) n 5 
ἐξαρχέσει αὐτῷ ὁπότερ᾽ ἂν ποιῶμεν. ἐπειδὴ οὖν μοι 
δοχεῖ οὐδεὶς τῶν παρόντων προϑύμως ἔχειν πρὸς τὸ πο- 
’ 5 ’ \ - ’ 
λὺν πένειν οἶνον, ἴσως ἂν ἐγὼ περὶ τοῦ μεϑύσχεσϑαι, 
Eu 2 > m ’ € a 2 2 , 2 \ \ 
οἷόν ἔστι, τἀληϑῆ λέγων ἧττον ἂν εἴην ἀηδής. ἐμοὶ γὰρ 
δὴ τοῦτό γε οἶμαι χατάδηλον γεγονέναι Er τῆς ἰατριχῆς, 


u \ - 3 ΄ ς , 2 , \ 27 
ὅτι yaherıov τοῖς ἀνϑρώποις ἡ μέϑη ἔστί --- χαὶ οὔτε 
ne? ς \ 5 ΄ 2 ‚ 2\ - 27 PU 
αὐτὸς ἑχὼν εἶναι πόρρω ἐϑελήσαιμι ἂν πιεῖν οὔτε ἄλλῳ 
συμβουλεύσαιμι --- ἄλλως τε καὶ χραιπαλῶντα ἔτι ἐχ τῆς 


προτεραίας. ᾿4λλὰ μήν, ἔφη φάναι ὑπολαβόντα Φαῖδρον 
τὸν Πυρρινούσιον, ἔγωγέ σοι εἴωϑα πείϑεσϑαι ἄλλως τε 

Sr 72: Bere 51 u - 1 Ὁ" 3:18 3 ΄ 
καὶ ἅττ᾽ ἂν περὶ ἰατριχῆς λέγῃς" νῦν δ΄, ἂν εὖ βουλεύ- 
ὠνται, χαὶ οἱ λοιττοί. ταῦτα δὴ ἀχούσαντας συγχωρεῖν 


passivisch, sondern reflexiv wieder-- zusammen und sind nur durch einen 
geben müssen: „von denen, die sich Zwischensatz: ich will es nicht 


gestern benetzt haben“) — der 
Wirth Agathon, der als Gastgeber 
eigentlich zum Trinken reizen sollte 
und doch zögernd verlauten läfst: 
οὐδαμῶς, οὐδ᾽ αὐτὸς ἔῤῥωμαι, 
sind Figuren, welche heiter stim- 
men, und diese Stimmung will Plato 
in seinem Leser wecken. Auch die 
W. des Arztes Eryximachus muls 
man sich mit geheucheltem Ernste 
gesprochen denken, mit welchem 
er seiner Genossen, die ja auf den 
Arzt nicht gehört haben, spottet. 
„Heute tadelt ihr mich nicht, wenn 
ich die Wahrheit sage vom Über- 
mals. Heute darf ich sagen, was 
mein Studium mich lehrt: χαλεπὸν 
(ef. oben πάνυ χαλεπῶς ἔχω) τοῖς 
ἀνθρώποις ἡ μέϑη — ἄλλως τε 
χαὶ χραιπαλῶντα ἔτι ἐκ τῆς προ- 
τεραίας.“ Denn diese W, gehören 


wieder thun und auch keinem an- 
dern es raten — von dem χαλεπὸν 
ἢ μέϑη getrennt, wirken gerade, 
nachdem sie niemand mehr erwartet 
hat, um so komischer: „Ein bös 
Ding ist der Trunk — ich will es 
nicht wieder thun und keinen dazu 
reizen — zumal wenn man einen 
dicken Kopf hat“. Der Accusativ 
χραιπαλῶντα erklärt sich leichter, 
wenn man annimmt, dafs Eryxima- 
chus ihn nach einem Zwischensatze 
gebraucht. Phädrus, der Myrrhi- 
nusier, der einzige, dessen Namen 
Plato scherzend das Demotikon bei- 
fügt, der Mann von Myrthenfelde, 
er, den Plato schon im Phädrus so 
lächerlich gemacht hat, scheint am 
meisten von den Folgen des vori- 
gen Tages zu leiden zu haben: er 
stimmt aus vollem Herzen bei. Εἰ, 


14 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


σεάντας μὴ διὰ μέϑης ποιήσασϑαι τὴν ἐν τῷ παρόντι 
συνουσίαν, ἀλλ᾽ οὕτω πίνοντας πρὸς ἡδονήν. 

d. Ἐπειδὴ τοίνυν, φάναι τὸν Ἐρυξίμαχον, τοῦτο μὲν 
δέδοχται, πένειν ὅσον ἂν ἕχαστος βούληται, ἐπάναγκες 
δὲ μηδὲν εἶναι, τὸ μετὰ τοῦτο εἰσηγοῦμαι τὴν μὲν ἄρτι 
εἰσελϑοῦσαν αὐλητρίδα χαίρειν ἐᾷν, αὐλοῦσαν ἑαυτῇ ἢ 
δ} ΄ “ὦ - }} ς - \ \ ,΄ 
ἂν βούληται ταῖς γυναιξὶ ταῖς ἔνδον, ἡμᾶς δὲ διὰ λόγων 
ἀλλήλοις συνεῖναι τὸ τήμερον" χαὶ δι᾽ οἵων λόγων, el 
βούλεσϑε, ἐϑέλω ὑμῖν εἰσηγήσασϑαι. Φάναι δὴ τεάντας 

\ ’ \ ’ TER 2 - > - 
[καὶ] βούλεσϑαι, καὶ κελεύειν αὐτὸν εἰσηγεῖσϑαι. eirceiv 
7 Na , u ς ͵ 2 \ - ΄ 2 \ 
οὖν τὸν Ἐρυξίμαχον ὅτε Ἢ μέν μοι ἀρχὴ τοῦ λόγου ἐστὶ 

\ \ > 7 ,͵ Ξ ) x 2 x c - 
χατὰ τὴν Εὐριπίδου Mekavinzenv‘ οὐ γὰρ ἐμὸς ὃ μῦϑος, 
ἀλλὰ Φαίδρου τοῦδε, ὃν μέλλω λέγειν. Φαῖδρος γὰρ ἑχά- 
στοτὲ τιρός μὲ ἀγαναχτῶν λέγει Οὐ δεινόν, φησίν, ὦ Ἔρυ- 
ξέμαχε, ἄλλοις μέν τισι ϑεῶν ὕμνους καὶ παιῶνας εἶναι 


der schmucke Mann, ist der naive 
unter den Trinkgenossen; er merkt 
es auch nicht, dafs der, dem er 
zumal in medicinischen Fragen zu 
folgen gewohnt ist, im folgenden 
Kapitel ihn hänselt. 

eap.5. Eryximachus rät nun zu- 
nächst die Flötenbläserin zu ent- 
lassen (χαίρειν ἐᾶν) und sagt dazu 
scherzend, sie möge sich selber und 
den Frauen drinnen spielen d. h. 
sie möge denen spielen, für die sich 
eine solche flache Unterhaltung 
zieme, ihnen selbst schlage er als 
für sie passende Unterhaltung die 
mittelst des Wortes, mittelst der 
Rede vor. Αὐλείτωσαν ovv Θη- 
βαίων παῖδες" οὐ γὰρ ἔσασι δια- 
λέγεσθαι" ἡμῖν δὲ τοῖς ᾿ϑηναίοις 
ἀρχηγέτις ᾿Αϑηνᾷ. χαὶ πατρῷος 
Ἀπόλλων ἐστίν, ὧν ἢ μὲν ἔρρεψε 
τὸν αὐλὸν, ὃ δὲ χαὶ τὸν αὐλητὴν 
ἐξέδειρε, wie Alkibiades verächt- 
lich vom Flötenspiel sagt, Plut. 
Aecib. c.2. Mit einer scherzhaften 
Wendung, einem Citat aus Euripi- 
des (οὐχ ἐμὸς ὁ μῦϑος, ἀλλ᾽ ἐμῆς 
μητρὸς πάρα, wie die Stelle lautet) 
weist Eryximachus dann auf den 


Schüler der Sophisten und zumal 
der Rhetoren, auf Phädrus hin. Er 
neckt diesen schon mit den Aus- 
drücken ἑχάστοτε und ἀγαναχτῶ v, 
sodann aber noch viel mehr mit der 
Klage des Phädrns selbst, die er 
in einer Form anführt, welche durch- 
aus der Redeweise des Phädrus, wie 
wir sie ja demnächst kennen lernen, 
entspricht. Während Eryximachus 
bisher in einfachen Ausdrücken ge- 
sprochen, nimmt er, sobald er des 
Phädrus Worte anführt, den Mund 
gewaltig voll. Ein einfacher Mann 
würde statt der W, des Phädrus 
οὐ δείνον — μηδὲν ἐγκώμιον ge- 
sagt haben: τοὺς μὲν ἄλλους ϑεοὺ ς 
οἱ ποιηταὶ ἐπαινοῦ σι, τὸν δὲ 
Ἔρωτα οὐδεὶς πώποτε ἐπῴνεσεν. 
Er neckt ihn ferner mit den Bei- 
spielen, welche er ihn anführen 
lälst; denn diese sind frisch der 
UÜbrngsschule der Rhetoren ent- 
nommen, das Lob des Herakles und 
der Nutzen des Salzes — wem 
fallen dabei nicht Themata ein, 
wie sie auch heute noch so häulig 
in unseren Schulprogrammen figu- 
rieren! Er neckt ihn mit den Bei- 


ZYMIOZION. . 15 


- 


Ürc0 τῶν ττοιητῶν πεποιημένους, τῷ δὲ Ἔρωτι, τηλικούτῳ 
ὄντι χαὶ τοσούτῳ ὥεῷ, μηδὲ ἕνα ττώποτε τοσούτων γεγο- 
γότων στοιητῶν ττεπτοιηχέναι μηδὲν ἐγκώμιον" εἰ δὲ βού- 
λει αὖ σχέψασϑαι τοὺς χρηστοὺς σοφιστάς, Ἡραχλέους 
μὲν χαὶ ἄλλων ἐπαίνους καταλογάδην ξυγγράφειν, WO7LEQ 
ö βέλτιστος Πρόδιχος" καὶ τοῦτο μὲν ἧττον χαὶ ϑαυμα- 
στόν, ἀλλ᾽ ἔγωγε ἤδη τινὶ ἐνέτυχον βιβλίῳ, ἐν ᾧ ἐνῆσαν 
ἅλες ἔπαινον ϑαυμάσιον ἔχοντες πρὸς ὠφέλειαν, zal ἄλλα 
τοιαῦτα συχνὰ ἴδοις ἂν ἐγχεχωμιασμένα᾽ τὸ οὖν τοιού- 
των μὲν πέρι πολλὴν σπουδὴν ποιήσασϑαι, Ἔρωτα δὲ 
μηδένα πω ἀνϑρώπων τετολμηχέναι εἰς ταυτηνὶ τὴν ἡμέ- 
ραν ἀξίως ὑμνῆσαι, ἀλλ᾽ οὕτως ἠμέληται τοσοῦτος ϑεός; 
ταῦτα δή μοι δοχεῖ εὖ λέγειν Φαῖδρος. ἐγὼ οὖν ἐπιϑυμῶ 
ἅμα μὲν τούτῳ ἔρανον εἰσενεγχεῖν χαὶ χαρίσασϑαι, ἅμα 
δ᾽ ἐν τῷ παρόντι πρέπον μοι δοχεῖ εἶναι ἡμῖν τοῖς 
παροῦσι χοσμῆσαι τὸν ϑεόν. εἰ οὖν ξυνδοχεῖ χαὶ ὑμῖν, 
γένοιτ᾽ ἂν ἡμῖν ἐν λόγοις ἱχανὴ διατριβή" δοχεῖ γάρ uoı 
χρῆναι ἕχαστον ἡμῶν λόγον εἰπεῖν ἔπαινον Ἔρωτος ἐτεὶ 
δεξιὰ ὡς ἂν δύνηται χάλλιστον, ἄρχειν δὲ Φαϊδρον πρῶ- 
τον, ἐπειδὴ χαὶ τιρῶτος κατάχειται χαὶ ἔστιν ἅμα πατὴρ 
τοῦ λόγου. Οὐδείς σοι, ὦ Ἐρυξίμαχε, φαγαι τὸν Σωκράτη, 
ἐναντία ψηφιεῖται. οὔτε γὰρ ἄν που ἐγὼ ἀπτοφήσαιμι, 
ὃς οὐδέν φημι ἄλλο ἐτείστασϑαι ἢ τὰ ἐρωτιχά, οὔτε σίου 
Ayaswv καὶ Παυσανίας, οὐδὲ μὴν ᾿Αριστοφάνης, ᾧ περὶ 


worten, welche er ihn denSophisten als ersten Redner vor. Wer den 
geben läfst, τοὺς χ χρηστοὺς σοφι-ὀ Freund des Eryximachus aus Platos 
στὰς und ö βέλτιστος Πρόδικος, „Phädrus“ kennt, sieht ihn die Be- 
in der Gesellschaft der schärfsten gierde, zu Worte zu kommen, schon 
Gegner dieser Leute, des Aristo- verraten. Sokrates aber giebt zu- 
phanes und des Sokrates, und vor nächst in seinem und in dem Na- 
allem damit, dafs er ihn unüberlegt men der starken Trinker der Ge- 
reden läfst; denn wenigstens des sellschaft seine Zustimmung; denn 
Sophokles Chorlied “ἥρως ἀνίχατε grade diese erwähnt er, wohl scher- 
μάχαν" mulste er kennen. Sowie zend auf die Worte des Pausanias 
Eryximachus die Worte des Phädrus im 4. Kapitel zurückweisend. Wenn 
angeführt hat, fällt er in seine Sokrates dann hier, wie ähnlich 


eigene sc hlichte Ausdrucksweise im Phädrus, von sich sagt, er ver- 
zurück (mit ἔρανος an ται an- stehe nichts weiter als τὰ ἐρωτιχά, 
klingend), und schlägt den Phädrus 50 ist das natürlich so gut ein Spafs, 


16 HAATQNOZ 


’ er | , - ς 1 2 % 2 
Διόνυσον καὶ «Αφροδίτην πᾶσα ἡ διατριβὴ, οὐδὲ ἄλλος 
Ἂ \ (4 2 δι δ οι ΄ 2 , FT 
οὐδεὶς τουτωνὶ ὧν ἐγὼ ὁρῶ. καίτοι οὐχ ἐξ ἴσου γίγνεται 
ἡμῖν τοῖς ὑστάτοις καταχειμένοις" ἀλλ᾽ ἐὰν οἱ τερόσϑεν 
ἱχανῶς καὶ χαλῶς εἴπωσιν, ἐξαρκέσει ἡμῖν. ἀλλὰ τύχῃ 
2 “- , - \ > x 2 
ἀγαϑῆ καταρχέτω Φαῖδρος χαὶ ἐγκωμιαζέτω τὸν Ἔρωτα. 
Ταῦτα δὴ χαὶ οἱ ἄλλοι τιάντες ἄρα ξυνέφασαν τε χαὶ 
ἐκέλευον ἅττερ ὃ Σωκράτης. γάντων μὲν οὖν ἃ ἕχαστος 
, 2 5 
eircev, οὔτε πάνυ ὃ Agıorodnuog ἐμέμνητο οὔτ᾽ av ἐγὼ 
Ε 5 > BU , δὰ \ , \ “ 2} , 
ἃ ἐκεῖνος ἔλεγε πάντα a δὲ μάλιστα χαὶ ὧν ἔδοξέ μοι 


ἀξιομνημόνευτον, τούτων ὑμῖν ἐρῶ Exaorov τὸν λόγον. 
6. Πρῶτον μὲν γάρ, ὥσπερ λέγω, ἔφη Φαῖδρον ἀρξά- 
2 4 \ ΄, “ ΄ A) 2} ς 
μενον ἐνϑένδε ποϑὲν λέγειν, ὅτι μέγας ϑεὸς εἴη ὁ Ἔρως 


wie wenn er vom Aristophanes sagt 
ὦ περὲ Διόνυσον καὶ Ἀφροδίτην 
πᾶσα ἡ διατριβή, Worte, zu denen 
Stallb. sehr treffend bemerkt: Sim- 
plieissimum est existimare Venerem 
quoque commemorari, quia ea cum 
Baccho fere solebat consociari et 
utrumque numen ad conviviorum 
hilaritatem valebat. 

cap. 6. Des Phädrus Rede ist 
die eines jungen Mannes, der viel- 
leicht erst vor ganz kurzer Zeit den 
Schulrock ausgezogen hat. In der 
Form entspricht sie vollständig den 
Worten, welche im vorigen Kapitel 
Eryximachus seinem jungen Freunde 
in den Mund legt; den Inhalt zeigt 
die Disposition, welche den soge- 
nannten Dispositionen unserer heu- 
tigen Primaner wie ein Ei dem 
andern gleicht. Unser Primaner 
würde heute seinem Aulsatze die 
Disposition in folgender Form vor- 
anstellen: 

. Einleitung: ἔρως πρεσβύτα- 

τὸς τῶν ᾿ϑεῶν ἔστιν. 

2. Ausführung : ἔρως μεγίστων 
ἀγαϑῶν αἴτιος. 

ἃ) ἔρως als Ursache der αὐ 
oyvvn (Beispiele aus dem 
bürgerlichen Leben). 

b) ἔρως als Ursache der Auf- 
opferungsfähigkeit (Bei- 


spiele aus der Geschichte 
und Sage). 

3. Schlufs: Also mufs Eros am 
höchsten geehrt werden. 
Dals das keine logische Disposi- 
tion, sondern nur eine willkürliche 
Reihe einzelner Gedanken ist, liegt 
klar zu Tage. Steinhart sagt ganz 
recht: „Überall fehlt unserem Red- 
er das geistige Band, das seine 
zusammengelesenen Notizen zu 
einem Ganzen verbinden könnte. 
Dabei verfällt er, indem er von der 
für sittliche Zwecke begeisternden 
Macht der Liebe spricht, in den 
gewöhnlichen Fehler der Jugend, 
den Wert der Tugend nach den 
wenigen hervorstechenden Fällen 
grolses Heldenmutes und aufopfern- 
der Selbstverleugnung zu beurtei- 
len, die besonders grell und glän- 
zend in das Auge fallen, an sich 
selbst aber um nichts sittlicher 
sind, als jede andere, zu sittlichen 
Zwecken in sittlicher Gesinnung 
verübte und mit Hingabe irdischer 
Güterverbundene Handlung.“ Wenn 
ich mein Urteil über des Phädrus 
Rede zusammen fassen soll, sage 
ich: In der Rede des Phädrus schil- 
dert uns Plato den Eros, wie er 
sich im Kopfe und im Herzen eines 
jungen, gutmütigen, aber noch nicht 


ZYMIIOZION. 17 


χαὶ ϑαυμαστὸς ἐν ἀνϑρώποις τε καὶ ϑεοῖς, πολλαχῇ μὲν 
καὶ ἄλλῃ, οὐχ ἥκιστα δὲ xara τὴν γένεσιν. τὸ γὰρ ἐν 
τοῖς πρεσβύτατον εἶναι τῶν ϑεῶν τίμιον, a δ᾽ ὅς" τεχ- 
μήριον δὲ τούτου" γονῆς γὰρ Ἔρωτες οὔτ᾽ εἰσὶν οὔτε 
λέγονται Ur’ οὐδενὸς οὔτε ἰδιώτου οὔτε ποιητοῦ, ἀλλ᾽ 
Ἡσίοδος πρῶτον μὲν χάος φησὶ γενέσϑαι, αὐτὰρ ἔπειτα 
— γαῖ᾽ εὐρύστερνος, πάντων ἕδος ἀσφαλὲς αἰεί, 
nd’ Ἔρος --- 
φησὶ μετὰ τὸ χάος δύο τούτω γενέσϑαι, 
Ἔρωτα. Παρμενίδης δὲ τὴν Γένεσιν λέγει 
πρώτιστον μὲν Ἔρωτα ϑεῶν μητίσατο πάντων. 
Ἡσιόδῳ δὲ χαὶ Arovoilewg ὁμολογεῖ. οὕτω πολλαχόϑεν 
ὁμολογεῖται ὃ Ἔρως ἐν τοῖς τιρεσβύτατος εἶναι. πρεσβύ- 
τατος δὲ ὧν μεγίστων ἀγαϑῶν ἡμῖν αἴτιός ἐστιν. οὐ γὰρ 
ἔγωγ᾽ ἔχω εἰπεῖν ὅ τι μεῖζόν ἐστιν ἀγαϑὸν εὐϑὺς νέῳ 
ὄντι ἢ ἐραστὴς χρηστὸς χαὶ ἐραστῇ παιδικά. ὃ γὰρ χρὴ 
ἀνθρώποις ἡγεῖσϑαι παντὸς τοῦ βίου τοῖς μέλλουσι καλῶς 
βιώσεσθαι, τοῦτο οὔτε συγγένεια οἵα τε ἐμτπτοιεῖν οὕτω 
χαλῶς οὔτε τιμαὶ οὔτε πιλοῦτος οὔτ᾽ ἄλλο οὐδὲν ὡς ἔρως. 
λέγω δὲ δὴ τί τοῦτο; τὴν ἐπὶ μὲν τοῖς αἰσχροῖς αἰσχύνην, 
ἐπεὶ δὲ τοῖς χαλοῖς φιλοτιμίαν" οὐ γὰρ ἔστιν ἄνευ τούτων 
οὔτε πόλιν οὔτε ἰδιώτην μεγάλα καὶ καλὰ ἔργα ἐξεργάζε- 
σθαι. φημὶ τοίνυν ἐγὼ ἄνδρα Corıg ἐρᾷ, εἴ τι αἰσχρὸν 
ποιῶν κατάδηλος γίγνοιτο ἢ πάσχων ὑτιό του δι᾿ ἄναν- 
ὁρίαν μὴ ἀμυνόμενος, οὔτ᾽ ἂν ὑττὸ πατρὸς ὀφϑέντα οὕ- 


Γὴν te χαὶ 


zu männlicher Klarheit durchge- 
drungenen Menschen darstellt. Mit 
der Rede des Lysias in Platos Phä- 
drus darf die vorliegende aber schon 
deshalb nicht zusammengestellt wer- 
den, weil jene inhaltslos ist und 
deshalb unklar; die vorliegende ist 


beginnt: ϑαυμαστὸς ἐν ἀνϑρώ- 
ποις τε χαὶ θεοῖς, πολλαχῇ μὲν 
χαὶ ἄλλῃ, οὐχ ἥκιστα δὲ χ. τ. ἕ. 
— οὔτε εἰσὶν οὔτε λέγονται -- 
οὔτε ἰδιώτου οὔτε ποιητοῦ u. S.W, 
Unreif ist dann der Übergang der 
Einleitung zur Ausführung: πρεσβύ- 


eher zu durchsichtig und zeigt uns 
den Phädrus des Symposion bedeu- 
tend vorgeschritien gegenüber dem 
des Dialogs „Phädrus*“. 

Der Zögling der Rhetoren verrät 
sich vornehmlich in dem Wortge- 
klingel, mit dem Phädrus gleich 


Plato, Symposion. 


τατος δὲ ὧν μεγίστων ἀγαϑῶν 
αἴτιός ἐστιν, weil ihm das logische 
Band fehlt; ferner das Mafslose in 
den Worten οὔτε συγγένεια οὔτε 
τιμαὶ οὔτε πλοῦτος οὔτ᾽ ἄλλο 
ουδέν --- οὔτε ὑπὸ πατρὸς ὀφϑέν- 
τα οὔτε ὑπὸ ἑταίρων οὔτε ὑπ 


2 


18. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τως ἀλγῆσαι οὔτε ὑπὸ ἑταίρων οὔτε Un” ἄλλου οὐδενὸς 
ὡς ὑπὸ παιδικῶν. ταὐτὸν δὲ τοῦτο καὶ τὸν ἐρώμενον 
δρῶμεν, ὅτι διαφερόντως τοὺς ἐραστὰς αἰσχύνεται, ὅταν 
ὀφϑῇ ἐν αἰσχρῷ τινι @v. εἰ οὖν μηχανή τις γένοιτο ὥστε 
σόλιν γενέσϑαι ἢ στρατόπεδον ἐραστῶν τε καὶ παιδικῶν, 
οὐκ ἔστιν ὅπως ἂν ἄμεινον οἰκήσειαν τὴν ἑαυτῶν ἢ An- 
ἐχόμενοι πάντων τῶν αἰσχρῶν χαὶ φιλοτιμούμενοι πρὸς 
ἀλλήλους" καὶ μαχόμενοί γ᾽ ἂν μετ᾽ ἀλλήλων οἱ τοιοῦτοι 
γικῷεν ἂν ὀλίγοι ὄντες, ὡς Ertog εἰπεῖν, ττάντας ἀνϑρώ- 


2 - \ DAN ς \ - 2 - δ \ 

πους. ἐρῶν γὰρ ἀνὴρ ὑπὸ παιδικῶν ὀῳφϑῆναι ἢ λιπὼν 
N ὦ 2) \ € a\ ’ Ν ἴδ u 
τάξιν ἢ ὅπλα ἀποβαλὼν ἧττον ἂν δὴ που δέξαιτο ἢ ὑπὸ 


’ - » \ Ἁ ΄ G ὃ 4 
σάντων τῶν ἄλλων, Kal πρὸ τούτου τεϑνάναι ἂν πολλάκις 
co \ \ 2 » x x a x - 
ἕλοιτο" χαὶ μὴν Eynarakıreiv γε τὰ παιδικὰ ἡ un βοηϑῆ- 
σαι κινδυνεύοντι, οὐδεὶς οὕτω χαχός, ὅντινα οὐχ ἂν αὖ- 

\ ς »» 2} ’ \ > ‚ a ϑε (Ὁ 
τὸς 0 ἔρως ἔνϑεον ποιήσειε πρὸς ἀρἑξτὴν, ὥσϑ' ὁμοῖον 

- N) , 3 - fl 
εἶναι τῷ ἀρίστῳ φύσει, καὶ ἀτεχνῶς, ὃ ἔφη Ὅμηρος, μένος 
ἐμτπινεῦσαι ἐνίοις τῶν ἡρώων τὸν ϑεόν, τοῦτο ὃ Ἔρως 
τοῖς ἐρῶσι παρέχει γιγνόμενον rag’ αὑτοῦ. 

\ \ ς ΄ ΄ 2 

ἢ. Καὶ μὴν ὑπεραποϑνήσκειν ye μόνοι ἐϑέλουσιν 
οἱ ἐρῶντες, οὐ μόνον ὅτι ἄνδρες, ἀλλὰ xai αἱ γυναῖ- 
χες. τούτου δὲ καὶ ἡ Πελίου ϑυγάτηρ “Ἄλκηστις ἱχανὴν 
μαρτυρίαν παρέχεται ὑττὲρ τοῦδε τοῦ λόγου εἰς τοὺς 
C ΄ ’ ς -" > - 2 
Ἕλληνας, ἐϑελήσασα μόνη ὑπὲρ τοῦ αὐτῆς ἀνδρὸς ἄπο- 
ϑανεῖν, ὄντων αὐτῷ πατρός TE καὶ μητρός" ος ἐκείνη το- 
σοῦτον ὑπερεβάλετο τῇ φιλίᾳ διὰ τὸν ἔρωτα, ὥστε ἀττο- 
δεῖξαι αὐτοὺς ἀλλοτρίους ὄντας τῷ υἱεῖ καὶ ὀνόματι μόνον 
Alkestis, welches der Redner ein- 
leiten will. Der Deutsche sagt 
übrigens wörtlich wie der Grieche, 
auch mit gleichem Gebrauche des 
Artikels: „nicht nur was Männer 
sind, sondern auch die Frauen“, 
Der korrigierende Lehrer würde 
fernerhin vornehmlich mit Rotstift 
zu kennzeichnen haben aus leicht 


erkennbaren Gründen. die W. εἰς 
τοι ὄντων 


ἄλλου οὐδενὸς -- οἱ τοιοῦτοι νι- 
χῷεν ἂν ὀλίγοι ὄντες, ὡς ἔπος 
εἰπεῖν, πώντας ἀνθρώπους d. i. 
mit dir vereint, so fordr’ ich mein 
Jahrhundert in die Schranken! und 
das ächt schülerhafte πολλάκις ἴῃ 
καὶ πρὸ τούτου τεϑνάναι ἂν πολ- 
λάχις ἕλοιτο. 

cap. 7. In diesem Kapitel sind 
leich die Worte οὐ uovov ὅτι 
ev τῷ 


ἄνδρες, ἀλλὰ χαὶ αἱ γυναῖχες ein τοὺς 


schülerhafter Zusatz, hervorgerufen 
natürlich durch das Beispiel der 


“Ἕλληνας 
πατρός τὲ καὶ ‚ UNE ὃς 
ἀποδεῖξαι αὐτοὺς ἀλλοτρίους Or 


ZYMIIOZION. 19 


σπροσήχοντας" xal τοῦτ᾽ ἐργασαμένη τὸ ἔργον οὕτω καλὸν 
ἔδοξεν ἐργάσασϑαι οὐ μόνον ἀνθρώποις ἀλλὰ καὶ ϑεοῖς, 
ὥστε πολλῶν πολλὰ nal καλὰ ἐργασαμένων εὐαριϑμήτοις 
δή τισιν ἔδοσαν τοῦτο γέρας οἱ ϑεοί, ἐξ “Ἅιδου ἀνεῖναι 
πάλιν τὴν ψυχήν, ἀλλὰ τὴν ἐκείνης ἀνεῖσαν ἀγασϑέντες 
τῷ ἔργῳ᾽ οὕτω καὶ ϑεοὶ τὴν περὶ τὸν ἔρωτα σπουδήν 
τε καὶ ἀρετὴν μάλιστα τιμῶσιν. Ὀρφέα δὲ τὸν Οἰάγρου 
ἀτελῆ ἀπέτεεμψαν ἐξ Ζιδου, φάσμα δείξαντες τῆς γυναι- 
xög ἐφ᾽ ἣν ἧκεν, αὐτὴν δὲ οὐ δόντες, ὅτι μαλϑακίζεσϑαι 
ἐδόχει, ἅτε ὧν κιϑαρῳδός, καὶ οὐ τολμᾷν ἕνεκα τοῦ ἔρω- 
τος ἀποϑνήσχειν ὥσπερ Ahrnorıs, ἀλλὰ διαμηχανᾶσϑαι 
ζῶν εἰσιέναι εἰς Audov. τοιγάρτοι διὰ ταῦτα δίκην αὐτῷ 
ἐπέϑεσαν, καὶ ἐποίησαν τὸν ϑάνατον αὐτοῦ ὑπὸ γυναικῶν 
γενέσϑαι, οὐχ ὥστπτερ ᾿Αχιλλέα τὸν τῆς Θέτιδος υἱὸν ἐτίμη- 
σαν καὶ εἰς μαχάρων γήσους ἀττέττεμιψαν, ὅτι ττεττυσμένος 
παρὰ τῆς μητρὸς ὡς ἀποϑανοῖτο ἀποχτείνας Ἕχτορα, μὴ 
ἀποχτείνας δὲ τοῦτον οἴχαδ᾽ ἐλθὼν γηραιὸς τελευτήσοι, 
ἐτόλμησεν ἑλέσϑαι βοηϑήσας τῷ ἐραστῇ Πατρόχλῳ καὶ 
τιμωρήσας οὐ μόνον ὑττερατιοϑανεῖν ἀλλὰ καὶ ἐπαποϑα- 
γεῖν τετελευτηχότιε᾽ ὅϑεν δὴ καὶ ὑπεεραγασϑέντες οἱ ϑεοὶ 
διαφερόντως αὐτὸν ἐτίμησαν, ὅτι τὸν ἐραστὴν οὕτω 7regl 
χολλοῦ ἐττοιεῖτο. Αἰσχύλος δὲ φλυαρεῖ φάσχων ᾿Ααἰχιλλέα 
Πατρόχλου ἐρᾷν, ὃς ἣν χαλλίων οὐ μόνον Πατρόχλου 
ἀλλὰ χαὶ τῶν ἡρώων ἁπάντων, χαὶ ἔτι ἀγένειος, ἔτεειτα 
νεώτερος ττολύ, ὥς φησιν Ὅμηρος. ἀλλὰ γὰρ τῷ ὄντι μά- 
λιστα μὲν ταύτην τὴν ἀρετὴν οἱ ϑεοὶ τιμῶσι τὴν regt 
τὸν ἔρωτα, μᾶλλον μένξοι ϑαυμάξουσι χαὶ ἄγανται, χαὶ 
εὖ σιοιοῦσιν, ὅταν ὃ ἐρώμενος τὸν ἐραστὴν ἀγαπᾷ, ἢ ὅταν 
ὅ ἐραστὴς τὰ παιδικά. ϑειότερον γὰρ ἐραστὴς παιδικῶν" 
ἔγϑεος γάρ ἐστι. διὰ ταῦτα χαὶ τὸν ᾿Αχιλλέα τῆς ᾿“λκή- 


τας τῷ viel #. τ, ὃ. — οὐ μόνον mindestens durch zwei grofse Frage- 


ἀνθρώποις, ἀλλὰ καὶ θεοῖς U. 8.W. 
Die spafshaften W. ὅτι μαλϑακίζε- 
σϑαι ἐδόχει, ἅτε ὧν κιϑαρῳδός, 
würden durch ein Fragezeichen am 
Rande, das Αἰσχύλος δὲ φλυαρεῖ 


zeichen hervorgehoben werden mü- 
(sen. Höchst komisch klingt in sei- 
ner ‚apodiktischen Kürze der Satz 
bee γὰρ ἐραστὴς παιδικῶν" 
ἔνϑεος γάρ ἐστι und würdig der 


Ir 


20 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


στιδος μᾶλλον ἐτίμησαν, εἰς μακάρων νήσους ἀποπέμ- 
Wavresg. | 

Οὕτω δὴ ἔγωγέ φημι Ἔρωτα ϑεῶν xal τερεσβύτατον 
χαὶ τιμιώτατον καὶ χυριώτατον εἶναι εἰς ἀρετῆς καὶ εὑ- 
δαιμονίας χτῆσιν ἀνθρώποις καὶ ζῶσι χαὶ τελευτήσασιν. 

8. Φαῖδρον μὲν τοιοῦτόν τινα λόγον ἔφη εἰπεῖν, 
μετὰ δὲ Φαῖδρον ἄλλους τινὰς εἶναι, ὧν οὐ ττάνυ διεμνη- 
μόνευεν" οὺς παρεὶς τὸν Παυσανίου λόγον διηγεῖτο. εἰπεῖν 
δ᾽ αὐτὸν ὅτι Οὐ καλῶς μοι δοχεῖ, ὦ Φαῖδρε, προβεβλῆ- 


σϑαι ἡμῖν ὃ λόγος, τὸ ἁπλῶς οὕτως τταρηγγέλϑαι Eyaw- 


΄ » 2 \ \ Φ 5 
μιάζειν ἔρωτα. εἰ μὲν γὰρ eig ἣν 


ganzen Rede sind die Schlulsworte 
ἀνϑρώποις χαὶ ζῶσι καὶ τελευτή- 
σασιν, Welche eine gute Über- 
setzung an das Ende der Rede 
stellen mufs, wenn ihr Eindruck 
nicht verwischt werden soll: „So 
nun geht meine Behauptung dahin, 
Eros ist von den Göttern der älteste 
und ehrenwerteste, und der gewal- 
tigste Herr, Tugend und Glück zu 
schaffen den Menschen, denen die 
leben und die schon tot sind!“ 

cap. 8. Die Rede des Phädrus 
und die jetzt folgende des Pausa- 
nias sind mit einander so nahe 
verwandt, dafs Plato es nicht für 
nötig gehalten hat, sie nach sei- 
ner sonstigen Sitte durch ein kleines 
Intermezzo zu trennen. Er deutet 
vielmehr ihre Zusammengehörigkeit 
geradezu an damit, dals er wie in 
seinen einleitenden, so in seinen 
Schlufsworten den Pausanias sich 
an Phädrus wenden lälst. 

Den gelehrten Kommentatoren bin 
ich in der Beurteilung der Rede des 
Pausanias zu folgen ganz aulser 
stande. Steinhart urteilt über die 
Rede des Pausanias: „Sie erin- 
nert an die erste Sokratische Rede 
im Phädrus; in beiden wird eine 
höhere und niedere Liebe unter- 
schieden, in beiden gegenseitige 
Förderung in Geistesbildung und 
Tugend als Zweck der wahren Liebe 


ὁ Ἔρως, χαλῶς ἂν 


gesetzt, aber in beiden die unnatür- 
liche Sinnenlust nicht schlechthin 
verdammt, sondern ausdrücklich 
unter gewissen Bedingungen zuge- 
lassen, so dafs dadurch eine wider- 
liche Heuchelei und Selbsttäuschung 
mit sittlichen Redensarten entsteht, 
die doch nur das tief Unsittliche 
des Verhältnisses verdecken sollen 
u.s.w. Hugsagt: „Der Standpunkt, 
auf dem Pausanias steht, ist als 
derjenige des verfeinerten sinnlichen 
Eros zu bezeichnen: das sinnliche 
Verhältnis ist dann gestatlet, wenn 
der Geliebte vom Liebhaber in Tu- 
gend und Einsicht gefördert wer- 
den kann“ u. 5. w. Ich sage mir 
zunächst, Plato würde als Künstler 
einen ganz groben Fehler begangen 
haben, wenn er in der Gesellschaft 
der höchstgebildeten Männer Athens 
den Pausanias, der, wie wir aus 
einem anderen Dialoge wissen, noch 
dazu der erklärte ἐραστὴς des Aga- 
thon war, unnatürliche Sinnenlust 
als unter irgend welchen Umstän- 
den erlaubt hätte hinstellen lassen. 
Es scheint mir das geradezu unmög- 
lich zu,sein. Frage ich nun weiter: 
was hat denn die hochgelehrten 
Herren zu dieser Auffassung ge- 
bracht? so mufs ich mir antworten: 
die Wiedergabe des Ausdruckes 
zuolgeode: ἐρασεδ Diesen Aus- 
ruck hat man aufgelfalst, wie er 


ZYMIIOZION. 21 


εἶχε" γῦν δὲ οὐ γάρ ἐστιν εἷς" μὴ ὄντος δὲ ἑνὸς ὁρϑό- 
τερόν ἐστι πρότερον προρρηϑῆναι ὁτιότερον δεῖ ἐτταινεῖν. 
ἐγὼ οὖν πειράσομαι τοῦτο ἐπανορϑώσασϑαι, σιρῶτον μὲν 
Ἔρωτα φράσαι ὃν δεῖ ? ἐπταινεῖν, ἔπειτα ἐπαινέσαι ἀξίως 
τοῦ ϑεοῦ. πάντες γὰρ ἴσμεν ὅτι οὐκ ἔστιν ἄνευ Ἔρωτος 
Agoodirn. μιᾶς μὲν οὖν οὔσης εἷς ἂν ἦν Ἔρως" ἐπεὶ 
δὲ δὴ δύο ἐστόν, δύο ἀνάγχη xal Ἔρωτε εἶναι. πῶς δ᾽ 
οὐ δύο τὼ ϑεά; ἡ μέν γέ που πρεσβυτέρα καὶ ἀμήτωρ 
Οὐρανοῦ ϑυγάτηρ, ἣν δὴ χαὶ οὐρανίαν ἐπονομάζομεν" ἡ 
δὲ νεωτέρα Διὸς καὶ 4ιώνης, ἣν δὴ πάνδημον χαλοῦμεν. 
ἀναγχαῖον δὴ καὶ Ἔρωτα τὸν μὲν τῇ ἑτέρᾳ συνεργὸν πάν- 


im Phädrus aufgefalst werden τη (8, 
von der sinnlichen, unsittlichen Hin- 
gabe. Dazu liegt aber hier nicht 
allein gar kein Grund vor, sondern 
manches verbietet geradezu eine sol- 
che Auffassung. Sowie manaber den 
Ausdruck von der herzlich freund- 
schaftlichen Hingabe des Jünglings 
an den älteren, ihn umwerbenden 
Mann gebraucht sein läfst, kann 
man den Pausanias den Vorwurf 
„widerlicher Heuchelei“ u. s. w. 
nicht mehr machen. Wir müssen 
uns, glaube ich, hüten, der Darstel- 
lung mit jener Befangenheit ent- 
gegenzutreten, der das Verhältnis 
der Freundschaft zwischen einem 
älteren Manne und einem Jünglinge 
fremdartig und unsympathisch er- 
scheint. Der Grieche stellte diese 

yılla oder παιδεραστία höher als 
die Frauenliebe, während bei uns 
die Frauenliebe veredelt ist dadurch, 
dafs sich mit ihr die Freundschaft 
eint; die rechte Gattenliebe läuft 
schliefslich bei uns auf eine Freund- 
schaft für das Leben hinaus. Ein 
solches Verhältnis aber war bei 
dem Griechen eine Ausnahme, wenn 
es auch vorkam, wie das Beispiel 
des Perikles und der Aspasia zeigt. 
Bei der Erklärung des 9. und der 
folgenden Kapitel werde ich auf 
die Frage zurückkommen. 

Ich sehe in Pausanias den Phä- 


drus, der eben gesprochen hat, in 
gröfseren Formen, den dem Phädrus 
gegenüber vollkommeneren Schüler 
der Sophistik und der sophistischen 
Rhetorik. Die dialektische Kunst 
des Beweises fehlt ihm fast in dem- 
selben Malse, wie seinem Vorred- 
ner; in der Kunst der Phrasenma- 
cherei, des hohlen Wortgeklingels, 
ist er ihm aber weit überlegen. 
Von seiner Rede gilt das Wort 
Goethes: „Getretener Quark wird 
breit, nicht stark“. In diesem Feh- 
ler liegt aber zugleich der dem Pau- 
sanias unbewulste Humor der Rede. 

Der Gedankengang der Rede ist 
folgender: Es giebt, wie eine himm- 
lische und eine irdische Aphrodite, 
so einen ἔρως οὐράνιος und einen 
ἔρως πάνδημος. Der πάνδημος 
ἔρως ist der τῶν φαύλων ἀνϑρώ- 
σιῶν, die nicht bestrebt sind, be- 
wufst sittlich „zu handeln, sondern 
ἐργάζονται ὃ τι ἂν τύχῃ; der 
οὐράνιος ἔρως ist der τῶν γενγ- 
γαίων ἀνθρώπων, der Freund- 
schaft für das ganze Leben schlielst 
(ὡς τὸν βίον ὃ ἅπαντα ξυνεσόμενοι 
καὶ χοινῇ svußıwoouenvoı). Den 
Wert beider zeigt der νόμος, die 
Sitte, bei den einzelnen Völkern. 
Wenig begabte Völker gestatten 
einfach das Eingehen der Freund- 
schaft — ἁπλῶς νενομοϑέτηται 
χαλὸν τὸ χαρίζεσθαι ἐρασταῖς; 


22 HAATQNOZ 


δημον ὀρϑῶς χαλεῖσϑαι, τὸν δὲ οὐράνιον. ἐπαινεῖν μὲν 
οὖν δεῖ πάντας ϑεούς, ἃ δ᾽ οὖν ἑκάτερος εἴληχε πειρα- 
τέον εἰπεῖν. πᾶσα γὰρ πρᾶξις ὧδ᾽ ἔχει" αὐτὴ ἐφ᾽ ἑαυτῆς 
σιραττομένη οὔτε χαλὴ οὔτε αἴἶσχρά. οἷον ὃ νῦν ἡμεῖς 
“ » , ; ὗε. ΄, ” , 3 »r ’ 
ποιοῦμεν, ἢ πίνειν ἢ @deım ἡ διαλέγεσϑαι, οὐκ ἔστι τού-- 
DEN \ 3 ΄ 2 » - 4 ς δ) - 
των αὐτὸ καλὸν οὐδέν, ἀλλ΄ ἐν τῇ τεραξει, ὡς ἂν πραχϑῆ, 
τοιοῦτο ἀπέβη" χαλῶς μὲν γὰρ πραττόμενον χαὶ ὀρϑῶς 
καλὸν γίγνεται, μὴ ὀρϑῶς δὲ αἰσχρόν. οὕτω δὴ χαὶ τὸ 
2 Pr Ἢ Εἰ > - 3 x > \ »” > 
ἐρᾷν χαὶ ὃ Ἔρως οὐ πᾶς ἔστι χαλὸς οὐδὲ ἄξιος ἐγχω- 
͵ 2 ἢ > ς - [4 2 - 
μιάζεσϑαι, ἀλλ᾽ ὃ χαλῶς πιροτρέπων ἕρᾷν. 
9. Ὁ μὲν οὖν τῆς πανδήμου ᾿Αφροδίτης ὡς ἀληϑῶς 
, ᾿ a ΄ 4 ’ 
πανδημός ἔστι καὶ ἐξεργάζεται ὅ τε ἂν τύχῃ" xal οὗτός 
ἐστιν ὃν οἱ φαῦλοι τῶν ἀνθρώπων ἐρῶσιν. ἐρῶσι δὲ οἱ 
τοιοῦτοι τιρῶτον μὲν οὐχ ἧττον γυναικῶν ἢ παίδων, ἔπει- 
τα, ὧν χαὶ ἐρῶσι, τῶν σωμάτων μᾶλλον ἢ τῶν ψυχῶν, 
ἔπειτα ag ἂν δύνωνται ἀνοητοτάτων, πρὸς τὸ διατεράξα- 
΄ ,ὕ 3 - - - ’ 
σϑαι μόνον βλέποντες, ἀμελοῦντες δὲ τοῦ χαλῶς ἢ μή. 
ὅϑεν δὴ ξυμβαίνει αὐτοῖς, ὅ τι ἂν τύχωσι, τοῦτο πρατ- 
τειν, ὁμοίως μὲν ἀγαϑόν, ὁμοίως δὲ τοὐναντίον. ἔστι 
γὰρ καὶ ἀπὸ τῆς ϑεοῦ νεωτέρας τε οὔσης πολὺ ἢ τῆς 
ἑτέρας, καὶ μετεχούσης Ev τῇ γενέσει χαὶ ϑήλεος καὶ ἂρ- 
ρενος. ὃ δὲ τῆς οὐρανίας πρῶτον μὲν οὐ μετεχούσης 
ϑήλεος ἀλλ᾽ ἄρρενος μόνον" χαὶ ἔστιν οὗτος ὃ τῶν τεαί- 


bei unfreien Völkern ist Freund- 
schaft zu schlielsen untersagt; bei 
freien und begabten Stämmen steht 
die Freundschaft hoch in Ansehen, 
wie die Beschäftigung mit der 
Philosophie und das Streben nach 
irgendwelcher anderen Tugend, weil 
sie zu sittlichem, edelem Leben 
führt. — 

Zu den W. ἐπαινεῖν μὲν οὖν 
πάντας — εἰπεῖν sagt Stallbaum: 
Satius eritloeisententiam declarasse, 
quae haec est: Laudare omnes deos 
oportet; verumtamen quae ulerque 
Amor propria habeat, id explican- 
dum est. Wir würden vielleicht 
sagen: Ich denke nicht daran, irgend 


» 


einen Gott (also auch nicht den 
ἔρως πάνδημος) tadeln zu wollen: 
nur was ein jeder (der οὐράνιος 
wie der πάνδημος ἔρως) "wirkt, 
will ich zu zeigen versuchen, 
cap. 9. Pausanias setzt die Wir- 
kungen des ἔρως πάνδημος und 
des ἔρως οὐράνιος auseinander: 
die Menschen, welche dem ersteren 
Gottz dienen, handeln ohne sitt- 
liches Bewulsisein, ohne sittliches 
Ziel — ὃ τι ἄν τύχωσι, τοῦτο 
πράττουσιν —; die andern dagegen 
schliefsen Freundschaft für das Le- 
ben. Weil ‚nun der Anhänger des 
πάνδημος ἔρως ein ἀμελῶν τοῦ 
καλῶς ἢ μὴ πράττειν ist, verfällt 


ZYMOOSION.. 23 


δων ἔρως" ἔπειτα πρεσβυτέρας, ὕβρεως ἀμοέρου, ὅϑεν 
δὴ ἐπὶ τὸ ἄρρεν τρέπονται οἱ ἐκ τούτου τοῦ ἔρωτος ἔπι- 
zevoL, τὸ φύσει ἐρρωμενέστερον χαὶ νοῦν μᾶλλον ἔχον 
ἀγαπῶντες. χαί τις ἂν γνοίη καὶ ἐν αὐτῇ τῇ παιδεραστίέᾳ 
τοὺς εἱλιχρινῶς ὑπὸ τούτου τοῦ ἔρωτος ὡρμημένους. οὐ 
γὰρ ἐρῶσι παίδων, ἀλλ᾽ ἐπειδὰν ἤδη ἄρχωνται νοῦν ἴσχειν" 
τοῦτο δὲ πλησιάζει τῷ γενειάσκειν. παρεσχευασμένοι γάρ, 
οἶμαι, εἰσὶν oi ἐντεῦϑεν ἀρχόμενοι ἐρᾷν ὡς τὸν βίον 
ἅπαντα ξυνεσόμενοι χαὶ χοινῇ συμβιωσόμενοι, ἀλλ᾽ οὐκ 
ἐξαπατήσαντες, ἐν ἀφροσύνῃ λαβόντες ὡς νέον, κατα- 
γελάσαντες οἰχήσεσϑαι ἐπε ἄλλον ἀποτρέχοντες. χρῆν 
δὲ χαὶ νόμον εἶναι μὴ ἐρᾷν παίδων, ἵνα μὴ εἰς ἄδηλον 
πολλὴ στεουδὴ ἀνηλίσχετο" τὸ γὰρ τῶν παίδων τέλος ἄδη- 
λον οἱ τελευτᾷ κακίας χαὶ ἀρετῆς ψυχῆς τε ττέρι καὶ σώ- 
ματος. οἱ μὲν οὖν ἀγαϑοὶ τὸν νόμον τοῦτον αὑτοὶ αὑτοῖς 
ἑχόντες τέϑενται, χρῆν δὲ χαὶ τούτους τοὺς πανδήμους 
ἐραστὰς τιροσαναγχάζειν τὸ τοιοῦτον, ὥσπερ καὶ τῶν ἐλευ- 
ϑέρων γυναικῶν τπροσαναγχάξομεν αὐτοὺς a” ὅσον δυνά- 
μεϑα μὴ ἐρᾷν. οὗτοι γάρ εἶσιν οἱ καὶ τὸ ὄνειδος τσιε- 
χοιηχότες, ὥστε τινὰς τολμᾷν λέγειν ὡς αἰσχρὸν χαρίζεσϑαι 
ἐρασταῖς" λέγουσι δὲ εἰς τούτους ἀττοβλέττοντες, ὁρῶντες 
αὐτῶν τὴν ἀχαιρίαν χαὶ ἀδικίαν, ἐπεὶ οὐ δή που χοσμίως 
γε καὶ νομίμως ὅτιοῦν ττραττόμενον Woyov ἂν δικαίως 
φέροι. χαὶ δὴ καὶ ὃ περὶ τὸν ἔρωτα νόμος ἐν μὲν ταῖς 
er auch leicht dem τὸ ὀγειδος 
ποιεῖν, der unsittlichen παιδερα- 


στία und ist schuld daran, dafs 
manche sich (im Widerwillen gegen 


χαρίζεσϑαι ἐρασταῖς einen Tadel 
billiger Weise nicht verdient hat. 
Das ist der Sinn der W. οὗτοι γάρ 
εἰσιν οἱ χαὶ τὸ ὄνειδος πεποιή- 


diese Unsittlichkeit) soweit verges- 
sen (ὥστε τινὰς τολμᾷν), den Satz 
aufzustellen (als allgemeingiltig): 
«lo ρὸν χαρίζεσθαι ἐρασταῖς, 
(jede) Hingabe δὴ Verehrer ist häfs- 
lich, unsittlich, So kann man aber 
nur sagen, wenn man einseitig die 
ἀκαιρία͵ und ἀδικία der Jünger des 
ἔρως πάνδημος im Auge hat, wäh- 
rend die sittlich reine Hingabe, τὸ 
κοσμίως καὶ νομίμως πραττόμε- 
vov d.i.ro χοσμίως zul νομίμως 


χότες — ψόγον av δικαίως φέροι 
und ἀπ ἠμδιμς konnte es Pausanias 
kaum ausdrücken, dals er einen 
Unterschied macht zwischen sitt- 
licher und unsittlicher Hingabe und 
dals er die letztere für verwerflich 
halte. 

Bis hieher ist die Rede logisch 
klar, mit den W. χαὶ δὴ χαὶ ὃ 
περὶ τὸν ἔρωτα νόμος beginnt die 
Deklamation, Nach Art der sophi- 
stisch gebildeten Rhetoren — man 


24 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἄλλαις πόλεσι νοῆσαι ῥδάδιος" ἁπλῶς γὰρ ὥρισται" ὃ δ᾽ 
ἐνθάδε καὶ ἐν Aaxedaluovı ποικίλος. ἐν Ἤλιδι μὲν γὰρ 
χαὶ ἐν Βοιωτοῖς, καὶ οὗ μὴ σοφοὶ λέγειν, ἁπλῶς vevouo- 
ϑέτηται χαλὸν τὸ χαρίζεσϑαι ἐρασταῖς, καὶ οὐχ ἄν τις 
εἴποι οὔτε νέος οὔτε παλαιὸς ὡς αἰσχρόν, ἵνα, οἶμαι, μὴ 
zrgayuar’ ἔχωσι λόγῳ τεειρώμενοι πεείϑειν τοὺς νέους, ἅτε 
ἀδύνατοι λέγειν" τῆς δὲ Ἰωνίας καὶ ἄλλοϑιε πολλαχοῖ 
αἰσχρὸν νενόμισται, ὅσοι ὑπὸ βαρβάροις οἰχοῦσι. τοῖς γὰρ 
βαρβάροις διὰ τὰς τυραννίδας αἰσχρὸν τοῦτό τε χαὶ ἣ γε 
φιλοσοφία χαὶ ἡ φιλογυμναστία᾽" οὐ γάρ, οἶμαι, συμφέρει 
τοῖς ἄρχουσι φρονήματα μεγάλα ἐγγίγνεσθαι τῶν ἀρχο- 
μένων, οὐδὲ φιλίας ἰσχυρὰς καὶ κοινωνίας, ὃ δὴ μάλιστα 
φιλεῖ τά τε ἄλλα πάντα καὶ ὃ ἔρως ἐμποιεῖν. ἔργῳ δὲ 
τοῦτο ἔμαϑον χαὶ οἱ ἐνθάδε τύραννοι" ὃ γὰρ ᾿Αριστογεί- 
τονος ἔρως χαὶ ἡ Aguodiov φιλία βέβαιος γενομένη χατ- 
ἔλυσεν αὐτῶν τὴν ἀρχήν. οὕτως οὗ μὲν αἰσχρὸν ἐτέϑη 
χαρίζεσϑαι ἐρασταῖς, καχίᾳ τῶν ϑεμένων κεῖται, τῶν μὲν 
ἀρχόντων πλεονεξίᾳ, τῶν δὲ ἀρχομένων ἀνανδρίᾳ" οὗ δὲ 
χαλὸν ἁπλῶς ἐνομίσϑη, διὰ τὴν τῶν ϑεμένων τῆς ψυχῆς 
ἀργίαν" ἐνθάδε δὲ πολὺ τούτων κάλλιον νενομοϑέτηται, 
χαὶ ὅττερ εἶπον, οὐ δάδιον χατανοῆσαι. 

10. Ἐνϑυμηϑέντι γὰρ ὅτι λέγεται κάλλιον τὸ φανε- 


Nachdem die W. χαὲ οὗ μὴ σοφοὶ 


vergleiche die erste Rede im Dia- 
λέγειν den Stolz des Schülers der 


loge „Phädrus“ — greift Pausanias 


einen nicht durch den dialektischen 
Gedankengang mit Notwendigkeit 
gebotenen, sondern einen zufällig 
eingeflochtenen Begriff auf und 
kommt von diesem nicht wieder 
los, Dieser Begriff ist der der Sitte, 
des νόμος, der in den W. οἱ μὲν 
οὖν ἀγαϑοὶ τὸν νόμον τοῦτον 
et unschuldig einfliefst, in dem 
νομίμως ( (ἐπεὶ οὐ δή που κοσμίως 
καὶ νομίμως ὁτιοῦν πραττόμενον 
uoyon av δικαίως φέροι) in über- 

üssiger Weise wiederaufgenommen 
wird und nun mit dem χαὶὲ δὴ χαὶ 
ὃ περὶ τὸν ἔρωτα νόμος das 
Thema für die weitere Deklamation 
bietet. 


Sophisten verraten haben, beginnt 
die breite Redeweise; er zerlegt, 
wie Phädrus, in dem οὐχ ar τις 
εἴποι x. τ. & das τὰς in platter 
Weise in die „einzig möglichen Be- 
standteile οὔτε νέος οὔτε παᾶ- 
λαιὸς und wiederholt das οὗ μὴ 
σοφοὲ λέγειν in dem ἅτε ἀδύνα- 
τοι λέγειν. Ebenso fügt er dem 
Ausdruck φιλίας ἐσχυρὰς ein χοι- 
voviag bei und schlielst den Satz 
mit dem breiten ὃ δὴ μάλεστα — 
ἐμποιεῖν, W., die inhaltslos, über- 
flüssig sind, in denen das τί τὲ 
ἄλλα πάντα dazu ganz unbestimmt 
ist ἃ. 8. W, 

eap. 10, Mit dem ἐνθυχεηϑέντι 


ZYMITOZION. i 25 


ρῶς ἐρᾷν τοῦ λάϑρᾳ, καὶ μάλιστα τῶν γενναιοτάτων Kal 
ἀρίστων, κἂν αἰσχίους ἄλλων ὦσι, καὶ ὅτι αὖ ἡ παρακέ- 
λευσις τῷ ἐρῶντι παρὰ πάντων ϑαυμαστή, οὐχ ὥς τι 
αἰσχρὸν ττοιοῦντι, καὶ ἑλόντι χαλὸν δοκεῖ εἶναι χαὶ μὴ 
ἑλόντι αἰσχρόν, καὶ πρὸς τὸ ἐπιχειρεῖν ἑλεῖν ἐξουσίαν ὃ 
γόμος δέδωχε τῷ ἐραστῇ ϑαυμαστὰ ἔργα ἐργαζομένῳ ἔπται- 
γεῖσϑαι, ἃ εἴ τις τολμῴη moısiv ἄλλ᾽ ὁτιοῦν διώχων χαὶ 
βουλόμενος διαπράξασϑαι πλὴν τοῦτο, φιλοσοφίας τὰ 
μέγιστα καρττοῖτ᾽ ἂν ὀνείδη. εἰ γὰρ ἢ χρήματα βουλόμε- 
γος παρά του λαβεῖν ἢ ἀρχὴν ἄρξαι ἢ τιν᾽ ἄλλην δύναμιν 
ἐϑέλοι ποιεῖν οἱάττερ οἱ ἐρασταὶ πρὸς τὰ sraıdırd, ἱκετείας 
τε χαὶ ἀντιβολήσεις ἐν ταῖς δεήσεσι ποιούμενοι, καὶ ὅρ- 
χους ὀμνύντες, καὶ χκοιμήσεις ἐπὶ ϑύραις, καὶ ἐϑέλοντες 
δουλείας δουλεύειν οἵας οὐδ᾽ ἂν δοῦλος οὐδείς, Zumodi- 
ζοιτο ἄν μὴ πράττειν οὕτω τὴν πρᾶξιν χαὶ ὑττὸ φίλων 
χαὶ ὑπὸ ἐχϑρῶν, τῶν μὲν ὀνειδιζόντων xoharelag καὶ 
ἀνελευϑερίας, τῶν δὲ νουϑετούντων χαὶ αἰσχυνομένων 
ὑπὲρ αὐτοῦ" τῷ δ᾽ ἐρῶντι πάντα ταῦτα ποιοῦντι χάρις 
ἕπεται, nal δέδοται Uno τοῦ νόμου ἄνευ ὀνείδους πιρράτ- 
τειν, ὡς πάγχαλόν τι πρᾶγμα διατιραττομένου. ὃ δὲ δει- 
γότατον, ὥς γε λέγουσιν οἱ τεολλοί, ὅτι nal ὀμνύντι μόνῳ 


nebensächlichen Ausdruck, an das 


γὰρ nimmt Pausanias den Mund 
ἄλλο δτιοῦν διώκων, dessen gene- 


so voll, dafs er die Konstruktion 


verliert. Er spricht breit in den 
W,. γενναιοτάτων zul “ἀρίστων, 
in dem überflüssigen οὐχ ὡς τι 
αἰσχρὸν ποιοῦντι, in dem flachen 
Gegensatze ἑλόντι καλὸν καὶ μὴ 
ἑλόντι αἰσχρόν; er spricht ge- 
schraubt in den W, παρακέλευσις 
παρὰ πάντων ϑαυμαστῆ, ὃ γόμος 
δέδωζε τῷ ἐραστῇ ϑαυμαστὰ ἔργα 
ἐργαζομένῳ ἐπαινεῖσθαι und in 
dem Gegensatz zu der nugexe- 
λευσις παρὰ πάντων, in den W, 
φιλοσοφίας τὰ μέγιστα καρποῖτ᾽ 
ἀν ὀνείδη „der Weisheit härtester 
Tadel dürfte sein Lohn sein“, Die 
Rede wird dann nach Art der 
Schwätzer (wie oben) weiter ge- 
führt durch Anknüpfung an einen 


reller Begriff in willkürliche Spe- 
zialitäten zerlegt wird mit den W. 
ἢ χρήματα βουλόμενος παρά του 
λαβεῖν ἢ ἀρχὴν ἄρξαι n tw ἀλ- 
λην δύναμιν ἐϑέλοι “ποιεῖν. Die 
Breite des Acerankt zeigen, die 
Wendungen ἱκετείας τε χαὶ ἀντι- 
βολ ήσεις ἐν ταῖς δεήσεσι, δουλείας 
δουλεύειν οἵας οὐδ᾽ ἂν δοῦλος 
οὐδείς, χαὶ ὑπὸ φίλων καὶ ὑπὸ 
ἐχϑρῶν und in dem zu ὑπὸ φίλων 
zal ὑπὸ ἐχϑρῶν chiastisch geord- 
neten Partieipien τῶν μὲν ὀνειδι- 
ζόντων, τῶν δὲ νουϑετούντων. 
Ganz überflüssig sind dann die W, 
τῷ δὲ ἐρῶντι πάντα --- διαπρατ- 
τομένου, in denen mit dem πράτ- 
τειν, πρᾶγμα, διαπραττομένου 


᾿ 
hl 
Dil 
AR 
ie" 
Ἢ 


ἢ; 
ἢ 


nn me 


Pe ep 


ΞΞ ρῶς 


26 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


συγγνώμη παρὰ ϑεῶν ἐχβάντι τὸν ὅρκον" ἀφροδίσιον γὰρ 
ὅρχον οὔ φασιν εἶναι" οὕτω καὶ οἱ ϑεοὶ καὶ οἱ ἄνϑρωτποι 
πἄσαν ἐξουσίαν τιξ:τοιήκασι τῷ ἐρῶντι, ὡς ὃ νόμος φησὶν 
ὃ ἐνϑάδε. 

Ταύτῃ μὲν οὖν οἰηϑείη ἂν τις τιάγκαλον νομίζεσϑαι 
ἐν τῇδε τῇ πόλει καὶ τὸ ἐρᾷν καὶ τὸ φίλους γίγνεσϑαι τοῖς 
ἐρασταῖς. ἐπειδὰν δὲ “παιδαγωγοὺς ἐπιστήσαντες οἱ πατέ- 
ρὲς τοῖς ἐρωμένοις μὴ ἐῶσι διαλέγεσϑαι τοὺς ἐραστᾶς, καὶ 
τῷ “ταιδαγωγῷ ταῦτα τιροστεταγμένα ἢ, ἡλικιῶται δὲ καὶ 
ἑταῖροι ὀνειδίζωσιν, ἐάν τι δρῶσι τοιοῦτο γιγνόμενον, 
χαὶ τοὺς ὀνειδίζοντας αὖ οἱ πρεσβύτεροι μὴ διαχωλύωσι 
μηδὲ λοιδορῶσιν ὡς οὐκ ὀρϑῶς λέγοντας, εἰς δὲ ταῦτα τες 
αὖ βλέψας ἡγήσαιτ᾽ ἂν πάλιν αἴσχιστον τὸ τοιοῦτον ἐν- 
ϑάδε νομίζεσϑαι. τὸ δέ, οἶμαι, ὧδ᾽ ἔχει" οὐχ ἁπλοῦν ἐστίν, 
ὅττερ ἐξ ἀρχῆς ἐλέχϑη, οὔτε καλὸν εἶναι αὐτὸ χαϑ᾽ αὑτὸ 
οὔτε αἰσχρόν, ἀλλὰ χαλῶς μὲν πραττόμενον καλόν, αἱ- 
σχρῶς δὲ αἰσχρόν. αἰσχρῶς μὲν οὖν ἐστε πονηρῷ τε καὶ 
πονηρῶς χαρίζεσϑαι, καλῶς δὲ χρηστῷ τε καὶ χαλῶς. πο- 
γηρὸς δ᾽ ἔστιν ἐχεῖνος ὁ ἐραστὴς ὃ πάνδημος, ὃ τοῦ σώ- 
ματος μᾶλλον ἢ τῆς ψυχῆς ἐρῶν" καὶ γὰρ οὐδὲ μόνιμός 
ἐστιν, ἅτε οὐ μονίμου ἐρῶν πράγματος. ἅμα γὰρ τῷ τοῦ 
σώματος ἄνϑει λήγοντι, οὗτιερ ἤρα, οἴχετ᾽ ἀττοπιτάμενος, 
πολλοὺς λόγους καὶ ὑποσχέσεις καταισχύνας" ὃ δὲ τοῦ 
ἤϑους χρηστοῦ ὄντος ἐραστὴς διὰ βίου μένει, ἅτε μονέμῳ 
συνταχείς. τούτους δὴ βούλεται ὃ ἡμέτερος γόμος εὖ χαὶ 
καλῶς βασανίζειν, nal τοῖς μὲν χαρίσασϑαι, τοὺς δὲ δεα- 
φεύγειν. διὰ ταῦτα οὖν τοῖς μὲν δειώχειν παρακελεύεται, 


gespielt wird, und lächerlich über- 
trieben ist der ‚Gedanke der W. χαὶ 
οἱ ϑεοὶ καὶ οἱ ἄνϑρωποι πᾶσαν 
ἐξουσίαν πεποιήχασι τῷ ἐρῶντι. 

Die Breite des Ausdrucks in der 
zweiten Hälfte des Kapitels liegt 
klar zu Tage. Wie im vorigen 
Kapitel, so weist auch hier Pau- 
sanias die Billigung eines zwischen 
dem Verehrer und dem Geliebten 
bestehenden unsittlichen Verhält- 


nisses durchaus klar und mehr denn 
zu deutlich zurück. Er gebraucht 
zuerst statt des χαρίζεσθαι ἐραστῇ 
den klareren Ausdruck τὸ φίλους 
γίγνεσϑαε τοῖς ἐρασταῖς. „Er sagt 
dann sonnenklar: αἰσχρόν ἐστι 
πονηρῷ τὲ χαὶ πονηρῶς χαρίζε- 
He und πονηρὸς δ᾽ ἔστιν ἐχεῖνος 
ὁ ἐραστὴς ὁ πάνδημος, ὁ τοῦ 
σώματος μᾶλλον ἢ τῆς ψυχῆς 
ἐρῶν. Er sagt es endlich noch 


ZYMIIOZION. 27- 


τοῖς δὲ φεύγειν, ἀγωνοθετῶν nal βασανίζων, ττοτέρων ττοτέ 
ἐστιν ὃ ἐρῶν καὶ ποτέρων ὃ ἐρώμενος. οὕτω δὴ ὑπὸ ταύ- 
της τῆς αἰτίας πορῶτον μὲν τὸ ἁλίσκεσϑαι ταχὺ αἰσχρὸν 
vevouıoraı, ἵνα χρόνος ἐγγένηται, ὃς δὴ δοκεῖ τὰ πιολλὰ 
καλῶς βασανίζειν" ἔπειτα τὸ ὑπτὸ χρημάτων καὶ ὑττὸ πτολι- 
τιχῶν δυνάμεων ἁλῶναι αἰσχρόν, ἐάν TE κακῶς πάσχων 
συτήξῃ χαὶ μὴ καρτερήσῃ, ἂν T’ εὐεργετούμενος εἰς χρή- 
ματα ἢ εἰς διαπράξεις πολιτικὰς μὴ καταφρονήσῃ" οὐδὲν 
γὰρ δοκεῖ τούτων οὔτε ἘβΑν δον οὔτε μόνιμον εἶναι, χωρὶς 
τοῦ μηδὲ πεφυκέναι ar’ αὐτῶν γενναίαν φιλίαν. μία δὴ 
λείπεται τῷ ἡμετέρῳ νόμῳ Odog, εἰ μέλλει καλῶς χαριεῖ- 
σθαι ἐραστῇ παιδικά" ἔστι γὰρ ἡμῖν νόμος, ὥσπερ ἐπὶ 
τοῖς ἐρασταῖς ἣν δουλεύειν ἐϑέλοντα ἡντινοῦν δουλείαν 
παιδικοῖς μὴ κολαχείαν εἶναι μηδὲ ἐπονείδιστον, οὕτω δὴ 
καὶ ἄλλη μία μόνη δουλεία ἑκούσιος λείτεεται οὐκ ἐττονεί- 
διστος" αὕτη δέ ἐστιν" ἡ περὶ τὴν ἀρετήν. - 

11. Νενόμισται γὰρ δὴ ἡμῖν, ἐαν τις ἐϑέλῃ τινὰ 
ϑερατιεύειν ἡγούμενος δι᾿ ἐχεῖνον ἀμείνων ἔσεσϑαι ἢ 
κατὰ σοφίαν τινὰ ἢ κατὰ ἄλλο ὅδτιοῦν μέρος ἀρετῆς, αὕτη 
αὖ ἡ ἐϑελοδουλεία οὐκ αἰσχρὰ εἶναι οὐδὲ κολακεία. δεῖ δὴ 
τῶ vouw τούτω ξυμβαλεῖν εἰς ταὐτό, τόν τε 7regl τὴν παι- 
δεραστίαν χαὶ τὸν περὶ τὴν φιλοσοφίαν τε χαὶ τὴν ἄλλην 
ἀρετήν, εἰ μέλλει ξυμβῆναι χαλὸν γενέσϑαι τὸ ἐραστῇ 


einmal auf das allerdeutlichste im cap. 11. Wie hoch Pausanias die 


Schlufssatz des Kapitels: μία δὴ 
λείπεται --- ἡ περὶ τὴν ἀρετήν. 
„Nur ein Weg bleibt nach unserer 
Sitte übrig, wenn in edler Weise 
ein Geliebter einem Verehrer sich 
hingeben soll: unsere Sitte verlangt, 
wie sie dem Verehrer dem Gelieb- 
ten gegenüber jeglichen Dienst ge- 
stattet, ohne ihn niedriger Gesin- 
nung (χολαχεία) zu zeihen, dals 
so auch nur ein einziger Dienst 
andererseits (ἄλλη d. h. anderer- 
seits, nämlich für den Geliebten) 
übrig bleibe, der keine Schande 
einträgt: αὕτη δέ ἐστιν ἡ περὶ 
τὴν ἀρετήν. 


rechte παιδεραστία stellt, sagt er 
noch einmal deutlich im Schlufs 
seiner Rede. „Man muls das, was 
die Sitte anf beiden Gebieten (τὼ 
νόμω τούτω), auf dem des ἔρως 
οὐράνιος und dem der φελοσοφία 
τε χαὶ ἄλλη ἀρετὴ erheischt, als 
ein einiges Sitiengesetz hinstellen 
(ξυμβαλεῖν εἰς ταὐτό), vorausge- 
setzt, dafs (el) die Hingabe des Ge- 
liebten an den Verehrer den Stem- 
pel des Schönen tragen soll“, wie 
man deutsch etwa sagen würde, 
wenn man sich ebenso phrasenreich 
ausdrücken wollte, wie Pausanias, 
dessen W. εἰ μέλλει ξυμβῆναι κα- 


28 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


παιδικὰ χαρίσασϑαι. ὅταν γὰρ εἰς τὸ αὐτὸ ἔλϑωσιν ἐρα- 
στής τε καὶ παιδικά, νόμον ἔχων ἑχάτερος, ὃ μὲν χαρισα- 
μένοις παιδικοῖς ὑττηρετῶν Örıovv δικαίως ἂν ὑττηρετεῖν, 
ὃ δὲ τῷ τιοιοῦντι αὐτὸν σοφόν τε χαὶ ἀγαϑὸν δικαίως αὖ 
ὁτιοῦν ἂν ὑπουργεῖν, καὶ ὃ μὲν δυνάμενος εἰς φρόνησιν 
χαὶ τὴν ἄλλην ἀρετὴν ξυμβάλλεσθαι, ὃ δὲ δεόμενος εἰς 
παίδευσιν καὶ τὴν ἄλλην σοφίαν χτᾶσϑαι, τότε δὴ τούτων 
ξυνιόντων εἰς ταὐτὸν τῶν νόμων μοναχοῦ ἐνταῦϑα ξυμ- 
σίτσιτει τὸ καλὸν εἶναι παιδικὰ ἐραστῇ χαρίσασϑαι, ἄλλοϑι 
δὲ οὐδαμοῦ. Erst τούτῳ χαὶ ἐξαπατηϑῆναι οὐδὲν αἰσχρόν" 
ἐπεὶ δὲ τοῖς ἄλλοις πᾶσι καὶ ἐξαττατωμένῳ αἰσχύνην φέρει 
χαὶ μή. εἰ γάρ τις ἐραστῇ ὡς πλουσίῳ τελούτου ἕνεκα χα- 
ρισάμενος ἐξαπατηϑείη χαὶ μὴ λάβοι χρήματα, ἀναφα- 
γέντος τοῦ ἐραστοῦ πένητος, οὐδὲν ἧττον αἰσχρόν" δοχεῖ 
γὰρ ὃ τοιοῦτος τό γε αὑτοῦ ἐτειδεῖξαι, ὅτε ἕνεχα χρημάτων 
ὁτιοῦν ἂν ὁτῳοῦν ὑττηρετοῖ, τοῦτσ᾽ δὲ οὐ καλόν. χατὰ τὸν 
αὐτὸν δὴ λόγον χἂν εἴ τις ὡς ἀγαϑῷ χαρισάμενος χαὶ αὐ- 
τὸς ὡς ἀμείνων ἐσόμενος διὰ τὴν φιλίαν τοῦ ἐραστοῦ ἐξα- 
πατηϑείη, ἀναφανέντος ἐχείνου καχοῦ χαὶ οὐ χεχτημένου 
ἀρετήν, ὅμως καλὴ ἡ ἀπάτη" δοχεῖ γὰρ αὖ χαὶ οὗτος τὸ 
χαϑ᾽ αὑτὸν δεδηλωχέναι, ὅτι ἀρετῆς γ᾽ ἕνεχα καὶ τοῦ Bel- 
τίων γενέσϑαι πᾶν ἂν παντὶ τιροϑυμηϑείη, τοῦτο δὲ αὐ 
πάντων χαάλλιστον" οὕτω πάντως γε καλὸν ἀρετῆς ἕνεχα 
χαρίζεσϑαι. 

Οὗτός ἐστιν E τῆς οὐρανίας ϑεοῦ ἔρως καὶ οὐράνιος 


λὸν γενέσϑαι eigentlich überhaupt mandem zur Schande anrechne, 


für den Gedanken ganz überflüssig 
sind und ein klares Verständnis 
mehr stören, als fördern. Das δὲ- 
χαίως in den W. ὁτιοῦν δικαίως 
ὑπηρετεῖν heilst aber nicht „mit 
Fug“ (Hier. Müller), sondern ist ein 
Synonymon zu χοσμίως καὶ vo- 
wluog und gleich ἄνευ ἀδικίας 
„in durch die dixn erlaubter Weise*“, 
Zum Schlufs der Rede spinnt er 
noch einmal mit allergröfster Breite 
den unvermittelten und flachen Ge- 
danken aus, dals die Sitte es nie- 


wenn er sich nach Tugend strebend 
einem Verehrer anschlielse und von 
diesem betrogen werde. Die nichts- 
sagende Breite, mit welcher Pau- 
sanias zum Schlufs spricht, empfin- 
det man am besten, wenn man sich 
seine Rede mit den letzten ΝΥ, des 
vorigen Kapitels: αὕτη δέ ἐστιν 
ὴ περὶ τὴν ἀρετήν, abgeschlossen 
enkt, Alles, was er im 11. Kap. 
sagt, macht den Eindruck, als ob 
der Redner das Ende nicht finden 
könne, 


ZYMIIOZION. 29 


χαὶ πολλοῦ ἄξιος καὶ πόλει καὶ ἰδιώταις, ττολλὴν ἐτπειμἔ- 
λειαν ἀναγκάζων ποιεῖσϑαι πρὸς ἀρετὴν τόν τε ἐρῶντα 
αὐτὸν αὑτοῦ χαὶ τὸν ἐρώμενον" οἱ δ᾽ ἕτεροι navreg τῆς 
ἑτέρας, τῆς πανδήμου. 

Ταῦτα σοι, ἔφη, ὡς ἐκ τοῦ παραχρῆμα, ὦ Φαῖδρε, 
περὶ Ἔρωτος συμβάλλομαι. --- 

Παυσανίου δὲ παυσαμένου, διδάσκουσι γάρ με ἴσα λέ- 
γειν οὑτωσὶ οἱ σοφοί, ἔφη ö Αριστόδημος δεῖν μὲν Agıoro- 
΄ ΄ - - m ac 
φάνη λέγειν, τυχεῖν δὲ αὐτῷ τινὰ ἢ ὑπὸ πλησμονῆς ἢ ὑπό 
τιγος ἄλλου λύγγα ἐχειπτεπττωχυῖαν χαὶ οὐχ οἷόν τε εἶναι 
λέγειν, ἀλλ᾽ εἰχεεῖν αὐτόν ---- ἐν τῇ κάτω γὰρ αὐτοῦ τὸν ἰατρὸν 
Ἐρυξίμαχον χκαταχεῖσϑαι --- Ὦ -- Ἐρυξίμαχε, — δίκαιος εἶ 
ἢ --- παῦσαί με --- τῆς λυγγὸς — ἢ λέγειν ὑπτὲρ ἐμοῦ, ἕως 
a > N ΄ \ x > ’ 2 - > N 
ἂν ἐγὼ — παύσωμαι. χαὶ τὸν Ἐρυξίμαχον εἰπεῖν Akka 
ποιήσω ἀμφότερα ταῦτα. ἐγὼ μὲν γὰρ ἐρῶ ἐν τῷ σῷ μέρει, 

σὺ δ᾽ ὁ δὰ ΄ 2 “ΔΓ νὰ BIL TE ὃ δ᾽ ἂν ἐγὼ λέ 
ἐπειδὰν zravon, ἐν τῷ ἐμῶ" ἐν ᾧ δ᾽ ἂν ἐγὼ λέγω, 

2. 3 2 u» \ ‚ ‚ 

ξὰν μέν σοι ἐϑέλῃ ἀπνευστὶ ἔχοντι scohvv χρόνον παύεσϑαι 


ἡ λύγξ' εἰ δὲ μή, ὕδατι ἀναχογχυλίασον. 


Dafs Plato der Rede des Pausa- 
nias einen, wenn auch von dem 
Redner nicht beabsichtigten, komi- 
schen Eindruck beimilst, zeigt ein- 
mal die scherzhafte Wendung, mit 
welcher Aristodem, nachdem er sie 
vorgetragen, fortfährt: Παυσανίου 
δὲ παυσαμένου und διδάσκουσι 
γὰρ — οἱ σοφοί, d. i., „als Pau- 
sanias pausierte — denn so lehren 
mich die Rhetoren (wie ihn) im 
Anklang zu reden“ u. s. w., und 
zeigt sodann das der Rede folgende 
Intermezzo, die Unterhaltung des 
Eryximachus und des Aristophanes. 
Nach der fliefsenden, phrasen- und 
wortreichen Rede des Pausanias 
kündigt der nächstverpflichtete Red- 
ner einen Schlucken an und dieser 
Redner ist der grolse Satiriker Ari- 
stophanes. Er spricht, weil durch 
den Schlucken behindert, wie ein 
Stammler: ὦ — Ἔρυ — ξίμαχε 
— δίκαιος εἰ —n — παῦσαί με 


3 mi 27, B 
εἰ δ᾽ ἄρα πάνυ 


χ. τ. ἕξι; er spielt ebenfalls in dem 
παῦσαι und παύσωμαι auf den Vor- 
redner an. Der Gegensatz ist so 
stark, dafs Plato wahrhaftig nicht 
nötig hatte, auf seine komische 
Wirkung ausdrücklich hinzudeuten., 
Und der nüchterne, verständige 
Arzt geht, wenn auch in urbanerer 
Weise, auf den Scherz ein; auch 
er spielt mit dem παύσῃ, παύεσϑαι, 
παύσεται und giebt in diesem scher- 
zenden Tone jene damals gewils, 
wie heute, bekannten Mittel an: 
Halte den Atem an, gurgele mit 
Wasser, nimm eine Prise d. h. so 
lange ich rede, unterlals jede 
schlechte Bemerkung; trinke nicht 
mehr so viel Wein, sondern tröste 
dich an einem Schluck Wasser und, 
(vielleicht!) nimm etwas Niefswurz! 
Und wirst du das gethan haben 
einmal oder zweimal, ist er auch 
noch so heftig, der Schlucken — 
novdoereı. Wie man diesen Rat- 


30 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ἰσχυρά ἔστιν, ἀναλαβών τι τοιοῦτον οἵῳ κινήσαις ἂν τὴν 
diva, πτάρε" καὶ ἐὰν τοῦτο ποιήσῃς ἅπαξ ἢ dig, καὶ ei 
πάνυ ἰσχυρά ἐστι, παύσεται. Οὐχ ἂν φϑάνοις λέγων, 
φάναι τὸν Agıoropavn‘ ἐγὼ δὲ ταῦτα ποιήσω. 

12. Εἰπεῖν δὴ τὸν Ἐρυξίμαχον, 4οκεῖ τοίνυν μοι 
ἀναγχαῖον εἶναι, ἐπειδὴ Παυσανίας ὁρμήσας ἐπὲ τὸν λό- 
γον καλῶς οὐχ ἱκανῶς ἀτιετέλεσε, δεῖν ἐμὲ πειρᾶσϑαι 
τέλος ἐπιϑεῖναι τῷ λόγῳ. τὸ μὲν γὰρ διπλοῦν εἶναι τὸν 
Ἔρωτα δοκεῖ μοι καλῶς διελέσθαι" ὅτι δὲ οὐ μόνον ἐστὶν 
ἐπὶ ταῖς ψυχαῖς τῶν ἀνθρώπων τιρὸς τοὺς καλοὺς ἀλλὰ 
χαὶ πρὸς ἄλλα πολλὰ καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις, τοῖς τε σώμασι 


schlägen „Wichtigthuerei* vorwer- 
fen kann (A. Hug), verstehe ich 
nicht. 

cap.12. Liegt die komische Wir- 
kung der Reden des Phädrus und 
des Pausanias gerade in dem kind- 
lichen Ernst, mit welchem sie ihre 
Aufgabe zu lösen versuchen, so 
treiben die beiden jetzt folgenden 
Redner, Eryximachus und Aristo- 
phanes, mit Bewulstsein Scherz. 
Eryximachus ist es, der das Thema 
vorgeschlagen hat, der (Kap. 5) in 
so neckischer Weise seinen Freund 
Phädrus gereizt hat, den Reigen 
zu eröffnen. Er und Aristophanes 
verstehen sich, wie wir eben ge- 
sehen haben, recht gut. Auch ihre 
Reden sind unter einander ver- 
wandt, wie die des Phädrus und 
die des Pausanias. Sie scherzen 
beide, wie gesagt, mit Bewulstsein; 
der Scherz des einen, des Eryxi- 
machus, ist der des malsvollen, 
nüchtern-praktischenp Mannes, der 
des Aristophanes ist der überspru- 
delnde Witz des geistvollen Lust- 
spieldichters. Eryximachus’ Rede 
ist kurz und ihr Inhalt durchsichtig; 
der Gedanke, welchen er durchführt, 
ein durchaus verständiger: Eros ist 
der Herrscher des Alls; jede prak- 
tische Kunst ist nur das Verständ- 
nis der Erotik ihres Kreises; so 
die Heilkunst zumal, wie die Gym- 


nastik und der Landbau. Ebenso 
beruht jede freie Kunst, wie die 
Musik, auf dem Verständnis, die 
Gegensätze in Einklang zu bringen, 
im Eros zu einen. Und wie Eros 
der Herr ist auf allen Gebieten 
menschlicher Kunst, so ist er auch 
die bewegende Ursache der physi- 
schen und der sittlichen Weltord- 
nung: ἐπὶ πᾶν ὃ ϑεὸς τείνει zul 
κατ᾽ ἀνθρώπινα καὶ κατὰ ϑεῖα 
πράγματα. 

Eryximachus knüpft an des Pau- 
sanias Hauptsatz vom zwiefachen 
Eros an und sagt scherzend, Pau- 
sanias habe „einen schönen Anlauf 
zu seiner Rede genommen, habe sie 
aber nicht genügend (erschöpfend) 
hinausgeführt“. Der milde Scherz 
liegt in dem anerkennenden ὃρ- 
μήσας ἐπὶ τὸν λόγον, dem statt 
des ἀρξάμενος gebotenen Bilde. 
Während dann Pausanias im Beginn 
seiner Rede seine Aufgabe einführte 
mit dem stolzeren: ἐγὼ οὖν neı- 
ράσομαι τοῦτο ἐπανορϑώσασϑαιε, 
sagt ryximachus bescheidener: δὲῖ 
ἐμὲ πειρᾶσϑαι τέλος ἐπιϑεῖναι 
τῷ λόγῳ, wohl auch hier mit die- 
sem Scherz die Phrase τέλος ἐπι- 
ϑεῖναι statt des einfachen Verbums 
gebrauchend,. Er gesteht dann dem 
Vorredner in den ΝΥ. τὸ . y& 
διπλοῦν — διελέσϑαε noch einma 
das χαλῶς zu, giebt aber statt des 


ee EEE 


ZYMIIOZION. 91 


τῶν πάντων ζώων χαὶ τοῖς ἐν τῇ γῆ φυομένοις χαὶ ὡς 
ἔπος εἰπεῖν ἐν πᾶσι τοῖς οὖσι, καϑεωραχέναι μοι δοκῶ 
ἐκ τῆς ἰατρικῆς, τῆς ἡμετέρας τέχνης" ὡς μέγας καὶ ϑαυ- 
μαστὸς χαὶ ἐπὶ πᾶν ὃ ϑεὸς τείνει χαὶ κατ᾽ ἀνϑρώπινα 
χαὶ κατὰ ϑεῖα πράγματα. ἄρξομαι δὲ ἀπὸ τῆς ἰατρικῆς 
λέγων, ἴνα καὶ πρεσβεύωμεν τὴν τέχνην. 

H γὰρ φύσις τῶν σωμάτων τὸν διτυλοῦν Ἔρωτα τοῦ- 
τον ἔχει. τὸ γὰρ ὑγιὲς τοῦ σώματος xal τὸ νοσοῦν ὅμο- 
λογουμένως ἕτερόν τε χαὶ ἀνόμοιόν ἐστι, τὸ δὲ ἀνόμοιον 
ἀνομοίων ἐπιϑυμεῖ χαὶ ἐρᾷ. ἄλλος μὲν οὖν ὃ ἐπὶ τῷ 
ὑγιεινῷ ἔρως, ἄλλος δὲ ὃ ἐπὶ τῷ νοσώδει. ἔστι δή, ὥσπερ 
ἄρτι Παυσανίας ἔλεγε τοῖς μὲν ἀγαϑοῖς καλὸν χαρίζεσϑαι 
τῶν ἀνϑρώπων, τοῖς δὲ ἀκολάστοις αἰσχρόν, οὕτω καὶ ἐν 
αὐτοῖς τοῖς σώμασι τοῖς μὲν ἀγαϑοῖς ἑκάστου τοῦ σώ- 
ματος χαὶ ὑγιεινοῖς χαλὸν χαρίζεσϑαι καὶ δεῖ, καὶ τοῦτό 


οὐχ ἱκανῶς die urbanere Wendung 
χαϑεωρακέναι μοι δοχῶ ἐχ τῆς 
ἰατρικῆς, damit den Pausanias zu- 
gleich entschuldigend und seinen 
Gedanken bescheiden der Lehrerin, 
welcher er sein Leben gewidmet 
hat, zuweisend. Dieser Gedanke 
ist an sich ebenfalls spafshaft, so 
gut, wie wenn heute in derselben 
Lage ein Arzt sagen würde: „Ich 
will die Frage einmal vom medi- 
zinischen Standpunkte aus beleuch- 
ten“. Scherzend schliefst er auch 
die Einleitung seiner Rede: ἵνα 
χαὶ ὠς er τὴν τέχνην. 

To &vouoLov ἀνομοίων 
Baht zei ἐρᾷ Sind, glaube ich, 
so zu erklären: ἀνόμοια sind τὸ 
ὑγιὲς und τὸ νοσοῦν; also heilsen 
die W., konkret ausgedrückt: τὸ 
ὑγιὲς τοῦ νοσοῦντος und τὸ vo- 
σοῦν τοῦ ὑγιοῦς ἐπιϑυμεῖ χαὶ 
ἐρᾷ d.h. πὶ Gesunde begehrt des 
Kranken ἃ, (zat) liebt es und 
das Kranke Behr des Gesunden 
d.i. liebt es. Das Gesunde begehrt 
des Kranken heifst aber: es strebt 
desselben Herr zu werden, wie auch 
das Kranke das Gesunde zu be- 


herrschen, zu überwinden strebt: 
Der Scherz liegt hier in dem χαὶ 
ἐρᾷ. Sehr fein ist der Ausdruck 
ὃ ἐπὶ τῷ ὑγιεινῷ ἔρως, der dem 
Ausdruck ὃ τοῦ ὑγιεινοῦ ἔρως 
nicht etwa entspricht. Die Über- 
setzung Schleiermachers: „ein an- 
derer Eros also ist der über den 
Gesunden und ein anderer der über 
den Kranken“ dürfte deutsch kaum 
verständlich sein. Auch Hier. Mül- 
lers Wiedergabe: „eine andere Liebe 
regt sich also in dem Gesunden, 
eine andere in dem Krankhaften“ 
scheint mir nicht ganz zutreffend 
zu sein. Ich fasse die Dative 
ὑγιεινῷ und νοσώδει als Dative 
gen. neutr. und erkläre die W.: 
„eine andere ist die auf dem Ge- 
sunden basierende (und daher aus 
ihm erwachsende) Liebe, eine an- 
dere die auf dem Krankhaften be- 
ruhende“. 

Dafs weiterhin hinter der, ich 
möchte sagen, listigen Art, wie der 
Redner das ewige χαλὸν χαρίζε- 

σϑαι des Pausanias für seinen Zweck 
verwendet, der Schalk steckt, dürfte 
wohl schwer zu leugnen sein. Klas- 


32 TIAATQNOLZ 


3 Ἐ ; δὴ τὼν ΄ Pr \ Pr \ ’ 
ἔστιν ᾧ ὄνομα τὸ ἰατριχόν, τοῖς δὲ κακοῖς καὶ νοσώδεσιν 


- 2 -" , u 
αἰσχρὸν τε xal δεῖ ἀχαριστεῖν, el μέλλει τις τεχνιχὸς εἶναι. 
ἔστι γὰρ ἰατρική, ὡς ἐν κεφαλαίῳ εἰπεῖν, ἐπιστήμη τῶν 
τοῦ σώματος ἐρωτιχῶν πρὸς πλησμονὴν χαὶ κένωσιν, καὶ ὃ 
διαγιγνώσκων ἐν τούτοις τὸν καλόν τε χαὶ αἰσχρὸν ἔρωτα, 
οὗτός ἔστιν ὃ ἰατριχώτατος, χαὶ ὃ μεταβάλλειν ποιῶν, 
ὥστε ἀντὶ τοῦ ἑτέρου ἔρωτος τὸν ἕτερον χτᾶσϑαι, καὶ οἷς 
μὴ ἔνεστιν ἔρως, δεῖ δ᾽ ἐγγενέσϑαι, ἐπιστάμενος ἐμποιῆ- 

ΨΥ. 3 - 3 \ > BJ] 2 - \ 
σαι καὶ Evovra ἐξελεῖν, ἀγαϑὸς ἂν εἴη δημιουργός. δεῖ γὰρ 
δὴ τὰ ἔχϑιστα ὄντα ἐν τῷ σώματι φίλα οἷόν τ᾽ εἶναι ποιεῖν 

3 m I ΄ BU \ ὯΝ ἣν Δ [4 \ 
χαὶ ἐρᾷν ἀλλήλων ἔστι δὲ ἔχϑιστα τὰ ἐναντιώτατα, ψυχρὸν 
ϑερμῷ, πικρὸν γλυχεῖ, ξηρὸν ὑγρῷ, πᾶντα τὰ τοιαῦτα" 

x - ς [4 
τούτοις ἐπιστηϑεὶς ἔρωτα Eurroınoaı καὶ ὁμόνοιαν ὃ ἡμέ- 
τερος πρόγονος “ΑΙσχληπιός, ὥς φασιν οἵδε οἱ ποιηταὶ 
καὶ ἐγὼ σπείϑομαι, συνέστησε τὴν ἡμετέραν τέχνην. N τὲ 
οὖν ἰατριχή, ὥσπερ λέγω, πᾶσα διὰ τοῦ ϑεοῦ τούτου 
χυβερνᾶται, ὡσαύτως δὲ xal γυμναστικὴ καὶ γεωργία" 
μουσικὴ δὲ xal παντὶ χατάδηλος τῷ καὶ σμιχρὸν προσ- 
ἔχοντι τὸν νοῦν ὅτι χατὰ ταὐτὰ ἔχει τούτοις, ὥστεερ ἴσως 

TEL; B , > x - MR 
χαὶ Ἡράχλειτος βούλεται λέγειν, ἐπεὶ τοῖς γε δήμασιν 
> » ‚ Ries , ΄ x - 
οὗ καλῶς λέγει. TO ἕν γάρ φησι διαφερόμενον αὐτὸ αὑτῷ 


sisch aber ist die Definition der nastik, als die der ersteren am 


Heilkunst als der ἐπιστήμη τῶν 
τοῦ σώματος ἐρωτικῶν mit dem 
neckischen Zusatz πρὸς πλησμονὴν 
χαὶ χένωσιν. Mit einem kleinen 
Scherz schlielst er dann auch den 
ersten Abschnitt der Rede: ὡς φα- 
σιν οἵδε οἱ ποιηταὶ καὶ ἐγὼ nel- 
ϑομαι, να die Herren Dichter hier, 
Aristophanes und Agathon und ihre 
Genossen zu behaupten pflegen und 
wie ich, der Jünger des Aeskulap, 
auch gern glauben will“. 

Im zweiten Abschnitt des Kapi- 
tels erwähnt er, nach griechischer 
Redeweise vor dem Übergange zu 
einem neuen Gedanken das bisher 
Gesagte zusammenfassend (7 re οὖν 
ἰατρική χυβερνᾶται), verglei- 
chend mit der Heilkunst die Gym- 


nächsten verwandte Kunst, die γε- 
ὠργία aber, zurückweisend auf das 
oben Gesagte χαὲ τοῖς ἐν τῇ γῇ 
φυομένοις. Mit glücklichem Griff 
nimmt er dann aus dem geistigen 
Gebiete gerade die Musik heraus, 
da in ihr die Begriffe ἁρμονία und 
συμφωνία, die der ὁμολογία τῶν 
πρότερον ἐναντίων synonym sind, 
gegeben vorliegen. Der Mann des 
Studiums der Naturwissenschaft ci- 
tiert dann nicht einen Dichter, son- 
ders einen Heroen seiner Wissen- 
schaft, den Heraklit,. Es ist aber 
unrecht, in seiner Erklärung eines 
Satzes dieses Mannes eine unge- 
hörige Hofmeisterei zu sehen; gerade 
die Interpretation eines Satzes von 
Heraklit, der den Beinamen oxo- 


N ὅσων 


ne et tern 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ, ! 89 


ξυμφέρεσϑαι, ὥσπερ ἁρμονίαν τόξου τε καὶ λύρας. ἔστι 
δὲ πολλὴ ἀλογία ἁρμονίαν φάναι διαφέρεσϑαι ἢ ἐκ δια- 
φερομένων ἔτι εἶναι. ἀλλ᾽ ἴσως τόδε ἐβούλετο λέγειν, 
ὅτι ἐκ διαφερομένων πρότερον τοῦ ὀξέος καὶ βαρέος, 
ἔπειτα ὕστερον ὁμολογησάντων γέγονεν ὑπὸ τῆς μουσικῆς 
τέχνης. οὗ γὰρ δή που ἐκ διαφερομένων γε ἔτι τοῦ ὀξέος 
χαὶ βαρέος ἁρμονία ἂν εἴη. 9% γὰρ ἁρμονία συμφωνία 
ἐστί, συμφωνία δὲ ὁμολογία τις" ὁμολογίαν δὲ ἐκ διαφε- 
ρομένων, ἕως ἂν διαφέρωνται, ἀδύνατον εἶναι. διαφερό- 
μενον δὲ αὖ καὶ μὴ ὁμολογοῦν ἀδύνατον ἁρμόσαι, ὥσπερ 
γε καὶ ὃ δυϑμὸς ἐκ τοῦ ταχέος χαὶ βραδέος διενηνεγμέ- 
γων πρότερον, ὕστερον δὲ ὁμολογησάντων γέγονε. τὴν 
δὲ ὁμολογίαν πᾶσι τούτοις, ὥσπερ ἐχεῖ ἡ ἰατρική, ἐνταῦϑα 
ἡ μουσικὴ ἐντίϑησιν, ἔρωτα καὶ ὁμόνοιαν ἀλλήλων ἐμ- 
ποιήσασα᾽ χαὶ ἔστιν αὖ μουσικὴ περὶ ἁρμονίαν καὶ δυϑ- 
μὸν ἐρωτικῶν ἐπιστήμη. xal ἐν μέν γε αὐτῇ τῇ συστάσει 
ἁρμογίας τε καὶ ῥυϑμοῦ οὐδὲν χαλεπὸν τὰ ἐρωτιχὰ διαγιε- 
γνώσχειν, οὐδὲ ὃ διπλοῦς ἔρως ἐνταῦϑά πως ἔστιν. ἀλλ᾽ 
ἐπειδὰν δέῃ πρὸς τοὺς ἀνϑρώπους χκαταχρῆσϑαι ῥυϑμῷ 
τε χαὶ ἁρμονίᾳ ἢ ποιοῦντα, ὃ δὴ μελοτιοιίαν καλοῦσιν, 
ἢ χρώμενον ὀρϑῶς τοῖς πεποιημένοις μέλεσί τε καὶ μέ- 
τροις, ὃ δὴ παιδεία ἐκλήϑη, ἐνταῦϑα δὴ καὶ χαλεπὸν 
χαὶ ἀγαϑοῦ δημιουργοῦ δεῖ. πάλιν γὰρ ἥκει ὃ αὐτὸς 
λόγος, ὅτι τοῖς μὲν χοσμίοις τῶν ἀνϑρώπων, καὶ ὡς ἂν 
χοσμιώτεροι γίγνοιντο οἱ μήτεω ὄντες, δεῖ χαρίζεσϑαι 
χαὶ φυλάττειν τὸν τούτων ἔρωτα, καὶ οὗτός ἐστιν ὃ καλός, 
ὁ οὐράνιος, ὃ τῆς Οὐρανίας μούσης Ἔρως" ὃ δὲ Πολυ- 


τεινὸς trug, dürfte für griechische Der Gedanke besagt offenbar: „Da 


Ohren kaum etwas Verletzendes 
gehabt haben. 

Die W. zul ἐν μὲν αὐτῇ τῇ 
συστάσει ἁρμονίας zul ῥυθμοῦ 
— ἀγαϑοῦ δημίου voyov δεῖ erkläre 
ich in folgender Weise: σύστασις 
ist hier nicht das Zusammenstellen, 
das Anordnen, sondern ist intran- 
sitiv zu fassen: das Angeordnet- 
sein, die Ordnung, der Bestand. 


Plato, Symposion, 


wo bereits Harmonie und Rhyth- 
mus besteht, ist es nicht schwer, 
τὰ ἐρωτικὰ διαγιγνώσχειν; denn 
da kann von einem doppelten Eros 
nicht mehr die Rede sein ; da 
herrscht nur der οὐράνιος ἔρως. 
Wo man aber Harmonie und Rhyth- 
mus erst schaffen soll, da heilst 
es, sich als Meister zeigen,“ Die 
Stelle dürfte zu übersetzen sein: 


9 


84. «ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


μνίας ὃ πάνδημος, ὃν δεῖ εὐλαβούμενον προσφέρειν οἷς 
ἂν προσφέρῃ, ὅπως ἂν τὴν μὲν ἡδονὴν αὐτοῦ καρτιώσηται, 
ἀκολασίαν δὲ μηδεμέαν ἐμποιήσῃ, ὥστεερ ἐν τῇ ἡμετέρᾳ 
τέχνῃ μέγα ἔργον ταῖς περὶ τὴν ὀψοττοιικὴν τέχνην ἔττι- 
ϑυμίαις καλῶς χρῆσϑαι, ὥστ᾽ ἄνευ νόσου τὴν ἡδονὴν χαρ- 
πώσασϑαι. χαὶ ἐν μουσικῇ δὴ καὶ ἐν ἰατρικῇ καὶ ἐν τοῖς 
ἄλλοις πᾶσι καὶ τοῖς ἀνϑρωπείοις χαὶ τοῖς ϑείοις, χαϑ' 
ὅσον παρείχει, φυλαχτέον ἑκάτερον τὸν Ἔρωτα" ἔνεστον γάρ. 

13. Ἐπεὶ χαὶ ἡ τῶν ὡρῶν τοῦ ἐνιαυτοῦ σύστασις 
μεστή ἐστιν ἀμφοτέρων τούτων, χαὶ ἐπειδὰν μὲν πρὸς 
ἄλληλα τοῦ κοσμίου τύχῃ ἔρωτος ἃ γῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, 
τά τὲ ϑερμὰ xal τὰ ψυχρὰ χαὶ ξηρὰ χαὶ ὑγρά, καὶ ἀρμο- 
viav καὶ χρᾶσιν λαβὴ σώφρονα, ἥκει φέροντα εὐετηρίαν 
τε χαὶ ὑγίειαν ἀνθρώποις χαὶ τοῖς ἄλλοις ζώοις τε χαὶ 
φυτοῖς, καὶ οὐδὲν ἠδίκησεν" ὅταν δὲ ὃ μετὰ τῆς ὕβρεως 
Ἔρως ἐγχρατέστερος περὶ τὰς τοῦ ἐνιαυτοῦ ὥρας γένηται, 
διαφϑείρει τὲ πολλὰ καὶ ἠδίχησεν. οἵ τε γὰρ λοιμοὶ φι- 
λοῦσι γίγνεσϑαι ἐκ τῶν τοιούτων καὶ ἄλλ᾽ αὐ ὅμοια -τολλὰ 
γοσήματα χαὶ τοῖς ϑηρίοις καὶ τοῖς φυτοῖς" καὶ γὰρ 
χιάχναι χαὶ χάλαζαι χαὶ ἐρυσῖβαι ἐκ τειλεονεξίας καὶ ἀχοσ- 
μίας περὶ ἄλληλα τῶν τοιούτων γίγνεται ἐρωτιχῶν, ὧν 
ἐπιστήμη περὶ ἄστρων τε φορὰς καὶ ἐνεαυτῶν ὥρας ἄστρο- 
voula καλεῖται. 

Ἔτι τοίνυν καὶ ϑυσίαι πᾶσαι χαὶ οἷς μαντικὴ ἐττι- 
στατεῖ --- ταῦτα δ᾽ ἐστὶν ἡ περὶ ϑεούς re καὶ ἀνϑρώ- 


„An dem Bestande der Harmonie 
und des Rhythmus selbst (d. i 

wo Harmonie und Rhythmus bereits 
bestehen und zu einander stimmen) 
ist es nieht schwer, das Gebiet der 
Erotik zu durchschauen, und es ist 
hier von einem zweifachen Eros 
gar keine Rede; aber wenn man 
vor den Menschen Rhythmus und 
Harmonie anwenden soll, entweder 
dichtend, in der sogenannten Lieder- 
dichtung, oder das gedichtete Lied 
und sein Metrum richtig verwen- 
dend, das was Erziehung heilst, da 


hat die Sache ihre Schwierigkeit und 
begehrt eines wackeren Meisters.“ 
cap. 13. Dem χόσμιος ἔρως, 
dem sittlichen ‚Eros, ist entgegen- 
gestellt ὁ μετὰ τῆς ὕβρεως ἐ ἕρως; 
υβρις ist bei Plato der Gegensatz 
der σωφροσύνη, des rechten Malses; 
also ist χόσμιεος ἔρως hier der „ge- 
mälsigte* Eros, wie Hier. Müller 
richtig übersetzt. Mit dem Begriffe 


καντικὴ bezeichnet dann Eryxi- 
machus das Gebiet dessen, was wir 
Religion nennen ἡ περὲ ϑεούς re 
πρὸς ἀλλήλους 


χαὶ ἃ νϑρώ ποὺς 


ZYMIIOZION. 35 


πους πρὸς ἀλλήλους κοινωνία — οὐ περὶ ἄλλο τί ἐστιν ἢ 
scegl Ἔρωτος φυλαχήν τε καὶ ἴασιν. πᾶσα γὰρ ἡ ἀσέβεια 
φιλεῖ γίγνεσϑαι, ἐὰν μή τις τῷ κοσμίῳ Ἔρωτι χαρίζηται 
μηδὲ τιμᾷ τε αὐτὸν καὶ πρεσβεύῃ ἐν παντὶ ἔργῳ, ἀλλὰ 
ἱπερὶ) τὸν ἕτερον, καὶ περὶ γονέας χαὶ ζῶντας χαὶ τετελευ- 
τηκότας xal περὶ ϑεούς" ἃ δὴ προστέτακται τῇ μαντικῇ 
ἐπισχοπεῖν ἱτοὺς Ἔρωτας; καὶ ἰατρεύειν, καὶ ἔστιν αὖ ἡ 
μαντικὴ φιλίας ϑεῶν καὶ ἀνϑρώπων δημιουργὸς τῷ ἐπιί- 
στασϑαι τὰ κατὰ ἀνϑρώπους ἐρωτιχά, ὅσα τείνει πρὸς 
ϑέμιν καὶ ἀσέβειαν. οὕτω πολλὴν καὶ μεγάλην, μᾶλλον 
δὲ πᾶσαν δύναμιν ἔχει ξυλλήβδην μὲν € πᾶς Ἔρως, ὃ δὲ 
σερὶ τἀγαϑὰ μετὰ σωφροσύνης καὶ δικαιοσύνης ἀποτε- 
λούμενος χαὶ παρ᾽ ἡμῖν χαὶ παρὰ ϑεοῖς, οὗτος τὴν με- 
γίστην δύναμιν ἔχει καὶ πᾶσαν ἡμῖν εὐδαιμονίαν παρα- 
σχευάζει χαὶ ἀλλήλοις δυναμένους ὁμιλεῖν καὶ φίλους εἶναι 
χαὶ τοῖς χρείττοσιν ἡμῶν ϑεοῖς. 

Ἴσως μὲν οὖν χαὶ ἐγὼ τὸν Ἔρωτα ἐπαινῶν πολλὰ 
παραλείπω, οὐ μέντοι ἑκών γε. ἀλλ᾽ εἴ τι ἐξέλιττον, σὸν 


χοινωνία ἃ. 1. der wechselseitige ἀνθρώπους ἐρωτικὰ) versteht. 


Verkehr in Bezug auf Götter wie 
auf Menschen, der wechselseitige 
Verkehr der Menschen gegenüber 
den Göttern, wie er sich in den 
ϑυσίαι darstellt, wie auch der Men- 
schen unter sich, so dafs sich das 
Gebiet der Religion aus zwei Fel- 
dern zusammensetzl, welche heilsen: 
7 πρὸς ἀλλήλους κοινωνία ἡ ῃ περὶ 
ϑεοὺς und ἢ m πρὸς ἀλλήλους χοι- 
γωνία ἡ περὶ ἀνϑρώπους. Den 
Ausdruc περὶ ἀνθρώπους zerlegt 
er dann später in seine Einzeln- 
heiten: περὶ γονέας χαὶ ζῶντας 
zul τετελευτηκότας. So nennt er 
zuletzt denn auch die μαντικὴ 
einen eig φιλίας ϑεῶν χαὶ 
ἀνθρώπων . φιλίας ϑεῶν καὶ 
φιλίας ἀνθρώπων, der Liebe zu 
den Göttern und der Menschenliebe, 
und dies ist sie oder wird sie, weil 
oder soweit sie sich auf die ἐρω- 
rızo des Menschenlebens (τὰ χατὰ 


Noch deutlicher trennt der. Redner 
in seinen Schlufsworten die Begriffe 
N πρὸς ἀλλήλους κοινωνία ἡ περὶ 
ϑεοὺυς und 7 πρὸς ἀλλήλους χοι- 
ρωγνία ἡ περὶ ἀνθρώπους, wenn 
er sagt, Eros schaffe uns alles Glück 
d. h. (za) er bewirke, dafs wir 
im stande seien, mit einander in 
Freundschaft zu verkehren, wie mit 
denen, die über uns stehen, den 
Göttern. Ich kann deshalb der An- 
sicht Hugs nicht folgen, welcher 
sagt: „Wenn der Mensch dem guten 
Eros in seinem Verhalten zu den 
Göttern folgt, so ist er εὐσεβής; 
folgt er dem schlechten, so ist er 
ἀσεβής. Der Redner geht aber in 
etwas unklarer Weise über die 
frühere Definition (ταῦτα δ᾽ ἐστὶν 
— χοινωνία) des Begriffes Religion 
hinaus, insofern er aus dem Gebiete 
der Sittlichkeit, dem richtigen Ver- 
hältnisse zu den Mitmenschen (dr- 
4} 


36 ΠΑΑΤΩΝΟΣ 


ΕΥ 3...) ΄ 2 - Arge ” > 
ἔργον, ὦ ᾿Αριστόφανες, ἀνατιληρῶσαι" ἢ εἴ πως ἄλλως ἐν 
γῷ ἔχεις ἐγκωμιάζειν τὸν ϑεόν, ἐγχωμίαζε, ἐπειδὴ καὶ 
τῆς λυγγὸς πέπαυσαι. --- 

Ἐκδεξάμενον ovv ἔφη εἰπεῖν τὸν ᾿Αριστοφάνη ὅτι 
Καὶ μάλ᾽ ἐπαύσατο, οὐ μέντοι πρίν γε τὸν πταρμὸν 
σχιροσενεχϑῆναι αὐτῇ, ὥστε μὲ ϑαυμάζειν, εἰ τὸ χόσμιον 
τοῦ σώματος ἐπιϑυμεῖ τοιούτων ψόφων καὶ γαργαλισ- 
μῶν, οἷον χαὶ ὃ πταρμός ἐστι πάνυ γὰρ εὐϑὺς ἐπαύσατο, 
ἐπειδὴ αὐτῷ τὸν πταρμὸν προσήνεγχκα. χαὶ τὸν Ἐρυξί- 
μαχον, Ὦ ᾽γαϑέ, φάναι, “Τριστόφανες, ὅρα τί ποιεῖς. γε- 
λωτοποιεῖς μέλλων λέγειν, καὶ φύλαχά με τοῦ λόγου ἀναγ- 
κάξεις γίγνεσϑαι τοῦ σεαυτοῦ, ἐάν τι γελοῖον εἴπῃς. ἐξόν 
σοι ἐν εἰρήνῃ λέγειν. χαὶ τὸν Agıoropevn γελάσαντα 
εἰπεῖν Ev λέγεις, ὦ Ἐρυξίμαχε, καὶ μος ἔστω ἄρρητα τὰ 
εἰρημένα. ἀλλὰ μή μὲ φύλαττε, ὡς ἐγὼ φοβοῦμαι περὶ 
τῶν μελλόντων ῥηθϑήσεσϑαι, οὔ τι μὴ γελοῖα εἴπω, τοῦτο 
μὲν γὰρ ἂν κέρδος εἴη καὶ τῆς ἡμετέρας μούσης ἐπιχώριον, 
ἀλλὰ μὴ καταγέλαστα. Βαλών γε, φάναι, ὦ ᾿Αριστόφανες, 
οἴει ἐκφεύξεσθαι" ἀλλὰ πρόσεχε τὸν νοῦν χαὶ οὕτω λέγε 
ὡς δώσων λόγον" ἴσως μέντοι, ἄν δόξῃ μοι, ἀφήσω σε. 

14. Καὶ μήν, ὦ Ἐρυξίμαχε, εἰπεῖν τὸν Agıoroparn, 
χαιοσύνη), einen Teil, das Verhal- und Gekitzels verlangt. Der Sinn 
ten zu den Eltern, in das Gebiet der der Antwort des Eryximachus ist: 
Frömmigkeit hinüberzieht u. s. w.“ „Warte nur, Freund Aristophanes, 
Ich vermag eine Unklarheit in den ich werde dir vergelten. Du ka- 
Worten des Eryximachus nicht zu lauerst und hast doch noch deine 
entdecken. — Rede vor dir; ich werde aufmerken 

Im folgenden Intermezzo giebt und sehen, ob dir nicht auch bei- 
Eryximachus dem Aristophanes das zukommen ist.“ Das ganze Inter- 
Wort, ihn neckend mit den W. mezzo bietet Rede und Gegenrede 
ἐπειδὴ καὶ τῆς λυγγὸς πέπαυσαι. zweier witziger Köpfe, die sich 
In seiner Antwort giebt Aristopha- schrauben. Bei Leibe aber ist der 
nes in köstlicher Weise den Scherz eine, Eryximachus, nicht „der 
zurück: er giebt das lachende Bei- strenge Wächter der Würde bei 


spiel zu den Sätzen des Vorredners: der heutigen Unterhaltung“, noch 
bei ihm hat auch — er hat ja den spricht der andere, Aristophanes, 


Schlucken verloren — das x00- „in affektiertem Ernste“ (Hug); viel- 
ıov τοῦ σώματος, die sittliche mehr: καὶ τὸν Ἀριστοφάνη "ελά- 
raft des Körpers, gesiegt; aber, σαντα εἰπεῖν d. i. Aristophanes 


sagt er, es ist doch wunderbar, mulste lachen und sagte u. 8. f. 
dafs sie dazu so vielen Spektakels cap. 14. Liegt über der Rede 


διό. A a ee 


ee ne tr ee ee ῃλλλοὐἰαδιιινδΥδδιδι, 


ZYMIIOZION. 37 


ἄλλῃ γέ πῃ ἐν νῷ ἔχω λέγειν, ἢ n σύ τε καὶ Παυσανίας 
εἰχιέτην. ἐμοὶ γὰρ δοκοῦσιν οἱ ἄνϑρωποι παντάπασι τὴν 
τοῦ ἔρωτος δύναμιν οὐκ ἡσϑῆσϑαι, ἐπεὶ αἰσϑανόμενοί 
γὲ μέγιστ᾽ ἂν αὐτοῦ ἱερὰ χατασχευάσαι χαὶ βωμούς, καὶ 
ϑυσίας ἂν ποιεῖν μεγίστας, οὐχ ὥσπερ νῦν τούτων οὐδὲν 
γίγνεται περὶ αὐτόν, δέον πάντων μάλιστα γίγνεσϑαι. 
ἔστι γὰρ ϑεῶν φιλανϑρωπότατος , ἐπίχουρός τε ὧν τῶν 
ἀνϑρώπων καὶ ἰατρὸς τούτων, ὧν ἰαϑέντων μεγίστη εὐδαι- 
μονία ἂν τῷ ἀνϑρωπείῳ γένει εἴη. ἐγὼ οὖν πειράσομαι 
ὑμῖν εἰσηγήσασϑαι τὴν δύναμιν αὐτοῦ, ὑμεῖς δὲ τῶν ἄλ- 
λων διδάσχαλοι ἔσεσϑε. δεῖ δὲ πρῶτον ὑμᾶς μαϑεῖν 
τὴν ἄνϑρω; πένην φύσιν χαὶ τὰ παϑήματα αὐτῆς. ἡ γὰρ 
salat ἡμῶν φύσις οὐχ αὕτη ἦν, ἥπερ γῦν, ἀλλ᾽ ἀλλοία. 
πρῶτον μὲν γὰρ τρία ἣν τὰ γένη τὰ τῶν ἀνθρώπων, οὐχ 
ὥσττερ νῦν δύο, ἄρρεν καὶ ϑῆλυ, ἀλλὰ καὶ τρίτον προσῆν 


des Eryximachus ein Hauch feinen, 
ich möchte sagen, stillen Humors, 
so giebt uns Plato in des Aristo- 
phanes Rede ein Beispiel überspru- 
delnden Witzes, eine Komposition, 
die sich dem Besten anreiht, was 
auf dem Gebiete des Witzes jemals 
ist geleistet worden. Grobkörniger, 
derber, hier und da an das Cynische 
streifender Witz paart sich mit lei- 
ser Ironie und Satire, und aus dem 
tollsten Treiben schaut der fast 
schwermütige Gedanke hervor: „in 
der Seele des Menschen lebt ein 
Sehnen, über dessen Ursprung kein 
Philosoph Aufklärung zu geben im 
stande ist“. In ihrer Form gleicht 
die Rede der des Eryximachus, wie 
die des Pausanias der des Phädrus 
verwandt war: sie verschmäht allen 
Phrasenprunk und spricht in ein- 
fachen, klaren Satzbildungen. 
Ἄλλῃ γέ πῇ ἐν νῷ ἔχω “λέγειν 
ἢ ἡ σύ τε καὶ Παυσανίας εἰπέτην, 
beginnt Aristophanes, anspielend 
auf die W. des Er ximachos: εἴ 
πῶς ἄλλως ἐν νῷ ἔχεις ἐγκωμιά- 
ζειν τὸν ϑεόν und den Arzt zu- 
gleich neckend dadurch, dafs er ihn, 


den einfachen, nüchternen Mann, 
mit dem Schwätzer zusammenstellt. 
Dann spricht er ein grofses Wort 
gelassen aus, wenn er den Men- 
schen überhaupt, also auch den 
bisherigen Rednern, jedes Verständ- 
nis für die Macht des Eros ab- 
spricht, sich als den alleinigen 
ächten Interpreten derselben hin- 
stellt und mit erheuchelter Vor- 
nehmheit mit der Bestimmtheit der 
Futurform seinen Freunden zuruft: 
ὑμεῖς δὲ τῶν ἄλλων διδάσκαλοι 
ἔσεσθε. Der nun folgende Gedanke 
von dem dritten Geschlecht gehört 
zu jener Art toller Erfindung, von 
der man sagt, es liege Methode 
darin. Ein solcher Gedanke ist 
heute oft ausgesprochen: „es giebt 
eine vierte Dimension“; nur dafs 
hinter diesem Gedanken kein Hu- 
mor steckt, sondern seine Eıfinder 
ihn in aller ehrbaren Weisheit aus- 
gesprochen haben. Aristophanes 
giebt seinen frappierenden Gedanken 
langsam, mit, einer wohlgefälligen 
Breite: οὐχ αὕτη nv, ἥπερ νῦν, ἀλλ᾽ 
ἀλλοία — οὐχ ὥσπερ γῦν δύο, 
ἄρρεν καὶ ϑήῆλυ, ἀλλὰ καὶ τρίτον 


38 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χοινὸν ὧν ἀμφοτέρων τούτων, οὗ νῦν ὄνομα λοισιόν, αὐτὸ 
δὲ ἡφάγεσται" ἀνδρόγυνον γὰρ ἕν τότε μὲν ἣν χαὶ εἶδος 
χαὶ ὄνομα ἐξ ἀμφοτέρων κοινὸν τοῦ re ἄρρενος καὶ ϑήλεος, 
γῖν δ᾽ οὐκ ἔστιν ἀλλ᾽ ἢ ἐν ὀνείδει ὄνομα κείμενον. ἔπειτα 
ὅλον ἦν ἑχάστου τοῦ ἀνθρώπου τὸ εἶδος στρογγύλον, 
γῶτον χαὶ πλευρὰς χύχλῳ ἔχον, χεῖρας δὲ τέτταρας εἶχε 
χαὶ σχέλη τὰ ἴσα ταῖς χερσί, nal τιρόσωτια δύ᾽ ἐτε αὐχένι 
χυχλοτερεῖ, ὅμοια zcavın" χεφαλὴν δ᾽ Ere’ ἀμφοτέροις τοῖς 
προσώποις ἐναντίοις κειμένοις μίαν χαὶ ὦτα τέτταρα, 
χαὶ αἰδοῖα δύο καὶ τἄλλα πάντα ὡς ἀπτὸ τούτων ἄν τις 
εἰχάσειεν. ἐπορείετο δὲ χαὶ ὀρϑὸν ὥσπεερ νῦν, δττοτέρωσε 
βουληϑείη" καὶ Örröre ταχὺ δρμήσειε ϑεῖν, ὥσττερ οἱ χυβε- 
στῶντες εἰς ὀρϑὸν τὰ σχέλη πιεριφερόμενοι κυβιστῶσι 
χύχλῳ, ὀχτὼ τότε οὐσι τοῖς μέλεσιν ἀτερειδόμενοι ταχὺ 
ἐφέροντο κύκλῳ. ἣν δὲ διὰ ταῦτα τρία τὰ γένη καὶ τοι- 
αὕὔτα, ὅτι τὸ μὲν ἄρρεν ἦν τοῦ ἡλίου τὴν ἀρχὴν ἔχγονον, 
τὸ δὲ ϑῆλυ τῆς γῆς, τὸ δὲ ἀμφοτέρων μετέχον τῆς σελὴ- 
γης, ὅτι καὶ ἣ σελήνη ἀμφοτέρων μετέχει" τιεριφερὴ δὲ 
δὴ ἣν καὶ αὐτὰ χαὶ N πορεία αὐτῶν διὰ τὸ τοῖς γονεῖσιν 
ὅμοια εἶναι. ἢν οὖν τὴν ἰσχὺν δεινὰ καὶ τὴν δώμην, καὶ 


προσὴν — οὗ νῦν ὄνομα λοιπόν, 
αὐτὸ δὲ ἠφάνισται. Dann endlich 
kommt das Schlagwort: ἀνδρόγυ- 
γον γὰρ κχ. τ. δ. Diesem Geschlecht 
sendet er dann einen seinen Unter- 
gang ‚betrauernden Seufzer nach: 
voV δ᾽ οὐχ ἔστιν ἀλλ᾽ ἢ ἐν ὀνεί- 
dsı ὄνομα χείμενον „jetzt ist es 
entschwunden und zum Schimpf- 
wort ist sein Name geworden“. 
In der Beschreibung des köstlichen 
Urmenschen sind χεῖρες und σχέλη 
nicht „Hände und Fülse“, sondern 
„Arme und Beine“. In der Über- 
setzung muls auch die Wortstellung 
beibehalten werden, soviel dies mög- 
lich: „Rücken und Seiten hatte er 
ringsherum, Arme hatte er vier und 
Schenkel ebensoviel wie Arme, und 
Gesichter zwei auf einem Nacken, 
der ringsum lief, ganz gleich alle 
beide* u, 8, w. Sodann 


ist auf 


die neckischen Zusätze zu achten, 
auf das urkomische Owoır πάντῃ 
d. h. konkreter gesagt „beide mit 
gleich langen Nasen“, auf das zei 
τάλλα πάντα ὡς ἀπὸ τούτων ἄν 
τις εἰχάσειεν, wie sich einer nach 
dem Gesagten leicht ein Bild davon 
machen kann (Hug giebt das Bild 
wirklich, ein Konterfei siamesischer 
Zwillinge, welche auf dem gemein- 
samen Bauche die Marke tragen: 
δ 


δαϑγ 


(νῶτον 3 5. νῶτον), auf das ὁπὸο- 
τέρωσε βουληϑείη, ferner auf die 
wunderliche Reihenfo! 'ge: χεφα- 
λὴν ular, καὶ era τέτταρα χαὲ 
αἰδοῖα δύο. Wunderbar wie die 
Gestalt, so wunderbar ist die Ab- 
kunft des Urmenschen: vom Helios 
stammt das männliche Geschlecht, 
von der Erde das weibliche und 


ZYMHOZION. 39 


τὰ φρονήματα μεγάλα εἶχον, ἐπεχείρησαν δὲ τοῖς ϑεοῖς, 

\ a ’ [4 \ ’ »ἃ ᾿ϑἢ \ 
χαὶ ὃ λέγει Ὅμηρος περὶ Ἐφιάλτου ve καὶ Ὥτου, περὶ 
ἐχείνων λέγεται, τὸ εἰς τὸν οὐρανὸν ἀνάβασιν ἐπιχειρεῖν 
ποιξῖν, ὡς ἐπιϑησομένων τοῖς ϑεοῖς. 

15. Ὁ ovv Ζεὺς χαὶ οἱ ἄλλοι ϑεοὶ ἐβουλεύοντο, ὅ τι 
χρὴ αὐτοὺς ποιῆσαι, χαὶ ἡπεόρουν᾽ οὔτε γὰρ Orews ἄσιο-- 
χτείναιεν εἶχον καὶ ὥσπερ τοὺς γίγαντας κεραυνώσαντες 
τὸ γένος ἀφανίσαιεν --- αἱ τιμαὶ γὰρ αὐτοῖς χαὶ ἱερὰ τὰ 

x » 2 7 2 , 27 2... > ὦ I 
00a τῶν ἀνϑρώπων ἠφανίζετο --- οὐϑ' ὅπως EWEv ἀσελ- 
γαίνειν. μόγις δὴ ὃ Ζεὺς ἐννοήσας λέγει ὅτι 4οκῶ μοι, 
ἔφη, ἔχειν μηχανήν, ὡς ἂν εἶέν τε ἄνϑρωποι καὶ παύ- 
σαιντο τῆς ἀχολασίας ἀσϑενέστεροι γενόμενοι. γνῦν μὲν 
γὰρ αὐτούς, ἔφη, διατεμῶ δίχα ἕχαστον, χαὶ ἅμα μὲν 
ἀσϑενέστεροι ἔσονται, ἅμα δὲ χρησιμώτεροι ἡμῖν διὰ τὸ 

, \ 2 \ 3 \ \ - 2 es, 
scheiovg τὸν ἀριϑμὸν αἰὐριρίωρια χαὶ βαδιοῦνται φᾷϑοὶ ξγχεὶ 
δυοῖν σχελοῖν᾽ ἐὰν δ᾽ ἔτι δοχῶσιν ἀσελγαίνειν χαὶ μὴ 
ἐϑέλωσιν ἡσυχίαν ἄγειν, τιάλιν αὖ, ἔφη, τεμῶ δίχα, ὥστ᾽ 
ἐφ᾽ ἑνὸς πορεύσονται σχέλους ἀσχωλίζοντες. ταῦτα εἰπὼν 


’ 


das dritte vom Mond (dem irrenden 
Ritter fein, wie Shakespeare ihn 
nennt), der nicht weils, ob er Erde 
oder Sonne ist, sondern an beiden 
seinen Teil hat. 

cap. 15. In diesem Kapitel spot- 
tet Aristophanes der Götter und 
Menschen. Zeus und die anderen 
Götter berieten, was sie thun soll- 
ten, χαὶ ἠπόρουν „und fanden 
keinen Ausweg“. Denn der Men- 
schen Geschlecht durften sie nicht 
töten, nicht von der Bildfläche ver- 
schwinden lassen; denn sonst wären 
auch die Opfer verschwunden. Dann 
platzt Zeus mit einem dumm-ein- 
fachen Mittel heraus: „Ich werde 
sie zerschneiden, da gewinnen wir 
zwiefach: einmal werden sie schwä- 
cher und sodann nützen sie uns 
mehr ( χρησιμώτεροὴ), da ihrer mehr 
werden.“ Der Plan ist brutal und 
die Ausführung göttlich roh. Zeus 
zerschneidet die armen Wesen, wie 


der Knecht eines Scharfrichters, 
und Apollo näht ihnen die Haut 
zusammen, dreht ihnen den Kopf 
zurecht und glättet an ihrem Kör- 
per die Falten, wie ein Gerber oder 
Schuster die Rindshaut, Nur wenige 
Falten läfst er bestehen, damit sie 
gedenken der Operation, welche in 
der Urzeit mit ihnen vorgenommen 
wurde (τοῦ παλλαιοῦ πάϑουρ). 
Und wie behäbig läfst der Dichter 
den Vater Zeus sprechen, mit dem 
ἅμα μὲν und dem ἅμα δέ, mit 
dem gnädigen Zusatz: χαὶὲ Badı- 
οὔνται ὀρϑοὶ ἐπὶ δυοῖν σχελοῖν, 
mit der für die armen Menschen- 
kinder nicht sehr erbaulichen Per- 
spektive in die Zukunft: πάλιν 
αὖ τεμῶ δίχα, ὥστ᾽ ἐφ᾽ ἑνὸς 
πορεύσονται σχέλους ἀσκωλίζον- 
tes. Wie neckisch schildert er 
ferner die Thätigkeit beider Götter; 
er sagt nicht, Zeus habe die Men- 
schen zerteilt, wie man eine Beere 


40 NAATQNOZ 


ἔτεμνε τοὺς ἀνϑρώπους δίχα, ὥστιερ οἱ τὰ δα τέμνοντες 

- ἢ no δι Δι ΔΝ, a E 
χαὶ μέλλοντες Tagıyeveiv, ἢ ὥσπερ οἱ τὰ Wa ταῖς ϑριξίν 
ὅντινα δὲ τέμοι, τὸν Anollw ἐχέλευε τό TE πρόσωπον 
μεταστρέφειν χαὶ τὸ τοῦ αὐχένος ἥμισυ πρὸς τὴν τομήν, 
ἵνα ϑεώμενος τὴν αὑτοῦ τμῆσιν χοσμιώτερος εἴη ὃ ἄν- 

3 γ»" Au ς κα , ’ 
ϑρωπος, καὶ ταλλα ἰᾶσϑαι ἐκέλευεν. ὃ δὲ τό τὲ πρόσωπον 
μετέστρεφε, καὶ συνέλκχων πανταχόϑεν τὸ δέρμα ἐπὶ τὴν 
γαστέρα νῦν καλουμένην, ὥσπερ τὰ σύσπαστα βαλάντια, 
ἕν στόμα ποιῶν ἀπέδει χατὰ μέσην τὴν γαστέρα, ὃ δὴ 

\ 2 \ - \ \ \ 2 ς Ἁ 
τὸν ὀμφαλὸν χαλοῦσι. καὶ τὰς μὲν ἄλλας ῥυτίδας τὰς 
πολλὰς ἐξελέαινε καὶ τὰ στήϑη διήρϑρου, ἔχων τι τοιοῦτον 
ὄργανον οἷον οἱ σχυτοτόμοι, τιερὶ τὸν καλόποδα λεαίνον- 
τες τὰς τῶν σχυτῶν ῥυτίδας" ὀλίγας δὲ κατέλιτεε, τὰς 
[4 2 ᾿ τς 3 

περὶ αὐτὴν τὴν γαστέρα χαὶ τὸν ὀμφαλόν, μνημεῖον εἶναι 
τοῦ παλαιοῦ ττάϑους. 

Ἐπειδὴ οὖν ἡ φύσις δίχα ἐτμήϑη, ποϑοῦν ἕχαστον 
τὸ ἥμισυ τὸ αὑτοῦ ξυνήει, καὶ περιβάλλοντες τὰς χεῖρας 
χαὶ συμπλεχόμενοι ἀλλήλοις, ἐπιϑυμοῦντες συμφῦναι, 
> ,ὕ ς x - \ - 2 > 2 \ \ \ 
ἀπέϑνησχον ὑπὸ λιμοῦ nal τῆς ἄλλης ἀργίας διὰ τὸ μη δὲν 
γ , \ ) ΄ - Σ᾿ , 2 , 
ἐθέλειν χωρὶς ἀλλήλων ποιεῖν. καὶ Ortore τε ἀποϑάνοι 
τῶν ἡμίσεων, τὸ δὲ λειφϑείη, τὸ λειφρϑὲν ἄλλο ἐζήτει καὶ 


oder ein Ei zerschneidet; er setzt διήρϑρου — ist es nicht, als ob 


hinzu: wie man die Beere zerschnei- 
def, wenn man sie einmachen will, 
und wie man Eier zerteilt mit einem 
Haare. Einen nervösen Menschen 
kann das ταῖς ϑριξίν aufregen. 
Und nun der Auftrag an Apollo 
mit seiner mitten in die rohe Pro- 
zedur hineingeworfenen ethischen 
Folgerung: ἵνα ϑεώμενος τὴν αὖ- 
τοῦ τμῆσιν χοσμιώτερος εἰ 

ἄνϑρωπος „damit der arme ‚x 
seinen Schnitt immer vor Augen 
habe und so bescheidener werde*, 
Endlich die wahrhaft schusterhafte 
Arbeit des Apollo, den man fast 
dabei se hwitzen sieht: σὺ νέλχων 
πανταχόϑεν τὸ ϑέρμα --- ἕν στόμα 
ποιῶν ἀπέδει --- τὰς ῥυτίδας τὰς 
πολλὰς ἐξελέαινε --- τὰ στήϑη 


ein Schuster ein Paar Wasserstie- 
feln über den Leisten arbeite? Und 
bei alledem kein das religiöse Ge- 
fühl verletzendes Wort; im Gegen- 
teil, man hat den Eindruck, Zeus 
und Apollo, wenn sie das gehört 
hätten, aus vollem Herzen hätten 
sie mitlachen müssen. 

Im zweiten Abschnitt des Kapi- 
tels weckt der Redner zunächst 
unser humoristisches Bedauern, 
wenn ich so sagen darf; man 
schäle ‘nur das Gerippe aus dem 
ersten Satze und man wird mir 
Recht geben: ποϑοῦν ἕχαστον τὸ 
ἴων τὸ αὑτοῦ Sorge, al ane- 

oxov ὑπὸ An οὔ χαὲ τὸ λει 

γον ἄλλο ἐζήτεε χαὶ οὕτως 
πνωλαννῦοι Um so wirksamer 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. 4] 


συνεπλέχετο, εἴτε γυναικὸς τῆς ὅλης ἐντύχοι ἡμίσει, ὃ δὴ 
γῦν γυναῖχα καλοῦμεν, εἴτ᾽ ἀνδρός" καὶ οὕτως ἀπώλλυντο. 
ἐλεήσας δὲ ὃ Ζεὺς ἄλλην μηχανὴν ττορέζεται, χαὶ uerari- 
ϑησιν αὐτῶν τὰ αἰδοῖα εἰς τὸ πρόσϑεν" τέως γὰρ χαὶ 
ταῦτα ἐχτὸς εἶχον, χαὶ ἐγέννων καὶ ἔτιχτον οὐχ εἰς ἀλλή- 
λους ἀλλ᾽ εἰς γῆν, Woreo οἱ τέττιγες. μετέϑηχέ τε οὖν 
οὕτως αὐτῶν εἰς τὸ πρόσϑεν χαὶ διὰ τούτων τὴν γένεσιν 
ἐν ἀλλήλοις ἐποίησε, διὰ τοῦ ἄρρενος ἐν τῷ ϑήλει, τῶνδε 
ἕνεχα, ἵνα ἐν τῇ συμτιλοχῇ ἅμα μὲν εἰ ἀνὴρ γυναιχὶ 
ἐντύχοι, γεννῷεν χαὶ γίγνοιτο τὸ γένος, ἅμα δ᾽ εἰ χαὶ 
ἄρρην ἄρρενι, πλησμονὴ γοῦν γίγνοιτο τῆς συνουσίας καὶ 
διατταύοιντο χαὶ ἐπὶ τὰ ἔργα τρέποιντο χαὶ τοῦ ἄλλου 
βίου ἐπιμελοῖντο. ἔστι δὴ οὖν ἐκ τόσου ὃ ἔρως ἔμφυτος 
ἀλλήλων τοῖς ἀνθρώποις χαὶ τῆς ἀρχαίας φύσεως συν- 
αγωγεὺς καὶ ἐπιχειρῶν ποιῆσαι ἕν ἐκ δυοῖν καὶ ἰάσασϑαι 
τὴν φύσιν τὴν ἀνϑρωπίνηνγ. . 
16. Ἕχαστος οὖν ἡμῶν ἐστὶν ἀνθρώπου ξύμβολον, 
ἅτε τετμημένος ὥσπερ αἱ ψῆτται, ἐξ ἑνὸς δύο. ζητεῖ 
δὴ ἀεὶ τὸ αὑτοῦ ἕχαστος Eiußokov. ὅσοι μὲν οὖν τῶν 
ἀνδρῶν τοῦ χοινοῦ τμῆμά εἰσιν, ὃ δὴ τότε ἀνδρόγυνον 
ἐκαλεῖτο, φιλογύναιχές τ᾽ εἰσὶ καὶ οἱ πολλοὶ τῶν μοιχῶν 


packt in dieser Stimmung der fol- gleich mit der Scholle, jenem häfs- 


gende wahrhaft tolle Gedanke, die 
neue Operation des Vaters Zeus 
und die Gegenüberstellung des yev- 
γᾶν καὶ τίκτειν εἰς γῆν und der 
γένεσις ἐν ἀλλήλοις. Letztere be- 
gründet er in behaglicher Breite 
und in naiver Weise: ἵνα γεννῷεν 
χαὶ γίγνοιτο τὸ γένος und, ein 
wunderbarer Grund, ἵνα πλησμονὴ 
γίγνοιτο τῆς συνουσίας καὶ ἐπὶ 
τὰ ἔργα τρέποιντο. 

cap.16. Das ξύμβολον, die Halb- 
marke, ist die tessera hospitalis. 
Zwei Gastfreunde zerbrachen einen 
Würfel und jeder behielt einen Teil 
des Würfels; die Nachkommen er- 
kannten sich als Gästfreunde an 
den beiden Hälften, die zusammen- 
palsten. Noch lustiger ist der Ver- 


lichen Fisch, der platt ist, die Augen 
auf einer der Flächen des Kopfes 
hat und in der That aussieht, als 
sei er ein gespaltener Fisch. Wenn 
Aristophanes nun aus der Urgestalt 
der Menschen ihre jetzigen Nei- 
gungen ableilete, aus dem früheren 
männlichen Geschlecht die Liebe der 
Männer zu Männern, aus dem weib- 
lichen die der Frauen zu Frauen 
und aus dem γένος ἀνδρόγυνον 
die Geschlechtsliebe, so würde das 
schon ein ergötzlicher Schlufs sein; 
er geht aber weiter und erklärt 
seinen Zuhörern die Malslosigkeiten 
der Menschen aus ihrem Urzustande, 
erklärt die Existenz der μοιχοί, 
oder vielmehr der οἱ πολλοὶ τῶν 
μοιχῶν, der μοιχεύτριαι und der 


2 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἐκ τούτου τοῦ γένους γεγόνασι, χαὶ οσαι αὖ γυναῖχες 
φίλανδροί τε χαὶ μοιχεύτριαι, &4 τούτου τοῦ γένους γί- 
γνονται. ὅσαι δὲ τῶν γοναιχῶν γυναικὸς τμῆμά εἰσιν, οὐ 
πάνυ αὗται τοῖς ἀνδράσι τὸν νοῦν προσέχουσιν, ἀλλὰ 
μᾶλλον πρὸς τὰς γυναῖχας τετραμμέναι εἰσί, καὶ αἱ ἕται- 
ρίστριαι ἐκ τούτου τοῦ γένους γίγνονται. ὅσοι δὲ ἄρρενος 
τμῆμς εἰσι, τὰ ἄρρενα διώχουσι, καὶ τέως μὲν ἂν παῖδες 
ὦσιν, ἅτε τεμάχια ὄντα τοῦ ἄρρενος, φιλοῦσι τοὺς ἄνδρας 
χαὶ χαίρουσι συγχαταχείμενοι χαὶ συμτιδιλεγμένοι τοῖς 
ἀνδράσι, καί εἰσιν οὗτοι βέλτιστοι τῶν παέδων χαὶ μει- 
ραχίων, ἅτε ἀνδρειότατοι ὄντες φύσει. φασὶ δὲ δή τινες 
αὐτοὺς ἀγαισχύντους εἶναι, ψευδόμενοι" οὐ γὰρ ὑτε᾽ ἄναι- 
σχυντίας τοῦτο δρῶσιν, ἀλλ᾽ ὑπὸ ϑάρρους χαὶ ἀνδρείας 
χαὶ ἀρρενωπίας, τὸ ὅμοιον αὐτοῖς ἀσπαζόμενοι. μέγα 
δὲ τεχμήριον" καὶ γὰρ τελεωϑέντες μόνοι ἀποβαίνουσιν 
εἰς τὰ πολιτικὰ ἄνδρες οἱ τοιοῦτοι. ἐττειδὰν δὲ ἀνδρω- 
ϑῶσι, παιδεραστοῦσι χαὶ πρὸς γάμους καὶ παιδοποιίας 
οὐ προσέχουσι τὸν νοῦν φύσει, ἀλλὰ ὑτιὸ τοῦ νόμου ἀναγ- 
χαζονται ἀλλ᾽ ἐξαρκεῖ αὐτοῖς μετ᾽ ἀλλήλων καταζὴν 
ἀγάμοις. πάντως μὲν οὖν ὃ τοιοῦτος παιδεραστής τε 
χαὶ φιλεραστὴς γίγνεται, ἀεὶ τὸ ξυγγενὲς ἀσπαζόμενος. 
ὅταν μὲν οὖν χαὶ αὐτῷ ἐκείνῳ ἐντύχῃ τῷ αὑτοῦ ἡμίσει 
χαὶ ὃ παιδεραστὴς καὶ ἄλλος πᾶς, τότε χαὶ ϑαυμαστὰ 
ἐχσελήττονται φιλίᾳ τε χαὶ οἰχειότητε χαὶ ἔρωτι, οὐχ ἐϑέ- 
λοντες, ὡς Errog εἰτεεῖν, χωρίζεσϑαι ἀλλήλων οὐδὲ σμικρὸν 
χρόνον. χαὶ οἱ διατελοῦντες μετ᾽ ἀλλήλων διὰ βίου οὗτοί 
εἰσιν, οἱ οὐδ᾽ ἂν ἔχοιεν εἰπεῖν ὅ τι βούλονται σφίσι παρ᾽ 
ἀλλήλων γίγνεσθαι. οὐδὲ γὰρ ἂν δόξειε τοῦτ᾽ εἶναι ἡ 
τῶν ἀφροδισίων συνουσία, ὡς ἄρα τούτου ἕνεχα ἕτερος 
ἑτέρῳ χαίρει ξυνὼν οὕτως ἐπὶ μεγάλης σπουδῆς" ἀλλ᾽ 


ἑταιρίστριαι. Alsdann hebt er die 
Männerliebe scherzend hervor, in- 
dem er die Beweggründe derselben 
zu stark aufträgt: ὑπὸ ϑάρρους 
καὶ ἀνδρείας χαὶ ἀρρενωπίας und 
als Beweis für seine Behauptung 


die spätere Neigung der παῖδες 
hinstellt: ἀποβαίνουσιν εἰς τὰ 
πολιτικὰ ἄνδρες οἱ τοιοῦτοι, in- 
dem er von den Männern sagt, dals 
sie sich zur Kinderzeugung nur 
durch das Gesetz verpflichtet fühlen. 


ZYMNOZION. 43 


ἄλλο τι βουλομένη ἑκατέρου ἡ ψυχὴ δήλη ἐστίν, ὃ οὐ 
δύναται εἰπεῖν, ἀλλὰ μαντεύεται ὃ βούλεται, καὶ αἰνίττε- 
ται. καὶ εἰ αὐτοῖς ἐν τῷ αὐτῷ καταχειμένοις ἐπιστὰς ὃ 
Ἥφαιστος, ἔχων τὰ ὄργανα, ἔροιτο" τί ἔσϑ᾽ ὃ βούλεσϑε, 
Zr ἘΣ ὡς, 2. 7 , \ > >) 

ὦ ἄνθρωποι, ὑμῖν παρ᾽ ἀλλήλων γενέσϑαι; καὶ εἰ ἀπο- 
ροῦντας αὐτοὺς πάλιν ἔροιτο" ἀρά γε τοῦδε ἐπιϑυμεῖτε, 
3 - I. r Ω r 2 ͵ (d) \ 
ἐν τῷ αὐτῷ γενέσϑαι 0 τι μάλιστα ἀλλήλοις, ὥστε καὶ 

7 \ c \ > N ? ’ 3 \ 
ψύχτα χαὶ ἡμέραν un ἀπολείπεσθαι ἀλλήλων; εἰ γὰρ 
τούτου ἐπιϑυμεῖτε, ἐϑέλω ὑμᾶς συντῆξαι χαὶ συμφῦσαι 
εἰς τὸ αὐτό, ὥστε δύ᾽ ὄντας ἕνα γεγονέναι χαὶ ἕως τ᾽ 
- ς - - ᾿ \ 
ἂν ζῆτε, ὡς Eva ὄντα, κοινῇ ἀμφοτέρους ζῆν, χαὶ ἐπειδὰν 
2 , Bee Eee | 2 \ Ne} 67 > 
ἀποϑάνητε, ἐχεῖ αὖ Ev Audov ἀντὶ δυεῖν Eva εἶναι κοινῇ 
τεϑνεῶτε. ἀλλ᾽ ὁρᾶτε εἰ τούτου ἐρᾶτε καὶ ἐξαρχεῖ ὑμῖν 
7,ὔ ΄ -" ’ 2 Ξ 

ἄν τούτου τύχητε᾽ ταῦτα ἀχούσας ἴσμεν ὅτι οὐδ᾽ ἂν εἷς 
ἐξαρνηϑείη οὐδ᾽ ἄλλο τι ἂν φανείη βουλόμενος, ἀλλ᾽ 
ἀτεχνῶς οἴοιτ᾽ ἂν ἀχηχοέναι τοῦτο ὃ πάλαι ἄρα ἔπε- 
ϑύμει, συνελϑὼν καὶ συνταχεὶς τῷ ἐρωμένῳ ἐκ δυεῖν εἷς 
γενέσϑαι. τοῦτο γάρ ἐστι τὸ αἴτιον, ὅτι ἡ ἀρχαία φύσις 
ἡμῶν ἣν αὕτη χαὶ nuev ὅλοι" τοῦ ὅλου οὖν τῇ ἐπιϑυμίᾳ 
χαὶ διώξει ἔρως ὄνομα. χαὶ πρὸ τοῦ, ὥσπερ λέγω, ἕν 
7 \ \ \ \ b) , y chN - - 
μεν. γυνὶ δὲ διὰ τὴν ἀδιχίαν διῳχίσϑημεν ὑπτὸ τοῦ ϑεοῦ, 
χαϑάπερ Agraöeg ὑπὸ “αχεδαιμονίων. φόβος οὖν ἔστιν, 


Kostbar ist die Vorführung des He- 
phästos, des gewaltigen Schmieds. 
Mit Hammer und Zange und Blase- 
balg (ἔχων τὰ ὄργανα) tritt er an 


und von Apollo mit ihnen vorge- 
nommenen, 

Im Schlufs der Rede zieht der 
Redner das Facit aus dem Gesagten 


die in begeisterter Liebe Schwel- 
genden, die keinen andern Wunsch 
hegen, als ewig einander anzuge- 
hören, heran und spricht zu ihnen, 
wie ein guter Alter: Ihr Menschen- 
kinder, was wünscht ihr denn ei- 
gentlich? Und als sie nicht wissen, 
was sie enigegnen sollen, spricht 
er in der Breite gutherziger Leute 
zu ihnen und macht ihnen den tollen 
Vorschlag, sie zusammenzuschwei- 
(sen, wie ein Paar Eisenplatten, 
ein Prozels, ganz würdig des an- 
dern, des früher vom Vater Zeus 


und giebt uns dasselbe in kurzen 
bündigen Worten: τοῦ ὅλου τῇ 
ἐπιϑυμίᾳ χαὶ διώξει ἔρως ὄνομα, 
ein geistreiches Wort, wenn man 
auch nicht mehr als die neckische 
Erklärung der Liebe dahinter sucht; 
man-kann sich denken, dafs es für 
den Griechen zum geflügelten Worte 
hätte werden können. Mit den W. 
καϑάπερ Aoxzades ὑπὸ “ακεδαι- 
μονίων wissen die Erklärer nichts 
Rechtes anzufangen. Sie scheinen 
sich auf irgend einen historischen 
Vorgang zu beziehen, den wir nicht 


44 HAATQNOZ 


ἐὰν μὴ κόσμιοι ὦμεν πρὸς τοὺς ϑεούς, ὅπως μὴ καὶ αὖ- 
Yıs διασχισϑησόμεϑα, καὶ περίιμεν ἔχοντες ὥσπερ οἱ ἐν 
ταῖς στήλαις κατὰ γραφὴν ἐκτετυπωμένοι, διαπεετερισμένοι 
χατὰ τὰς ῥῖνας, γεγονότες ὥσπερ Aloraı. ἀλλὰ τούτων 
ἕνεχα πάντ᾽ ἄνδρα χρὴ ἅπαντα τιαραχελεύεσϑαει εὐσεβεῖν 
περὶ ϑεοίς, ἵνα τὰ μὲν ἐχφύγωμεν, τῶν δὲ τύχωμεν, ὧν 
ὁ Ἔρως ἡμῖν ἡγεμὼν καὶ στρατηγός. ᾧ μηδεὶς ἐναντία 
σπραττέτω" σιράττει δ᾽ ἐναντία, ὅστις ϑεοῖς ἀπεχϑανεται" 
φίλοι γὰρ γενόμενοι καὶ διαλλαγέντες τῷ ϑεῷ ἐξευρήσο- 
μέν τε χαὶ ἐντευξόμεϑα τοῖς παιδικοῖς τοῖς ἡμετέροις αὐὖ- 
τῶν, ὃ τῶν νῖν ὀλίγοι ποιοῦσι. χαὶ μή wor ὑπολάβῃ Ἐρυ- 
ξίμαχος κωμῳδῶν τὸν λόγον, ὡς Παυσανίαν καὶ ᾿γάϑωνα 
λέγω" ἴσως μὲν γὰρ καὶ οὗτοι τούτων τυγχάνουσιν ὄντες 
χαὶ εἰσὶν ἀμφότεροι τὴν φύσιν ἄρρενες" λέγω δὲ οὖν 
ἔγωγε χαϑ᾽ ἁπάντων καὶ ἀνδρῶν χαὶ γυναικῶν, ὅτε οὕτως 
ἂν ἡμῶν τὸ γένος εὔδαιμον γένοιτο, εἰ ἐχτελέσαιμεν τὸν 
ἔρωτα χαὶ τῶν παιδικῶν τῶν αὑτοῦ ἕχαστος τύχοι εἰν τὴν 
ἀρχαίαν ἀπελθὼν φύσιν. εἰ δὲ τοῦτο ἄριστον, ἀναγκαῖον 
χαὶ τῶν νῦν παρόντων τὸ τούτου ἐγγυτάτω ἄριστον εἶναι" 
τοῦτο δ᾽ ἐστὶ παιδιχῶν τυχεῖν κατὰ νοῦν αὐτῷ πεφυχό- 
των οὗ δὴ τὸν αἴτιον ϑεὸν ὑμνοῦντες δικαίως ἂν ὑμνοῖ- 
μεν Ἔρωτα, ὃς ἐν τῷ παρόντι ἡμᾶς πλεῖστα ὀνένησιν εἰς 
τὸ οἰχεῖον ἄγων, καὶ εἰς τὸ ἔπειτα ἐλπίδας μεγέστας scap- 
ἔχεται, ἡμῶν παρεχομένων πρὸς ϑεοὺς εὐσέβειαν, κατα- 
στήσας ἡμᾶς εἰς τὴν ἀρχαίαν φύσιν χαὶ ἰασάμενος μαχα- 
ρίους χαὶ εὐδαίμονας τιοιῆσαι. 

17. Οὗτος, ἔφη, ὦ Ἐρυξίμαχε, ὃ ἐμὸς λόγος ἐσεὶ 
περὶ Ἔρωτος, ἀλλοῖος ἢ ὃ σός. ὥσπερ οὖν ἐδεήϑην σου, 


kennen, vielleicht auf die διοέχησις 
Mantineas, von der Xenophon in 
den Hellen. erzählt, wenn dies Er- 
eignis nicht jüngeren Datums ist 
als die Abfassung des Symposions,. 

Zuletzt geht der Redner in den 
Ton des Moralpredigers über, der 
nach der vorangegangenen Ausein- 
andersetzung von grolser komischer 
Wirkung ist: ἀλλὰ τούτων ἕνεχα 


πάντ ᾿ ἄνδρα χρὴ παραχελεύεσϑαι 
εὐσεβεῖν περὶ ϑεούς, unterbricht 
sich aber durch den neckischen 
Hinweis auf den Freundschaftsbund 
des Agathon und Pausanias, um 
dann mit dem Preise der εὐδαι- 
uovl« der Liebenden zu enden. 
cap. 17. Das jetzt folgende In- 
termezzo ist umfangreicher als das, 
welches die Reden des Eryximachus 


ZYMIIOEION. ᾿ 45 


un κωμῳδήσῃης αὐτόν, ἵνα χαὶ τῶν λοιπῶν ἀκούσωμεν 
τέ ἕχαστος ἐρεῖ, μᾶλλον δὲ τί ἑχάτερος᾽ ᾿Αράϑων γὰρ 
καὶ Σωχράτης λοιποί. 

᾿Αλλὰ πείσομαί σοι, ἔφη φάναι τὸν Ἐρυξίμαχον" καὶ 
γάρ μοι ὃ λόγος ἡδέως ἐρρήϑη. καὶ εἰ μὴ ξυνήδειν 
Σωχράτει τε καὶ ᾿4γάϑωνι δεινοῖς οὖσι περὶ τὰ ἐρωτιχά, 
πάνυ ἂν ἐφοβούμην, μὴ ἀπορήσωσι λόγων διὰ τὸ πολλὰ 
καὶ παντοδαπὰ εἰρῆσϑαι" νῦν δὲ ὅμως ϑαρρῶ. τὸν οὖν 
Σωκράτη εἰπεῖν Καλῶς γὰρ αὐτὸς ἠγώνισαι, ὦ Ἔρυ- 
ξίμαχε" εἰ δὲ γένοιο οὗ νῦν ἐγώ εἰμι, μᾶλλον δὲ ἴσως οὗ 
ἔσομαι, ἐπειδὰν καὶ ᾿4γάϑων εἴπῃ, εὖ καὶ μάλ᾽ ἂν φοβοῖο 
χαὶ ἐν παντὶ εἴης, ὥσπερ ἐγὼ νῦν. Φαρμάττειν βούλει 
με, ὦ Σώχρατες, εἰπεῖν τὸν “4γάϑωνα, ἵνα ϑορυβηϑῶ 
διὰ τὸ οἴεσϑαι τὸ ϑέατρον προσδοχίαν μεγάλην ἔχειν ὡς 
εὖ ἐροῦντος ἐμοῦ. Ἐπιλήσμων μέντ᾽ ἂν εἴην, ὦ Ayaswy, 
εἰπεῖν τὸν Σωχράτη, εἰ ἰδὼν τὴν σὴν ἀνδρείαν καὶ μεγα- 
λοφροσύνην ἀναβαίνοντος ἐπὶ τὸν ὀχρίβαντα μετὰ τῶν 
ὑποχριτῶν, καὶ βλέψαντος ἐναντία τοσούτῳ ϑεάτρῳ, μέλ- 


und des Aristophanes scheidet ; mit 
Recht; denn mit der Rede des Aga- 
thon beginnt ein neuer Abschnitt 
des Symposions. Aristophanes er- 
innert zunächst den Eryximachus 
an sein Versprechen: ἄλλῃ γέ πῇ 
ἐν νῷ ἔχω λέγειν (Kap. 14), das 
er gehalten habe und bittet ihn 
scherzend, seine Drohung (φύλαχά 
με τοῦ λόγου ἀναγχάζεις τοῦ 
σεαυτοῦ) nicht auszuführen, damit 
sie bald den Genufs der Reden des 
Agathon und des Sokrates hätten. 
Auf den Scherz eingehend erwidert 
Eryximachus: ἀλλὰ πείσομαί σοι 
d.i. „ich mache dir meine Verbeu- 
gung; denn deine Rede ist in recht 
lieblicher Weise gehalten worden“. 
Das ἡδέως ist hier natürlich ein 
neckendes Wort, Harmlos neckend 
wendet er sich auch mit dem ξυνή- 
dew Σωχράτει τε zul Ayadovı 
δεινοῖς οὖσι περὶ τὰ ἐρώτικα an 
diese beiden Männer: „Ich weils 
80 gut, wie Sokrates und Agathon 


selber, dafs sie stark sind περὶ 
τὰ ἐρωτιχά.“ Den Sokrates aber 
nennt er zuerst, anspielend auf das, 
was dieser im 5. Kapitel gesagt hat: 
οὐδέν φημι ἄλλο ἐπίστασϑαι ἢ 
τὰ ἐρωτιχά. Sokrates nimmt den 
Scherz auf: „Du hast gut reden; 
denn du hast den Kampf wacker 
bestanden; in meiner Lage aber 
würdest du auch in schwerer Not 
(ἐν παντὴ) sein.“ Er macht dann 
zugleich dem Agathon ein necken- 
des Kompliment, wenn er auch ihn 
als seinen Vorredner zu fürchten 
vorgiebt. Agathon erwidert eben- 
falls im Scherz: paouarreıv βούλει 
με „du willst mir eine Dosis Angst- 
pulver eingeben; das soll dir aber 
nicht gelingen“. Das nun folgende 
Gespräch ist auclı nichts weiter als 
eine harmlose Neckerei zwischen 
Sokrates und Agathon, wie sie ganz 
zum Becher palst. Sokrates neckt 
den Agathon mit der Kühnheit, wel- 
che er jüngst dem ganzen ϑέατρον, 


46 ΠΑΑΤΏΝΟΣ 


λοντος ἐπιδείξεσϑαι σαυτοῦ λόγους, καὶ οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν 
ἐχπλαγέντος, γῦν oindein σε ϑορυβηϑήσεσϑαι ἕγεχα 
ἡμῶν ὀλίγων ἀνϑρώπων. Τί δέ, ὦ Σώχρατες; τὸν .4.γά- 
ϑωνὰ φάναι, οὐ δή πού μὲ οὕτω ϑεάτρου μεστὸν ἡγεῖ, 
ὥστε καὶ ἀγνοεῖν, ὅτι νοῦν ἔχοντι ὀλίγοι ἔμφρονες πολλῶν 
ἀφρόνων φοβερώτεροι; Οὺ μέντ᾽ ἂν καλῶς ποιοέην, φά- 
γαι τὸν Σωκράτη, ὠ Ayasın, stegl σοῦ τι ἐγὼ ἄγροικον 
δοξάξων' ἀλλ᾽ εὑ οἶδα, ὅτι εἴ τισιν ἐντύχοις οὺς ἡγοῖο 
σοφούς, μᾶλλον ἂν αὐτῶν φροντίζοις ı, ἢ τῶν πολλῶν" ἀλλὰ 
μὴ οὐχ οὗτοι ἡμεῖς ὦμεν" ἡμεῖς μὲν γὰρ καὶ ἐκεῖ παρῆμεν 
χαὶ nuev τῶν πολλῶν" εἰ δὲ ἄλλοις ἐντύχοις σοφοῖς, Tax’ 
ἂν αἰσχύνοιο αὐτούς, εἴ τι ἴσως οἴοιο αἰσχρὸν ὃν zrousiv‘ 
ἢ πῶς λέγεις; ᾿4ληϑῆ λέγεις, φάναι. Τοὺς δὲ πολλοὺς 
οὐχ ἂν αἰσχύνοιο, εἴ τι οἴοιο αἰσχρὸν ποιεῖν; χαὶ τὸν 
Φαῖδρον ἔφη ὑπολαβόντα εἰπεῖν Ὦ φίλε ᾿γάϑων, ἐὰν 
anorgivn Σωχράτει, οὐδὲν ἔτι διοίσει αὐτῷ ὅπῃοῦν τῶν 
ἐνθάδε ὁτιοῦν γίγνεσϑαι, ἐὰν μόνον ἔχῃ ὅτῳ διαλέγηται, 
ἄλλως τὲ χαὶ καλῷ. ἐγὼ δὲ ἡδέως μὲν ἀχούω Σωχράτους 
διαλεγομένου, ἀναγκαῖον δέ μοι ἐπιμεληϑῆναι τοῦ ἐγκω- 
μίου τῷ Ἔρωτι χαὶ ἀποδέξασϑαι παρ᾽ ἑνὸς ἑκάστου ὑμῶν 
τὸν λίγον" ἀποδοὺς οὖν ἑχάτερος τῷ ϑεῷ οὕτως ἤδη 
διαλεγέσϑω. ᾿Αλλὰ καλῶς λέγεις, ὦ Φαῖδρε, φάναι τὸν 
᾿γάϑωνα, χαὶ οὐδέν μὲ χωλύει λέγειν" Σωχρᾶάτει γὰρ 
χαὶ αὖϑις ἔσται πολλάχις διαλέγεσϑαι. 

18. Ἐγὼ δὲ δὴ βούλομαι πρῶτον μὲν εἰπεῖν ὡς 
χρή μὲ εἰτιεῖν, ἔπειτα εἰπεῖν. δοκοῦσι γάρ μοι πάντες οἱ 


der ganzen Zuhörerschaft gegen- einen Dialog zu beginnen, wozu 
über gezeigt habe. Agathon er- es aber der Vorsitzende Phädrus 
widert dem Gedanken nach: „Du nicht kommen lälst, sondern zur 
sagst immer, die grolse Menge, Sache ruft. 

οἱ πολλοί, und ihre Meinung sei cap. 18. Die Rede des Agathon 
nichts wert und mir mutest du zu, ist gewissermalsen die Vorrede oder 
sie zu berücksichtigen?“ Da falst die Einleitung zu den Darlegungen 
ihn Sokrates und wirft ihm lachend des Sokrates. Agathon steht in 
vor: „Was? Wir waren auch im blühender Jugend und ist Dichter; 
Theater und da sprichst du von von ihm allein unter allen Anwesen- 
den πολλοὶ Üyppoveg?“ Und nun den ist ein Liebesverhältnis (zu 
versucht Sokrates in seiner Weise Pausanias) bekannt. Die jugend- 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. 47 


- 


πρόσϑεν εἰρηκότες οὐ τὸν ϑεὸν ἐγκωμιάζειν, ἀλλὰ τοὺς 
Ὡ , 32 , “ 2 “ τί ς \ > “ 
ἀνϑρώπους εὐδαιμονίζειν τῶν ἀγαϑῶν ὧν ὁ ϑεὸς αὐτοῖς 
- ,ὔ x N - 
αἴτιος" ὁποῖος δέ τις αὐτὸς ὧν ταῦτα ἐδωρήσατο, οὐδεὶς 
εἴρηχεν. εἷς δὲ τρόπος ὀρϑὸς παντὸς ἐτταίνου στερὶ τταν- 
‚ - - \ , = 
τός, λόγῳ διελϑεῖν, οἷος οἵων αἴτιος ὧν τυγχάνει ττερὶ οὗ 
BJ c , 3 a \ ı» vo. = ’ 2 
ἂν ö λόγος ἢ. οὕτω δὴ τὸν Ἔρωτα καὶ ἡμᾶς δέκαιον Errat- 
γέσαι πρῶτον αὐτὸν. οἷός ἐστιν, ἔσεειτα τὰς δόσεις. φημὶ 
οὖν ἐγὼ πάντων ϑεῶν εὐδαιμόνων ὄντων Ἔρωτα, εἰ ϑέ- 
μις χαὶ ἀνεμέσητον εἰπεῖν, εὐδαιμονέστατον εἶναι αὐτῶν, 
/ Pi \ 27 2’ \ ΔΑ ΒΡ 
χάλλιστον ὄντα χαὶ ἄριστον. ἔστι δὲ κάλλιστος ὧν τοι- 
0008. πρῶτον μὲν νεώτατος ϑεῶν, ὦ Φαῖδρε. μέγα δὲ 
τεχμήριον τῷ λόγῳ αὐτὸς παρέχεται, φεύγων φυγῇ τὸ 
γῆρας, ταχὺ ὃν δῆλον ὅτι" ϑᾶττον γοῦν τοῦ δέοντος ἡμῖν 
προσέρχεται. ὃ δὴ πέφυκεν Ἔρως μισεῖν καὶ οὐδ᾽ ἐντὸς 
γολλοῦ τιλησιάζειν. μετὰ δὲ νέων ἀεὶ Evvsori re καὶ ἔστιν" 
ς ΄, 5 Erg ΄ 
Ö γὰρ παλαιὸς λόγος εὖ ἔχει, ὡς ὅμοιον ὁμοίῳ ἀεὶ τεελά- 
« ν ᾽, , - -" ς 
ζει. ἐγὼ δὲ Φαίδρῳ zoll ἄλλα ὅμολογῶν τοῦτο οὐχ Öuo- 


liche Begeisterung und die ruhige 
Überlegung des gereiften Mannes, 
der Dichter und der Philosoph 
stehen sich in Agathon und Sokra- 
tes entgegen. Der zwingende Ge- 
danke aber springt am schlagend- 
sten da ein, wo jugendliche Phan- 
tasie hat ihre Zügel schiefsen lassen. 
Nur mufs man, glaube ich, ebenso 
wenig an die Rede des Agathon, 
wie an die des Aristophanes den 
Malsstab dialektischer Beweisfüh- 
rung legen. Wir haben es im Sym- 
posion ja überhaupt nicht, vielleicht 
den Vortrag des Sokrates ausge- 
nommen, mit philosophischen Dar- 
legungen zu thun. Das Thema, 
das hier besprochen wird, verlangt 
ja nur eine laudatio, eine Lobrede, 
Ort und Gelegenheit aber sind ein 
Trinkgelage. Die Philosophie steht 
da eben nur im Hintergrunde, wie 
beim historischen Roman die Ge- 
schichte. 

Agathons Rede ist geordnet in 
ihrem Gedankengange. Er giebt 


den Gedankengang, „den er inne 
hält, selbst an: οὕτω δὴ τὸν 
Ἔρωτα ἡμᾶς δίκαιον ἐπαινέσαι 
πρῶτον αὐτὸν οἷός ἐστιν, ἔπειτα 
τὰς δόσεις. Die Beweisführung 
aber für die aufgestellten Behaup- 
tungen ist eine scherzende und dia- 
lektisch nicht haltbare. Schon die 
Zerlegung der Begriffe κάλλιστος 
und ἄριστος (κάλλιστος = νεώτα- 
τος καὶ ἁπαλώτατος χαὶ ὑγρὸς 
zul σύμμετρος καὶ καλὸς χρόαν 
und ἄριστος - δικαιότατος καὶ 
σωφρονέστατος καὶ ἀνδρειότατος 
zul σοφώτατος) folgt nicht der 
logischen Notwendigkeit, die Be- 
weise aber für den νεώτατος und 
ἁπαλώτατος u. 8. w. sind Kinder 
der Phantasie allein, nicht aber das 
Resultat einer logischen Rechnung. 
Denn einen logischen Beweis kann 
man es unmöglich nennen, wenn 
Agathon schliefst: ὕμοιον ὁμοίῳ 
ἀεὶ πελάζει" ὃ δὲ Ἴρως ἀεὶ μετὰ 
veov ξύνεστι χαὶ φεύγει τὸ γῆρας. 
διὰ τοῦτο δ᾽ ήρως νεώτατός ἐστιν. 


48. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


λογῶ, ὡς Ἔρως Κρόνου xal Ἰαπετοῦ ἀρχαιοτερός ἔστιν, 
, 3 x - > 
ἀλλὰ φημὶ νεώτατον αὑτὸν εἶναι ϑεῶν καὶ ἀεὶ νέον, τὰ 
δὲ παλαιὰ πράγματα περὶ ϑεούς, ἃ Ἡσίοδος καὶ Παρμε- 
,ὔ ΒῚ / \ 3 ” Ψ 2 - 
γίδης λέγουσιν, ᾿Ανάγκῃ καὶ οὐκ Ἔρωτι γεγονέναι, εἰ ἐχεῖ- 
-" ' r 
vor ἀληϑῆ ἔλεγον" οὐ γὰρ ἂν ἐχτομαὶ οὐδὲ δεσμοὶ ἀλλή- 
λων ἐγίγνοντο καὶ ἄλλα πολλὰ καὶ βίαια, εἰ Ἔρως ἐν αὐ- 
“ 3 2 \ , \ N cr - > τ» 
τοῖς ἣν, ἀλλὰ φιλία καὶ εἰρήνη, ὥσπερ, νῦν, ἐξ οὗ Ἔρως 
τῶν ϑεῶν βασιλεύει. νέος μὲν οὖν ἐστί, χερὸς δὲ τῷ γέῳ 
ἁπαλός" ποιητοῦ δ᾽ ἔστιν ἐνδεὴς οἷος ἣν Ὅμηρος, πρὸς 
τὸ ἐπιδεῖξαι ϑεοῦ ἁπαλότητα. Ὅμηρος yag’Arnv ϑεόν τέ 
φησιν εἶναι χαὶ ἁπαλήν" τοὺς γοῦν πόδας αὐτῆς ἁπαλοὺς 
εἶναι, λέγων 
τῆς μένϑ᾽ ἁπαλοὶ τεόδες" οὐ γὰρ ἐπ᾽ οὔδεος 
, 2 3 u a a" - , R 
σίλναται, ἀλλ᾽ ἄρα ἢ γε κατ᾽ ἀνδρῶν κράατα βαίνει. 
χαλῷ οὖν δοχεῖ μοι τεχμηρίῳ τὴν ἁπαλότητα ἀποφαίνειν, 
a > Ἂν, N\ - , 3 » τ ν - - ΘΝ Ὁ 
ὅτι οὐχ ἐπὶ σχληροῦ βαίνει, ἀλλ᾽ ἐπὶ μαλϑαχοῦ. τῷ αὑτῷ 
δὴ xal ἡμεῖς χρησώμεϑα τεχμηρίῳ περὶ Ἔρωτα ὅτι ἁπα- 


[4 - 3 > ’ὔ 
λός. οὐ γὰρ ἐπὶ γῆς βαίνει οὐδ᾽ ἐπὶ κρανίων, & ἐστιν οὐ 
Oder: ὃ Ἔρως οὐχ ἐπὶ σχληροῦ pitel) zu beweisen. Wenn er nicht 


βαίνει, ἀλλ᾽ ἐπὶ μαλϑαχοῦ" ἡ δ᾽ 
ἂν μαλαχὸν ἦϑος ἐχούσῃ ψυχῇ 
ἐντύχῃ, οἰχίζεται" διὰ τοῦτο ἅπα- 
λώτατον αὐτὸν ἀνάγχη εἶναι. 80 
schliefst weder der Ernst, noch die 
Flachheit, sondern vielmehr die 
scherzende Phantasie. 

In ihrer Form verrät die Rede 
den Schüler der Sophisten, zumal 
des Gorgias. Plato läfst es im 
vorigen Kapitel den Sokrates spa- 
(send andeuten, wes Geistes Kind 
Agatlıon in dieser Beziehung ist: 
εἴ τισιν ἐντύχοις οὺς ἡγοῖο σο- 
φούς, μᾶλλον ἂν αὐτῶν φρον- 
τίζοις τῶν πολλῶν und εἰ δὲ 
ἄλλοις ὌΝ σοφοῖς, τάχ᾽ ἂν 
αἰσχύνοιο αὐτοὺς x. τ. δ. Dals 
nun aber Agathon im Scherze rhe- 
torische Spielereien treibt und nicht 
etwa ernstlich, scheint mir das Ver- 
hältnis des ersten Teiles der Rede 
zum zweiten (des 18, zum 19, Ka- 


mit einer gewissen Jovialität der 
Rhetorik gegenüber stünde, würde 
er ihren Vorschriften von Anfang 
an folgen. Er hat nun freilich ein- 
zelne Spielereien auch im ersten 
Teile der Rede; so das dreimalige 
εἰπεῖν im ersten Satze gleich; so 
Wendungen wie das φεύγων φυγῇ 
τὸ γῆρας oder νέος κὲν οὖν ἐστί, 
πρὸς δὲ τῷ νέῳ analog, und 
γεώτατος μὲν δή ἐστι καὶ «ἅπα- 
λώτατος, πρὸς δὲ τούτοις ὑγ ρὸς 
τὸ εἶδος. Im ganzen aber spielt 
er doch anfangs in ganz netter, 
anziehender Weise viel mehr mit 
dem Gedanken. So in der erwähn- 
ten Begründung_ des νεώτατον καὶ 
ἁπαλώτατον εἶναι τὸν Ἔρωτα, 
wo ihm in der Begründung der 
ἁπαλότης auch einmal ein etwas 
derberer Witz unterläuft, wenn er 
sagt: οὐ βαίνει ἐπὶ κρανίων, ἃ 
ἐστιν οὐ πάνυ μαλακά, also von 


ZYMIIOZION. | 49 


΄ , 2 I ..2 » ΄ » δὴ \ 
πάνυ μαλαχά, ἀλλ᾽ ἐν τοῖς μαλακωτάτοις τῶν ὄντων xal 
Lg: > m 8 x ” \ m - VI 
βαίνει καὶ οἰκεῖ. ὃν γὰρ ἢϑεσι nal ψυχαῖς ϑεῶν χαὶ ἂν- 
ϑρώπων τὴν οἴκησιν ἵόρυται, καὶ οὐχ αὖ ἑξῆς ἐν πᾶσαις 
ταῖς ψυχαῖς, ἀλλ᾽ ἢτινι ἂν σκληρὸν ἦϑος ἐχούσῃ ἐντύχῃ, 
ἀπέρχεται, N δ᾽ ἂν μαλακόν, οἰχίζεται. ἀτιτόμενον οὗν 
ἀεὶ xal ποσὶ καὶ πάντῃ ἐν μαλακωτάτοις τῶν μαλακωτά- 
των, ἁπαλώτατον ἀνάγχη εἶναι. νεώτατος μὲν δή ἔστι 
καὶ ἁπαλώτατος, χερὸς δὲ τούτοις ὑγρὸς τὸ εἶδος. οὐ γὰρ 
ἂν οἷός τ᾽ ἡν πάντῃ σεριτιτύσσεσϑαι οὐδὲ διὰ πάσης ψυ- 
χῆς καὶ εἰσιὼν τὸ πρῶτον λανϑάνειν χαὶ ἐξιών, εἰ σχληρὸς 
nv. συμμέτρου δὲ χαὶ ὑγρᾶς ἰδέας μέγα τεχμήριον ἡ εὖ- 
σχημοσύνη, ὃ δὴ διαφερόντως Ex ττάντων ὁμολογουμένως 
27 2’ Ξ 2 ΄ \ 3.24 \ 2 ΄ 
Ἔρως ἔχει᾽ ἀσχημοσύνῃ γὰρ καὶ Ἔρωτι πρὸς ἀλλήλους 
ἊΝ ὦ ΄ ΄ \ ͵ ς > 2 - 
ἀεὶ πόλεμος. χρόας δὲ χάλλος ἢ χατ᾽ ἄνϑη δίαιτα τοῦ 
ϑεοῦ σημαίνει᾽ ἀνανϑεῖ γὰρ καὶ ἀτηνϑηκότι καὶ σώματι 
\ - \ BA ς m 2 ΕΟ»; ” T EN 
καὶ ψυχῇ καὶ ἄλλῳ ὁτῳοῦν οὐχ Evileı Ἔρως, οὐ ὃ ἂν 
εὐανϑής τε καὶ εὐώδηφ' τόπος m, del χαὶ ἵζει nal 
μένει. 
19. Περὶ μὲν οὖν κάλλους τοῦ ϑεοῦ καὶ ταῦϑ᾽ ἱκανὰ 
\ 2} \ ,ὕ \ \ > mu 2 Ἁ 
χαὶ ἔτι πολλὰ λείπεται, ττερὶ δὲ ἀρετῆς Ἔρωτος μετὰ 
» N x \ co γ 285.9 2 -  } 
ταῦτα λεχτέον, τὸ μὲν μέγιστον ὅτι Ἔρως οὔτ᾽ ἀδικεῖ οὔτ 
ἀδικεῖται οὔϑ᾽ ὑπὸ ϑεοῦ οὔτε ϑεόν, οὔϑ᾽ Ur ἀνϑρώπου 
77 2 ” \ I N ’ ΄ 27 ’ ἃ 
οὔτε ÜVFOWITOV. οὔτε γὰρ avvog βίᾳ ττασχξι, εἰ τι τιασχει 
βία γὰρ Ἔρωτος οὐχ ἅτιτεται. οὔτε ποιῶν ποιεῖ" τεᾶς γὰρ 
ς x 27 - [4 - a > ᾽ν c \ c ’ ΓΑ 
ἑκὼν Ἔρωτι τιᾶν ὑπηρετεῖ, α Ö ἂν ἑχὼν ἕχόντι ὅὃμολο- 
γήσῃ, φασὶν οἱ πόλεως βασιλῆς νόμοι δίκαια εἶναι. τπιρὸς 
δὲ τῇ δικαιοσύνῃ σωφροσύνης πλείστης μετέχει. εἶναι 
γὰρ ὁμολογεῖται σωφροσύνη τὸ χρατεῖν ἡδονῶν χαὶ ἔτπτι- 


den harten Schädeln der Menschen gut verraten, wie die Fülle des 


spricht. So ferner am Schlusse des 
Kapitels, wenn er sagt, falls der 
Be nicht schmiegsamer Natur 
ὠνγρὸς) sei, könne er unmöglich in 
Seelen hineinschlüpfen, oder 
wenn er das χρόας χάλλος aus 
der zur’ ἄνϑη δίαιτα zu beweisen 
sucht. Es sind das anziehende, lieb- 
liche Gedanken, die den Dichter so 


Plato, Symposion. 


Ausdrucks, über die er im letzten 
Teil seiner Rede gebietet. 

eap. 19. Launig ist auch die 
Art, mit welcher er die δικαιοσύνη 
und die σωφροσύνη des Gottes be- 
weist. Er ist ein δίκαιος, βαρ ΘΓ, 
weil er niemand vergewaltigt (ἀδὶ- 
zei); denn jeglicher beugt, sich ihm 
gern, freiwillig: ἃ δ᾽ av ἑχὼν 


4 


50 TAATONOE 


ϑυμιῶν, Ἔρωτος δὲ μηδεμίαν ἡδονὴν κρείττω εἶναι" ei δὲ 
ἥττους, κρατοῖντ᾽ ἂν ὑπτὸ Ἔρωτος, ὃ δὲ κρατοῖ, κρατῶν 
δὲ ἡδονῶν καὶ ἐπιϑυμιῶν ὃ Ἔρως διαφερόντως ἂν σω- 
φρονοῖ. χαὶ μὴν εἴς γε ἀνδρείαν Ἔρωτι οὐδὲ “ρης ἀνϑί- 
σταται. οὗ γὰρ ἔχει Ἔρωτα Ἄρης, ἀλλ᾽ Ἔρως “ἄρη, ᾿4φρο- 
δίτης, ὡς λόγος" χρείττων δὲ ὃ ἔχων τοῦ ἐχομένου" τοῦ 
δ᾽ ἀνδρειοτάτου τῶν ἄλλων χρατῶν πάντων ἂν ἀνδρειό- 
τατος εἴη. περὶ μὲν οὖν δικαιοσύνης καὶ σωφροσύνης καὶ 
ἀνδρείας τοῦ ϑεοῦ εἴρηται, περὶ δὲ σοφίας λείπεται" ὅσον 
οὖν δυνατόν, πειρατέον μὴ ἐλλείπειν" καὶ πρῶτον μέν, 
iv’ αὖ nal ἐγὼ τὴν ἡμετέραν τέχνην τιμήσω ὥσπερ Ἐρυξί- 
μαχος τὴν αὑτοῦ, ποιητὴς ὃ ϑεὸς σοφὸς οὕτως ὥστε καὶ 
ἄλλον ποιῆσαι" ττᾶς γοῦν ποιητὴς γίγνεται, κἂν ἄμουσος 
ἢ τὸ πρίν, οὗ ἂν Ἔρως ἅψηται. ᾧ δὴ πρέπει ἡμᾶς μαρτυ- 
ρίῳ χρῆσϑαι, ὅτι ποιητὴς ὃ Ἔρως ἀγαϑὸς ἐν κεφαλαίῳ 
πᾶσαν ποίησιν τὴν κατὰ μουσικήν" ἃ γάρ τις ἢ μὴ ἔχει 
ἢ μὴ οἶδεν, οὔτ᾽ ἂν ἑτέρῳ δοίη οὔτ᾽ ἂν ἄλλον διδάξειε. καὶ 
μὲν δὴ τήν γε τῶν ζώων ποίησιν πάντων τίς ἐναντιώσε- 
ται μὴ οὐχὶ Ἔρωτος εἶναι σοφίαν, ἡ γίγνεταέ τε καὶ φύε- 
ται πᾶντα τὰ ζῶα; ἀλλὰ τὴν τῶν τεχνῶν δημιουργίαν οὐκ 
ἴσμεν, ὅτι οὗ μὲν ἂν ὃ ϑεὸς οὗτος διδάσχαλος γένηται, 
ἐλλόγιμος καὶ φανὸς ἀπέβη, οὗ δ᾽ ἂν Ἔρως μὴ ἐφάψηται, 
σχοτεινός; τοξικήν γε μὴν καὶ ἰατρικὴν καὶ μαντιχὴν 
᾿Απόλλων ἀνεῦρεν ἐπιϑυμίας nal ἔρωτος ἡγεμονεύσαν- 
τος, ὥστε χαὶ οὗτος Ἔρωτος ἂν εἴη μαϑητής, καὶ ἸΠοῦσαι 
μουσικῆς nal Ἥφαιστος χαλχείας καὶ ᾿ϑηνὰ ἱστουργίας 


ἑχόντι ὁμολογήσῃ, φασὶν οἱ no- 
λεως βασιλῆς νόμοι δίκαια εἶναι. 
Er ist ferner ein σώφρων; denn 
ein σώφρων εἶναι heilst Herr der 
Begierden sein: weil aber keine 
Begierde stärker ist als die Liebe, 
sondern diese stärker als alle an- 
deren, beherrscht sie auch alle an- 
deren und ist also σώφρων. Ebenso 
ist der Beweis von der ἀνδρεία 
des Gottes. Solch eine Beweisfüh- 
ung, beim Trinkgelage gegeben, 


kann unmöglich für bare Münze 
genommen werden: wer das thut, 
nimmt der Darstellung das Charak- 
teristische, den Witz. In dem fol- 
senden Beweise von der vogi« 
des Gottes steckt dann wohl ein 
gut Teil poetischen Ernstes; so in 
dem schönen Gedanken, der ganz 
modern klingt: πᾶς ποιητὴς γίγνε: 
ται, κὰν ἄμουσος κα τὸ πρίν, οὐ 
ἂν Ἔ ως ζφηται und in dem mei- 
nem Gefühl nach wunderschönen 


ZYMIOZION. 61 


- 


καὶ Ζεὺς κυβερνήσεως ϑεῶν τε xal ἀνθρώπων. ὅϑεν δὴ 
καὶ κατεσχευάσϑη τῶν ϑεῶν τὰ πράγματα Ἔρωτος ἐγγε- 
» Id ’ 2 \ E | » ΡῚ 
γομένου, δῆλον ὅτι χαλλους" αἴσχει γὰρ οὐκ ἔνε Ἔρως" 
\ - u 3 3 er. 350 x \ Y = 

700 τοῦ δέ, WOrLEE Ev ἀρχῇ εἶπον, zrolla nal δεινὰ ϑεοῖς 
ἐγίγνετο, ὡς λέγεται, διὰ τὴν τῆς Avayıns βασιλείαν" 
ἐπειδὴ δ᾽ ὃ ϑεὸς οὗτος ἔφυ, ἐκ τοῦ ἐρᾷν τῶν χαλῶν πάντ᾽ 
> N , \ m \,23 ’ [42 2 \ “ὦ 
ἀγαϑὰ γέγονε χαὶ ϑεοῖς καὶ ἀνϑρώττοις. οὕτως ἐμοὶ δοχεῖ, 
3 πε » 5 Dr. τὰ ᾽Ὰ ͵ NM 

ὦ Φαῖδρε, Ἔρως πρῶτος αὑτὸς ὧν χάλλιστος Kal ἄριστος 
μετὰ τοῦτο τοῖς ἄλλοις ἄλλων τοιούτων αἴτιος εἶναι. ἐττέρ- 
χεται δέ μοί τι χαὶ ἔμμετρον εἰπεῖν, ὅτι οὗτός ἐστιν ὃ ποιῶν 

εἰρήνην μὲν ἐν ἀνϑρώποις, πελάγει δὲ γαλήνην 
γηνεμίαν ἀνέμων, κοίτῃ δ᾽ ὕπνον νηχηδῆ. 
οὗτος δὲ ἡμᾶς ἀλλοτριότητος μὲν κενοῖ, οἰχειότητος δὲ 
e \ ΄ ΄ >, ὅγε ‚ \ 
zehmooi, τὰς τοιάσδε ξυνόδους μετ΄ ἀλλήλων πάσας τιϑεὶς 
ξυνιέναι, ἐν ἑορταῖς, ἐν χοροῖς, ἐν ϑυσίαις γιγνόμενος 
ἡγεμών" πραότητα μὲν πορίζων, ἀγριότητα δ᾽ ἐξορίζων" 
φιλόδωρος εὐμενείας, ἄδωρος δυσμενείας" ἵλεως ἀγα- 
ϑοῖς, ϑεατὸς σοφοῖς, ἀγαστὸς ϑεοῖς" ζηλωτὸς ἀμοίροις, 
,ὔ - ς En N 

χτητὸς εὐμοίροις᾽" τρυφῆς, ἁβρότητος, χλιδῆς, χαρίτων, 
ἱμέρου, πτόϑου πατήρ᾽ ἐπιμελὴς ἀγαϑῶν, ἀμελὴς κακῶν" 
ἐν 090, ἐν φόβῳ, ἐν πόϑῳ, ἐν λόγῳ κυβερνήτης, ἔτει- 
βάτης, παραστάτης τε χαὶ σωτὴρ ἄριστος, ξυμπάντων τε 
ϑεῶν χαὶ ἀνθρώπων χόσμος, ἡγεμὼν χάλλιστος καὶ ἄρι- 


Gedanken, dals zu der Zeit, da und die inneren Glieder (ἀδικεῖται 


unter den Göttern allerhand Ge- 
waltthaten vorkamen, die harte 
Ἀνάγκη die Gebieterin der Götter 
war, dafs aber mit dem Eros die 
Glückseligkeit in den Kreis der 
Götter eingezogen sei. 

Dafs Agathon besonders in die- 
sem Kapitel mit der Form sein Spiel 
und seinen Scherz treibt, liegt auf 
der Hand. So gleich im Beginn 
mit dem Anklang und der chiasti- 
schen Stellung, in den Worten οὔτ᾽ 
ἀδιχεῖ οὔτ ἀδιχκεῖται οὐϑ᾽ ὑπὸ 
ϑεοῦ οὔτε ϑεόν, οὔϑ᾽ ὑπ᾽ ἀν- 
ϑρώπου οὔτε ἄνϑρωπον, wo die 
äufseren (ἀδιχεῖ ϑεόν, ἄνϑρωπον) 


ὑπὸ ϑεοῦ, ὑπ ᾿ ἀνϑρώπου) zusam- 
mengehören, mit dem βίᾳ πάσχει, 
τὸ πάσχει, dem ποιῶν σοιεῖ 
(5611. βίᾳ), dem ἑχὼν &xovrı, dem 
κρατοῖντ ἄν --- χρατοῖ --- κρα- 
τῶν τ. ν. ἃ. und zum Schlufs der 
Rede in begeisterter Stimmung mit 
den Worten, in denen er die Gaben 
des Gottes preist. Er zeigt sich 
hier in der That als einen Meister 
der Form, wie denn die ganze 
Rede den hochbegabten jugendlichen 
Dichter nicht gerade schwer er- 
kennen läfst. In seinem letzten 
Satze, in welchem Agathon ge- 
wissermalsen das Wort an den Sym- 


4* 


52 ITAATONOL 


στος, ᾧ 


Ὁ χρὴ ἕπεσϑαι πάντα ἄνδρα ἐφυμνοῦντα καλῶς 
χαλῆς δῆς μετέχοντα, ἣν ἄδει ϑέλγων πάντων ϑεῶν τε 
χαὶ ἀνϑρώπων νόημα. 

Οὗτος, ἔφη, ὃ παρ᾽ ἐμοῦ λόγος, ὦ Φαῖδρε, τῷ ϑεῷ 
> \ \ “- N \ > , 2 
ἀναχκείσϑω, τὰ μὲν παιδιᾶς, τὰ δὲ σπουδῆς μετρίας, χαϑ 
ὅσον ἐγὼ δύναμαι, μετέχων. 

20. Εἰπόντος δὲ τοῦ ᾿γάϑωνος πάντας ἔφη ὃ Agı- 
στόδημος ἀναϑορυβῆσαι τοὺς παρόντας, ὡς τερετεόντως 
τοῦ νεανίσχου εἰρηκότος καὶ αὑτῷ καὶ τῷ ϑεῷ. τὸν οὖν 
Σωκράτη εἰπεῖν βλέψαντα εἰς τὸν Ἐρυξίμαχον, ᾿Αρά σοι 
δοχῶ, φάναι, ὦ παῖ ’Axovusvoü, ἀδεὲς πάλαι δέος δεδιέ- 

2 3 2 - «a - ES"; 2 - σ 2 , 
γαι, ἀλλ᾽ οὐ μαντιχῶς, ἃ νῦν δὴ ἔλεγον, εἰπεῖν, ὅτι Aya- 
Iwv ϑαυμαστῶς ἐροῖ, ἐγὼ δ᾽ ἀπορήσοιμιε; Τὸ μὲν ἕτερον, 
φάναι τὸν Ἐρυξίμαχον, μαντικῶς μοι δοκεῖς εἰρηχέναι, 
ὅτι “γάϑων εῦ ἐρεῖ" τὸ δὲ σὲ ἀπορήσειν, οὐκ οἶμαι. Καὶ 
πῶς, ὦ μακάριε, eirteiv τὸν Σωχράτη, οὐ μέλλω ἀπορεῖν 
χαὶ ἐγὼ χαὶ ἄλλος ὁστισοῦν, μέλλων λέξειν μετὰ καλὸν 

co x x ΄ ς 2 x x x γ᾽" 
οὕτω χαὶ παντοδαπὸν λόγον ῥηϑέντα; χαὶ τὰ μὲν ἄλλα 
οὐχ ὁμοίως μὲν ϑαυμαστά᾽ τὸ δ᾽ ἐτοὶ τελευτῆς τοῦ κάλλους 
τῶν ὀνομάτων xal δημάτων τίς οὐχ ἂν ἐξεττλάγη ἀχούων; 


posiarchen zurückgiebt, bestätigt er 
meine Ansicht von dem scherzen- 
den Tone seiner Rede: οὗτος ὃ 
παρ᾽ ἐμοῦ “λόγος τῷ ϑεῷ ἀνα- 
χείσϑω, τὰ μὲν παιδιᾶς, τὰ 
δὲ σπουδῆς μετρίας μετίχων. 
cap. 20. Die Aufgabe des nun 
folgenden Intermezzo ist wohl, die 
Unterhaltung aus dem Gebiete dich- 
terischer Phantasie hinüberzuleiten 
in das ruhige Fahrwasser philoso- 
phischer Betrachtung. Als Agathon 
geendet, spenden ihm alle laut Bei- 
fall | (ἀναϑορυβεῖν), ὡς πρεπόντως 
τοῦ νεανίσχου εἰρηκότος „denn 
er hatte für einen jungen Mann 
prächtig gesprochen.“ Alsdann [ἃ (δὲ 
Plato den Sokrates sofort die Füh- 
rung des Gespräches übernehmen. 
Etwas schalkhaft wendet er sich 
zu Eryximachus, den er nicht mit 


seinem Namen, sondern in unge- 
wöhnlicher Weise als Sohn des 
Akumenos anredet, spielt mit den 
Worten, wie es Agathon gethan 
hatte: doc σοι δοχῶ ἀδεὲς δέος 
δεδιέναι, und giebt statt eines ὁ ρ- 
og mit ‘dem μαντικῶς einen scher- 
zend übertreibenden Ausdruck, den 
ihm der Angeredete in seiner Ant- 
wort in gleicher Weise zurückgiebt. 
Weiterhin gebraucht er dann wie- 
der einen übertriebenen Ausdruck 
zur Bezeichnung des Staunens in 
dem ἐξεπλάγη, aber mit einer sati- 
rischen Wendung τοῦ χάλλους τῶν 
ὀνομάτων χαὶ ῥημάτων ἀκούων 


„wenn man die schönen Ausdrücke 


und Redewendungen vernimmt*; 
er sagt damit, dals das ἐχπλαγὴ ναι 
nur durch die äufsere Form der 
Reden hervorgerufen sei, während 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ 58: 


- 


2 γι. ΟΞ ΕΣ ’ [4 2 \ 3 ὍΔ 2 γΓ 
ἐπεὶ ἔγωγε ἐνθυμούμενος, ὅτι αὐτὸς οὐχ οἷός τ᾽ ἔσομαι 
2). \ , I ON \ 2 - συ} 2 ,ὔ 3A, 
οὐδ᾽ ἐγγὺς τούτων οὐδὲν καλὸν eirelv, ὑπο αἰσχύνης ὀλίγου 
ἀποδρὰς ὠχόμην, εἴ πῃ εἶχον. καὶ γάρ με Γοργίου ὃ λέ- 
γος ἀνεμίμνησκεν, ὥστε ἀτεχνῶς τὸ τοῦ Ὁμήρου Erre- 
, ee ΄ , Ξάηξ. ὃ , Ν 
σπόνθϑη" ἐφοβούμην μή μοι τελευτῶν ὃ Ayaswv Γοργίου 
χεφαλὴν δεινοῦ λέγειν. ἐν τῷ λόγῳ ἐπὶ τὸν ἐμὸν λόγον 
πέμψας αὐτόν μὲ λέϑον τῇ ἀφωνίᾳ ποιήσειε. χαὶ ἐνενό- 
ησα τότε ἄρα καταγέλαστος ὦν, ἡνίκα ὑμῖν ὡμολόγουν 

» ς - \ 
ἐν τῷ μέρει μεϑ᾽ ὑμῶν ἐγκωμιάσεσϑαι τὸν Ἔρωτα καὶ 
ἔφην εἶναι δεινὸς τὰ ἐρωτιχά, οὐδὲν εἰδὼς ἄρα τοῦ πράγ- 
ματος, ὡς ἔδει ἐγκωμιάζειν ὅτιοῦν. ἐγὼ μὲν γὰρ ὑτε᾽ 
> , 27 - 2 - 7ὔ \ ς ’ - 
ἀβελτερίας ᾧμην δεῖν τἀληϑῆ λέγειν περὶ ἑκάστου τοῦ 
ἐγχωμιαζομένου, χαὶ τοῦτο μὲν ὑπεάρχειν, ἐξ αὐτῶν δὲ 
τούτων τὰ κάλλιστα ἐκλεγομένους ὡς εὐπρεπέστατα τιϑέ- 
γαι" χαὶ πάνυ δὴ μέγα ἐφρόνουν ὡς Ev ἐρῶν, ὡς εἰδὼς 
τὴν ἀλήϑειαν τοῦ ἐπαινεῖν ὁτιοῦν. τὸ δὲ ἄρα, ὡς ἔοικεν, 
οὐ τοῦτο ἦν τὸ καλῶς ἐπαινεῖν ὁτιοῦν, ἀλλὰ τὸ ὡς ueyı- 
στα ἀνατιϑέναι τῷ τιράγματι χαὶ ὡς κάλλιστα, ἐάν τὲ ἢ 
a „ 2% FERN. - 9. Sure a5 = 
οὕτως ἔχοντα Eav Te un‘ εἰ δὲ ψευδῆ, οὐδὲν ἄρ᾽ ἣν πρᾶγ- 
μα. προὐρρήϑη γάρ, ὡς ἔοικεν, ὅπως ἕκαστος ἡμῶν τὸν 


der Wert derselben doch hauptsäch- 
lich aus ihrem Inhalte sich ergeben 
mufs. Ebenso schildert er auch 
die eigene Furcht, satirisch über- 
treibend: ἀποδρὰς ῴχόμην, el πῇ 
εἶχον, ein Ausdruck, in welchem 
der Indikativ Imperfecti im Vorder- 
satz statt des für solche Verbin- 
dungen häufigeren Indikativs mit 
ἂν steht, und giebt dann mit wahr- 
haft Aristophanischem Witz den 
Vergleich zwischen Gorgias und 
der Gorgo des Homer, in den Wor- 
ten Ποργίου χεφαλὴν δεινοῦ λέγειν 
derb hinweisend auf das Homerische 
θά. ΧΙ 632: ἐμὲ δὲ χλωρὸν δέος 
ἥρει | μή μοι Τοργείην κεφαλὴν 
δεινοῖο πελώρον | ἐξ Aldew πέμ- 

ειεν ἀγαυὴ Περσεφόνεια. 80- 
ann neckt Sokrates die anderen 
dadurch, dafs er sich selbst schein- 
bar persifliert mit den W. οὐδὲν 


εἰδὼς τοῦ πράγματος, ὡς ἔδει 
ἐγχωμιάζειν δτιοῦν, mit der ἀβελ- 
τερία, welche er sich vorwirft, mit 
der so naiv klingenden, Erklärung 
des ἐγκωμιάζειν als τὸ ὡς μέγιστα 
ἀνατιϑέναι τῷ πράγματι καὶ ὡς 
κάλλιστα und. dem malitiösen Zu- 
satze ἐάν τε ἢ οὕτως ἔχοντα ἐάν 
τε μή, und gar dem, folgenden 
εἰ δὲ ψευδῆ, οὐδὲν ἄρ᾽ ἤν πράγ- 
ματος „und war es erlogen, das 
kümmerte ja niemand“, Spafsend 
schiebt er sodann den Trinkge- 
nossen einen Grundsatz der So- 
phistik unter: wie es in den Lehren 
der sophistischen Rhetoren heifst, 
es komme bei einer Rede gar nicht 
darauf an, ob man die Wahrheit 
sage, sondern nur darauf, ob man 
sie zu sagen scheine, so, sagt er, 
hätten auch sie die Aufgabe gestellt, 
dafs ein jeder den Eros zu loben 


54 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


Ἔρωτα ἐγχωμιάζειν δόξει, οὐχ ὅπως ἐγκωμιάσεται. διὰ 
ταῦτα δή, οἶμαι, πάντα λόγον χινοῦντες ἀνατέϑετε τῷ 
Ἔρωτι, καί φατε αὐτὸν τοιοῦτόν τε εἶναι χαὶ τοσού- 
τῶν αἴτιον, ὅπως ἂν φαίνηται ὡς κάλλιστος καὶ ἄριστος, 
δῆλον ὅτι τοῖς μὴ γιγνώσκουσιν" οὗ γάρ ποὺ τοῖς γε εἰ- 
0001° καὶ καλῶς γ᾽ ἔχει καὶ σεμνῶς ὃ ἔπαινος. ἀλλὰ γὰρ 
3 \ τὰ >» \ [4 ον FR I 2 > x en 
ἐγὼ οὐκ ἤδη τὸν τρόπον τοῦ ἐπαίνου, οὐδ᾽ εἰδὼς ὑμῖν 
ὡμολόγησα καὶ αὐτὸς ἐν τῷ μέρει ἐπαινέσεσϑαι. N γλῶτ- 
τα οὖν ὑπέσχετο, ἡ δὲ φρὴν οὐ" χαιρέτω. δή. οὐ γὰρ ἔτι 
ἐγχωμιάζω τοῦτον τὸν τρόττον" οὐ γὰρ ἂν δυναίμην" οὐ 
μέντοι ἀλλὰ τά γε ἀληϑῆ, εἰ βούλεσϑε, ἐϑέλω εἰπεῖν κατ᾽ 
ἐμαυτόν, οὐ 77005 τοὺς ὑμετέρους λόγους, ἵνα μὴ γέλωτα 
ὄφλω. ὅρα οὖν, ὦ Φαῖδρε, εἴ τι καὶ τοιούτου λόγου δέει, 
ἘΠῚ; > m , > 3 3 ͵ \ \ 
sregl Ἔρωτος τἀληϑῆ λεγόμενα ἀχούειν, ὀνόμασι δὲ καὶ 
ϑέσει δημάτων τοιαύτῃ, ὅποία δὴ Av τις τύχῃ ἐπελϑοῦσα. 
\ 5 > BD \ \ » ΄ 
τὸν οὖν Φαῖδρον ἔφη χαὶ τοὺς ἄλλους χελεύξεεν λέγειν, 
ὅπῃ αὐτὸς οἴοιτο δεῖν eirtelv, ταύτῃ. Ἔτι τοίνυν, φάναι, 
ὠ Φαῖδρε, πάρες μοι ᾿4γάϑωνα σμίκρ᾽ ἄττα ἐρέσϑαι, 
[4 3 ΄ 2 3 - u » Γ' : 3 x 
ἵνα ἀνομολογησάμενος rag’ αὐτοῦ οὕτως ἤδη λέγω. Alla 
παρίημι, φάναι τὸν Φαῖδρον, ἀλλ᾽ ἐρώτα. μετὰ ταῦτα δὴ 
τὸν Σωχράτη ἔφη ἐνθένδε στοϑὲν ἄρξασϑαι. 

21. Καὶ μήν, ὦ φίλε ᾿Αγάϑων, χαλῶς μοι ἔδοξας 
χαϑηγήσασϑαι τοῦ λόγου, λέγων ὅτι πρῶτον μὲν δέοι αὐ- 
\ 2 - ς nt ’ ἃ ce» a \ \ 
τὸν ἐπιδεῖξαι ὁποῖός τίς ἔστιν 0 Ἔρως, ὕστερον δὲ τὰ 
ἔργα αὐτοῦ. ταύτην τὴν ἀρχὴν πάνυ ἄγαμαι. ἴϑε οὖν μοι 
περὶ Ἔρωτος, ἐπειδὴ xal τἄλλα καλῶς καὶ μεγαλοτερεττῶς 
διῆλϑες οἷός ἐστι, καὶ τόδε εἰπέ" πότερόν ἔστι τοιοῦτος 
T 5 \ ς »» » Pe) 2 , - ) 3 
οἷος εἶναι τινὸς ὃ Ἔρως ἔρως, ἢ οὐδενός ; ἐρωτῶ δ᾽ οὐκ 
scheine, nicht dafs der Gott wirk- also!“ Mit diesen Scherzen und 
lich gepriesen werden solle. Wenn dem Versprechen, seinerseits wirk- 
er seine Zusage gegeben, so habe lich die Wahrheit sagen zu wollen, 
er die Forderung falsch verstanden: erkauft er sich von Phädrus die 
ἡ γλῶττα οὐν ὑπέσχετο, ἢ δὲ Erlaubnis, in seiner gewohnten 

φρὴν οὔ, wie er mit Anspielung Weise zu reden. 
auf das Euripideische Wort sagt: cap. 21. Der leicht ersichtliche 
ἢ, γλῶττ᾽ ὁμώμοχ᾽, ἢ δὲ φρὴν  Gedankengang des Kapitels läßst 


ἀνώμοτος στ mun aber: χαιρέτω in die Sätze ‚zusammenfassen : ὸ 
δὴ seil. ὁ ἔπαινος „Gott beföhlen Ἔρως ἔρως ἐστὶ τινός" οὐ ἐρᾷ 


ZYMIHOZION. 55 


ei μητρός τινος ἢ πατρός ἔστι --- γελοῖον γὰρ ἂν εἴη τὸ 
ἐρώτημα, εἰ Ἔρως ἐστὶν ἔρως μητρὸς ἢ πατρός - ἀλλ᾽ 
ὥσπερ ἂν εἰ αὐτὸ τοῦτο πατέρα ἠρώτων, ἄρα ὃ πατήρ 
ἐστι πατὴρ τινὸρ ἢ οὔ; εἶπες ἂν δή πού μοι, εἰ ἐβούλου 
» 2 ,ὔ ca 23 ς a \ ς 
καλῶς ἀποχρίνασϑαι, OTı ἔστιν υἱέος γε ἢ ϑυγατρὸς 6 
\ a ΩΝ γ , , ὅπ.) ὃ , 
πατὴρ πατήρ᾽ ἢ οὔ; Πάνυ γε, φάναι τὸν Ayadwva. 
Οὐχοῦν χαὶ ἡ μήτηρ ὡσαύτως; Ὁμολογεῖν χαὶ τοῦτο. 
Ἔτι τοίνυν, εἰττεῖν τὸν Σωχράτη, ἀπόκριναι ὀλίγῳ πιλεέίω, 
fd) = , a , 2 \ 2 y , 
ἵνα μᾶλλον καταμάϑης ὁ βούλομαι. Ei γαρ ἐροίμην, τί 
δέ; ἀδελφός, αὐτὸ τοῦϑ᾽ ὅπτερ ἔστιν, ἔστι τινὸς ἀδελφὸς 


G 5 m - 2 » 
ἢ οὔ; Φάναι εἶναι. Οὐχοῦν ἀδελφοῦ ἢ ἀδελφῆς; Ὅμο- 
λογεῖν. Πειρᾶ δή, φάναι, καὶ τὸν ἔρωτα εἰτεεῖν. ὃ Ἔρως 


ἔρως ἐστὶν οὐδενὸς ἢ τινός; Πάνυ μὲν οὖν ἔστιν. Τοῦτο 
μὲν τοίνυν, εἰπεῖν τὸν Σωχράτη, φύλαξον παρὰ σαυτῷ 
μεμνημένος ὅτου" τοσόνδε δὲ εἶπέ, πότερον ö Ἔρως ἐκεί- 
γου, οὗ ἔστιν ἔρως, ἐσπειϑυμεῖ αὐτοῦ ἢ οὔ; Πάνυ γε; φάναι. 
Πότερον ἔχων αὐτὸ οὗ ἐπεεϑυμεῖ τε χαὶ ἐρᾷ, εἶτα ἐπι- 
ϑυμεῖ τε καὶ ἐρᾷ, ἢ οὐκ ἔχων; Οὐκ ἔχων, ὡς τὸ εἰκός γε, 
φάναι. Σκόπει δή, εἰτεεῖν τὸν Σωχράτη, ἀντὶ τοῦ εἰκότος 
εἰ ἀνάγχη οὕτως, τὸ ἐπεϑυμοῦν ἐπειϑυμεῖν οὗ ἐνδεές 
ἐστιν, ἢ μὴ ἐπιϑυμεῖν, ἐὰν μὴ ἐνδεὲς ῃ; ἐμοὶ μὲν γὰρ 
ϑαυμαστῶς δοκεῖ, ὦ ᾿4γάϑων, ὡς ἀνάγχη εἶναι" σοὶ δὲ 
πῶς; Κἀμοί, φάναι, δοκεῖ. Καλῶς λέγεις. ae’ οὖν βού- 
ko’ ἄν τις μέγας ὧν μέγας εἶναι, ἢ ἰσχυρὸς ὧν ἰσχυρός; 


᾿Αδύνατον ἐκ τῶν ὡμολογημένων. 


τις, τούτον ἐνδεής ἐστιν" ὃ δὲ 
Ἔρως τῶν καλῶν ἐρᾷ καὶ τῶν 
ἀγαϑῶν᾽ οὐχοῦν οὔτε τὸ κάλλος 
ἔχει οὔτε τὸ ἀγαϑόν. oder οὐχοῦν 
οὔτε χαλός ἐστιν οὔτε ἀγαϑός. 
Der Schlufssatz bildet die Grund- 
lage für die weitere Beweisführung 
des Sokrates. Deshalb spinnt er ihn, 
wie er das auch in anderen Dia- 
logen thut, möglichst weit aus, 
um ihn so um so sicherer in dem 
Gedächtnisse seiner Zuhörer haften 
zu lassen. Umständlich leitet er 
gleich den ersten Satz der Beweis- 


Οὐ γάρ που ἐνδεὴς 


führung ein, er giebt erst drei Bei- 
spiele; wie der Vater der Vater 
eines Sohnes oder einer Tochter, 
wie ebenso die Mutter die Mutter 
eines Sohnes oder einer Tochter, 
wie ferner der Bruder des Bruders 
oder der Schwester Bruder ist, so 
ist der Ἔρως ἔρως τινός (Πάνυ 
μὲν οὖν ἔστιν scil. τινός). Eine 
nicht unbedingt zustimmende Ant- 
wort läfst er nicht gelten; das ὡς 
τὸ εἰκός γε des Agathon weist er 
zurück: σχόπει, ἀντὶ τοῦ εἰχότος 
εἰ ἀνάγχη οὕτως „achte auf, ob 


ὅθ HAATQNOZ 


ἂν εἴη τούτων ὅ γε ὦν. ᾿Αληϑῆ λέγεις. Ei γὰρ καὶ 
ἰσχυρὸς ὧν βούλοιτο ἰσχυρὸς εἶναι, φάναι τὸν Σωκράτη, 
3) \ 
χαὶ ταχὺς ὧν ταχύς, καὶ ὑγιὴς ὧν ὑγιής — ἔσως γὰρ ἂν 
τις ταῦτα οἰηϑείη καὶ πᾶντα τὰ τοιαῦτα, τοὺς ὄντας τε 
τοιούτους καὶ ἔχοντας ταῦτα τούτων ἅττερ ἔχουσε καὶ ἔττι- 
ϑυμεῖν — ἵν᾽ οὖν μὴ ἐξαπατηϑῶμεν, τούτου ἕνεκα λέγω 
— τούτοις γάρ, ὦ Ayaswv, εἰ ἐννοεῖς, ἔχειν μὲν ἕχαστα 
τούτων ἐν τῷ παρόντι ἀνάγχη ἃ ἔχουσιν, ἐάν τε βούλων- 
’ ’ ’ 4 \ 
ται ἐάν τε μή, καὶ τούτου γε δή mov τίς ἂν ἐπιϑυ- 
, 2 2: Ὁ , [4 2 c , 
μήσειδν; ἀλλ᾽ ὅταν τις λέγῃ ὅτι ἐγὼ ὑγιαίνων βούλομαι 
c , - ᾿» x 
xal υγιαένειν, καὶ πλουτῶν βούλομαι καὶ schovreiv, καὶ 
- -» ’ὔ ’ RN -»- ’ 
ἐπιϑυμῶ αὐτῶν τούτων ἃ ἔχω, εἴπτοιμεν ἂν αὐτῷ ὅτε σύ, 
(ὖ ἄνϑρωτιε, ττλοῦτον κεχτημένος χαὶ ὑγέειαν καὶ ἰσχὺν 
βούλει χαὶ εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον ταῦτα κεχτῆσϑαι, ἐπεὶ 
ἐν τῷ γε νῦν παρόντι, εἴτε βούλει εἴτε μή, ἔχεις" σχόπει 
οὖν, ὅταν τοῦτο λέγῃς, ὅτι ἐπιϑυμῶ τῶν παρόντων, εἰ 
BU 7, a [4 [dj ’ \ - 2 \ 
ἄλλο τι λέγεις ἢ τόδε, ὅτε βούλομαι τὰ νῦν παρόντα χαὶ 
εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον παρεῖναι" ἄλλο τε ὅμολογοῖ ἄν; 
τ , » \ 3 / 2 - \ x < 7 
Συμφάναι ἔφη τὸν Ayadwva. εἰπεῖν δὴ τὸν Σωχράτη, 
Οὐχοῦν τοῦτό γ᾽ ἐστὶν ἐχείνου ἐρᾷν, ὃ οὔπεω ἕτοιμον αὐτῷ 
ἐστὶν οὐδὲ ἔχει, τὸ εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον ταῦτα εἶναι αὐτῷ 
΄ - , δ 
σωζόμενα [τὰ νῦν παρόντα]; Πάνυ γε, φάναι. Καὶ ov- 
τος ἄρα χαὶ ἄλλος πᾶς ὃ ἐπιϑυμῶν τοῦ μὴ ἑτοέμου ἐπιϑυ- 
μεῖ xal τοῦ μὴ παρόντος, καὶ ὃ μὴ ἔχει καὶ ὃ μὴ ἔστιν αὖ- 
\ \ ED ‚ Ὁ ΩΝ > \ T ς 7 
τὸς χαὶ οὗ ἐνδεής ἐστι, τοιαῦτ᾽ ἄττα ἐστὶν ὧν ἡ ἐπεϑυμία 
" |, 3 ᾽, ΄, ) > a »” ’ ᾿ x 
te χαὶ ὁ ἔρως ἐστίν; Πάνυ γ᾽, εἰπεῖν. 1ϑι δή, φάναι τὸν 
Σωκράτη, ἀνομολογησώμεϑα τὰ εἰρημένα. ἄλλο τι ἔστιν 
-» » ’ 7 € , 
ö Ἔρως πρῶτον μὲν τινῶν, ἔπειτα τούτων ὧν ἂν ἔνδεια 
ὧ B) - y ‚ ) \ \ ’ 2 2 
παρῇ αὐτῶ; Ναί, φάναι. Ἐπὶ διὴ τούτοις ἀναμνήσϑηει, 
τίνων ἔφησϑα ἐν τῷ λόγῳ εἶναι τὸν Ἔρωτα" εἰ δὲ βούλει, 
7 ᾿ ΕΥ̓ 2 c ’ - 
ἐγώ σε ἀναμνήσω. οἶμαι γάρ σε οὑτωσί wg εἰπεεῖν, ὅτι 
τοῖς ϑεοῖς κατεσχευάσϑη τὰ πράγματα δι᾿ ἔρωτα καλῶν᾽ 
αἰσχρῶν γὰρ οὐκ εἴη ἔρως. οὐχ οὑτωσί τως ἔλεγες; Εἶπτον 


statt der Wahrscheinlichkeit hier Ebenso weist er am Schluls des 
nicht eine Notwendigkeit vorliegt“. Kap. das oo! οὐχ ἄν dunalum 


ZYMIIOZION. δ᾽ 


γάρ, φάναι τὸν Ayaywva. Καὶ ἐπιεικῶς γε λέγεις, ὦ 
ἑταῖρε, φάναι τὸν Σωκράτη" καὶ εἰ τοῦτο οὕτως ἔχει, ἄλλο 
΄ r Ζ N 

τι ὃ Ἔρως κάλλους av εἴη ἔρως, αἴσχους δ᾽ οὐ; Ὡμολόγει. 
Οὐκοῦν ὡμολόγηται, οὗ ἐνδεής ἐστι καὶ μὴ ἔχει, τούτου 

-» 2 , 
ἐρᾷν; Ναί, εἰπεῖν. Ἐνδεὴς ἄρ᾽ ἐστὶ καὶ οὐκ ἔχει ὁ Ἔρως 
κάλλος. ᾿Δνάγχη, φάναι. Τί δέ; τὸ ἐνδεὲς καλλους καὶ 
μηδαμῇ κεκτημένον χάλλος apa λέγεις σὺ καλὸν εἶναι; 
Oö δήτα: Ἔτι οὖν ὁμολογεῖς Ἔρωτα καλὸν εἶναι, εἰ ταῦτα 
οὕτως ἔχει; καὶ τὸν “γάϑωνα eircelv Κινδυνεύω, ὦ Σώ- 
χρατες, οὐδὲν εἰδέναι ὧν τότε eircov. Καὶ μὴν χαλῶς γε 
3 , 23 , 3 \ ΝΈΡ 5ὴ ΑΙ ὍΝ 2 \ 
εἶσχτες, φάναι,  Ayadwy. ἀλλὰ σμιχρὸν ἔτι εἰπέ" τἀγαϑὰ 
2 \ x τ = # Δ Ρ Era m 
οὐ καὶ χαλὰ δοκεῖ σοι εἶναι; Euoıye. Εἰ ἄρα ὁ Ἔρως τῶν 

» 2 \ [4 > \ \ > \ ’ a - 2 » 
καλῶν ἐνδεής ἔστι, τὰ δὲ ἀγαϑὰ xald, χἂν τῶν ἀγαϑῶν 
ἐνδεὴς εἴη. ᾿Εγώ, φάναι, ὦ Σώχρατες, σοὶ οὐκ ἂν δυναί- 
μὴν ἀντιλέγειν, ἀλλ᾽ οὕτως ἐχέτω ὡς σὺ λέγεις. Οὐ μὲν 
5 52 > ,ὔ ΄ 
οὖν τῇ βληϑθείσι, φάναι, ὦ φιλούμενε Ayaswv, δύνασαι 
ἀντιλέγειν, Ertel Σωκράτει γε οὐδὲν χαλετιόν. 
22. Καὶ σὲ μέν γε ἤδη ἐάσω" τὸν δὲ λόγον τὸν 


ἀντιλέγειν zurück: οὐ μὲν οὖν unbemerkt ein Vortrag der Diotima 


τῇ ἀληϑείᾳ δύνασαι ἀντιλέγειν. 
Drei Beispiele führt er auch für 
seinen zweiten Satz an, den Rei- 
chen, den Gesunden und den Star- 
ken ἃ. 8. Κ'. — 

Die W. ö Ἔρως ἔρως ἐστὶν 
οὐδενὸς ἢ τινός --- μεμνημένος 
ὅτου übersetze ich: „Ist der Eros 
die Liebe zu einem "Nichts oder 
zu einem Etwas? Gewils, zu einem 
Etwas. Die Antwort halte fest 
und entsinne dieh, zu welchem 
Etwas.“ 

cap. 22. Sokrates weils seiner 
Darstellung viel Abwechselung zu 
geben. Zuerst unterhält er sich 
mit Agathon. Dann fingiert er ein 
Gespräch, das er selbst mit der 
Diotima geführt haben will. Er 
läfst sodann die weise Frau wieder- 
holt in immer längerer Rede sich 
ergehen, bis zuletzt aus dem Dialog 
zwischen Sokrates und Diotima fast 


wird (Kap. 27 u. f.). 

Der Gedanke des Kapitels ist: 
es liegt zwischen dem Guten und 
dem Schlechten, zwischen dem 
Schönen und dem Häfslichen u. s. w. 
ein Drittes, das weder gut noch 
schlecht, ‚weder schön noch häfs- 
lich ist: ἔστι τι μεταξύ. Sokrates 
bricht zunächst sein Gespräch mit 
Agathon ab, weil in der That hier 
kaum der Ort sein konnte, einen 
Trinkgenossen und noch dazu den 
allseitig beliebten Gastgeber in So- 
kratischer Weise ad absurdum zu 
führen. Er vermeidet dann den 
belehrenden Ton durch die Ein- 
führung einer fingierten Person, der 
gegenüber er, wie er ausdrücklich 
sagt und damit dem Agathon sein 
Kompliment macht, früher sich 
ebenso geäufsert habe, wie Agathon 
sich jetzt ihm gegenüber. Dafs Dio- 
tima nicht wirklich gelebt habe, 


58. ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


\ - γ᾽ “ > » \ - 
χερὶ τοῦ ἔρωτος, ὃν πον ἤχουσα γυναιχὸς ἸΠαντινιχῆς 
Διοτίμας, ἣ ταῦτά τε σοφὴ ἣν καὶ ἄλλα ττολλά, καὶ A9n- 
γαίοις ποτὲ ϑυσαμένοις πρὸ τοῦ λοιμοῦ δέκα ἔτη ἀναβο- 
λὴν ἐποίησε τῆς νόσου, ἢ δὴ καὶ ἐμὲ τὰ ἐρωτικὰ ἐδίδαξεν, 
- ὃν οὖν ἐχείνη ἔλεγε λόγον, πειράσομαι ὑμῖν διελϑεῖν 
> - ς ,ὕ > x en | B 3 \ P} » Ὁ 
ἐκ τῶν ὡμολογημένων ἐμοὶ χαὶ .«4γάϑωνι, αὑτὸς Are. ἐμαυ- 
τοῦ, ὅπως ἂν δύνωμαι. δεῖ δή, ὦ ᾿Αγάϑων, ὥσπερ σὺ 
διηγήσω, διελϑεῖν αὐτὸν πρῶτον, τίς ἐστιν ὃ Ἔρως χαὶ 
ποῖός τις, ἔπειτα τὰ ἔργα αὐτοῦ. δοκεῖ οὖν μοι δᾷστον 
δἶναι οὕτω διελϑεῖν, ὥς ποτέ ue ἡ ξένη ἀναχρένουσα διήει. 
σχεδὸν γάρ τι καὶ ἐγὼ πρὸς αὐτὴν ἕτερα τοιαῦτα ἔλεγον, 

- \ >’ N > , ς » ςν» 4 ’ 
οἱάττερ νῦν πρὸς ἐμὲ Ayadwv, ὡς εἴη 0 Egwg μέγας ϑεὸς, 
ein δὲ τῶν καλῶν᾽ ἤλεγχε δή με τούτοις τοῖς λόγοις olorıeg 
ἐγὼ τοῦτον, ὡς οὔτε καλὸς εἴη κατὰ τὸν ἐμὸν λόγον οὔτε 
2 , ν 3 ΄ - , 2 3᾽ , > \ 
ἀγαϑὸς. al ἐγώ, Πῶς λέγεις, ἔφην, ὦ Jıoriua; αἰσχρὸς 
ἄρα ὃ Ἔρως ἐστὶ χαὶ καχός; καὶ ἥ, Οὐχ εὐφημήσεις; 
’ \ , \ 5 Ξ 5 
ἔφη" ἢ οἴει, ὅ τι ἂν μὴ καλὸν ἢ, ἀναγκαῖον αὐτὸ εἶναι 
2 , , ͵ 3 N \ , 3 2 a 
αἰσχρόν; Malıora γε. ᾽Η xai ἂν un σοφόν, ἀμαϑές; ἢ 
οὐκ ἤσϑησαι ὅτι ἔστι τι μεταξὺ σοφίας καὶ ἀμαϑίέας ; Τί 
“- \ 2 \ [4 ἢ u - 7 , - 
τοῦτο; To ὀρϑὰ δοξάζειν χαὶ ἄνευ τοῦ ἔχειν λόγον δοῦναι 
> 5 9 »ὕ “ ΒῚ 3 N "MR Ἔ » \ 
οὐκ οἰσϑ᾽, ἔφη, ὅτι οὔτε ἐπίστασϑαί ἐστιν" ἄλογον γὰρ 
σχιρᾶγμα πῶς ἂν εἴη ἐπιστήμη; οὔτε ἀμαϑέα" τὸ γὰρ τοῦ 


darin sind die Erklärer jetzt wohl 
ziemlich einig. Sokrates scherzt 
hier offenbar: er sagt nicht: ὃν 
ἤχουσα Διοτίμας τῆς Mevriwvıxns, 
wie er gesagt haben mülste, wenn 
Diotima eine bekannte Persönlich- 
keit gewesen wäre; er sagt viel- 
mehr: „ich habe die Rede gehört 
von einer Frau, (dort hinten) aus 
Mantinea, aus den Arkadischen Ber- 
gen, die den (seltenen) Namen Dio- 
tima „die Gottgeehrte* führte*. Er 
spielt dann mit dem Mavrıvıxn 
auch wohl wirklich auf die μαν- 
τιχὴ an, wie er seiner Freundin 
ja auch eine Art Wunder zuschreibt: 
den Athenern soll sie einen Aul- 
schub der Pest um zehn Jahre ver- 


schafft haben. Spielt Sokrates hier 
auf irgend ein politisches Ereignis, 
an dem Perikles und vielleicht 
Aspasia beteiligt waren, an? Wenn 
er von fünfzehn Jahren spräche, 
würde ich an die Bestechung des 
Pleistranax denken, die ja den 
Krieg zwischen Athen und Sparta 
und damit auch den λοιμεὸς ver- 
tagte. 

Die Unterhaltung der Diotima und 
des Sokrates bietet kaum für das 
Verständnis eine Schwierigkeit. 
Aufmerksam ist vielleicht zu ma- 
chen auf einzelne recht irische 
Wendungen. So ruft das: αἰσχρὸς 
apa ὁ Ἔρως ἐστὲ καὶ χαχὸς; 
χαὶ ἡ, Οὐχ εὐφημήσεις ; wolür wir 


ZYMITOZION. 59. 


2 , m a 23) I , 3 \ [4 

ὄντος τυγχάνον mög ἂν εἴη ἀμαϑία; ἔστι δὲ δή που τοι- 
οὔτον ἣ ὀρϑὴ δόξα, μεταξὺ φρονήσεως καὶ ἀμαϑίας. Aly- 
ϑῆ, ἣν ὃ᾽ ἐγώ, λέγεις. Mn τοίνυν ἀνάγχαζε, ὃ μὴ καλόν 
ἐστιν, αἰσχρὸν εἶναι, μηδὲ, ὃ μὴ ἀγαϑόν, κακόν. οὕτω δὲ 
καὶ τὸν Ἔρωτα ἐπειδὴ αὐτὸς ὁμολογεῖς μὴ εἶναι ἀγαϑὸν 

\ , - 3} n rk 2 \ \ 
μηδὲ καλόν, μηδέν τι μᾶλλον οἴου δεῖν αὑτὸν αἰσχρὸν καὶ 
χαχὸν εἶναι, ἀλλά τι μεταξύ, ἔφη, τούτοιν. Καὶ μήν, ἣν 
δ᾽ ἐγώ, ὁμολογεῖταί γε παρὰ πάντων μέγας ϑεὸς εἶναι. 
„ ou 

- , G ὉΝ - , 
Τῶν μὴ εἰδότων, ἔφη, πάντων λέγεις, ἢ καὶ τῶν εἰδότων; 
ἘΞυμπάντων μὲν οὖν. καὶ ἢ γελάσασα, Καὶ πῶς ἄν, ἔφη, 
ὦ Σώχρατες, ὁμολογοῖτο μέγας ϑεὸς εἶναι παρὰ τούτων, 
[4] a. N \ 3 , τ = 3... ΄, 
οἵ φασιν αὑτὸν οὐδὲ ϑεὸν εἶναι; Τίνες οὗτοι; ἣν δ᾽ ἐγώ. 
Εἷς μέν, ἔφη, σύ, μία δ᾽ ἐγώ. χἀγὼ εἶπον, Πῶς τοῦτο, 
27 IE € ’ 2 2 ΄, δ᾽ ’ 
ἔφην, λέγεις; καὶ ἢ, Paeölwg, ἔφη. λέγε γὰρ μοι, οὐ πὰν- 
τας ϑεοὺς φὴς εὐδαίμονας εἶναι καὶ καλούς; ἢ τολμήσαις 
ἄν τινα μὴ φάναι καλόν τε καὶ εὐδαίμονα ϑεῶν εἶναι; Ma 
A οὐκ ἔγωγ᾽, ἔφην. Εὐδαίμονας δὲ δὴ λέγεις οὐ τοὺς. 
τἀγαϑὰ χαὶ va χαλὰ χεχτημένους; Πάνυ γε. ᾿Αλλὰ μὴν 
Ἔρωτά γε ὡμολόγηχας δι᾽ ἔνδειαν τῶν ἀγαϑῶν καὶ καλῶν 

- m ἕξ / [4 

ἐπιϑυμεῖν αὐτῶν τούτων ὧν ἐνδεής ἐστιν. Ὡμολόγηκα 

΄, - a 5 \ 2} a - - ὃ "2 - 
γάρ. Πῶς ἂν οὖν ϑεὸς εἴη 0 γε τῶν χαλῶν χαὶ ἀγαϑῶν 
γ > n “ Dim ς ἘΞ 3 2 “ \ 
ἄμοιρος; Οὐδαμῶς, ὥς γ᾽ ἔοιχεν. Ὁρᾷς οὖν, ἔφη, ὅτι καὶ 
ὺ Ἔρωτα οὐ ϑεὸν νομίζεις; 

25. Τί οὖν ἄν, ἔφην, εἴη ὃ Ἔρως; ϑνητός; ἭΪι- 

στά γε. ᾿Αλλὰ τί μήν; Ὥσττερ τὰ τιρότερα, ἔφη, μεταξὺ 


sagen würden: „Willst du wohl 
den Mund halten!“ So ferner auf 


aber, weil sich die Ausführung, die 
plastische Gestaltung dieses Ge- 


das: Tives οὗτοι; ἦν δ᾽ ἐγώ. dankens den besten Abschnitten der 
Εἷς μὲν, ἔφη, σύ, μία δ᾽ ἐγώ Rede des Aristophanes anreiht. ‚Wie 
u. 8. W. schön ist der Gegensatz zwischen 


cap. 23. Diotima führt aus, dafs 
Eros, weder Gott noch Mensch, 
zwischen beiden stehe, ein Dämon 
und der Sohn des Poros und der 
Penia sei. Der Mythos ist höchst 
anziehend, einmal, weil der Gedanke, 
den Eros als einen Sohn des Reich- 
tums und der Armut hinzustellen, 
gewils ein geistreicher ist, sodann 


diesem behäbigen Poros, der sich 
am (seburtstage der Aphrodite in 
Nektar betrinkt, schwer in den 
Garten des Zeus taumelt, sich dort 
schlafen legt und den Liebesgenufs 
nicht von der Hand weist, dabei 
aber gar nicht fragt, wer ihn ihm 
bietet; und der hungernden‘ Penia, 
die bettelnd an der Thür steht; 


60 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


Pr \ > , ’ 5 3 
ϑνητοῦ καὶ adavarov. Ti οὖν, ὦ Jıoriua; “Ιαίμων μέ- 
γας, ὦ Iwxparss' καὶ γὰρ πᾶν τὸ δαιμόνιον μεταξύ ἐστι 
- - 3 δ ΣΝ ’ 
ϑεοῦ re χαὶ ϑνητοῦ. Τίνα, ἣν δ᾽ ἐγώ, δύναμιν ἔχον; 
ς > \ - - \ a ὃ ’ 
Eounvevov καὶ διατιορϑμεῦον ϑεοῖς τὰ παρ᾽ ἀνϑρώπων 
καὶ ἀνϑρώποις τὰ παρὰ ϑεῶν, τῶν μὲν τὰς δεήσεις καὶ 
ϑυσίας, τῶν δὲ τὰς ἐπιτάξεις TE χαὶ ἀμοιβὰς τῶν ϑυσιῶν, 
> 2 ΄, Pr - 
ἐν μέσῳ δὲ ὃν ἀμφοτέρων συμτιληροῖ, ὥστε τὸ πᾶν αὐτὸ 
- ͵ ΄ ς - - 
αὑτῷ ξυνδεδέσϑαι. διὰ τούτου καὶ ἡ μαντικὴ ττᾶσα χωρεῖ 
χαὶ ἡ τῶν ἱερέων τέχνη τῶν τε scegl τὰς ϑυσίας χαὶ τὰς 
τελετὰς χαὶ τὰς ἐπῳδὰς χαὲ τὴν μαντείαν πᾶσαν χαὶ γοη- 
, x NE’ 73 ’ 2 , b) \ \ 4 
teiav. ϑεὸς δὲ ἀνϑρώπῳ οὐ μίγνυται, ἀλλὰ διὰ τούτου 
πᾶσά ἐστιν ἡ ὁμιλία --- καὶ ἡ διάλεχτος ϑεοῖς πρὸς ἀν- 
ϑρώπους --- καὶ ἐγρηγορόσι χαὶ χαϑεύδουσι" 


man lebte ja dort herrlich und in 
Freuden; die sich dann in den 
Garten schleicht und hier einen 
Sprölsling sich auch, wie einen 
Bissen von der reichlich besetzten 
Tafel, erbettelt. Und nun der herr- 
liche Sprofs der beiden Eltern, der, 
wie sein Herr Vater, ein kecker 
Gesell ist, ein gewaltiger Zauberer, 
Hexenmeister und — Sophist, und 
dann wieder, ein Erbteil seiner 
Mutter, als ein klapprig trockener 
Patron erscheint, der an den Thü- 
ren und auf den Stralsen herum- 
lungert, ein wahrhaftiger Pennbru- 
der! Sokrates verspottet damit die 
herrschende Vorstellung vom Eros, 
wie sie alle anderen Redner ver- 
treten haben, in durchaus Aristo- 
phanischer Weise. Wie aber der 
allgemein geltenden Vorstellung 
vom Eros, wie sie Dichter und 
plastische Künstler unendlich oft 
vertreten haben, so spottet er auch 
der allgemeine Giltigkeit habenden 
Gedanken, wenn er sagt οὗ ϑεοὲὶ 
οὐ φιλοσοφοῦσι d. i. οὐχ εἰσι 
φίλοι τῆς σοφίας ‚oder τὸ ἐρῶν 
οὐχ ἐστιν οὔτε καλὸν οὔτε ἁβρὸν 
οὔτε τέλεον οὔτε μακάθιστον, 
wie diesen Gedanken ja doch die 
letzten Sätze des Kapitels enthalten. 


\ ς \ 
χαὶ ὁ μὲν 


In den Worten ἐν μέσῳ δὲ ὃν 
ἀμφοτέρων συμπληροῖ ist συμ- 
πληροῖ absolut gebraucht (Stallb.) 
„er füllt aus d. i. bildet die Aus- 
füllung, so dafs das All d. 1. die 
Welt der Götter und die der Men- 
schen in sich verbunden ist*, 

Um die Dative za? ἐγρηγορόσι 
χαὶ χαϑεύδουσι erklären zu kön- 
nen, nehmen einzelne Herausgeber 
eine Lücke an und wollen vor den 
W. entweder καὶ ἀνϑρώποις πρὸς 
ϑεοὺς oder χαὲ πρὸς ϑεοὺς ar- 
ϑρώποις einschieben. Stallbaum 
macht die Dative abhängig von 
ὁμιλία und διάλεχτος, was ja 
sprachlich zulässig ist. Dabei wür- 
den die Dative aber immer eine 
stilistische Härte enthalten nach 
dem unmittelbar zu διάέλεχτος ge- 
setzten Dative ϑεοῖς. Ich glaube, 
man darf dieselben nur zu ὁμιλίᾳ 
beziehen und muls die W. za N 
διάλεχτος ϑεοῖς πρὸς ἀνθρώπους 
als einen parenthetischen Gedanken 
fassen,. eine Redeweise, welche für 
den Griechen gar nichts Auffälliges 
hat, da sie schon, bei Homer oft 
genug vorkommt. Übrigens spricht 
wohl an dieser ganzen Stelle So- 
krates etwas satirisch von dem 
Priesterstande, wenn er mit den 


ZYMIHOZION. 61 


περὶ τὰ τοιαῦτα σοφὸς δαιμόνιος ἀνήρ, ὃ δὲ ἄλλο τι 
σοφὸς ὧν ἢ περὶ τέχνας ἢ χειρουργίας τινὰς βάναυσος. 
οὗτοι δὴ οἱ Öminoves πολλοὶ καὶ παντοδαπτοί εἶσιν, εἷς 
δὲ τούτων ἐστὶ καὶ ὃ Ἔρως. Πατρὸς δέ, ἦν δ᾽ ἐγώ, τίνος 
ἐστὲ καὶ μητρός; Παχρότερον μέν, ἔφη, διηγήσασϑαι" 
ὅμως δέ σοι ἐρῶ. ὅτε γὰρ ἐγένετο ἡ ᾿Α φροδίτη, εἱστιῶντο 
οἱ ϑεοί, οἵ τε ἄλλοι χαὶ ὃ τῆς ἥήτιδος υἱὸς Πόρος. 
ἐπειδὴ δὲ ἐδείπνησαν, προσαιτήσουσα οἷον δὴ εὐωχίας 
οὔσης ἀφίκετο ἡ Πενία, καὶ ἦν περὶ τὰς ϑύρας. ὃ οὖν 
Πόρος μεϑυσϑεὶς τοῦ νέχταρος, οἶνος γὰρ οὔπω ἦν, εἰς 
τὸν τοῦ Διὸς κῆπον εἰσελϑὼν βεβαρημένος ηὗδεν. ἢ οὖν 
Πενία ἐπιβουλεύουσα διὰ τὴν αὑτῆς ἀπορίαν παιδίον 
σποιήσασϑαι ἐκ τοῦ Πόρου, χκαταχλίνεταί ve τταρ᾽ αὑτῷ 
καὶ ἐκύησε τὸν Ἔρωτα. διὸ δὴ καὶ τῆς Apgodirng ano- 
λουϑος καὶ ϑεράττων γέγονεν ö Ἔρως, γεννηϑεὶς ἐν τοῖς 
ἐχείνης γενεϑλίοις, χαὶ ἅμα φύσει ἐραστὴς ὧν. περὶ τὸ 
χαλόν, καὶ τῆς ᾿Ζφροδίτης καλῆς οὔσης. ἅτε οὖν Πόρου 
χαὶ Πενίας υἱὸς ὧν ὃ Ἔρως ἐν τοιαύτῃ τύχῃ καϑέστηχε. 
πρῶτον μὲν πένης ἀεί ἐστι, καὶ πολλοῦ δεῖ ἁτταλός τε 
χαὶ χαλός, οἷον οἱ πολλοὶ οἴονται, ἀλλὰ σχληρὸς καὶ 
αὐχμηρὸς καὶ ἀνυπόδητος καὶ ἄοιχος, χαμαιπετὴς ἀεὶ ὧν 
χαὶ ἄστρωτος, ἐττὶ ϑύραις καὶ ἐν ὁδοῖς ὑπαίϑριος κοιμώ- 
μενος, τὴν τῆς μητρὸς φύσιν ἔχων, ἀεὶ ἐνδείᾳ ξύνοικος. 
κατὰ δὲ αὖ τὸν πατέρα ἐπίβουλός ἐστι τοῖς καλοῖς καὶ τοῖς 
ἀγαϑοῖς, ἀνδρεῖος ὧν xal ἴτης καὶ σύντονος, ϑηρευτὴς 


ϑυσίαι und. τελεταὶ auch die ἐπῳ- 
δαὶ zusammenstellt und zur uav- 
τεία die γοητεία gesellt, schlielslich 
aber den Priester einen δαιμόνιος 
ἀνὴρ und im Gegensatz zu ihm 
alle anderen Menschen βάναυσοι 
nennt. 

Zuletzt möchte ich auf einige 
kleine neckische Zusätze in der 
Rede aufmerksam machen, die, 
überflüssig für den Gedanken, der 
Darstellung eine liebenswürdige Le- 
bendigkeit verleihen. Solcher Art 
sind da, wo der Redner von dem 


δεῖπνον der Götter ‚spricht, die W. 
οἷον δὴ εὐωχίας οὔσης, die zumal 
nach dem προσαιτήσουσα aller- 
liebst gesagt sind: „sie bettelte 
— es ging ja hoch her“. Sol- 
cher Art ist ferner der Zusatz zu 
dem μεϑυσϑεὶς τοῦ ,“γέχταρος, das 
οἶνος γὰρ οὔπω nv. Ferner da, 
wo er eben beginnt des Agathon 
Redeweise nachzuahmen, die W., 
οἷον 01 πολλοὶ οἴονται, mit denen 
er offenbar anspielt auf das eben 
geführte Gespräch mit Agathon und 
auf οἱ πολλοὶ τοῦ ϑεάτρον, die 


62 IIAATQNOLZ 


δεινός, ἀεί τινας τιλέκων μηχανάς, καὶ φρονήσεως ἐπι- 
ϑυμητὴς, καὶ πόριμος, φιλοσοφῶν διὰ παντὸς τοῦ βίου, 
’ 
δεινὸς γόης χαὶ φαρμακεὺς καὶ σοφιστής" καὶ οὔτε ὡς 
ἀϑάνατος πέφυκεν οὔτε ὡς ϑνητός ἀλλὰ τοτὲ μὲν τῆς αὐτῆς 
ς ΄ \ - u > ΄ \ > 
ἡμέρας ϑάλλει ve καὶ ζῇ, ὅταν εὐπορήσῃ, τοτὲ δὲ aro- 
ϑνήσχει, ττάλιν δὲ ἀναβιώσχεται διὰ τὴν τοῦ πτατρός φύσιν, 
τὸ δὲ ποριζόμενον ἀεὶ ὑπεχρεῖ᾽ ὥστε οὔτε ἀπορεῖ Ἔρως 
ποτὲ οὔτε τιλουτεῖ, σοφίας τε αὖ καὶ ἀμαϑίας ἐν μέσῳ ἐστίν. 
ἔχει γὰρ ὧδε. ϑεῶν οὐδεὶς φιλοσοφεῖ οὐδ᾽ ἐπιϑυμεῖ σοφὸς 
λῆς AR 0) » ΡΥ ΄ > Ξι 
γενέσϑαι" ἔστι γαρ᾽ οὐδ᾽ εἴ τις ἄλλος σοφός, οὐ φιλοσοφεῖ. 
292 5 ει 3 “- - >02 > - \ 
οὐδ᾽ av οἱ ἁμαϑεῖς φιλοσοφοῦσιν οὐδ᾽ ἐπιϑυμοῦσι σοφοὶ 
γενέσθαι" αὐτὸ γὰρ τοῦτό ἔστι χαλεπὸν ἀμαϑία, τὸ μὴ 
ὄντα χαλὸν χἀγαϑὸν μηδὲ φρόνιμον δοκεῖν αὑτῷ εἶναι 
ἱχανόν" οὔχουν ἐπιϑυμεῖ ὃ μὴ οἰόμενος ἐνδεὴς εἶναι οὗ ἂν 
\ » > - N ες 2 3 ΄ 3 N 
un οἴηται ἐπιδεῖσϑαι. Τίνες οὖν, ἔφην ἐγώ, ὦ Jıoriua, 
οἱ φιλοσοφοῦντες, εἰ μήτε οἱ σοφοὶ “μήτε οἱ ἀμαϑεῖς; 
Aykov, ἔφη, τοῦτό 7ε ἤδη χαὶ παιδί, ὅτι οἵ μεταξὺ τού- 
των ἀμφοτέρων, ὧν av καὶ ὃ Ἔρως. ἔστι γὰρ δὴ τῶν 
καλλίστων ἡ σοφία, Ἔρως δ᾽ ἐστὶν ἔρως περὲ τὸ καλόν, 
ὥστε ἀναγχαῖον Ἔρωτα φιλόσοφον εἶναι, φιλόσοφον δὲ 
ὄντα μεταξὺ εἶναι σοφοῦ xal ἀμαϑοῦς. αἰτία δ᾽ αὐτῷ 
χαὶ τούτων ἡ γένεσις" πατρὸς μὲν γὰρ σοφοῦ ἐστὲ χαὶ 
εὐπόρου, μητρὸς δὲ οὐ σοφῆς καὶ ἀπόρου. ἣ μὲν οὖν 
φύσις τοῦ δαίμονος, ὦ φίλε Σώχρατες, αὕτη" ὃν δὲ σὺ 
ῳήϑης Ἔρωτα εἶναι, ϑαυμαστὸν οὐδὲν ἔπαϑες. ὠήϑης 
δέ, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ τεχμαιρομένῃ ἐξ ὧν σὺ λέγεις, τὸ ἐρώ- 
μενον Ἔρωτα εἶναι, οὐ τὸ ἐρῶν. διὰ ταῦτα σοι, oluaı, 
πάγχαλος ἐφαίνετο ὃ Ἔρως. καὶ γὰρ ἔστι τὸ ἐραστὸν τὸ 
τῷ ὄντι χαλὸν χαὶ ἁβρὸν χαὶ τέλεον καὶ μαχαριστόν" τὸ 
δέ γε ἐρῶν ἄλλην ἰδέαν τοιαύτην ἔχον, οἵαν ἐγὼ δεῆλϑον. 
24. Καὶ ἐγὼ εἶττον, Εἶεν δή, w ξένη" καλῶς γὰρ 
Agathon erwähnt hatte; sodann der lung auf die Sophisten: οὐδ᾽ εἰ 
kostbare Schlufs der Charakteristik τὶς ἄλλος σοφός, οὐ φιλοσοφεῖ. 
des Eros: τὸ δὲ ποριζόμενον ἀεὲ cap. 24. Sokrates geht aus dem 


ὑπεχρεῖ und die zu dem ϑεῶν zusammenhängenden Vortrage wie- 
οὐδεὶς φιλοσοφεῖ gesetzte Anspie- der in den Dialog über und beweist 


ZYMHOZION. 63 


» \ , m [4 
λέγεις" τοιοῦτος ὧν ὁ Ἔρως τίνα χρείαν ἔχει τοῖς ἀνϑρώ- 
ποις; Τοῦτο δὴ μετὰ ταῦτ᾽, ἔφη, ὦ Σώχρατες, πιειράσο- 
μαί σε διδάξαι. ἔστι μὲν γὰρ δὴ τοιοῦτος καὶ οὕτω γεγο- 
vos ὃ Ἔρως, ἔστι δὲ τῶν καλῶν; ὡς σὺ φής. εἰ δέ τις 
ἡμᾶς ἔροιτο" τί τῶν καλῶν ἐστὶν ὃ Ἔρως, ὦ Σώκρατές 
τὲ χαὶ Διοτίμα; ὧδε δὲ σαφέστερον ἐρῶ" ὃ ἐρῶν τῶν 
καλῶν τί ἐρᾷ; καὶ ἐγὼ εἶπτον ὅτι Γενέσϑαι αὑτῷ. AAN 
ἐπιποϑεῖ, ἔφη, ἡ ἀπόχρισις ἐρώτησιν τοιάνδε" τέ ἔσται 
ἐχείνῳ ᾧ ἂν γένηται τὰ χαλά; Οὐ πάνυ ἔφην ἔτι ἔχειν 
ἐγὼ πρὸς ταύτην τὴν ἐρώτησιν προχείρως ἀποχρίνασϑαι. 
AM, ἔφη, ὥστιερ ἂν εἴ τις μεταβαλὼν ἀντὶ τοῦ καλοῦ τῷ 
ἀγαϑῷ χρώμενος πυνϑάνοιτο" φέρε, ὦ Σώκρατες, ἔροιτο" 
ὃ ἐρῶν τῶν ἀγαθῶν τί δρᾷ; Γενέσϑαι, ἣν δ᾽ ἐγώ, αὑτῷ. 
Καὶ τὶ ἔσται ἐχείνῳ ᾧ ἂν γένηται τἀγαϑά; Τοῦτ᾽ εὐ- 
σπορώτερον, ἣν δ᾽ ἐγώ, ἔχω ἀττοχρίνασϑαι, ὅτι εὐδαίμων 
„ 7 ἢ 27 > “ο Ε > ’ 3 ,ὕ 
ἔσται. Κτήσει γάρ, ἔφη, ἀγαϑῶν οἱ εὐδαίμονος εὐδαί- 
μονες, χαὶ οὐχέτι προσδεῖ ἐρέσϑαι, ἵνα τί δὲ βούλεται 

2ιὉ 1.4 {3 ς ΄ > \ 2 ὙΓ ς 
εὐδαίμων εἶναι ὃ βουλόμενος, ἀλλὰ τέλος δοκεῖ ἔχειν ἡ 
ἀπόχρισις. ᾿“ληϑῆ λέγεις, εἶττον ἐγώ. Ταύτην δὲ τὴν 
βούλησιν καὶ τὸν ἔρωτα τοῦτον πότερα χοινὸν οἴει εἶναι 
πάντων ἀνϑρώπων, χαὶ πάντας τἀγαϑὰ βούλεσϑαι αὑτοῖς 
mülste klarer ausgedrückt lauten: 
τίνος τῶν χαλῶν ἔρως ἐστὶν ὃ 
Ἔρως; Sokrates versteht es sodann 
die fingierte Unterhaltung durch- 
aus wahrscheinlich zu machen: er 


wirft gleich anfangs eine Frage auf, 
wie sie der Zuhörer wohl erwartet, 


den Satz ἔστιν ὃ ἔρως τοῦ τὸ 
ἀγαϑὸν αὑτῷ εἶναι ἀεί, die Liebe 
ist der Wunsch, das Gute für alle 
Zeit dauernd zu besitzen, 

Im Anfange des Kapitels lobt sich 
Sokrates scherzend selber mit dem 
χαλῶς γὰρ λέγεις und verweist 


sodann die Erwartung seiner Zu- 
hörer, dals er, nachdem er das 
Wesen des Eros dargelegt, nunmehr 
die δόσεις desselben anführen werde, 
auf eine spätere Auseinandersetzung. 
In den W. ἔστι δὲ τῶν χαλῶν ist 
καλῶν objektiver Genitiv und die 
ἊΝ. sind zu vervollständigen: Ὁ 
Ἔρως ἐστὶν ἔρως τῶν χαλῶν. 
Das folgende τί τῶν χαλῶν ἐστὶν 
ὁ Ἔρως erklärt Sokrates selbst 
mit der folgenden ‚Frage: ὃ ἐρῶν 
τῶν χαλῶν τί ἐρᾷ; die Frage 


die er aber zunächst gar nicht denkt 
zu beantworten, die Frage: τίνα 
χρείαν ἔχει τοῖς ἀνθρώποις; er 
erklärt Fragen, die er ja selbst 
stellt, sich selber näher : ὧδε δὲ 
σαφέστερον ἐρῶ κ. τ. &.; er stellt 
sich, als ob er eine Frage, nicht 
gleich beantworten könne: οὐ πάνυ 
ἔφην. ἔτι ἔχειν ἐγὼ πρὸς ταύτην 
τὴν ἐρώτησιν προχείρως ἀποκχρί- 
γεσϑαι, er simuliert ein Staunen, 
das er dann von der Diotima, für 
unbegründet erklären läfst; er ver- 


64 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


εἶναι ἀεί, ἢ τεῶς λέγεις; Οὕτως, ἣν δ᾽ ἐγώ" κοινὸν εἶναι 
σιάντων. Τί δὴ οὖν, ἔφη, ὦ Σώκρατες, οὐ πάντας ἐρᾷν 
φαμέν, εἴπερ γε ττάντες τῶν αὐτῶν ἐρῶσε καὶ ἀεί, ἀλλά 
τινάς φαμὲν ἐρᾷν, τοὺς δ᾽ οὔ; Θαυμάζω, ἦν δ᾽ ἐγώ, καὶ 
αὐτὸς. ᾿Αλλὰ μὴ ϑαύμαζ᾽, ἔφη" ἀφελόντες γὰρ τοῦ ἔρω- 
τός τι εἶδος ὀνομάζομεν, τὸ τοῦ ὅλου ἐτειτεϑέντες ὄνομα, 
ἔρωτα, τὰ δὲ ἄλλα ἄλλοις καταχρώμεϑα ὀνόμασιν. Ὥσπερ 
τί; ἣν δ᾽ ἐγώ. Ὥσπερ τόδε. οἶσϑ᾽ ὅτι ποίησίς ἐστί τι 
πολύ" ἢ γάρ τοι ἐκ τοῦ μὴ ὄντος εἰς τὸ ὃν ἰόντι ὁτῳοῦν 
αἰτία πᾶσα ἔστι ποίησις, ὥστε χαὶ αἱ ὑπὸ πάσαις ταῖς 
τέχναις ἐργασίαι ποιήσεις εἰσὶ καὶ οἱ τούτων Bene 
πάντες ποιηταί. AlnIn λέγεις. AAN ὅμως mon 
οἶσϑ᾽ ὅτι οὐ καλοῦνται ποιηταὶ ἀλλ᾽ ἄλλα ἔχουσιν nd 
ματα, ἀπὸ δὲ πάσης τῆς ποιήσεως ἕν μόριον ἀφορισϑὲν 
τὸ τιερὶ τὴν μουσικὴν καὶ τὰ μέτρα τῷ τοῦ ὅλου ὀνόματι 
σεροσαγορεύεται. ποίησις γὰρ τοῦτο μόνον χαλεῖταε, καὶ 
οἱ ἔχοντες τοῦτο τὸ μόριον τῆς ποιήσεως ποιηταί. ᾿Αληϑῆ 
λέγεις, ἔφην. Οὕτω τοίνυν καὶ περὶ τὸν ἔρωτα τὸ μὲν 
κεφάλαιόν ἐστι πᾶσα ἡ τῶν ἀγαϑῶν ἐπειιϑυμία χαὶ τοῦ 
εὐδαιμονεῖν, ὃ μέγιστός Te καὶ δολερὸς ἔρως ravri‘ ἀλλ᾽ 
οἱ μὲν ἄλλῃ τρεπόμενοι ττολλαχῇ ἐπε αὐτόν, ἢ κατὰ χρη- 
ματισμὸν ἢ κατὰ φιλογυμναστίαν ἢ κατὰ φιλοσοφίαν, οὔτ᾽ 
ἐρᾷν χαλοῦνται οὔτ᾽ ἐρασταί, οἱ δὲ xara ἕν τι εἶδος 
ἰόντες τε χαὶ ἐσπουδακότες τὸ τοῦ ὅλου ὄνομα ἴσχουσιν, 


langt selbst nach einem Beispiele: Leitung irgend einer Kunst (ὑπὸ 


ὥσπερ τί; ἃ. 8. W.; genug, er schil- 
dert sich selbst so, dals wir statt 
seiner einen Phädrus oder Agathon 
zu sehen glauben. Hierin liegt zu- 
gleich zum Teil das Schalkhafte 
der Darstellung. Der Schalk steckt 
aber auch hinter dem Gedanken, 
den der Redner ausführt: er ver- 
lockt, glaube ich, durch das Bei- 
spiel, welches er anführt, wenn er 
sagt: Ποίησις ist jedes Bewirken, 
dals etwas aus dem Nichtsein in 
das Sein übergehe; folglich mülste 
man jede Erzeugung, die unter der 


πάσαις ταῖς τέχναις) ersteht, Poesie 
nennen; man giebt ‚aber nur der 
Dichtkunst, dem wogeo» oder ἕν 
εἶδος τοῦ ὅλου diesen Namen; 
ebenso ist der Eros fälschlich der 
Name für ein solches μόριον: er 
kommt aber in Wahrheit dem ὅλον 
zu. Ein Beweis ist das, genau 
genommen, nicht, sondern nur eine 
Behauptung. Und wohin führt die- 
selbe? Zu einer Definition der Liebe, 
über die, wenn sie nicht so listig 
eingeleitet wäre, zu Sokrates, wie 
zu unseren Zeiten jeder gelacht 


_ ZYMIIOSION. 65- 


ἔρωτά τε χαὶ ἐρᾷν καὶ ἐρασταί. Κινδυνεύεις ἀληϑῆ, ἔφην 
ἐγώ, λέγειν. Καὶ λέγεται μέν γέ τις, ἔφη, λόγος, ὡς οἱ 
ἂν τὸ ἥμισυ ἑαυτῶν ζητῶσιν, οὗτοι ἐρῶσιν. ὃ δ᾽ ἐμὸς 
λόγος our ἡμίσεός φησιν εἶναι τὸν ἔρωτα οὔϑ᾽ ὅλου, 
ἐὰν μὴ τυγχάνῃ γέ που, ὠ ἑταῖρε, ἀγαϑὸν ὄν" ἐττεὶ αὖ- 
τῶν γε χαὶ πόδας χαὶ χεῖρας ἐϑέλουσιν ἀποτέμνεσϑαι 
οἱ ἄνϑρωτιοι, ἐὰν αὐτοῖς δοκῇ τὰ ἑαυτῶν τιονηρὰ εἶναι. 
οὐ γὰρ τὸ ἑαυτῶν, οἶμαι, ἕκαστοι ἀσττάζονται, εἶ μὴ εἴ τις 
τὸ μὲν ἀγαϑὸν οἰχεῖον χαλεῖ χαὶ ἑαυτοῦ, τὸ δὲ καχὸν 
ἀλλότριον" ὡς οὐδέν γε ἄλλο ἐστὶν οὗ ἐρῶσιν ἄνθϑρωστοι, 
ἢ τοῦ ἀγαϑοῦ" ἢ σοὶ δοχοῦσιν; Ma Hi’ οὐκ ἔμοιγε, ἦν 
δ᾽ ἐγώ. do’ οὖν, n δ᾽ ἥ, οὕτως ἁπλοῦν ἐστὶ λέγειν, 
ὅτι οἱ ἄνϑρωποι τοῦ ἀγαϑοῦ ἐρῶσιν; Ναί, ἔφην. Τί δέ; 
οὐ προσϑετέον, ἔφη, ὅτι χαὶ εἶναι τὸ ἀγαϑὸν αὑτοῖς ἐρῶ- 
σιν; gs do’ οὖν, ἔφη, καὶ οὐ μόνον εἶναι, ἀλλὰ 
χαὶ ἀεὶ εἶναι; Καὶ τοῦτο τιροσϑετέον. Ἔστιν ἄρα ξυλ- 
λήβδην, ἔφη, ὃ ἔρως τοῦ τὸ ἀγαϑὸν αὐτῷ εἶναι ἀεί. "Akn- 
ϑέστατα, ἔφην ἐγώ, λέγεις. | 

25. Ὅτε δὴ τούτου ὃ ἔρως ἐστὶν [ἀεί], ἢ δ᾽ ἥ, τῶν 
τίνα ἔρυτο διωχόντων αὐτὸ χαὶ ἐν τίνει τιράξει ἡ σπουδὴ 
χαὶ ἢ ζύντασις ἔρως ἂν καλοῖτο; Ti τοῦτο τυγχάνει ὃν 
τὸ ἔργον; ἔχεις εἰπεῖν; Οὐ μέντ᾽ ἂν σέ, ἔφην ἐγώ, ὦ 
Διοτίμα, ἐθαύμαζον ἐτεὶ σοφίᾳ καὶ ἐφοίτων τιαρὰ σὲ αὐτὰ 


haben würde. Die Definition des geschweilt ist, nimmt er in diesem 
Eros als ὁ ἔρως τοῦ τὸ ἀγαϑὸν Kapitel die Bilder, unter denen er 
αὐτῷ εἶναι del ist ebenso spals- spricht, in launigster Weise aus 
haft, wie wenn Jemand die Poesie dem engen Kreise der geschlecht- 
definieren wollte als ἢ ἐκ τοῦ μὴ lichen Liebe. Wieder schildert er 
ὄντος εἰς τὸ ὃν ἰόντι ὅτῳοῦν sich selber drastisch als den ge- 
αἰτία. Sokrates identificiert, wie  lehrigen Schüler, wenn er der Dio- 
Eryximachus, das ἐπιϑυμεῖν und tima auf deren Frage nach der 
das ἐρᾶν. Praxis des Eros erwidert: „Ja, 

ea». 25. Das Thema dieses Ka- wenn ich das wülste (el εἶχον 
pitels ist der πο διώξεως und εἰπεῖν, wie der Vordersatz zu dem 
die πρᾶξις des Eros. Wie Sokrates οὐχ dv ἐθαύμαζον heifst), würde 
im vorigen Kapitel, um zu der ihm ich deine Weisheit nicht so an- 
passenden Definition ‚des Eros zu staunen und nicht zu dir in die 
kommen, weit über das eigentliche Schule gehen (φοιτᾶν παρά τινα). 
Gebiet der Liebe und zumal über Als ihm dann seine Lehrerin er- 
das der sinnlichen Liebe hinaus- widert, die ganze σπουδὴ καὶ ξύν- 


Plato, Symposion. Ὁ 


66 NAATQNOZ 


ταῦτα μαϑησόμενος. AAN ἐγώ σοι, ἔφη, ἐρῶ. ἔστι γὰρ 
τοῦτο τόχος ἐν χαλῷ χαὶ χατὰ τὸ σῶμα χαὶ χατὰ τὴν 
ψυχήν. Mavreiag, nv δ᾽ ἐγὼ, δεῖται ὅ τί ποτε λέγεις, 
καὶ οὐ μανϑάνω. AM ἐγώ, ἡ δ᾽ ἥ, σαρέσνεδον ἐρῶ. 
χυοῦσι γάρ, ἔφη, ὦ ὖ Σώχρατες, πάντες ἄνϑρωποι χαὶ κατὰ 
τὸ σῶμα καὶ χατὰ τὴν ψυχήν, καὶ ἐπειδὰν ἔν τινι ἡλικέᾳ 
γένωνται, τίχτειν ἐπιϑυμεῖ ἡμῶν ἡ φύσις. τίέχτειν δὲ 
ἐν μὲν αἰσχρῷ οὐ δύναται, ἐν δὲ τῷ καλῷ. ἢ γὰρ ἀνδρὸς 
nal γυναιχὸς συνουσία τόχος ἐστίν. ἔστι δὲ τοῦτα ϑεῖον 
τὸ πρᾶγμα --- καὶ τοῦτο ἐν ϑνητῷ ὄντι τῷ ζώῳ ἀϑάνατον 
ἔνεστιν — N κύησις χαὶ ἡ γέννησις. τὰ δ᾽ ἐν τῷ ἄναρ- 
μόστῳ ἀδύνατον γενέσϑαι. ἀνάρμοστον δ᾽ ἐστὶ τὸ αἰσχρὸν 
παντὶ τῷ ϑείῳ, τὸ δὲ χαλὸν ἁρμόττον. Moiga οὖν χαὶ 
Εἰλείϑυια ἢ Καλλονή ἔστε τῇ γενέσει. διὰ ταῦτα᾽ ὅταν 
μὲν χαλῷ προσπελάζῃη τὸ χυοῦν, ἵλεών τε γίγνεται καὶ 
εἰφραινόμενον διαχεῖται καὶ τίχτει τε χαὶ γεννᾷ" ὅταν δὲ 
αἰσχρῷ, σχυϑρωτιόν TE χαὶ λυπούμενον συσπειρᾶται zul 
ἀποτρέπεται χαὶ ἀνείλλεται χαὶ οὐ γεννᾷ, ἀλλὰ ἔσχον 


τὸ χύημα χαλεπῶς φέρει. 


τασις τῶν ἐρῶντων beruhe auf 
einem Gebährungstriebe im Schö- 
nen (τόχος ἐν x«)o), auf einem 
Drange zu gebären (d. i. zu pro- 
ducieren) auf sinnlichem, wie auf 
geistigem Gebiete, entgegnet er in 
komischem Staunen, seinen unter 
dem Namen der Diotima gebotenen 
scherzhaften Gedanken scherzend 
illustrierend: αντείας δεῖται ὃ τί 
ποτε λέγεις „eine Prophetengabe 
nur vermag deinen Satz zu deuten: 
ich kann ihn nicht begreifen!“ Und 
nun folgt die köstliche Darlegung: 
„Alle Menschen gehen schwanger 
(χυεῖν, wie wir deutsch auch sagen 
„schwanger gehen mit grolsen Ge- 
danken“), ihr Körper wie ihr Geist, 
und, wenn ihre Stunde schlägt, 
begehrt ihre Natur zu gebären. Ein 
τίχτειν ἐν αἰσχρῷ aber kann es 
nicht geben, sondern nur ein uixreıy 
ἐν χαλῷ. Es ist ja auch die (ge- 


u \ - - ᾿ \ 
ὅϑεν δὴ τῷ κυοῦντί τε χαὶ 


schlechtliche) Einigung von Mann 
und Frau ein Gebären. Und zwar 
ist das ein göttlicher Akt, der aus 
einem sterblichen Wesen ein un- 
sterbliches macht, dies Schwanger- 
sein und nun Zeugen (γέννησις 
synonym mit τόχος = οἱ ἐρῶντες 
κυοῦσι καὶ γεννῶντες τίχτουσε 
d. i. die Zeugung ist ein Akt des 
(ebärens dessen, mit dem man 
schwanger ging, des Samens). Eine 
solche γέννησις oder ein solcher 
τόχος kann aber nur vor sich gehen 
in dem, was zu einander palst. Zu 
dem Göttlichen (im Menschen) paist 
abe: natürlich nur das Schöne, 
nicht das Häfßsliche. Also gehört 
Schönheit zur Zeugung und damit 
auch zum Werden, zur γένεσες d. i. 
Moiga χαὶ Εἰλείϑυια ἡ Καλλονὴ 
ἐστι τῇ γενέσει. Sodann schildert 
Diotima scherzend, wie sich τὸ 
χυοῦν dem Schönen nähert und vor 


ZYMIIOZION. 67- 


ἤδη σπαργῶντιε wohl ἡ πτοίησις γέγονε περὶ τὸ χαλὸν 
διὰ τὸ μεγάλης ὠδῖνος ἀτπτολύειν τὸν ἔχοντα. ἔστι γάρ, 
ὠ Σώκρατες, ἔφη, οὐ τοῦ καλοῦ ὃ ἔρως, ὡς σὺ οἴει. Alla 
τέ μήν; Τῆς γεννήσεως nal τοῦ τόκου ἐν τῷ χαλῷ. Εἶεν, 
ἣν δ᾽ ἐγώ. Πάνυ μὲν οὖν, ἔφη. τί δὴ οὖν τῆς γεννή- 
σεως; ὅτι ἀειγενές ἔστι καὶ ἀϑάνατον ὡς ϑνητῷ ἢ γέν- 
γησις. ἀϑανασίας δὲ ἀναγκαῖον ἐπιϑυμεῖν μετὰ ἀγαϑοῦ 
ἐκ τῶν ὡμολογημένων, εἴπτερ τοῦ ἀγαϑοῦ Eavro εἶναι 
ἀεὶ ἔρως ἐστίν. ἀναγχαῖον δὴ ἐκ τούτου τοῦ λόγου, καὶ 
τῆς ἀϑανασίας τὸν ἔρωτα εἶναι. 

26. Ταῦτά τε οὖν πάντα ἐδίδασχέ με, ὅτιότε περὶ 
τῶν ἐρωτιχῶν λόγους ποιοῖτο, xal πτοτε ἤρετο Τί οἴει, 
ὦ Σώχρατες, αἴτιον εἶναι τούτου τοῦ ἔρωτος χαὶ τῆς Ercı- 
ϑυμίας; ἢ οὐχ αἰσϑάνει ὡς δεινῶς διατίϑεται πάντα τὰ 
ϑηρία, ἐπειδὰν γεννᾷν ἐπιϑυμήσῃ, καὶ τὰ πεζὰ χαὶ τὰ 
πτηνά, νοσοῦντά τε πάντα χαὶ ἐρωτιχῶς διατιϑέμενα, 
σχρώτον μὲν περὶ τὸ ξυμμιγῆναι ἀλλήλοις, ἔπειτα περὶ 
τὴν τροφὴν τοῦ γενομένου, χαὶ ἕτοιμά ἔστιν ὑττὲρ τούτων 
χαὶ διαμάχεσϑαι τὰ ἀσϑενέστατα τοῖς ἰσχυροτάτοις χαὶ 


dem Häfslichen zurückbebt und Beweisführung aufhalten, sie also 


giebt dann in den Worten ὁ Ἔρως 
ἐστὶν ἔρως τῆς γεννήσεως καὶ 
(id est) τοῦ τύχου ἐν τῷ χαλῷ 
eine Lachen erzwingende Definition. 
Zum Schlufs erklärt er dann näher 
die γέννησις als ein ϑεῖον πρᾶγμα, 
wie er sie oben genannt hatte: 
insofern der Sterbliche erzeugt, lebt 
er, eben in dem Erzeugten, fort 
und wird so gewissermalsen un- 
sterblich: und dieser letzte Satz 
bietet ihm dann den Übergang zu 
der Schlufsbehauptung , dafs Eros 
auch τῆς ἀϑανασίας ὃ ἔρως Sei. 

eap. 26. Sokrates führt die 
Schlufsbehauptung des vorigen Ka- 
pitels, dafs Eros auch die Liebe 
zur Unsterblichkeit sei, hier näher 
aus. Er giebt Beispiele, die Tiere 
und den Menschen selbst in ihrer 
Liebe zu den Kindern, und führt 
diese Beispiele, die ja die logische 


unterbrechen, sehr richtig ein, in- 
dem er das bisher erzählte Gespräch 
mit der Diotima ebenfalls unter- 
bricht: zei ποτε ἤρετο, wo Wir 
sagen würden: „ein ander Mal 
fragte sie mich“. Sokrates identi- 
ficiert dann wirklich die ἐπεϑυμία 
und den ἔρως in der ersten Frage 
der Diotima (τί olsı αἴτιον εἶναι 
τούτου τοῦ ἔρωτος καὶ τῆς ἐπι: 
ϑυμίας; ἡ). Der Ausdruck νοσοῦντα 
τε πάντα καὶ ἐρωτιχῶς διατι- 
ϑέμενα erklärt den kurz vorher 
gebrauchten Ausdruck δεινῶς δια- 
τίϑεσθϑαι als νοσερῶς τε καὶ ἐρω- 
τιχῶς διατίϑεσθαι. Wir würden 
sagen: „Begreifst du nicht, wie 
schlimm es steht um alle Tiere, 
wenn die Lust zur Zeugung er- 
wacht, wie die Tiere und Vögel 
von Krankheit zugleich und von 
Liebe ergriffen werden?“ Übrigens 
5% 


68 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ὑπεραποϑνήσχειν, καὶ αὐτὰ τῷ λιμῶ παρατεινόμενα ὥστ᾽ 
ἐκεῖνα ἐχτρέφειν, καὶ ἄλλο τᾶν ττοιοῦντα. τοὺς μὲν γὰρ 
ἀνϑρώπους, ἔφη, οἴοιτ᾽ ἂν τις ἐκ λογισμοῦ ταῦτα ποιεῖν" 
τὰ δὲ ϑηρία τίς αἰτία οὕτως ἐρωτικῶς διατέϑεσϑαι; ἔχεις 
λέγειν; nal ἐγὼ αὖ ἔλεγον ὅτι οὐχ εἰδείην" ἢ δ᾽ εἶπε, 
Διανοεῖ οὖν δεινός ποτε γενήσεσϑαι τὰ ἐρωτικά, ἐὰν 
ταῦτα μὴ ἐννοῇς; ᾿Αλλὰ διὰ ταῦτά τοι, ᾧ Διοτίμα, ὅττερ 
γῦν δὴ eircov, παρὰ σὲ ἥκω, γνοὺς ὅτι διδασκάλων δέομαι. 
ἀλλά μοι λέγε καὶ τούτων τὴν αἰτίαν καὶ τῶν ἄλλων τῶν 
περὶ τὰ ἐρωτικά. Εἰ τοίνυν, ἔφη, πιστεύεις ἐκείνου εἶναι 
φύσει τὸν ἔρωτα, οὗ πολλάκις ὡμολογήχαμεν, μὴ ϑαύμαζε. 
ἐνταῦϑα γὰρ τὸν αὐτὸν ἐχείνῳ λόγον ἡ ϑνητὴ φύσις ζητεῖ 
χατὰ τὸ δυνατὸν ἀεί τε εἶναι χαὶ ἀϑάνατος. δύναται δὲ 
ταύτῃ μόνον τῇ γενέσει, ὅτι ἀεὶ καταλείτεξε ἕτερον νέον 
ἀντὶ τοῦ παλαιοῦ, ἐπεὶ καὶ ἐν ᾧ ἕν ἕκαστον τῶν ζώων 
ζῇν καλεῖται καὶ εἶναι τὸ αὐτό, οἷον ἐκ παιδαρίου ὃ αὐτὸς 
λέγεται ἕως ἂν πρεσβύτης γένηται" οὗτος μέντοι οὐδέτιοτε 
τὰ αὐτὰ ἔχων ἐν αὑτῷ ὅμως ὃ αὐτὸς χαλεῖται, ἀλλὰ νέος 
ἀεὶ γιγνόμενος, τὰ δὲ ἀπολλύς, καὶ κατὰ τὰς τρίχας καὶ 


> - Φ 7 - 
σάρχα xal δστᾶ χαὶ αἷμα χαὶ ξύμπαν τὸ σῶμα. 


scheint mir (entgegen A. Hug) die 
Konstruktion des Satzes durchaus 
normal zu sein: wie νοσοῦντα καὶ 
ἐρωτικῶς διατιϑέμενα Aappositio- 
nell zu ϑηρία steht, ebenso sind 
die Participia παρατεινόμενα und 
ποιοῦντα ‚appositionell zu dem Sub- 
jekt zu ἕτοιμά ἐστιν, d. ‚h. zu 
θηρία; das ja in dem αὐτὰ (χαὲὶ 
αὐτὰ τῷ λιμῷ παρατεινόμενα) 
wieder aufgenommen, an welches 
mit dem αὐτὰ gewissermalsen er- 
innert wird: „Die Tiere sind be- 
reit für diese zu kämpfen, die 
schwächsten mit den kräftigsten, 
und zu sterben für sie, und zwar 
trotzdem sie sich vom Hunger mar- 
tern lassen, um nur ihre Jungen 
nähren zu können, und sonst alles 
Mögliche thun.“ 

In den W. δύναται δὲ ταύτῃ 
μόνον τῇ γενέσει x. τ. &. über- 


x \ 
χαὶ μὴ 


setzen Schleiermacher und Hier. 
Müller γένεσις mit „Erzeugung“; 
das Wort bedeutet aber, wie immer, 
das „Werden“. Die Stelle ist wie- 
derzugeben: „Sie vermag es nur 
durch dies Werden (von dem ἐν 
ἐκείνῳ τῷ λόγῳ d.i. im vorigen 
Kapitel die Rede war), weil sie 
(dabei) immer ein anderes Neues 
statt des Alten hinterläfst.* In den 
folgenden ΝΥ. fällt dann der Red- 
ner aus der Konstruktion, oder voll- 
endet vielmehr den mit ἐπεὶ be- 
gonnenen Kausalsatz nicht, verleitet 
du:ch das Beispiel vom Menschen, 
das er weiter ausführt. Er hätte 
den Gedanken aber vollenden mü- 
fsen, indem er fortfuhr: ἐπεὶ καὶ, 
ἐν ᾧ ἕν ἕχαστον τῶν ζῴων 
ζὴν χαλεῖται καὶ εἶναι τὸ αὐτό, 
οὐχ ἔστιν τὸ αὐτὸ ἀλλ᾽ as yi- 
γνεται. 


ZYMIIOZION, 69 


u \ Ἁ nd > x x x Ἁ Ἁ c ’ 
ὅτι χατὰ τὸ σῶμα, ἀλλὰ καὶ κατὰ τὴν ψυχὴν οἱ τρόποι, 

τὰ ἤϑη, δόξαι, ἐπιϑυμίαι, ἡδοναί, λῦτται, φόβοι, τούτων 

΄ 2 

ἕχαστα οὐδέποτε τὰ αὐτὰ πάρεστιν ἑκάστῳ, ἀλλὰ τὰ μὲν 

γίγνεται, τὰ δὲ ἀπόλλυται. πολὺ δὲ τούτων ἀτοττώτερον 

ἔτι, ὅτι χαὶ αἱ ἐπιστῆμαι μὴ ὅτι αἱ μὲν γίγνονται, αἱ δὲ 
2 ΄ ςι χω \ I 07, c 3 ‚> N \ 

ἀπόλλυνται ἡμῖν, καὶ οὐδέττοτε οἱ αὐτοί ἐσμεν οὐδὲ κατὰ 

} ἣ »" “- 
τὰς ἐπιστήμας, ἀλλὰ καὶ μία ἑκάστη τῶν ἐπιστημῶν ταῦ- 
- - ς 

τὸν πάσχει. ὃ γὰρ καλεῖται μελετᾶν, ὡς ἐξιούσης ἐστὶ 
» 2 ’ = [4 N > ’ 23} [4 \ 

τῆς ἐπιστήμης" λήϑη γὰρ ἐπιστήμης ἔξοδος, μελέτη δὲ 

» 2 - ’, 
zeahıy χαινὴν ἐμττοιοῦσα ἀντὶ τῆς ἀπιούσης μνήμην σώζει 
’ [Id = 5 Ε ’ 

τὴν ἐπιστήμην, ὥστε τὴν αὐτὴν δοχεῖν εἶναι. τούτῳ γὰρ 

τῷ τρόπῳ πᾶν τὸ ϑνητὸν σώζεται, οὐ τῷ παντάπασι τὸ 
> \ 3,3% 3 u \ Pr > \ -» \ > \ \ 

αὐτὸ ἀεὶ εἶναι ὥσπερ τὸ ϑεῖον, ἀλλὰ τῷ TO ἀπιὸν xal 

z 3 5 

παλαιούμενον ἕτερον νέον ἐγχαταλείπειν οἷον αὑτὸ ἦν. 

ταύτῃ τῇ μηχανῇ, ὦ Σώχρατες, ἔφη, ϑνητὸν ἀϑανασίας 

μετέχει, καὶ σῶμα καὶ τάλλα πάντα᾽ ἀδύνατον δὲ ἄλλῃ. 

3 ς - m 
un οὖν ϑαύμαζε, εἰ τὸ αὐτοῦ ἀποβλάστημα φύσει πᾶν 
τιμᾷ᾽ ἀϑανασίας γὰρ χάριν παντὶ αὕτη ἡ σπουδὴ χαὶ ὃ 
ἔρως ἕπεται. 

27. Καὶ ἐγὼ ἀκούσας τὸν λόγον ἐϑαὐύμασά τε χαὶ 
εἶπον Εἶεν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ σοφωτάτη Διοτίμα, ταῦτα ὡς 
2 - co 2 \ o co ς ’ , 
ἀληϑῶς οὕτως ἔχει; καὶ 7, ὥσπερ οἱ τέλεοι σοφισταί, 


Ev ἴσϑι, ἔφη, ὦ Σώκρατες" 


2 \ \ 1 I ’ 2 
Ertei χαὶ τῶν ἀνϑρωώπων Ei 


ἐθέλεις εἰς τὴν φιλοτιμίαν βλέψαι, ϑαυμάζοις ἂν τῆς 


Die Ausdrücke μελετᾶν und με- 
λέτη erklärt der Redner selbst in 
den W. μελέτη “χαιγὴν ἐμποιοῦσα 
ἀντὶ Eis ἀπιούσης μνήμην σώζει 
τὴν ἐπιστήμην. Μελετᾶν heilst 
4180 Baer nachsinnen“, 

cap. 27. Sokrates läfst die Dio- 
tima weiter ausführen, dafs auch 
auf geistigem Gebiete der? ἔρως ἀϑα- 
γασίας die Menschen beherrsche. 
Aus den ersten W. zul ἐγὼ ἀκούσας 
τὸν λόγον ἐϑαύμασα. spiegelt sich 
wohl das Staunen der Zuhörer wie- 
der, welche der Satz ‚des vorigen 
Kapitels, dafs zul κατὰ τὴν ψυχὴν 


τὰ μὲν γίγνεται, τὰ δὲ ἀπόλλυται 
überrascht hatte. Sokrates neckt 
sie mit ihrer Überraschung, wenn 
er auch von sich sagt, der Diotima 
Ausspruch habe ihn in Erstaunen 
gesetzt und gewinnt dann mit seiner 
naiven ‚Frage ταῦτα ὡς ἀληϑῶς 
οὕτως ἔχει; das Recht, das Geste 
weiterhin klar zu legen. Er nimmt 
dabei scherzend einen schulmeister- 
lichen Ton an, den er mit den 
Worten ὥσπερ οἱ τέλεοι σοφισταί 
„wie vollendete Lehrer der Weis- 
heit“ ankündigt und mit dem εὐ 
ἰσϑι, dem selbstgefälligen & ἐγὼ 


70 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


ἀλογίας πέρι, ἃ ἐγὼ εἴρηκα εἰ μὴ ἐννοεῖς, ἐνθυμηϑεὶς 
ὡς δεινῶς διάκεινται ἔρωτι τοῦ ὀνομαστοὶ γενέσϑαι καὶ 
χλέος εἰς τὸν ἀεὶ χρόνον ἀϑάνατον χαταϑέσϑαι, καὶ ὑπὲρ 
τούτου χινδύνους τε χυνδυνεύειν ἕτοιμοί εἶσε πάντας ἔτι 
μᾶλλον ἢ ὑπὲρ τῶν παίδων, καὶ χρήματ᾽ ἀναλίσχειν καὶ 
σιόνους πονεῖν οὑστινασοῦν χαὶ ὑπερατοϑνήσκχειν. ἐπεὶ 
οἴει σύ, ἔφη, Ἄλκηστιν ὑπὲρ ᾿Αδμήτου ἀποϑανεῖν ἄν, ἢ 
᾿Αχιλλέα Πατρόχλῳ ἐπαποϑανεῖν, ἢ προαττοϑανεῖν τὸν 
ὑμέτερον Κόδρον ὑπτὲρ τῆς βασιλείας τῶν παίδων, μὴ 
οἰομένους ἀϑάνατον μνήμην ἀρετῆς πέρι ἑαυτῶν ἔσεσϑαι, 
ἣν. γῦν ἡμεῖς ἔχομεν; ττολλοῦ γε δεῖ, ἔφη, ἀλλ᾽, οἶμαι, 
ὑπτὲρ ἀρετῆς ἀϑανάτου καὶ τοιαύτης δόξης εὐκλεοῦς σάν- 
τὲς ττάντα ποιοῦσιν, ὅσῳ ἂν ἀμείνους ὦσι, τοσούτῳ μᾶλ- 
Aov‘ τοῦ γὰρ ἀϑανάτου ἐρῶσιν. οἱ μὲν οὖν ἐγχύμονες, 
ἔφη, κατὰ σώματα ὄντες πρὸς τὰς γυναῖχας μᾶλλον τρέ- 
πονται χαὶ ταύτῃ ἐρωτικοί εἶσι, διὰ παιδογονίας ἀϑα- 
γασίαν χαὶ μνήμην καὶ εὐδαιμονίαν, ὡς οἴονται, αὑτοῖς 
εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον πάντα ποριζόμενοι" οἱ δὲ χατὰ 
τὴν ψυχήν --- εἰσὶ γὰρ οὖν, ἔφη, οἱ ἐν ταῖς ψυχαῖς κυοῦ- 
Worten spielt, wie mit dem ὑπερ- 
anosavelv, ἐπαποϑανεῖν, προ- 


αποϑανεῖν:; wenn er Verse ein- 
flicht, wie den Hexameter zul χλέος 


εἴρηχα εἰ μὴ ἐννοεῖς, mit der 
Breite, in welcher er redet oder 
seine Freundin reden lälst u. s. w. 
durchführt. Aber auch in dem Ge- 


danken, welchen er durchführt, liegt 
etwas Lehrhaftes: gegenüber dem 
poetisch-schönen Gedanken des 
Phädrus, dals die Alkestis und den 
Achilleus unbegrenzte Liebe geleitet 
habe, hat der Gedanke des Sokrates, 
dals das Streben nach Unsterblich- 
keit etwa der Aufopferungsfähigkeit 
zu Grunde liege, wie mir scheinen 
will, etwas schulmälsig Philister- 
haftes, und dem versteht eben So- 
krates dadurch, dafs er scherzend 
spricht und den Schulmeister resp. 
sich selbst zum besten hat, das 
Langweilige zu nehmen. Scherzend 
aber spricht er, wenn er gerade 
eines Vorredners Beispiele wählt, 
um sein Mafs der Wahrheit daran- 
zulegen; wenn er spottend mit den 


εἰς τὸν ἀεὶ χρόνον ἀϑάνατον 
χαταϑέσϑαι, der ungefähr auf der 
Stufe der von Sokrates im Phä- 
drus angeführten Verse, steht (z.B. 
Phaedr. cap. 32: τὸν δ᾽ ἤτοι ϑνη- 
τοὶ μὲν Ἔρωτα χαλοῦσι ποτηνον, 
ἀϑάνατοι δὲ me Ων, διὰ πτε- 
οόφοιτον ἀνάγχην), ἃ. ἢ. abge- 
sehen von dem Fre von Poesie 
nichts ahnen lälst; wenn er ferner 
auf das im 25. Kap. durchgeführte 
Bila ‚zurückgreifend der ἐγχύμονες 
κατὰ τὸ σῶμα die ἐγχύμονες χατὰ 
τὴν ὴν gegenüberstellt; wenn 
er in Häufungen und Übertreibungen 
redet: ἕτοιμοί εἰσε wi χρήματ 
ἀναλίσχειν χαὶ πόνους πονεῖν 000- 
τινασοῦν χαὶ ὑπεραποϑνήσχειν 
oder διὰ παιδογονίας ἀϑανασίαν 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. 71- 


σιν ἔτι μᾶλλον ἢ ἐν τοῖς σώμασιν, ἃ ψυχῇ τιροσήχει καὶ 
χυῆσαι χαὶ κυεῖν" τί οὖν προσήκει; φρόνησίν τε καὶ 
τὴν ἄλλην ἀρετήν᾽ ὧν δή εἶσι καὶ οἱ ποιηταὶ τιάντες 
γεγνήτορες καὶ τῶν δημιουργῶν ὅσοι λέγονται εὑρετιχοὶ 
εἶναι" πολὺ δὲ μεγίστη, ἔφη, καὶ καλλίστη τῆς φρονήσεως 
ἢ περὶ τὰς τῶν πόλεών TE Kal οἰκήσεων διαχοσμήσεις, 
N δὴ ὄνομά ἔστι σωφροσύνη TE καὶ δικαιοσύνη" τούτων 
αὖ ὅταν τις ἐκ νέου ἐγκύμων ῃ τὴν ψυχὴν ϑεῖος ὦν, καὶ 
ἡχούσης τῆς ἡλικίας τίχτειν ve καὶ γεννᾶν ἤδη ἐπιϑυμῇ, 
ζητεῖ δή, οἶμαι, χαὶ οὗτος περιιὼν τὸ χαλὸν ἐν ᾧ ἂν 
γεννήσειεν᾽" ἐν τῷ γὰρ αἰσχρῷ οὐδέττοτε 7εννήσει. τά τὲ 
οὐν σώματα τὰ καλὰ μᾶλλον ἢ τὰ αἰσχρὰ ἀσπάζεται ἅτε 
χυῶν, καὶ ἐὰν ἐντύχῃ ψυχῇ καλῇ καὶ γενναίᾳ καὶ εὐφυεῖ, 
πάνυ δὴ ἀσπάζεται τὸ ξυναμφότερον, καὶ πρὸς τοῦτον 
τὸν ἄνϑρωπον εὐϑὺς εὐπορεῖ λόγων περὶ ἀρετῆς καὶ περὶ 
οἷον χρὴ εἶναι τὸν ἄνδρα τὸν ἀγαϑὸν καὶ ἃ ἐπιτηδεύειν, 
χαὶ ἐπιχειρεῖ παιδεύειν. ἁπτόμενος γάρ, οἶμαι, τοῦ κα- 
λοῦ χαὶ ὁμιλῶν αὐτῷ, ἃ πάλαι ἐχύει, τίχτει καὶ γεγγᾷ, 
χαὶ παρὼν χαὶ ἀπῷν μεμνημένος, καὶ τὸ γεννηϑὲν συν- 
ἐχτρέφει κοινῇ μετ᾽ ἐχείνου, ὥστε πολὺ μείζω χοινωγνέαν 
τῆς τῶν παίδων πρὸς ἀλλήλους οἱ τοιοῦτοι ἴσχουσι χαὶ 
φιλίαν βεβαιοτέραν, ἅτε χαλλιόνων χαὶ ἀϑανατωτέρων 
παίδων κεχοινωνηχότες. χαὶ πᾶς ἂν δέξαιτο ἑαυτῷ τοιού- 
τους παῖδας μᾶλλον γεγονέναι ἢ τοὺς ἀνϑρωπιίνους, Kal 
eis Ὅμηρον ἀττοβλέψας χαὶ Ἡσίοδον χαὶ τοὺς ἄλλους 
ποιητὰς τοὺς ἀγαϑοὺς ζηλῶν, οἷα ἔκγονα ἑαυτῶν κατα- 
λείπουσιν, ἃ ἐκείνοις ἀϑάνατον κλέος καὶ μνήμην πιαρ- 
ἔχεται αὐτὰ τοιαῦτα ὄντα᾽ εἰ δὲ βούλει, ἔφη, οἵους Av- 


zul μνήμην χαὶ εὐδαιμονίαν αὖ- 
τοῖς εἰς τὸν χρόνον ἅπαντα πορι- 
Cousvoı; wenn er plötzlich in die 
Form _der Frage und Antwort fällt: 
τί οὖν προσήκει; ‚pyoovnalv TE 
καὶ τὴν ἄλλην ἀρετήν U. 8. w. Und 
wie streng führt er in der zweiten 
Hälfte des Kapitels das Bild von 
dem geistig Schwangeren und zeu- 
gend Gebärenden durch: ἃ πάλαι 


ERVEL, TIXTEL καὶ γεννᾷ, τὸ γεν- 
νηϑὲν συνεχτρέφει, χαλλιόνων χαὶ 
ἀϑανατωτέρων ‚raldov κεχοινω- 
γνηχότες, πᾶς ἂν δέξαιτο ξαυτῷ 
τοιούτους παῖδας γεγονέναι m 
τοὺς ἀνθρωπίνους, οἷα ἑδαυτῶν 
καταλείπουσι U. 8. W. 

Zu den ΝΥ. ἃ 12977] προσήχει 
καὶ χυῆσαι χαὶ χυεῖν Sagt Stall- 
baum: h. 6, et concepisse (quae 


72 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χοῦργος παῖδας χκατελίπετο ἐν “ακεδαίμονι σωτῆρας τῆς 
Aarsdaluovog καὶ ὡς ἔπος εἰπεῖν τῆς Ἑλλάδος. τίμιος 
δὲ παρ᾽ ὑμῖν χαὶ Σόλων διὰ τὴν τῶν νόμων γέννησιν, 
χαὶ ἄλλοι ἄλλοϑι πολλαχοῦ ἄνδρες, καὶ ἐν Ἕλλησι χαὶ ἐν 
βαρβάροις, πολλὰ καὶ χαλὰ ἀποφηνάμενοι ἔργα, γεννή- 
σαντὲς παντοίαν ἀρετήν" ὧν χαὶ ἱερὰ πολλὰ ἤδη γέγονε 
διὰ τοὺς τοιούτους παῖδας, διὰ δὲ τοὺς ἀνθρωπίνους 
οὐδενός πω. 

28. Ταῦτα μὲν οὖν τὰ ἐρωτιχὰ ἴσως, ὦ Σώχρατες, 
χἂν σὺ μυηϑείης" τὰ δὲ τέλεα χαὶ ἐποπτιχά, ὧν ἕνεχα 
χαὶ ταῦτα ἔστιν, ἐάν τις ὀρϑῶς μετέῃ, οὐχ οἷδ᾽ εἰ οἷός 


est actio semel et veluti uno tem- 
poris ictu perfeeta) et conceptum 
tenere. Hugschreibt nach Jahns Vor- 
gange, welcher aus χυεῖν τίχτειν 
machte, τεχεῖν, das Jahnsche τι- 
χτεῖν der Aoristform χυῆσαι assi- 
milierend. Ich möchte die Worte 
nicht ändern, fasse das χυῆσαι als 
infin. praeteriti, denke mir, Sokrates 
habe bei dem χυῆσαι auf seine Vor- 
redner, bei dem χυεῖν auf sich selbst 
gezeigt (vielleichtaufseinen Schmer- 
bauch) und übersetze: „womit der 
Seele ziemt schwanger gegangen 
zu sein (wie ihr) und schwanger 
zu gehen (wie ich).*“ 

cap. 28. Es beginnt die Schil- 
derung der höchsten Stufe, auf 
welche der Eros den Menschen zu 
führen imstande ist. Er lehrt den 
Menschen von der Schönheit am 
einzelnen Körper ausgehend die 
Schönheit am Körperlichen über- 
haupt zu erfassen und sodann die 
körperliche Schönheit, τὸ περὲ 
τὸ σῶμα χαλὸν oder τὸ ἐπ᾽ εἴδει 
χαλόν, gering zu achten gegenüber 
der geistigen, der ἐπιτηδεύματα 
und zuletzt der ἐπιστῆμαι (cap. 28). 
So fortschreitend wird der Mensch 
endlich dahin kommen, die Idee 
der Schönheit zu erfassen, das an 
sich Schöne zu schauen (ϑεωμέ- 
γῳ αὐτὸ τὸ χαλόν) und wird da- 
mit durch den Eros das für einen 


Menschen höchste Glück erreichen 
(cap. 29). 

In den ersten Sätzen des Kapitels 
hat man ein Urteil Platos über 
Sokrates finden wollen. „Wenn 
Diotima hier bemerkt, dafs Sokrates 
vielleicht nicht imstande sein werde, 
ihr auf diese höchste Stufe zu fol- 
gen, so ist dies eine Andeutung 
Platos, dafs der historische Sokra- 
tes wohl zu einer so geistigen Auf- 
fassung desEros, nämlich als Streben 
nach Ruhm und unsterblichen Ver- 
diensten oder wenigstens als kräf- 
tiger Beihilfe zu einer edlen φελο- 
τιμία, wie sie im vorhergehenden 
dargestellt war, vorgedrungen sei, 
dagegen die Erhebung des Begriffes 
des Eros zum Schauen der ewigen 
Idee nicht mehr selbst vollzogen 
habe; diese Auffassung nämlich ist 
nur möglich auf Grund der Platoni- 
schen Ideenlehre* (A. Hug). Ich 
glaube, man thut Plate damit un- 
recht, wirft ihm damit, ohne es 
zu wollen, eine Kleinlichkeit vor, 
die einem so edlen Charakter fern 
liegt. «Würde er im Phädo nicht 
noch viel’mehr Veranlassung haben 
zu solchen Andeutungen, wenn er 
überhaupt darauf ausginge? Und 
was hätten denn derlei Andeutungen 
für einen Zweck? Wollte Plato sich 
als den Schöpfer der Gedanken sei- 
nes Sokrates hinstellen, warum hätte 


| 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. 73° 
τ᾽ ἂν εἴης. ἐρῶ μὲν οὖν, ἔφη, ἐγὼ χαὶ προϑυμίας οὐδὲν 
ἀπολείψω" σεξειρῶ δὲ ἕπεσϑαι, ἂν οἷός τε ng. δεῖ γάρ, 
ἔφη, τὸν ὀρϑῶς ἰόντα ἐπὶ τοῦτο τὸ πρᾶγμα ἄρχεσϑαι 
μὲν νέον ὄντα ἰέναι ἐπὶ τὰ χαλὰ σώματα, καὶ πρῶτον 
μέν, ἐὰν ὀρθῶς ἡγῆται ὃ ἡγούμενος, ἑνὸς αὐτὸν σώματος 
ἐρᾶν καὶ ἐνταῦϑα γεννᾶν λόγους χαλούς, ἔπειτα δὲ αὐτὸν 
χατανοῆσαι, ὅτι τὸ χάλλος τὸ ἐπὶ ὁτῳοῦν σώματι τῷ ἐπεὶ 
ἑτέρῳ σώματι ἀδελφόν ἐστι, χαὶ εἰ δεῖ διώκειν τὸ ἐπ᾽ 
εἴδει καλόν, πολλὴ ἄνοια μὴ οὐχ ἕν τε καὶ ταὐτὸν ἡγεῖ- 
σϑαι τὸ ἐπὶ πᾶσι τοῖς σώμασι κάλλος" τοῦτο δ᾽ ἐννοή- 
σαντα καταστῆναι πάντων τῶν χαλῶν σωμάτων ἐραστήν, 
ἑνὸς δὲ τὸ σφόδρα τοῦτο χαλάσαι χαταφρονήσαντα χαὶ 
σμιχρὸν ἡγησάμενον" μετὰ δὲ ταῦτα τὸ ἐν ταῖς ψυχαῖς 
χάλλος τιμιώτερον ἡγήσασϑαι τοῦ ἐν τῷ σώματι, ὥστε 
χαὶ ἐὰν ἐπιειχὴς ὧν τὴν ψυχήν τις χἂν σμιχρὸν ἄνϑος 
ἔχῃ, ἐξαρχεῖν αὐτῷ χαὶ ἐρᾷν xal χήδεσϑαι χαὶ τίχτειν 
λόγους τοιούτους χαὶ ζητεῖν, οἵτινες ποιήσουσι βελτίους 
τοὺς νέους, ἵνα ἀναγκασϑῇ αὖ ϑεάσασϑαι τὸ ἐν τοῖς ἐπι- 
τηδεύμασι χαὶ τοῖς νόμοις χαλὸν nal τοῦτ᾽ ἰδεῖν ὅτε av 
αὐτὸ αὑτῷ ξυγγενές ἐστιν, ἵνα τὸ περὶ τὸ σῶμα καλὸν 
σμικρόν τι ἡγήσηται εἶναι μετὰ δὲ τὰ ἐπιτηδεύματα ἐτεὶ 
τὰς ἐπιστήμας ἀγαγεῖν, ἵνα ἴδῃ αὖ ἐπιστημῶν χαλλος, 


er überhaupt die Person seines Leh- 
rers zu Hilfe genommen? Im Ge- 
genteil liegt ein trefflicher Humor 
in der Weise, wie Sokrates, alle 
vorhergehenden Reden widerlegend 
oder überbietend, doch zugleich sich 
in dem fingierten Verhältnis zur 
Diotima als den Laien, den Schüler 
hinstellt. Wieder läfst er hier seine 
Lehrerin reden ὥσπερ οἱ τέλεοι 
σοφισταί: „Vielleicht bist du 
soweit fähig, die Mysterien zu er- 
fassen (μυηϑείης ἄν); aber die 
höheren Weihen, die τέλεα καὶ 
ἐποπτιχί, \ch weils nicht, ob du 
die zu fassen imstande bist, Ver- 
suche aber zu folgen, wenn es dir 
möglich.“ Ich meine, die Schalk- 


haftigkeit des Redners lälst sich 
hier gar nicht verkennen. 

Im übrigen bleibt Sokrates auch 
im letzten Abschnitte der Rede 
immer im Bilde der früheren Ka- 
pitel; so wenn er hier von einem 
γεννᾶν λόγους χαλοὺς oder von 
einem τέίχτειν λόγους spricht. Im 
einzelnen wäre vielleicht in dem 
zwar langen, aber ‚sehr durchsich- 
tigen von det (det γάρ, ἔφη, τὸν 00- 
ϑῶς ἰόντα κ.τ. δ.) abhängigen Satze 
zu bemerken, dafs die W. &vog δὲ 
τὸ σφόδρα τοῦτο χαλάσαι mit 
δολ δ, ἐπούνέγμ zu übersetzen sind 
„von der gewaltigen Heftigkeit für 
einen (d. 1. für eine Person) nach- 
lassen“, dals &voc also von τὸ 


74 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


χαὶ βλέπων πρὸς πολὺ ἤδη τὸ καλὸν μηχέτε τῷ rap’ Evi, 
, -" N 7 
ὥσττερ οἰχέτης, ἀγαπῶν παιδαρίου κάλλος ἢ ἀνϑρώπου 
τινὸς ἢ ἐπιτηδεύματος ἑνός, δουλεύων φαῦλος ἡ καὶ σμι- 
χρολόγος, ἀλλ᾽ ἐπὶ τὸ πολὺ πέλαγος τετραμμένος τοῦ 
χαλοῦ χαὶ ϑεωρῶν τιολλοὺς καὶ καλοὺς λόγους χαὶ μεγα- 
λοτπιρεττεῖς τίχτῃ καὶ διανοήματα ἐν φιλοσοφίᾳ ἀφϑόνῳ, 
[4 a\ 3 In ς \ \ 2 \ , ἈΝ ὧν 
ἕως ἂν Evradda ῥωσϑεὶς καὶ αὐξηϑεὶς κατίδῃ τινὰ ἐπι- 
στήμην μίαν τοιαύτην, 7) ἔστι καλοῦ τοιοῦδε. σεειρῶ δέ 
μοι, ἔφη, τὸν νοῦν προσέχειν ὡς οἷόν τε μάλιστα. 
29. Ὃς γὰρ ἂν μέχρι ἐνταῦϑα πρὸς τὰ ἐρωτικὰ 
- ’ὔ, > - \ 2 - \ , 
σ-αιδαγωγησθῆῇ, ϑεώμενος ἐφεξῆς τε καὶ ὀρϑῶς τὰ καλά, 
πρὸς τέλος ἤδη ἰὼν τῶν ἐρωτικῶν ξξαίφνης κατόψεταί τι 
ϑαυμαστὸν τὴν φύσιν χαλόν, τοῦτο ἐχεῖνο, ὦ Σώχρατες, 
γα \ ͵ὔ 3 - 
οὗ δὴ ἕνεχεν χαὶ οἱ ἔμτεροσϑεν ττάντες πόνοι ἧσαν, πρῶ- 
τον μὲν ἀεὶ ὃν χαὶ οὔτε γιγνόμενον οὔτε ἀπολλύμενον, 
οὔτε αὐξανόμενον οὔτε φϑῖνον, ἔπειτα οὐ τῇ μὲν χαλόν, 
- 3 3 ΄ 3 \ \ [4 \ 3 ” > φΦν \ νυ. 
τῇ δ᾽ αἰσχρόν, οὐδὲ τοτὲ μέν, τοτὲ δ᾽ οὔ, οὐδὲ πρὸς μὲν 
Ν ΄ \ \ \ 2 ΄ >09 y \ [4 2 
τὸ καλόν, πρὸς δὲ τὸ αἰσχρόν, οὐδ ἔνϑα μὲν χαλόν, ἔνϑα 
4 ΄ 7 2 
δὲ αἰσχρόν, ὡς τισὶ μὲν ὃν καλόν, τισὶ δὲ αἰσχρόν" οὐὸ 
αὖ φαντασϑήσεται αὐτῷ τὸ καλὸν οἷον τιρόσωττόν τι οὐδὲ 
χεῖρες οὐδὲ ἄλλο οὐδὲν ὧν σῶμα μετέχει, οὐδέ τις λόγος 
οὐδέ τις ἐπιστήμη, οὐδέ που ὃν ἐν ἑτέρῳ τινέ, οἷον ἐν 
΄ N > - X) 2 “Α»ν »” 3 \ De 2 
ζώῳ ἢ ἐν γῆ ἢ ἐν οὐρανῷ ἢ ἔν τῳ ἄλλῳ, ἀλλὰ αὐτὸ χαϑ 
ς \ 2 c - \ DEAN ” \ » 4 
αὑτὸ μεϑ᾽ αὑτοῦ μονοειδὲς ἀεὶ ὄν, τὰ δὲ ἄλλα πάντα 
χαλὰ ἐχείνου μετέχοντα τρόπον τινὰ τοιοῦτον, οἷον γιγνο- 
μένων τε τῶν ἄλλων χαὶ ἀπολλυμένων μηδὲν ἐκεῖνο μήτε 
τι τυλέον μήτε ἔλαττον γίγνεσϑαι μηδὲ πάσχειν μηδέν. 
ὅταν δή τις ἀπὸ τῶνδε διὰ τὸ ὀρθῶς παιδεραστεῖν ἔτεα- 


σφόδρα τοῦτο abhängig ist und 
dafs τὸ σφόδρα τοῦτο die starke 
Liebe, die heftige Liebe bezeichnet. 

cap. 29. Den Ton der τέλεοι 
σοφισταὶ schlägt auch hier und 
da dies Kapitel an. So in dem 
παιδαγωγηϑῇ, in dem erklärenden 
Hinweis auf τὰ τέλεα χαὲ ἐπο- 
πτιχὰ des vorigen Kapitels mit den 


ΝΥ. πρὸς τέλος ἐὼν χατόψεται 
x. τ. ὃν, in der breiten Erklärung 
der Idee des Schönen, in welcher 
die Ausdrücke πρὸς μὲν τὸ χαλόν, 
πρὸς δὲ τὸ αἰσχρόν gleich sind 
dem χαλὸν πρὸς τὸ μέν, αἰσχρὸν 
πρὸς τὸ δέ ἃ. i, „schön im Ver- 
gleich mit dem einen, häßslich im 
Vergleich mit dem anderen; in der 


ZYMIIOZION. 75 


\ - \ \ » - \ Bl 
γιὼν ἐχεῖνο τὸ χαλὸν ἄρχηται χαϑορᾶν, σχεδὸν ἂν τι 
- ’ “ 2 - 
ἅπτοιτο τοῦ τέλους. τοῦτο γὰρ δή ἔστι τὸ ὀρϑῶς ἐπὸὶ 
x 2 \ 2 a Ἢ 3 237 » > [4 > Ἁ 
τὰ ἐρωτιχὰ ἰέναι ἢ ὑπ’ ἄλλου ἄγεσϑαι, ἀρχόμενον ἀπὸ 
τῶνδε τῶν χαλῶν ἐχείνου Evera τοῦ καλοῦ ἀεὶ ἐπανιέναι, 
“ 2 Εἰ ΄ EN RN = N , \ 
Worreo ἐπαναβαϑμοῖς χρώμενον, ἀπὸ Evog ἐπὶ δύο χαὶ 
ἀπὸ δυεῖν ἐπὶ πάντα τὰ καλὰ σώματα χαὶ ἀπὸ τῶν χα- 
λῶν σωμάτων ἐπὶ τὰ καλὰ ἐπιτηδεύματα καὶ ἀπὸ τῶν 
καλῶν ἐπιτηδευμάτων ἐπὶ τὰ καλὰ μαϑήματα, ἕως ἀπὸ 
τῶν μαϑημάτων ἔττ᾽ ἐχεῖνο τὸ μάϑημα τελευτήσῃ, ὃ ἔστιν 
οὐκ ἄλλου ἢ αὐτοῦ Exeivov τοῦ καλοῦ μάϑημα, χαὶ γνῷ 
αὐτὸ τελευτῶν 0 ἔστι καλόν. 
2 > - , 5 , ΄, 2 ς 
Ἐνταῦϑα τοῦ βίου, w φίλε Σώχρατες, ἔφη ἡ ἴαντι- 
\ 7 \ 2 ΄ὔ 5 
γικὴ ξένη, eirteg που ἄλλοϑι, βιωτὸν ἀνϑρώπῳ, ϑεωμένῳ 
αὐτὸ τὸ χαλόν. ὃ ἐαν more ἴδῃς, οὐ χατὰ χρυσίον Te 
χαὶ ἐσθῆτα καὶ τοὺς χαλοὺς παῖδάς τε καὶ νεανίσχους 
δόξει σοι εἶναι, οὺς νῦν ὁρῶν ἐχπέπληξαι καὶ ἕτοιμος εἶ 
\ \ un DEE \ \ \ 
χαὶ σὺ χαὶ ἄλλοι πολλοί, ὁρῶντες τὰ παιδικὰ καὶ Euvor- 
τες ἀεὶ αὐτοῖς, εἴ wg οἷόν τ᾽ ἣν, μήτε ἐσϑίειν μήτε 
, 2 \ m ΄ \ eo N) - BJ} 
seiveıw, ἀλλὰ ϑεᾶσϑαι μόνον nal ξυνεῖναι. τί δῆτα, ἔφη, 


strengen Stufenfolge des Fortschritts 
zum Schauen der Idee, die er früher 
Gesagtes rekapitulierend, angiebt: 
ano ἐνὸς ἐπὶ δύο zul ἀπὸ δυεῖν 
ἐπὶ πάντα τὰ καλὰ σώματα zul 
ἀπὸ τῶν χαλῶν σωμάτων ἐπὶ 
τὰ χαλὰ ἐπιτηδεύματα χαὶ ἀπὸ 
τῶν καλῶν ἐπιτηδευμάτων ἐπὶ τὰ 
χαλὰ μαϑήματα (ἀ. i. ἐπιστήμας, 
wie er oben sagte), eine Art der 
Rekapitulation, wie sie der Pla- 
tonische Sokrates auch sonst liebt. 

Es ist eine sehr fein erfundene 
Wendung, mit welcher Sokrates 
die Diotima redend eingeführt hat. 
Seiner ganzen im wesentlichen ja 
belehrenden Darstellung hat er da- 
durch, dafs er vorgiebt, nicht eigene 
Gedanken vorzufragen, sondern das, 
was ihm früher gelehrt sei, als er 
auf dem Standpunkte seiner Trink- 
genossen stand, den docierenden 
Ton genommen und von sich den 


Schein geistiger Ueberlegenheit ab- 
gelenkt. ‘Seine Genossen wissen, 
was sie von der Diotima zu halten 
haben, mag sie gelebt haben oder 
nicht; aber die Schalkhaftigkeit, 
mit welcher der Redner sich hinter 
seiner Freundin, wie hinter einem 
ernsten Bilde versteckt und nur 
dann und wann lächelnd hinter ihm 
hervorlugt, mufs sie doch alle sehr 
anmuten. Im Ausgange seiner Rede 
stellt er das ernste Bild noch ein- 
mal in recht ostentativer Weise in 
den Vordergrund mit dem ἔφη ῇ 
Μαντινιχὴ ξένη und dem im [0]- 
genden dreimal wiederholten ἔφη; 
der Schalk ist aber auch hier nicht 
ganz versteckt, sondern verrät sich 
mit den auf seinen gewaltigsten 
Vorredner gemünzten Worten οὕς 
νῦν δρῶν ἐχπέπληξαι καὶ ἕτοιμος 
εἶ — ϑεᾶσϑαι μόνον zul ξυνεῖναι. 
Gerade den tiefen Gedanken des 


76 . HAATQNOZ 


οἰόμεϑα, εἴ Tip γένοιτο αὐτὸ τὸ καλὸν ἰδεῖν εἱλιχρινές, 
χαϑαρόν, ἄμιχτον, ἀλλὰ μὴ ἀνάπλεων σαρχῶν τε ἀνϑρω- 
ὔὕ \ / ee; - - 
σείνων χαὶ χρωμάτων χαὶ ἄλλης πολλῆς φλυαρίας ϑνητῆς, 
3 “7 > a \ - \ ' \ - 
ἀλλ᾽ αὐτὸ τὸ ϑεῖον καλὸν δύναιτο μονοειδὲς κατιδεῖν; 
ER | 3 27 -» ’ > m , 
ἀρ οἴει, ἔφη, φαῦλον βίον γίγνεσθαι ἐκεῖσε βλέττοντος 
2 ’ Pr T = ’ - 
ἀνθρώπου χαὶ ἐχεῖνο ᾧ δεῖ ϑεωμένου καὶ ξυνόντος αὐτῷ; 
Pi δὶ ἢ - - - ! 
ἢ οὐκ ἐνθυμεῖ, ἔφη, ὅτι ἐνταῦϑα αὐτῷ μοναχοῦ γενήσε- 
ται, ὁρῶντι ᾧ δρατὸν τὸ χαλόν, τίχτειν οὐχ εἴδωλα ἀρε- 
τῆς, ἅτε οὐχ εἰδώλου ἐφαπτομένῳ, ἀλλ᾽ ἀληϑῆ, ἅτε τοῦ 
ἀληϑοῦς ἐφαπτομένῳ" ντι δὲ ἀρετὴν ἀληϑῆ καὶ 4 
ηϑοῦς ἐφαπτομένῳ" Texovrı δὲ ἀρετὴν ἀληϑῆ χαὶ ϑρε- 

4 ς , - \ b]] » 
ψαμένῳ ὑπάρχει ϑεοφιλεῖ γενέσϑαι, χαὶ εἴπερ τῳ ἄλλῳ 
ἀνϑρώττων ἀϑανάτῳ χαὶ ἐχείνῳ; 

Ταῦτα δή, ὦ Φαϊῖδρέ τε καὶ οἱ ἄλλοι, ἔφη μὲν Jıo- 
τίμα, τεέπεεισμαι δ᾽ ἐγω" ττεπεισμένος δὲ πειρῶμαι xal 
τοὺς ἄλλους πείϑειν, ὅτι τούτου τοῦ κτήματος τῇ ἄνϑρω- 
σπείᾳ φύσει συνεργὸν ἀμείνω Ἔρωτος οὐχ ἄν τις ῥᾳδίως 
λάβοι. διὸ δὴ ἔγωγέ φημι χρῆναι πάντα ἄνδρα τὸν Ἔρωτα 
τιμᾶν, καὶ αὐτὸς τιμῶ τὰ ἐρωτιχὰ χαὶ διαφερόντως ἀσχῶ, 
χαὶ τοῖς ἄλλοις παρακελεύομαι, καὶ νῦν re καὶ ἀεὲ ἐγκω- 

’ x 4 \ 2 , - » = 
μιάζω τὴν δύναμιν χαὶ ἀνδρείαν τοῦ Ἔρωτος χαϑ' ὅσον 
οἷός τ᾽ εἰμί. τοῦτον οὖν τὸν λόγον, ὦ Φαῖδρε, εἰ μὲν 
βούλει, ὡς ἐγχώμιον εἰς Ἔρωτα νόμισον εἰρῆσϑαι, εἰ δέ, 
ὃ τι καὶ ὅπῃ χαίρεις ὀνομάζων, τοῦτο ὀνόμαζε. 

30. Εἰπόντος δὲ ταῦτα τοῦ Σωχράτους τοὺς μὲν 
ἐπαινεῖν, τὸν δὲ Apıoroparn λέγειν τι ἐτειχειρεῖν, ὅτι 
Aristophanes ja, dals eine ange- dung zurück, auf die W. des cap. 15: 
borne Sehnsucht den Menschen zum ἐγὼ οὖν πειράσομιαε ὑμῖν εἰσηγή- 
Menschen zieht, hat die Rede des σασϑαε τὴν δύναμεν αὐτοῦ, ὑμεεῖς 
Sokrates noch mehr vertieft und δὲ τῶν ἄλλων διδάσχαλοιε ἔσεσϑε. 
ihm, dadurch dafs sie ihn über das eap. 30. Dem Gefühle jedes Le- 
Endliche hinausführte, eine höhere sers, dals Aristophanes zu einer 
Weihe gegeben. Selbst in den an Gegenrede von Sokrates gereizt 
Phädrus gerichteten Schlulsworten worden ist, giebt Plato richtig Aus- 
aber neckt Sokrates den Aristo- druck, wenn er sagt, Aristophanes 
phanes; denn diese weisen ebenfalls habe sich zu entgegnen angeschickt 
(ἔφη μὲν Διοτίμα, πέπεισμαι δ᾽ (ἐπιχειρεῖν). Das plötzliche Auf- 
ἐγώ" πεπεισμένος δὲ πειρῶμαι treten des Alkibiades rechtfertigt 


χαὶ τοὺς ἄλλους πείϑειν) auf eine dann des Aristophanes Schweigen. 
von Aristophanes gebrauchte Wen- Für die nun folgende Scene ist 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. 0% 
ἐμνήσϑη αὐτοῦ λέγων ὃ Σωκράτης περὶ τοῦ λόγου" καὶ 
ἐξαίφνης τὴν αὔλιον ϑύραν κρουομένην πολὺν ψόγον πα- 
ρασχεῖν ὡς κωμαστῶν, καὶ αὐλητρίδος φωνὴν ἀκούειν. 
τὸν οὖν ᾿4γάϑωνα, Παῖδες, φάναι, οὐ σχέψεσϑε; καὶ ἐὰν 
μέν τις τῶν ἐπιτηδείων ἢ, καλεῖτε᾽ εἰ δὲ μή, λέγετε ὅτι 
οὐ πίνομεν, ἀλλὰ ἀναπαυόμεϑα ἤδη. χαὶ οὐ πολὺ ὕστε- 
ρον Αλκιβιάδου τὴν φωνὴν ἀκούειν ἐν τῇ αὐλῇ σφόδρα 
μεϑύοντος χαὶ μέγα βοῶντος, ἐρωτῶντος ὅπου Ayaswv 
χαὶ κελεύοντος ἄγειν παρ᾽ ᾿Αγάϑωνα. ἄγειν οὖν αὐτὸν 
παρὰ σφᾶς τήν τε αὐλητρίδα ὑπολαβοῦσαν nal ἄλλους 
τινὰς τῶν ἀχολούϑων, καὶ ἐπιστῆναι ἐτὶ τὰς ϑύρας ἔστε- 
φανωμένον αὐτὸν χιττοῦ τέ τινι στεφάνῳ δασεῖ καὶ ἴων, 
χαὶ ταινίας ἔχοντα ἐττὶ τῆς κεφαλῆς πάνυ πολλάς, καὶ 
εἰχεεῖν᾽ Ανδρες, χαίρετε᾽ μεϑύοντα ἄνδρα πάνυ σφόδρα 
δέξεσϑε συμπότην, ἢ ἀπίωμεν ἀναδήσαντες μόνον ᾿41ά- 
ϑωνα, ἐφ᾽ ᾧπερ ἤλθομεν; ἐγὼ γάρ τοι, φάναι, χϑὲς μὲν 
οὐχ οἷός τ᾽ ἐγενόμην ἀφιχέσϑαι, νῦν δὲ ἥκω ἑἐτοὶ τῇ κε- 
φαλῇ ἔχων τὰς ταινίας, ἵνα ἀπὸ τῆς ἐμῆς χεφαλῆς τὴν 


gerade des Alkibiades Persönlich- 


80 sagen darf. Die Fesseln der bis- 
keit vorzüglich gewählt. Der Lieb- 


herigen Ordnung sind mit einem 


lingsschüler des Sokrates, geistig 
hochbegabt, der Satire und des 
Scherzes Herr, wie sein Meister, 
ebenso tief empfindend, wie leicht- 
lebig, begeistert wie Agathon und 
übermütig wie die Laune des Ari- 
stophanes wird er von Plato ein- 
geführt stark angetrunken (σφόδρα 
μεϑύων»), von einem Zechgelage 
kommend. ÜUbermütig meldet er 
sich an mit lauter Stimme (μέγα 
βοῶν) und verlangt zu Agathon 
geführt zu werden. Wie der Gott 
Dionysos selbst erscheint er dann 
auf der Bühne, das Haupt ge- 
schmückt mit Bändern und einem 
dichten Epheu- und Veilchenkranze. 
So ändert Plato die Scene plötz- 
lich, mit einem Schlage: aus dem 
Kreise Sokratischer Schalkhaftigkeit 
sind wir plötzlich versetzt in den 
Alkibiadeischer Tollheit, wenn ich 


Ruck zerrissen; statt des Eros, den 
Sokrates eben von seinem Götter- 
sitze unbarmherzig herabgestolsen 
hat, ist Dionysos zum Symposiar- 
chen erhoben. 

Die Trunkenheit des Alkibiades 
blickt aus seinen Worten hervor. 
Sein Gruls ist kurz: &vdosg, χαί- 
ρξτε — als werde ihm das Sprechen 
schwer. Er fragt, ob sie mit ihm, 
der ganz gewaltig angetrunken sei, 
weiter trinken wollen (δέξεσϑε 
ovunornv) und droht, falls sie sich 
weigern, schnell abzuziehen, etwas 
grob zu verstehen gebend, dals er 
nicht ihretwegen, sondern nur des 
Agathon halber erschienen sei — 
ἀναδήσαντες μόνον Ayadove, 
ἐφ᾽ ᾧπερ ἤλθομεν. Ohne eine 
Antwort abzuwarten, wendet er sich 
dann an Agathon, den er scherzend 
aulser einen χάλλιστος auch einen 


78 HAATQNOZ 


τοῦ σοφωτάτου χαὶ χαλλίστου κεφαλὴν, ἐὰν εἴπω οὑτωσί, 
ἀναδήσω. ρα καταγελάσεσϑέ μου ὡς μεϑύοντος; ; ἐγὼ 
δέ, κἂν ὑμεῖς γελᾶτε, ὅμως ev old’ ὅτι ἀληϑῆ λέγω. 
ἀλλά μοι λέγετε αὐτόϑεν, Erri ῥητοῖς εἰσίω ἢ μή; συμ- 
πίεσϑε ἢ οὔ; πάντας οὖν ἀναϑορυβῆσαι χαὶ κελεύειν 
εἰσιέναι χαὶ χαταχλίνεσϑαι, χαὶ τὸν ᾿γάϑωνα χαλεῖν 
αὐτόν. χαὶ τὸν ἰέναι ἀγόμενον ὑτεὸ τῶν ἀνϑρώτεων, καὶ 
περιαιρούμενον ἅμα τὰς ταινίας ὡς ἀναδήσοντα, ἐτείτερο- 
σϑὲεν τῶν ὀφϑαλμῶν ἔχοντα οὐ χατιδεῖν τὸν Σωχράτη, 
ἀλλὰ καϑίζεσϑαι παρὰ τὸν ᾿γάϑωνα ἐν μέσῳ Σωχράτους 
τε χαὶ ἐχείνου" “ταραχωρῆσαι γὰρ τὸν Σωχράτη ὡς ἐχεῖ- 
γον χαϑίζειν. παραχαϑεζόμενον δὲ αὐτὸν ἀσπαζεσϑαί 
τὲ τὸν Ayaswva xal ἀναδεῖν. 

Εἰπεῖν οὖν τὸν ᾿γάϑωνα Ὑπολύετε, παῖδες, Akzı- 
βιάδην, ἵνα ἐκ τρίτων χαταχέηται. Πάνυ γε, εἰπεῖν τὸν 
᾿Αλχιβιάδην" ἀλλὰ τίς ἡμῖν ὅδε τρίτος συμττότης: χαὶ 
ἅμα μεταστρεφόμενον αὐτὸν ὁρᾷν τὸν Σωχράτη, ἰδόντα 
δὲ ἀναπτηδῆσαι καὶ εἰτεεῖν Ὦ Ἡράκλεις, τουτὶ τί ἦν; Σω- 
χράτης οὗτος; ἐλλοχῶν αὐ us ἐνταῦϑα κατέκεισο, ὥστειερ 
εἰώϑεις ἐξαίφνης ἀναφαίνεσθαι ὅπου ἐγὼ ὥμην ἥχιστά 
σε ἔσεσϑαι. καὶ νῦν τί ἥκεις; καὶ τέ αὖ ἐνταῦϑα χατ- 
χεφαλῆς ἀνελὼν τὰς ταινίαφ.. 


Das ἀνὰ in ἀνελὼν würde hier an 
seiner Stelle sein, da ein Ab nehmen 


σοφώτατος nennt, einen hochwei- 
sen Künstler; denn Hier. Müller hat 
wohl recht, wenn er das σοφώτα- 


τος auf die Dichtergabe ‚des Aga- 
thon bezieht. Die W. ἐὰν εἴπω 
οὑτωσὲ machen sodann den Erklä- 
rern viel Schwierigkeit; ich glaube, 
sie heilsen „wenn ich oder sobald 
ich. in dieser meiner Verfassung 
(οὑτωσὶ) gesprochen haben, eine 
Rede gehalten haben werde“. Das 
folgende χαταγελάσεσϑε μοῦ ὡς 
μεϑύοντος --- λέγω scheint mir 
das anzudeuten: „Ihr wollt mich 
auslachen, weil ich trunken? Ja, 
wenn ihr auch lacht, ich weils doch, 
dals ich die Wahrheit spreche.“ 
Wollte ich die Lesart ändern, so 
würde ich nicht &veınov, sondern 
ἀνελὼν schreiben (ἀπὸ τῆς dwijg 


der Binden und Kränze vom Haupte 
zunächst ein Auf-, Emporneh- 
men sein muls; im folgenden ge- 
braucht Alkibiades den Ausdruck 
περιαιρεῖσϑαι dafür. 

Sehr schön ist die nun folgende 
Scene geschildert. Wie zufällig 
wird Alkibiades auf Sokrates’ An- 
wesenheit aufmerksam gemacht 
dureh ‚des Agathon Worte ἕνα &x 
τρίτων κατὰκχ u Sobald er nun 
Sokrates erblie springt er auf 
und bricht in Fo komischen Aus- 
ruf aus: „O Herkules, was war das? 
Du Sokrates?“ Und nun folgt der 
neckische Vorwurf, der Eifersucht 
(des Alkibiades) und zugleich Furcht 


ZYMIIOZION. AB 
εχλίνης, καὶ οὐ παρὰ Agıoropavsı οὐδὲ εἴ τις ἄλλος γε- 
λοῖος ἔστι τε χαὶ βούλεται, ἀλλὰ διεμηχανήσω ὅπως παρὰ 
τῷ καλλίστῳ τῶν ἔνδον χαταχείσει; χαὶ τὸν Σωχράτη, 
᾿4γάϑων, φάναι, ὅρα εἴ μοι ἐπαμύνεις" ὡς ἐμοὶ ὃ τούτου 
ἔρως τοῦ ἀνθρώπου οὐ φαῦλον πρᾶγμα γέγονεν. Gr’ 
ἐχείνου γὰρ τοῦ χρόνου, ἀφ᾽ οὗ τούτου ἠράσϑην, οὐχέτι 
ἔξεστί μοι οὔτε προσβλέψαι οὔτε διαλεχϑῆναι καλῷ οὐδ᾽ 
Evi, ἢ οὑτοσὶ ζηλοτυπῶν ue καὶ φϑονῶν ϑαυμαστὰ ἐργά- 
ζεται καὶ λοιδορεῖταί TE χαὶ τῶ χεῖρε μόγις ἀπέχεται. 
ὅρα οὖν μή τι καὶ νῦν ἐργάσηται, ἀλλὰ διάλλαξον ἡμᾶς, 
ἢ ἐὰν ἐπιχειρῇ βιάζεσϑαι, ἐπάμυνε, ὡς ἐγὼ τὴν τούτου 
μανίαν τε χαὶ φιλεραστίαν πάνυ ὀρρωδῶ. AAN ovx ἔστι, 
φάναι τὸν ᾿Αλκιβιάδην, ἐμοὶ καὶ σοὶ διαλλαγή. ἀλλὰ 
τούτων μὲν εἰσαῦϑίς σε τιμωρήσομαι" νῦν δέ μοι, Ayd- 
ϑων, φάναι, μετάδος τῶν ταινιῶν, ἵνα ἀναδήσωμεν χαὶ 
τὴν τούτου ταυτηνὶ τὴν ϑαυμαστὴν χεφαλήν, χαὶ μή μοὶ 
μέμφηται, ὅτι σὲ μὲν ἀνέδησα, αὐτὸν δὲ νικῶντα ἐν λόγοις 
πάντας ἀνθρώπους, οὐ μόνον πρώην ὥσπερ σύ, ἀλλ᾽ ἀεί, 
ἔχεεξιτα οὐχ ἀνέδησα. χαὶ ἅμ᾽ αὐτὸν λαβόντα τῶν ται- 
γιῶν ἀναδεῖν τὸν Σωχράτη χαὶ χαταχλίνεσϑαι. 

31. Ἐπειδὴ δὲ χκατεχλίνη, εἰτεεῖν᾽ Εἶεν δή, ἄνδρες" 
vor der Eifersucht (des Sokrates) 


simuliert. Zu βούλεται in el τις 
ἄλλος γελοῖος ἔστι τε καὶ βού- 


σοὶ διαλλαγή „ich lasse mich nicht 
versöhnen, will aber die Strafe auf- 
schieben“ "und giebt dann das Vor- 


λεται möchte ich statt εἶναι aus 
γελοῖος (der zum Lachen reizt) 
lieber ein γελᾶν ergänzen. Sokrates 
erwidert ganz in demselben Tone. 
Auch er simuliert Furcht und bittet 
den Agathon ihm beizustehen und 
ihn mit seinem bösen und heftigen 
Freunde zu vertragen. Dabei spricht 
auch aus seinen Worten die Herz- 
lichkeit, mit welcher er dem Alki- 
biades zugethan ist, aus dem ἀφ᾽ 
οὗ τούτου ἠράσϑην, mit dem er 
sich für den ἐραστὴς des Alkibia- 
des erklärt und aus dem mit hu- 
moristischem Ernste gesprochenen 
διάλλαξον ἡμᾶς. Letzteren Aus- 
druck greift dann ‚Alkibiades zu- 
nächst auf: οὐχ ἔστιν ἐμοὶ zul 


spiel zu seiner Rede, indem er das 
wunderbare Haupt (die Glatze) sei- 
nes Freundes bekränzt und ihn den 
γικῶν ἐν λόγοις πάντας ἀνϑρώ- 
σίους nennt, 

cap. 31. Ebenso trefflich ist die 
nächste Scene gezeichnet. Alkibia- 
des läfst sich, nachdem er den So- 
krates bekränzt hat, nieder und 
übernimmt mit denselben kurzen 
Sätzen, in denen er oben gespro- 
chen und seine Trunkenheit gekenn- 
zeichnet hat, ohne Umstände das 
Kommando, nimmt es, ohne zu 
fragen, dem Phädrus ab, der, ein 
schwacher Trinker, sich hütet, dem 
Gegner den ‚Rang streitig zu machen. 
Eiev δή, ἄνδρες d.i. „Gut, meine 


80 HAATQNOL 


δοκεῖτε γάρ μοι γήφειν' οὐχ ἐπιτρεττέον ὑμῖν, ἀλλὰ πο- 
τέον᾽" ὡμολόγηται γὰρ ταῦϑ᾽ ἡμῖν. ἄρχοντα οὖν αἱροῦμαι 
τῆς πόσεως, ἕως ἂν ὑμεῖς ἱκανῶς πιέητε, ἐμαυτόν. ἀλλὰ 
φερέτω ᾿Αγάϑων, εἴ τι ἔστιν ἔχπομα μέγα. μᾶλλον δὲ 
οὐδὲν δεῖ, ἀλλὰ φέρε, τταῖ, φάναι, τὸν ψυχτῆρα ἐχεῖνον, 
ἰδόντα αὐτὸν τιλέον ἢ ὀχτὼ χοτύλας χωροῦντα. τοῦτον 
ἐμπλησάμενον τιρῶτον μὲν αὐτὸν ἐχτειεῖν, Erreıra τῷ Σω- 
χράτει κελεύειν ἐγχεῖν καὶ ἅμα eirceiv‘ Πρὸς μὲν Σωχράτη, 
ὦ ἄνδρες, τὸ σόφισμά μοι οὐδὲν" διτόσον γὰρ ἂν χελεύῃ 
τις; τοσοῦτον ἐχπιὼν οὐδὲν μᾶλλον μή ποτε μεϑυσϑῇ. 
τὸν μὲν γὺν Σωκράτη ἐγχέαντος τοῦ παιδὸς zeivew' τὸν 
δ᾽ Ἐρυξίμαχον Πῶς οὗν, φάναι; ὦ “Δλκιβιάδη, ποιοῦμεν; 
οὕτως οὔτε τι λέγομεν drei τῇ κύλικε οὔτ᾽ ἐεάδομεν, ἀλλ᾽ 
ἀτεχνῶς ὥσπερ οἱ διψῶντες τιιόμεϑα; τὸν οὖν ᾿Αλχι- 

βιάδην εἰχιεῖν Ὦ Ἐρυξίμαχε, βέλτιστε βελτίστου πτατρὸς 
χαὲ σωφρονεστάτου, χαῖρε. Καὶ γὰρ σύ, φάναι τὸν Ἐρυ- 
ξίμαχο»" ἀλλὰ τί ποιῶμεν; Ὁ τι ἂν σὺ “κελεύῃς. δεῖ γάρ 
σοι τιείϑεσϑαι" 


tes, dem gegenüber dem Alkibiades 
sein σόφισμα, d.i. sein Kunststück 
(se. ἐχπιεῖν τὸν ἤρα), wie er 
eingesteht, nichts elfen wird, giebt 


Herren“. doxeite γάρ μοι νήφειν 
d.i, „ihr scheint mir nämlich (das 
γὰρ begründet den Entschlufs des 
Alkibiades, sich zum ἄρχων τῆς 


πόσεως zu machen) nüchtern zu 


sein!* Ein deutscher Alkibiades 
würde sagen: „verdammt nüchtern 
zu sein“. „Das sollt ihr aber nicht, 


sondern trinken, denn so lautet 
unsere Übereinkunft.“ Mit @wo- 
λόγηται erinnert er an die Fragen 
bei seinem Eintritt: δέξεσϑε συμ- 
πότην und συμπίεσϑε ἢ οὔ; die 
mit dem ἀναϑοροβῆσαι und dem 
χελεύειν εἰσιέναι zustimmend be- 
antwortet waren. Im folgenden 
verrät sich denn wohl einmal die 
heitere Laune des Schriftstellers. 
Den wvxrno, das Kühlgefäls, lälst 
Plato den Alkibiades mit Wein fül- 
len und austrinken, obwohl es mehr 
als 8 Kotylen, mehr als zwei Liter 
Wein falst. Das hat der Schrift- 
steller lachend übertrieben. Sokra- 


schweigend Bescheid, weil, wie er 
sieht, die tolle Laune seines Jün- 
geren Freundes nicht zu zügeln ist. 
Derruhige und mälsige Eryximachus 
interpelliert dann zunächst den neuen 
Herrscher und fragt ihn etwas bit- 
ter, ob sie wie die Durstigen trinken 
sollen, ohne zu reden oder zu singen, 
Die Antwort des Alkibiades ist köst- 
lich: er beginnt mit einer vollen 
Homerischen Anrede, giebt in der- 
selben mit dem σωφρονεστάτου 
den i in des Eryximachus W. ὡσπεῤ 
οἱ διψῶντες liegenden Stich zurüc 

und schlielst danıu mit dem kurzen 
αἴρε. „O Eryximachus, bester 
Sohn des besten Vaters und des 
malsvollsten, guten Abend!* Die 
wiederholte Frage des Eryximachus 
(τέ ποιῶμεν) darf man sich ja 


ZYMIIOZION. 81 


ἰατρὸς γὰρ ἀνὴρ ττολλῶν ἀντάξιος ἄλλων" 
ἐπίταττε οὖν ὅ τι βούλει. ἄκουσον δή, εἰπεῖν τὸν Ἔρυ- 
ξίμαχον. ἡμῖν πρὶν σὲ εἰσελϑεῖν ἔδοξε χρῆναι ἐτεὶ δεξιὰ 
ἕχαστον ἐν μέρει λόγον περὶ Ἔρωτος εἰχιεῖν ὡς δύναιτο 
χάλλιστον, χαὶ ἐγκωμιάσαι. οἱ μὲν οὖν ἄλλοι πάντες ἡμεῖς 
εἰρήχαμεν᾽ σὺ δ᾽ ἐπειδὴ οὐκ εἴρηχας καὶ ἐχπέπωχας, Öl- 
χαιος εἶ εἰπεῖν, einwv δ᾽ ἐπιτάξαι Σωχράτει ὅ τι ἂν 
βούλῃ, καὶ τοῦτον τῷ ἐπὶ δεξιὰ καὶ οὕτω τοὺς ἄλλους. 
᾿Αλλά, φάναι, ὠ Ἐρυξίμαχε, τὸν “Ἀλκιβιάδην, καλῶς μὲν 
λέγεις, μεϑύοντα δὲ ἄνδρα παρὰ γηφόντων λόγους ζσεαρα- 
βάλλειν μὴ οὐχ ἐξ ἴσου ἡ. καὶ ἅμα, 7 μαχάριε, σεείϑει 
τί σὲ Σωχράτης ὧν ἄρτι εἶπεν; ἢ οἶσϑα ὅτι τοὐναντίον 
ἐστὶ πᾶν ἢ ὃ ἔλεγεν; οὗτος γάρ, ἐᾶν τινα ἐγὼ ἐπαινέσω 
τούτου τεαρόντος ἢ ϑεὸν ἢ ἄνθρωπον ἄλλον ἢ τοῦτον, 
οὐκ ἀφέξεταί μου τὼ χεῖρε. Οὐχ εὐφημήσεις; φάναι τὸν 
Σωχράτη. Ma τὸν Ποσειδῶ, εἰπεῖν τὸν ᾿Αλκιβιάδην, μη- 
δὲν λέγε πρὸς ταῦτα, ὡς ἐγὼ οὐδ᾽ ἂν ἕνα ἄλλον ἐπαι- 
γέσαιμι σοῦ παρόντος. "AAN οὕτω ποίει, φάναι τὸν Ἐρυ- 


nicht als von irgendwelchem Un- 
willen eingegeben denken. Die 
lachende Antwort des Alkibiades 
mit dem Citat aus Homer (ll. X1,514) 
und die freundliche Fügsamkeit des- 
selben (Ὁ τι ἂν σὺ χελεύῃς) ver- 
bieten dies. Eryximachus will viel- 
ınehr den Nachtschwärmer zu einer 


Reden Nüchterner, sich mit diesen 
in einen Wettstreit einlassen. Dann 
aber lälst ihn Plato, wie in einem 
plötzlich ihm auftauchenden Ge- 
danken, wie zufällig, das Thema 
seiner Rede verraten, leide τί 
σε Σώχρατες ὧν ἄρτι εἶπεν; geht 
auf die W. des Sokrates, welche 


Weinrede reizen, und es gelingt ihm 
dies auch mit dem οὐκ εἴρηχας 
zul ἐχπέπωχας, „du hast (noch) 
nicht gesprochen und (doch) deinen 
Becher geieert“, W., die den athe- 
nischen Komment verraten, nach 
welchem der Redner, ehe er be- 
gann, seinen Becher zu leeren hatte. 
Alkibiades wehrt sich zunächst spa- 
(send; es sei nicht billig — um 
οὐχ ἐξ ἴσου ἢ — dals ein trunkener 
Mann wetteifere mit den Reden 
nüchterner Männer (παραβάλλειν, 
SC. τὸν λόγον, πρὸς oder παρὰ 
τοὺς γηφόντων λόγους d.h. seine 
Rede in Vergleich stellen mit den 


Plato, Symposion. 


dieser an Agathon richtete , als er 
ihn um Hilfe gegen das Ungestüm 
des Alkibiades bat. Der Gedanke 
ist: „Du brauchst nicht zu glauben, 
was Sokrates vorher sagte, dalsich 
eifersüchtig sei; er vielmehr ist's 
und wird mich prügeln, wenn ich 
einen anderen, und sei es auch ein 
Gott, preise.“ 

Ein Scherz liegt auch in dem 
Schwur: Ma τὸν Ποσειδῶ. Oben 
hatte Alkibiades den Herakles, den 
starken Halbgott, angerufen, als 
solle er ihm gegen Sokrates bei- 
stehen. Hier schwört er, nachdem 
er eben mit seinem Freunde dem 


6 


89 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ξίμαχον, εἰ βούλει" Σωχράτη ἐπαένεσον. Πῶς λέγεις; 
- \ > m 5 
εἰχεεῖν τὸν ᾿Αλκιβιάδην" δοκεῖ χρῆναι, ὦ Ἐρυξίμαχε; ἐπι- 
- - ’ ς - T 
ϑῶμαι τῷ ἀνδρὶ καὶ τιμωρήσωμαι ὑμῶν ἐναντίον ; Οὗτος, 
φάναι τὸν Σωχράτη, τέ ἐν νῷ ἔχεις; ἐπὶ τὰ γελοιότερά 
b) , N ’ μ : “1 γλ φΨῳ»»ό » 3 en ER 2 
μὲ ἐπαινέσεις, ἢ τί ποιήσεις; Ταἀληϑὴ ἐγῶ. ἀλλ᾽ ὅρα εἰ 
παρίης. ᾿Αλλὰ μέντοι, φάναι, τά γε ἀληϑῆ παρίημι καὶ 
᾽ὔ >) N ’ pe" ᾿, 
χελεύω λέγειν. Οὐχ ἂν φϑάνοιμι, εἰπεῖν τὸν ᾿Αλχιβιάδην. 
χαὶ μέντοι οὑτωσὶ ποίησον' ἐάν τι μὴ ἀληϑὲς λέγω, με- 
x 2) - Ρ} ΄ \ > \ ao -ν ΄ 
ταξὺ ἐπιλαβοῦ, ἂν βούλῃ, χαὶ εἰπὲ ὅτι τοῦτο ψεύδομαι" 
ἑχὼν γὰρ εἶναι οὐδὲν ψεύσομαι. ἐὰν μέντοι ἀναμιμνη.- 
΄ » w , \ ΄ > 2 
orousvog ἄλλο ἄλλοϑεν λέγω, μηδὲν Savuaong‘ οὐ γάρ 
τι ῥάδιον τὴν σὴν ἀτοττίαν ὧδ᾽ ἔχοντι εὐπόρως χαὶ ἐφε- 


ξῆς καταριϑμῆσαι. 


x , a, a Ὁ Ν “ ΣΝ a 2 
32. «υὐχρατῇ ὃ EyWw ETTALVELV, ὦ ἄνδρες, ουτωῶς ἔἕπι- 


χειρήσω, δι᾿ εἰκόνων. 


οὗτος μὲν οὖν ἴσως οἰήσεται ἐπὶ 


x D ᾽ 2 c 3 \ - > - [4] 2 
τὰ γελοιότερα, ἔσται ὃ ἡ εἰχὼν τοῦ ἁληϑοῦς ἕνεχα, οὐ 


Gotte des Weines ein so reichliches 
Opfer gebracht, beim Gotte des 
Wassers. 

cap. 32. Die Rede des Alkibia- 
des schliefst den Dialog vorzüglich 
ab; denn sie bietet ein Beispiel 
der herzlichen Liebe zweier geist- 
reicher Männer zu einander, der 
innigen Freundschaft zweier Ver- 
ehrer des Eros. Wenn die Form 
der Rede und anfangs hier und da 
vielleicht der Gedankengang ein 
wenig auch den trunkenen Übermut 
kennzeichnet, blickt doch hinter 
diesem die wahrste, herzlichste Nei- 
gung hervor. Man fragt sich un- 
willkürlich: warum hat Plato den 
Alkibiades nicht an der früheren 
Unterhaltung teilnehmen lassen? 
warum führt er ihn zuletzt als einen 
trunkenen Mann ein? Die letzte 
Frage beantwortet der Redner selbst 
mit seinem: οἶνος ἄνευ re παίδων 
χαὶ μετὰ παίδων nv ἀληϑής (cap. 
33), mit seinem: der Weinselige 
kennt das αἰσχύνεσθαι nicht; für 
den Trunkenen hat das Wort „wes 


das Herz voll. ist, des gehet der 
Mund über“ doppelte Geltung. Die 
Geständnisse des Redners klingen 
aus trunkenem Munde natürlicher. 
Damit erledigt sich dann aber auch 
die erste Frage. Wenn Alkibiades 
trunken auftreten sollte, mulste er 
sich in anderer Gesellschaft be- 
rauscht haben; denn hier hätte er 
ja allein zechen müssen; war man 
doch von Anfang an über ein ὡς 
score πίνειν (cap. 4) übereinge- 
kommen. Der leitende Gedanke des 
Alkibiades ist, dals Sokrates hinter 
einem unscheinbaren oder vielmehr 
hinter einem hälfslichen Aulseren 
einen edlen, einen schönen Kern 
berge. Er vergleicht ihn deshalb 
mit Gehäusen, welche äulserlich das 
Bild eines Silenen zeigten, die aber 
als Attrappen dienten und wert- 
volle Sachen einschlossen. Die Si- 
lenen nun waren die älteren, die 
Satyra die jüngeren Begleiter des 
Dionysos. Der Name Silen lälst 
die trunkene Phantasie des Redners 
die ganze Begleitung des Dionysos 


ZYMIIOZION. 88. 


τοῦ γελοίου. φημὶ γὰρ δὴ ὁμοιότατον αὐτὸν εἶναι τοῖς 
σειληνοῖς τούτοις τοῖς ἐν τοῖς ἑρμογλυφείοις χαϑημένοις, 
οὕς τινας ἐργάζονται οἱ δημιουργοὶ σύριγγας ἢ αὐλοὺς 
ἔχοντας, ol διχάδε διοιχϑέντες φαίνόνερῃ ἔνδοϑεν ἀγάλ- 
ματα ἔχοντες ϑεῶν. χαὶ φημὶ av ἐοικέναι αὐτὸν τῷ σα- 
τύρῳ τῷ Magove. ὅτι μὲν οὖν τό γε εἶδος ὅμοιος εἶ τού- 
τοις, ὠ Σώχρατες, οὐδ᾽ αὐτὸς δή που ἀμφισβητήσαις" 
ὡς δὲ καὶ τάλλα ἔοιχας, μετὰ τοῦτο ἄχουε. ὑβριστὴς εἶ" 


ἢ οὔ; ἐὰν γὰρ μὴ ὁμολογῇς, μάρτυρας παρέξομαι. ἀλλ᾽ 
οὐκ αὐλητής; πολύ γε ϑαυμασιώτερος ἐχείνου" ὃ μέν γε 


δι᾿ ὀργάνων ἐχήλει τοὺς ἀνθρώπους τῇ ἀπὸ τοῦ στόμα- 
τος δυνάμει, καὶ ἔτι νυνὶ ὃς ἂν τὰ ἐκείνου αὐλῇ. ἃ γὰρ 
Ὄλυμπος ηὔλει, Magovov λέγω, τούτου διδάξαντος. τὰ 
οὖν ἐχείνου ἐάν τε ἀγαϑὸς αὐλητὴς αὐλῇ ἐάν τε φαύλη 
αὐλητρίς, μόνα χατέχεσϑαι ποιεῖ χαὶ δηλοῖ τοὺς τῶν ϑεῶν 
τε χαὶ τελετῶν δεομένους διὰ τὸ ϑεῖα εἶναι. σὺ δ᾽ ἐχεί- 
γου τοσοῦτον μόνον διαφέρεις, ὅτε ἄνευ ὀργάνων ψιλοῖς 


’ > x [] a 
λόγοις ταὐτὸν τοῦτο ποιεῖς. 


überschauen und siehe da! einer 
ist da, der bekannteste, der sich 
für einen ganz konkreten Vergleich 
verwenden läfst. Marsyas hatte, 
erzählt der Mythos, die von der 
Athene erfundene Flöte gefunden, 
welche die Göttin weggeworfen 
hatte, weil ihr Spiel ihr Gesicht 
entstellte, Er hatte das Instrument 
spielen gelernt und den Apollo zum 
Wettstreit herausgefordert, der ihn 
besiegte und ihm zur Strafe das 
Fell über die Ohren zog. Marsyas, 
so dachte Alkibiades, war also ein- 
mal ein Frevler, weil er den Gott 
herausforderte, und sodann ein guter 
F lötenbläser. Die erste Eigenschaft, 
die ὕβρις, kann der Redner nicht 
recht gebrauchen; er führt sie des- 
halb eben nur scherzhaft an, führt 
aber den Vergleich nicht aus, Da- 
bei ist zu bemerken, dafs ὑβριστὴς 
nicht unser „Schalk « ist, wie 
Schleiermacher und Hier, Müller 
das Wort übersetzen, sondern es 


ἡμεῖς γοῦν ὅταν μέν του 


heifst, scherzhaft, wie hier, ge- 
braucht etwa „alter Sünder“. Für 
den Schalk würde Marsyas gar kein 
Gegenstand des Vergleichs sein. 
Den Vergleich mit dem Flötenbläser 
Marsyas führt dann der Redner aus: 
wie Marsyas mit seinem Flötenspiel, 
so bezaubert Sokrates die Menschen 
mit seiner Rede. Bei der Erwäh- 
nung des Flötenspiels fällt nun dem 
Redner ein Komponist für die Flöte 
ein, Olympos; nach Art der Trun- 
kenen, wirft er den Gedanken an 
diesen laut beiseite. A Ὄλυμπος 
ηὔλει, Meo0vov λέγω, τούτου δι- 
δάξαντος „was Olympos  blies, 
rechne ich dem Marsyas zu; denn 
der war sein Lehrer“. Wie er 
dann des ἀγαϑὸς αὐλητὴς erwähnt, 
taucht in ihm die Erinnerung an 
die αὐλητρὶς auf, in deren Beglei- 
tung er erschienen ist; er blickt 
wohl zurück zu ihr und nennt sie 
scherzend eine φαύλη αὐλητρίς 
u. 8. W, 
6* 


84 (ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἄλλου ἀχούωμεν λέγοντος χαὶ πάνυ ἀγαϑοῦ ῥήτορος ἄλ- 
λους λόγους, οὐδὲν μέλει, ὡς ἔπος εἰπεῖν, οὐδενέ" ἐπειδὰν 
δὲ σοῦ τις ἀχούῃ — ἢ τῶν σῶν λόγων ἄλλου λέγοντος, 
χὰἂν πάνυ φαῦλος ἡ ὃ λέγων ---, ἐάν τε γυνὴ ἀκούῃ ἐάν 
TE ἀνὴρ ἐάν τε μειράκιον, ἐχητεπληγμένοι ἐσμὲν χαὶ xar- 
ἐχόμεϑα. ἐγὼ γοῦν, ὦ ἄνδρες, εἰ μὴ ἔμελλον κομιδῇ do- 
ξειν μεϑύειν, εἶπον ὀμόσας ἂν ὑμῖν, οἷα δὴ πέπονθα 
αὐτὸς ὑπὸ τῶν τούτου λόγων χαὶ πάσχω ἔτι χαὶ vuri. 
ὅταν γὰρ ἀχούω, πολύ μοι μᾶλλον ἢ τῶν κορυβαντιώντων 
ἢ τὲ χαρδία πηδᾷ καὶ δάκρυα ἐχχεῖται ὑττὸ τῶν λόγων 
τῶν τούτου. ὁρῶ δὲ χαὶ ἄλλους παμττόλλους τὰ αὐτὰ 
πάσχοντας. Περιχλέους δὲ ἀχούων χαὶ ἄλλων ἀγαϑῶν 
ῥητόρων εὑ μὲν ἡγούμην λέγειν, τοιοῦτον Ö’ οὐδὲν ? ἔπασχον, 
οὐδὲ τεϑορύβητό μου ἡ ψυχὴ οὐδ᾽ ἠγανάχτει ὡς ἀνδρα- 
ποδωδῶς διαχειμένου" ἀλλ᾽ ὑπὸ τουτουὶ τοῦ Magovov 
πολλάκις δὴ οὕτω διετέϑην, ὥστε μοι δόξαι μὴ βιωτὸν 
εἶναι ἔχοντε ὡς ἔχω. χαὶ ταῦτα, Σώχρατες, οὐχ ἐρεῖς ὡς 
οὐχ ἀληϑῆ. καὶ ἔτι γε νῦν ξύνοιδ᾽ ἐμαυτῷ, ὅτι εἰ ἐϑέ- 
λοιμι παρέχειν τὰ ὦτα, οὐκ ἂν καρτερήσαιμι, ἀλλὰ ταὐτὰ 
ἂν πάσχοιμι. ἀναγχάζει γάρ μὲ ὁμολογεῖν, ὅτι τιολλοῦ 
ἐνδεὴς ὧν αὐτὸς ἔτι ἐμαυτοῦ μὲν ἀμελῶ, τὰ δ᾽ ᾿΄ϑηναίων 
πράττω. βίᾳ οὖν ὥσττερ ἀπὸ τῶν Σειρήνων ἐτεισχόμενος 
τὰ ὦτα οἴχομαι φεύγων, ἵνα μὴ αὐτοῦ χαϑήμενος παρὰ 
τούτῳ χαταγηράσω. πέπονθα δὲ πρὸς τοῦτον μόνον ἂν- 
ϑρώπων, ὃ οὐχ ἂν τις οἴοιτο ἐν ἐμοὶ ἐνεῖναι, τὸ αἰσχύ- 


Die W. ἢ τῶν σῶν λόγων — 
ἢ ὃ λέγων habe ich in Klammern 
geschlossen. Sie unterbrechen die 
Rede unangenehm, wenn man sie 
als Worte des Alkibiades auffalst. 
Ich fasse sie als ein Einschiebsel 
dessen, der den ganzen Dialog er- 
zählt, des Apollodor, als einen Be- 
leg für das ἀεὶ σαυτὸν κακχηγορεῖς 
und σαυτῷ ἀγφιαίνεις des cap. 1. 

Zu den W. ὃ οὐχ ἂν τις οἴοιτο 
ἐν ἐμοὶ das: bemerkt Hug: „sehr 
offenherziges Bekenntnis des be- 
trunkenen Alkibiades, ganz ent- 


sprechend verschiedenen Erzählun- 
gen über ihn aus jener Zeit. Er 
schämt sich vor Sokrates nicht blols 
deswegen, weil er von diesem im 
Gespräche geschlagen wird, sondern 
weil ihn sein Ehrgeiz treibt wider 
besseres Wissen und Gewissen wi- 
der dasjenige zu handeln, was er 
dem Sokrates zugestanden hat“. 
Ich glaube, das heilst die Worte 
zu ernst nehmen. Für mich liegt 
in ihnen nur der Gedanke: „Ich 
fürchte mich vor dem Teufel nicht, 
aber vor ihm schäme ich mich oft, 


ZYMIIOZION. 85. 


γεσϑαι Övrıvovv‘ ἐγὼ δὲ τοῦτον μόνον αἰσχύνομαι. ξύν- 
οιδα γὰρ ἐμαυτῷ ἀντιλέγειν μὲν οὐ δυναμένῳ, ὡς οὐ δεῖ 
ποιεῖν ἃ οὗτος κελεύει, ἐπειδὰν δὲ ἀπέλθω, ἡττημένῳ 
τῆς τιμῆς τῆς ὑπὸ τῶν πολλῶν. δραπετεύω οὖν αὐτὸν 
χαὶ φεύγω, καὶ ὅταν ἴδω, αἰσχύνομαι τὰ ὡμολογημένα. 
χαὶ πολλάχις μὲν. ἡδέως ἂν ἴδοιμι αὐτὸν μὴ ὄντα ἐν ἂν- 
ϑρώποις" εἰ δ᾽ αὖ τοῦτο γένοιτο, ev οἶδα ὅτε πολὺ μεῖξον 
ἂν ἀχϑοίμην, ὥστε οὐχ ἔχω ὅ τι χρήσομαι τούτῳ τῷ ἂν- 
ϑρώπῳ. | 

33. Kai ὑπὸ μὲν δὴ τῶν αὐλημάτων xal ἐγὼ καὶ 
ἄλλοι πολλοὶ τοιαῦτα πεπόνθασιν Uno τοῦδε τοῦ σατύ- 
ρου" ἄλλα δὲ ἐμοῦ ἀκούσατε ὡς ὅμοιός τ᾽ ἐστὶν οἷς ἐγὼ 
εἴχασα αὐτὸν χαὶ τὴν δύναμιν ὡς θαυμασίαν ! ἔχει. εὖ γὰρ 
ἴστε ὅτι οὐδεὶς ὑμῶν τοῦτον γιγνώσχει᾽ ἀλλὰ ἐγὼ δη- 
λώσω, ἐπείπερ ἠρξάμην. ὁρᾶτε γὰρ ὅτε Σωχράτης ἐρωτι- 
χῶς διάχειται τῶν χαλῶν χαὶ ἀεὶ περὶ τούτους ἐστὶ χαὶ 
ἐχπέπληχται χαὶ αὖ ἀγνοεῖ πάντα καὶ οὐδὲν οἶδεν, ὡς τὸ 
σχῆμα αὐτοῦ. τοῦτο οὐ σειληνῶϑδες; σφόδρα γε. τοῦτο 
γὰρ οὗτος ἔξωϑεν περιβέβληται, ὥσπερ ὃ γεγλυμμένος σει- 
ληνός" ἔνδοϑεν δὲ ἀνοιχϑεὶς πόσης οἴεσϑε γέμει, ὠ ἂν- 
does συμπόται, σωφροσύνης; ἴστε ὅτε οὔτ᾽ εἴ τις χαλός 
ἐστι μέλει αὐτῷ οὐδέν, ἀλλὰ χαταφρονεῖ τοσοῦτον ὅσον 


er oft im Munde führte. 


weil ich durchaus nicht gegen ihn 
und seine überzeugende, gewin- 
nende Rede aufkommen kann.“ 
cap. 33. Das Thema des 33. und 
34. ‚Kapitels enthalten die W.: Σω- 
χράτης͵ εἰρωνευόμενος καὶ παί- 
Su πάντα τὸν βίον πρὸς τοὺς 
άνϑ ρώπους διατελεῖ. „Ihr kennt 
den Mann nicht, sagt der Redner; 
aber ich will Aufklärung über ihn 
geben, ἐπειδὴ ἠρξάμην, "da ich ein- 
mal im Zuge bin.“ In den W. 
ἐρωτιζῶς διάχειται τῶν χαλῶν 
χαὶ ἀεὶ περὶ τούτους ἐστὶ χαὶ 
ἐχπέπληκται zul ἀγνοεῖ πάντα 
χαὶ οὐδὲν οἶδεν sind mit Ausnahme 
des ἀεὶ περὶ τούτους ἐστὶ Aus- 
sprüche des Sokrates enthalten, die 


Das ö ὁρᾶτε 
ὅτι Σωχράτης x. τ. ἕ. ist also in 
Bezug auf die Mehrzahl der Verba 
gleich einem ἀχούετε Σωχράτους 
οτι κι τ. ἕξ. Wir müssen uns den- 
ken, ‚dafs zumal bei den Worten 
ἀεὶ ἀγνοεῖ καὶ οὐδὲν οἶδεν der 
Redner sich bemüht eine möglichst 
unschuldige Miene anzunehmen und 
damit des Sokrates Züge (ὡς τὸ 
σχῆμα αὐτοῦ) nachzuahmen. Die- 
sem unschuldigen, einfältigen Aus- 
sehen des Sokrates, der unschein- 
baren Aulsenseite stellt er dann das 
Innere entgegen, das, wie er Scher- 
zend sagt, γέμει σωφροσύν od.i. 
„von Mals überläuft“. Darauf schil- 
dert er dann mit komischem Ernst 


86 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


οὐδ᾽ ἂν εἷς οἰηϑείη, οὔτ᾽ εἴ τις πλούσιος, οὔτ᾽ εἰ ἄλλην 
τινὰ τιμὴν ἔχων τῶν ὑπὸ ττλήϑους μαχαριζομένων᾽" ἡγεῖ- 
ται δὲ πάντα ταῦτα τὰ χτήματα οὐδενὸς ἄξια καὶ ἡμᾶς 
οὐδὲν εἶναι, λέγων μὲν οὔ, εἰρωνευόμενος δὲ καὶ παίζων 
πάντα τὸν βίον πρὸς τοὺς ἀνϑρώπους διατελεῖ. σπου- 
δάσαντος δὲ αὐτοῦ χαὶ ἀνοιχϑέντος οὐχ οἶδα εἴ τις ἑώραχε 
τὰ ἐντὸς ἀγαλματα: ἀλλ᾽ ἐγὼ ἤδη ποτ᾽ εἶδον, καί μοι 
ἔδοξεν οὕτω ϑεῖα καὶ χρυσᾶ εἶναι χαὶ πάγκαλα καὶ ϑαυ- 


΄ co ,ὕ 5 Ε΄ ὧν 88 [4 
μαστά, ὠστε ποιητέον εἶναι Ev βραχεῖ ὁ τι χελεύοι Iw- 
χράτης. ἡγούμενος δὲ αὐτὸν ἐσπουδαχέναι ἐπὶ τῇ ἐμῇ 


ὥρᾳ ἕρμαιον ἡγησάμην εἶναι καὶ εὐτύχημα ἐμὸν ϑαυμα- 
στόν, ὡς ὑπάρχον μοι χαρισαμένῳ Σωχράτει πάντ᾽ ἀχοῦ- 
σαι ὅσαττερ οὗτος ἤδει" ἐφρόνουν γὰρ δὴ ἐπὶ τῇ ὥρᾳ 
ϑαυμάσιον ὅσον. ταῦτα οὖν διανοηϑείς, πρὸ τοῦ οὐχ 
εἰωϑὼς ἄνευ ἀχολούϑου μόνος μετ᾽ αὐτοῦ γίγνεσϑαι, τότε 
ἀποπέμπων τὸν ἀχόλουϑον μόνος συνεγιγνόμην. δεῖ γὰρ 
πρὸς ὑμᾶς πάντα ταἀληϑῆ εἰπεῖν. ἀλλὰ προσέχετε τὸν 
γοῦν, χαὶ εἰ ψεύδομαι, Σώχρατες, ἐξέλεγχε. συνεγιγνόμην 
γάρ, ὦ ἄνδρες, μόνος μόνῳ, xal ᾧμην αὐτίκα διαλέξε- 
σϑαι αὐτόν μοι ἅπερ ἂν ἐραστὴς παιδικοῖς ἐν ἐρημίᾳ 
διαλεχϑείη, καὶ ἔχαιρον. τούτων δ᾽ οὐ μάλα ἐγίγνετο οὐ- 
δέν, ἀλλ᾽ ὥσπερ εἰώϑει διαλεχϑεὶς ἂν μοι χαὶ συνημε- 
ρεύσας ᾧχετο ἀπιών. μετὰ ταῦτα ξυγγυμνάζεσϑαι προὺ- 
χαλούμην αὐτὸν χαὶ συνεγυμναζόμην, ὥς τι ἐνταῦϑα 
περανῶν. συνεγυμνάζετο οὖν μοι χαὶ προσεπάλαιε πολ- 
λάκις οὐδενὸς παρόντος" καὶ τί δεῖ λέγειν; οὐδὲν γάρ 
μοι πλέον ἦν. ἐπειδὴ δὲ οὐδαμῇ ταύτῃ ἤνυτον, ἔδοξέ 
μοι ἐπιϑετέον εἶναι τῷ ἀνδρὶ κατὰ τὸ καρτερὸν καὶ οὐκ 
ἀνετέον, ἐττειδήτεερ ἐγχεχειρήκη, ἀλλὰ ἰστέον ἤδη τέ ἐστι 


die Vorzüge des Sokrates, die 


γὰρ ἐπὶ τῇ ὥρᾳ ϑαυμάσιον ὅσον, 
ἀγάλματα, die Schätze, welche 


wenn :er Sokrates auffordert: εἰ 


sein Inneres birgt, und giebt dann 
mit demselben scherzenden Ernste 
die Geschichte seiner und des So- 
krates Liebe, lälst dabei aber den 
Scherz immer durchblicken, so 
wenn er von sich sagt: ἐφρόνουν 


ψεύδομαι, ἐξέλεγχε, wenn er den 
einen Satz schlielst: χαὶ ἔχαι- 
ρον „und ich freute mich darauf“ 
und dann den nächsten endet: 
ᾧχετο ἀπιών „aber dahin ging er!* 
u. Ss ἮΝ 


ZYMIIOZION. 87 


τὸ πρᾶγμα. προχαλοῦμαι δὴ αὐτὸν πρὸς τὸ συνδειπνεῖν, 
ἀτεχνῶς ὥσπερ ἐραστὴς παιδικοῖς ἐπιβουλεύων. χαί μοι 
οὐδὲ τοῦτο ταχὺ ὑπήκουσεν, ὅμως δ᾽ οὖν χρόνῳ ἐπείσϑη. 
ἐπειδὴ δὲ ἀφώιετο τὸ πρῶτον, δειπνήσας ἀπιέναι ἐβούλετο. 
χαὶ τότε μὲν αἰσχυνόμενος ἀφῆκα αὐτόν: αὖϑις δὲ ἐπι- 
βουλεύσας, ἐπειδὴ ἐδεδειττνήκει, διελεγόμην πόρρω τῶν 
γυχτῶν, χαὶ ἐπειδὴ ἐβούλετο ἀπιέναι, -σκηπτόμενος ὅτι 
ὀψὲ εἴη, προσηνάγχασα αὐτὸν μένειν. ἀνεπαύετο οὖν ἐν 
τῇ ἐχομένῃ ἐμοῦ χλίνῃ, ἐν ἧπερ ἐδείπνει, καὶ οὐδεὶς ἐν 
τῷ οἰχήματι ἄλλος χαϑηῦδεν ἢ ἡμεῖς. μέχρι μὲν οὖν δὴ 
δεῦρο τοῦ λόγου καλῶς ἂν ἔχοι καὶ πρὸς ὄντινοῦν λέγειν" 
τὸ δ᾽ ἐντεῦϑεν οὐχ ἂν μου ἠκούσατε λέγοντος, εἰ μὴ πρῶ- 
τον μέν, τὸ λεγόμενον, οἶνος --- ἄνευ TE παίδων καὶ μετὰ 
σεαίδων — ἣν ἀληϑής, ἔπειτα ἀφανίσαι Σωχράτους ἔργον 
ὑπερήφανον εἰς ἔπαινον ἐλθόντα ἄδικόν μοι φαίνεται. 
ἔτι δὲ τὸ τοῦ δηχϑέντος ὑπὸ τοῦ ἔχεως σπαϑος χἀμὲ ἔχει. 
φασὶ γάρ πού τινα τοῦτο παϑόντα οὐχ ἐθέλειν λέγειν οἷον 
ἦν πλὴν τοῖς δεδηγμένοις, ὡς μόνοις γνωσομένοις τε καὶ 
συγγνωσομένοις, εἰ πᾶν ἐτόλμα δρᾷν τε καὶ λέγειν ὑπὸ 
τῆς ὀδύνης. ἐγὼ οὖν δεδηγμένος τε ὑπὸ ἀλγεινοτέρου καὶ 
τὸ ἀλγεινότατον ὧν ἂν τις δηχϑείη --- τὴν καδρίαν ἢ ψυ- 
ner durch ein Zeichen auf die An- 


wesenheit der Diener aufmerksam 
und erhält nun mit den , ἄγευ 


Ev τῇ ἐχομένῃ ἐμοῦ, κλίνῃ 
ist ‚gesagt für ἐν τῇ ἐχομένῃ τῆς 
ἐμῆς κλίνῃ, wie wir sagen: es 


wohnt jemand neben mir an d. h. 
neben meiner Wohnung. 

Bei der Erklärung der W. οἶνος 
ἄνευ τε παίδων χαὶ μετὰ παίδων 
nv ἀληϑῆὴς folge ich der Ansicht 
Hier. Müllers, der übersetzt: „Der 
Wein, ob nun Diener zugegen sind 
oder nicht, ist wahrhaftig.“ Auch 
ich begreife nicht, was hier die 
„Kinder“ sollen. „Der Schlufs un- 
seres Kapitels, sowie der Anfang 
des folgenden, wo ebenfalls παῖδες 
für Sklaven oder Diener gebraucht 
wird, erklärt unsere Stelle sattsam 
und rechtfertigt die gegebene Ver- 
deutschung.“ Ich denke mir, einer 
der Zechgenossen macht den Red- 


τε παίδων χαὶ μετὰ παίδων, die 
ich deshalb auch in Parenthesen 
schliefse, die Antwort: „Mir ist die 
Gegenwart der ‚Diener gleichgiltig. % 
Vor den W. οἱ δὲ οἰκέται, καὶ εἴ 
τις βέβηλος x. τ. δ. (am Schlufs 
des Kapitels) wiederholt sich viel- 
leicht die Warnung und veranlalst 
den Redner zu ‚der scherzenden 
Wendung οἱ οἰχέται πύλας πάνυ 
μεγάλας τοῖς ὠσὶν ἐπιϑέσϑε und 
zu dem mit trunkener Grobheit 
gebotenen Zusatz: εἶ τις ἄλλος 
βέβηλός τε καὶ ἄγροικος „wenn 
sonst ein profaner Lümmel hier 
ist“. 

Zu dem Satze ἐγὼ οὖν δεδηγμέ- 


88 TTAATONOS 


x x Pl 4 | m 7 x 3 , ’ x \ 
χὴν γὰρ ἢ ὃ τι δεῖ αὐτὸ ὀνομάσαι suimyeig τε χαὶ δηχϑεὶς 
ὑπὸ τῶν ἐν φιλοσοφίᾳ λόγων, οἱ ἔχονται ἐχίδνης ἀγριώ- 
τερον, νέου ψυχῆς μὴ ἀφυοῦς ὅταν λάβωνται, χαὶ ποιοῦσι 
δρᾷν Te χαὶ λέγειν ὅτιοῦν --- χαὶ ὁρῶν αὖ Φαίδρους, ᾿᾽.,41γά- 
ϑωνας, Ἐρυξιμάχους, Παυσανίας, ᾿Αριστοδήμους TE χαὶ 
’4 ΄ r πες G δὲ 2 x ί ὃ “ λέ ı.c 

gLoropavag‘ Σωχράτη δὲ αὑτὸν τέ δεῖ λέγειν, καὶ ὅσοι 
ἄλλοι; πάντες γὰρ χεχοινωνήχατε τῆς φιλοσόφου μανίας 
τε χαὶ βαχχείας" διὸ πάντες ἀχούσεσϑε' συγγνώσεσϑε γὰρ 
τοῖς τε τότε τιραχϑεῖσι χαὶ τοῖς νῦν λεγομένοις" οἱ δὲ 

“er; \ » " 2 x Α Φ Kan? 
οἰχέται, χαὶ εἴ τις ἄλλος ἐστὶ βέβηλός τε καὶ ἀγροιχος, 
πύλας πάνυ μεγάλας τοῖς ὠσὶν ἐπίϑεσϑε. 

34. Ἐπειδὴ γὰρ οὖν, @ ἄνδρες, ὃ re λύχνος ἀπ- 
ἐσβήχει zal οἱ παῖδες ἔξω ἦσαν, ἔδοξέ μοι χρῆναι μηδὲν 

, x 7 ΄, ? > 2 , R | - a 2 ᾿ 
ποιχίλλειν πρὸς αὑτόν, ἀλλ ἐλευϑέρως εἰπεῖν ἃ μοι ἐδό- 
χει" χαὶ εἶπον χινήσας αὐτόν, Σώχρατες, χαϑεύδεις; Οὐ 
δῆτα, ἡ δ᾽ ὅς. Οἶσϑα οὖν ἅ μοι δέδοχται; Ti μάλιστα, 
3} ποῖ ἃ \ m 3 In Ἀκ. 9 > - ) \ » 
ἔφη. Σὺ ἐμοὶ δοχεῖς, ἣν δ᾽ ἐγώ, ἐμοῦ ἐραστὴς ἄξιος 
γεγονέναι μόνος, χαί μοι φαίνει ὃχνεῖν μνησϑῆναι πρός 
με" ἐγὼ δὲ οὑτωσὶ ἔχω" sravv ἀνόητον ἡγοῦμαε εἶναι σοὶ 
un οὐ καὶ τοῦτο χαρίζεσϑαι καὶ εἴ τι ἄλλο n) τῆς οὐσίας 


vog TE ὑπὸ ἀλγεινοτέρου — πάν- der Nacht wagt er selbst, nachdem 


τες ἀχούσεσϑε sagt Stallbaum: 
Örationis structura haec esse de- 
bebat: x«i ὁρῶν αὖ ὑμᾶς, “Ῥαί- 
ὅρους — χαὶ “τοὺς ἄλλους πάντας 
ὑπὸ τῶν αὐτῶν δεδηγμένους 8. 
κεχοινωγηχότας τῆς φιλοσόφου 
μανίας τε καὶ βακχείας, τὸ ἐμὸν 
πάϑος οἷον ἣν πᾶσιν ὑμῖν ἐθέλω 
λέγειν. συγγνώσεσϑε γὰρ x. τ. λ. 

cap. 84. In diesem Kapitel zwingt 
nichts, ein Anerbieten unsittlichen 
Inhalts seitens des Alkibiades dem 
Sokrates gegenüber anzunehmen. 
Hinter der ganzen neckischen Er- 
zählung steckt nur die Absicht des 
jugendlichen Alkibiades, den So- 
krates zu einer Art Liebeserklärung 
zu veranlassen, und der ältere Al- 
kibiades erzählt diese seine Jugend- 
thorheit meisterhaft. Im Dunkel 


bisher all sein Werben vergeblich 
war, dem verehrten Manne seine 
Neigung zu gestehen. Sokrates 


ruht schweigend auf dem Lager 


„Und ich stiels ihn an 
(zıvnoes) und sagte: Sokrates, 
schläfst da schon? — Bewahre! 
erwiderte er. — Weilst du, was 
ich bei mir beschlossen habe? — 
Was denn? — Du bist, glaube ich, 
der einzige, der wert ist mein Lieb- 
haber zu werden, und scheust dich 
offenbar, dich gegen mich zu er- 
klären. Ich halte es nun 80: πάνυ 
ἀνόητον ἡγοῦμαι elvau vol μὴ οὐ 
χαὶ τοῦτο χαρίζεσθαι δ τ, Δ." 

Was heilst hier τοῦτο χαρίζεσθαι 

Ich meine, die Logik zwingt nach 
dem Vorhergehenden zu erklüren 
τοῦτο i. ὁ. σὲ γίγνεσθαι ἐραστὴν 


neben ihm. 


ZYMHOZION. 89 


τῆς ἐμῆς δέοιο ἢ τῶν φίλων τῶν ἐμῶν. ἐμοὶ μὲν γὰρ 
οὐδέν ἐστι πρεσβύτερον τοῦ ὡς ὅ τι βέλτιστον ἐμὲ γενέ- 
σϑαι, τούτου δὲ οἶμαί μοι συλλήττιτορα οὐδένα χυριώτερον 
εἶναι σοῦ. ἐγὼ δὴ τοιούτῳ ἀνδρὶ πολὺ μᾶλλον ἂν μὴ 
χαριζόμενος αἰσχυνοίμην τοὺς φρονίμους, ἢ χαριζόμενος 
τούς τε πολλοὺς xal ἄφρονας. al οὗτος ἀχούσας μάλα 
εἰρωνικῶς καὶ σφόδρα Eavrov τε χαὶ εἰωϑότως ἔλεξεν Ὦ 
φίλε ᾿Αλκιβιάδη, κινδυνεύεις τῷ ὄντι οὐ φαῦλος εἶναι, 
εἴπερ ἀληϑῆ τυγχάνει ὄντα ἃ λέγεις περὶ ἐμοῦ, καί τις 
ἔστ᾽ ἐν ἐμοὶ δύναμις, δι᾿ ἧς ἂν σὺ γένοιο ἀμείνων" ἀμή- 
χανόν τοι χάλλος δὁρῴης ἂν ἔν ἐμοὶ χαὶ τῆς παρὰ σοὶ 
εὐμορφίας πάμπολυ διαφέρον. εἰ δὴ χαϑορῶν αὐτὸ χοι- 


’ $ , 2 
γώσασϑαι τέ μοι ἐπιχειρεῖς χαὶ ἀλλάξασϑαι κάλλος ἀντὶ 


3 - - 2 

χάλλους, οὐκ ὀλίγῳ μου πλεονεχτεῖν διανοεῖ, ἀλλ 
΄ 2...) = - b) = \ m 

δόξης ἀλήϑειαν καλῶν χτᾶσϑαι ἐπιχειρεῖς καὶ τῷ 
χρύσεα χαλχείων διαμείβεσϑαι νοεῖς. 


2 \ 
avri 
» 

οντί 


- 


ἀλλ᾽, ὦ 


μαχάριξ, 


BJ4 ΄ ΄ ’, 2 \ » u -» 
ἄμεινον σχόττει, μή σε λανϑάνω οὐδὲν ὠν. ἢ τοι τῆς δια- 
γοίας ὄψις ἄρχεται ὀξὺ βλέπειν, ὅταν ἡ τῶν ὀμμάτων τῆς 


ἃ, ἢ. „mir scheint es thöricht zu 
sein, dir in deinem Wunsche, mein 
ἐραστὴς zu werden, nicht nach- 
geben zu wollen. Aber auch das 
Folgende nötigt offenbar zu dieser 
Erklärung. Alkibiades will durch 
den Umgang mit Sokrates mög- 
lichst gut werden (6 τι βέλτιστον 
ἐμὲ γενέσθαι), und da sollte er 
ihm. ein auf Unsittlichkeit abzielen- 
des Anerbieten machen? Aber auch 
der Schlufs des Kapitels, die Worte 
οὐδὲν περιττότερον χκαταδεδαρ- 
ϑηχὼς ἀνέστην μετὰ Σωκράτους 
n, εἰ μετὰ πατρὸς χαϑηῦδον N 
ἀδελφοῦ πρεσβυτέρου verlangen 
durchaus nicht eine andere Erklä- 
rung desrovro χαρίζεσθαι. Kommt 
es nicht auch heute noch oft genug 
vor, dafs jugendliche Freunde Arm 
in Arm schlafen, ohne an irgend 
eine Unsittlichkeit zu denken? Und 
bei dem Griechen, der die Freund- 
schaft zwischen dem älteren und 


dem jüngeren Mann so hoch schätzte, 
dafs er alle Thorheiten der Wer- 
bung verzieh und das Verhältnis 
auffafste, wie wir das zwischen dem 
werbenden Manne und seiner um- 
worbenen Geliebten — mufs man 
da immer gleich an Unsittlichkeiten 
denken und diese nicht vielmehr 
für häfsliche Ausnahmen halten? 
Im übrigen sind der jugendlich 
feurige Bewerber Alkibiades und 
der ruhige Weise Sokrates trefflich 
geschildert. Alkibiades bietet neben 
seinem Herzen sein eigen Hab und 
Gut und das seiner Freunde (n τῆς 
οὐσίας τῶν φίλων τῶν ἐμῶν) und 
preist den Sokrates als den herr- 
lichsten aller Menschen, und So- 
krates erwidert, wie mit einem 
Rechenexempel: „Mein lieber Alki- 
biades, du bist ein Schlaukopf (οὐ 
φαῦλος); du willst gegen die δόξα 
χαλῶν die ἀλήϑεια καλῶν ein- 
tauschen, goldene gegen eherne 


90 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ἀχμῆς λήγειν ἐπιχειρῇ σὺ δὲ τούτων ἔτι πόρρω.. χἀγὼ 
ἀχούσας, Τὰ μὲν παρ᾽ ἐμοῦ, ἔφην, ταῦτ᾽ ἐστίν, ὧν οὐδὲν 
ἄλλως εἴρηται ἢ ὡς διανοοῦμαι" σὺ δὲ αὐτὸς οὕτω βου- 
λεύου, ὅ τι σοί τε ἄριστον χαὶ ἐμοὶ ἡγεῖ. AAN, ἔφη, 
τοῦτό γε εὖ λέγεις" ἐν γὰρ τῷ ἐπιόντι χρόνῳ βουλευόμενοι 
πράξομεν ὃ ἂν φαίνηται νῷν περί TE τούτων χαὶ περὶ 
τῶν ἄλλων ἄριστον. ἐγὼ μὲν δὴ ταῦτα ἀχούσας τε χαὶ 
εἰπών, nal ἀφεὶς ὥσπερ βέλη, τετρῶσϑαι αὐτὸν ᾧμην" χαὶ 
ἀναστᾶς γε, οὐδὲ ἐπιτρέψας τούτῳ εἰπεῖν οὐδὲν ἔτι, ἀμι- 
φιέσας τὸ ἱμάτιον τὸ ἐμαυτοῦ τοῦτον --- χαὶ γὰρ ἦν χει- 
μών --- ὑπὸ τὸν τρίβωνα χατακλινεὶς τὸν τούτου, περι- 
βαλὼν τὼ χεῖρε τούτῳ τῷ δαιμονίῳ ὡς ἀληϑῶς χαὶ ϑαυ- 
μαστῷ, κατεχείμην τὴν νύχτα ὅλην. καὶ οὐδὲ ταῦτα αὖ, 
ὦ Σώχρατες, ἐρεῖς ὅτε ψεύδομαι. ποιήσαντος δὲ δὴ ταῦτα 
ἐμοῦ οὗτος τοσοῦτον ττιεριεγένετό TE καὶ κατεφρόνησε καὶ 
χατεγέλασε τῆς ἐμῆς ὥρας καὶ ὕβρισε" χαίπερ ἐκεῖνό γε 
ᾧμην τὶ εἶναι, ὦ ἄνδρες δικασταί" δικασταὶ γάρ ἐστε τῆς 
Σωχράτους ὑπερηφανίας. εὖ γὰρ ἴστε μὰ ϑεούς, μὰ ϑεάς, 
οὐδὲν περιττότερον χαταδεδαρϑηχὼς ἀνέστην μετὰ Σω- 
χράτους, ἢ εἰ μετὰ πατρὸς χαϑηῦδον ἢ ἀδελφοῦ πρεσβυ- 
τέρου. 

35. To δὴ μετὰ τοῦτο τίνα οἴεσϑέ μὲ διάνοιαν 
ἔχειν, ἡγούμενον μὲν ἠἡτιμάσϑαι, ἀγάμενον δὲ τὴν τούτου 
φύσιν TE χαὶ σωφροσύνην xal ἀνδρείαν, ἐντετυχηκότα ἀν- 
ϑρώπῳ τοιούτῳ, οἵῳ ἐγὼ οὐχ ἂν ᾧμην ποτὲ ἐντυχεῖν eig 
φρόνησιν χαὶ εἰς καρτερίαν; ὥστε οὔϑ᾽ ὅπως οὖν ὀργι- 
ζοίμην εἶχον χαὶ ἀποστερηϑείην τῆς τούτου συνουσίας, 
οὔϑ᾽ ὅττῃ προσαγαγοίμην αὐτὸν εὐπόρουν. εὖ γὰρ ἤδη, 
Freundschaft und die Liebe des 
Mannes abgewiesen (ἠτιμάσϑαι) 


sah. Er fühlte sich gekränkt durch 
die Kälte des Sokrates und wieder 


Waffen, wie bei dem Homer Glau- 
kos und Diomedes sie auswechseln“ 
us. W. 

cap. 35. Der Rest der Rede be- 


schäftigt sich mit dem σάτυρος 
ἀνοιχϑείς, mit dem inneren Sokra- 
tes und seinem Werte. Alkibiades 
schildert zunächst seine eigene Stim- 
mung, in der er sich befand, als 
er sich mit seiner Werbung um die 


hingezogen zu ihm in der Bewun- 
derung seiner σωφροσύνη und xag- 
reol«; er konnte sich nicht zürnend 
von ihm wenden und wulste nicht, 
auf welche Weise er ihn gewinnen 
sollte (meoo«ysodaı ihn sich zu- 


ZYMIOZION. DE. 


ὅτι χρήμασί TE roh μᾶλλον ἄτρωτος ἦν ττανταχῇ ἢ σιδή- 
ρῳ ὃ “ἴας, ᾧ τε ᾧμην αὐτὸν μόνῳ ἁλώσεσϑαι, διεπεφεύ- 
γει με. ἠπόρουν δή, καταδεδουλωμένος τε ὑπὸ τοῦ ἀν- 
ϑρώπου ὡς οὐδεὶς Um’ οὐδενὸς ἄλλου περιῇα. 

Ταῦτά Te γάρ μοι ἅπαντα προύγεγόνει, χαὶ μετὰ 
ταῦτα στρατεία ἡμῖν εἰς Ποτίδαιαν ἐγένετο κοινὴ καὶ συν- 
εσιτοῦμεν ἐχεῖ. πρῶτον μὲν οὖν τοῖς πόνοις οὐ μόνον ἐμοῦ 
περιῆν, ἀλλὰ καὶ τῶν ἄλλων ἁπάντων. ὁπότ᾽ ἀναγχασϑ εί- 
nuev ἀποληφϑέντες που, οἷα δὴ ἐπὶ στρατείας, ἀσιτεῖν͵ 
οὐδὲν ἦσαν oi ἄλλοι πρὸς τὸ καρτερεῖν" ἔν τ᾽ αὖ ταῖς 
εὐωχίαις μόνος ἁπολαύειν οἷός T ἦν τὰ τ᾽ ἄλλα χαὶ πί- 
veıv οὐκ ἐϑέλων, ὅπότε ἀναγχασϑείη, sravrag ἔχράτει, καὶ 
ὃ πάντων ϑαυμαστότατον, Σωχράτη μεϑύοντα οὐδεὶς πτώ- 
ποτε ἑώραχεν ἀνθρώπων. τούτου μὲν οὖν μοι δοχεῖ καὶ 
αὐτίχα ὃ ἔλεγχος ἔσεσϑαι᾽ πρὸς δὲ αὖ τὰς τοῦ χειμῶνος 
χαρτερήσεις — δεινοὶ γάρ αὐτόϑιε χειμῶνες --- ϑαυμάσια 
εἰργάζετο τά τε ἄλλα, xal score ὄντος πάγου οἵου δεινο- 


, \ ΄, ᾽Ὰ 2 > ’ »” ΐ ᾽Ὰ 
τατου, Kal τταντῶν ἢ οὐκ ἐξιόντων ἔνδοϑεν, ἡ 


führen). Der jugendliche Alkibiades 
war in seiner Not eine etwas ko- 
mische Figur: Geld und Gut besafs 
er in Fülle, und für den schönsten 
Jüngling hielten ihn viele und hielt 
er sich selber. Er bot sein Geld 
dem armen Sokrates, aber „ver- 
wundete“, traf und gewann ihn so 
wenig, wie Ajax nach der Sage von 
einem Schwerte verwundet werden 
konnte. Er warb mit seiner Schön- 
heit um die Liebe des häfslichen 
Silenen, und der lachte ihn aus mit 
seinem jugendlichen Feuer. Ange- 
zogen und abgestolsen lief er um- 
her (περιῇα) und wulfste seiner 
Seele keinen Rat (ἡπύρουν). Die 
Schilderung dieses Gemütszustandes 
mulfste einen um so grölseren Reiz 
auf die Zuhörer des Redners aus- 
üben, als sie wulsten, dals Sokrates 
sich nur den Umarmungen und 
Küssen des feurigen Jünglings durch 
äufsere Kälte, die er ihm zeigte, 
entzogen, den genialen Geist aber 


2 2 , 
7 εἴ τις ἐξίοι, 
doch tief in sein Herz geschlossen 
hatte. | 

Der Ubergang zur Schilderung des 
Sokrates vor Potidäa ist scheinbar 
ein rein „aulserlicher: ταῦτά TE 
γάρ͵ μοι ἅπαντα προὐγεγόνει, καὶ 
μετὰ ταῦτα στρατεία ἡμῖν εἰς 
Ποτίδαιαν ἐγένετο zown κ. τ. λ. 
Das geistige Band ist aber dennoch 
festgehalten worden: wie Sokrates 
sich dem Liebeswerben des schönen 
Jünglings gegenüber als über jeder 
sinnlichen Lust stehend gezeigt hat, 
so zeigte er im Kriege, dafs er 
allen körperlichen Strapazen ge- 
wachsen, also ebenfalls alle sinn- 
lichen Eindrücke starken Geistes 
beherrschte. Er verstand zu hun- 
gern, wenn sie einmal von der 
Bagage abgeschnitten (ἀποληφϑέν- 
τες) waren; er zeigte sich im Über- 
flufs ebenso stark, „und wird uns 
davon auch heute noch ein Beispiel 
geben“ (τούτου δοχεῖ χαὶ αὐτίκα 
ἔλεγχος ἔσεσϑαι), wie Alkibiades 


92 ΠΛΑΤΏΝΟΣ 
ἠμφιεσμένων τὲ ϑαυμαστὰ δὴ ὅσα καὶ ὑποδεδεμένων χαὶ 
ἐνειλιγμένων τοὺς πόδας εἰς ττίλους καὶ ἀρναχίδας, οὗτος 
δ᾽ ἐν τούτοις ἐξήει ἔχων ἱμάτιον μὲν τοιοῦτον οἵόνπερ καὶ 
πρότερον εἰώϑει φορεῖν, ἀνυπόδητος δὲ διὰ τοῦ χρυστάλ- 
λου ῥᾷον ἐπορεύετο ἢ οἱ ἄλλοι ὑποδεδεμένοι. οἱ δὲ στρα- 
τιῶται ὑπέβλεπον αὐτὸν ὡς καταφρονοῦντα σφῶν. 

36. Kai ταῦτα μὲν δὴ ταῦτα" 

οἷον δ᾽ αὖ τόδ᾽ ἔρεξε καὶ ἔτλη καρτερὸς ἀνὴρ 
ἐχεῖ ποτὲ ἐπὶ στρατείας, ἄξιον ἀχοῦσαι. ξυννοήσας γὰρ 
αὐτόϑι ἕωϑέν τι εἱστήχει σχοπῶν, χαὶ ἐπειδὴ οὐ προὺ- 
χώρει αὐτῷ, οὐκ ἀνίει ἀλλὰ εἱστήχει ζητῶν. χαὶ ἤδη ἦν 
μεσημβρία, καὶ ἄνϑρωποι ἠσϑάνοντο, χαὶ ϑαυμάζοντες 
ἄλλος ἄλλῳ ἔλεγεν, ὅτε Σωχράτης ἐξ ἑωϑινοῦ φροντίζων 
τι ἕστηχε. τελευτῶντες δέ τινες τῶν Ἰώνων, ἐπειδὴ ἑσπέ- 
ρα ἦν, δειπνήσαντες, χαὶ γὰρ ϑέρος τότε γε ἦν, χαμεύνια 
ἐξενεγχάμενοι ἅμα μὲν ἐν τῷ ψύχει χαϑηῦδον, ἅμα δὲ 
ἐφύλαττον αὐτὸν εἰ καὶ τὴν νύχτα ἑστήξοι. ὃ δὲ εἱστήκει 
μέχρι ἕως ἐγένετο καὶ ἥλιος ἀνέσχεν" ἔπειτα ᾧχετ᾽ ἀπιὼν 


, - EA > 
προσευξάμενος τῷ ηλίῳ. εἰ 


neckend und herausfordernd sagt. 
Er ertrug gleichmälsig Hitze und 
Kälte, so dafs die Mannschaften ihn 
scheel ansehen (ὑποβλέπει»), im 
Glauben, er verachte sie in seinem 
Stolze. 

cap. 36. Auch in diesem Kapitel 
ist der Gedankengang durchaus lo- 
gisch klar und kann von „plötz- 
licher Ideenassoeiation“ keine Rede 
sein. Alkibiades hat den Sokrates 
geschildert, wie er Herr über alle 
sinnlichen Eindrücke ist. Er zeigt 
ihn uns hier zunächst, wie er sogar 
imstande ist, sich denkend voll- 
kommen abzuschliefsen von der 
Sinnenwelt, und zwar auf viele 
Stunden, ohne durch Hunger, Durst, 
Ermüdung gestört zu werden. Alles 
das ist eine Art negativer Thätig- 
keit des Sokrates, wenn ich so 
sagen darf, die Verleugnung der 
Sinnlichkeit. Von jetzt ab zeichnet 


δὲ βούλεσϑε ἐν ταῖς μάχαις" 


ihn uns der Redner in positiver 
Thätigkeit, nicht mehr passiv, son- 
dern in frischer Aktivität; zunächst 
als wackeren Kriegsmann und als 
edien Freund: er rettet den ver- 
wundeten Alkibiades und dessen 
Waffen und verschafft ihm, aller 
Selbstsucht fern, die ὠρεστεῖα; er 
zeigt sich bei der Flucht des Heeres 
κάμη, ἠρέμα περισχοπῶν καὶ τοὺς 
φιλίους καὶ τοὺς πολεμίους. Und 
so ist er nicht blofls ein Achilles 
oder ein Perikles, sondern ein in 
seiner Art einziger Mann, den man 
eben nur vergleichen kann den — 
Silenen und Satyrn. Ich sollte 
meinen, das wäre ein ganz klarer 
Gedankengang. Die logischen For- 
men beim Übergange von einem Ge- 
danken zum andern sind allerdings 
vernachlässigt und damit charakte- 
risiert sich die Rede des trunke- 
nen Mannes: das εἰ δὲ ϑούλεσϑε ἐν 


ZYMIIOZION. 98 - 


τοῦτο γὰρ δὴ δίκαιόν γε αὐτῷ ἀποδοῦναι" ὅτε γὰρ ἡ μάχη 
ἦν, ἐξ ἧς ἐμοὶ χαὶ τἀριστεῖα ἔδοσαν οἱ στρατηγοί, οὐδεὶς 
ἄλλος ἐμὲ ἔσωσεν ἀνθρώπων ἢ οὗτος, τετρωμένον οὐχ 
ἐϑέλων ἀπολιπεῖν, ἀλλὰ συνδιέσωσε χαὶ τὰ ὅτιλα καὶ αὐὖ- 
τὸν ἐμέ. χαὶ ἐγὼ μέν, ὦ Σώχρατες, χαὶ τότε ἐχέλευον σοὶ 
διδόναι τἀριστεῖα τοὺς στρατηγούς, καὶ τοῦτό γέ μοι οὔτε 
μέμψει οὔτε ἐρεῖς ὅτε ψεύδομαι" ἀλλὰ γὰρ τῶν στρατη- 
γῶν πρὸς τὸ ἐμὸν ἀξίωμα ἀποβλεττόντων χαὶ βουλομένων 
ἐμοὶ διδόναι τἀριστεῖα, αὐτὸς προϑυμότερος ἐγένου τῶν 
στρατηγῶν ἐμὲ λαβεῖν ἢ σαυτόν. ἔτι τοίνυν, ὠ ἄνδρες, 
ἄξιον ἦν ϑεάσασϑαι Σωχράτη, ὅτε ἀπὸ Ankiov φυγῇ 
ἀνεχώρει τὸ στρατόπεδον. ἔτυχον γὰρ TragayevouEvog 
ἵπτεον ἔχων, οὗτος δὲ ὅπλα. ἀνεχώρει οὖν ἐσχεδασμένων 
ἤδη τῶν ἀνθρώπων οὗτός τε ἅμα χαὶ “άχης" καὶ ἐγὼ 
χεεριτυγχάνω, χαὶ ἰδὼν εὐθὺς παραχελεύομαί TE αὐτοῖν 
ϑαρρεῖν, χαὶ ἔλεγον ὅτι οὐκ ἀπολείψω αὐτώ. ἐνταῦϑα δὴ 
χαὶ χάλλιον ἐϑεασάμην Σωχράτη ἢ ἐν Ποτιδαίᾳ᾽ αὐτὸς 
γὰρ ἧττον ἐν φόβῳ ἡ διὰ τὸ ἐφ᾽ ἵτεττου εἶναι" πρῶτον μὲν 
ὅσον περιῆν “άχητος τῷ ἔμφρων εἶναι᾽ ἔπειτα ἔμοιγε 
ἐδόχει, ὦ ᾿Αριστόφανες, τὸ σὸν δὴ τοῦτο, καὶ ἐχεῖ dieno- 
ρεύεσϑαι ὥστιερ χαὶ ἐνθάδε, βρενϑυόμενος χαὶ τὠφϑαλ- 
μὼ παραβάλλων, ἠρέμα τιερισχοττῶν χαὶ τοὺς φιλίους καὶ 
τοὺς πολεμίους, δῆλος ὧν παντὶ χαὶ τιάνυ τεύρρωϑεν, ὅτι 
εἴ τις ἅψεται τούτου τοῦ ἀνδρός, μάλα ἐρρωμένως ἀμυ- 
γεῖται. διὸ χαὶ ἀσφαλῶς ἀπῇει zul οὗτος χαὶ ὃ ἕτερος" 
σχεδὸν γάρ τι τῶν οὕτω διαχειμένων ἐν τῷ πολέμῳ 


ταῖς μάχαις ist ein ebenso äufser- 
licher Übergang, wie im vorigen 
Kapitel das ταῦτά τε πάντα μοι 
προὐγεγόνει χαὶ μετὰ ταῦτα κ. 
τ. &. und auf derselben Stufe steht 
die Wendung: ἔτι τοίνυν, ὦ ἀν- 
ὄρες, ἄξιον ‚nv ϑεόσασϑαι Συω- 
χράτη, ὅτε ἀπὸ 4ηλίου κ. τ. 8. 
Im einzelnen ist zu bemerken, 
dafs in den W. τοῦτο, γὰρ δὴ δί- 
χαιόν γε αὐτῷ ἀποδοῦναι, welche 
H. Müller übersetzt : „verdient doch 
auch das von Rechts wegen bei 


ihm Anerkennung“, das Verbum 
ἀποδιδόναι, wie so häufig, vom 

sückzahlen einer Schuld gebraucht 
ist. Die Schuld, welche Alkibiades 
hier, wie billig (δίκαιον), zurück- 
zahlen will, erklärt sich aus dem 
Folgenden. — Mit den W. βρεν- 
θυόμενος καὶ τὠφϑαλμὼ παρα- 
βάλλων citiert der Redner einen Vers 
aus Aristophanes’ ‚Wolken (361): 
ὅτι βρενϑύει τ΄ ἐν ταῖσιν ὁδοῖς 
καὶ τωφϑαλμὼ παραβάλλεις, und 
die W. εἴ τις ἅψεται --- ἀμυνεῖται 


94 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ 


οὐδὲ ἅπτονται, ἀλλὰ τοὺς προτροττάδην φεύγοντας διώ- 
χουσι. 

Πολλὰ μὲν οὖν ἂν τις χαὶ ἄλλα ἔχοι Σωκράτη ἐπαι- 
γέσαι χαὶ ϑαυμάσια" ἀλλὰ τῶν μὲν ἄλλων ἐπιτηδευμάτων 
τάχ᾽ ἄν τις χαὶ περὶ ἄλλου τοιαῦτα εἴποι, τὸ δὲ underi 
ἀνθρώπων ὅμοιον εἶναι, μήτε τῶν παλαιῶν μήτε τῶν νῦν 
ὄντων, τοῦτο ἄξιον παντὸς ϑαύματος. οἷος γὰρ ᾿Αἀχιλλεὺς 
ἐγένετο, ἀπειχάσειεν ἄν τις καὶ Βρασίδαν καὶ ἄλλους, χαὶ 
οἷος αὖ Περικλῆς, καὶ Νέστορα καὶ ᾿Αντήνορα, εἰσὲ δὲ καὶ 
ἕτεροι" χαὶ τοὺς ἄλλους κατὰ ταὐτ᾽ ἂν τις ἀπειχάζοι" οἷος 
δὲ οὑτοσὶ γέγονε τὴν ἁτοττίαν ἄνϑρωπος, καὶ αὐτὸς καὶ 
οἱ λόγοι αὐτοῦ, οὐδ᾽ ἐγγὺς ἂν εὕροι τις ζητῶν, οὔτε τῶν 
γῦν οὔτε τῶν παλαιῶν, εἰ μὴ ἄρα εἰ οἷς ἐγὼ λέγω ἀπει- 
χάζοι τις αὐτόν, ἀνθρώπων μὲν μηδενί, τοῖς δὲ σειληνοῖς 
χαὶ σατύροις, αὐτὸν χαὶ τοὺς λόγους. 

37. Καὶ γὰρ οὖν καὶ τοῦτο ἐν τοῖς πρώτοις τταρ- 
ἕλιττον, ὅτε χαὶ οἱ λόγοι αὐτοῦ ὁμοιότατοί εἰσι τοῖς σειλη- 
γοῖς τοῖς διοιγομένοις. εἰ γὰρ ἐϑέλει τις τῶν Σωχράτους 
ἀχούειν λόγων, φανεῖεν ἂν γελοῖοι τὸ τπιρῶτον᾽ τοιαῦτα 
xal ὀνόματα χαὶ ῥήματα ἔξωϑεν περιαμτ:τέχονται, σατύρου 
ἂν τινα ὑβριστοῦ δοράν. ὄνους γὰρ χανϑηλίους λέγει καὶ 
χαλχέας τινὰς χαὶ σχυτοτόμους χαὶ βυρσοδέψας, καὶ ἀεὶ 
διὰ τῶν αὐτῶν ταὐτὰ φαίνεται λέγειν, ὥστε ἄπειρος χαὶ 
ἀνόητος ἄνϑρωτιος πᾶς ἂν τῶν λόγων χαταγελάσειε. διοι- 
γομένους δὲ ἰδὼν αὖ τις χαὶ ἐντὸς αὐτῶν γιγνόμενος 
πρῶτον μὲν νοῦν ἔχοντας ἔνδον μόνους εὑρήσει τῶν λό- 
γων, ἔπειτα ϑειοτάτους χαὶ τελεῖστ᾽ ἀγάλματ᾽ ἀρετῆς ἐν 
αὑτοῖς ἔχοντας χαὶ ἐπὶ πλεῖστον τείνοντας, μᾶλλον δὲ 


sind ein Scherz: „wenn einer die- Schau, hüllen sich gewissermalsen 
sen Burschen fassen will, der wird in das Fell des Satyın; σατύρου 
sich kräftiglich wahren!“ ἄν τινὰ ὑβριστοῦ δορὰν Sc. οὐσαν. 

cap. 87. Das ganze Wesen des Wer sie aber genau betrachtet, 
Sokrates kennzeichnen am besten, findet in ihnen die herrlichsten 
heist es zum Schluls, seine Reden Schätze; denn sie erstrecken sich, 
oder Unterredungen. Wie er, so verbreiten sich über das meiste 
tragen sie äufserlich in den ὁνό- (ἐπὲ πλεῖστον τείνοντας), oder 
ματα und ῥήματα den Satyr zur vielmehr über alles, was sich ziemt 


ZYMIIOZION. 95 


ἐπὶ πᾶν ὅσον προσήχει σχοπεῖν τῷ μέλλοντι καλῷ χὰγα- 
ϑῷ ἔσεσϑαι. 

Ταῦτ᾽ ἐστίν, ὦ ἄνδρες, ἃ ἐγὼ Σωχράτη ἐπαινῶ" καὶ 
αὖ ἃ μέμφομαι, συμμίξας ὑμῖν εἶττον ἅ με ὕβρισε. καὶ μέν- 
τοι οὐκ ἐμὲ μόνον ταῦτα wertoinsev, ἀλλὰ χαὶ Χαρμίδην 
τὸν Γλαύχωνος χαὶ Εὐθύδημον τὸν Διοχλέους χαὶ ἄλλους 
πάνυ πολλούς, οὗς οὗτος ἐξαπατῶν ὡς ἐραστὴς παιδικὰ 
μᾶλλον αὐτὸς χαϑίσταται ἀντ᾽ ἐραστοῦ. ἃ δὴ χαὶ σοὶ 
λέγω, ὦ ᾿4γάϑων, μὴ ἐξαττατᾶσϑαι ὑπὸ τούτου, ἀλλ᾽ ἀπὸ 
τῶν ἡμετέρων παϑημάτων γνόντα εὐλαβηϑῆναι, χαὶ μὴ 
χατὰ τὴν παροιμίαν ὥσπερ νήπιον παϑόντα γνῶναι. 

38. Εἰπόντος δὴ ταῦτα τοῦ ᾿Αλκιβιάδου γέλωτα γε- 
γέσϑαι ἐπὶ τῇ παρρησίᾳ αὐτοῦ, ὅτι ἐδόχει Erı ἐρωτιχῶς 
ἔχειν τοῦ Σωχράτους. τὸν οὖν Σωχράτη, Νήφειν μοι do- 
χεῖς, φάναι, ὦ ᾿Αλκιβιάδη. οὐ γὰρ ἄν ποϑ᾽ οὕτω κομψῶς 
χύχλῳ περιβαλλόμενος ἀφανίσαι ἐνεχείρεις οὗ ἕνεχα ταῦτα 


ins Auge zu fassen τῷ μέλλοντι 
χαλῷ κἀγαθῷ ἔσεσϑαι. 

Mit einem Scherze giebt endlich 
Alkibiades das Wort ab. „Auch 
worin ich den Sokrates tadele, habe 
ich euch erzählt, συμμίξας ἅ με 
ὕβρισε, wie er meine Werbung 
kühl und stolz aufnahm. Wie er 
es auch anderen gegenüber war, so 
ist er mir gegenüber ein ἐξαπατῶν 
gewesen, der den ἐραστὴς schein- 
bar spielte als der an Jahren ältere 
Mann, aber eigentlich der Umwor- 
bene Knete) war. Darum hüte 
dich, Agathon, dafs du nicht durch 
Schaden klug wirst “ (παϑόντα 
γνῶναι). Ἃ δὴ καὶ σοὶ λέγω ist 
= χαὶ ταῦτα σοὶ λέγω χαὶ λέγω 
μὴ ἐξαπατᾶσϑαι κ. τ. &. 

cap. 38. Die Trinkgenossen la- 
chen über die offenherzige Erzäh- 
lung des Alkibiades, weil dieser 
sich den Schein gab, als sei er noch 
in Sokrates verliebt — ὅτι ἐδόχει 
ἔτε ἐρωτικῶς ἔχειν τοῦ Σωχρά- 
τους; denn von einem wirklichen 
ἐρωτιχῶς ἔχειν war keine Rede: 


die tiefe Verehrung des Alkibiades 
konnte man mit diesem Ausdrucke 
nicht bezeichnen. Gewils war nun 
Jedermann neugierig, wie sich So- 
krates dem ihm gespendeten Lobe, 
das er ‘als auf unwahren That- 
sachen beruhend nicht zurückwei- 
sen konnte, verhalten würde, Wie 
schlau aber zieht sich nun der Fuchs 
aus der Schlinge. Mit dem ersten 
Worte, das er entgegnet, zeiht er 
trotz allem seinen Lobredner der 
Lüge, der Verstellung. Alkibiades 
hatte seine Rede nach eigenem Ge- 
ständnis als Trunkener gehalten, 
und die Trunkenheit war das Mo- 
tiv seiner παῤῥησία gewesen. Da 
nimmt also Sokrates seiner ganzen 
Rede mit einem Worte die Grund- 
lage, auf der sie aufgebaut ist: 
γήφειν μοι δοκεῖς, ὦ ᾿Αλχιβιάδη. 
Und nun die neckische Begründung: 
„Du hast dich in verschlagener 
Weise (κομιψῶς) gedreht und ge- 
wendet (χύχλῳ πε ἐριβαλλόμενορ), 
den eigentlichen Zweck deiner Rede 
zu verbergen, und hast den erst 


96 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


πάντα εἴρηχας, χαὶ ὡς ἐν παρέργῳ δὴ λέγων ἐπὶ τελευ- 
τῆς αὐτὸ ἔϑηχας, ὡς οὐ πάντα τούτου ἕνεχα εἰρηχώς, 
τοῦ ἐμὲ καὶ ᾿γάϑωνα διαβάλλειν, οἰόμενος δεῖν ἐμὲ μὲν 
σοῦ ἐρᾷν χαὶ μηδενὸς ἄλλου, ᾿Αγάϑωνα δὲ ὑπὸ σοῦ ἐρᾶ- 
σϑαι χαὶ μηδ᾽ ὑφ᾽ ἑνὸς ἄλλου. ἀλλ᾽ οὐκ ἔλαϑες, ἀλλὰ 
τὸ σατυριχόν σου ὁρᾶμα τοῦτο xal σειληνικὸν κατάδηλον 
ἐγένετο. ἀλλ᾽, ᾧ φίλε “Ἵγάϑων, μηδὲν πλέον αὐτῷ γέ- 
γηται, ἀλλὰ παρασχευάξ ου ὅπως ἐμὲ χαὶ σὲ μηδεὶς δια- 
βάλῃ. τὸν οὖν ᾿4γάϑωνα εἰπεῖν, Καὶ μήν, ὦ u Σώκρατες, 
χινδυνεύεις ἀληϑῆ λέγειν. τεχμαίρομαι δὲ καὶ ὡς χατ- 
εἐχλίνη Ev μέσῳ ἐμοῦ τε xal σοῦ, ἵνα χωρὶς ἡμᾶς διαλάβῃ. 
οὐδὲν οὖν πλέον αὐτῷ ἔσται, ἀλλ᾽ ἐγὼ παρὰ σὲ ἐλϑὼν 


, ᾽ὔ ͵ x τ 4. - 
χαταχλινήσομαι. Πάνυ γε, Qavaı τὸν Σωχράᾶτη, δεῦρο 


ς , - ’, 
ὑποχάτω ἐμοῦ χαταχλίνου. 


2 Ζεῦ, εἰπεῖν τὸν ᾿Αλχιβιά- 


= 5 ΄ ς ι - > ᾿ ’ - 
δην, οἷα αὖ πάσχω ὑπὸ τοῦ ἀνϑρώπου. οἴεταί μου δεῖν 


- - 3 > 
στανταχῇ περιεῖναι. ἀλλ 


εἰ μή τι ἄλλο, ὦ ϑαυμάσιε, 


= - ΒΥ > - ,᾿ 
ἐν μέσῳ ἡμῶν ξα “γάϑωνα χαταχεῖσϑαι. ALL ἀδύνα- 
τον, φάναι τὸν Σωκράτη. σὺ μὲν γὰρ ἐμὲ ἐπήνεσας, dei 
2 
δ᾽ ἐμὲ αὖ τὸν ἐπὶ δεξιὰ ἐπαινεῖν. ἐὰν οὖν ὑπὸ σοὶ χα- 
ταχλινῇ Αγάϑων, οὐ δή που ἐμὲ πάλιν ἐπαινέσεται, 
\ ς > ie: - - b) - > 23. » 3 
πρὶν ὑπ ἐμοῦ μᾶλλον ἐπαινεϑῆναι. ἀλλ΄ ἔασον, w δαι- 
, \ , - ς 2 - - 
μόνιε, καὶ μὴ φϑονήσης τῷ μειραχίῳ ὑτε ἐμοῦ ἐπαινεϑῆ- 


zuletzt so nebenbei (ὡς ἐν παρ- 
Eoyo) verraten. Ich aber habe deine 
ganze Dichtung von dem Satyın 
und dem Silenen wohl durchschaut* 
(TO σατυρικόν σου δρᾶμα mit An- 
spielung auf die Satyrspiele, die 
letzten Stücke der tragischen Te- 
tralogie, welche drei Tragödien, 
die tragische Trilogie, und eben 
das Satyrspiel umfalste). Neckisch 
schiebt er dann dem Alkibiades als 
Motiv seiner Rede die Verehrung 
des Agatlıon unter. Die darf Alki- 
biades nicht leugnen; denn sie hat 
ihn ja hergeführt und deshalb ist 
er mit wenigen Worten geschlagen. 
Durch einen Scherz sucht sich also 
auch Alkibiades zu helfen. „Ja, 


gesteht er, du bist mir überlegen; 
du hast mir in die Karte gesehen; 
aber, wenn du mir den Agathon 
nicht ganz gönnst (εἰ με τι ᾿ἄλλο), 
lafs uns ihn zu gleichen Teilen 
besitzen.“ Aber auch da schlägt 
der listige Sokrates seinen Lobred- 
ner; er gewinnt den Agathon da- 
mit, dafs er eine Lobrede auf ihn 
zu halten verspricht, und Alkibiades 
rıufs sich lachend zuım Ziele legen. 
Trefflich führt Plato zuletzt noch 
so den Agathon ein, stellt eine Lob- 
rede aul ihn wenigstens in Aussicht; 
ist es doch die Nachfeier seines 
Sieges, an welcher all die Reden 
gehalten wurden, und mulste doch, 
wenn man vom Lobe des Eros auf 


ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. HT: 


var‘ καὶ γὰρ ττάνυ ἐπιϑυμῶ αὐτὸν ἐγκωμιάσαι. Ἰοὺ ἰού, 
φᾶναι τὸν ᾿4γάϑωνα, ᾿Αλκιβιάδη, οὐκ ἔσϑ᾽ ὅπως ἂν ἐν- 
ϑάδε μείναιμι, ἀλλὰ παντὸς μᾶλλον μεταναστήσομαι, ἵνα 
ὑπὸ Σωκράτους ἐπαινεϑῶ. Ταῦτα ἐκεῖνα, φάναι τὸν 
᾿Αλκιβιάδην, τὰ εἰωθότα" Σωχράτους παρόντος τῶν χα- 
λῶν μεταλαβεῖν ἀδύνατον ἄλλῳ. καὶ νῦν ὡς εὐπόρως 
χαὶ πιϑανὸν λόγον εὗρεν, ὥστε rag’ ἑαυτῷ τουτονὶ χατα- 
κεῖσϑαι. 

89. Τὸν μὲν οὖν ᾿4γάϑωνα ὡς κατακεισόμενον τταρὰ 
τῷ Σωχράτει ἀνίστασθαι" ἐξαίφνης δὲ κωμαστὰς ἤχειν 
παμπόλλους ἐπὶ τὰς ϑύρας, καὶ ἐπιτυχόντας ἀνεῳγμέναις 
ἐξιόντος τινὸς εἰς τὸ ἄντιχρυς πορεύεσϑαι παρὰ σφᾶς. 
χαὶ χαταχλίνεσϑαι, χαὶ ϑορύβου μεστὰ πάντα εἶναι, καὶ 
οὐκέτι ἐν χόσμῳ οὐδενὶ ἀναγχάζεσϑαι πίνειν πάμπολυν 
οἶνον. τὸν μὲν οὖν ᾿Ερυξίμαχον καὶ τὸν Φαῖδρον καὶ ἄλ- 
λους τινὰς ἔφη ὃ ᾿Αριστόδημος οἴχεσϑαι ἀπιόντας, ὃ δὲ 
ὕτινον λαβεῖν, καὶ χαταδαρϑεῖν πάνυ ττολύ, ἅτε μαχρῶν 
τῶν νυχτῶν οὐσῶν, ἐξεγρέσϑαι δὲ πρὸς ἡμέραν ἤδη ἀλε- 
χερυόνων ἀδόντων, ἐξεγρόμενος δὲ ἰδεῖν τοὺς μὲν ἄλλους 
χαϑεύδοντας χαὶ οἰχομένους, ᾿“γάϑωνα δὲ καὶ ᾽Δριστο- 
φάνη nal Σωχράτη ἔτι μόνους ἐγρηγορέναι χαὶ πίνειν ἐκ 
φιάλης μεγάλης ἐπὶ δεξιά. τὸν οὖν Σωχράτη αὐτοῖς δια- 
λέγεσϑαι᾽ καὶ τὰ μὲν ἄλλα ὃ ᾿Αριστόδημος οὐχ ἔφη με- 
μνῆσϑαι τῶν λόγων οὔτε γὰρ ἐξ ἀρχῆς παραγενέσϑαι 
ὑπονυστάζειν τε" τὸ μέντοι χεφάλαιον, ἔφη, τιροσαναγχά- 


das einzelner Trinkgenossen über- Er behält sodann die Gäste des 


gehen wollte, er nach Sokrates 
gewils der nächste sein. 

cap. 39. Das Gelage endet, wie 
bei uns ein Studentenkommers: 
commercium exest; initium fideli- 
tatis! wie das barbarische Wort 
heifst,. Den Anstofs zu wüstem 
Lechgelage (οὐχέτι ἐν χόσμῳ οὐ- 
δενὶ ἀναγχάζεσθϑαι πίνειν ndu- 
σχίολυν oivov) läfst aber Plato mit 
richtigem Takt von Leuten geben, 
die der geistreichen Abendunter- 
haltung nieht beigewohnt hatten. 


Plato, Symposion, 


Agathon, wie er sie im Eingange 
des Dialogs gekennzeichnet hatte, 
wohl im Auge: Eryximachus und 
Phädrus und einige andere schwache 
Trinker läfst er, sobald die Ordnung 
sich auflöst, aufbrechen und nur 
die Helden im Trunk, Agathon und 
Aristophanes und der weise Sokra- 
tes selber überdauern alle und füh- 
ren, „als sich der Schwarm ver- 
laufen hat“, ein philosophisches 
Gespräch, dessen Thema nicht blofs 
auf die beiden Dichter gemünzst ist, 
7 


98 ΠΛΑΤΏΝΟΣ ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. 


Lew τὸν Σωχράτη ὁμολογεῖν αὐτοὺς τοῦ αὐτοῦ ἀνδρὸς 
εἶναι χωμῳδίαν καὶ τραγῳδίαν ἐπίστασϑαι ποιεῖν, χαὶ τὸν 
τέχνῃ τραγῳδιοτιοιὸν ὄντα χωμῳδιοποιὸν εἶναι. ταῦτα 
δὴ ἀναγκαζομένους αὐτοὺς χαὶ οὐ σφόδρα ἑπομένους νυ- 
στάζειν, χαὶ πρῶτον μὲν καταδαρϑεῖν τὸν ᾿Δριστοφάνη, 
ἤδη δὲ ἡμέρας γιγνομένης τὸν “1γάϑωνα. τὸν οὖν Σω- 
χράτη, καταχοιμήσαντ᾽ ἐχείνους, ἀναστάντα ἀπιέναι, καὶ 
ὃ ὥσπερ εἰώϑει ἕπεσϑαι, καὶ ἐλϑόντα εἰς “ὔύχειον, ἀπο- 
γιψάμενον, ὥσττερ ἄλλοτε τὴν ἄλλην ἡμέραν διατρέβειν, 
χκαὲ οὕτω διατρίψαντα εἰς ἑσπέραν οἴχοι ἀναπαύεσϑαι. 


sondern mit dem Plato auch von d.h. wer ernste Dialoge schreiben 
sich sagt: τὸν τέχνῃ τραγφῳδιο- kann, der mufs auch verstehen, 
ποιὸν ὄντα κωμῳδιοποιὸν εἶναι einen heiteren Dialog zu liefern ! 


Druck von J. B. Hirschfeld in Leipzig. 


12743 


Plato 


LGr 


[UNIVERSITY OF TORONTO | 
LIBRARY 


Do not 


ialoge; ed. by Schmelz -- 


Ε remove | 
= ἢ 
4 the card | 
E 
4 Fa 
210 from thıs \ 
Ir | 
Wr N 
Ε Pocket. N 
„gi 
© 
u) 
= Acme Library Card Pocket 
> Under Pat. “ Ref. Index File.” 
N „ Made by LIBRARY BUREAU 


Ex 
Er 


τὸ 


= 


Fl 


Γ 


{τὰ 


’ 


- ᾿ν 
᾿ 

Rn 
N